Wenn das Baby aus dem Bett fällt

Jede Mutter kennt die Angst, dass das Baby vom Wickeltisch oder aus dem Kinderwagen fällt. Bei mir wurde heute aus Angst Realität, als Nepomuk aus unserem Bett fiel und auf dem Laminat aufschlug. Das Geräusch des Aufpralls werde ich wohl nie vergessen.

Als wir heute Vormittag von unserem „Gemeinsam wachsen“ Kurs nach Hause kamen, warteten meine Eltern schon auf uns. Bei einem gemeinsamen Kaffee habe ich Nepomuk gefüttert und danach noch eine Weile durch die Wohnung krabbeln lassen.

Nachdem er langsam quengelig wurde und immer wieder gähnte, habe ich ihn, wie immer, in sein Bettchen, dass direkt an unser Bett angedockt ist, gelegt. Er hat sich dann zur Seite gedreht und ich bin aus dem Zimmer zu meinen Eltern gegangen. Wie so oft hörte ich im Wohnzimmer wie er vor sich hin redete, dass macht er immer, wenn er in seinem Bett liegt.

Und mit einmal höre ich nur noch einen lauten Schlag und plötzlich schreit Nepomuk wie am Spieß. Schon auf dem Weg vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer war mir klar, dass er aus dem Bett gefallen ist. Im Schlafzimmer angekommen, lag er wie ein Käfer strampelnd ungefähr einen Meter weit weg vom Bett und schrie sich die Seele aus dem Leib. Als ich ihn hoch nahm, um ihn zu beruhigen, merkte ich, wie sein ganzer Körper zitterte.

Er schrie und schrie und ließ sich nicht beruhigen. Nach ca. 5 Minuten habe ich ihn langsam aufs Bett gelegt und sofort war Ruhe. Als ich ihn wieder hochnehmen wollte, schrie er wieder wie am Spieß. Ich trug ihn auf Händen ins Wohnzimmer und legte ihn dort auf seine Spielmatte. Keine zwei Minuten später hatte er sich gedreht und krabbelte quietschfidel durchs Wohnzimmer.

Immer noch müde und mittlerweile sehr hungrig, fing er wieder an zu weinen und krümmte sich, als ich ihn füttern wollte. Nach einer Weile hatte er sich beruhigt und trank seine Milch.

Meine Eltern zogen sich in der Zwischenzeit an, um mit ihm spazieren zu gehen. Bis dato gab es keine sichtbaren Verletzungen. Trotzdem wollte ich den Kinderarzt aufsuchen. Da dieser über Mittag zu hatte, gingen meine Eltern in der Zeit mit Nepomuk spazieren, damit er in Ruhe schlafen konnte. Gegen 14:30 Uhr rief ich beim Arzt an und bekam für 15:30 Uhr einen Termin.

Als meine Eltern wieder da waren, fütterten wir den Kleinen noch kurz und dann ging es los Richtung Arzt. Nach kurzer Wartezeit kamen wir dran und der Arzt tastete Nepomuk ab, leuchtete ihm ihn die Augen und gab Entwarnung.

Nepomuk hatte sich nicht verletzt, sondern alles war gut verlaufen. Ich habe mir die ganze Zeit Vorwürfe gemacht und mich gefragt, wie man das verhindern hätte können, ohne den Kleinen einzusperren. Der Arzt meine, einmal im Leben muss jeder Mensch hinfallen. Das gehöre dazu.

Ich war einfach nur erleichtert, dass diese Sache nochmal glimpflich ausgegangen ist.

Eine richtige und sturzfreie Lösung für den Schlaf tagsüber habe ich bis jetzt noch nicht gefunden. Wie sieht das denn bei euch aus? Lasst ihr den Kindern die Freiheiten auch für den Preis von Verletzungen oder steht bei euch die Sicherheit über allem?

5 thoughts on “Wenn das Baby aus dem Bett fällt

  1. Ist mir auch passiert. Baby kurz auf dem Bett abgelegt um etwas zu holen. Aber ich habe nichts gehört. Er hatte sich gedreht und ist vom Bett auf einen Teppich gefallen. Fing auch erst an zu Schreien, als ich ins Zimmer zurück kam. Nichts passiert, Glück gehabt.

    Generell lasse ich beiden Jungs viel Ausprobieren durchgehen. So sind sie oft gefallen, beim Laufen lernen, klettern und springen. Aber ich finde, so lernen sie mehr, als wenn man sie in Watte einpackt.

    1. Das beruhigt mich, dass ich nicht allein bin. Mir ist es auch lieber, dass Nepomuk durch die Gegend krabbelt und die Welt erkundet, auch wenn er ab und an mit seinem Kopf gegen etwas stößt. Ich war nur geschockt, weil ich dachte, er hätte sich ernsthaft verletzt. Ich finde du machst es genau richtig und ich werde das bei Nepomuk auch so handhaben, zumal es mir wichtig ist, dass er jetzt, wo er schon krabbeln und sitzen kann auch viel an der frischen Luft ist. Der Schock gestern wird sicher nicht der letzte sein. 🙂

      1. Man wird mit der Zeit auch entspannter. Kinderkörper sind sehr robust und können einiges aushalten. Trotzdem wir die beiden viel selber ausprobieren lassen, sind sie sehr vorsichtig bei neuen (hohen) Dingen, z.B. auf Spielplätzen – und das ist gut so.

        Schockmomente wirst du mit eurem Kleinen noch genügend haben, man wird mit Kindern einfach selber sehr verwundbar.

  2. Oh, das erste Runterfallen des Babys ist böse … ich fühle mit dir! Bei Krümelchen war es der Sturz von der Couch mit vier Monaten. Sie hat sich nach einer Minute Gebrüll beruhigt, ich hab noch zehn Minuten weitergeheult …
    Sie schläft tagsüber in ihrem eigenen Gitterbettchen, da muss ich mir in den nächsten Wochen noch keine Gedanken ums rausfallen machen. Vor der Krabbel- und Kletterphase konnte man sie auch mit aufgestapelten und zusammengerollten Decken am Platz im großen Bett halten. Daran ist jetzt natürlich nicht mehr zu denken …

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