Unser Wochenende: Montessori und Minimalismus

Hinter uns liegt wieder ein tolles und produktives Wochenende. Letzte Woche haben wir beschlossen meine alte Wohnung zu kündigen. Naja, Wohnung ist zuviel gesagt, denn es handelt sich um ein 19 qm großes Apartment. Aber dieses Apartment kostet monatlich 405 EUR und dient aktuell eigentlich nur als Stauraum und Übernachtungsmöglichkeit für meine Eltern.

Ich hatte schon seit einiger Zeit den Wunsch die Wohnung zu kündigen, doch erst als ich im Internet einen Montessori Kurs für Eltern entdeckte, der 460 EUR kostet, ist mir klar geworden, dass wir jeden Monat fast einen Montessori Kurs machen könnten. Tja, und so habe ich nun die Kündigung zum 31.12.2015 geschrieben. Es wäre der perfekte Abschluss für ein Jahr der absoluten Neuorientierung.

Die ersten Kisten

Während ich bei der Wohnungsauflösung an die großen Schränke denke, findet mein Freund eher die kleinen, aber zahllosen Dinge in meiner Wohnung als Herausforderung. Aus diesem Grund haben wir am Samstagmorgen gleich mit diesen Unannehmlichkeiten begonnen. Gegen 8 Uhr sind wir in meine Wohnung gefahren, haben dort ein Regal und unzählige Kartons und Aufbewahrungsboxen mitgenommen.

Wieder Zuhause angekommen, haben wir Nepomuks Schlafphase genutzt, um alles in den 4. Stock zu tragen. Besonders das große Regal hat meiner gebrochenen kleinen Zehe nicht so gut getan. Naja, aber es musste eben gemacht werden und wir haben es gemacht. Während der Kleine schlief haben wir das Regal, das bei Pinterest übrigens als „Montessori Furniture“ geführt wird, ins Schlafzimmer transportiert und sein Spielzeug darin verstaut.

Da wir nur zwei Zimmer haben und das Schlafzimmer das reinste und strukturierteste ist, haben wir beschlossen dieses Zimmer zum Spielzimmer umzufunktionieren. Wenn Nepomuk spielt, soll ihn einfach gar nichts ablenken und er soll zudem die Möglichkeit haben einen Rückzugsort zu haben. Bisher findet er das Schlafzimmer ganz gut. Leider findet er es zurzeit super morgens um 6 Uhr mit dem Xylophon zu spielen. Naja, irgendwas ist eben immer. 🙂

Nepomuks Spielregal Regal nach Montessori

 

 

 

 

 

 

 

Leider hat sich in den letzten Wochen wieder ordentlich Spielzeug in den braunen Kisten angesammelt und durch das Ausräumen und Auflösen meiner ganzen Sachen bin ich dieses Wochenende gar nicht dazu gekommen, das Spielzeug auszusortieren.

Ich war nämlich voll busy, eh!

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Zeit des Loslassens

Schon letzten Samstag, als wir die Babykleidung von Nepomuk gespendet haben, war das emotionale Loslassen extrem anstrengend für mich. Gestern, als meine letzten 18 Jahre da so in den Kartons lagen, war es für mich noch etwas schwieriger. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich den selbstgebastelten Brief eines nepalesischen Mädchens in der Hand hatte, den sie mir damals in Kathmandu geschrieben hatte. Damals, 2010, vor dem großen Erdbeben. Ob sie wohl überlebt hat? Wie es ihr geht? Ein Brief den ich aufheben werde, dafür opfere ich zwei Fotoalben aus meiner Jugend. Bilder aus meiner Jugend berühren mich nicht und haben für mich rein gar keine Bedeutung.

Meine Erinnerungen an meine Reisen, die ich den letzten Jahren alleine gemacht habe: Kathmandu, New York, Peking, Hong Kong, Macau. Ich habe die Postkarten an Nepomuk weitergegeben. Die Stadtkarten auch. Jetzt kann er sie zerreißen und dann kann ich sie besten Gewissens wegschmeißen.

In Summe habe ich 90 Prozent der Sachen entsorgt, die wir am Samstagmorgen aus meiner Wohnung mitgebracht haben. Bis jetzt vermisse ich noch nichts. Die nächsten Dinge wie Bücher und DVDs werden wir über Momox verkaufen, Klamotten und Möbel spenden.

Es wird eine spannende Zeit. 🙂

 

2 thoughts on “Unser Wochenende: Montessori und Minimalismus

  1. Hey,
    schön, dass du wieder schreibst. Und dann noch so produktiv: 90% Entsorgungsrate nenne ich mal beeindruckend. Bin selber gerade dabei, meine Unterrichtsmaterialien und Schulbücher auszumisten, bevor ich im Dezember wieder anfange zu arbeiten. Bei jedem Ordner, der sich auf das dezimiert hat, was ich wirklich noch mal im Unterricht verwenden werde, bin ich stolz, mich vom Rest getrennt zu haben, auch wenn teilweise schöne Erinnerungen dran hängen. Bei zwei um mich herumwuselnde Kids und einem davon in momentan mäßig (nett ausgedrückt 🙂 ) laufender Kindergarteneingewöhnungsphase leider gar nicht so einfach. Umso mehr motiviert mich dein Post, trotzdem weiterzumachen.

    1. Hi Jana, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Mit 2 Kids ist so ein aufräumen ja nochmal mehr Herausforderung, als bei mir. Ich war auch überrascht, dass sich das Loslassen doch schon so vereinfacht hat, denn früher war ich auch froh, um jedes Blatt oder jedes Teil, von dem ich mich trennen konnte. So wie du sagst, ist es wirklich wichtig sich über jeden Schritt zu freuen und ich glaube, es ist manchmal besser kleinere Schritte zu gehen, als einmal unüberlegt Tabula Rasa zu machen und dann im „Rausch“ Dinge wegzuschmeissen, die man vielleicht noch braucht. 🙂 Ich glaube wir beide sind auf dem richtigen Weg. 🙂 Alles Liebe, Mareike

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