So verbringen wir die Krankheitstage

Nepomuk und ich sind nun seit Mittwoch zuhause. Der kleine Matz hat sich eine Erkältung mit Husten und Schnupfen eingefangen. Ich hatte am Mittwoch eine Zahn OP und laufe jetzt mit einer stark geschwollenen Wange durch die Wohnung. Freitagmorgen um 7 Uhr musste ich zur Nachuntersuchung und die Ärztin meinte, dass die Wange wegen Blutstau so angeschwollen ist und das es in 3 bis 4 Tagen besser werden sollte. Oh, man, das hoffe ich sehr, denn aktuell sieht es schon sehr freaky aus.

Für mich ist es das erste Mal seit September, dass wir beide wieder komplett zuhause sind und auch nicht die Möglichkeit haben an die frische Luft zu gehen. Nepomuk nicht, weil er erkältet ist und ich nicht, weil mir die Wange schmerzt und ich ihn keine vier Stockwerke nach oben tragen kann. Also müssen wir uns zuhause arrangieren und ich muss sagen, dass fällt mir nicht leicht. Ich bin nicht topfit und hätte am liebsten meine Ruhe. Und Nepo ist natürlich aufgrund der Erkältung auch etwas nörgelig.

Spiele für die Ruhe

Doch wenn man so zuhause ist und von morgens bis spät abends auf Sparflamme läuft, sind ruhige Dinge das beste. Nepomuk kennt sich in unserer Wohnung schon aus und weiß, wo wir seine Spiele aufbewahrt haben. Also lief er morgens zielgerichtet zur Schublade und sagte mir, dass er das Hammerspiel machen wollte. Es ist ein Spiel, dass wir letzten Herbst auf dem Flohmarkt der Emile Montessori Schule gekauft haben. Und so hämmerte er erst seine Räder und ich ließ ihn gewähren. Nach einer Weile bat er mich, ein Müllauto zu bauen, dann musste der Müllmann und die Mülltonne auch noch auf die Korkplatte und zu guter Letzt noch die Straße. Nachdem wir unsere freitägliche Müllabfuhrrunde absolviert hatten, wollte Nepomuk noch einen Zug und die Schienen dazu haben. Also bauten wir einen Zug mit ganz vielen Rädern. Fasziniert war ich von der Tatsache, dass Nepomuk für die Nägel nicht den Hammer benutzte, sondern die Nägel mit den Händen durch die entsprechenden Löcher steckte. Für mich erfordert das schon ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Feinfertigkeit, doch das ist neben Klettern wohl Nepomuks Steckenpferd.

Die Wiederentdeckung der Puzzle

Letzten Sommer war Nepomuk richtig im Puzzle-Wahn und wir kauften auf dem Flohmarkt fast alle Puzzle, die gut erhalten waren und die ähnlich diesem Beispiel hier gestaltet waren. Es sind keine wirklichen Puzzle, wie für Erwachsene, sondern die Puzzleteile haben bestimmte Formen, die auf der Pappe vorgestanzt sind.

Nepomuk hatte diese jeden Tag gemacht und über die letzte Flohmarktsaison hat sich schon einiges angesammelt. Wir hatten Flughäfen, Bahn- und Bauernhöfe oder die Europa- und Weltkarte, die wir gepuzzelt haben. Auch zwei Holzpuzzle habe ich letztes Jahr auf dem Flohmarkt erstanden. Irgendwann hatte Nepomuk keine Lust mehr auf Puzzle und wollte nur noch mit der Eisenbahn spielen. Seit er diese Woche krank ist, hat er jedoch die Liebe zu den Puzzles wiederentdeckt und wir machen die Puzzle immer abwechselnd gemeinsam oder ich schaue einfach nur zu.

Die letzten drei Tage haben wir also jedes Puzzle durchgearbeitet und ich muss sagen, dass es einige, gerade ältere Puzzle gibt, da hab ich mich schwer getan, die Formen richtig zuzuordnen. Vor einigen Wochen hat mir seine Bezugspädagogin in der Krippe erzählt, dass er an einem Vormittag alle Puzzle durchgemacht hat – von den einfachen Holzpuzzles bis hin zu den schwierigeren Puzzles mit bis zu 42 Teilen. Vielleicht liegt seine Begeisterung darin, dass ich die auch so toll finde. Es fällt mir leichter mit ihm die Puzzle zu bearbeiten, als stundenlang an der BRIO Eisenbahn zu sitzen und Züge durch die Gegend zu schieben. Ich finde Puzzle sind eine tolle Möglichkeit Zeit miteinander zu verbringen, gemeinsam an etwas zu arbeiten und einfach abzuschalten.

Auf dem Bild puzzelt Nepomuk gerade ein mehrschichtiges Holzhaus einer Bärenfamilie, dass ich auch auf dem Flohmarkt gesehen und gekauft habe.

Manchmal muss es einfach Plastik sein

Nachdem wir genug von Hammerspiel und Puzzle hatten, ging Nepomuk wieder zu seiner Schublade und deutete auf ein Steckspiel, dass ich letztes Jahr im Oktober auf einem Kinderflohmarkt hier in Haidhausen gekauft habe. Ihr merkt, ich bin ein großer Flohmarkt Fan und freue mich dort Sachen zu finden, die es vielleicht nicht mehr gibt oder die ich sonst nie entdeckt hätte. Dieses Spiel ist für ältere Kinder gedacht und besteht aus vielen Plastikteilen, die man zu einer Safari Szene zusammenstecken kann. Es gibt zwei Palmen, einen Jeep mit Anhänger, sowie jeweils ein Nashorn, Elefant, Giraffe und Löwe.

Ich fand das Spiel so toll, dass ich es damals spontan kaufte, obwohl es aus Plastik war und doch erst für ältere Kinder gedacht war. Schon damals war Nepomuk angetan und so erinnerte er sich just in diesen Tagen an das Spiel und wir bauten es gemeinsam auf. Das tolle an dem Spiel: Wenn Nepomuk nicht mehr mit den Dingen spielt, nimmt er alles auseinander und wir verstauen es wieder im Karton und dann in der Schublade.

Auch Mama braucht eine vorbereitete Umgebung

Mittlerweile wurde es 13 Uhr und Nepomuk wurde langsam müde. Ich bekam einen völlig unerwarteten, aber langersehnten Anruf vom Naturkindergarten Haidhausen und nun sind wir zu dritt nächsten Freitag beim Bauwagen hier in Haidhausen und werden uns das endlich auch mal von innen anschauen. Das war mein persönliches Highlight gestern. 😉

Als Nepomuk dann gegen 14 Uhr in den Mittagsschlaf versank, machte ich noch ein paar geschäftliche Mails, räumte die Wohnung etwas auf – soweit das eben im Krankheitsfall möglich ist und beschloss ein Projekt für das Wochenende vorzubereiten.

Ich bin ein großer Fan von der Wunderwerkstatt und dort habe ich eine Anleitung für ein Legespiel gesehen, in dem man Farben und Formen ganz wunderbar miteinander kombinieren kann. Die Quadrate, Rauten und Dreiecke hatte ich mir schon vor Weihnachten bestellt und nun nochmal meine Tuschefarben aufgestockt, sodass ich mich dieses Wochenende neben meinem Blog auch diesem Projekt widmen kann.

Da wir nur einen begrenzten Raum haben, habe ich mir alle Materialien zusammengesucht und sie auf einem Tablett platziert, sodass ich sie flexibel durch die Wohnung tragen kann. Hätten wir einen Hobbykeller würde ich wohl dort alles bereitstehen haben, aber hier mitten in München ist Platz teuer und wir müssen alles so gut wie möglich nutzen.

Jetzt brauche ich nur noch Ruhe und Muse, um mit diesen tollen Sachen zu beginnen. 🙂

Der ruhige und kurze Abend

Als Nepomuk wach wurde, habe ich mich kurz zu ihm gelegt und aufgrund der kurzen Nacht bin ich dann wirklich eingeschlafen und erst nach 30 bis 40 Minuten aufgewacht. In der Zeit hat Nepomuk schon fleißig mit seiner Safari gespielt und wollte dann auf die Eisenbahn wechseln. Ich bin dann aufgestanden und habe mit ihm eine einfache Bahnstrecke aufgebaut. So langsam ging es mit meiner Fitness wieder nach unten und ich musste wieder auf Schmerzmittel zurückgreifen, was mich immer fertig macht.

Den Abend haben wir zwei dann ruhig verbracht. Ich gebe zu, dass ich Nepomuk mit Pommes und Fischstäbchen gefüttert habe und er das ganz toll fand. Danach hat er noch am Spülbecken geputzt und zum Ausklang des Abends haben wir die Knete, die meine Schwester dem Kleinen zu Weihnachten geschenkt hat, zu Kuchen verabeitet. Mittlerweile kombinieren wir unsere Spiel- und Einrichtungsgegenstände so, dass sie auch für Nepomuk Sinn machen. So haben wir gestern aus Post its ein Feuer dargestellt und teile des Grimm Regenbogen waren der Ofen. So konnten wir tollen Kuchen backen.

Gegen 20:30 Uhr sind wir beide dann ins Bett gegangen und irgendwann zeitnah eingeschlafen. Ich fand den gestrigen Tag sehr entspannend, weil wir es geschafft haben uns gegenseitig auf einem ruhigen Level zu halten. Das hat super funktioniert und mich hat es riesig gefreut, dass wir lang vergessene Sachen wie der Hammerspiel oder die Safari Tour rausgekramt haben und damit eine tolle Zeit hatten.

Ich denke, dass ich manchmal doch keine so schlechte Mama bin, auch wenn Nepomuk schon bemängelt hat, dass ich zu wenig Zeit mit ihm verbringe – und das im Alter von 2,5 Jahren und knapp drei Monate nach meinem Wiedereinstieg als Teilzeitangestellte. 🙁

Jetzt wünsche ich mir nur noch, dass Nepomuk wieder gesund wird und das meine Wange wieder etwas abschwillt und die Schmerzen nachlassen.

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