So läuft der Fabi Kurs „Gemeinsam wachsen“

Nepomuk geht auf TuchfühlungEher durch Zufall bin ich bei der Fabi in München auf den Kurs „Gemeinsam wachsen – die Welt begreifen“ gestoßen.

Ich war von November bis Ende Januar mit Nepomuk in einem PEKiP Kurs. Da ich mit dem Kurs und der Leiterin nicht zufrieden war, habe ich mich nicht gleich für den Folgekurs angemeldet, sondern wollte in einen anderen PEKiP Kurs, zu einer anderen Leiterin. Dieser war aber überbucht, sodass ich erstmal auf die Warteliste gerutscht bin.

In der Zwischenzeit habe ich mich bei der FABI nach anderen Kursmöglichkeiten für Nepomuk umgeschaut und bin auf den Kurs „Gemeinsam wachsen“ gekommen.

Der Kurs trug die Überschrift: Gemeinsam wachsen – die Welt begreifen und wurde so beschrieben:

„Sie untersuchen alles begeistert mit Hand, Fuß und Mund. Wiederholungen werden bewusst eingesetzt. Die Kinder wollen „Bewirker“ sein. Sie möchten sich mit ihrer spannenden Umwelt vertraut machen, wollen sie begreifen, auf sie einwirken, Zusammenhänge und Regeln erkennen – und das selbstbestimmt. Es zu wollen, aber noch nicht zu können, macht es Kleinen wie Großen nicht immer leicht. Liebevoller Zuspruch fördert das Lernen. Informationen über die Entwicklungsschritte bereichern den Austausch.“

Nach meinen eher negativen Erfahrungen mit PEKiP hatte ich ehrlich gesagt keine allzu großen Erwartungen und dachte mir, dass es eben wie in PEKiP ein bisschen Chi-Chi gibt, aber was neues lernt man eh nicht. Als dann auch noch die erste Kurseinheit wegen Krankheit abgesagt wurde, hatte ich schon keine Lust mehr. 🙁

So verging also eine Woche und am 03. März standen Nepomuk und ich frühmorgens um 09:00 Uhr in der FABI in Neuperlach auf der Matte. Als wir die Trainerin, Britta Ebert, kennenlernten, ist bei uns sofort der Funke übergesprungen. Ich habe mich sofort wohlgefühlt und wusste, dass der Kurs super wird. Warum ich jetzt Britta sympathischer finde, als die ganzen PEKiP Uschis kann ich nicht sagen. Es ist so ein Bauchgefühl und mein Bauch irrt sich nie. Aber zurück zum Kurs.

Nach und nach kamen die Mamas mit ihren Kindern und ein Wiedersehen mit einer PEKiP Teilnehmerin gab es auch, was mich sehr gefreut hat. Gleich zu Beginn hat uns Britta über das Konzept von „Gemeinsam wachsen“ aufgeklärt und uns erzählt, dass es auf die Gedanken von Emmi Pikler aufbaut. Genau die Emmi Pikler, deren Bücher ist gerade lese und die die „Baby Variante“ von Maria Montessori bildet.

Abgrenzung zu PEKiP

Diese Kursreihe wurde speziell von der FABI vor ca. 10 Jahren ins Leben gerufen und gibt es, wie PEKiP, für das komplette 1. Jahr eines Baby. Das ist dann aber (Gottseidank) schon die einzige Gemeinsamkeit mit PEKiP. Während bei PEKiP das Baby als eine Art Dauerbaustelle und dezifitäres Wesen angesehen wird, verfolgt der Kurs „Gemeinsam wachsen“ eine respektvollere Umgangsweise mit dem Baby. Die Mütter nehmen sich hier bewusst zurück und lassen die Kinder Dinge versuchen und ausprobieren.

Meiner Meinung nach ist das viel intensiver und anstrengender, als ständig vor dem Baby rumzuhopsen und es zum „auf den Bauch drehen“ oder zum krabbeln zu animieren, wie ich es aus PEKiP gewohnt war und bin.

Der Kurs an sich

Nepomuk ertastet die WeltDen Babys bleibt zwar viel Raum für Erkundungen und erste Begegnungen, aber unorganisiert ist der Kurs noch lange nicht. Gleich in der ersten Stunde haben wir von Britta einen Zettel mit Kinderliedern bekommen, die wir nun jede Stunde vorsingen.

Bei der zweiten Kurseinheit erhielt jede Mutter ein Infoblatt über das Thema „Schlafen und Wachen“. Dort wurde unter anderem die Notwendigkeit des REM-Schlafes aufgeführt oder wie man eine gute Schlafumgebung vorbereitet. Nebenbei wurde auch noch das Schlafprogramm nach Ferber kritisch bewertet. Ich selbst halte rein gar nichts von Schlafprogramm und fand es erbärmlich, als vor einer Woche die PEKiP Leiterin einer Mutter erzählte, dass die ersten drei Nächte bei der Methode schlimm wären, aber danach würde sich das Kind schon dran gewöhnen. Als ich das gehört habe, musste mich echt zusammenreißen, um nicht zu sagen, dass sie mit ihren 80er Jahre Müll aufhören soll. Aber da war PEKiP endgültig für mich gestorben, aber das Thema werde ich mir in einem separaten Blogbeitrag vornehmen.

Zurück zum Kurs „Gemeinsam wachsen“: Ich finde die Kursleiterin macht sich wirklich Gedanken zu jeder Kursstunde. Zudem vermittelt sie uns viel Wissen und macht auf mich einen sehr kompetenten Eindruck.

Wenn man sich an Emmi Pikler erinnert und das man Babys immer mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen sollte, dann vermittelt das Kursleiterin Britta in einmaliger Weise.

Baby Kontakte und viel Tastsinn

Nepomuk auf KörperkontaktGanz toll finde ich, dass die Kleinen so frei miteinander rumturnen können. Ich finde auch die Mütter super, die das so mitmachen und ihren Kindern freien Lauf lassen. Nepomuk ist während der ersten halben Stunde überhaupt nicht bei mir, sondern turnt bei anderen Kindern rum. In der letzten Kurseinheit ist er tatsächlich zu einer anderen Mutter gekrabbelt und hat sich von ihr hochnehmen lassen. Dann hat er mich angeschaut, sich gefreut wie ein Schnitzel und ist dann wieder weitergekrabbelt.

Neben der sozialen Interaktion bekommen die Kinder auf viele Möglichkeiten Dinge zu testen. So gibt es verschiedene Matten mit verschiedenen Oberflächen, um den Babys zu zeigen, welche Variationen an Oberflächen es gibt.

Natürlich müssen wir aufpassen, dass sich die Kinder nicht aus Versehen gegenseitig verletzten oder das die Babys immer in Sicherheit sind, aber sonst sitzen wir nur da und beobachten die Kleinen. Das klingt jetzt sehr apathisch, ist aber wirklich toll. Zuhause sitze ich meist mit einer Tanne Tee im Wohnzimmer und beobachte Nepomuk beim spielen und erforschen. Das sagt mir mehr über ihn, als ich es bei einem „Animationsprogramm“ rausfinden könnte.

Mein Zwischenfazit

Vielleicht ist es noch zu früh für eine eindeutige Empfehlung, aber ich bin schon nach der zweiten Kurseinheit so von dem Kurs überzeugt, dass ich mich jetzt schon für den Folgekurs „Gemeinsam wachsen – Die Welt entdecken“ angemeldet habe. Ich fühle mich mit Nepomuk so richtig in diesem Kurs und mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich sehe, wie sehr es der Kleine liebt, mit anderen Babys zu spielen oder einfach nur rumzukrabbeln und Spielzeug in den Mund zu nehmen.

Ich lerne durch Emmi Pikler jeden Tag dazu und ich versuche meinen Sohn mit dem größtmöglichen Respekt zu begegnen, der mir möglich ist. Er ist mein Sohn, er ist ein Baby. Er ist keine Baustelle an der ich rumschrauben muss. Er allein bestimmt, wann er sich auf den Bauch dreht, wann er krabbelt, wann er schlafen möchte und wann er mit der Mama kuscheln möchte. Mein Job ist es ihm die Geborgenheit und Sicherheit zu geben, die er benötigt und ihm zu helfen zu einem Kind mit gesundem Selbstbewusstsein und einem guten Selbstwertgefühl heranzureifen.

 

 

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