Sind gemeinsame Kinderzimmer noch zeitgemäß?

Nachdem Nepo nun schon 14 Monate alt ist, haben wir uns doch schon Gedanken gemacht, ob und wann der richtige Zeitpunkt für ein zweites Kind wäre. Diese Gedankenspiele haben mich unlängst in eine Diskussion über gemeinsame Kinderzimmer hineinmanövriert.

Ich habe gemerkt, dass hier die Meinungen genauso auseinandergehen wie bei der Thematik „Familienbett“. Es gibt sicher kein richtig oder falsch und jeder muss für sich entscheiden, ob sich die Kinder ein Zimmer teilen oder nicht. Mich nervt nur, wenn Leute, die sich in ganz anderen Ausgangssituationen befinden plötzlich bemüht sehen, das gemeinsame Kinderzimmer mit der Beschneidung der individuellen Entwicklung zu verbinden.

Wenn ich in Hintertupfingen wohnen würde und die dortige Miete zahlen müsste, würde mein Kind 1 sicher auch im Ostflügel und Kind 2 im gegenüberliegenden Westflügel schlafen. Da wir aber (Gott sei Dank) in München leben und hier Wohnungssituation und Mietpreise auf einem sehr viel höherem Level liegen, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Option eines gemeinsamen Kinderzimmers zu vertreten.

Engen gemeinsame Kinderzimmer die individuelle Entwicklung ein?

Das ist für einige natürlich das absolute Killerargument gegen gemeinsame Kinderzimmer und wird meist von denen vorgetragen, die ihren Kindern das Laufen beibringen oder denken, dass nur Kinder die einen bilingualen Kindergarten besuchen, später Erfolg in Schule und Beruf haben werden.

Ich bin da ehrlich gesagt sehr optimistisch, dass sich ein gemeinsamer Spiel- und Schlafraum nicht wirklich negativ auf die Entwicklung eines Kindes auswirkt. Sicher gibt es immer Extremfälle, die ein gemeinsames Zimmer unmöglich machen, aber beim Großteil finde ich es im Gegenteil ganz praktisch, wenn Geschwister lernen auf engem Raum miteinander auszukommen.

Hierzu muss ich sagen, dass ich der Empfehlung der Psychologin aus dem Interview auf Immowelt.de folge und die Kinder altersmäßig nicht mehr als vier Jahre auseinander liegen sollten. Ich denke, wenn der Altersunterschied zu groß ist, wird es schwierig, denn welcher Neunjährige will sich gern seine Lego Konstruktion von einer Zweijährigen zertrümmern lassen.

Grenzen für ein gemeinsames Kinderzimmer

Neben dem Altersunterschied ist ein gemeinsames Kinderzimmer sicher auch nur eine Frage der Zeit. Sobald Nepo in die Schule kommt, müssten wir beobachten, ob er sich noch mit einem Geschwisterchen im Raum wohlfühlt, auch wenn es vielleicht nur zwei Jahre jünger ist. Spätestens mit zehn Jahren würde ich ihm ein eigenes Zimmer geben.

Gerade in der Pubertät finde ich ein gemeinsames Zimmer kontraproduktiv, wenn die Kinder in der Selbstfindungsphase keine Möglichkeit für einen Rückzug haben.

Aber wie so oft, ist alles eine individuelle Entscheidung, die nur von jedem einzeln getroffen werden kann.

Ideen für ein gemeinsames Kinderzimmer

Unabhängig der Tatsache, wo wir in drei Jahren leben werden und wie viel Kinder wir dann haben, musste ich mich doch schon mal schlau machen, welche Gestaltungsmöglichkeiten es für ein gemeinsames Kinderzimmer gibt. Ich finde Inspirationen gehen immer. 🙂 Und hier sind meine Top 3:

Gemeinsames Kinderzimmer - Idee 1

Quelle: Pinterest/Decorative Bedroom

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsames Kinderzimmer - Idee 2

Quelle: Pinterest/Decorative Bedroom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsames Kinderzimmer - Idee 3

Quelle: Pinterest/Decorative Bedroom

 

4 thoughts on “Sind gemeinsame Kinderzimmer noch zeitgemäß?

  1. Ich sehe das wie du: Ein gemeinsames Zimmer schadet in den ersten Jahren sicher nicht. Aber später braucht jeder einen Rückzugsort.
    Allerdings ist da natürlich die Frage, ob man bei der derzeitigen Mietsituation überhaupt eine Vier-Zimmer-Wohnung in München bekommt – zumal mit zwei Kindern. Unsere Vormieter haben im Wohnzimmer geschlafen, um jedem Kind ein Zimmer bieten zu können. Und ich will nicht nach Hintertupfingen ziehen.

    1. Liebe Larissa, da sagst du was: Ja die Wohnungssituation in München ist wirklich sehr heikel, wenn man sich eine 4-Zimmer-Wohnung für 2000 EUR nicht leisten kann. Lustigerweise habe ich heute in einem Kindertreff mit der Kursleiterin gesprochen und sie ist auch für ihr Kind ins Wohnzimmer gezogen. Mein Freund und ich habe das auch schon überlegt, spätestens wenn Kind 2 mal in Planung ist. Dann geben wir „unser Schlafzimmer“ auf und beziehen das Wohnzimmer, denn irgendwann braucht jedes Kind einen Rückzugsort, da gebe ich dir Recht. Und Hintertupfingen ist jetzt leider auch nicht so ganz meins. 🙂

  2. Hi Mareike,
    ich kann dir da nur zustimmen, ein gemeinsames Zimmer schadet in keiner Weise.
    Meine Mädels sind dreieinhalb Jahre auseinander und sind in einem gemeinsamen Zimmer aufgewachsen. Schwierig waren die Zeiträume wo die Große in die Pubertät kam und die Kleine gerne noch mit ihr spielen wollte, dann als die Kleine in die Pubertät kam und die Große in der Endphase der Pubertät war, als die Kleine dann den ersten Freund mit brachte der über Nacht blieb und die Große eigentlich bei ihrem Freund schlafen wollte aber dann doch in der Nacht nach haus kam und sie sich dann notgedrungen ins Wohnzimmer zum Pennen legen mußte 😀 der Krach am nächsten Tag war Riesig zwischen den beiden. Aber ich muß sagen so sehr die beiden sich auch mal Gefetzt haben so sehr lieben sie sich auch und haben bis heute ein sehr inniges Verhältniss. Was beide auch durch ein gemeinsames Zimmer gelernt haben ist das sie sehr gut Kompromisse eingehen können, sich in andere hineinversetzen können, mit wenig zufrieden sind.
    Seit sie beide nicht mehr zuhaus wohnen, beide sind jeweils mit 22J. ausgezogen, habe ich immer mal gefragt ob es eigentlich schrecklich war kein eigenes Zimmer gehabt zu haben und beide sagen nach wie vor das es bis auf oben genannte Situationen nicht schlimm war 🙂

    Man sieht also es ist kein Beinbruch wenn sich Kinder ein Zimmer teilen.
    Was vielleicht noch wichtig ist das jedes Kind seinen Bereich im Zimmer hat der für den anderen tabu ist. Das haben wir immer gut gelöst mit DIY denn von der Stange passte nie so wie wir uns das vorgestellt hatten.

    Liebe Grüße
    Aurelia

    1. Liebe Aurelia, ich glaube auch nicht, dass Kinder einen Schaden haben, wenn sie sich ein Zimmer teilen. Das es in der Pubertät schwierig war, kann ich gut nachvollziehen, denn da ist man als Kind eh schon etwas empfindlich. Es ist schön zu lesen, dass deine Kinder ein gemeinsames Zimmer nicht als schlimm empfunden haben. Sollten wir jemals zwei Kinder haben, dann ist schon klar, dass wir als Eltern ins Wohnzimmer ziehen und die beiden ihr eigenes Zimmer im Schlafzimmer haben werden. Alles Liebe, Mareike

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