08Mrz/16

Es ist wieder Zeit für eine Konsumauszeit

Heute habe ich beschlossen, dass es im April wieder Zeit für eine Konsumauszeit ist. Ich hatte diese ja schon im November gemacht und fand es eigentlich ganz toll. Doch irgendwie hat sich in den letzten Wochen wieder das Anhäufen von Dingen in den Alltag geschlichen.

Konsumauszeit im April 2016Gerade jetzt, wo wir wieder verstärkt in den Bereich Montessori gehen, merke ich, wie stark das doch mit unserem angestrebten Minimalismus kollidiert. Meinem Sohn Montessori Materialien anzubieten, ohne viel Geld auszugeben wird sicher eine Herausforderung für mich. Doch mit etwas Kreativität, der Unterstützung durch den Frühling und die kommenden wärmeren Tage werden wir sicher viel in der Natur finden, was wir zuhause gut nutzen können.

Was mich optimistisch macht

  • An Ostern sind wir bei meinen Eltern und die sind überzeugte Jäger und Sammler. Ich bin mir sicher, dass wir da tolle Dinge für Nepo finden werden, die wir zuhause in unsere vorbereitete Umgebung integrieren können
  • Der Frühling wird kommen und wir werden viel Zeit an der frischen Luft verbringen. Steine in die Isar werfen oder in den Isarauen spazieren gehen habe ich schon fest auf meiner Wunschliste
  • Im April werden wir auch an einem wöchentlichen Naturtreff teilnehmen, der von einem örtlichen Naturkindergarten angeboten wird. Der kostet nichts und wird Nepo und mir sicher viel Spaß machen
  • Sobald das Wetter mitspielt, wird es uns wieder in die Berge ziehen. Schon jetzt freue ich mich darauf, wenn wir zu dritt in der Natur picknicken und unser Vesper im Gras essen werden
  • Gerade habe ich unsere Bibliothek „leergekauft“. Aktuell haben wir ein paar Bücher in der Stadtbibliothek München angefragt und ein Teil wird wohl erst Ende März für uns zur Verfügung stehen. Für mich gibt es im April abends also genügend Stoff zum Lesen, sodass ich nicht auf die Idee komme Online Shops durchzuschauen.

Was für mich eine Herausforderung wird

  • Flohmärkte: Im April findet sowohl der riesige Flohmarkt auf der Theresienwiese statt, als auch mein geliebter Hinterhofflohmarkt in Haidhausen. Da wir gerade bei letzterem immer tolle Dinge zu sehr günstigen Preisen finden, werde ich hier wohl einen Jokertag einplanen.
  • Generell starten im April viele Feste und Ende April kommen meine Eltern zu Besuch. Aber ich denke, da werden wir sicher eine Lösung finden.
  • Ich hoffe nicht, dass ich im Frühjahr merke, dass ich letztes Jahr zu viele Sachen weggegeben habe und nun die Notwendigkeit sehe, mir neue Klamotten für wärmere Tage zu holen.

Heute bin ich noch sehr optimistisch, dass ich den April gut ohne „sinnlose“ Ausgaben überbrücke. Der November hat ganz gut funktioniert, auch wenn sich mein Konsumverhalten leider nicht nachhaltig verändert hat.

Nach dem der Kleine jetzt schon ganz schön an meinem Bein zerrt, werde ich mich hier mal kurz bzw. für die Nacht verabschieden.

Schlaft gut, Ihr Lieben!

 

08Mrz/16

Ein Gedicht für das gestresste „Zu Bett bringen“

Als ich in Kathmandu warVor einigen Tagen habe ich geschrieben, dass wir unseren Sohn nicht mehr ins Bett bringen, sondern er entscheiden kann, wann er ins Bett möchte. Auslöser für diese Entscheidung war ein Zeitungsartikel, den mir unsere „Miteinander wachsen“ Leiterin Silvia gegeben hat.

Letzte Woche gab sie mir noch zwei Gedichte, wovon eines mein früheres Dilemma mit dem „Zu Bett bringen“ sehr gut trifft.

Als ich die Zeilen las, dachte ich mir: Ja, genau das ist der Grund, warum du dein Kind ins Bett bringst und warum du erst ungeduldig und dann genervt bist, weil er nicht sofort schläft. Während ich bei ihm liege, bin ich mit den Gedanken schon woanders bzw. überlege mir, was ich tun möchte, wenn er schläft. Ich geniesse, wie so oft, nicht den Augenblick sondern springe gedanklich schon in die Zukunft und kann diese kaum erwarten.

Wenn ich jetzt im Bett liege, dann denke ich an gar nichts. Nepo spielt neben mir, erwartet aber nicht, dass ich mit ihm spiele. Mittlerweile lese ich abends ein Buch und geniesse einfach die Zeit der Ruhe und im hier und jetzt. Fast jeden Abend denke ich dabei an das Gedicht, dass ich hier nochmal abgetippt habe:

Alles zu seiner Zeit

Ein in Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt,

warum er trotz seiner vielenBeschäftigungen immer so gesammelt sein könne.

Er sagte:

Wenn ich stehe, dann stehe ich

wenn ich gehe, dann gehe ich

wenn ich sitze, dann sitze ich

wenn ich spreche, dann spreche ich …

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und

sagten: Das tun wir auch, aber was machst du darüber hinaus?

Er sagte wiederum:

Wenn ich stehe, dann stehe ich

wenn ich gehe, dann gehe ich

wenn ich sitze, dann sitze ich

wenn ich spreche, dann spreche ich …

Wieder sagten die Leute: Das tun wir doch auch.

Er aber sagte zu ihnen:

Nein,

wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon

wenn ihr steht, dann lauft ihr schon

wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel …

Aus dem Zen-Buddhismus

 

08Mrz/16

Mein temporärer Abgesang auf Brio und Matchbox

Am Wochenende haben wir uns temporär von einigen Spielsachen getrennt, die Nepo zwar lieb gewonnen, aber uns in den Wahnsinn getrieben haben. Das wir Spielzeug temporär wegräumen, obwohl Nepo mit diesem jeden Tag gespielt hat, mag für euch vielleicht herzlos klingen, für uns war es die letzte Rettung, um überhaupt nochmal Ruhe in unsere Wohnung zu bekommen.

Und das Alter spielt doch eine Rolle

Geht ihr bei den Spielzeugen streng nach der Altersvorgabe? Ich ehrlich gesagt nicht. Wenn ich es gut finde, dann hält bei uns auch Spielzeug der Kategorie 3+ schon mal Einzug. Den Vogel hat hier übrigens meine Mutter abgeschossen, die beim letzten Besuch 3M+ mit 3+ verwechselt hat und mit einem typischen Raschelbuch für Babies um die Ecke kam. Naja, das aber nur am Rande.

IMG_0716Im Dezember haben wir in dem Keller von den Eltern meines Freundes sein altes Spielzeug ausgeräumt. Darunter waren unendlich viele Playmobilspielsets, Matchbox Autos, eine knapp 40 Jahre alte Brio Bahn und und und. Während wir das Playmobil relativ schnell weggeräumt haben, entschieden wir, dass Nepo zu Weihnachten die alte Brio Bahn mit der Kombination einer neuen zu Weihnachten geschenkt bekommt. Mir ist aufgefallen, dass er im Café Glanz immer mit der Bahn spielte und da ganz versunken war, weshalb ich auch dachte, dass er die Brio Bahn lieben würde.

Das gleiche galt für die Matchbox. Aus einem „Komm wir schauen mal kurz, welche Autos ich früher hatte“, wurde ein „Jetzt packen wir die Autos in eine Kiste, damit sie immer schön für die zur Verfügung stehen“. Ergänzt wurde das dann auch noch durch meine grandiose Idee ein Parkhaus und nun ein Spielzeugteppich aus Karton zu basteln bzw. zu malen.

Sowohl die Brio Bahn, als auch Matchbox Autos werden immer mit einer Altersempfehlung von 3+ angeboten. Und das liegt nicht daran, dass sie so kompliziert sind oder so klein. Nein, das liegt daran, dass Nepo mit 18 Monaten schlichtweg zu klein ist, um sich Geschichten zu überlegen, die ausreichen, dass er allein mit der Bahn oder den Autos spielt. Natürlich kann er die Schienen schon selbst zusammen bauen, was sicher jedes Kind kann, wenn es ständig sieht, wie die Eltern oder Großeltern die Schienen zusammen basteln. Es ist schlichtweg Nachahmung, die er mittlerweile auch auf sein Puzzlebuch überträgt. Die Puzzle sind sehr groß und funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Schienen der Brio Bahn. Aber das nur so am Rande.

Verdammt auf die Rolle des Mitspielers ohne Rechte und ohne Ahnung

War am Anfang noch ein konzentriertes Spielen mit der Bahn und den Autos möglich, kippte das ganze nach einigen Tagen. Plötzlich musste ich immer dabei sein, aber richtig spielen durfte ich nicht. Wollte er, dass ich mit ihm die Brio Bahn aufbaue und spiele, durfte ich nur bestimmte Schienen verwenden. Weichen – nur er, Bahnübergänge – nur er, Tunnel und Brücken – nur er. Ich bekam nur die kurvigen Schienen und wehe ich wagte es mich an eine freie Weiche anzudocken. Boah, da wurde gleich alles zerstört und der Herr war beleidigt.

Bei der Kombination von alt und neu haben wir leider übersehen, dass ein neuer, motorisierter Zug nicht durch den alten, sehr schmalen Tunnel passt. Eine Flüchtigkeit die mich jeden Tag einholte und einen frustrierten Sohn mit sich brachte. Ich weiß nicht, wie oft er am Tag versucht hat mit dieser überbreiten Lok in den Tunnel zu fahren. Und warum ich nicht einfach diese scheiß E-Lok aus dem Karton genommen habe. Während ich also täglich neben der Bahn sitzen musste und irgendwie immer nur die gleichen Handgriffe machen durfte, sank die Bahn kontinuierlich in meiner Gunst.

Das gleiche galt für die alten Matchbox Autos. Am Anfang wollte er allein spielen und es war ihm ein großes Vergnügen sie aneinanderzureihen. Doch irgendwann war alleine spielen doof. Also bekam ich unzählige Male am Tag ein Auto in die eine Hand gedrückt und mit der anderen Hand wurde ich abwechselnd ins Wohnzimmer oder ins Schlaf- bzw. Spielzimmer gezogen, je nachdem wo die Parkgarage stand. Dann kam das gleiche Spiel wie bei der Bahn. Egal was ich machte, es war falsch bzw. blöd. Die Autos die Parkgarage runterfahren zu lassen – blöd, den Regenbogen von Grimm als Tunnel zu nutzen – blöd, die Autos einfach durch den Raum fahren zu lassen – ganz blöd. Ehrlich gesagt war ich einfach nur der Yogi, der neben ihm sitzen musste, ab und an ein Auto in die Hand gedrückt bekam und sonst eigentlich nichts machen durfte.

Auch das habe ich jetzt fast drei Monate mitgemacht und bin ehrlich gesagt so genervt, dass ich mich jetzt frage, warum wir die Sachen nicht schon früher weggeräumt haben.

Bahn und Matchbox – alles durchgespielt

IMG_1812Bei beiden Sachen merkt man jetzt deutlich, dass sie einfach durchgespielt sind. Wie mein Freund treffend gesagt hat: Es kommt nichts mehr, alles wurde von vorn bis hin bespielt und jetzt ist es nur noch Mist.

So kam es, dass ich am Samstag alles zusammengesucht und bis auf eine Handvoll Matchbox alles verstaut habe. Gerade bei der Brio Bahn bin ich mir sicher, dass wir sie ihm bald wieder anbieten werden. Aber mit nur ganz wenigen Schienen, ohne Tunnel und ohne die dämliche E-Lok.

Auch die selbstgebastelte Straßenkarte und das Parkhaus aus Karton, dass sich stolz seit Oktober behauptet hat, mussten gehen.

Was er am meisten vermisst.

Für mich war sehr interessant zu wissen, welches der weggeräumten Spielzeuge er denn am meisten sucht und uns signalisiert, dass da mal was da war. Tja, was soll ich sagen: Er vermisst nichts! Er hat jetzt die letzten Tage nicht einmal unters Sofa geschaut, wo früher die Bahn und die Straßenkarte waren. Sich kein einziges Mal suchend im Schlafzimmer das Parkhaus oder seine Kiste mit den ganzen Autos umgeschaut. Wir haben ihn beobachtet und nicht ansatzweise irgendwas gesehen, was darauf schließen lässt, dass er etwas lieb gewonnenes vermisst.

Gleichzeitig habe ich auch gemerkt, dass meine vorbereitete Umgebung für ihn zu viel ist bzw. aktuell einfach nicht passt. Er hat so lustlos und mechanisch sein Spielgeld in die Dose geworfen, dass ich mich überlegt habe, dass auch das Schütten einfach durch ist.

Wir haben jetzt beschlossen, dass er weniger angeboten bekommt und beobachten, wie er sich verhält. Durch die Neugestaltung seines Regals hat er sowieso immer Anregung und auch seine Spielküche findet jetzt mehr Beachtung. Da er noch etwas klein für die Küche ist, holt er sich jetzt immer seinen Anziehschemel aus dem Flur und nutzt das als Stufe, um besser auf die Kochfläche, an die Gewürze und vor allem an die Mikrowelle zu kommen.

Was allerdings für mich in den letzten Wochen am deutlichsten wurde, ist die Tatsache, dass wir wieder an die frische Luft müssen. Jahreszeitenbedingt und vielleicht auch aus Bequemlichkeit waren wir zwar jeden Tag draußen, aber meist nur kurz und Nepo war fast immer im Kinderwagen. Gestern verbrachten wir den Vormittag auf dem Spielplatz und wir genossen die Sonne und den strahlend blauen Himmel. Der Frühling kommt, das merken wir beide und wir freuen uns so drauf. 🙂

Heute vormittag ist allerdings erstmal wieder „Miteinander wachsen“ bei Montessori 21 angesagt. Habt einen wunderschönen Tag ihr Lieben, ich gönne mir jetzt erstmal einen Kaffee.

07Mrz/16

Heute vor einem Jahr wurde Nepo getauft

Oh mein Gott. Es ist der 07. März und heute vor einem Jahr wurde Nepo getauft. Ach, wie die Zeit rennt. Habe mir gestern mal die Bilder der Taufe angeschaut und bin immer wieder erstaunt wie viel Zeit seitdem vergangen ist.

So war es noch am 07. März 2015

Es war ein kalter, sonniger Samstag und unsere ganze Verwandtschaft war da. Es war eine tolle Feier mit vielen Geschenken. Obwohl wir uns all diese Geschenke gewünscht hatten, war dies doch ein Schlüsselerlebnis für unseren Weg Richtung Minimalismus.

Nepo Taufe Rückblick

 

Und so ist es heute, den 07. März 2016

Den ganzen Vormittag haben wir auf dem Spielplatz verbracht und Nepo ist das erste Mal alleine gewippt und allein gerutscht. Ich bin übrigens sehr stolz, dass sowohl die Matschhose, als auch der Overall aus Wolle vom Flohmarkt ist. Am Samstag finden wieder tolle Kinderflohmärkte bei uns in Haidhausen statt, dort decke ich uns dann wieder mit Klamotten für Frühjahr und Sommer ein.

Nepo auf Spielplatz

Wenn ich daran denke, dass wir vielleicht schon in sechs Monaten mit der Eingewöhnung der Krippe beginnen, dann wird mir ganz bang. 🙂

 

 

 

07Mrz/16

Buy Local: Neueröffnung von The Organic Beauty Store in München

IMG_1318 Heute war bzw. ist ein toller Tag! Nicht nur, dass Nepo und ich eine tolle Zeit auf unserem Stammspielplatz am Wiener Platz hatten, nein ich habe heute auch durch Zufall einen wunderschönen neuen Laden entdeckt. Im Hinterkopf hatte ich „The Organic Beauty Store“, kurz tobs, schon ein paar Tage, aber erst heute habe ich es in den Laden geschafft.

Ich hatte gerade ein Brezel für Nepo gekauft und wollte eigentlich nur etwas Zeit vertreiben, bis wir in „Die plastikfreie Zone“ gehen konnten, der erst um 11:00 Uhr aufmacht, da sah ich im Vorbeigehen den gerade erst neueröffneten Beauty Shop. Da die Tür auf war, sind wir zwei spontan samt Kinderwagen reingehopst.

Der erste Eindruck war eher was für die Nase. Ich bin sehr stark auf Gerüche fixiert und muss sagen, dass es bei tobs wirklich super riecht. Nicht so extrem wie zum Beispiel bei LUSH, sondern eher wie bei Rituals. Für mich also wirklich ein Traum. Die Verkäuferin, die gerade den Laden aufgemacht hatte, war gleich auf den ersten Blick super freundlich und lud mich ein mich einfach umzusehen.

 

Die Idee hinter dem Laden

IMG_1325Da wir die einzigen Kunden im Laden waren, kamen wir schnell ins Gespräch. Ich fragte, ob das eine Kette wäre. Die Verkäuferin meinte nein, den die Inhaber würden den Friseurladen auf der anderen Straßenseite betreiben und wollten hier etwas neues ausprobieren.

Es gibt ja nun schon einige Läden die Biopflegeprodukte anbieten, aber die Marken die es bei tobs gibt, waren mir bis heute noch total unbekannt. Sicher kenne ich einige Labels, aber das sind eben die, die man bei Basic oder Alnatura findet. Tobs geht hier aber noch einen Schritt weiter und setzt auf internationale Marken, die nicht nur Bio und zertifiziert sind, sondern auch noch Hightech. Ich als Geek finde Hightech ja immer super und freue mich, wenn ich mal was anderes als Lavera oder Dr. Hauschka sehe.

Was gibt es da denn für tolle Produkte?

IMG_1314Es spricht wohl schon einiges für mich, wenn das erste, was ich in die Hand nehme Schokolade ist. Ja, ich gebe es zu: Ich bin süchtig nach Schokolade und zwar nach neuer Schokolade. Die Marke Antidote habe ich noch nirgends gesehen. War klar das ich mir das gleich genauer anschaue. Meine Wahl fiel auf „Coffee + Cardamon“ und „Raw 100% Cacao with crunchy Nibs„. Während ich hier schreibe, ist die Kardamon Schokolade leider schon leer.

Nachdem ich also die Schokolade schon mal gesichert hatte, musste ich mich einfach noch weiter umschauen. Organic und Hightech war so faszinierend für mich. Neben der Schokolade wurde ich dann noch bei der Seife fündig. Ja, wir sind wieder umgestiegen auf die gute alte Seife. Mögen sich andere mit Mineralölen und Tensiden einschäumen, wir nicht mehr.

IMG_1323Ich roch an einigen Seifen von Lederhaas und verliebte mich spontan in die Seife mit dem wundervollen Namen „Heinrich“. Ich muss dazu sagen, dass ich ein Fan von Verbene, Bergamotte und Ingwer bin. Also eins von den drein war sicher drin, in diesem Fall war es Bergamotte.

Preislich bewegen wir uns natürlich in einem höherem Level als bei dm auf der anderen Straßenseite, aber ich finde das okay. Für die Schokolade bezahlte ich 5,50 EUR pro Tafel und für die Seife stolze 12,00 EUR. Naja, eigentlich habe ich noch einen „Neueröffnungsrabatt“ von 10% bekommen, den muss man dann jetzt einfach von den Beträgen abziehen.

Von der netten Verkäuferin habe ich dann auch noch zwei Proben mitbekommen. Einmal die „Honey & Jasmine Mask“ und die „Enzyme Peel Mask“ – beides von The Organic Pharmacy. Meine gestresste Mamihaut freut sich auf jeden Fall.

Im Hinterkopf werde ich sicher die Kosmetikprodukte von „und Gretel„, sowie die Algenprodukte von Voya behalten.

Für mich war der Besuch ein tolles und entspanntes Erlebnis. Nepo war auch sehr relaxt, weil glücklich seine Brezel mampfend. Mein Fazit also: Wir kommen wieder.

Nach dem Besuch bei tobs ging es für uns dann direkt weiter zur „Plastikfreien Zone“ – buy local, ihr versteht. 🙂

tobsMunich

Bevor ich es vergesse: Ich stand da nicht wild fotografierend im Laden. Die Bilder hat mein Narrative Clip gemacht. Ein herrliches Gerät.

 

 

06Mrz/16

Minimalismus: Unser reduziertes Schlaf- und Spielzimmer

Wir leben hier in München ja in einer Zwei-Zimmer-Dachgeschoss-Wohnung auf 66 qm. Das bedeutet, dass jede Neuanschaffung eines Möbelstücks eine Kettenreaktion nach sich zieht und am Ende ein anderes Möbelstück die Wohnung leider wieder verlassen muss. Ich wünschte mir ich wäre bei manchen anderen Sachen auch so konsequent wie bei den Möbeln. 🙂

Als wir vor ein paar Wochen für Nepo ein Floor Bed kauften, war klar, dass auf Dauer im Schlafzimmer eine der beiden Kommoden verschwinden muss. Während meine Eltern zu Besuch waren, nutzte ich die Gelegenheit und räumte die Kommode komplett leer und das was ich noch behalten wollte, in die Kommode von meinem Freund. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich mal eine Kommode mit meinem Freund teile und auch nur eine Schrankseite belege, dann wäre das für mich unvorstellbar gewesen. Doch da wir letztes Jahr schon so viel Ballast weggeworfen haben, war das umräumen wirklich kein Ding mehr.

Freitag kam die Kommode weg

Und so stand die Kommode fast einen Monat in unserem Schlafzimmer rum – leer und unbenutzt. Da mein Freund am Freitag den Nachmittag frei hatte, entschieden wir uns die Kommode zum Wertstoffhof zu bringen. Wir wohnen im 4. OG ohne Aufzug und am Stück hätten wir sie nie runtertragen können, weil Nepo sonst hätte allein in der Wohnung sein müssen. Also baute mein Freund sie auseinander und ich brachte sie Stück für Stück in die Tiefgarage. Mein Freund und Nepo machten sich derweil fertig und los ging es zum Wertstoffhof. Für Nepo war das ne ganz coole Sache, denn die Leute in Orange sind seine Helden und der Wertstoffhof war voller Männer in Orange. Dazu noch die riesigen Container in denen unendlich viel Müll landete. Wir nutzten die Zeit und schauten in die großen und kleinen Container, schauten den Pressen zu, wie sie Holz zerdrückten und wo der ganze Bauschutt landet. Irgendwann hatte mein Freund das Auto leer geladen und wir waren wieder um ein Möbelstück leichter.

Wieder zuhause stellten wir Nepos Bett, das ja immer noch an meiner Bettseite hing, an die Wand und zwischen ihn und mir einen Kubus, der eine Art Trennung darstellt. Für viele mag die Tatsache etwas befremdlich sein, dass wir alle drei Betten haben, die nur aus einem Lattenrost und einer Matratze bestehen. Aber für uns ist es perfekt und ich würde immer wieder für ein Kind diese Art von Bett wählen, weil sie dann schon ab den ersten Tagen bis weit ins Schulalter darin schlafen können – ohne Gitter, ohne Angst vor schweren Stürzen und mit viel Bewegungsfreiheit.

Samstag waren die Spielboxen fällig

Natürlich schlief Nepo die Nacht nicht in seinem Bett, sondern in unserem. Aber für mich war das Umstellen schon mal ein Segen. Ich habe jetzt so etwas wie einen Nachtisch und kann im Bett entspannt ein Buch lesen, während Nepo sonst wo in der Wohnung rumturnt oder vor dem Bett mit seinen Autos spielt. Tagsüber sitzen wir übrigens gern auf seinem Bett, spielen mit seinen Stofftieren, die jetzt wieder den Weg ans Tageslicht gefunden haben oder kuscheln einfach nur.

Obwohl wir mit dem Schlafzimmer schon gut unterwegs waren, gab es immer wieder Baustellen, die einfach nicht fertig wurden. Dazu gehörten auch die Aufbewahrungsboxen in Nepos Spielregal. Dort landete in der Hektik des Abends immer alles, nichts war geordnet und keiner hat mehr durchgeblickt, was wo hin soll. Zudem zog Nepo immer die Boxen hervor und holte sonst was daraus, aber nie etwas, mit dem er allein spielen konnte.

Als wir am Dienstag das Gespräch bei Montessori 21 hatten, viel mir wieder auf, wie schön es wäre, wenn es überhaupt keine Boxen, sondern einfach nur wenige, ausgewählte Dinge gäbe, die in den Boxen stehen würden. Damit die Erzieher die Ordnung jederzeit wieder herstellen können, wurden die Materialien in den Regalen fotografiert und jedes Foto zeigt, wo etwas zu stehen hat. So konnte ich am Dienstagabend mithelfen, alles wieder zurück zu räumen. Auf dem Heimweg meinte mein Freund das er diese Art von Ordnung sehr gut findet, weil er bei unseren Boxen überhaupt nicht durchblickt. Also beschloss ich am Wochenende diese Boxen aufzulösen.

Schon am Mittwoch hatte ich begonnen alle Montessori Materialien in einen Schrank zu räumen, um alles auf einmal rausnehmen zu können. Sodass ich gestern nur noch eine kleine Auswahl treffen und mich entscheiden musste, was jetzt in das Regal kommt und was, ja so ist das Leben nun mal, in den Keller.

Nepos Regal mit Boxen

Nepos Regal mit Boxen

Damit Nepo davon nichts mitbekommt, habe ich mir schon im Vorfeld überlegt, was ich gern in das Regal packen würde und nach welchen Kriterien ich vorgehen möchte:

  • Holz vor Plastik (sorry Fisherprice)
  • Pro Fach maximal drei verschiedene Teile, die einen ähnlichen Spielzweck haben
  • Maximal zwei „Produktgruppen“, die eine größere Anzahl von Teilen erlauben und in Körben organisiert sind
  • Bücher und Stofftiere kommen extra
  • Utensilien für die Spielküche haben ebenfalls nichts in dem Regal zu suchen

Und so sortierte ich gestern Vormittag aus und um. Da ich Nepo ja nun oft eine Umgebung vorbereite, konnte ich testen, welche Dinge er oft probierte und welche ihn so gar nicht interessierten bzw. welche er einfach durchgespielt hatte. Das umräumen ging viel schneller als gedacht und hier sind nun die acht Fächer und die entsprechenden Spielsachen die es in den „Recall“ geschafft haben:

  • Linkes Fach (oben): Der Regenbogen von Grimm ist der ewige Klassiker in Nepos Spielzimmer. Bis jetzt spielt er moderat mit ihm, trotzdem bin ich der Meinung, dass er einfach ins Regal gehört.
  • Linkes Fach (unten): Hier ist die erste Produktgruppe in Form von Tieren. Nepo liebt die Bauernhoftiere, sodass wir jetzt einfach alle Tiere in eine Rattanbox getan haben. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass wir erst ein Tier von Schleich haben. Der Rest ist No Name bzw. sind es tollte Holzfiguren vom Flohmarkt.
  • 2. Fach von links (oben): Hier sind drei verschiedene Dinge, die das Stapeln und unterschiedliche Farben zu eigen haben. Da gibt es einmal den Stapelturm von Goki, zum anderen Becher von Gowi und ein Set, dass ich 2014 bei dm gekauft habe.
  • 2. Fach von links (unten): Hier habe ich zwei Spielzeuge ausgewählt, die zu Weihnachten entweder noch zu schwer waren oder die Nepo nie wirklich beachtet hat. Einmal ersetzt das Holzsteckspiel eine Plastikversion von Fisherprice, die Nepo nun durchgespielt hat. Der Holzzug fand bis gestern bei Nepo keine Beachtung, das änderte sich schlagartig als er im Regal stand und seitdem spielt Nepo mit ihm.
  • 3. Fach von links (oben): Hier sind die klassischen Steckübungen, bei denen ich aber langsam das Gefühl habe, das sie Nepo langweilen. Wir haben ihm ein Beutel mit Spielgeld gekauft. In eine alte Mokkadose habe ich dann einen Schlitz geschnitten und er kann das Geld durch den Schlitz in die Dose werfen. Das gleiche dann auch nochmal für Korken, aber beides findet er mittlerweile nicht mehr spannend.
  • 3. Fach von links (unten): Da liegt nun sein Xylophon, ein Rasselball aus dem Weltladen und ein Schellenkranz aus dem wundervollen Laden „Holzwurm“ in Augsburg.
  • Rechtes Fach (oben): Ja, da sind nur noch ein paar Autos in einer Rattanbox übrig geblieben. Daneben noch ein Holzlaster mit einem Holzbagger, den meine Eltern auf dem Flohmarkt gekauft haben.
  • Rechtes Fach (unten): Hier sind seine Werkzeugkoffer. Einmal der Werkzeugkoffer von IKEA aus Plastik und ein etwas älteres Modell aus Holz, dass wir letztes Jahr beim Flohmarkt gekauft haben.

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Wie Nepo dieses Regal nun annimmt, darüber kann ich noch nichts sagen. Aber ich bin sehr froh, dass wir jetzt für ihn in unserem Schlafzimmer einen klaren Bereich haben, der ihn vor Reizen nicht überflutet.

Seine Küche haben wir dann auch gleich umgeräumt und etwas anders gestaltet, worüber er glaub ich ganz froh ist. Sein „Backofen“ ist jetzt leer, da ich seine Töpfe in eine separate Kiste gepackt habe, die direkt unter der Küche zu finden ist. Ob er jetzt öfters mit der Küche spielt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Weitere Pläne fürs Schlafzimmer

Mit der Umgestaltung ist das Schlafzimmer jetzt erstmal für eine Weile versorgt. Sobald der Frühling den Weg nach Deutschland findet, werde ich noch ein paar Winterklamotten aussortieren und wieder etwas Platz schaffen.

Danach ist wahrscheinlich die größte Umstellung die, die wir vornehmen müssen, wenn Nepo sein Rückzugsgebiet benötigt und wir ins Wohnzimmer ausziehen müssen. Die Suche nach einer größeren Wohnung ist für uns aktuell keine Option, denn größere Wohnung bedeutet mehr Miete, bedeutet höher Fixkosten und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit in irgendwelchen Hamsterrädern festzusitzen.

Doch über diesen „Auszug“ mache ich mir aktuell keine Gedanken, denn das kommt früh genug. Ich selbst muss jetzt erstmal die Baustelle „Bad“ anpacken, denn da ist wirklich Handlungsbedarf erforderlich.

Wie seht ihr das? Ab wann braucht Nepo seine Privatsphäre in Form eines eigenen Zimmers? Ist es im Alter von drei Jahren zu spät oder vielleicht zu früh?

06Mrz/16

Warum ich meinen Biorhythmus anpasse

Nachdem ich viele Wochen hatte, in denen ich abends total kaputt ins Bett gegangen bin und eigentlich überhaupt nichts mehr auf die Reihe bekommen habe, entschloss ich mich vor wenigen Wochen wieder meinen Biorhythmus anzupassen bzw. dahin zu bringen, wo er früher war und damit auch eigentlich hingehört.

Die Ruhe und Kraft des Morgens

Ein Muss: Kaffee am Morgen

Ein Muss: Kaffee am Morgen

Ich war schon immer die Lerche und für mich war es immer leicht früh aufzustehen und die Ruhe des Morgens zu nutzen. Im Büro war ich meist zwischen 07:30 und 08:00 Uhr, somit hatte ich mindestens eine Stunde um in den Tag zu starten, Mails zu bearbeiten und mich auf Meetings vorzubereiten. Das ich diese Ruhe brauchte und brauche ist wohl auch ein Ding aus meiner Hochsensibilität. Denn das war im Büro super funktioniert hat, brauche ich auch zuhause.

Es bringt mich in Panik, wenn ich zeitgleich mit Nepo aufwache. Die Tatsache, dass ich weder mich noch irgendwas anderes vorbereitet habe und jetzt voll für ihn da sein soll, hat mich ganz nervös gemacht und diese Nervosität hat sich natürlich auf Nepo und damit auch auf unseren Tagesablauf ausgewirkt.

War ich aber früher wach, konnte die Zeit für mich geniessen, im Sommer auf dem Balkon meinen Kaffee trinken oder jetzt am frühen Morgen Sport machen, dann hat mir das Kraft und Energie für den ganzen Tag gegeben. Nachdem ich also viele Woche damit vergeudet habe, abends auf der Couch zu hängen und mir ein Hobby zu suchen und dann doch zu merken, dass ich weder Kraft, noch Lust habe, auf irgendwas, beschloss ich, meinen Wecker erst auf 05:30 Uhr zu stellen und jetzt auf 05:00 Uhr.

Morgens um 05:00 ist die Nacht vorbei

Ich kann mir gut vorstellen, dass einige von euch mich schlichtweg für bescheuert erklären, wenn ich freiwillig früh um 05:00 Uhr aufstehe – im dunklen, kalten Winter. Ich kann das auch verstehen, aber für mich ist es dann schlicht einfach Zeit die Nacht zu beenden. Heute ist zum Beispiel Sonntag und ich war um 03:30 Uhr wach, hellwach. Also bin ich aufgestanden, habe meine Laufsachen angezogen, die Küche gelüftet und nun koche ich mir gerade Kaffee, der mir morgens und allein besonders schmeckt. 🙂

Zufälligerweise habe ich gerade einen Artikel auf mymonk gefunden, der eben auch die Vorteile des frühen Aufstehens proklamiert. Da wird von Kreativität, Selbstdisziplin oder Klarheit gesprochen und auch ich kann das unterstreichen. Welcher „normale“ Mensch ist auch um 05:00 Uhr schon wach und nervt einen. Ich kann hier an meinem Rechner sitzen, diesen Beitrag schreiben und nebenbei wabert mir der köstliche Geruch von frisch gebrühtem Kaffee um die Nase. Ich weiss, dass noch einige Stunden vergehen werden bis die beiden aufstehen und das ich in knapp 1,5 Stunden zum Laufen gehen werde, vor allem aber weiss ich, dass es absolut richtig war um 03:30 Uhr aufzustehen, auch wenn das schon sehr früh für mich ist.

Nicht jeder ist eine Lerche

Trotz aller Begeisterung für den frühen Start in den Tag muss ich immer berücksichtigen, dass jeder Mensch seinen eigenen Biorhythmus hat. Aus meinem Freund würde ich nie eine Lerche machen, denn er ist eine Eule. Er kann bis spät abends am Rechner sitzen oder aktuell ein Buch lesen ohne müde oder erschöpft zu sein. Sicher gab es in der letzten Zeit Abende, da lagen wir zwei um 20:00 Uhr im Bett und Nepo war der einzige, der noch nicht ins Bett gefunden hatte. Nachdem wir ihn ja auch nicht mehr ins Bett bringen, ist uns das aber gleich, ob er im Schlafzimmer vor unserem Bett mit seinen Autos spielt, denn es ist klar, dass er nicht wirklich viel später zu uns ins Bett gekrabbelt kommt, sich quer legt und dann wohlig einschläft.

Ich bin sehr froh, dass mein Freund eine Eule ist und mit Nepo gerade am Wochenende ausschläft. Selbst unter der Woche stehen beide nich vor 07:30 Uhr auf und wenn sie dann den Weg aus dem Bett finden, habe ich den Großteil dessen, was ich machen wollte, schon erledigt.

Energie durch Kaffee und gesunde Ernährung

Ohne gehts nicht mehr: Chemex

Ohne gehts nicht mehr: Chemex

Ich muss zugeben, dass ohne Kaffee bei mir morgens rein gar nichts geht. Schon gar nicht, seit wir von der Senseo Maschine auf das manuelle Brühen mit Chemex umgestiegen sind. Es hat mittlerweile etwas von einem Ritual den Kaffee von Hand aufzubrühen, auch wenn es länger dauert, als nur den Knopf einer Maschine zu drücken.

Dass ich morgens so fit wäre, wenn ich noch meine kohlenhydrat- und zuckerreiche Ernährung hätte, wage ich zu bezweifeln. Nachdem ich Vegan und Rohkost im letzten Jahr getestet habe, pendle ich nun zwischen Paleo und ketogener Ernährung.

Alle vier Ernährungsweisen war das Reduzieren von Weißmehl, Zucker und Alkohol gemein, was dazu führte, dass ich generell viel mehr Energie hatte, als früher. Neben der Ernährung habe ich für mich entschieden, dass Kaffee schwarz, mit einem Esslöffel Kokosöl, einem Teelöffel MCT Öl und einer guten Prise Zimt am besten schmeckt. Ja, die Energie schiesst wirklich ins Blut und wenn ich dann um 06:00 Uhr ins Fitnessstudio laufe, ist mein Körper auf Hochtouren. So etwas kannte ich früher gar nicht und jetzt will ich es nicht mehr missen.

Früher Morgen, kurzer Abend

Ich hatte vor kurzem geschrieben, dass wir Nepo nicht mehr ins Bett bringen und das ganze „Ins-Bett-Bringen“ sehr entspannt sehen. Das ist immer noch so und ich finde es nicht schlimm, wenn ich mich zwischen 20:00 und 21:00 Uhr ins Bett verabschiede. Mittlerweile ist Nepo das gewöhnt und ich kann im Bett sogar noch ein Buch lesen. Meist bekomme ich dann gar nicht mehr mit, wann ich eingeschlafen bin, wann Nepo eingeschlafen ist oder mein Freund ins Bett kam.

Heute Nacht weckte mich Nepo auf, weil er auf dem Boden saß und mit seinen Autos spielte. Ich war der festen Überzeugung, dass es morgens um 07:00 Uhr sein musste. Als ich aufstand, war mein Freund am Rechner und im Haus gegenüber war noch Licht zu sehen. Es war erst 23:50 Uhr, mein Freund hatte noch gar nicht geschlafen und bei Nepo weiß ich es ehrlich gesagt nicht. Aber ich glaube er hat zwischendurch geschlafen. Nun ja, kurz darauf haben wir alle wieder geschlafen und bis jetzt bin nur ich wach.

Ich denke gerade das mit dem frühen Schlafen muss jeder für sich entscheiden. Ich für mich bin damit ganz glücklich, da meine Abende eher immer nur ein langsames dahinsiechen waren, da mir für alles einfach die Kraft und Lust fehlte.

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, wie er seinen Tag und seine Nacht gestaltet. Ich habe für mich gelernt, dass ich einfach kein Mensch bin, der abends noch irgendwas produktives machen kann und mir einfach nur den Rotwein reinzuballern in Erwartung geistiger Höhenflüge, dafür bin ich einfach schon zu alt und zu gesundheitsorientiert. Ich bewundere ehrlich die Mütter, die abends noch nähen, bloggen oder backen können und frage mich immer, wo sie die Energie hernehmen. Das sind dann aber wahrscheinlich die Mütter die nur den Kopf schütteln können, wenn sie lesen, dass ich um 05:00 Uhr freiwillig aus dem warmen Bett hüpfe und in den Sport gehe oder die Küche aufräume. 🙂

Jetzt ist es kurz vor 05:45 Uhr, ich werde meinen Kaffee trinken und später laufen gehen. Habt einen wunderschönen Sonntag ihr Lieben.

Mareike

 

 

05Mrz/16

Meine Woche: Von Traumkrippe bis Wiedereinstieg ins Berufsleben

Diese Woche war eine gute Woche. Mittlerweile bin ich sehr viel entspannter was das Thema „Kinderkrippe“ für Nepo anbelangt. Noch immer ist eine Montessorikrippe für uns ein Muss, doch nun glaube ich, dass wir es wirklich schaffen könnten. Zudem war ich gestern das erste Mal seit über 1,5 Jahren bei meinem Arbeitgeber und wir haben über meinen Wiedereinstieg Mitte Oktober gesprochen.

Kennenlerngespräch bei Montessori 21

Am Dienstagnachmittag waren wir drei (mein Freund, Nepo und ich) beim Kennenlerngespräch in meiner absoluten Wunschkrippe, Montessori 21. Nepo und ich kennen die Krippe bzw. das Kinderhaus schon, denn wir sind dort jeden Dienstag im „Miteinander wachsen“ Kurs.

Im Gegensatz zum Budenzauber gab es dort keinen Infoabend, sondern wirklich ein Gespräch mit Barbara, die das Kinderhaus leitet und Gabi, der „Geschäftsleitung“ von Montessori 21 hat. Damit Nepo auch seinen Spass hatte, fand das Gespräch gleich mitten in der Krippe statt. Die Kinder und Erzieher waren schon weg und Nepo konnte sich alles anschauen. Er fühlte sich sofort wohl, spielte mit Autos, lief über die Hengstenberg-Rampe, holte sich verschiedene Montessori Material und war voll im Entdeckermodus.

So konnten wir in Ruhe mit den beiden sprechen. In Ruhe ist für mich als Hochsensible natürlich sehr optimistisch formuliert. Ich muss zugeben, dass solche Gespräche für mich immer sehr anstrengend sind, weil Körper und Geist komplett in Alarmbereitschaft sind. Mir schwirren tausende Gedanken im Kopf, ich überlege mir Formulierungen, versuche in der Mimik und Gestik meines Gegenübers zu lesen, was er von mir denkt und wie wir ankommen. Ich hoffe, dass Nepo mich nicht wieder irgendwo hinziehen will, verarbeite Gerüche, Eindrücke und merke, dass mir total heiß und kalt ist. In solchen Situationen bin ich so froh, dass mein Freund dabei ist, denn ich befürchte dann immer vor lauter Reizüberflutung irgendwas zu überhören, zu übersehen oder vergessen nachzufragen.

Doch bei dem Gespräch lief alles super. Barbara und Gabi waren so nett, so entspannt und einfühlsam, dass selbst ich als Hochsensible ein Gefühl der Entspannung gemerkt habe. Ich fühlte mich total wohl und es wurde ein tolles Gespräch. Ich kannte ihr Konzept ja schon und trotzdem konnte ich noch so viel von ihnen mitnehmen. Mein Freund war begeistert, wie sie mit Nepo gesprochen haben. Er meinte, er hat sowas noch nie erlebt. So entspannt, unaufgeregt und freundlich. Das hat ihn, glaube ich, komplett umgehauen und uns auch für zuhause nochmal mehr in Richtung Montessori gelenkt.

Zudem war es super, zu wissen, dass wir ähnlich ticken, wie die Pädagogen bei Montessori 21. Na klar, wenn man sich für Montessori interessiert, dann kennt man die Gedanken vom inneren Bauplan und weiss, wie wichtig Beobachtungen sind. Aber das dort auch, wie bei uns zuhause, die Kinder in einem Floor Bed schlafen und das sich eine Pädagogin mit dazu legt, wenn ein Kind nicht schlafen kann, war für mich bei einer Krippe neu. Auch dass sie kein Töpfchentraining machen oder gar von uns erwarten, dass Nepo trocken ist, finde ich gut.

Was ich besonders gut finde, ist die Tatsache, dass die Kinder eine Terrasse bzw. einen kleinen Garten für sich haben. Für uns ist wichtig zu wissen, ob Nepo von allein viel nach draußen geht oder doch lieber drin bleibt, denn wir hatten überlegt, ob er nicht mit drei Jahren in einen Naturkindergarten gehen soll. Stellt sich heraus, dass er nicht wirklich viel draußen ist, dann brauchen wir solche Überlegungen gar nicht erst anstellen. Ich selbst möchte jetzt auf jeden Fall immer donnerstags zu einem Naturtreff mit ihm gehen, der von Eltern eines Naturkindergarten organisiert wird. Der ist immer am Nachmittag, dauert zwei Stunden und ich denke, dass uns beiden die Zeit im Wald gut tut und mir Inspiration für eine Zeit nach dem Spielplatz bringt.

Ja, diese Krippe wäre unser absoluter Favorit von allen anderen Institutionen. Eine feste Platzzusage ist allerdings erst ab dem 7. April möglich, da dann die Stadt München die Kinderkrippen anweist ihre Zu- oder Absagen an alle interessierten Eltern zu verschicken.

Gespräch mit meinem Arbeitgeber

Neben dem tollen Gespräch mit der Krippe war ich gestern noch bei meinem Arbeitgeber. Es geht um die Rückkehr aus meiner Elternzeit, die ja nun im Oktober endet. Für mich war es wahnsinnig wichtig frühzeitig mit meinem Chef in Kontakt zu treten, da sie ja auch schauen und planen müssen, wo ich unterkommen kann. Zudem möchte ich gern nur Teilzeit, d. h. 20 Stunden die Woche arbeiten.

Obwohl wir nur kurz gesprochen haben, war es doch so neu für mich. Unsere Büros sind jetzt umgezogen in den 13. Stock, alles sieht irgendwie anders aus, die Struktur des ganzen Unternehmens hat sich in den letzten 1,5 Jahren auch geändert. Viele die ich kannte, sind nun nicht mehr da und neue sind dazugekommen. Manchmal denke ich schon, dass es einfacher wäre in einen Großkonzern zurückzukommen, als in ein Internetunternehmen. Wobei mein Arbeitgeber noch zu den größeren und gesetzteren gehört, als kleine Start-ups.

Ich glaube es war gut, dass ich meinen Chef schon jetzt über die Zeitplanung hinsichtlich der Krippe aufgeklärt und meinen Wiedereinstieg auf Mitte/Ende Oktober angegeben habe, da ich mir so gar keine Vorstellung vom Ablauf der Eingewöhnung machen kann.

Wir sind dann so verblieben, dass er sich bei mir melden wird zwecks Aufgabengebiet und ich mich bei ihm melde, was die Krippe und die Terminierung für die Eingewöhnung anbelangt. Als ich aus seinem Büro raus bin, habe ich noch kurz mit ein paar Kollegen gesprochen und dann ging es schon wieder zurück nach Hause. Mein Freund, der sich einen halben Tag Urlaub genommen hat, war schon sehr erstaunt, dass es so kurz war, aber was soll ich machen. Alles was geklärt werden musste, habe ich geklärt und nun heißt es warten.

Die nächsten Monate werden sicher nochmal spannend für uns drei und das ist zum Glück ja auch gut so. 🙂

28Feb/16

Warum wir unseren Sohn nicht mehr ins Bett bringen

Bis vor wenigen Wochen war unsere Abendplanung gleich derer vieler Eltern: Der Mann kam nach Hause, wir haben über den Tag gesprochen, er hat etwas mit Nepo gespielt und ihn dann zwischen 19:00 und 20:00 Uhr mit einer Flasche ins Bett gebracht. Vor einigen Monaten hat das alles noch super funktioniert und Nepo ist gleich eingeschlafen. Doch irgendwann wurde es zum Kampf und mal kam mein Freund nach einer halben Stunde wieder raus und ich bin rein, was natürlich überhaupt nichts gebracht hat – außer einem weinenden Kind und leicht frustriert-verzweifelten Eltern.

Als das „Zu-Bett-Bringen“ überhaupt nicht mehr geklappt hat, habe ich mit unserer Spielraum-Leiterin Silvia gesprochen. Wie jedes Mal kam sie während der Stunde zu mir, wie zu jeder anderen Mutter, und erkundigte sich nach unserem Befinden. Ich erzählte ihr, dass es uns nicht mehr gelingt Nepo ins Bett zu bringen und uns das den ganzen Abend über verfolgt. Sie meinte das sei sicher eine Phase, aber sie hätte auch noch einen Artikel für mich, den sie mir nach der Brotzeit gern geben würde.

Als Nepo dann nach der Stunde mit seinen Spielkameraden Brotzeit machte, gab mir Silvia den Artikel mit der genialen Überschrift: „Zen in der Kunst des Zu Bett Gehens oder: Die Mär vom Zu-Bett-Gehen“. Nach kurzem Googeln habe ich ihn hier gefunden. Ich muss zugeben, dass ich schon sehr darauf acht gebe, wer mir welche Tipps und Artikel gibt und aufgrund meiner Einstellung gegenüber Montessori und Pikler prallen sicher 80% aller „Ratschläge“ von mir ab. Silva, ebenso wie Bettina, unsere Spielraumleiterin bei der siaf sind aber Montessori- und Pikler-Pädagogen und ihren empfohlenen Artikeln schenke ich eben mehr Beachtung, als Müttern, die mir begeistert von irgendwelchen Schlafprogrammen erzählen. Aber ich denke da unterscheide ich mich nicht von anderen Müttern, die natürlich auch schauen, welche Empfehlungen sich mit ihren Einstellungen überschneiden.

Nun aber zurück zum Artikel. Wir waren dann nachmittags im Café Glanz, wo Nepo mich schlichtweg vergisst. Er hat dort seine vertrauten Gesichter in Form der Mitarbeiterinnen, es gibt dort zwei große Kisten mit Duplo und einer Brio Bahn und vor allem gibt es Kinder. Für mich also der ideale Zeitpunkt diesen Artikel zu lesen und ich kann jetzt schon sagen: Er hat bei uns ein Umdenken bewirkt.

In ihrem Artikel räumt die Autorin Naomi Aldort mit den allseits bekannten Überzeugungen auf, die auch wir teilweise hatten.

  1. Kinder müssen zu Bett „gebracht“ werden
  2. Eltern pflegen ihre Beziehung am Abend
  3. Die März vom „Zur-Ruhe-Kommen“
  4. Wie lange darf das Zu-Bett-Gehen dauern?
  5. Das Kind weiß, wann es müde ist
  6. Die Mär vom quengeligen Kind
  7. Die Mär vom „Wieder-munter-Werden“
  8. Die Kontrolle der Eltern

Nachfolgend möchte ich gern auf unsere Sicht der acht Punkte eingehen, da ich nicht nochmal die Sicht der Autorin wiedergeben will, denn die könnt ihr direkt im Artikel nachlesen.

Kinder müssen zu Bett „gebracht“ werden

Ja, dieser Ansicht waren wir auch lange. Während man den Neugeborenen noch zutraut, dass sie ihren eigenen Instinkt haben, was das Schlafen anbelangt, so versucht man schon bei drei- bis sechs Monate alten Kindern zumindest abends einen „Schlafrhythmus“ einzuführen. Die einen machen es über Schlafprogramme, die anderen mit Ritualen, der Flasche, mit Danebenliegen und und und. Bei uns war es immer die Flasche und die Ruhe des Papa, was mal mehr, mal weniger funktioniert hat. Letztendlich waren es aber immer wir, die bestimmt haben, wann Nepo ins Bett geht. Nämlich dann, wenn wir Anzeichen von Müdigkeit gesehen haben. Oft hat das auch funktioniert, genauso oft aber auch nicht.

Seit gut zwei Wochen haben wir aufgehört Nepo ins Bett zu bringen. Die einen mögen das mutig nennen, die anderen eine Kapitulation vorm Kind. Beides kann ich verstehen, denn es bricht mit den gängigen Regeln. Doch wie so oft haben wir auch beim zu Bett „bringen“ gemerkt, dass die gängigen Varianten bei uns nicht so funktionieren. Das Schlafen gehen ist bei vielen, wie so oft, ein Machtkampf zwischen Eltern und Kind, den ich nicht mehr bereit bin zu kämpfen. Ich halte nichts von Macht und muss sie schon gar nicht gegenüber meinem Kind demonstrieren. Ich bin hochsensibel und ich fühle mich nicht gut, wenn sich mein Kind in den Schlaf weint. Für mich ist es untragbar nach einem Streit oder traurig ins Bett zu gehen. Warum sollte ich das von meinem Sohn verlangen?

Nepo geht nun mit mir ins Bett und da ich gerade meinen Biorhythmus umstelle bzw. so lebe, wie er für mich am besten ist, bin ich immer sehr früh müde. In den letzten Tagen bin ich immer zwischen 20:00 und 21:00 Uhr ins Bett gegangen. Ich kann mich dann hinlegen, vor mich hindösen, über den Tag nachdenken. Ich bin abends so kaputt, dass ich irgendwann einschlafe. Meist spielt Nepo dann noch in seinem Bett, dass neben meinem steht, mit seinen Autos oder schmiegt seinen Kopf an meinen. Es kommt vor, dass er vor mir einschläft, meist aber direkt nach mir.

Für mich ist das aktuell sehr entspannend. Die Sorgen und Gedanken vom zu Bett bringen sind bei mir nicht mehr da und ich geniesse abends die Zeit mit Nepo. Nichts lenkt uns ab und wir spaßen manchmal rum, manchmal spiele ich mit ihm oder lese aus seinen Büchern vor. Ich kann mich voll auf ihn konzentrieren und da ich nicht vorhabe nochmal aufzustehen, denke ich auch nicht daran, was ich noch alles zu tun hätte.

Für ihn ist die Zeit im Bett nun auch keine schlimme Zeit, sondern er liegt gern bei mir. Eben weil er weiß, dass er jederzeit aufstehen kann. Er weiß, dass er nichts verpasst und noch mehr spürt er, dass Schlafen gehen nicht schlimm ist oder gar eine Strafe darstellt.

Ich bin ein Frühaufsteher und mittlerweile bin ich es gewohnt, um 05:00 Uhr aufzustehen. Meist werde ich von allein wach, nur manchmal brauche ich einen Wecker. Da Nepo dann relativ spät ins Bett geht, schläft er meist bis 8:00 Uhr. Für mich ist die Zeit am Morgen sehr wertvoll. Ich bin fit und kann viele Dinge erledigen. Wenn er dann aufwacht bin ich entspannt und kann mit ihn in den Tag starten.

Elternzeit

Ich finde nicht, dass wir jetzt weniger Zeit füreinander haben, nur weil wir Nepo jetzt nicht mehr ins Bett bringen. Wenn mein Freund aus dem Büro kommt, reden wir miteinander über den Tag, über unsere Sorgen, Wünsche – eigentlich über alles mögliche. Wir zwei sind keine TV-Fans, weswegen wir schon mal gar keinen Fernseher haben. Obwohl wir auch über unseren großen Mac TV schauen könnten, machen wir es nicht. Das macht meiner Meinung nach viel aus.

Wir geniessen unsere Zeit zu dritt und wir als Eltern haben nicht das Gefühl, dass uns jetzt Zeit für uns fehlt. Nepo ist ein Teil von uns und er nimmt an unserem Alltag und Leben teil, so wie wir an seinem teilnehmen dürfen. Wichtig ist, dass jeder auch mal für sich Zeit hat. Ich habe das morgens und mein Freund abends.

Als wir Nepo noch ins Bett gebracht haben, war es ja auch nicht anders. Einer war immer bei ihm und der andere hat sein Ding gemacht. Wenn das zu Bett bringen besonders lang und aufreibend war, war der Abend dann sowieso gelaufen und wir waren beide zu fertig für alles.

Uns geht es sehr gut und wir haben nicht das Gefühl als Paar hinten anzustehen, nur weil wir nie zu zweit ausgehen oder unseren Sohn um 18:00 Uhr ins Bett bringen, um dann gemeinsam vor dem Fernseher zu sitzen, wo dann doch jeder nur für sich ist.

Die Mär vom Zur-Ruhe-Kommen

Nepo signalisiert uns mittlerweile schon sehr gut, wenn er mal seine Ruhe braucht oder gar müde ist. Ich selbst gehe da gar nicht aktiv auf ihn zu, und will das er zur Ruhe kommt oder mal tief durchatmet. Meist ist er es, der ein, zwei, drei Bücher anschleppt und diese dann mit mir anschaut. Er blättert sie durch, zeigt mir dies und das, ich erzähle ihm was zu den Bildern oder lese vor. Irgendwann ist es dann vorbei und er widmet sich dann sehr konzentriert seinen Autos.

Bevor ich ins Bett gehe, muss Nepo natürlich seinen Schlafanzug anziehen. Ich lege ihn dann raus und manchmal kommt er von allein, legt sich neben den Schlafanzug und lässt sich anziehen. Wenn er nicht möchte, dann zwinge ich ihn nicht, weil ich weiß, irgendwann kommt er schon. Manchmal sind es nur wenige Minuten die ein entspanntes Umziehen von einem Kampf unterscheiden. Hier gilt wie so oft: Gut Ding will Weile haben.

Wie lange darf das Zu-Bett-Gehen dauern?

Ich muss mir diese Frage nicht mehr stellen, denn ich bleibe ja, wie Nepo, im Bett. Ich denke nicht daran, was ich alles noch tun muss oder werde genervt, weil Nepo nach 20 Minuten immer noch nicht schläft. Nein, wir können kuscheln, Quatsch machen oder ich liege einfach nur da und geniesse meine Ruhe, auch wenn Nepo neben mir mit seinen Holztraktor agiert.

Wenn ich im Bett liege, habe ich kein Zeitgefühl und kann nicht sagen, wie lange Nepo noch rumspringt. Irgendwann schlafe ich ein und wenn ich nachts aufwache, dann schläft er auch. Mein Freund sagt mir dann, dass er kurz nach mir eingeschlafen ist oder noch Ewigkeiten draußen rumsprang.

Für mich ist das jetzige Zu-Bett-Gehen auf jeden Fall kurzweiliger, als früher. Zudem darf man nicht die Qualität der Zeit vergessen, die man mit dem Kind verbringt, wenn man gemeinsam ins Bett geht. Vielleicht wird Nepo irgendwann von allein ins Bett gehen, auch wenn ich nicht da bin. Vielleicht wird er eine Weile im Bett liegen und spielen, um dann einzuschlafen. Vielleicht wird das irgendwann sein, vielleicht aber auch nicht.

Das Kind weiß, wann es müde ist

Nepo schläft ein, wenn er und sein Körper es für richtig halten. Nicht mein Freund und nicht ich entscheiden, wann er müde ist. Manchmal findet er nicht in den Schlaf, manchmal lacht er und zwei Sekunden später schläft er. Manchmal schläft er ein, wenn er über mich drüber klettert und manchmal in mitten seiner Autos im Bett.

Wir sind für ihn da, unabhängig, ob er wach ist oder schläft und das ist das wichtigste.

Die Mär vom quengeligen Kind

Als wir gestern Abend von Augsburg nach München gefahren sind, quengelte Nepo auf der Rückbank. Ich bewundere Eltern die das einfach so aushalten. Mich macht das fertig, mein ganzer Körper kribbelt und ich würde alles in meiner Macht stehende tun, damit Nepo es besser geht. Aber das geht nicht. Mein Freund hat mich gestern auf der Fahrt einfach gebeten, ruhig zu sein und Nepo auch einfach mal quengeln zu lassen. Es viel mir schwer, aber irgendwann hat er aufgehört und wenig später ist er eingeschlafen. Die Nacht war zudem eine sehr ruhige.

Die Launen des Kindes genauso zu akzeptieren wie die Launen eines Erwachsenen ist immer noch eine Herausforderung für mich. Aber so wie ich mal schlechte Laune habe, so hat Nepo sie eben auch. Und ich muss das akzeptieren, auch wenn es mir als Hochsensibelchen immer noch schwer fällt.

Die Mär vom „Wieder-munter-Werden“

Im Gegensatz zur Autorin finde ich am „Wieder-munter-Werden“ nichts herrlich. Kann es herrlich sein nachts von 0:30 bis 2:30 Uhr wach zu sein? Nein, es ist nicht herrlich. Auch als Nepo nachts wach wurde und um 1:00 Uhr mit seinen Autos spielen wollte, konnte ich nicht staunen, wie die Autorin sagt, sondern wollte nur weinen. Zum Glück sind die Zeiten bei ihm vorbei und er wacht nachts nur kurz auf. Wir sind dagegen schon öfters wach. Montag war sehr krass für mich. Ich bin um 2:38 Uhr aufgewacht und nach einer Stunde im Bett wälzen aufgestanden. Ich hoffe das wird heute nicht so. 😮

Die Kontrolle der Eltern

Mein Freund hat gerade Jesper Juul neuestes Buch „Leitwölfe sein“ gelesen. Darin geht es auch um Machtkämpfe und die Tatsache, dass Eltern ihr Kind als Projekt sehen. Wenn man natürlich als Eltern so eine Einstellung hat, dann ist auch das „Zu-Bett-Gehen“ eine Machtfrage und die gewinnt auf den ersten Blick der Stärkere, auf den zweiten Blick verlieren aber beide.

Ich kann Nepo nicht befehlen, wann er schlafen soll. Er schläft, wenn er es für richtig hält. Ich habe im Leben genug Projekte gehabt, dass ich nun keines mehr brauche. Ich möchte meinem Kind auf Augenhöhe begegnen und so wie ich mir von niemandem vorschreiben lasse, wann ich ins Bett gehen soll oder was ich essen soll, so will ich meinem Sohn gegenüber auch nicht auftreten. Es würde auch nicht funktionieren, denn mein Herz würde zerspringen.

 

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Letztendlich muss jeder jeden Tag für sich entscheiden, was richtig und was falsch ist. Wir haben aufgehört unseren Sohn ins Bett zu bringen und fahren damit gut. Jetzt ist es 20:57 Uhr und ich bin todmüde. Nepo ist heute ohne mich eingeschlafen und jetzt gehe ich zu ihm. Mein Wecker wird morgen um 4:30 Uhr klingeln und dann will ich fit sein. Ich sags ja: Jeder Mensch hat so seine Stärken und Vorlieben. Und während Nepo eine Eule wird, bin ich eben die Lerche.

 

 

20Feb/16

Minimalismus: So wird aus einem Verpackungskarton ein Spielteppich

Nachdem ich am heutigen Vormittag meine Mami Auszeit hatte, gehörte der Nachmittag Nepo und dem Malen der Strassenlandschaft für Nepo.

Man nehme einen alten Verpackungskarton. In unserem Fall war das der Karton, in dem letzten Samstag Nepos Lattenrost geliefert wurde.

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Dann überlegt man sich grob, wie das Stadt-Land-Gemälde aussehen soll und schon kann es losgehen.

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Was die Stifte anbelangt, so habe ich einfach die Stabilo Stifte genommen, die Nepo von einer Freundin zum ersten Geburtstag geschenkt bekommen hat. Wir nutzen die Stifte immer, weil sie sich wunderbar wieder vom Laminat abwischen lassen. Eine Eigenschaft, die ich in den letzten Wochen sehr zu schätzen gelernt habe.

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Nepo konnte es gar nicht abwarten und hat schon mal die eine oder andere bemalte Stelle eingenommen. Ab und an hat er mit den Stiften auch selbst Hand angelegt, aber das viel in dem bunten Ergebnis irgendwie gar nicht auf.

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Das tolle an dem „Spielteppich“ oder dem „Spielkarton“: Abends klappen wir ihn einfach zusammen, die Tiere bleiben drin und ab geht es damit unter die Couch. Morgen holen wir es wieder hervor und können einfach weiterspielen, vielleicht sogar mit unserer super tollen Parkgarage.

Sollte Nepo irgendwann keinen Bock mehr auf diese Stadt haben, dann fällt das „entsorgen“ auch nicht mehr so schwer.