02Feb/17

Zahn OP und krankes Kind: Das invalide Mama-Sohn-Gespann

Gestern hatte ich meine lang geplante Zahn OP. Die war so lange geplant, dass ich völlige vergessen hatte, wie lang und intensiv sie wird. Zu meinem Freund habe ich noch gesagt, dass ich wahrscheinlich max. 1,5 Stunden weg sein werde und dann wieder auf den Kleinen aufpasse, der gestern krank zuhause geblieben ist. Tja und dann frage ich die Zahnarzthelferin und sie sagt mir, dass wir wahrscheinlich bei der OP gut 2 Stunden beschäftigt sein werden. Oh, man, ich hatte total vergessen, dass dies ein aufwändiger Eingriff ist.

Ich will Euch die Details ersparen, nur so viel: Bis gestern habe ich noch gedacht, wenn ich einmal ein Kind auf natürliche Weise auf die Welt bringe, kenne ich jeden Schmerz. Bullshit, als sie mir gestern am Knochen rumgesägt haben, war mir mehr als zu weinen zumute. Doch ich muss sagen: Selbst als die Betäubung nachließ, war ich fast ohne Schmerzen. Die Schwellung an der linken Wange ist allerdings sehr übel und aktuell ist da auch einiges blau.

Gestern hat mich die Ärztin noch gefragt, wie lange sie mich krankschreiben soll. Ich Idiot habe wirklich geglaubt, ich könnte heute wieder arbeiten. Die Ärztin meinte dann, sie schreibt mich bis einschließlich Freitag krank. Und ich glaube das ist auch gut so, denn etwas mitgenommen bin ich schon von den letzten Wochen, der Schlaflosigkeit und dann der gestrigen OP.

Nepomuk ist auch krank

Ich glaube Nepomuk hatte Angst, dass es mir hier zuhause allein vielleicht langweilig wird und wollte vermeiden, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Darum ist er gleich am Mittwochmorgen auch krank geworden. Also eigentlich habe ich es ihm schon am Dienstagnachmittag angesehen, als ich ihn in der Krippe abgeholt habe. Er stand da, fast weinerlich und wollte sofort nach Hause. Kein Interesse an der U-Bahn, keine Lust auf Berliner oder Brezel, kein Spaß auf der Rolltreppe oder beim Stempeln des Fahrscheins. Er wollte einfach nur nach Hause. Zuhause angekommmen, begann die Nase zu laufen und hört seitdem nicht mehr auf.

Ich muss ehrlich sagen, ich hatte mich schon auf den gestrigen Tag gefreut, dass ich nach der OP meine Ruhe habe, auf der Couch rumgammle und vielleicht sogar mal fernsehen schauen kann. Aber scheinbar ist es uns Müttern nicht vergönnt, dass wir mal Energie tanken.

Und so steht Nepomuks Krankheit aktuell im Vordergrund, wobei so eine verstopfte Nase wirklich schlimmer ist, als eine geschwollene Backe. Ich hasse Schnupfen und aktuell ist für mich neben der Sorge um Nepo, nur eins wichtig: Keine Erkältung, denn das wäre schlimm für die frische Wunde so nah an der Nasennebenhöhle.

So langsam geht es bei uns beiden bergauf

Obwohl es bei uns beiden so langsam bergauf geht, denke ich, dass Nepomuk morgen noch zuhause bleiben wird. Ich selbst werde morgen wohl Home Office machen, um den Anschluss nicht komplett zu verlieren. Montag geht es dann wieder auf ins Büro. Von mir sehen die Kollegen zurzeit sehr wenig: Letzte Woche drei Tage in Berlin, diese Woche drei Tage krank und nächste Woche werde ich am Freitag Urlaub nehmen, da wir eine Hospitanz in einem Montessori Kindergarten haben. Tja, und Ende Februar werde ich wieder für einen Tag nach Berlin fliegen. Just an Fasching. Doch zum Glück sind meine Eltern für ein paar Tage da und werden während der Schließzeit auf Nepomuk aufpassen.

Und dann dieses Gedöns mit dem Lieferservice

Ich muss ehrlich sagen, dass ich heute Gott froh war, das wir hier in München Amazon Prime Now nutzen können. Ich wollte für den Kleinen Suppe kochen und habe mir gestern Abend alles in den Warenkorb gelegt. Als ich es heute morgen bestellen wollte, waren natürlich alle Karotten und das Suppengrün aus. Und ohne das hätte es überhaupt keinen Sinn gemacht. Also habe ich nach Alternativen gesucht. Erst bei REWE – dort war ich angetan vom riesigen Sortiment und habe 20 Minuten lang den Warenkorb aufgefüllt, dann mein Benutzerkonto angelegt und als ich dann meine Lieferzeit auswählen wollte, war der nächste mögliche Termin – Freitag, ab 15 Uhr. Hallo? Ich war von Amazon gewohnt, dass man maximal 4 Stunden auf sein Essen wartet. Also habe ich weitergesucht und das gleiche nochmal bei Bringmeister versucht. Auch da war die Lieferung frühestens am Freitag. Ich war so genervt.

Dann bin ich wieder in meinen Amazon Prime Now Warenkorb gegangen und habe einfach mal nach „Karotten“ geschaut und siehe da: Sie waren wieder verfügbar und das Suppengrün auch. Juhu, manchmal muss man einfach nur 1,5 Stunden woanders suchen, zurückkehren und einfach Glück haben. 🙂

Ich muss trotzdem sagen, dass das Angebot von REWE wirklich gut war. Wenn ich bedenke, dass wir Freitagabend manchmal zwei Stunden im Supermarkt rumirren bzw. der Einkauf und die Hin- und Rückfahrt so viel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn es sich preislich nicht so viel unterscheidet, denke ich, dass es durchaus sinnvoll sein kann, den Einkauf nach Hause geliefert zu bekommen. Schlechter als die Ware bei Tengelmann kann es ja nicht sein. 🙂

So, jetzt werde ich mich mal wieder neben Nepomuk auf die Couch begeben und auf den Mann warten. 🙂

29Jan/17

DIY: Das nimmersatte Monster

Das Wetter in München ist zwar sonnig, aber für uns immer noch zu kalt. Also waren wir dieses Wochenende zuhause und haben uns ordentlich erholt. Dabei ist mir das kleine Monster eingefallen, dass ich letzten Freitag in dem Montessori Kindergarten gesehen habe. Die Pädagogin meinte dort, dass die Kinder sehr viel Spaß mit dem Füttern dieses kleinen Burschen hätten – und zum Glück hat er immer Hunger. 🙂

Also fragten wir den Opi, ob er am Donnerstag zwei alte Tennisbälle mit nach München bringen könnte. Gesagt, getan und gestern haben wir endlich unser eigenes nimmersattes Monster gebastelt.

Das benötigst du:

  • Einen alten Tennisball
  • Ein Teppichmesser, um den Mund zu schneiden
  • Optional: Kulleraugen oder Farbe für das Gesicht

Unsere Aufgabenverteilung:

Der Mann hatte den schwierigsten Part und musste den Mund reinschneiden. Ich war für die Augen zuständig und der Job von Nepomuk war es, dafür zu sorgen, dass die kleinen gefrässigen Dinger immer was zu essen haben.

Zum Glück macht Hunger nicht wählerisch und somit haben wir uns fürs erste mit Bohnen begnügt. Am Anfang hat Nepomuk fleißig mit der Hand gefüttert, danach dann mit dem Löffel.

Was die kleinen Monster sonst noch fressen:

  • Kaffeebohnen
  • Kichererbsen
  • Maiskörner
  • Edelsteinchen
  • und vielleicht irgendwann mal unsere Sorgen 😉

Was können die noch, außer fressen?

Nun ja, gestern hatten Nepomuk und ich viel Spaß. Mal waren es Hund und Katze, dann wieder Katz und Maus. Mit den beiden konnten wir super Rollenspiele am Tisch machen und uns Geschichten und Dialoge ausdenken.

Nepomuk kann die Monster nicht allein bedienen, sodass wir beide das machen. Er füttert mit dem Löffel und ich sorge dafür, dass die Monster den Mund aufmachen. Ich selbst brauche sowas, um mich voll auf das Spiel mit Nepomuk konzentrieren zu können.

Ich bin gespannt, wie lange wir mit den Kameraden noch zu tun haben werden oder ob sie morgen schon wieder vergessen sind.

Alles Liebe,
Mareike

28Jan/17

Meine erste Geschäftsreise als Mama

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass Wochenende ist. Diese Woche war ich zum ersten Mal seit Nepomuks Geburt auf Geschäftsreise. Für mich war das schon eine spannende und anstrengende Sache, zumal die ganzen drei Tage fast zu 90% Englisch gesprochen wurde.

Dienstag

Die Nacht von Montag auf Dienstag hätte super lang werden können, da ich todmüde mit Nepomuk um 18 Uhr im Bett lag und eingeschlafen bin. Um 20 Uhr kam mein Freund und fragte mich, ob ich für Dienstagmorgen schon gepackt hätte. Nein, natürlich nicht. Ich habe mit Nepo gespielt, Bücher angeschaut und rumgetollt. Gepackt hatte ich nichts. Also wieder raus aus dem Bett und alle Sachen für den nächsten Morgen gepackt. Um 22 Uhr lag ich dann wieder im Bett.

Der Wecker klingelte um 4:30 Uhr. Ich stand auf, machte mich fertig und lief morgens mit meinem Koffer durch die klirrende Kälte Richtung Ostbahnhof. Ich dachte die ganze Zeit darüber nach, was in aller Welt es mir bringt arbeiten zu gehen. Mehr als die Tatsache, dass es heute halt von uns Frauen erwartet wird, dass wir Kinder und Beruf unter einen Hut bringen, fiel mir nicht ein.

In der S-Bahn auf dem Weg zum Flughafen googelte ich doch tatsächlich die Vorteile für eine Frau, wenn sie zuhause bleibt. Oh, man, das war also meine Motiviation. Als ich meine Kollegen am Flughafen traf wurde es schon alles besser und ich vergaß meine Zweifel.

Mit ca. 45 Minuten Verspätung kamen wir in Berlin an und irgendwie freute ich mich schon, endlich meine andere Teamkollegen kennenzulernen.

Der Tag war spannend und anstrengend zugleich. Nach dem ersten Tag gingen wir ins Kochatelier Berlin, um dort im Team ein 3-Gang-Menü zu kochen. Das war dann auch der Moment, wo ich meine ketogene Ernährung pausiert habe. Es gab einfach nichts, was ohne Getreide war und allein der Weisswein hat ja Carbs ohne Ende. 🙂

Der Abend ging dann relativ lang und nach dem Kochatelier ging es dann noch ins Moxy und danach auf einen Döner am Ostbahnhof. Um 3 Uhr war ich dann im Bett. Das erste Mal allein ohne meinen Sohn und ohne meinen Freund.

Mittwoch

Als ich um 7 Uhr aufgewacht bin, war ich erstaunlich fit. Nur der Alkohol und das getreidehaltige Essen machten mir zu schaffen. Im Frühstücksraum entschied ich mich für Erdbeerjoghurt. Boah, ich habe Jahre keinen Erdbeerjoghurt gegessen und das war sicher auch für Jahre das letzte Mal, denn dolle war der nicht.

Der Tag ging dann auch schnell rum und ich war eigentlich durch die Bank fit. Nur das ganze Englisch hat mich angestrengt und ich merke schon, dass man nicht so offen und konstruktiv sein kann, wenn man alles erst in eine andere Sprache übersetzen muss.

Abends bin ich dann mit meinen Münchner Kollegen durch Berlin gelaufen, wir haben mexikanisch gegessen und uns in den Schaufenstern die Immobilienpreise angeschaut. Auch die Vintage Läden fand ich cool. Den Münchner Standard gewöhnt, könnte man ja durchaus mal mit einem Lieferwagen nach Berlin fahren und dort die Läden leer kaufen. 😀

Abends habe ich dann doch schon meine kleine Familie vermisst und gemerkt, dass ich alt werde. Es war irgendwie komisch so ohne sie zu sein.

Donnerstag

Am Donnerstag hatten wir dann nur bis mittags Programm und waren in der Mittagspause bei einem witzigen Burgerladen, danach der Spaziergang an der Spree und der Mauer entlang. Auf dem Weg zum Burger Laden habe ich kurz mit meinem Chef gesprochen. Er hat mich dann auch gefragt, ob das alles klappt mit Kind und Job. Tja, bisher klappt es eigentlich ganz gut. Aber so drei Tage einfach mal nicht da sein, ist schon ne Hausnummer für alle. Für meinen Sohn, der drei Tage ohne mich ist, für meinen Freund der dann früh aus dem Büro muss, um Nepomuk um 14:30 Uhr im Kindernest abzuholen und auch für die Großeltern, die dann am Donnerstag einspringen mussten, weil mein Freund ein Gesellschaftermeeting hatte.

Die Balance zwischen Job und Familie ist schwierig und mir gelingt sie nicht wirklich. Ich trage zu viele Probleme aus dem Büro mit nach Hause. Und das nervt mich. Auch jetzt denke ich an den Monatsabschluss und offene Themen, die einfach liegen geblieben sind, als ich die drei Tage in Berlin war.

Zurück aber nach Berlin: Um drei sind wir dann aus dem Büro, weil um 16:10 Uhr unser Flieger nach München ging. Ich war sehr unentspannt, denn nur eine Stunde Zeit und dann noch Gepäck aufgeben, wäre in München schlicht unmöglich gewesen. Aber es ist ja zum Glück Tegel und so sind wir quasi 5 Minuten vor Boarding angekommen und alles lief glatt.

Im Flieger habe ich den Großeltern geschrieben, dass ich unterwegs bin und sie haben uns gesagt, dass sie mit der S-Bahn und Nepomuk bis an den Starnberger See gefahren sind. Ich musste vor dem Abflug so lachen, als ich das gelesen habe. Sie sind S-Bahn gefahren, weil Nepomuk so gerne S-Bahn fährt. Und irgendwie war ich dann einfach erleichtert.

Als ich dann um 18:30 Uhr endlich zuhause war und die Treppen hochgelaufen bin, war ich irgendwie stolz auf mich. Auf meine drei Tage englischsprachiges Teammeeting, dass ich nicht abends im Bett lag und vor Sehnsucht geweint habe und das ich kaputt aber glücklich war.

Mein Plan B und der Start ins Wochenende

Das ich auf dem Weg nach Berlin gegoogelt habe, wo die Vorzüge der „Frau zuhause“ liegen, habe ich noch keinem erzählt. Vergessen habe ich es nicht und spätestens, wenn wir keinen guten Kindergarten finden, dann werde ich mich mit dem Thema nochmal befassen. Solange werde ich auf Immobilienscout mal alte Häuser und Bauernhöfe im bayrischen Outback suchen. Das mit Immobilienscout ist übrigens keine Schleichwerbung, sondern einfach nur der Tatsache geschuldet, dass ich bei Scout24 arbeite und Immobilienscout ist nun mal ein großer Teil davon. 🙂

Heute ist Samstag und wir waren vorhin beim Tag der offenen Tür in einem Montessori Kindergarten. Alles sehr schön und sehr toll. Und einige gute Bücher von Maria Montessori habe ich gesehen, die ich jetzt mal auf Amazon suchen werden.

Zudem war ich heute morgen das erste Mal in diesem Jahr laufen und das war gar nicht so kalt und anstrengend. Jetzt überlege ich mir, ob ich mir keinen neuen Fitbit kaufe, da der alte kaputt gegangen ist. 🙁

Dieses Wochenende werde ich auf jeden Fall nur abhängen, meinen Keto Schokokuchen essen und mich erholen. Naja, gut, Wäsche werde ich waschen und den alten Tennisball von Opi in ein gefrässiges Monster verwandeln. 😀

Habt einen wundervollen Samstag

Alles Liebe

Mareike

20Jan/17

Eine Woche im Zeichen der Kindergartensuche

Diese Woche stand ganz im Zeichen der Kindergartensuche. Das Bild zu diesem Post entstand heute Nachmittag, als wir auf die S-Bahn warteten, um wieder Richtung Haidhausen zu fahren. Ja, wir sind heute drei S-Bahn Stationen gefahren und nochmal einen Kilometer gelaufen, um uns einen Montessori Kindergarten anzuschauen. Und irgendwie passte das Zitat von Khalil Gibran wunderbar dazu.

Derjenige, der mit Tinte schreibt, ist nicht zu vergleichen mit demjenigen, der mit seinem Herzblut schreibt.

Ja, ich bin der Meinung, dass wir schon sehr viel Aufwand betreiben, um einen Kindergartenplatz für Nepomuk zu finden. Und ja, ich kann auch verstehen, dass manche das vielleicht etwas übertrieben sehen und die Situation von sich aus entspannter sehen.

Doch eins habe ich im letzten Jahr über mich und die Hochsensibilität gelernt: Wenn mir wirklich etwas wichtig ist und ich dahinter stehe, dann werde ich alles mir mögliche tun, um meine Bedürfnisse und Erwartungen zu erfüllen. Denn wenn ich mich nicht anstrenge und mich nicht zu 100% dahinter klemme, wird es Mist und ich fühle mich im Nachgang einfach schlecht. Sollten wir in diesem Fall keinen Montessori- oder Naturkindergartenplatz bekommen, würde ich mir Vorwürfe machen, warum ich mich nicht mehr darum gekümmert habe.

Hervorstechen aus der Masse

Das ich Bewerbungen an Kindergärten schicke, finde ich selbstverständlich. Das liegt einfach daran, dass dies für mich die einzige Möglichkeit ist, sich von den ganzen anonymen Anmeldungen, die im Kitafinder erfolgen, abzuheben. Ich habe nicht viele Möglichkeiten uns bei den Kindergärten vorzustellen. Zum einen sind wir nicht sehr gut vernetzt und können nicht auf das tolle Vitamin B zurückgreifen, zum anderen habe ich nicht das Selbstvertrauen mich bei Informationsveranstaltungen an die Kindergartenleitung ranzuschmeißen und mich und meinen Sohn anzubieten.

Außerdem versuche ich unsere Familie und unsere Motivation für diesen jeweiligen Kindergarten auf zwei Seiten vorzustellen. Ich möchte, dass die Leute uns als Familie kennenlernen und nicht als jemand, der sich halt mal für einen Platz angemeldet hat. Es hat auch was mit Wertschätzung der Leute zu tun, die sich da mit so vielen Anfragen und Anmeldungen konfrontiert sehen. Ich denke auch sie sind froh, dass sie mal mehr zu greifen bekommen, als nur den pauschalen Anmeldebogen. Mittlerweile gibt es aber meiner Meinung nach viele Kindergärten die schon eine Bewerbung erwarten, um zu sehen wie engagiert die Eltern sind und wie sehr sie hinter der Einrichtung stehen.

Wenn du deine Bewerbung bereust

Das ich voller Motivation und Herzblut meine Bewerbungen für einen Kindergarten schreibe, den ich nur aus dem Internet kenne, ist das eine. Ob ich meine Bewerbung bei der Besichtigung dann aber noch aufrecht halten möchte, ist etwas anderes.

Diese Woche hatte ich zwei Highlights: Den tollen Infoabend des Naturkindergarten Haidhausen und die heutige Schnupperstunde in einem Montessori Kindergarten in Riem.

Doch wo Licht, da auch Schatten: Mein Lowlight war eine Kindertagesstätte, die es wirklich geschafft hat, dass es auf den ersten Blick nur um das Wohl des Trägers geht. Von der Gestaltung, über die Einrichtung bis zu den Buchungspreisen und der Tagesgestaltung war alles im Sinne des Maximalprinzips.

Es war eine Kindertagesstätte, bei der ich es schlich dreist fand Maria Montessori und die Waldorfpädagogik in ihr Konzept aufzunehmen. Aber ich verstehe es, denn für Montessori und Waldorf kann man einfach nochmal abkassieren. Nepomuk und ich haben uns also diese Besichtigungstour gegönnt und sind dann einfach wieder abgezogen.

Das sind so Momente, in denen ich mich frage, warum ich für sowas eine Bewerbung schreibe. Auf der anderen Seite denke ich mir immer, dass ich es vielleicht bereut hätte, wenn ich die Bewerbung nicht geschrieben hätte und es eine tolle Montessori Einrichtung gewesen wäre.

Alles passiert aus einem bestimmten Grund

Als ich mit Nepomuk heute so am Bahngleis stand, die Sonne schien und wir ca. 20 Minuten auf den Zug warten mussten, war ich einfach nur froh, dass wir den heutigen Kindergarten angeschaut haben. Nepomuk hat dort wunderbare 1,5 Stunden verbracht und sich sehr wohl gefühlt. Ich konnte mich überzeugen, dass man auch mit sehr kleinem Budget eine wundervolle und vor allem familiäre Atmosphäre schaffen kann. Ein Paradies im Gegensatz zu dieser kalten Kindertageseinrichtung.

Aktuell bin ich auch nicht gestresst mit der Suche nach einem Kindergartenplatz. Nein, ich sehe es als eine Reise, die ich mit Nepomuk angetreten habe. Wir machen so tolle Sachen wie U- und S-Bahn fahren oder schauen uns andere Kindergärten an, in denen Nepomuk immer was zum spielen oder zur Beschäftigung findet. Wir lernen beide dazu und egal wie unsere Reise ausgeht, ob wir am Ende mit oder ohne Kindergartenplatz da stehen: Es passiert alles aus einem bestimmten Grund.

Auch wenn ich es schlimm fand, dass wir bei unserem aktuellen Kinderhaus keinen Kindergartenplatz gefunden haben, so bin ich in der Verabschiedung schon so weit, dass mir das gar nichts mehr ausmacht. Das ich entspannt die Zeit der Krippe geniessen kann und mich in aller Ruhe nach der Folgeeinrichtung umsehen kann.

Ich bin vor allem Nepomuk dankbar, dass er alles so mitmacht. Das er sich die Kindergärten anschaut, geduldig mit mir auf U- und S-Bahnen wartet und auch vor längeren Fußmärschen durch das wirklich kalte München Angst hat. Er macht das wirklich toll und ich weiß, dass es für ein Kind nicht einfach ist, einzuordnen, warum wir zum Beispiel heute Nachmittag in einem Kindergarten waren und am Montag wieder bei Regina, Biene und Tante Andrea vom Kindernest sind.

Alles in allem war das eine wunderbare Woche – in der ich viel gelernt habe und wieder viel Zeit mit Nepomuk verbracht habe.

Doch jetzt bin ich auf das Wochenende gespannt. Da heißt es erstmal abschalten und Energie tanken, denn am Sonntag habe ich das Einsteiger Seminar bei Crossfit Munich und nächsten Dienstag fliege ich geschäftlich für drei Tage nach Berlin. Das ist das erste Mal seit Nepomuks Geburt, dass ich nachts ohne ihn sein werde.

In diesem Sinne: Thank God Its Friday 🙂

Alles Liebe,
Mareike

17Jan/17

Auf zum Infoabend des Naturkindergarten Haidhausen

Gestern war es endlich soweit und ich war beim Infoabend des Naturkindergarten Haidhausens, der von den dortigen Eltern organisiert wurde. Der Abend war für alle interessierten Eltern, die auf der Suche nach einem Kindergartenplatz ab September 2017 sind. Veranstaltungsort war nicht der Bauwagen, sondern das Jugendzentrum PRISMA bei uns in Haidhausen. Quasi bei mir ums Eck. 🙂

Angefangen hat der Abend 20:00 Uhr und schon vom ersten Eindruck war ich positiv überrascht, sowohl von den Eltern, die das alles organisiert haben und auch von den interessierten Eltern. Irgendwie wirkte das alles so entspannt, vielleicht lag es aber auch an der Location. 😉

Durch den Infoabend haben die drei aktiven Vorstände geführt, die aber selbst über sich gesagt haben, dass sie „bald in Rente“ gehen werden. He, haben sie gesagt, ich gebe es nur wieder. Für mich war interessant zu hören, dass dieser Infoabend der erste war, seit fünf Jahren. In den letzten fünf Jahren waren die freien Plätze quasi durch Geschwisterkinder belegt und nun steht eben ein Generationenwechsel an und es gibt wieder freie Plätze ab September 2017. Oh, ist das vielleicht ein gutes Zeichen für unsere kleine Familie Nepomuk doch noch in einem guten Naturkindergarten zu wissen?

Was ich für Nepomuk mitgenommen habe

Der Infoabend war sehr informativ und die drei Vorstände haben das echt gut gemacht. Es war eine Mischung aus Kindergartenalltag, pädagogischem Konzept, die Notwendigkeit der Elternarbeit und Informationen zur Platzvergabe und den Herausforderungen, die wohl alle Neueltern haben. Der Abend war durch alle Eltern wirklich kurzweilig und ich habe folgende wichtigen Punkte für mich mitgenommen:

  • Richtige Ausrüstung ist alles (ich sehe mich schon im Globetrotter den Ratgeber der erfahrenen Eltern abarbeiten und Nepomuk ständig am Kanubecken rumspringen :D)
  • Die Kinder sind oft im Wald und da sind sie vor Zecken nicht zu 100 % sicher, d. h. es wird wohl meine Aufgabe sein, Nepomuk am Nachmittag nach diesen kleinen Wesen abzusuchen. Ich habe schon etwas Angst, wenn ich die erste Zecke sehen sollte. Aber ich glaube, da gewöhnt man sich schnell dran. Sichtbare Zecken werden aber meist sofort von den Pädagogen entfernt.
  • Die ersten Wochen sind besonders für die dreijährigen sehr anspruchsvoll, denn sie sind von Montag bis Mittwoch im Wald und die ganze Zeit unterwegs, Donnerstag ist dann Rhythmik Tag und freitags sind sie am Bauwagen.
  • Die Kinder sind am Anfang so fertig, dass sie um 19:00 Uhr ins Bett fallen. Ehrlich gesagt, wünsche ich mir aktuell nichts mehr, als das der Kleine mal vor 21:00 Uhr ins Bett geht. 😉
  • Die Kinder müssen mit Eintritt in den Naturkindergarten noch nicht trocken sein, sondern werden auch im Wald gewickelt. Das hat mich schon mal entspannt, denn Nepomuk ist noch weit davon entfernt Interesse für ein Leben nach der Windel zu zeigen, aber wahrscheinlich kommt hier auch die Gruppendynamik zum tragen – ähnlich wie es jetzt bei ihm in der Sprachentwicklung ist.
  • Der Waldkindergarten ist und bleibt spielzeugfrei und das finde ich gut
  • Die Kinder lernen sich in der Natur selbst kennen und werden selbständiger

 

Was ich für uns als Eltern mitgenommen habe

  • Das Engagement und der Rückhalt der Eltern ist substanziell wichtig für die Gemeinschaft, denn eine Elterninitiative lebt vom Support der Eltern oder wie es die eine Mutter so schön sagte: Die Elterninitative ist so gut, wie ihre Eltern.
  • Der Aufwand für uns Eltern ist zwar etwas höher als bei unserer aktuellen Krippe, aber ich habe so was von Lust da mit anzupacken, weil alle hinter dem Naturkindergarten stehen
  • Die Eltern mischen sich nicht in die Arbeit der Pädagogen ein, sondern halten Ihnen den Rücken frei
  • Es ist von Vorteil in der Nähe des Naturkindergartens zu wohnen, da sich die Kinder dann auch gegenseitig besuchen können. (Das wäre ja bei uns der Fall :-))
  • Die Eingewöhnung dauert nur eine Woche und käme uns sehr entgegen
  • Es gibt die Möglichkeit an einem Schnupper-Waldtag teilzunehmen, um zu sehen, ob die Eltern und das Kind in die Gruppe passen.
  • Es gibt zwei Pädagogen, Stefan und Laurenz, und eine FÖJlerin, die die Kinder tagtäglich begleiten und für sie da sind.

Es ist alles einfach so witzig und vertraut, denn eine Mama habe ich freitags oft auf dem Spielplatz gesehen, der sich direkt neben dem Naturkindergarten befindet.

Wir sind immer noch Feuer und Flamme für den Naturkindergarten, genauso wie wir es im Juni 2015 schon waren. Damals hatte ich schon über den Naturkindergarten berichtet. Dort findet ihr auch nähere Informationen zum Konzept.

Jetzt hoffen wir auf eine positive Nachricht vom Naturkindergarten und die Einladung zum Wald-Schnupper-Tag.

Habt einen guten und stressfreien Start in den Tag

Alles Liebe

Mareike

02Jan/17

Auf ein tolles 2017!

Das neue Jahr ist nun schon zwei Tage alt und irgendwie fühlt es sich schon gar nicht mehr neu an. Ich war heute wieder arbeiten und somit bin ich schon wieder voll im Alltag angekommen. Grund für meinen fehlenden Enthusiasmus kann natürlich auch der immer noch starke Muskelkater vom Crossfit Probetraining sein. Aber was soll ich sagen: No Pain, No Gain!

Aktuell hat der Mann Urlaub und verbringt die Vormittage mit dem Kleinen zuhause, sodass ich, wenn ich aus dem Büro komme, die beiden gleich um mich habe. Das finde ich wirklich toll und zeigt, dass es wohl auch gut funktionieren würde, wenn der Mann mal zuhause bleibt. Doch ob ich wirklich je wieder Vollzeit arbeiten möchte, mag ich nicht sagen. 🙂

Den Nachmittag haben wir heute dann auch genutzt, um gemeinsam entspannt einkaufen zu gehen und als wir wieder zuhause waren, hat es doch wirklich angefangen zu schneien. Ich finde das wunderbar und freue mich wie ein Kind über die Schneeflocken. Irgendwie hat das meinen Tag gerettet und ich habe gerade hochmotiviert eine Bewerbung für eine Elterninitiative geschrieben, die sich an der Montessori Pädagogik orientiert. Und weil ich gerade motiviert bin, ist es auch Zeit die Ziele für 2017 niederzuschreiben. Es sind keine großen Ziele, sondern eher Themen, die uns bzw. mich dieses Jahr begleiten werden:

  • Einen Kindergartenplatz für Nepo finden. 
  • Eine neue Sportart ausprobieren und generell mehr Sport zu treiben
  • Zurück zu einer gesünderen Ernährung 
  • Meine Work-Life-Balance finden

Einen Kindergartenplatz für Nepo 

Das wird uns sicher die ersten Monate sehr beschäftigen. Obwohl wir uns auf dem Kita Finder der Stadt München schon für viele Kindergärten registriert haben, so geht doch jetzt erst die Phase der Infotage los. Ich habe zwar schon Bewerbungen geschrieben, aber ab nächste Woche werde ich beginnen bei den einzelnen Einrichtungen anzurufen, um nach den Terminen für die Infotage zu fragen, sofern sie nicht auf der Website kommuniziert werden.

Das wir für Nepo eine Montessori Einrichtung finden, ist für uns sehr wichtig, da wir die Pädagogik von Maria Montessori und Emmi Pikler schon seit langer Zeit verinnerlicht haben und Nepo aktuell auch eine Montessorikrippe besucht. Ich habe Bedenken, dass die Umstellung von Montessori auf eine städtische Einrichtung zu groß und zu intensiv sein kann. Auch wenn wir im Alltag Nepos Selbständigkeit fördern und Wert auf Übungen der Stille und die freie Bewegungsentwicklung legen und die Erzieher im Kindergarten es so gar nicht toll finden, wenn er mit dem Messer hantiert, sich weigert Hausschuhe anzuziehen oder die Umgebung für ihn zu laut ist.

Es wird auf jeden Fall eine interessante und aufregende Zeit. Sicher werden wir Rückschläge einstecken müssen und über Engagement das fehlende „Vitamin B“ kompensieren müssen. Ich bin ehrlich gespannt, wo wir im Juni 2017 stehen und welchen Kindergarten wir dann gefunden haben. Es bleibt spannend. Zu spannend für mich. 😀

Eine neue Sportart auszuprobieren und generell mehr Sport treiben

Mit einem Muskelkater ist es natürlich schwierig, sportlich und hochmotiviert ins neue Jahr zu starten. Doch ich bin guter Dinge. 🙂

2016 war definitiv kein gutes Jahr für meine Gesundheit und somit auch kein gutes Jahr für Sport. Es gab zwar immer wieder Phasen, da bin ich jeden Tag laufen gewesen, aber leider gab die „Durchhänger“ Phasen noch öfters. Jetzt soll alles anders werden.

Ich möchte wieder mehr laufen und habe mir jetzt auf Runtastic das Ziel von 650 km für dieses Jahr gesetzt. Doch beim Laufen möchte ich es nicht belassen. Darum habe ich mich entschieden, mit Crossfit anzufangen. Am 30.12. habe ich meine Rookie Stunde absolviert und leide noch heute am Muskelkater. Ich glaube ich habe noch nie eine Sportart gemacht, in der ich in so kurzer Zeit solchen Muskelkater hatte.

Nun habe ich am 09. Januar noch einen Zahnarzttermin und je nach dem was er sagt, könnte ich eigentlich am 15. Januar mit dem Einsteigerseminar loslegen, dass Voraussetzung für das Training in der Box ist. Nun, ich hoffe das beste. 🙂

Zurück zu einer gesünderen Ernährung

Ich denke, dass es letztes Jahr sportlich nicht so gut für mich lief, lag sicher auch daran, dass ich meine Ernährung vernachlässigt habe. Sicher, habe ich 2016 gut mit Paleo und ketogen angefangen, aber irgendwann schlich sich dann wieder der Zucker und das Weißmehl ein und meine Energie und mein Elan versanken teilweise Wochen im Keller.

Das will ich jetzt ändern und mich wieder auf Paleo konzentrieren, wobei ich doch so gerne Ziegenkäse esse. Also vielleicht doch ketogen? Ach, ich muss mich einfach mal wieder in das Thema reinlesen.

Vor allem muss ich lernen, wieder regelmäßig zu essen. Denn aktuell esse ich bis 14:30/15:00 Uhr gar nichts, weil ich im Büro keine Zeit habe und auch irgendwie keinen Hunger. Doch wenn ich Sport mache, dann treibt mich der Hunger um und ich bin immer auf der Suche nach was Essbarem. Leider treibt mich dann die Unterzuckerung dazu, einfach wahllos in den Kühlschrank oder in das Süßigkeitenfach zu greifen und das erst beste zu essen.

Also auch hier habe ich noch keinen wirklichen Plan und stehe ganz am Anfang. Aber ich habe ja noch um die 360 Tage Zeit, um mich zu entscheiden. 😀

Meine Work-Life-Balance finden

Das ist wohl aktuell meine schwierigste Baustelle und das liegt nicht am Job. Es liegt an mir selber. Leider gehöre ich nicht zu den Menschen, die auch in Teilzeit einfach nur ihren Job machen und mit verlassen des Büros auch alle Gedanken an die Arbeit hinter sich lassen. Nein, die Arbeit ist ständig präsent und schon nach einem Monat habe ich von 20 Stunden auf 25 Stunden aufgestockt, weil ich es sonst nicht geschafft hätte bzw. mich total unwohl gefühlt hätte.

Ich werde dieses Jahr die 25 Stunden durchziehen und zum Ende des Jahres entscheiden, ob ich meine Stunden wieder zurückfahre, oder ob ich dabei bleibe. Doch nur die Arbeitszeit ist es nicht. Es ist auch so, dass ich einfach nicht abschalten kann. Ich fühle mich Nepo gegenüber so schlecht, wenn ich mit ihm Bücher anschaue, esse oder spiele und in Gedanken bei der Arbeit bin.

Ich frage mich, wie das andere Mütter machen. Können sie abschalten oder mussten sie das auch erst lernen? Aktuell finde ich mein Leben nicht sehr toll, sondern habe das Gefühl nur noch am arbeiten zu sein. Die erste Zeit habe ich Nepo morgens mit dem Rad in die Krippe gefahren und nachmittags wieder abgeholt. Mittlerweile bringt mein Freund den Kleinen in die Krippe, weil die täglichen 16 km mit unserem 32 kg schwerem Lastenrad doch auf Dauer echt anstrengend waren. Zudem ist es nur noch ein Gehetze, so sehr, dass ich vor Weihnachten immer wieder auf Amazon Prime Now zurückgegriffen habe, um mir das Einkaufen und mir das Schleppen der Tüten und von Nepo in den 4. Stock zu ersparen.

Aktuell ist es im Büro ruhig und ich kann endlich in Ruhe arbeiten. Ich hoffe, dass bleibt noch einige Wochen so und ich schaffe es, für mich eine Work-Life-Balance herzustellen, die es mir ermöglicht, dass Büro Büro sein zu lassen.

Wie ich das als Hochsensible aber gestalten soll, muss ich auch erst noch rausfinden. Als Working Mum bin ich ja noch ganz frisch und erst seit zwei Monaten dabei. 🙂

Für mich wird 2017 sicher nicht das Jahr, in dem ich mein Leben auf den Kopf gestellt habe. Das will und muss ich nicht, denn mir geht es gut. Allerdings kann ich auch nicht sagen, dass alles so bleiben soll, wie bisher. Gerade die Themen „Job“ und „Kindergarten“ sind wahre Tretminen für mich. Geht eins von beiden schief, kann ich mir schon vorstellen München den Rücken zu kehren, weil ich einfach keinen Bock mehr habe, hier um alles zu kämpfen. Obwohl mir auch bewusst ist, dass in anderen Städten die Kitaplätze und angenehmen Teilzeitjobs auch nicht einfach so vom Himmel fallen.

Es bleibt also spannend 🙂

31Dez/16

Und tschüss, 2016.

Seit dem letzen Beitrag sind Monate vergangen. Und da wo ich jetzt stehe, davon hatte ich bei meinem letzten Beitrag noch nicht einmal eine Ahnung. Hier sind die Highlights der letzten Wochen und Monate im kurzer Auflistung:

  • Nepo geht seit September in die Krippe
  • Ich selbst arbeite seit Oktober wieder 25 Stunden die Woche
  • Wir haben viel, viel Zeit an der frischen Luft und auf unserem geliebten Lastenrad verbracht
  • Ich habe mich viel mit Montessori, Englisch, DIY im Haushalt und für Nepo beschäftigt
  • Leider hatte und habe ich immer noch langwierige Zahnprobleme und die letzten Wochen und Monate waren von Virusinfekten und Erkältungen geprägt
  • Ich habe Probetrainings im Crossfit mitgemacht und bin hochmotiviert das die nächsten Wochen und Monate zu intensivieren.
  • Wir waren im August das erste Mal zelten, so richtig am Gardasee, mit Gardasee Unwetter und heftigem Gewitter rund um unser Zelt 😉
  • Leider habe ich meine Ernährung vernachlässigt und Zucker, sowie Getreide haben sich wieder in meine tägliche Ernährung eingeschlichen.

Das sind so die Dinge, die mir spontan aus dem letzten Jahr einfallen. Ich selbst muss sagen, dass 2016 so schnell vergangen ist und ich gerade mit den letzten Monaten gehadert habe. Das mit der Work-Life-Balance funktioniert hinten und vorn nicht, die Angst keinen Platz in einem Montessorikindergarten zu bekommen, treibt mich um wie einen hungrigen Hund und auch sonst bin ich froh, dass 2016 rum ist. Auch meine Sucht nach Challenges habe ich aufgegeben und lebe jetzt lieber einfach mal entspannt, anstatt mich mit Zuckerentzug oder Konsumauszeit selbst zu kasteien. Ich finde in der heutigen Zeit ist das Leben anstrengend genug. 😉

Ich habe auch gelernt, dass Social Media per se nicht böse ist und das ich einfach nur an meiner Einstellung arbeiten muss. Das Lesen über Hochsensibilität und Introversion haben mir sehr geholfen, Dinge aus einer gewissen Distanz zu sehen und zu verstehen, warum ich bei manchen Dingen immer die Augen rollen muss und warum ich gewisse Situationen immer wieder auf die Palme bringen. Ich bin hochsensibel und introvertiert und das ist absolut okay. Allein das Lesen und recherchieren dieser Thematik hilft schon, Strategien für den Alltag – auch und vor allem mit Kind – zu entwickeln. Ich schaffe es zwar immer noch nicht, rechtzeitig meine Grenzen aufzuzeigen, aber ich werde als Mutter entspannter.

Der Start der Krippe

Das Verhältnis zu meinem Sohn ist super, aber trotzdem war es im September Zeit, dass er die nächste Stufe erklimmt. Ich habe im Sommer gemerkt, dass ich ihm nicht mehr gerecht werden konnte. Das er mit zwei Jahren eben andere Erwartungen an eine vorbereitete Umgebung hat, als ich sie ihm geben kann.

Die ersten Wochen in der Krippe waren und sind ein Segen. Nepo hat sich von Anfang an wohlgefühlt und schon Freunde gefunden. Auch seine Bezugspädagogin Regina hat einen hohen Stellenwert für ihn. Doch die Zeit von September bis Dezember war schon lang und ich glaube Nepo geniesst jetzt die zwei Wochen zuhause mit mir und seinem Papa.

Generell muss ich sagen, dass Nepo schon in der Montessori Krippe so viel Eindrücke hat, dass er nachmittags nach der Krippe nichts mehr machen möchte. Er sitzt manchmal zwei Stunden am Küchentisch und spielt mit seinen Autos. Für mich war das am Anfang eine Umstellung, da wir ja so viel Zeit draußen verbracht haben. Manchmal hatte ich auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich gehört habe, was andere neben der Krippe noch mit ihren Kindern so alles machen. Doch mittlerweile freue ich mich darauf, dass wir den Nachmittag und frühen Abend für uns haben. Manchmal einfach nur Bücher anschauen oder über 1,5 Stunde lang Brei essen und über die Aussicht aus dem Fenster sprechen.

Das Sprechen

Da ich gerade bei „sprechen“ bin. Noch bei der U7 im August war es so, dass ich von 50 möglichen Worten nur 2 Worte ankreuzen konnte, die Nepo sprach. Ich glaube eins davon war „nein“. Ich gebe zu, dass es manchmal schwierig war, zu akzeptieren, dass jüngere Kinder mehr sprachen, als er. Doch ich habe mich auf meine Intuition verlassen und Nepo die Zeit gelassen. Und mittlerweile redet er jedes Wort nach, spricht in Sätzen und hat sich durch die Konversation in der Krippe unglaublich schnell einen Sprachschatz angeeignet.

Auch hier kann ich Maria Montessori nur zustimmen, dass jedes Kind seinen eigenen Bauplan hat.

 

Ach, es gibt noch so viel aus 2016 zu berichten. Aber ich bin ehrlich: Der Muskelkater vom Crossfit Probetraining macht mich fertig und ich muss jetzt wieder auf die Couch und morgen dann auch wieder arbeiten.

 

Wie war denn Euer 2016? War es ein gutes Jahr oder eher ein schlechtes? Worauf hättet ihr verzichten können und worüber wart ihr in diesem Jahr froh?

Ich freu mich auf Eure Berichte und hoffe jetzt wieder mehr Zeit für den Blog zu haben.

Alles Liebe

Mareike

 

25Apr/16

Woche 3 der Konsumauszeit

Schon wieder ist eine Woche vergangen. Die Zeit rennt und ich habe das Gefühl, dass ich diesen Monat besonders intensiv erlebt habe. Ob das jetzt an der Konsumauszeit hängt, an dem Hoch nach der schwierigen Zeit mit Nepo oder an den vereinzelt schönen Tagen, die es bis jetzt im April ja doch gab, weiß ich nicht. Kurzum: Mir geht es sehr gut, obwohl sich so langsam die Frühjahrsmüdigkeit bemerkbar macht.

Wie verlief meine Woche?

Diese Woche haben Nepo und ich unheimlich viel erlebt und gemacht. Wir waren wieder viel, viel draußen an der frischen Luft. Besuchten den Zoo, das erste Mal einen Naturtreff, der vom Naturkindergarten Bogenhausen organisiert wird, radelten mit meinem Freund am Freitagabend durch den Englischen Garten und testeten Spielplätze aus. Am Samstag waren wir auf dem Hinterhofflohmarkt hier in Haidhausen und gestern bei Freunden zu Besuch auf dem Land. Also wirklich Land, nicht Speckgürtel und Vorstadt, nein Land.

Ich merke wie sehr mich diese Konsumauszeit beschäftigt und wie ungern ich aktuell in Läden gehe, um einzukaufen. Wobei die einzigen Läden die ich aktuell besuche ja nur der Biosupermarkt und dm sind. Denn mein Konsum beschränkt sich auf Lebensmittel und Drogerieartikel. Trotzdem meide ich auch diese Märkte und kehre nur ein, wenn wir wirklich was brauchen. Bin ich aber bei Alnatura oder Basic, dann auch mit vollem Bewusstsein. Seit dieser Woche parke ich meinen Kinderwagen immer vor dem Laden, damit ich Nepo entspannt den kleinen Einkaufswagen schieben lassen kann, ohne immer hinter ihm herzurennen und meinen Kinderwagen irgendwo im Gang parken zu müssen. Das macht das Einkaufen für uns beide angenehmer. Wir kaufen mittlerweile auch nur noch dass, was wir wirklich zeitnah aufbrauchen. Für die Datenkraken ist unser Einkauf aktuell wirklich sehr eintönig und der Kassenzettel könnte auch nur copy&paste sein. Es gibt immer nur Bananen, Frischmilch, Zucchini, Eier, manchmal Fleisch und hin und wieder Nudeln in Tierform für den Kleinen. Das sind so die Sachen, auf die wir gerade Lust haben.

Leider muss ich sagen, dass wir diese Woche viel auswärts gegessen haben. Das ist ja sonst bei uns überhaupt nicht der Fall, aber durch das schöne Wetter sind wir abends einfach noch zu dritt draußen rumgeradelt und waren mal im Biergarten oder bei der Hamburgerei. Abgesehen davon, dass es dem Geldbeutel nicht gut tut, fühle ich mich heute so aufgedunsten, dass das spätere Joggen sicher eine Qual wird. Uns ist diese Woche damit auch wieder klar geworden, dass wir das abendliche Kochen vermissen. Es war früher ein Ritual und jetzt ist jeder Abend irgendwie gleich zäh – ohne festes Essen nur mit Abhängen. Allerdings glaube ich, dass es auch einfach nur an diesem Wetter hängt. Wenn es langsam wärmer wird, dann werden wir sicher viel Zeit an der frischen Luft verbringen und irgendwo hin radeln und unser Essen mitnehmen.

Der Hinterhofflohmarkt

Am Samstag fand endlich der lang ersehnte Hinterhofflohmarkt statt. Ob es am Wetter lag oder daran, dass wir den Abend zuvor bei einem geselligen Miteinander mit anderen im Haus gefeiert haben und erst um 02:30 Uhr im Bett lagen, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall fand ich den Flohmarkt nicht prickelnd. Er war total überfüllt, die Sachen die angeboten wurden, waren bis auf einen riesigen Bagger, ein Baustellenset bestehend aus einem Gabelstapler und einem Kran, sowie ein paar Kleinigkeiten für Nepos Küche, alle nicht unser Ding. Vielleicht hatte ich einfach zu hohe Erwartungen und muss lernen, dass es bestimmte Sachen gibt, die sind als Familie oder mit einem Kind in Nepos Alter halt nicht mehr so dolle. Für ihn war es sicher ätzend langweilig von Hauseingang zu Hauseingang geschoben zu werden, für meinen Freund sicher doof, weil er nicht in die Innenhöfe konnte, da der Kinderwagen bei den Massen nicht reingepasst hätte und für mich war es blöd, weil ich immer nur krampfhaft gesucht habe. Früher haben wir uns die Innenhöfe angeschaut und die Leute und uns einfach gefreut, dass es sowas gibt. Am Samstag habe ich fast einen Anfall bekommen, weil irgendeine Olle (sorry) vor meinen Augen gutes Holzobst und Holzwürste weggeschnappt hat und den Verkäufer auch noch runtergehandelt hat. Für mich blieb nicht viel übrig und ich habe sicher zu viel bezahlt für so wenig Küchenzeug. Warum ich das gekauft habe, kann ich nicht sagen. Es war eine sinnlose Geldausgabe und ich habe sicher 20 Minuten gebraucht, um wieder runterzukommen. So hat mich die Alte aufgeregt. Und das kann sicher nicht Sinn und Zweck eines Samstagvormittags sein.

Mir ging es erst besser, als wir für Nepo endlich den langersehnten Bagger gefunden haben. Es war für ihn Liebe auf den ersten Blick. Das der nur 2 EURO kostet, konnte ich erst nicht glauben. Abends habe ich dann mal bei Amazon nachgeschaut. Neuwertig liegt der bei 37 EURO. Aber es ging nicht um den Preis, sondern darum, dass wir etwas gefunden hatten, was Nepo sich schon lange gewünscht hat. Und er hat wirklich eine innige Liebe zu Baggern. Es gibt keinen Bagger in München den er nicht sofort sehen würde und bei dem wir mindestens 5 Minuten stehen bleiben müssen, damit er ihn begutachten kann.

Aber auch den Gabelstapler und den Kran, die wir im Set für 3 EURO gekauft haben, liebt er heiß und innig. Nur meinen Fehlkauf – die Küchenutensilien schaut er nicht an, was mich den Kauf noch mehr bereuen lässt. Ach, wäre ich doch nur einfach weitergegangen. Scheiße! 🙁

Eine ganz tolle Sache hatte der Hinterhofflohmarkt dann aber doch noch: Wir haben das HEI (Haus der Eigenarbeit) entdeckt. Das ist genau das, wonach wir gesucht haben. Dort kann man in einer Werkstatt selbständig Dinge reparieren, Handwerkskurse wie Töpfern oder Buchbinden besuchen oder am Repair Cafe teilnehmen. Ich bin schlichtweg begeistert von der Einrichtung. Vielleicht werde ich irgendwann mal einen Kurs im Buchbinden machen. 🙂

Mein Fazit zur Woche

Alles in allem war es eine gute Woche. Am glücklichsten haben mich allerdings wieder die Momente gemacht, die eigentlich nichts kosten. Die Radtouren mit Nepo, der Naturtreff in Bogenhausen, die Spielplatztour in den Englischen Garten und die Begeisterung von Nepo für die Affen und die Streichel-Ziegen im Tierpark Hellabrunn. Daran muss ich denken, wenn mich die negative Flohmarkterinnerung vom Samstag wieder einholt.

In diesem Sinne: Habt eine schöne Woche

 

 

18Apr/16

Woche 2 der Konsumauszeit

Der April schreitet voran und die zweite Woche im „konsumfreien“ Monat liegt schon weit hinter mir. Auf der einen Seite kann ich natürlich sagen, dass es mir nicht schwer fällt auf Dinge wie Kosmetikartikel, Klamotten oder Spielzeug für Nepo zu verzichten. Auf der anderen Seite haben wir uns letzten Samstag ein Lastenfahrrad gekauft, dass kostenmäßig fast an einen Gebrauchtwagen rankommt. Jetzt könnte ich natürlich sagen: Mein Freund hat das Fahrrad gekauft und er macht keine Konsumauszeit. Aber das zählt nicht, denn ich habe diesen Samstag das Rad abgeholt und werde wohl auch der Nutznießer dieser Anschaffung sein.

Hintergründe zum Kauf des Nihola Lastenrad

Das Lastenfahrrad war sicher keine spontane Idee, sondern wir hatten den Kauf schon lang geplant. Da wir kein gutes gebrauchtes gefunden haben und uns die Beratung und das Probefahren im Fahrradladen überzeugt hat, war der Kauf absehbar. Das er aufgrund der Rahmenbedingungen jetzt doch so schnell stattgefunden hat, war dann doch überraschend.

Ich habe das Fahrrad jetzt am Samstag abgeholt und der Weg zum Riesenflohmarkt, zum Frühlingsfest, danach über den Hauptbahnhof, zum Viktualienmarkt, Odeonsplatz und über das Maximilianeum war ein Traum. Ich habe das Radfahren vermisst und mit diesem Lastenrad bin ich einfach nur glücklich. Es ermöglicht mir Nepo ab September immer in die Krippe zu fahren und von dort wieder abzuholen, aber wir können damit jetzt schon zum Zoo fahren, den Naturtreff besuchen und am Wochenende mit meinem Freund das Auto stehen lassen und uns entlang der Isar die frische Luft um die Ohren wehen lassen. Dieses Fahrrad ermöglicht mir eine Mobilität wie sie mir selbst ein Auto nicht geben kann, wenn man bedenkt, dass wir in München leben, wo Parkplätze einfach immer Mangelware sind und wenn man einen ergattert hat, ordentlich Parkgebühren zahlen muss.

Ich sehe hier oft Lastenräder auf denen steht: Ich ersetze ein Auto. Mit Hinblick auf eine autofreie Zeit auch für meinen Freund ist das sicher eine Option für uns. Gerade jetzt im Frühling/Sommer könnten wir es mal einen Monat ohne Auto probieren. Mein Freund müsste dann immer mit dem Rad ins Büro fahren und wir könnten ihn dort mit unserem Lastenrad abholen und gemeinsam zum Paulaner Biergarten oder sonst wo hinfahren. Ob mein Freund sich wirklich darauf einlässt, bleibt abzuwarten. 😉

Morgen werden wir das erste Mal mit dem Fahrrad zu unserem Montessori-Kurs fahren. Ich kann mir so in Ruhe die besten Wege für später in die Krippe aussuchen, denn die ist ja im gleichen Haus untergebracht. Da mein Freund mich Dienstags immer zum Kurs gefahren hat, damit wir nicht die U-Bahn im Berufsverkehr nehmen müssen, fällt die Hin- und Rückfahrt jetzt schon mal weg.

Am Mittwoch werde ich mit Nepo in den Zoo fahren. Entlang der Isar sind die 6 bis 7 Kilometer sicher kein Hexenwerk. Zudem gibt es im Zoo dann Bollerwagen, die wir uns ausleihen können. Ich habe noch eine Jahreskarte, sodass uns bis auf das Essen wohl keine Kosten entstehen werden. Am Donnerstag werden wir dann das erste Mal den Naturtreff eines ca. 5 Kilometer entfernten Naturkindergarten besuchen. Auch hier gibt es wohl keine Kosten, maximal auf Spendenbasis. Da unser Foodsharing-Punkt hier in Haidhausen nur an zwei Tagen für je eine Stunde geöffnet hat, möchte ich mit Nepo zum Eine-Welt-Haus am Hauptbahnhof fahren, denn dort sind sie von morgens bis abends besetzt und ich habe noch einiges an Essen abzugeben. Auch der Laden „Brauchbar“, bei dem man Dinge abgeben kann und dafür Dinge mitnehmen kann, ohne dafür zu bezahlen, wollen mein Freund und ich mit dem Rad besuchen. Auch den Freiluftsupermarkt, der hier im Sommer eröffnen wird, wollen wir mit dem Rad besuchen. Dazu natürlich noch das Konsumkritische Tollwood, dass im Sommer immer im Olympiapark stattfindet. Sicher ist es mit der U-Bahn auch ökonomisch, aber ich finde ein Rad gibt einem doch mehr Mobilität. Und ich möchte Nepo und mir die stickige U-Bahn-Luft, defekte Aufzüge und motzende Leute, wenn wir die Rolltreppe blockieren, vermeiden.

Was war in der vergangenen Woche sonst noch los

Abgesehen von dem Kauf des Lastenrads war konsumtechnisch die letzte Woche für den Handel sehr mau. Wenn ich gekauft habe, dann nur Lebensmittel und dann nur Bio. Hatte ich Lust auf Fleisch, habe ich das reduzierte genommen, weil ich dann das Fleisch auf jeden Fall noch am gleichen Tag bzw. am nächsten Tag zubereiten musste. Ich kaufe nur noch in kleinen Stückzahlen, weswegen unser Kühlschrank immer halbleer aussieht. Mein Freund war letzte Woche zweimal abends essen und das Wochenende über beruflich in Berlin. Wir waren also gut ausgestattet für die Woche und das Wochenende.

An Drogerieartikeln habe ich nur das gekauft, was wirklich notwendig war und das war bis auf Laminatreiniger und Spülmittel nichts weiter.

Kosmetik- und Hygieneartikel: Den Bestand nutzen

Von Kosmetikartikeln halte ich mich aktuell fern. Ich habe letzte Woche mein Shampoo und meine Spülung von Sante aufgebraucht. Als Shampoo nutze ich jetzt die Aleppo Seife meines Freundes. Spülung habe ich noch ein paar Pröbchen da und sonst zwei Haarkuren. Mittlerweile versuche ich mir die Haare nur jeden zweiten Tag zu waschen, was bisher undenkbar war. Als Körperöl nutze ich gerade ein Bäuchleinöl von Weleda. Das hatten wir 2014 für Nepo gekauft, aber nie wirklich viel genutzt. Nun ist es im März abgelaufen und ich mache es alle. Funktioniert ganz gut und ich fühle mich immer super, wenn der Schrank langsam aber sicher leerer wird.

Duschgel verwenden wir beide schon seit Monaten nicht mehr und von vergangenen Reisen und früheren Käufen haben wir noch eine gute Menge von Seife verfügbar, weshalb wir hier auch nichts brauchen.

Lebensmittelvorräte aufbrauchen

Wie viele Haushalte haben auch wir Unmengen an Lebensmitteln, die wir jetzt langsam aufbrauchen. Ich hatte letzte Woche zum Beispiel vergessen für Nepo Haferflocken zu kaufen. Als mir das am Sonntagmorgen auffiel, entschied ich mich, ein Chufli Müsli von Govinda zu nutzen. Ich hatte es vor Monaten gekauft, aber mit der ketogenen Ernährung war das nicht mehr das richtige für mich. Die Substanz nach dem Aufkochen ist gleich der des Haferbrei, in den ich zuletzt auch Erdmandeln reingemischt habe. Jetzt sind da halt auch noch Datteln und Teffmehl drin, aber was die Tibeter essen, kann Nepo ja nicht schaden. Verfeinert mit Bananen findet er es sogar super und ich kann das Müsli jetzt jeden Morgen mit gutem Gewissen zubereiten und später wieder auf Haferflocken oder andere Flocken umsteigen.

Auch ich nutze jetzt vermehrt Bestände und brauche die gefühlten Tonnen von Kokoschips und Kokosflocken auf, die noch übrig gebliebenen Superfoods wie Acai Pulver mische ich jetzt mit meinem morgendlichen Mascarpone-Kokosmilch-Flohsamen-Brei. Dazu noch die letzten Bestände Leinöl und alles wird etwas leerer.

Jetzt muss ich nur noch ein Zeitfenster finden, um meine übrig gebliebenen Rawfood Sachen aus dem letzten Jahr bei Foodsharing abzugeben.

Die Kunst des stilvollen Verarmens

Gerade habe ich ein Buch fertig gelesen, dass mir mein Freund empfohlen hat. Es ist das Buch „Die Kunst des stilvollen Verarmens„. Kein aktuelles Buch, wie man auch beim Lesen bemerkt, aber es ist doch witzig zu lesen. Sicher ist es etwas anderes, wenn ich von mir aus entscheide auf Dinge zu verzichten und den Weg des Minimalismus einzuschlagen, als wenn ich aus irgendwelchen Gründen in die Armut rutsche. Das wird in dem Buch leider überhaupt nicht wirklich deutlich. Es ist also eher ein Minimalismusbuch und zeigt die Herausforderungen, die wirklich arme Menschen jeden Tag aufs neue meistern müssen, nicht wirklich. Ich finde, solange jemand noch im Biomarkt einkaufen gehen kann, solange ist er nicht arm. Er lebt bewusst und reduziert, aber er ist nicht arm. Arm ist jemand der nicht aus Geiz zum Discounter geht, sondern weil es schlicht sonst nicht reicht, oder jemand, der die Dienste der Tafel in Anspruch nehmen muss. Jemand der dort ist, würde mir das Buch „Die Kunst des stilvollen Verarmens“ sicher und zu Recht um die Ohren hauen.

Wenn man also die harte Realität des Verarmens ausblendet, dann liest sich das Buch ganz gut, auch wenn es einfach nur das „Weniger ist das mehr“ in neuen Kleidern ist. Jetzt wartet „Leviathan“ von Thomas Hobbes auf mich.

Flohmarkt und Frühlingsfest auf der Theresienwiese

Ich hatte mich dieses Jahr zwar besonders auf den Flohmarkt auf der Theresienwiese gefreut, als ich aber das Fahrrad am Samstag abgeholt habe und mit Nepo zum Flohmarkt geradelt bin, war es mir irgendwie zu blöd, da rüber zu laufen. Ich hatte im Fahrrad noch alle Ersatzteile und wollte es nicht alles einfach nur irgendwo anschliessen. Also entschied ich mich, den Flohmarkt sausen zu lassen. Es war eh schon viel zu spät für tolle Käufe und irgendwie nervten mich die Menschenmassen. Also lief ich mit Nepo über das Frühlingsfest. Aber auch darauf hatten wir keine richtige Lust. Ich kaufte uns zum Mittag eine große Portion Pommes und wir setzten uns an den Rand, Nepo bestaunte die Achterbahn und die ganzen Menschen. Danach ging unsere Fahrt weiter Richtung München Innenstadt. Auch ohne den Besuch auf dem Flohmarkt war es ein wirklich tolles Wochenende, dass Nepo und ich allein gut gemeistert haben.

Entdeckung der Kinderbibliothek

Ich selbst bin ja schon seit gut einem Jahr ein begeisterter Fan unserer Stadtbibliothek im Gasteig. Am Freitag war ich nun das erste mal in der daneben liegenden Kinder- und Jugendbibliothek. Das Wochenende, dass wohl viel Regen bringen sollte und die Tatsache, dass ich mit Nepo allein war, führten mich in diese Räumlichkeiten. Nepo ist jetzt 20 Monate und seit einigen Monaten sind für ihn die Müllabfuhr und Bagger das größte. Also gingen wir am Freitagnachmittag in die Bib, um uns Baustellenbücher fürs Wochenende rauszusuchen. Wir wurden nach kurzer Suche fündig und liehen uns gleich mal sieben Stück aus. Die Bücher sind seitdem Nepos Lieblingsbeschäftigung, zusammen mit den zwei kleinen Baggern, die wir ihm wieder gegeben haben. Wir hatten vor einigen Wochen alle Autos weg getan, weil sich alles nur noch um diese Autos gedreht hat.

Jetzt ist er ganz Feuer und Flamme für seine zwei Bagger und die Bücher, die er abwechselnd alleine oder mit mir anschaut.

Auf dem Weg zur Ausleihe bin ich noch an einem Regal mit Spielen vorbei gelaufen. Es gibt wirklich tolle Spiele und Puzzle für die Kleinen und ich denke, dass ich mir wirklich mal eins ausleihen werde.

Mein Fazit

Mir geht es gut und ich habe nicht das Gefühl, dass mir irgendwas fehlt, wenn ich nicht hier oder da mal was kaufe. Ich freue mich so über das Fahrrad und bin unendlich dankbar, dass wir das nun schon abholen konnten. Gleichzeitig merke ich schon, wie Besitz auch gleich unentspannt macht. Das es gestern und heute so regnerisich war, macht mich ganz nervös. Das liegt auch an dem neuen Fahrrad, denn wenn wir es jetzt haben, dann müssen wir es auch nutzen. Nun sind die Prognosen jetzt auch nicht so doll, aber Dienstag bis Donnerstag wollen wir das Rad schon nutzen. Ich merke wirklich, dass mich das unter Druck setzt, auch wenn das jetzt vielleicht bescheuert klingt.

Ansonsten denke ich viel über Konsum nach und beobachte das Verhalten und den Besitz von anderen Familien auf dem Spielplatz und in unserem Innenhof. Dazu muss ich mich aber wohl mal separat äußern.

Die nächste Woche wird auf jeden Fall spannend, denn am 23. April findet der langersehnte Hinterhofflohmarkt hier in Haidhausen statt. Wie es wird, weiß ich noch nicht, denn die Wetteraussichten sind trüb, kalt und regnerisch. Vielleicht kommt mir das in meiner Konsumauszeit zu gute.

Jetzt werde ich erstmal wieder zu den beiden Männern gehen und mir von Nepo mal wieder ein Baggerbuch zeigen lassen.

Habt einen wunderschönen Abend!

Liebe Grüße

Mareike

14Apr/16

Die Zusage von Montessori 21 ist da :-)

Es ist schon eine Woche her, aber glücklich bin ich immer noch und werde es wohl auch für die Dauer der Krippenbetreuung sein. Letzten Donnerstag haben wir über den Kitafinder+ hier in München die Zusage für unsere absolute Wunschkrippe bei Montessori 21 bekommen.

Der Kitafinder+ wurde im November von der Stadt München eingeführt und ersetzte die bisherige Vergabe nach Wartelisten. Am Anfang war ich schockiert, denn ich hatte mich im Frühsommer 2014 für einen Platz im September 2016 angemeldet und meine Vermutung war, dass ich nun nicht mehr den Vorteil der Warteliste hatte, auf der ich ja eigentlich weit nach oben gerutscht sein müsste. Nach der Anmeldung beim Kitafinder+ im November gingen die Besuche der Kinderkrippen los. Es gab entweder Tage der offenen Tür, Infoabende oder feste Tage, an denen die Krippe besichtigt werden konnte. Teilweise waren dort noch Kinder, die eventuell gerade aßen oder spielten.

Zu jeder Besichtigung nahm ich Nepo mit und wir schauten uns gemeinsam die Krippe an. Je mehr Krippen ich besuchte, desto größere Bauchschmerzen bekam ich. Krippen in alten Gebäuden über drei Stockwerke verteilt waren die Regel, wobei nicht die alten Gebäude das Problem waren, sondern die Stockwerke. Keine Krippe fühlte sich warm und geborgen an. Und als ich bei einer Krippe dann noch die Selfie-Wand der Erzieherinnen sah, wo zig Selfies aufgehängt waren, die offensichtlich während der Kinderbetreuung geschossen wurde, war klar, dass mein Sohn nie, nie, nie in eine „reguläre“ Krippe kommen wird.

Ende Februar bekamen wir dann einen Anruf von Montessori 21 für ein Kennenlerngespräch, an dem sie uns und wir sie kennenlernen sollten. Anfang März waren wir dann also bei dem sehr vertrauten Gespräch, dass nur zwischen uns als Eltern, der Geschäftsführerin Gabi und der Leiterin des Kinderhauses, Barbara, stattfand. Nepo war natürlich auch dabei, aber da es in den Räumlichkeiten der Krippe stattfand, war er natürlich mit den dort angebotenen Materialien beschäftigt und fühlte sich sichtlich wohl.

Für uns war es ein tolles Gespräch und wir wussten, dass sich Nepo dort wohlfühlen würde, weil auch wir uns wohlfühlten. Ich als hochsensible Mutter achte ja sehr viel aus zwischenmenschliches und Dinge, die anderen entgehen würde, wie zum Beispiel das Licht in den Räumen, den Geruch der Räume oder die Sprechweise meines Gegenübers. Die Stimme von Barbara war für mich so beruhigend, wie ich es selten verspüre. Es war so ein warmes Gefühl, dass ich mich einfach nur wohl und zuhause fühlte. Auch die Art wie sie mit Nepo sprach und er gleich mit ihr interagierte hat mich überzeugt. Es sollte diese Krippe sein und sonst keine. Es ging nicht nur darum eine Montessorikrippe zu wählen, sondern vor allem darum einen Ort zu finden, an dem sich Nepo und ich, da ich die Eingewöhnung mache, wohl fühlen. Das es so wichtig ist, das ich mich wohlfühle liegt daran, dass Nepo sofort merkt, wenn ich von etwas nicht überzeugt bin oder meine Zweifel bzw. Ängste habe. Er nimmt das auf und wird selbst unsicher. Etwas, was sicher die Eingewöhnung in die Krippe erschweren würde.

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten viel gebangt und gehofft, dass es mit unserer Wunschkrippe klappt. Und als letzten Donnerstag, gleich am ersten Tag der Rückmeldung, die Zusage von Montessori 21 kam, waren wir überglücklich. Ich habe gelesen, dass 10% der 337.000 Anmeldungen gleich am ersten Tag einen Platz bekommen haben. Und wir gehören nicht nur zu den ersten 10%, sondern kommen auch noch in unsere Wunschkrippe. Ich habe dann am Donnerstag gleich unseren Platz bestätigt, sodass meine Anmeldung bei den anderen 10 Krippen erlischt und andere Eltern dadurch nicht mehr blockiert werden. Am Samstag lag dann der Vertrag in unserem Briefkasten und am Dienstag saß ich freudestrahlend in unserem Spielraum-Kurs, der ja auch bei Montessori 21 stattfindet. Dort kamen dann zwei weitere Kinder, die ebenfalls im September in die Krippe starten. So kann Nepo jetzt schon Kontakt zu anderen Kindern aufbauen. Und als ein Mädchen und er einträchtig in der Kiste mit dem Reis saßen und so vor sich hin schütteten, habe ich schon mal einen Eindruck bekommen, wie es vielleicht in der Krippe ablaufen kann. Und der Eindruck gefiel mir sehr gut.

Für uns schließt sich jetzt ein Kapitel, dass uns seit der Schwangerschaft begleitet hat. Ich geniesse die kurze Pause, die dann mit der Anmeldung für einen Kindergartenplatz in die neue Runde geht. Sicher hoffe ich, dass wir einen Platz bei Montessori 21 bekommen, aber das ist leider nicht sicher. Für uns heißt das, dass wir uns weitere Montessori Kindergärten anschauen, aber auch die Waldkindergärten wieder in Angriff nehmen. Es gibt unweit von hier einen Waldkindergarten, der donnerstags immer einen Naturtreff anbietet. Den wollen wir jetzt unbedingt wahrnehmen. Ich denke auch ein Waldkindergarten ist für Nepo toll, denn seit zwei Wochen sind wir nur noch draußen. Gestern wollte er mittags nicht heim, weshalb wir im Biergarten gegessen haben und abends, als es stark regnete, wollte er auch nicht nach Hause und weinte noch lange, nachdem wir zuhause waren.

Ich habe ihm versprochen, dass wir heute wieder rausgehen. Das Wetter soll schlecht sein, aber ich werde ihn einfach gut anziehen, in die Matschhose packen und die Regenjacke vom Flohmarkt einweihen. Ich selbst nehme wohl auch lieber einen Regenschirm mit, was eigentlich nicht so mein Ding ist. 😉

Wir geniessen die Zeit bis es im Mai/Juni dann die ersten Termine bei Montessori 21 gibt, in denen die Kinder nachmittags in der Krippe miteinander spielen. Die Termine gehen eine Stunde und die Eltern sind mit dabei. So lernt Nepo dann die Einrichtung kennen und sieht sie im September nicht gefühlt zum ersten Mal. In dieser Stunde sind dann auch die Pädagogen mit dabei, die dann die Eingewöhnung machen werden. „Bindung vor Bildung“ ist schließlich ein Hauptmotto bei Montessori 21.