Osterurlaub: Für einfach mal nichts tun

Es ist jetzt Freitag und mein Osterurlaub neigt sich dem Ende zu. Obwohl wir wetterbedingt zuhause geblieben sind und die Wohnung gemeinsam NULL mal verlassen haben, hatten wir eine super Zeit. Und Nepos „Hab dich lieb“ hat mich zum glücklichsten Menschen gemacht. 🙂

Die intensive Zeit zuhause

Ich sag es mal so und manche Mütter würden mich dafür steinigen, aber ich bin halt ehrlich: Ich war am Dienstagabend so fertig von diesen intensiven Stunden, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, ob ich das die nächsten Tage durchhalte. Und habe ich mich vor ein paar Tagen ernsthaft über die Work-Life-Balance beschwert? Ich sollte mich mal um meine Mom-Life-Balance kümmern. Da ist die Ermüdungsgrenze definitiv niedriger.

Jetzt aber im Ernst: Es war eine tolle Zeit mit Nepo. Den Dienstag haben wir benötigt, um uns einzuspielen, am Mittwoch lief es dann schon super und gestern und heute hatten wir wirklich eine tolle Zeit miteinander.

Dienstag war ich noch so im „Gott, wie kriege ich den Tag rum“ Modus. Den hatte ich aber schon seit der Geburt und es war viel Arbeit in den zwei Jahren Elternzeit von diesem Modus wieder runterzukommen und einfach im Hier und Jetzt zu sein. Ich denke ich kann das schreiben, weil die wenigsten von uns im Hier und Jetzt leben. Wäre es anders, würde es weniger Depressive und Burn-Out-Kandidaten geben und noch weniger, die verzweifelt nach dem Sinn des Lebens suchen. Ich suche übrigens immer noch, aber mehr so nebenbei. 😉

Auch den Einkauf haben wir am Dienstag online über Rewe erledigt und uns die Lebensmittel nach Hause liefern lassen. Nach den Feiertagen sah unser Kühlschrank ja eher sehr leer aus und für eine ketogene Ernährung ist das Konsumieren von Schoko-Osterhasen eher nicht so optimal. 😉

Am Mittwochnachmittag kamen dann die Großeltern aus Augsburg vorbei und das freut mich immer sehr. Ich weiß, dass nicht jeder so entspannte Schwiegereltern hat, die sich komplett aus der Erziehung raushalten und uns immer wieder zurückspiegeln, dass wir schon einen guten Job machen. Mit meinem zukünftigen Schwiegervater verstehe ich mich sehr gut und für mich bedeuten ihre Besuche auch einfach mal abhängen und lange mit ihm reden. Man lernt ja auch nie aus. 🙂

Donnerstag waren wir dann wieder den ganzen Tag zusammen und haben eigentlich in den Tag reingelebt. Morgens habe ich aus Teig Knete hergestellt und für Nepo verschiedene Farben angerichtet, danach haben wir Bücher angeschaut, mit seinen Matchbox gespielt, getanzt, uns im Spaß geärgert. Er hat mir bei der Wäsche geholfen und wie ein Irrer die Türen abgeputzt. Wir hatten wirklich kein Programm, sondern sind ohne Stress und Hektik durch den Tag geschwofft.

Das gleiche heute am Freitag. Bücher anschauen, Matchbox spielen, die Scheiben gemeinsam putzen, ausruhen, Joghurt essen, schlafen und nun warte ich, dass der kleine Matz seinen Mittagsschlaf beendet. Heute abend werden wir Pizza essen – ich eine ketogene und Nepo will eine normale mit Oliven. (Ja, ne, is klar) 😉

Die letzten Tage fernab von Montessori

Hätte ich mir früher noch Montessori Angebote überlegt, habe ich mich dieses Mal einfach treiben und von Nepo mittragen lassen. Was zur Folge hatte, dass wir fast nur mit seinen Autos gespielt haben. Und ich bin wahrlich kein Freund von Matchbox Autos.

Zum Glück fand er dann andere Sachen genauso spannend. Vielleicht lag es am Wetter, dass er ein Malbuch über Weihnachten rausgezogen hat und ich mit ihm die ganzen Bilder ausgemalt habe. Das war sehr lustig, denn für Nepo musste der Hirsch ein blaues Geweih haben und der Weihnachtsmann grüne Haare.

Auch puzzeln war wieder angesagt. Mittlerweile legt Nepo schon richtige Puzzle allein zusammen und ist nicht mehr nur auf die Puzzle mit den Formen festgelegt. Es sind immer noch Kinderpuzzle mit Feuerwehrmotiv oder ähnlichem, aber er hat die Logik der Puzzle schon verstanden und schafft es allein die Hälfte eines großen Puzzles zusammenzulegen. Ich hatte mich kurz hingelegt, weil ich einfach müde war. Nepo hat sich dann neben das Bett gesetzt und gepuzzelt. Dann hat er mir stolz gezeigt, was er schon alles gemacht hat und ich war ehrlich gesagt sprachlos. Jetzt können wir bei den Flohmärkten auch nach neueren Puzzlen schauen. Denn ab dem 6. Mai starten die Hinterhofflohmärkte in München.

Nepo hat mir sehr im Haushalt geholfen. Besonders der Scheibenabzieher hat es ihm angetan und er hat gefühlt alles in der Wohnung geputzt – inklusive der Scheiben 🙂

Arbeiten im Urlaub

Ich arbeite gern, auch wenn es in den letzten Wochen sehr anstrengend war, aber ich liebe es zu arbeiten. Ich hatte mir ja für die vier Tage vorgenommen, nur morgens vor dem Sport und mittags, wenn Nepo schläft in die Mails zu schauen. Ehrlich gesagt, habe ich heute das erste Mal länger am Rechner verbracht, als die letzten Tage.

Meine Motivation hielt sich jetzt im Urlaub in Grenzen und alle Aufgaben und Gedanken haben sich in meinem Kopf verfestigt, sodass ich sie am Wochenende nur runter schreiben muss.

Ein paar Mail musste ich schreiben, naja, ob ich das wirklich musste, weiß ich jetzt auch nicht, aber es war jetzt kein stundenlanges Sitzen vorm Rechner.

Jetzt freu ich mich am Montag wieder ins Büro zu kommen und alle wiederzusehen. Ja, für mich ist das eben nicht nur Geld verdienen, um das dann wieder in Klamotten bei BestSecret oder Zalando zu investieren. Arbeiten ist mehr für mich, auch weil ich ein sehr feedbackgetriebener Mensch bin. Und wo bekommt man weniger Feedback und Dankbarkeit als im Job als Mutter.

Kein Leben ohne Sport

Ich habe es diese Woche sogar zweimal ins Crossfit geschafft – jeweils Mittwoch und Freitag morgens um 06:30 Uhr. Dienstag und Donnerstag war ich laufen. Wobei ich am Donnerstag, dann zum ersten Mal meine 10,4 km/h gelaufen bin. Ich war noch nie so schnell.

Für Samstag und Sonntag stehen weitere Läufe an, je nach dem wie fit ich bin. 10 Kilometer an einem der beiden Tage sollten aber schon drin sein. Am Wochenende gehe ich eher auf Distanz, als auf Geschwindigkeit.

Ich merke immer wieder, wie viel Spaß mir der Sport aktuell macht. Vielleicht weil ich trotz größter Anstrengung noch kein richtiges Hobby gefunden habe oder weil ich einfach Zeit für mich brauche. Gerade das Laufen hilft mir ungemein beim Abschalten.

Crossfit an sich mache ich eigentlich erst seit Anfang März und muss sagen, dass ich immer motivierter bin. Ich habe lange überlegt, ob das so mein Sport ist – mit den anderen Höchstleistungen zu bringen oder ob ich doch nicht lieber in meinem Fitnessstudio einsam mein Zirkeltraining durchziehen soll.

Doch die Trainer sind super und irgendwie ist bei Crossfit jeder willkommen, der einfach etwas neues ausprobieren will und auch keine Angst vor dem Erreichen der eigenen Grenzen hat. Mir haben die 1,5 Monate Crossfit schon so viel gebracht, wie keine andere Sportart. Alles verändert sich: der Körper und vor allem der Geist. Über Crossfit habe ich auch wieder begonnen an meiner Ernährung rumzutesten und wieder mit der ketogenen Ernährung angefangen.

Ich fühle mich aktuell so fit und gut wie seit vielen Jahren nicht mehr und das koste ich jetzt aus. Ich denke, dass ich bald auf einem Plateau sein werde und keine wesentlichen Veränderungen mehr feststelle, aber bis jetzt läuft alles super toll und ich bin einfach nur glücklich.

Mein Fazit

Mamasein ist ein verdammt harter Job und ich denke wirklich, dass ich an meiner Mom-Life-Balance arbeiten muss und nicht an der Work-Life-Balance.

Ich hatte wunderbare Stunden und Tage mit Nepo. Wir haben viel gealbert, gelacht, gemeinsam ausgiebigen Mittagsschlaf gemacht und uns auch mal gezofft. Aber ich habe das erste Mal seit Wochen wieder das Gefühl, dass wir uns angenähert haben und wieder eine Einheit bilden.

Ich bin auch froh, dass wir die Tage drin geblieben sind, denn so konnten wir das alles ausgiebig auskosten und uns einfach treiben lassen, statt von Spielplatz zu Spielplatz zu hetzen oder uns mit anderen Familien durch den Zoo zu schieben.

Ich lerne so langsam Dinge einfach geschehen zu lassen und entspanne immer mehr. Gestern habe ich auf Amazon Music einen wunderbaren Jazz Kanal getroffen, der so entspannte Musik spielt, dass es mir so leicht und warm ums Herz wird, dass ich am liebsten sagen würde: Augenblick, verweile doch, du bist so schön.

Aber das habe ich im Buddhismus gelernt: In dem Moment in dem dir das größte Glück bewusst wird, ist es schon vergangen und wird in dieser Form nicht wieder kommen. Alles ist im Fluß meine Lieben, alles fließt und wir sollten uns einfach vom Fluß treiben lassen. Und am Ende des Tages ergibt alles einen Sinn.

Mit diesen Worten schließe ich meine Woche und wünsche Euch einen wunderbaren Abend

Alles Liebe

Mareike

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