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14Apr/16

Die Zusage von Montessori 21 ist da :-)

Es ist schon eine Woche her, aber glücklich bin ich immer noch und werde es wohl auch für die Dauer der Krippenbetreuung sein. Letzten Donnerstag haben wir über den Kitafinder+ hier in München die Zusage für unsere absolute Wunschkrippe bei Montessori 21 bekommen.

Der Kitafinder+ wurde im November von der Stadt München eingeführt und ersetzte die bisherige Vergabe nach Wartelisten. Am Anfang war ich schockiert, denn ich hatte mich im Frühsommer 2014 für einen Platz im September 2016 angemeldet und meine Vermutung war, dass ich nun nicht mehr den Vorteil der Warteliste hatte, auf der ich ja eigentlich weit nach oben gerutscht sein müsste. Nach der Anmeldung beim Kitafinder+ im November gingen die Besuche der Kinderkrippen los. Es gab entweder Tage der offenen Tür, Infoabende oder feste Tage, an denen die Krippe besichtigt werden konnte. Teilweise waren dort noch Kinder, die eventuell gerade aßen oder spielten.

Zu jeder Besichtigung nahm ich Nepo mit und wir schauten uns gemeinsam die Krippe an. Je mehr Krippen ich besuchte, desto größere Bauchschmerzen bekam ich. Krippen in alten Gebäuden über drei Stockwerke verteilt waren die Regel, wobei nicht die alten Gebäude das Problem waren, sondern die Stockwerke. Keine Krippe fühlte sich warm und geborgen an. Und als ich bei einer Krippe dann noch die Selfie-Wand der Erzieherinnen sah, wo zig Selfies aufgehängt waren, die offensichtlich während der Kinderbetreuung geschossen wurde, war klar, dass mein Sohn nie, nie, nie in eine „reguläre“ Krippe kommen wird.

Ende Februar bekamen wir dann einen Anruf von Montessori 21 für ein Kennenlerngespräch, an dem sie uns und wir sie kennenlernen sollten. Anfang März waren wir dann also bei dem sehr vertrauten Gespräch, dass nur zwischen uns als Eltern, der Geschäftsführerin Gabi und der Leiterin des Kinderhauses, Barbara, stattfand. Nepo war natürlich auch dabei, aber da es in den Räumlichkeiten der Krippe stattfand, war er natürlich mit den dort angebotenen Materialien beschäftigt und fühlte sich sichtlich wohl.

Für uns war es ein tolles Gespräch und wir wussten, dass sich Nepo dort wohlfühlen würde, weil auch wir uns wohlfühlten. Ich als hochsensible Mutter achte ja sehr viel aus zwischenmenschliches und Dinge, die anderen entgehen würde, wie zum Beispiel das Licht in den Räumen, den Geruch der Räume oder die Sprechweise meines Gegenübers. Die Stimme von Barbara war für mich so beruhigend, wie ich es selten verspüre. Es war so ein warmes Gefühl, dass ich mich einfach nur wohl und zuhause fühlte. Auch die Art wie sie mit Nepo sprach und er gleich mit ihr interagierte hat mich überzeugt. Es sollte diese Krippe sein und sonst keine. Es ging nicht nur darum eine Montessorikrippe zu wählen, sondern vor allem darum einen Ort zu finden, an dem sich Nepo und ich, da ich die Eingewöhnung mache, wohl fühlen. Das es so wichtig ist, das ich mich wohlfühle liegt daran, dass Nepo sofort merkt, wenn ich von etwas nicht überzeugt bin oder meine Zweifel bzw. Ängste habe. Er nimmt das auf und wird selbst unsicher. Etwas, was sicher die Eingewöhnung in die Krippe erschweren würde.

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten viel gebangt und gehofft, dass es mit unserer Wunschkrippe klappt. Und als letzten Donnerstag, gleich am ersten Tag der Rückmeldung, die Zusage von Montessori 21 kam, waren wir überglücklich. Ich habe gelesen, dass 10% der 337.000 Anmeldungen gleich am ersten Tag einen Platz bekommen haben. Und wir gehören nicht nur zu den ersten 10%, sondern kommen auch noch in unsere Wunschkrippe. Ich habe dann am Donnerstag gleich unseren Platz bestätigt, sodass meine Anmeldung bei den anderen 10 Krippen erlischt und andere Eltern dadurch nicht mehr blockiert werden. Am Samstag lag dann der Vertrag in unserem Briefkasten und am Dienstag saß ich freudestrahlend in unserem Spielraum-Kurs, der ja auch bei Montessori 21 stattfindet. Dort kamen dann zwei weitere Kinder, die ebenfalls im September in die Krippe starten. So kann Nepo jetzt schon Kontakt zu anderen Kindern aufbauen. Und als ein Mädchen und er einträchtig in der Kiste mit dem Reis saßen und so vor sich hin schütteten, habe ich schon mal einen Eindruck bekommen, wie es vielleicht in der Krippe ablaufen kann. Und der Eindruck gefiel mir sehr gut.

Für uns schließt sich jetzt ein Kapitel, dass uns seit der Schwangerschaft begleitet hat. Ich geniesse die kurze Pause, die dann mit der Anmeldung für einen Kindergartenplatz in die neue Runde geht. Sicher hoffe ich, dass wir einen Platz bei Montessori 21 bekommen, aber das ist leider nicht sicher. Für uns heißt das, dass wir uns weitere Montessori Kindergärten anschauen, aber auch die Waldkindergärten wieder in Angriff nehmen. Es gibt unweit von hier einen Waldkindergarten, der donnerstags immer einen Naturtreff anbietet. Den wollen wir jetzt unbedingt wahrnehmen. Ich denke auch ein Waldkindergarten ist für Nepo toll, denn seit zwei Wochen sind wir nur noch draußen. Gestern wollte er mittags nicht heim, weshalb wir im Biergarten gegessen haben und abends, als es stark regnete, wollte er auch nicht nach Hause und weinte noch lange, nachdem wir zuhause waren.

Ich habe ihm versprochen, dass wir heute wieder rausgehen. Das Wetter soll schlecht sein, aber ich werde ihn einfach gut anziehen, in die Matschhose packen und die Regenjacke vom Flohmarkt einweihen. Ich selbst nehme wohl auch lieber einen Regenschirm mit, was eigentlich nicht so mein Ding ist. 😉

Wir geniessen die Zeit bis es im Mai/Juni dann die ersten Termine bei Montessori 21 gibt, in denen die Kinder nachmittags in der Krippe miteinander spielen. Die Termine gehen eine Stunde und die Eltern sind mit dabei. So lernt Nepo dann die Einrichtung kennen und sieht sie im September nicht gefühlt zum ersten Mal. In dieser Stunde sind dann auch die Pädagogen mit dabei, die dann die Eingewöhnung machen werden. „Bindung vor Bildung“ ist schließlich ein Hauptmotto bei Montessori 21.

 

16Jan/16

Erste Stunde „Miteinander wachsen“ bei Montessori21

Zitat_Emmi Pikler

Schon vor vielen Monaten hatte ich mich auf die Warteliste des Spielraum „Miteinander wachsen“ setzen lassen, der immer dienstags im Montessori21 stattfindet.

Ich kam auf die Warteliste, weil Nepo vom Alter her genau zwischen der Babygruppe und der Kleinkindergruppe lag. Es war so traurig, aber für die eine Gruppe war er zu alt, für die andere Gruppe zu jung. Doch kurz vor Weihnachten erhielt ich von der Kursleiterin Frau Neunert den Anruf, dass wir zu einer Schnupperstunde für die Kleinkindergruppe kommen könnten, weil wohl ein Platz im nächsten (also in 2016) frei wird.

Ich freute mich so und wir gingen am 15.12.15 zur Schnupperstunde. Nepo fühlte sich super wohl und für ihn war es kein Problem, dass er mit Abstand der Jüngste war. Sicher sind die anderen Kinder weiter, aber in dem wirklich schönen großen Dachgeschoss hat jeder die Möglichkeit sich dort zu bewegen, wo er gerade Lust hat. Nach dieser tollen Stunde entschied ich mich sofort, dass wir im Januar mit in den Kurs einsteigen.

Da Nepo auch sonst lieber mit „Älteren“ abhängt, sah ich den Altersunterschied als kein Problem an.

Tja, und diesen Dienstag war es soweit und wir starteten offiziell im „Miteinander wachsen Kurs“ von Silvia Neunert.

Obwohl ich nun in der Vergangenheit viele Kurse mitgemacht habe, geht mir besonders in den Spielräumen immer das Herz auf. Ich liebe es am Rand zu sitzen und Nepo einfach in seinem Tun und seiner Bewegung zu beobachten. Es ist für mich ehrlich gesagt ein Segen, dass die Mütter alle auch ebenfalls nur beobachten und maximal mit ihrem Kind und dann sehr leise reden.

Für so ein Hochsensibelchen wie mich und ja, ich glaube auch wie Nepo, ist ein niedriger Lärmpegel super angenehm. Vergleiche ich Nepomuks Verhalten in den Spielräumen mit anderen Kursen, dann merke ich ganz klar, wie er aufblüht, wie er Dinge ausprobiert, entdeckt. Kontakt zu anderen sucht oder einfach nur beobachtet.

Ich denke Nepo merkt auch, dass ich mich in den Kursen wohlfühle, weil ich nicht das Gefühl habe zu Konversation gezwungen zu werden, sondern mich einfach auch mal entspannen und alles auf mich wirken lassen kann. Das heißt nicht, dass ich dort mit offenen Augen schlafe, im Gegenteil, ich bin hellwach und beobachte Nepo in seiner Mimik, in seiner Gestik, einfach in allem. Nur werde ich dabei nicht ständig abgelenkt, weil mich irgendwer immer anspricht oder weil Mütter ständig und ohne Unterbrechung reden und ich dann einfach am Limit laufen würde und diese Unzufriedenheit wohl auch Nepo spürt. Bei uns beiden ist es so: Bin ich entspannt, ist Nepo auch entspannt. Er weiß ganz genau, wem gegenüber ich Sympathien empfinde und wer mich eher anstrengt. Und so verhält er sich auch diesen Personen gegenüber.

So ist der „Miteinander wachsen“ Kurs aufgebaut

Bevor ich allerdings zu sehr in den Bereich „Hochsensibilität“ und „Mareikes philosophische Abendstunde“ abdrifte, hier nochmal kurz die Abgrenzung eines „Spiel- und Bewegungsraumes“ nach Pikler/Montessori zu anderen (normalen) Baby- und Kleinkindkursen.

Die Räumlichkeiten sind meist weitläufig und nach meiner Erfahrung alle sehr „natürlich“ gehalten. Das heißt die Kinder haben viel Platz, finden einen Parkettboden vor und der Raum engt sie nicht ein, wie in manchen anderen Kursen.

Vor dem Kursbeginn baut die Leiterin eine Spiel- und Bewegungslandschaft auf, in der sich die Kinder dann austoben oder auch entspannen können. Alle „Turngeräte“, wie das Piklerdreieck oder der Tunnel sind qualitativ sehr hochwertig und aus Holz. Es gibt Stufen, Schrägen, Sprossen, all das in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, damit sich alle Kinder ihrem Entwicklungsstand entsprechend bewegen können.

Parallel zu den ganzen Bewegungsapparaten baut die Kursleiterin immer noch verschiedene Spiel- und Lerninseln ein. Das sind mal eine Sammlung von Schleichtieren, eine Auswahl an Geldbörsen. Verschiedene Steckbretter oder Dosen und Schachteln, die es zu öffnen gilt. Einige Dinge bleiben von Kurseinheit zu Kurseinheit gleich, andere werden ausgetauscht.

Im „Miteinander wachsen“ Kurs gibt es auch einen Tisch, auf dem immer wieder Dinge angeboten werden. So konnten die Kinder am Dienstag mit einem Löffel Steine in verschiedene Schälchen füllen. Nächste Woche wird auf dem Tisch dann eine andere Aufgabe stehen. Wichtig zu wissen für die Kinder ist dabei, dass alle Sachen die auf dem Tisch stehen, auch auf dem Tisch bleiben.

Den Kindern selbst steht es frei, mit was sie sich in dieser einen Stunde beschäftigen. Hier sind natürlich die weitläufige Bewegungslandschaft und die verschiedenen Spiel- und Lerninseln ein Segen für Kinder wie Nepo, die gern auch mal allein spielen möchten. In anderen Kursen war immer alles so eng aufeinander oder es gab gar nur eine Aktivität mit der sich alle Kinder beschäftigt haben. Am Anfang war das auch okay, aber von Minute zu Minute wurde es für Nepo unerträglicher und er ging oft zur Tür oder kam weinend zu mir. Hier ist das anders. Jedes Kind macht sein Ding und wenn ein Kind nur bei der Mutter sitzt und beobachtet, dann ist das auch absolut in Ordnung. Kein Kind wird gezwungen oder animiert und das ist etwas, was ich sehr schätze.

Da die Mütter sich gezielt zurücknehmen und eine beobachtende Rolle wechseln, ist der Geräuschpegel sehr niedrig und die Kinder haben keinen Overload durch ständiges Stimmenwirrwarr und Gelächter. Auch das gefällt mir sehr gut.

Nach der einen Stunde, genauer genommen ist es eine Stunde und 15 Minuten, geht es dann noch zu einer gemeinsamen Brotzeit. Wichtig ist hierbei, dass kein Kind gezwungen ist, die volle Zeit zu spielen oder eben nach der Zeit aufzuhören. Wenn ein Kind noch vertieft ist, dann kann es noch solange weiterspielen, bis es fertig ist. Wir sind zum Beispiel am Dienstag ein paar Minuten früher zur Brotzeit gegangen, weil Nepo hingefallen ist, müde war und dann auch noch Hunger bekam.

Aktuell habe ich ja meine Sorgen mit Nepos Apettit, aber bei der Brotzeit hat er sich seinen kompletten Apfel-Mandelmus-Brei reingezogen. Einfach nur, weil er wohl andere auch essen hat sehen. Das hat mich so gefreut, weil ich ehrlich gesagt schon an meiner Rolle als Mutter gezweifelt habe, weil irgendwie alle Kinder „normal“ essen, nur mein Sohn will am liebsten Speck, Oliven, Brezel und Käsekuchen. Und das jeden Tag. Alles andere, selbst die früher heißgeliebte Bratkartoffel-Zucchini-Pfanne verweigert er, zieht sich dafür nachts bis zu 4 Flaschen Milch rein.

Doch seit dieser Woche lasse ich ihn komplett allein essen, esse auch in seiner Gegenwart und allein das hilft schon mal, dass er so langsam wieder an Freude am Essen hat. Zudem hat mir die Kursleiterin Silvia gesagt, dass Nepo wohl gerade in der Phase ist, in der spielen viel, viel wichtiger ist, als essen. Und ich denke, da hat sie vollkommen recht. Da er mir jetzt schon sehr deutlich zeigen kann, wann er Hunger hat, lasse ich ihn einfach gewähren und richte mich nach seiner Uhr. Tja, und das klappt super. Bis jetzt 🙂

Nachdem wir dann noch eine Weile an dem Tisch saßen, brachen wir dann auch als letzte auf und schauten auf dem Weg noch mal in den Adventsbazar, der gerade im 1. Stock des Montessori21 Haus aufgebaut ist. Da Nepo aktuell gern schüttet und ich schon seit einer Weile auf der Suche nach kleinen Glaskännchen bin, habe ich mich dort gleich mit zwei kleinen und einer größeren Glaskanne eingedeckt. Nepo liebt diese Kännchen und übt jetzt fleißig schütten auf seinem wasserfesten IKEA Tablett.

Mein Fazit

Es ist natürlich immer etwas gewagt nach der ersten bzw. zweiten Stunde schon eine Einschätzung über den Kurs zu geben, aber ich bin einfach glücklich, dass wir in dem Kurs dabei sein können. Für mich ist das Konzept und die Philosophie, die hinter Emmi Pikler und Maria Montessori stehen eine Art Zielbahnhof und ich fühle immer mehr, wie sehr es mir Spaß macht Dinge von diesen beiden großartigen Frauen in unser Leben zu integrieren. Noch mehr Spaß habe ich natürlich dabei, wenn ich sehe, dass Nepo diese Dinge auch annimmt. Wobei der selbstgebastelte Waschtisch aktuell der 40 Jahre alten Brio Eisenbahn so gar nicht das Wasser reichen kann. Aber wenn ich sehe, wie schnell und sicher der Kleine jetzt schon die Holzschienen aneinander legen kann, dann denke ich, dass es in Sachen Motorik ja auch nicht ganz ohne ist. 🙂