Tag Archives: Montessori

10Feb/16

Buchempfehlung: … und ich war nie in der Schule (von André Stern)

Quelle: André Stern

Quelle: André Stern

Heute ist Aschermittwoch, Beginn meiner ketogenen Ernährung und ein Tag, an dem ich seit 04:00 Uhr wach bin. Die Gedanken um das gestern abgeschlossene Buch von Andrè Stern und der Wunsch heute mal die Schlaflosigkeit für einen Blogbeitrag über dieses Buch zu nutzen, trieb mich jetzt an den Rechner.

Das Buch habe ich gestern, nach wenigen Tagen glückseligem Lesen, abgeschlossen. Auch wenn es für mich immer noch keine Option ist, unseren Sohn nicht nur „nicht in eine Schule zu schicken“, sondern ihn gänzlich „nicht zu unterrichten“, so hat mir dieses Buch doch so viel Inspiration und Denkanstöße gegeben, dass ich einfach darüber schreiben muss.

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde

Vor vielen Wochen bin ich bei Amazon schon mal auf das Buch gestoßen. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, warum der Algorithmus mir das Buch bzw. André Stern vorgeschlagen hat. Trotz der guten Bewertungen habe ich mir das Buch nicht näher angeschaut, es aber doch immer im Hinterkopf gehabt. Dann schauten wir den Film „Alphabet“ an und plötzlich tauchten da Arno Stern und sein Sohn André Stern auf. Und erst da begriff ich, dass es sich hier wirklich um Vater und Sohn handelte, was mir vorher bei der Recherche nach dem „Malort“ von Arno Stern überhaupt nicht bewusst war.

Mir fiel das Buch „… und ich war nie in der Schule“ wieder ein und ich holte es mir zusammen, mit einem Buch von Arno Stern, aus der Münchner Stadtbibliothek. Continue reading “Buchempfehlung: … und ich war nie in der Schule (von André Stern)” »

02Feb/16

Montessori: Ordnung für Nepos Spielregal

Aktuell beschäftigt mich gerade wieder die Frage, wie wir unser Schlafzimmer bzw. das Spielzimmer von Nepo „Montessori Konform“ gestalten können. Dabei geht es in erster Linie darum eine Struktur und Übersichtlichkeit in das Zimmer zu bringen, was aktuell bei Nepos Spielregal am dringendsten ist.

Alltag frisst die Ordnung auf

Obwohl wir durch unseren Minimalismus schon sehr viel Ordnung und Struktur in unsere Wohnung gebracht haben, so gibt es doch Baustellen, die immer und immer wieder aufbrechen. Gerade der Alltag sorgt dafür, dass ich Dinge zwar immer versuche auf ihren „Ur-Zustand“ zurückzubringen, aber ihn konsequent Tag für Tag beizubehalten, ist fast nicht möglich.

Beispiel: Die Schubladen des weißen IKEA Regal

IMG_0824

Als ich meine Wohnung aufgelöst habe, entschied ich mich dazu ein Regal, das ich damals hochkant genutzt habe, in quer für Nepos Spielsachen zu nutzen. Mir schien das Regal entsprach den gängigen Montessoriregalen, die ich auf verschiedenen Websiten und Einrichtungen gesehen habe. Wir lieben dieses weiße und schlichte Regal und nutzen es gern, um einen überschaubaren Teil von Nepos Spielzeug darin aufzubewahren.

Nur schaffen wir es leider nicht im Alltagsstress die oft immer wieder hergestellte Ordnung einzuhalten. Allem voran der Stress am Abend, der entsteht, wenn wir kurz bevor Nepo ins Bett geht alles aufräumen müssen. Während die oberen Fächer einfach sind und sich das Spielzeug dort immer aufgeräumt ist, laden die unteren Boxen gerade dazu ein alles einfach hineinzuwerfen.

Sowohl mein Freund, als auch ich verlieren irgendwann den Überblick über mein ursprünglich eingeführtes System. Bei mir hat jede Box eine Funktion.

Die erste Box zum Beispiel beinhaltet Steckübungen. Hier sind die Materialien verstaut, mit denen Nepo Dinge zuordnen kann. Zum Beispiel eine Box mit Öffnungen in Dreiecks-, Quadrat- oder Sternenform. Die zweite Box beinhaltet Materialien zum Schrauben und Öffnen, sprich Teedosen, Becher mit Deckel oder sein Schraubbrett mit vier Schraubverschlüssen. In der dritten Box befindet sich alles rund um das Thema „Schütten“. In der vierten Box sind seine Bauernhoftiere aufbewahrt. Diese Logik vergessen wir oft im abendlichen Aufräumstress und so landen regelmäßig Schüttdinge in der Steckbox und Teedosen bei den Tieren. Etwas, was mich immer wieder ärgert, weil ich am nächsten Morgen, wenn ich die Umgebung für Nepo vorbereite immer suchen muss.

Die Lösung: Fotos mit den Inhalten der Box

Fotos vom Inhalt der Box

Als wir vorletzte Woche nach dem Elternabend im Montessorihaus nur kurz einen Abstecher in die Kinderkrippe gemacht haben und eine Führung erhielten, sah ich endlich mal in „echt“ die Organisation von Ablagefächern mit Bildern. Ich hatte das schon öfters gesehen, dachte aber, dass es bei Nepo jetzt vielleicht noch zu früh ist. Da dieses System aber schon in der Kinderkrippe angewendet wird, werde ich wohl auch welche erstellen.

Online Fotoservice statt Fotodrucker

Für mich heißt das dann einfach, dass ich Bilder von den Inhalten der Boxen mache und sie außen an die Box hänge. So wissen wir beide auch im abendlichen Aufräumchaos, wo was hingehört. Zudem weiß Nepo dann auch schon, wo was zu finden ist, auch wenn er eher auf die vorbereitete Umgebung anspringt, als sich selbst was aus den Boxen zu holen.

Jetzt kommen wir aber schon zur Herausforderung: Da wir keinen Drucker haben und uns ehrlich gesagt aus Minimalismusgründen keinen anschaffen werden und leider auch nicht über eine Polaroidkamera verfügen, stellt sich die Frage, wie ich denn an die Fotos komme. Am einfachsten und bequemsten mache ich das einfach wie immer über einen Fotoanbieter, bei dem ich dann einfach meine Bilder hochlade und sie mir zuschicken lasse. Super finde ich bei Anbietern, wie zum Beispiel ColorFotoService, dass ich nicht nur Fotos entwickeln kann, sondern mir auch verschiedene Formate und Größen raussuchen kann. Für unsere Box wäre das Polaroidformat das ideale, da ich dort auch gleich vermerken kann, was sich hinter dem Bild verbirgt.

Das Aufwändigste an den ganzen Bildern ist einzig das „Fotoshooting“ der vielen Inhalte, denn ich muss meine ganzen Boxen schon im Vorfeld aufbauen, da ich die Spiel- und Lernmaterialien in den Boxen mittlerweile regelmäßig, so alle 14 Tage rotiere und Dinge austausche. Die Bilder selbst hochladen und in das richtige Format einfügen, geht heutzutage ja super bequem und sehr einfach.

So, jetzt werde ich mich mal wieder an Nepos Regal begeben und wieder die Dinge richtig in die Boxen ordnen. Was man eben so tut an einem regnerischen Tag.

Alles Liebe,
Mareike

 

31Jan/16

Montessori made by Baumarkt

IMG_0867Seit gut einem Jahr interessiere ich mich nun für die Konzepte von Emmi Pikler und Maria Montessori. Neben dem Lesen verschiedener Bücher, dem Ideensammeln auf Facebook und Pinterest und nicht zu guter Letzt den Besuchen in zwei verschiedenen Spielräumen, versuche ich im Rahmen des Möglichen Montessori und Pikler auch in unseren Alltag zu integrieren.

Nun lese ich oft, was es für tolle Montessori Sachen bei Ikea gibt und wünschte mir manchmal, ich hätte ein Auto, um dort regelmäßig einkaufen zu gehen. Dieser Wunschgedanke hält sich mit Hinblick auf unseren Minimalismus allerdings nur wenige Minuten und so hole ich mir die Inspiration meist aus den Besuchen in den Spielräumen, in verschiedenen Facebook Gruppen und natürlich auf Pinterest. Viele Sachen gibt es glücklicherweise in normalen Kaufhäuser, beim Drogeriemarkt oder auch beim Baumarkt zu kaufen.

Und so war es am Donnerstag nach über einem halben Jahr mal wieder Zeit in unseren nahe gelegenen Toom Baumarkt zu schlendern. Dieser liegt mitten in Haidhausen und ist für mich zu Fuß super zu erreichen. Der Baumarkt ist meiner Meinung nach wirklich ein guter Markt, der kaum überlaufen ist und für mich eine unendliche Fülle an Ideen bereithält.

Nachdem Nepo nun mit seinen 18 Monaten schon gut zu Fuß ist, bin ich mit anfangs mit ihm an er Hand durch den Baumarkt geschlendert und später immer hinter ihm hergelaufen. Für ihn ist so ein Baumarkt natürlich auch ein Paradies: Weite Gänge, volle Regale und alles so schön bunt und in Greifhöhe.

Inspiration was ich alles kaufen kann, habe ich mir vorab nicht geholt, aber ich wusste worin gerade Nepos Interessen liegen. Wie seit Monaten immer noch im Schütten. Er schüttet alles: Reis, Linsen, Mais (Danke, an unseren Asiashop), Frischhalteclips oder Wasser.

Zudem ist er der ganz große „Dinge in Öffnungen“ Stecker und liebt das ständige Ausprobieren von Schraubverschlüssen. Seit kurzem hat er zudem die Magie von Kugeln und Bällen entdeckt, die er dann genüsslich durch den Raum kullern lässt, um die genaue Laufbahn dieser zu beobachten. Auch das Bemalen von Blättern, Tischen und Regalen findet er ganz toll.

Seine ganze Liebe gilt aktuell aber Schrauben und vor allem dem Werkzeugkoffer von Papa. Er liebt es mit ihm rumzuschrauben, beim Lampen wechseln dabei zu sein oder „mitzuhelfen“, wenn der Papa mal wieder ne lose Schublade repariert.

Obwohl wir Nepo Anfang des Jahres einen Werkzeugkasten von IKEA gekauft haben, so fasziniert ihn das bei weitem nicht so sehr, wie die Dübel und Schrauben des Papa. Also habe ich eine Packung großer, stumpfer Schrauben mit Muttern gekauft. Die Muttern habe ich vorsorglich einkassiert, da Nepo aktuell noch zu viel in den Mund nimmt. Später werde ich dann die Muttern mit den Schrauben anbieten, damit Nepo dann mit hoch- und runterdrehen der Muttern beschäftigt werden kann.

Die Schrauben sind jetzt aktuell stark in Benutzung. Nepo schüttet sie immer von einem Behältnis ins nächste oder untersucht sie bis ins Detail. Von meinem alten Kleiderschrank habe ich ebenfalls noch große Schrauben gefunden, sodass er nun zwei verschiedene Größen hat.

IMG_0871

Neben Schrauben habe ich noch große Dübel in weiß und rot gekauft. Rot ist aktuell seine Lieblingsfarbe und die Plastikdübel lassen sich wunderbar in verschiedene Gläser, Teedosen und Kindertöpfe schütten. Später werden wir dann mit diesen Dübeln versuchen Farben kennenzulernen.

Wo wir gerade bei Farben sind: Im Baumarkt bin ich zufällig an einer Packung von „Ausgleichsblättchen“ vorbeigekommen. Da ich die Farben gut fand, habe ich einfach eine Packung mitgenommen. Bis vorhin war mir noch nicht so klar, ob wir das jetzt schon verwenden können, weil ich es eben auch für die Farbenlehre nutzen wollte. Aber der Papa war so begeistert von den Blättchen, die auch unterschiedliche Stärken haben und hat dann gleich mit Nepo die Blättchen aneinander gelegt. So habe ich jetzt auch schon eine Idee, was ich mit ihm mal tagsüber gemeinsam machen kann.

Da ich bald auch mit Nepo malen möchte, habe ich jetzt schon mal eine Abdeckplane für unseren Laminatboden gekauft, dazu Malerkrepp, einen Pinsel und einen Farbroller, sodass wir bald mit den ersten Kunstwerken loslegen können. Ich bin mir noch nicht sicher, ob wir vielleicht bis zum Frühling warten und das dann auf dem Balkon machen oder zumindest die Balkontür auflassen, damit der Farbgeruch, soweit es den gibt, nach draußen ziehen kann.

Vielleicht werde ich die Abdeckplane auch schon früher nutzen, wenn wir jetzt endlich mal unsere eigene Knete machen. Ich habe schon einige Rezepte rausgesucht, wo man nicht viel mehr als Mehl und Wasser benötigt.

Zu guter letzt haben wir natürlich auch wieder Holzkugeln gekauft und Holzscheibchen. Zum einen kann Nepo diese dann auch wieder in Dosen mit entsprechenden Öffnungen stecken. Zum anderen haben wir ein großes Brett, dass ich immer unterschiedlich hoch aufbaue. So können wir die Kugeln immer aus unterschiedlichen Höhen runterrollen lassen. Wenn ich dann auch genügen Küchenpapierrollen gesammelt habe, werde ich mich zudem auch mal in einer einfachen Kugelbahn probieren.

Wichtig bei allen Produkten ist mir die Nähe zur Realität. Nepo bekommt viele authentische Materialien mit denen er dann rum probieren kann. Das beginnt bei ungekochtem Reis und Linsen, geht über Küchenutensilien wie Frischhalteclips, Teelöffel, Gläser, ausgedienten Gewürzstreuern und Teedosen, bis hin zum echten Wischtuch und selbstgehäkeltem Topflappen. Sicher spielt er auch gern mit seinem Holz- und Plastikobst, seiner kleinen Küche und den dazu gehörigen Töpfen, aber genau bei solchen Dingen wie Schrauben, Dübeln oder kleinen Marmeladengläsern merkt man, dass er Dinge liebt, die auch wir täglich oder regelmäßig benutzen.

Für mich ist das alles in Ordnung. Er gehört zu uns, wie wir zu ihm gehören. Ich habe kein Problem damit, wenn er mit meinen Töpfen oder mit Papas Wasserwaage durch die Gegend läuft und damit spielt. Ich denke allein nur durch das Einbeziehen des Kleinen in unsere tägliche Routine lernt er so viel und fühlt sich so zugehörig, was er mit Spielzeugen von FisherPrice oder sonstigem nie erreichen würde.

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass unser Sohn kein Spielzeug hat, nein, er liebt seine Brio Bahn, ebenso wie die Matchbox, die er vom Papa „geerbt“ hat, aber wie alle Kinder ahmt er uns eben auch gern nach und es macht mir wirklich viel Freude zu sehen, wie er versucht mit Kehrschaufel und Besen zu hantieren oder versucht ein paar Wasserflecken mit dem Wischtuch wegzuwischen. Und wenn ich jetzt sehe, wie gern er mit den Schrauben und Dübeln spielt, dann weiß ich, dass wir spätestens in einem halben Jahr mal wieder bei unserem Baumarkt des Vertrauens vorbeischauen werden und wer weiß, was die Mutti das nächste Mal so alles rausschleppt.

In diesem Sinne: Habt einen wunderschönen Abend

Liebe Grüße

Mareike

 

13Sep/15

Unser Wochenende: Montessori und Minimalismus

Hinter uns liegt wieder ein tolles und produktives Wochenende. Letzte Woche haben wir beschlossen meine alte Wohnung zu kündigen. Naja, Wohnung ist zuviel gesagt, denn es handelt sich um ein 19 qm großes Apartment. Aber dieses Apartment kostet monatlich 405 EUR und dient aktuell eigentlich nur als Stauraum und Übernachtungsmöglichkeit für meine Eltern.

Ich hatte schon seit einiger Zeit den Wunsch die Wohnung zu kündigen, doch erst als ich im Internet einen Montessori Kurs für Eltern entdeckte, der 460 EUR kostet, ist mir klar geworden, dass wir jeden Monat fast einen Montessori Kurs machen könnten. Tja, und so habe ich nun die Kündigung zum 31.12.2015 geschrieben. Es wäre der perfekte Abschluss für ein Jahr der absoluten Neuorientierung.

Die ersten Kisten

Während ich bei der Wohnungsauflösung an die großen Schränke denke, findet mein Freund eher die kleinen, aber zahllosen Dinge in meiner Wohnung als Herausforderung. Aus diesem Grund haben wir am Samstagmorgen gleich mit diesen Unannehmlichkeiten begonnen. Gegen 8 Uhr sind wir in meine Wohnung gefahren, haben dort ein Regal und unzählige Kartons und Aufbewahrungsboxen mitgenommen.

Wieder Zuhause angekommen, haben wir Nepomuks Schlafphase genutzt, um alles in den 4. Stock zu tragen. Besonders das große Regal hat meiner gebrochenen kleinen Zehe nicht so gut getan. Naja, aber es musste eben gemacht werden und wir haben es gemacht. Während der Kleine schlief haben wir das Regal, das bei Pinterest übrigens als „Montessori Furniture“ geführt wird, ins Schlafzimmer transportiert und sein Spielzeug darin verstaut.

Da wir nur zwei Zimmer haben und das Schlafzimmer das reinste und strukturierteste ist, haben wir beschlossen dieses Zimmer zum Spielzimmer umzufunktionieren. Wenn Nepomuk spielt, soll ihn einfach gar nichts ablenken und er soll zudem die Möglichkeit haben einen Rückzugsort zu haben. Bisher findet er das Schlafzimmer ganz gut. Leider findet er es zurzeit super morgens um 6 Uhr mit dem Xylophon zu spielen. Naja, irgendwas ist eben immer. 🙂

Nepomuks Spielregal Regal nach Montessori

 

 

 

 

 

 

 

Leider hat sich in den letzten Wochen wieder ordentlich Spielzeug in den braunen Kisten angesammelt und durch das Ausräumen und Auflösen meiner ganzen Sachen bin ich dieses Wochenende gar nicht dazu gekommen, das Spielzeug auszusortieren.

Ich war nämlich voll busy, eh!

IMG_1156

 

 

 

 

 

 

 

Zeit des Loslassens

Schon letzten Samstag, als wir die Babykleidung von Nepomuk gespendet haben, war das emotionale Loslassen extrem anstrengend für mich. Gestern, als meine letzten 18 Jahre da so in den Kartons lagen, war es für mich noch etwas schwieriger. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich den selbstgebastelten Brief eines nepalesischen Mädchens in der Hand hatte, den sie mir damals in Kathmandu geschrieben hatte. Damals, 2010, vor dem großen Erdbeben. Ob sie wohl überlebt hat? Wie es ihr geht? Ein Brief den ich aufheben werde, dafür opfere ich zwei Fotoalben aus meiner Jugend. Bilder aus meiner Jugend berühren mich nicht und haben für mich rein gar keine Bedeutung.

Meine Erinnerungen an meine Reisen, die ich den letzten Jahren alleine gemacht habe: Kathmandu, New York, Peking, Hong Kong, Macau. Ich habe die Postkarten an Nepomuk weitergegeben. Die Stadtkarten auch. Jetzt kann er sie zerreißen und dann kann ich sie besten Gewissens wegschmeißen.

In Summe habe ich 90 Prozent der Sachen entsorgt, die wir am Samstagmorgen aus meiner Wohnung mitgebracht haben. Bis jetzt vermisse ich noch nichts. Die nächsten Dinge wie Bücher und DVDs werden wir über Momox verkaufen, Klamotten und Möbel spenden.

Es wird eine spannende Zeit. 🙂

 

08Aug/15

Maria Montessori über die Aufgabe der Eltern

In den letzten Tag habe ich das Buch „Kinder sind anders“ von Maria Montessori fertig gelesen. Das ich das Buch erst jetzt, nach dem es Monate im Bücherregal stand, gelesen habe, ärgert mich ein bisschen, denn es ist ein wahnsinnig interessantes und fesselndes Buch. Ich habe so viele Denkanstöße durch dieses Buch bekommen und muss sagen, dass es mich auch in Richtung meines Sohnes sehr beruhigt hat – ohne das ich sagen kann warum.

Das wir heute zwar in Sachen Erziehung und Eingehen auf Kinder weiter sind, als zu Zeiten von Maria Montessori mag sicher stimmen, aber das es heute immer noch Situationen gibt, die Maria Montessori damals bei den Eltern und generell Erwachsenen bemängelte, zeigt, dass wir noch lange nicht am Ziel sind. Continue reading “Maria Montessori über die Aufgabe der Eltern” »

03Aug/15

Geh deinen Weg, mein Schatz, aber geh ihn in deiner Geschwindigkeit

Hilf mir es selbst zu tun

In gut einer Woche ist es soweit: Nepomuk wird EIN Jahr und verlässt damit offiziell die sehr aufregende und spannende Babyzeit. Die letzten Wochen waren sehr aufregend für mich, denn Nepomuk hat wahnsinnig viele Entwicklungsschritte gemacht. Da ich mich seit Monaten hinsichtlich der „Erziehung“ stark im Hintergrund halte, freut es mich natürlich umso mehr zu sehen, dass Nepomuk weder Anweisungen noch Anreize benötigt, um jeden Tag, jede Woche neue Dinge zu entdecken.

Ich habe heute ein tolles Zitat von Maria Montessori gefunden und ich finde es passt so super zu der Entwicklung der letzten Wochen und Monate und vor allem spiegelt es unser Mutter-Kind-Verhältnis wieder. War ich am Anfang noch sehr „frühfördernd“ unterwegs, so habe ich Anfang des Jahres erkannt, dass das überhaupt keinen Sinn macht. Ich habe mir Bücher von Emmi Pikler und Maria Montessori gekauft, bin Mitglied in verschiedenen Montessori- und Pikler-Gruppen bei Facebook geworden und habe mich für einen Pikler-Kurs angemeldet. Und je tiefer ich mich in die Konzepte einlas, umso überzeugter wurde ich von den Grundgedanken der beiden Frauen.

Beobachten statt animieren

Am Anfang hatte ich immer das Gefühl Nepomuk bespaßen zu müssen. Mit ihm zu spielen oder ihn zu unterhalten. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich das auf Dauer nicht schaffe. Immer um ihn herumzuschwirren wollte ich nicht und konnte ich nicht. Der Kleine war ca. vier Monate, als ich begann an solchen Konzepten wie PEKIP zu zweifeln und mich von der Illusion der allgegenwärtigen Mutter verabschiedete. Durch Zufall bin ich auf Maria Montessori und später auf Emmi Pikler gestoßen. Dort habe ich zum ersten Mal davon gehört, dass es wichtig ist, Kinder einfach nur zu beobachten und sie in ihrer vorbereiteten Umgebung konzentriert spielen zu lassen.

Ich habe es ausprobiert und war überrascht, dass sich Nepomuk auch mit sich selbst beschäftigen kann. Es gab dann Tage, da saß ich einfach nur am Boden habe Tee getrunken und eine halbe Stunde Nepomuk einfach nur beobachtet. Nur durch die Beobachtung ist mir aufgefallen, wie konzentriert der Kleine im Spiel ist. Er ist mittlerweile so vertieft, dass er gar nicht mitbekommt, wenn ich ins Zimmer komme oder an ihm vorbeigehe. Früher hätte ich ihm kurz gesagt, dass er so toll spielt oder das er etwas fein gemacht hat, heute verbiete ich mir jegliche Kommentare. Ich lasse ihn auch bewusst allein im Wohnzimmer spielen und mache in der Küche mein Ding. Wenn es zu still wird oder ich einfach mal nachschauen möchte, schleiche ich mich ran und spieke um die Ecke.

Was ich dann sehe, ist eigentlich immer das gleich Bild: Nepomuk sitzt mit irgendeinem Spielzeug da und redet vor sich hin, der Kopf ist dem Spielzeug zugewandt und für was anderes ist kein Interesse da. Es mag jetzt doof klingen, aber solche Momente machen mich glücklich. Sie zeigen mir, dass wir auf einem guten Weg sind. Nepomuk fühlt sich nicht allein, wenn er allein im Zimmer ist. Manchmal glaube ich sogar, dass er sehr froh ist, wenn die Mutti mal nicht um ihn herumschwirrt. Ich denke auch nicht, dass ich Nepomuk irgendeiner Gefahr aussetze, wenn ich ihn alleine im Raum lasse. Wir haben keine Gefahrenherde wie offene Steckdosen oder Blumen oder Dinge, die er runterziehen könnte und durch unser Ausmisten im Frühjahr haben wir viel Platz für ihn geschaffen.

Das Vertrauen wächst mit

Ich war in vielen Babykursen und Stilltreffs und dabei habe ich oft Mütter erlebt, die ihre Kinder als kleine Dummerchen behandelt haben. Natürlich haben sie es nicht böse gemeint, aber sie haben entweder den Kindern vorgemacht, wie sie zum Beispiel krabbeln und Höhen überwinden können oder sie haben sie von Selbstversuchen abgehalten, um ihnen ein Fallen zu ersparen.

Durch das Lesen und vertiefen in die Montessori/Pikler-Konzepte habe ich gelernt Vertrauen in Nepomuk zu haben. Je mehr ich mich als „Entertainer“ und „Trainer“ zurückgezogen habe, desto stärker wurde mein Vertrauen in ihn. Und für mich gibt es seitdem immer wieder Momente, wo ich einfach immer nur sagen kann: Ja, er weiß wie es geht. Ich muss ihm nur die Zeit und den Raum geben, dass er sich testen kann.

So hat Nepomuk ganz allein verstanden, wie er niedrige Höhen überwindet und wie er größere Höhenunterschiede schafft. Das er geringe Höhen mit den Händen ertastet und dann mit dem Kopf zuerst nach unten geht, hat er schnell rausbekommen. Das er bei Höhen wie vom Bett runtersteigen oder Treppen runterkrabbel zuerst die Beine absetzten muss, hat er nach einiger Zeit allein rausgefunden – ohne das ich es ihm irgendwie zeigen musste. Sicher lernen Kinder es früher, wenn man es ihnen zeigt, aber das kann nicht der Sinn des Lebens sein. Kinder müssen aus meiner Sicht selber ihre Erfahrungen machen, das geht aber nur, wenn wir ihnen Zeit lassen.

Der innere Zeitplan

Entgegen meiner frühen Denkweise, dass Kinder schon in den ersten Wochen und Monaten gefördert werden müssen, bin ich jetzt der Meinung, dass es für die Kinder besser und nachhaltiger ist, wenn sie selbst über die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung entscheiden. Ich sehe jeden Tag wie Nepomuk sich entwickelt. Oft sind es nur kleine Schritte, aber die fügen sich wie von selbst in ein Gesamtbild, was oft in der „fördergetriebenen Zeit“ übersehen wird. Nepomuk lernt von allein Dinge in einander zu stapeln und macht das mit einer Hingabe, dass er manchmal nichts anderes zu spielen braucht, als die einfachen Stapelbecher, die ich vor Weihnachten bei dm gekauft habe.

Seit circa zwei Wochen räumt er nun mehr nicht nur sein Zeug aus, sondern auch wieder ein. In den Babykursen stehen oft leere Flaschen in Getränkekästen, die die Kinder dann rausziehen. Letzte Woche ist mir das erste Mal aufgefallen, dass Nepomuk die Flaschen nicht nur ausräumt, sondern wieder einräumt. Mir geht bei solchen Beobachtungen das Herz auf, weil ich sehe, dass er von alleine wieder etwas gelernt hat und das dies sicher wieder eine Basis für andere Schritte ist.

Von freien Schritten ist er hingegen noch weit entfernt, ebenso vom freien Stehen. Das ist für uns aber völlig in Ordnung. Zur Taufe haben wir einen Lauflernwagen von HABA geschenkt bekommen. Der stand monatelang nur im Wohnzimmer, bis Nepomuk irgendwann anfing Stühle, Wäschekörbe und Kartons durch die Wohnung zu schieben. Irgendwann entdeckte er den Lauflernwagen, erst saß er nur daneben und fuhr immer wieder hin und her, schaute sich die Räder an, dann kletterte er auf den Wagen und irgendwann erkannte Nepomuk, dass er den Wagen auch schieben kann. Das alles hat sich über zwei Wochen gestreckt, wir haben ihm nicht gezeigt, wie er mit dem Lauflernwagen vorwärts kommt, sondern einfach alles auf uns zukommen lassen.

So handhaben wir es auch mit dem Stehen und Laufen. Wenn ich manche Kinder sehe, die von ihren Eltern geführt werden, so sieht man, dass die Kinder gar nicht schauen, wo sie hinlaufen. Sie verlassen sich vollkommen auf die Eltern und das immer jemand da ist, der sie auffängt, wenn sie stolpern. Ich selbst merke die „falsche Sicherheit“, wenn ich Nepomuk zu oft stütze. Er wird dann nachlässig und passt nicht mehr auf. Es dauert dann immer etwas, bis Nepomuk sich dann wieder bewusst wird, dass er eigentlich schon gut stehen und sich festhalten kann. Ich möchte, dass Nepomuk sich bewusst wird, dass nur er entscheiden kann, wann er bereit für das Stehen und Laufen ist. Ich persönlich habe keine Eile was diese Schritte anbelangt. Ich vertraue Nepomuk absolut und ich glaube die Freude ist umso größer bei ihm, wenn er es aus eigener Kraft schafft.

Das erste Babyjahr mag nun bald rum sein, aber der Kleine wird noch soviel lernen, sehr oft Dinge das „erste Mal“ tun und immer wieder vor Herausforderungen stehen. Ich kann meinem Sohn das Leben nicht vorleben oder ihm Erfahrungen ersparen, aber ich kann ihn immer begleiten und ihm das Gefühl geben, dass ich immer an ihn glaube.

Und somit schließe ich den Beitrag nochmals mit dem Zitat von Maria Montessori:

„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.“

19Feb/15

Meine ersten Schritte in Richtung Montessori und Pikler

Alle Eltern müssen sich irgendwann die Frage stellen, wie sie ihr Kind erziehen und aufs Leben vorbereiten wollen. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und konnte mir überhaupt nicht vorstellen, wie ich Nepomuk erziehen sollte. Von Anfang an waren für mich aber folgende Punkte klar:

  • Es sollte keinesfalls die Erziehung werden, die ich unter meiner Mutter erlebte
  • Nepomuk sollte früh das Gefühl vermittelt bekommen, dass er nicht nur „das Baby“ ist, sondern auch die Möglichkeit bekommt, seinen Lern- und Forschungs- und Bewegungsdrang zu befriedigen
  • Nepomuk sollte so früh wie möglich aktiv in unser Leben und Handeln einbezogen werden und die ersten Jahre nicht als „Begleitung“ oder „Accessoire“ erleben

Durch Zufall kam ich auf die Pädagogik von Maria Montessori und war schnell begeistert. Denn dort war mit einem Satz das beschrieben, was ich mir unter einem idealen Erziehungsmodell vorgestellt habe: Hilf mir, es selbst zu tun!

Das Kind steht im Mittelpunkt

Maria Montessori, die 1870 in Italien geboren wurde in als eine der ersten Frauen in Medizin promovierte, entwickelte ein Konzept, dass das Kind an erste Stelle setzt. Für Sie war jedes Kind einzigartig und eine zu respektierende Persönlichkeit. Mit ihrem Ansatz wollte sie die Kinder zu selbständigen Personen mit Selbstvertrauen erziehen und ihnen damit den Werdegang im späteren Leben erleichtern.

Wie sieht die Montessori Pädagogik im Detail aus

Für Maria Montessori war klar, dass Kinder von Natur aus einen angeborenen Lerndrang haben und gern am Leben der Erwachsenen teilhaben möchten. Gleichzeitig war ihr aber auch klar, dass jedes Kind anders ist und in seinem individuellen Rhythmus lernt.

Das natürliche Bedürfnis von Kindern Erwachsene nachzuahmen wurde von Montessori erkannt und ist ein wesentlicher Bestandteil der Montessoripädagogik. Wichtig ist hier, dass die Erwachsenen die Kinder zuerst anleiten und diese dann ihre eigenen Erfahrungen machen lassen. Damit das möglich ist, müssen sie die Erwachsenen zurücknehmen, aber wenn nötig beratend zur Seite stehen.

Die Herausforderung für Erwachsene ist hier nicht nur die Geduld, sondern auch die Vorbereitung. Jede Übung sollte in ihren einzelnen Schritten überlegt werden, denn wir als Erwachsene machen viele Sachen intuitiv, die Kinder aber nicht können, weil ihnen die Erfahrung fehlt. Sobald alle Schritte durchdacht und die Umgebung vorbereitet ist, kann es mit den Kindern losgehen.

Die Kinder lernen hier also nicht durch erzählen, sondern dadurch, dass sie ihre eigenen Erfahrungen machen. Dies wiederum kann viel besser verinnerlicht und beibehalten werden, als wenn man dem Kind immer nur alles zeigt ohne es selbst auszuprobieren.

Auch wir Erwachsenen lernen dazu. Wir müssen lernen uns in der Geschwindigkeit zurückzunehmen, Geduld zu haben und uns individuell auf jedes Kind einzulassen. Zudem müssen wir uns immer wieder daran denken unser Kind mit Achtung und Respekt zu behandeln.

Warum Montessori für uns richtig ist

Ich habe mich nun schon stärker in das Thema „Montessori“ eingelesen und bin auch verschiedenen Facebook Gruppen beigetreten. Und je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, desto mehr weiß ich, dass es für uns der richtige Weg ist. Ich weiß, dass es sicherlich einfachere Methoden gibt, als ein Kind zu erziehen, aber ich denke, dass Nepomuk ein Recht darauf hat, ihn mit Respekt und Achtung zu behandeln.

Mittlerweile habe ich schon viele tolle Sachen gefunden, die ich gern mit Nepomuk ausprobieren möchte. Doch im Moment ist das schwierig, weil sich das Konzept eher schwer auf ein sechs Monate altes Baby anwenden lässt.

Von Montessori zu Pikler

Bei meiner Recherche zu Montessori Übungen mit Babys bin ich auf Emmi Pikler gestoßen. Hier habe ich zwar weder ein Buch noch irgendwelche Gruppen gefunden, aber das, was ich bisher gelesen habe, trifft schon ganz gut dass, was ich mir für Nepomuk in diesem Alter vorgestellt habe.

Nach Emmi Pikler war es wichtig, dass sich ein Kind selbständig entwickeln sollte. Wir sollen ihm Geborgenheit und Nähe vermitteln und ihm in einer vorbereiteten Umgebung helfen, sich frei zu entwickeln.

Pikler setzt drei Voraussetzungen voraus, um einem Kind bei der Entwicklung zu helfen:

  • Zuwendung bei der Pflege: Statt die Pflege als bloßen Akt zu sehen, soll hier das Baby einbezogen werden. So ist es zum Beispiel wichtig, dem Kind jeden Schritt zu erzählen und Rituale einzuführen
  • Selbständige Bewegungsentwicklung durch das Kind. Die Erwachsenen sollen nicht beschleunigend eingreifen.
  • Das Kind soll ungestört und frei spielen in einer dafür altersgerechten und vorbereiteten Umgebung.

Das Pikler Konzept ist für mich sehr stimmig mit dem von Maria Montessori und ein sehr guter Einstieg in Richtung Montessori.

Ich bin selbst noch am Anfang von Pikler und Montessori und hoffe, dass ich nach dem Studium diverser Bücher und Facebook-Gruppen die beiden Konzepte so umsetzen kann, dass sie für mich und Nepomuk einen Nutzen bieten.

Ich werde hier auf jeden Fall weiter berichten. 🙂

25Jan/15

Tag 23 der Vegan For Fit Challenge: PEKiP und Low Carb Pizza

Ausdauer im FitnessstudioTag 23 begann für mich schon sehr früh. Da mein Freund um 8 Uhr einen Friseurtermin hatte, musste ich schon um 6 Uhr im Fitnessstudio sein, um meine Einheit auf dem Crosstrainer zu absolvieren. Am Mittwoch fand ich es auf dem Crosstrainer so langweilig, dass ich am Freitag meinen Kindle dabei hatte.

Ich lese aktuell sehr viel über Montessori, ein Erziehungskonzept, dass auf der selbständigen Erfahrung des Kindes beruht. Der Leitspruch des Konzeptes ist: Hilf mir es selbst zu tun. Ich finde das Konzept spannend, weil ich der Meinung bin, dass wir in der schnelllebigen Gesellschaft den Kindern manchmal nicht die Zeit geben, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Und da fange ich ganz klar auch bei mir an. Seit ich mich mit Montessori beschäftige, ertappe ich mich immer wieder bei Dingen, die man eigentlich nicht machen sollte. So lässt sich Nepomuk gern an den Armen hochziehen, um dann im Sitzen alles zu überblicken. Das ist aber nicht gut, denn wenn ich ihm immer helfe, dann verliert er den Anreiz es selbst zu tun. Aber das nur als kleiner Exkurs, denn noch stehe ich mit meinem Wissen über Montessori ganz am Anfang. Zudem gehört das Thema nun nicht unmittelbar zur Vegan For Fit Challenge.

Die letzte PEKiP StundeWomit wir aber auch leider schon beim nächsten Thema wären, dass nicht unmittelbar zur Challenge gehört, mich aber doch die letzten zehn Wochen wöchentlich beschäftigt hat: PEKiP. Wir hatten am Freitag die letzte Stunde des ersten Kurses. Ich spreche vom ersten Kurs, weil das PEKiP Konzept vorsieht, das Baby das komplette erste Jahr zu begleiten. Ich hatte schon in meinem anderen Blog meine Meinung über PEKiP kundgetan und dafür von einer PEKiP-Trainerin eine erboste Mail bekommen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe kein Problem mit PEKiP, ich habe ein Problem mit der Kursleiterin. Da sie in dem Moment aber PEKiP präsentiert, habe ich in zweiter Linie wohl auch ein Problem mit PEKiP und der Sinnhaftigkeit dieses Konzeptes. An diesem Freitag war nun der letzte Kurstag und ich finde es schade um die Mütter, die ich dort kennengelernt habe. Ich fand, wir waren eine super Gruppe und hoffe das der Kontakt weiter bestehen bleibt. Der erste Schritt, eine WhatsApp-Gruppe zu gründen, ist schon mal getan.

Obwohl ich mit der Kursleiterin nicht zufrieden war, denke ich weiterhin, das PEKiP sinnvoll ist, schon allein wegen der Kontakte mit anderen Kindern. Und so habe ich mich entschlossen den Folgekurs zu besuchen, allerdings den, der immer nach unserem Kurs stattfand. Das heißt PEKiP und die Location bleiben gleich, die Kursleiterin und die Kurszeit ändern sich. Ich denke 11 Uhr ist auch eine super Zeit für Nepomuk, da wir uns morgens nicht immer so abhetzen müssen. Der Folgekurs geht zudem erst am 27.02. los und bis dahin können wir freitags wieder zu unserem Baby Treff in die Fabi Bogenhausen gehen.

Nach der letzten PEKiP Stunde saß ich noch mit einigen anderen Müttern beim Kaffee im gegenüberliegenden Einkaufszentrum. Wobei ich natürlich nur einen grünen Tee getrunken habe. Danach waren Nepo und ich noch Zutaten einkaufen, damit ich Freitagabend meine Low Carb Pizza und am Samstag Zucchini Spaghetti mit Avocado-Basilikum-Pesto und Walnuss-Tomaten-Pesto machen kann.

Yoda HoodieNach dem Einkauf sind wir wieder zurück nach Haidhausen gelaufen. Das hatte zwei Gründe: Zum einen hat Nepo noch geschlafen und ich wollte einfach noch etwas an der frischen Luft sein. Etwas ist gut, wenn wir ca. 5 bis 6 Kilometer laufen müssen, um wieder in Haidhausen zu sein. Der andere Grund war der defekte Aufzug an der U-Bahn-Haltestelle Quiddestraße. Als ich am Morgen aus der U-Bahn stieg, wurde er gerade repariert, so dass ich mit Nepo und dem Kinderwagen die Rolltreppe benutzen musste. Ich meide Rolltreppen wo es nur geht, weil ich Angst habe, dass mir der Kinderwagen aus der Hand gleitet oder umkippt. Vor mir war eine Frau, ebenfalls mit Kinderwagen. Sie fuhr mit den Vorderreifen zuerst auf die Treppe, was ich auch gemacht habe. Nur leider hatte sie vier und ich drei Reifen, d. h. vorne nur einen, weswegen ich kurz mit dem kompletten Kinderwagen ins straucheln gekommen bin. Oben angekommen, war es kein Problem mehr, aber unten ist mir fast das Herz stehen geblieben, weil ich dachte: Scheiße, scheiße, scheiße, der Kinderwagen kippt. Nepomuk hat auch etwas kritisch geschaut, als er da relativ steil im Kinderwagen lag. Jetzt habe ich noch mehr Angst vor Rolltreppen und muss wieder die bewerte Strategie fahren und mit dem Kinderwagen rückwärts die Treppe rauf.

Spielzeit mit NepomukDa mein Bedarf an halsbrecherischen Rolltreppen-Aktivitäten nun gedeckt war, bin ich eben die Kilometer gelaufen. Zuhause wieder angekommen, lag eine Überraschung auf dem Sofa. Mein Yoda Hoodie wurde geliefert und mein Freund hat ihn mir gleich ausgepackt. Nachdem Nepomuk ja nun als Darth Vader zum Fasching geht, muss ich mich ja anpassen. 🙂

Den Nachmittag haben wir wieder mit viel spielen verbracht. So langsam ist Nepomuk sehr wählerisch, was sein Spielzeug anbelangt. Auch das Bussi Bär Buch, dass ich ihm in der Schwangerschaft und nach der Geburt immer vorgelesen habe, findet er nur noch spannend, wenn er selbst darin rumblättern kann. Die Mama soll bloß nichts vorlesen oder eigenständig rumblättern, alles will Nepo machen.

Low Carb PizzaFür das Wochenende nehme ich mir ja immer vor, möglichst viel zu kochen, damit ich dann die Woche darauf immer was zu essen habe. Funktioniert meist suboptimal, weil ich immer vergesse, dass Essen aus dem Gefrierschrank zu holen. Dieses Wochenende startete ich trotzdem wieder den Versuch. Am Freitag habe ich mich also drangemacht, die Low Carb Pizza zu kochen. Da der Teig allein schon 80 Minuten im Backofen braucht, habe ich bereits nachmittags angefangen. Da Nepomuk wieder eine schlechte Phase hatte und nicht schlafen konnte, bin ich mit ihm, nachdem der Teig fertig war, noch eine Runde spazieren gegangen. Eine Runde ist gut. Wir waren 1,5 Stunden unterwegs. Wieder zurück, war mein Freund schon da, sodass ich mich um die Pizza kümmern konnte. Irgendwie habe ich aber das Rezept nicht richtig gelesen oder mir fehlte die Motivation. Die Zwiebeln habe ich gehackt, statt in Ringe zu schneiden. Die Auberginen auch gehackt, statt zu vierteln. Zucchini hatte ich viel zu viel drauf und die Käsesoße habe ich im ersten Schwung mal ohne Kurkuma gemacht und dann erst beim zweiten Schwung den Kurkuma mit reingehauen. Die Pizza sah dementsprechend aus und leider war auch der Teig etwas bröselig. Naja, aber auch zusammengefallen hat sie gut geschmeckt. 🙂