Montessori made by Baumarkt

IMG_0867Seit gut einem Jahr interessiere ich mich nun für die Konzepte von Emmi Pikler und Maria Montessori. Neben dem Lesen verschiedener Bücher, dem Ideensammeln auf Facebook und Pinterest und nicht zu guter Letzt den Besuchen in zwei verschiedenen Spielräumen, versuche ich im Rahmen des Möglichen Montessori und Pikler auch in unseren Alltag zu integrieren.

Nun lese ich oft, was es für tolle Montessori Sachen bei Ikea gibt und wünschte mir manchmal, ich hätte ein Auto, um dort regelmäßig einkaufen zu gehen. Dieser Wunschgedanke hält sich mit Hinblick auf unseren Minimalismus allerdings nur wenige Minuten und so hole ich mir die Inspiration meist aus den Besuchen in den Spielräumen, in verschiedenen Facebook Gruppen und natürlich auf Pinterest. Viele Sachen gibt es glücklicherweise in normalen Kaufhäuser, beim Drogeriemarkt oder auch beim Baumarkt zu kaufen.

Und so war es am Donnerstag nach über einem halben Jahr mal wieder Zeit in unseren nahe gelegenen Toom Baumarkt zu schlendern. Dieser liegt mitten in Haidhausen und ist für mich zu Fuß super zu erreichen. Der Baumarkt ist meiner Meinung nach wirklich ein guter Markt, der kaum überlaufen ist und für mich eine unendliche Fülle an Ideen bereithält.

Nachdem Nepo nun mit seinen 18 Monaten schon gut zu Fuß ist, bin ich mit anfangs mit ihm an er Hand durch den Baumarkt geschlendert und später immer hinter ihm hergelaufen. Für ihn ist so ein Baumarkt natürlich auch ein Paradies: Weite Gänge, volle Regale und alles so schön bunt und in Greifhöhe.

Inspiration was ich alles kaufen kann, habe ich mir vorab nicht geholt, aber ich wusste worin gerade Nepos Interessen liegen. Wie seit Monaten immer noch im Schütten. Er schüttet alles: Reis, Linsen, Mais (Danke, an unseren Asiashop), Frischhalteclips oder Wasser.

Zudem ist er der ganz große „Dinge in Öffnungen“ Stecker und liebt das ständige Ausprobieren von Schraubverschlüssen. Seit kurzem hat er zudem die Magie von Kugeln und Bällen entdeckt, die er dann genüsslich durch den Raum kullern lässt, um die genaue Laufbahn dieser zu beobachten. Auch das Bemalen von Blättern, Tischen und Regalen findet er ganz toll.

Seine ganze Liebe gilt aktuell aber Schrauben und vor allem dem Werkzeugkoffer von Papa. Er liebt es mit ihm rumzuschrauben, beim Lampen wechseln dabei zu sein oder „mitzuhelfen“, wenn der Papa mal wieder ne lose Schublade repariert.

Obwohl wir Nepo Anfang des Jahres einen Werkzeugkasten von IKEA gekauft haben, so fasziniert ihn das bei weitem nicht so sehr, wie die Dübel und Schrauben des Papa. Also habe ich eine Packung großer, stumpfer Schrauben mit Muttern gekauft. Die Muttern habe ich vorsorglich einkassiert, da Nepo aktuell noch zu viel in den Mund nimmt. Später werde ich dann die Muttern mit den Schrauben anbieten, damit Nepo dann mit hoch- und runterdrehen der Muttern beschäftigt werden kann.

Die Schrauben sind jetzt aktuell stark in Benutzung. Nepo schüttet sie immer von einem Behältnis ins nächste oder untersucht sie bis ins Detail. Von meinem alten Kleiderschrank habe ich ebenfalls noch große Schrauben gefunden, sodass er nun zwei verschiedene Größen hat.

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Neben Schrauben habe ich noch große Dübel in weiß und rot gekauft. Rot ist aktuell seine Lieblingsfarbe und die Plastikdübel lassen sich wunderbar in verschiedene Gläser, Teedosen und Kindertöpfe schütten. Später werden wir dann mit diesen Dübeln versuchen Farben kennenzulernen.

Wo wir gerade bei Farben sind: Im Baumarkt bin ich zufällig an einer Packung von „Ausgleichsblättchen“ vorbeigekommen. Da ich die Farben gut fand, habe ich einfach eine Packung mitgenommen. Bis vorhin war mir noch nicht so klar, ob wir das jetzt schon verwenden können, weil ich es eben auch für die Farbenlehre nutzen wollte. Aber der Papa war so begeistert von den Blättchen, die auch unterschiedliche Stärken haben und hat dann gleich mit Nepo die Blättchen aneinander gelegt. So habe ich jetzt auch schon eine Idee, was ich mit ihm mal tagsüber gemeinsam machen kann.

Da ich bald auch mit Nepo malen möchte, habe ich jetzt schon mal eine Abdeckplane für unseren Laminatboden gekauft, dazu Malerkrepp, einen Pinsel und einen Farbroller, sodass wir bald mit den ersten Kunstwerken loslegen können. Ich bin mir noch nicht sicher, ob wir vielleicht bis zum Frühling warten und das dann auf dem Balkon machen oder zumindest die Balkontür auflassen, damit der Farbgeruch, soweit es den gibt, nach draußen ziehen kann.

Vielleicht werde ich die Abdeckplane auch schon früher nutzen, wenn wir jetzt endlich mal unsere eigene Knete machen. Ich habe schon einige Rezepte rausgesucht, wo man nicht viel mehr als Mehl und Wasser benötigt.

Zu guter letzt haben wir natürlich auch wieder Holzkugeln gekauft und Holzscheibchen. Zum einen kann Nepo diese dann auch wieder in Dosen mit entsprechenden Öffnungen stecken. Zum anderen haben wir ein großes Brett, dass ich immer unterschiedlich hoch aufbaue. So können wir die Kugeln immer aus unterschiedlichen Höhen runterrollen lassen. Wenn ich dann auch genügen Küchenpapierrollen gesammelt habe, werde ich mich zudem auch mal in einer einfachen Kugelbahn probieren.

Wichtig bei allen Produkten ist mir die Nähe zur Realität. Nepo bekommt viele authentische Materialien mit denen er dann rum probieren kann. Das beginnt bei ungekochtem Reis und Linsen, geht über Küchenutensilien wie Frischhalteclips, Teelöffel, Gläser, ausgedienten Gewürzstreuern und Teedosen, bis hin zum echten Wischtuch und selbstgehäkeltem Topflappen. Sicher spielt er auch gern mit seinem Holz- und Plastikobst, seiner kleinen Küche und den dazu gehörigen Töpfen, aber genau bei solchen Dingen wie Schrauben, Dübeln oder kleinen Marmeladengläsern merkt man, dass er Dinge liebt, die auch wir täglich oder regelmäßig benutzen.

Für mich ist das alles in Ordnung. Er gehört zu uns, wie wir zu ihm gehören. Ich habe kein Problem damit, wenn er mit meinen Töpfen oder mit Papas Wasserwaage durch die Gegend läuft und damit spielt. Ich denke allein nur durch das Einbeziehen des Kleinen in unsere tägliche Routine lernt er so viel und fühlt sich so zugehörig, was er mit Spielzeugen von FisherPrice oder sonstigem nie erreichen würde.

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass unser Sohn kein Spielzeug hat, nein, er liebt seine Brio Bahn, ebenso wie die Matchbox, die er vom Papa „geerbt“ hat, aber wie alle Kinder ahmt er uns eben auch gern nach und es macht mir wirklich viel Freude zu sehen, wie er versucht mit Kehrschaufel und Besen zu hantieren oder versucht ein paar Wasserflecken mit dem Wischtuch wegzuwischen. Und wenn ich jetzt sehe, wie gern er mit den Schrauben und Dübeln spielt, dann weiß ich, dass wir spätestens in einem halben Jahr mal wieder bei unserem Baumarkt des Vertrauens vorbeischauen werden und wer weiß, was die Mutti das nächste Mal so alles rausschleppt.

In diesem Sinne: Habt einen wunderschönen Abend

Liebe Grüße

Mareike

 

3 thoughts on “Montessori made by Baumarkt

  1. Hier ein gutes Rezept für selbstgemachte Knete: http://www.babykindundmeer.de/lifestyle/do-it-yourself/knete-selber-machen/
    Ich habe sie schon zwei Mal gemacht, sie hielt sich gut für 4-6 Monate und fühlt sich besser an als die allerorts zu kaufende Playdoo Fertigknete. Achtung beim Zufügen der Flüssigkeit: lieber erstmal weniger als zuviel. Falls du wie ich beim zweiten Mal wasserlösliche Lebensmittelfarbe verwendest: beim Teig herstellen etwas weniger Wasser nehmen, sonst wirds zu matschig :-), das Farbergebnis war hingegen super.

    1. Liebe Jana,

      super, vielen Dank für das Rezept. Ich werde das dieser Tage auf jeden Fall mal ausprobieren – wenn auch erstmal ohne Lebensmittelfarbe. Aber vielen Dank für den Tipp, dass zweite mal werde ich sicher Farbe hinzufügen und dann ist das mit dem weniger Wasser gut zu wissen. Liebe Grüße, Mareike 🙂

  2. Ich finde es toll, wie ausführlich du uns an deinen Ideen teilhaben lässt und kann das Interesse von Kleinkindern an Dübeln und Schrauben bekräftigen. Als kleines Bauhauskind gibt es für mein Töchterchen auch kaum etwas Schöneres als die Dinge, mit denen Mama und Papa den Tag über agieren 🙂

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