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12Apr/16

Konsumauszeit: Der Kauf eines Lastenfahrrads

Als am 8. April die Zusage für die Krippe bei Montessori 21 kam, war klar, dass wir uns nun wirklich nach einem Lastenfahrrad umschauen müssen. Mein Freund hatte eins bei ebay Kleinanzeigen gefunden, dass wir uns am Freitag anschauen wollten. Das hat dann aber irgendwie nicht geklappt und so entschieden wir, dass wir erst einmal eine Beratung für diese Art von Fahrrädern brauchen.

Wir wohnen in München und diese Stadt ist einfach ein Paradies für Radfahrer. Als ich noch nicht schwanger war, bin ich oft mit dem Fahrrad von A nach B gefahren. Es gibt viele Radwege, wenig Berge und alles ist so viel schöner auf dem Fahrrad als im Auto. Nach der Geburt von Nepo haben wir uns überlegt, wie wir zurück aufs Fahrrad kommen, um einfach mal am Wochenende die Isar entlang zu radeln oder andere Stadtteile von München zu erkunden. Schon früh war klar, dass wir keinen Anhänger wollten, weil ich Nepo immer sehen wollte. Radfahren mit dem Blick nach hinten ist dann sicher keine gute und schon gar keine sichere Art der Fortbewegung. Ja, und irgendwann habe ich dann das erste Lastenfahrrad gesehen und war begeistert. Seitdem, es war vor gut einem Jahr, überlegen wir, so ein Fahrrad zu kaufen.

Als ich Nepo für unsere Wunschkrippe anmeldete, war klar, dass wir diese nur besuchen konnten, wenn wir mit dem Fahrrad fahren. Wir haben nur ein Auto und die U-Bahn-Anbindung ist zwar von unserer Wohnung zur Krippe super, aber von der Krippe in mein Büro gibt es nichts. Mit dem Fahrrad würde der Hinweg 16 Minuten dauern, der Weg zum Büro nur 10 Minuten. Zudem würde ich Nepo die Berufspendler und überfüllten U-Bahnen ersparen. Abgesehen davon, würde ich mit dem Kinderwagen wohl gar nicht reinkommen und nur genervte Blicke ernten.

Jetzt haben wir den Krippenplatz und jetzt brauchen wir auch das Fahrrad. Da die Fahrräder sehr teuer sind, ist gute Beratung Pflicht. In dem Kurs bei Montessori 21 den wir immer dienstags besuchen, gibt es zwei Mamas, die Lastenräder fahren. Die eine ein Urban Arrow, was lange mein Favorit war, die andere ein Christiania. Die Mama mit dem Christiania ist aktuell mit dem vierten Kind schwanger, was sie aber nicht davon abhält auch bei Schnee ihre drei Kinder zu Montessori 21 zu fahren. Und die Mama mit dem Urban Arrow meinte, dass sie sich den Elektroantrieb beim Fahrrad gegönnt hat, weil sie in der Familie kein Auto mehr besitzen und stattdessen Car Sharing nutzen. Und auch diese Mama hat zwei Kinder. Von der schwangeren Mama erfuhr ich, dass es in München-Schwabing einen Fahrradladen gibt, der sich auf den Verkauf dieser Lastenräder spezialisiert hat und eigentlich jeder dort kauft.

Samstags in der Velocompany

Wir beschlossen also am Freitagabend am Samstag zur Velo Company zu fahren. So heißt der besagte Laden in Schwabing. Am nächsten Tag, kurz nach zehn Uhr, liefen wir in den Laden ein und wurden sofort begrüßt. Als ich vorsichtig fragte, ob wir denn neben der Beratung auch mal Probe fahren dürften, meinte der Verkäufer, dass eine Probefahrt ein Muss sei und ohne diese kein Verkauf erfolgte. Er zeigte uns einige Modelle und dann ging es schon nach draußen. Es nieselte als ich mich das erste Mal in meinem Leben auf ein Lastenfahrrad, in diesem Fall das Nihola setzte. Mittlerweile war ich von den Urban Arrows nicht mehr überzeugt, denn ich habe eine Frau mit diesem Fahrrad lenken sehen und das sah für mich schon sehr umständlich aus. Zudem waren für mich mittlerweile zwei Räder vorn ein Muss.

Ich setzte mich also auf das Nihola, mit zwei Rädern, die aber separat bewegt wurden, sodass ich nicht jedes Mal die Transportbox mitbewegen musste und fuhr los. Zugegeben, es war etwas neu für mich, aber ich fühlte mich sicher. Noch fuhr ich ohne Nepo, denn das war mir dann doch zu riskant. Ich fand das Nihola nach einer kurzen Fahrt super und es blieb mein Favorit. Nach mir fuhr mein Freund, auch noch ohne Nepo, denn der wollte partout nicht in die Box steigen. Nachdem wir uns beide einen Eindruck vom Nihola gemacht hatten, fuhr ich aus Neugierde nochmal ein Bakfiets. Es gibt viele davon und auch der Verkäufer liebt es. Für mich war das Teil eine Katastrophe. Ich bin beim Rad wohl der Typ „Gegensteuerer“ und so eierte ich mit dem Bakfiets auf dem Bürgersteig rum und war sicher, dass ich Nepo damit nie, nie transportieren würde. Zu unsicher für mich. Wieder zurück bei der Velo Company stieg mein Freund auf und Nepo war plötzlich Feuer und Flamme. Das Fahrrad hatte kein Regenschutz, wie das Nihola, also wollte Nepo mitfahren. Das es nieselte war ihm, wie so oft, egal. Er saß in der Box wie King Käs und hielt lässig seine Maiswaffel in der Hand. Mein Freund fuhr mit ihm und als er wieder kam, hatte Nepo ein fettes Grinsen auf dem Gesicht.

Nachdem ich mich auf dem Nihola eingefahren hatte, wollte ich, dass Nepo im Nihola Platz nimmt. Der Verkäufer öffnete das Regenverdeck, aber Nepo wollte nicht. Also bat ich den Verkäufer das Verdeck komplett abzumachen, was er gern tat. Und ta ta ta, Nepo setzte sich auf die Bank, ließ sich anschnallen und ich fuhr mit ihm eine Runde. Als wir wieder zurück kamen, strahlte Nepo über beide Ohren und wäre am liebsten noch weitere Fahrräder Probe gefahren. Mein Freund fuhr dann noch das Christiania, aber ich war so vom Nihola begeistert, dass ich darauf verzichtete.

Wieder im Laden bekamen wir die Preisliste und noch einige Infos zum Kauf. Ein schwarzes wäre gerade auf Lager, bei Bestellung würde ca. 6 bis 8 Wochen dauern, bis das Nihola geliefert würde. Wir sollten uns das aber gut überlegen, denn so ein Fahrrad kostet ja auch einiges. Wir nahmen die Preisliste, bedankten uns und verließen den Laden. Vor der Ladentür fragte mich mein Freund, wie ich denn das Nihola fand und was jetzt meine Meinung wäre. Ich sagte ihm, dass ich voll und ganz überzeugt bin und wir auf jeden Fall überlegen sollten, so ein Fahrrad zu kaufen.

Plötzlich meinte er, dass wir es gleich kaufen sollten. Wenn sie noch eins vorrätig hätten, dann sollten wir das nehmen. Ich war etwas baff, aber begeistert und so gingen wir wieder in den Laden. Nepo wollte die ganze Zeit raus zu den Fahrrädern, aber wir mussten uns noch etwas in Geduld üben, denn mittlerweile waren andere Kunden in der Beratung dran. Nach ein paar Minuten war wieder jemand für uns da und mein Freund kaufte das letzte Fahrrad, das auf Lager war. Leider konnten wir es nicht gleich mitnehmen, da noch Anpassungen vorgenommen werden müssten und aufgrund der großen Nachfrage mit einer Wartezeit von zwei Wochen zu rechnen sein müsste.

Das wir so eine teure Anschaffung nun ausgerechnet in meiner Konsumauszeit machen, war nicht absehbar. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl und wir werden sicher den Kauf nicht bereuen. Da ich ein Zweitauto aus Überzeugung ablehne, denke ich, dass wir hier richtig entschieden haben.

08Mrz/16

Es ist wieder Zeit für eine Konsumauszeit

Heute habe ich beschlossen, dass es im April wieder Zeit für eine Konsumauszeit ist. Ich hatte diese ja schon im November gemacht und fand es eigentlich ganz toll. Doch irgendwie hat sich in den letzten Wochen wieder das Anhäufen von Dingen in den Alltag geschlichen.

Konsumauszeit im April 2016Gerade jetzt, wo wir wieder verstärkt in den Bereich Montessori gehen, merke ich, wie stark das doch mit unserem angestrebten Minimalismus kollidiert. Meinem Sohn Montessori Materialien anzubieten, ohne viel Geld auszugeben wird sicher eine Herausforderung für mich. Doch mit etwas Kreativität, der Unterstützung durch den Frühling und die kommenden wärmeren Tage werden wir sicher viel in der Natur finden, was wir zuhause gut nutzen können.

Was mich optimistisch macht

  • An Ostern sind wir bei meinen Eltern und die sind überzeugte Jäger und Sammler. Ich bin mir sicher, dass wir da tolle Dinge für Nepo finden werden, die wir zuhause in unsere vorbereitete Umgebung integrieren können
  • Der Frühling wird kommen und wir werden viel Zeit an der frischen Luft verbringen. Steine in die Isar werfen oder in den Isarauen spazieren gehen habe ich schon fest auf meiner Wunschliste
  • Im April werden wir auch an einem wöchentlichen Naturtreff teilnehmen, der von einem örtlichen Naturkindergarten angeboten wird. Der kostet nichts und wird Nepo und mir sicher viel Spaß machen
  • Sobald das Wetter mitspielt, wird es uns wieder in die Berge ziehen. Schon jetzt freue ich mich darauf, wenn wir zu dritt in der Natur picknicken und unser Vesper im Gras essen werden
  • Gerade habe ich unsere Bibliothek „leergekauft“. Aktuell haben wir ein paar Bücher in der Stadtbibliothek München angefragt und ein Teil wird wohl erst Ende März für uns zur Verfügung stehen. Für mich gibt es im April abends also genügend Stoff zum Lesen, sodass ich nicht auf die Idee komme Online Shops durchzuschauen.

Was für mich eine Herausforderung wird

  • Flohmärkte: Im April findet sowohl der riesige Flohmarkt auf der Theresienwiese statt, als auch mein geliebter Hinterhofflohmarkt in Haidhausen. Da wir gerade bei letzterem immer tolle Dinge zu sehr günstigen Preisen finden, werde ich hier wohl einen Jokertag einplanen.
  • Generell starten im April viele Feste und Ende April kommen meine Eltern zu Besuch. Aber ich denke, da werden wir sicher eine Lösung finden.
  • Ich hoffe nicht, dass ich im Frühjahr merke, dass ich letztes Jahr zu viele Sachen weggegeben habe und nun die Notwendigkeit sehe, mir neue Klamotten für wärmere Tage zu holen.

Heute bin ich noch sehr optimistisch, dass ich den April gut ohne „sinnlose“ Ausgaben überbrücke. Der November hat ganz gut funktioniert, auch wenn sich mein Konsumverhalten leider nicht nachhaltig verändert hat.

Nach dem der Kleine jetzt schon ganz schön an meinem Bein zerrt, werde ich mich hier mal kurz bzw. für die Nacht verabschieden.

Schlaft gut, Ihr Lieben!

 

06Mrz/16

Minimalismus: Unser reduziertes Schlaf- und Spielzimmer

Wir leben hier in München ja in einer Zwei-Zimmer-Dachgeschoss-Wohnung auf 66 qm. Das bedeutet, dass jede Neuanschaffung eines Möbelstücks eine Kettenreaktion nach sich zieht und am Ende ein anderes Möbelstück die Wohnung leider wieder verlassen muss. Ich wünschte mir ich wäre bei manchen anderen Sachen auch so konsequent wie bei den Möbeln. 🙂

Als wir vor ein paar Wochen für Nepo ein Floor Bed kauften, war klar, dass auf Dauer im Schlafzimmer eine der beiden Kommoden verschwinden muss. Während meine Eltern zu Besuch waren, nutzte ich die Gelegenheit und räumte die Kommode komplett leer und das was ich noch behalten wollte, in die Kommode von meinem Freund. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich mal eine Kommode mit meinem Freund teile und auch nur eine Schrankseite belege, dann wäre das für mich unvorstellbar gewesen. Doch da wir letztes Jahr schon so viel Ballast weggeworfen haben, war das umräumen wirklich kein Ding mehr.

Freitag kam die Kommode weg

Und so stand die Kommode fast einen Monat in unserem Schlafzimmer rum – leer und unbenutzt. Da mein Freund am Freitag den Nachmittag frei hatte, entschieden wir uns die Kommode zum Wertstoffhof zu bringen. Wir wohnen im 4. OG ohne Aufzug und am Stück hätten wir sie nie runtertragen können, weil Nepo sonst hätte allein in der Wohnung sein müssen. Also baute mein Freund sie auseinander und ich brachte sie Stück für Stück in die Tiefgarage. Mein Freund und Nepo machten sich derweil fertig und los ging es zum Wertstoffhof. Für Nepo war das ne ganz coole Sache, denn die Leute in Orange sind seine Helden und der Wertstoffhof war voller Männer in Orange. Dazu noch die riesigen Container in denen unendlich viel Müll landete. Wir nutzten die Zeit und schauten in die großen und kleinen Container, schauten den Pressen zu, wie sie Holz zerdrückten und wo der ganze Bauschutt landet. Irgendwann hatte mein Freund das Auto leer geladen und wir waren wieder um ein Möbelstück leichter.

Wieder zuhause stellten wir Nepos Bett, das ja immer noch an meiner Bettseite hing, an die Wand und zwischen ihn und mir einen Kubus, der eine Art Trennung darstellt. Für viele mag die Tatsache etwas befremdlich sein, dass wir alle drei Betten haben, die nur aus einem Lattenrost und einer Matratze bestehen. Aber für uns ist es perfekt und ich würde immer wieder für ein Kind diese Art von Bett wählen, weil sie dann schon ab den ersten Tagen bis weit ins Schulalter darin schlafen können – ohne Gitter, ohne Angst vor schweren Stürzen und mit viel Bewegungsfreiheit.

Samstag waren die Spielboxen fällig

Natürlich schlief Nepo die Nacht nicht in seinem Bett, sondern in unserem. Aber für mich war das Umstellen schon mal ein Segen. Ich habe jetzt so etwas wie einen Nachtisch und kann im Bett entspannt ein Buch lesen, während Nepo sonst wo in der Wohnung rumturnt oder vor dem Bett mit seinen Autos spielt. Tagsüber sitzen wir übrigens gern auf seinem Bett, spielen mit seinen Stofftieren, die jetzt wieder den Weg ans Tageslicht gefunden haben oder kuscheln einfach nur.

Obwohl wir mit dem Schlafzimmer schon gut unterwegs waren, gab es immer wieder Baustellen, die einfach nicht fertig wurden. Dazu gehörten auch die Aufbewahrungsboxen in Nepos Spielregal. Dort landete in der Hektik des Abends immer alles, nichts war geordnet und keiner hat mehr durchgeblickt, was wo hin soll. Zudem zog Nepo immer die Boxen hervor und holte sonst was daraus, aber nie etwas, mit dem er allein spielen konnte.

Als wir am Dienstag das Gespräch bei Montessori 21 hatten, viel mir wieder auf, wie schön es wäre, wenn es überhaupt keine Boxen, sondern einfach nur wenige, ausgewählte Dinge gäbe, die in den Boxen stehen würden. Damit die Erzieher die Ordnung jederzeit wieder herstellen können, wurden die Materialien in den Regalen fotografiert und jedes Foto zeigt, wo etwas zu stehen hat. So konnte ich am Dienstagabend mithelfen, alles wieder zurück zu räumen. Auf dem Heimweg meinte mein Freund das er diese Art von Ordnung sehr gut findet, weil er bei unseren Boxen überhaupt nicht durchblickt. Also beschloss ich am Wochenende diese Boxen aufzulösen.

Schon am Mittwoch hatte ich begonnen alle Montessori Materialien in einen Schrank zu räumen, um alles auf einmal rausnehmen zu können. Sodass ich gestern nur noch eine kleine Auswahl treffen und mich entscheiden musste, was jetzt in das Regal kommt und was, ja so ist das Leben nun mal, in den Keller.

Nepos Regal mit Boxen

Nepos Regal mit Boxen

Damit Nepo davon nichts mitbekommt, habe ich mir schon im Vorfeld überlegt, was ich gern in das Regal packen würde und nach welchen Kriterien ich vorgehen möchte:

  • Holz vor Plastik (sorry Fisherprice)
  • Pro Fach maximal drei verschiedene Teile, die einen ähnlichen Spielzweck haben
  • Maximal zwei „Produktgruppen“, die eine größere Anzahl von Teilen erlauben und in Körben organisiert sind
  • Bücher und Stofftiere kommen extra
  • Utensilien für die Spielküche haben ebenfalls nichts in dem Regal zu suchen

Und so sortierte ich gestern Vormittag aus und um. Da ich Nepo ja nun oft eine Umgebung vorbereite, konnte ich testen, welche Dinge er oft probierte und welche ihn so gar nicht interessierten bzw. welche er einfach durchgespielt hatte. Das umräumen ging viel schneller als gedacht und hier sind nun die acht Fächer und die entsprechenden Spielsachen die es in den „Recall“ geschafft haben:

  • Linkes Fach (oben): Der Regenbogen von Grimm ist der ewige Klassiker in Nepos Spielzimmer. Bis jetzt spielt er moderat mit ihm, trotzdem bin ich der Meinung, dass er einfach ins Regal gehört.
  • Linkes Fach (unten): Hier ist die erste Produktgruppe in Form von Tieren. Nepo liebt die Bauernhoftiere, sodass wir jetzt einfach alle Tiere in eine Rattanbox getan haben. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass wir erst ein Tier von Schleich haben. Der Rest ist No Name bzw. sind es tollte Holzfiguren vom Flohmarkt.
  • 2. Fach von links (oben): Hier sind drei verschiedene Dinge, die das Stapeln und unterschiedliche Farben zu eigen haben. Da gibt es einmal den Stapelturm von Goki, zum anderen Becher von Gowi und ein Set, dass ich 2014 bei dm gekauft habe.
  • 2. Fach von links (unten): Hier habe ich zwei Spielzeuge ausgewählt, die zu Weihnachten entweder noch zu schwer waren oder die Nepo nie wirklich beachtet hat. Einmal ersetzt das Holzsteckspiel eine Plastikversion von Fisherprice, die Nepo nun durchgespielt hat. Der Holzzug fand bis gestern bei Nepo keine Beachtung, das änderte sich schlagartig als er im Regal stand und seitdem spielt Nepo mit ihm.
  • 3. Fach von links (oben): Hier sind die klassischen Steckübungen, bei denen ich aber langsam das Gefühl habe, das sie Nepo langweilen. Wir haben ihm ein Beutel mit Spielgeld gekauft. In eine alte Mokkadose habe ich dann einen Schlitz geschnitten und er kann das Geld durch den Schlitz in die Dose werfen. Das gleiche dann auch nochmal für Korken, aber beides findet er mittlerweile nicht mehr spannend.
  • 3. Fach von links (unten): Da liegt nun sein Xylophon, ein Rasselball aus dem Weltladen und ein Schellenkranz aus dem wundervollen Laden „Holzwurm“ in Augsburg.
  • Rechtes Fach (oben): Ja, da sind nur noch ein paar Autos in einer Rattanbox übrig geblieben. Daneben noch ein Holzlaster mit einem Holzbagger, den meine Eltern auf dem Flohmarkt gekauft haben.
  • Rechtes Fach (unten): Hier sind seine Werkzeugkoffer. Einmal der Werkzeugkoffer von IKEA aus Plastik und ein etwas älteres Modell aus Holz, dass wir letztes Jahr beim Flohmarkt gekauft haben.

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Wie Nepo dieses Regal nun annimmt, darüber kann ich noch nichts sagen. Aber ich bin sehr froh, dass wir jetzt für ihn in unserem Schlafzimmer einen klaren Bereich haben, der ihn vor Reizen nicht überflutet.

Seine Küche haben wir dann auch gleich umgeräumt und etwas anders gestaltet, worüber er glaub ich ganz froh ist. Sein „Backofen“ ist jetzt leer, da ich seine Töpfe in eine separate Kiste gepackt habe, die direkt unter der Küche zu finden ist. Ob er jetzt öfters mit der Küche spielt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Weitere Pläne fürs Schlafzimmer

Mit der Umgestaltung ist das Schlafzimmer jetzt erstmal für eine Weile versorgt. Sobald der Frühling den Weg nach Deutschland findet, werde ich noch ein paar Winterklamotten aussortieren und wieder etwas Platz schaffen.

Danach ist wahrscheinlich die größte Umstellung die, die wir vornehmen müssen, wenn Nepo sein Rückzugsgebiet benötigt und wir ins Wohnzimmer ausziehen müssen. Die Suche nach einer größeren Wohnung ist für uns aktuell keine Option, denn größere Wohnung bedeutet mehr Miete, bedeutet höher Fixkosten und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit in irgendwelchen Hamsterrädern festzusitzen.

Doch über diesen „Auszug“ mache ich mir aktuell keine Gedanken, denn das kommt früh genug. Ich selbst muss jetzt erstmal die Baustelle „Bad“ anpacken, denn da ist wirklich Handlungsbedarf erforderlich.

Wie seht ihr das? Ab wann braucht Nepo seine Privatsphäre in Form eines eigenen Zimmers? Ist es im Alter von drei Jahren zu spät oder vielleicht zu früh?

20Feb/16

Minimalismus: So wird aus einem Verpackungskarton ein Spielteppich

Nachdem ich am heutigen Vormittag meine Mami Auszeit hatte, gehörte der Nachmittag Nepo und dem Malen der Strassenlandschaft für Nepo.

Man nehme einen alten Verpackungskarton. In unserem Fall war das der Karton, in dem letzten Samstag Nepos Lattenrost geliefert wurde.

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Dann überlegt man sich grob, wie das Stadt-Land-Gemälde aussehen soll und schon kann es losgehen.

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Was die Stifte anbelangt, so habe ich einfach die Stabilo Stifte genommen, die Nepo von einer Freundin zum ersten Geburtstag geschenkt bekommen hat. Wir nutzen die Stifte immer, weil sie sich wunderbar wieder vom Laminat abwischen lassen. Eine Eigenschaft, die ich in den letzten Wochen sehr zu schätzen gelernt habe.

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Nepo konnte es gar nicht abwarten und hat schon mal die eine oder andere bemalte Stelle eingenommen. Ab und an hat er mit den Stiften auch selbst Hand angelegt, aber das viel in dem bunten Ergebnis irgendwie gar nicht auf.

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Das tolle an dem „Spielteppich“ oder dem „Spielkarton“: Abends klappen wir ihn einfach zusammen, die Tiere bleiben drin und ab geht es damit unter die Couch. Morgen holen wir es wieder hervor und können einfach weiterspielen, vielleicht sogar mit unserer super tollen Parkgarage.

Sollte Nepo irgendwann keinen Bock mehr auf diese Stadt haben, dann fällt das „entsorgen“ auch nicht mehr so schwer.

 

16Feb/16

Minimalismus: Die kindersichere Aufbewahrung von Putz- und Drogeriemitteln

Wir sind Minimalisten und leben in einer 66 Quadratmeter Wohnung in München. Obwohl wir immer überlegt einkaufen, so gibt es doch Phasen, da kommt mehr in die Wohnung rein, als wir verbrauchen können. Aktuell durchleben wir wieder so eine Phase und das hat zwei Gründe:

  1. Die Auflösung meiner Wohnung im Dezember 2015 hat eine Fülle an Putz- und Drogeriemitteln in unser Bad gespült
  2. Haben wir entdeckt, wie leicht es ist Spülmittel, Waschmittel, Gesichtsreiniger oder Deo selbst zu produzieren. Das bedeutet aber leider auch, dass wir jetzt viele Packungen Natron, Kernseife, Essig oder Zitronensäure zuhause haben

Der wichtigste Grund aber für meine Überlegung, wie ich vor allem unsere Putzmittel verstauen kann, ist die Frage nach der Kindersicherheit. Wir haben hier zuhause eine „open door policy“, das heißt jeder kann überall rein und hin. Das gilt auch für unseren Sohn. Bis auf die Sicherung der Steckdosen haben wir keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen getroffen und werden das in naher Zukunft auch nicht tun. Er kann jede Schranktür öffnen und ist das nun gewohnt. Leider gehören dazu auch die Schranktür unter der Spüle mit Spülmittel, Tabs und Salz, sowie der Schrank im Bad, in dem wir jede Art von Putzmaterial aufbewahren.

Nun kommt neben der Kindersicherheit noch der Platz dazu. Aktuell fliegt alles irgendwie im Schrank herum, keiner weiß genau wo was ist. Damit wir hier endlich eine Struktur haben, muss ich alles umpacken.

Bild_Aufbewahrung Putzmittel

Quelle: Pinterest

Die perfekte Lösung für mich sind Plastikboxen, die ich mir online bei Hellweg rausgesucht habe. Zwar haben wir bereits Boxen von Muji, aber die reichen nicht aus. Die sind zu klein und offen. Ich brauche große Boxen und vor allem brauche ich verschließbare, durchsichtige Boxen.

Geplant habe ich für das Bad zwei Boxen und für die Küche eine Box. Ich werde diese Box mit dem 12 Liter Fassungsvermögen nutzen und die Reinigungsmittel wie folgt aufteilen:

Box in der Küche wird die Spülutensilien und die Produkte, die wir für die Herstellung von Reinigungs- und Pflegeprodukten beinhalten.

Im Bad gibt es eine Box in der ich die Waschmittel nebst Gallseife aufbewahre. Weichspüler haben wir mit dem selbstgemachten Waschmittel ja schon gar nicht mehr. Die andere Box werde ich für die Putzmittel verwenden.

Die Boxen sind durchsichtig, was für mich sehr wichtig ist, damit ich auf einen Blick sehe, was drin ist. Zudem gehe ich davon aus, dass der Deckel aktuell noch nicht von Nepo geöffnet werden kann. Bisher schafft er mit Glück die Schraubverschlüsse. Aber auch nur die von den Ölflaschen. 😉

Jetzt könnte man natürlich fragen, warum ich das online bestelle. Tja, leider sind wir doch sehr exzessive Online Besteller:

  • weil mein Freund unter der Woche bis abends arbeitet und wir samstags nicht gerne unsere Zeit in Bau- oder Möbelmärkten verbringen
  • weil ich unter der Woche allein bin,
  • weil mein Sohn mit seinen 18 Monaten noch nicht so Lust hat ins vierte OG zu laufen,
  • weil ich nicht weiß, wie ich die Boxen mit Kinderwagen nach Hause transportieren soll
  • weil ich gesehen habe, dass die Familie unter uns mittlerweile auch ihre Nahrungsmittel online bestellen und liefern lassen
  • und zu guter Letzte: Diese Kisten gibt es in unserem Baumarkt nicht, jedenfalls nicht in der Beschaffenheit.

Wir kaufen viel online, aber noch mehr kaufen wir hier vor Ort, nämlich alles was mit Nahrung, Drogerie oder Putzmittel zu tun hat. Zudem würde ich Nepos Laufschuhe nie online bestellen, weil wir nur vor Ort so eine tolle Beratung bekommen. Kleidung für Nepo kaufen wir auch in lokalen Geschäften bzw. noch mehr in den Flohmärkten, die hier regelmäßig stattfinden.

Nein, ich fühle mich nicht schlecht, weil ich die Boxen online bestelle. Sie sind perfekt und ich freue mich schon sehr darauf. 🙂

 

 

 

 

 

 

 

12Feb/16

DIY: Waschpulver für weiße Wäsche

Zutaten für das Waschpulver

Zutaten für das Waschpulver

Am Wochenende musste ich notgedrungen mein erstes eigenes Waschpulver herstellen. Ich hatte am Freitag sowohl Waschpulver, als auch Weichspüler vergessen zu kaufen und hatte Samstag schlicht keine Lust extra deswegen nochmal einkaufen zu gehen. Zudem waren meine Eltern für vier Tage zu Besuch und kümmerten sich wunderbar um Nepo, sodass ich endlich mal Zeit hatte, mich mit dem selbst hergestellten Waschpulver zu befassen.

Der Plan Waschmittel, Reinigungsmittel und Pflegeprodukte selbst herzustellen, gärte schon etwas länger in mir. Ich war so motiviert, dass ich Dinge wie Kernseife, Soda oder Natron zuhauf kaufte und wartete nur auf den richtigen Moment und die ausreichende Motivation. Voila, am Samstag war beides da und ich produzierte mein erstes eigenes Waschpulver.

Das brauchst du

Für das Waschpulver sind folgende Dinge notwendig:

  • 100 g Kernseife (bei Amazon, im Bioladen oder im Drogeriemarkt)
  • 100 g Spülmaschinensalz
  • 150 g Natron (bei Amazon oder eurem Drogeriemarkt des Vertrauens)
  • 150 g Soda (bei Amazon oder im Drogeriemarkt)
  • 150 g Zitronensäure (nur bei weißer Wäsche empfehlenswert)

So funktioniert es

Da die Herstellung des Waschpulvers sehr einfach ist, kommt hier der schwierigste bzw. langwierigste Teil zuerst: Du musst die 100 g Kernseife klein reiben. Ich habe mir für solche Zwecke eine zweite, einfach Reibe gekauft, die ich nur für die Herstellung von solchen Dingen nutze. Obwohl es nur 100 g sind hat es doch gefühlt eine Ewigkeit gedauert. 🙂

Wenn du die Kernseife kleingerieben hast, vermischst du sie einfach mit allen anderen Zutaten und fertig ist dein Waschpulver, dass du aufgrund der bleichenden Wirkung der Zitronensäure aber nur bei weißer Wäsche verwenden solltest.

Das fertige Pulver kannst du dann in ein Behältnis deiner Wahl füllen und dann ordentlich die Wäsche durchwaschen. 🙂

Wenn du Bedenken wegen des Weichspülers hast, dann kannst du 1 bis 2 Teelöffel Zitronensäure in das Fach für den Weichspüler geben. Dies empfiehlt sich aber nur bei weißer Wäsche. Damit die Wäsche keinen Grauschleier bekommt, gebe ich jetzt immer 1 bis 2 Teelöffel Natron direkt in die Wäschetrommel.

Bisher nutze ich das Waschpulver nur für weiße Wäsche, da ich mich an die dunkle noch nicht ran getraut habe. Hier habe ich noch Waschnüsse, aber sobald die alle sind, muss ich mich wohl auf die Suche nach einem Flüssigwaschmittel machen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren wäsche- und bügelfreien Abend. 🙂

Liebe Grüße
Mareike

30Jan/16

Minimalismus: Die hobbylose Mutti

Nach dem wir heute auf einem tollen Kindergeburtstag waren, sitze ich hier auf dem Sofa und führe mit meinem Freund eine Unterhaltung, wie wir sie schon so oft geführt haben. Wieder einmal dreht sich alles um Hobbys bzw. in unserem Fall um die Unfähigkeit ein Hobby zu besitzen. Wobei ich hier schon mal sagen muss, dass für mich joggen oder „ins Fitnessstudio gehen“ keine Hobbys sind.

Der Minimalismus legt das Fehlen von Hobbys offen

Das mir ein Hobby fehlt, wurde mir eigentlich erst im Herbst 2015 bewusst. Nämlich genau an dem Abend, an dem wir das erste Mal in unserem leeren Wohnzimmer saßen. Die Bücherregale waren im Keller und mit dem Gefühl der Ruhe kam die Frage nach einer abendlichen Beschäftigung aus. Ich weiß nicht, warum mir das früher nicht aufgefallen ist, vielleicht hatte ich immer das Wissen, wenn mir langweilig ist, könnte ich ja ein Buch lesen. Aber als dann alle Bücher im Keller waren, wusste ich ehrlich gesagt nichts mit mir anzufangen.

Wenn man eine volle Wohnung hat, dann lenkt das schon mal von vielem ab, besonders von der Notwendigkeit sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wir haben das letzte Jahr viel hin und her geräumt und viel über Minimalismus gesprochen. Doch jetzt, wo wir uns an unsere aufgeräumte (nicht saubere) Wohnung gewöhnt haben, wird mir doch immer bewusster, wie sehr mir ein Hobby fehlt.

Was bedeutet Hobby eigentlich?

Auf Wikipedia findet sich für Hobby folgende Definition:

„Ein Hobby …, auch Freizeitbeschäftigung … genannt,ist eine Tätigkeit, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig betreibt, die dem eigenen Lustgewinn oder der Entspannung dient und zum eigenen Selbstbild beiträgt. Ein Hobby ist kein Beruf und repräsentiert für den Ausübenden einen Teil seiner Identität. Der Begriff Hobby hat eine leichte Nähe zum Begriff Spiel. Als Hobby wird eine Tätigkeit indes nur bezeichnet, wenn man für diese Tätigkeit eine im Vergleich zu anderen Freizeitgestaltungen besondere Vorliebe hat und sie regelmäßig ausübt.“

Das spiegelt schon mal sehr gut das, was ich mir von einem Hobby erwarte. Aktuell kommen vielleicht meine regelmäßigen Besuche im Fitnessstudio oder mein abendliches Laufen in die Nähe eines Hobbys, aber so richtig glücklich bin ich damit nicht.

Ich selbst habe für mich folgende Kriterien bei der Hobbyfindung definiert:

  • Ich muss dieses Hobby offline ausführen können
  • Es muss eine Tätigkeit sein, die ich abends im Wohnzimmer ausführen kann und die mich ganz fesselt
  • Die Tätigkeit sollte weder mit meinem Beruf noch mit meiner Rolle als Mutter zu tun haben
  • Dieses Hobby sollte nicht aufwendig sein und wenig Ausgaben erfordern
  • Es sollte mir helfen abzuschalten und doch meine volle Konzentration erfordern
  • Es darf nicht im Widerspruch zu unserem gelebten Minimalismus stehen

Beachte ich nun diese Kriterien so fallen schon einige Hobbys wie Briefmarken sammeln, nähen oder töpfern weg. In den letzten Monaten, Wochen und Tagen habe ich mich auf drei Hobbys konzentriert von dem ich nun eines ausprobieren möchte:

Malen

Schon in der Schule habe ich sehr gern gemalt. Es half mir meine Kreativität zu verarbeiten, auf andere Gedanken zu kommen und in andere Welten abzutauchen. Auch später habe ich hin und wieder den Pinsel auf die Leinwand gebracht. Und auch wenn ich noch unzählige leere Leinwände im Keller habe, so würde ich das Malen erstmal hinten anstellen.

Wir leben aktuell in einer Zwei-Zimmer-Wohnung wo jeder Raum wertvoll ist. Zudem bewegt sich unser Sohn frei in allen Zimmern umher. Für mich ergibt sich also das Problem, dass ich keinen Ort für mich schaffen kann, an dem ich meine Lust am Malen ausleben kann. Wenn ich also abends meinem Hobby fröhnen möchte, dann habe ich keine Lust erst alles herzuräumen und noch weniger Lust später alles wieder wegzuräumen. Das schnelle und sichere Verstauen von Acrylfarben, Pinseln oder Leinwänden ist aber bei einem 1,5-jährigem Kind aus meiner Sicht dringend erforderlich.

Für das Hobby Malen fehlt mir also schlichtweg ein Raum oder zumindest Stauraum, wo ich alles aufbewahren kann und trotzdem schnell griffbereit habe.

Puzzlen

Mein Freund und ich haben das Puzzle wieder entdeckt. Es mag sich vielleicht spießig oder langweilig anhören, aber ich finde gerade beim puzzlen kann man wirklich gut abschalten.

Da jeder von uns gerne puzzelt bräuchten wir aber schon mal mindestens zwei Puzzle. Zudem wissen wir nicht, was wir danach damit machen sollen, denn aufhängen wollen wir es auf keinen Fall und im Keller aufbewahren wäre aus Minimalismussicht auch nicht korrekt.

Zudem müssten wir auch das Puzzle immer abends herräumen und später wieder wegräumen, um zu verhindern, dass Nepo sich das Puzzle schnappt.

Malbuch für Erwachsene

Das klingt jetzt vielleicht noch altmodischer als ein Puzzle, aber ich habe jetzt nach langem überlegen und intensiver Recherche beschlossen, dass ich es mal mit einem Malbuch für Erwachsene ausprobiere. Die Bilder erinnern mich an Mantras, weshalb ich den,e, dass ich mich sehr gut entspannen kann.

Zudem ist so ein Buch mit den dazugehörigen Buntstiften schnell aus dem Schrank geholt und genauso schnell wieder verstaut.

Ich habe mir gestern ein Buch und eine Packung Buntstifte bei Amazon bestellt und bin schon gespannt wie ein Schnitzel, was da im Laufe der nächsten Woche so geliefert wird.

Ich hoffe sehr, dass mir so ein Mantra Malbuch genug Abstand zum Tag beschert und ich mich beim Ausmalen der Felder entspannen kann. Natürlich denke ich auch daran, dass ich endlich abends von meinem Rechner und noch mehr von meinem iPhone wegkomme.

Ich denke nächstes Wochenende kann ich dann schon sagen, welche Erfahrung ich mit dem Buch gemacht habe und ob ich das Gefühl habe, hier ein neues leidenschaftliches Hobby zu entdecken.

Jetzt würde mich aber noch interessieren, wie ihr das mit euren Hobbys handhabt. Habt ihr welche und wenn ja, wie schafft ihr es zeitlich diese in regelmäßigen Abschnitten zu geniessen?

So, jetzt werde ich langsam mal mein Bett aufsuchen und wünsche euch eine wundervolle Nacht

Alles Liebe

Mareike

 

10Jan/16

Minimalismus: Das beste zum Schluss

Mein letzter Blogpost ist jetzt schon wieder so lange her. Eigentlich wollte ich die Feiertage nutzen, um mal wieder meinen Blog aufzufrischen, neue Beiträge zu schreiben und überhaupt alles neu zu machen. Tja, die Feiertage sind vorbei und was habe ich für den Blog gemacht: Nix.

Der Grund dafür liegt aber nicht im Desinteresse, sondern einfach daran, dass ich Ende Dezember mit meiner Wohnungsauflösung vollauf beschäftigt war.

Und am 30.12.2015 war es dann endlich soweit: Ich habe meine Wohnungsschlüssel abgegeben und diese große Baustelle, die mich seit Monaten begleitet hat, war abgeschlossen.

Es war so ein befreiendes Gefühl, dass wir nun keine Wohnung mehr im Hinterkopf haben, zu der man ab und an fahren muss, weil der Briefkasten voll ist. Mir viel ein Stein vom Herzen, auch wenn ich etwas traurig war. Ehrlich gesagt finde ich es schade, dass ich den Minimalismus erst in 2015 entdeckt habe. Meine Ein-Zimmer-Wohnung mit ca. 19 qm wäre die ideale Wirkungsstätte für den minimalistischen Lebensstil gewesen. Naja, aber so toben wir uns eben in unserer gemeinsamen Wohnung aus.

Auch wenn jetzt meine Eltern in einem Hotel übernachten müssen, so finde ich es doch absolut plausibel und schlüssig, dass ich mich von der Wohnung getrennt habe. Wie kann ich immer vom tollen Minimalismus schreiben, wenn ich es selbst nicht schaffe meine, nur als Lager, genutzte Wohnung zu kündigen. Es war mir wichtig diese Kündigung auch noch in 2015 zu vollziehen, weil das der krönende Abschluss eines wirklich tollen Jahres war.

Ich habe in 2015:

  • Meine Ernährung auf die Reihe gekriegt. Im Januar mit der Vegan For Fit Challenge, im Dezember mit der Umstellung auf Paleo.
  • Immer im Zentrum stand das Ziel möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu kaufen und viel selbst zu kochen.
  • Mein Leben zu entrümpeln. Ich habe so viele Sachen gespendet, weggeworfen neu genutzt. Ich habe das Sozialkaufhaus und Foodsharing entdeckt. Ich habe meinen Freund dazu motiviert seine Klamotten an Flüchtlinge zu spenden, weil er die vielgesuchte Größe S hat. Ich habe überflüssige Verträge gekündigt, meine unendlichen Papierberge gescannt und geschreddert. Wir haben Möbel, Lampen, Geschirr und Bilder entsorgt, die man auch nicht mehr hätte spenden können. Wir haben mehrere hundert Bücher bei Momox verkauft und den Rest der Bücher in den Keller verlegt. Im Rückblick muss ich sagen, dass wir ungemein viel geschafft haben, auch wenn wir beide der Meinung sind, dass aktuell wieder mehr in den Haushalt reinkommt, als rausgeht. Was uns beiden widerstrebt.
  • Meine sozialen Kontakte priorisiert. Ich habe über die Hälfte meiner Facebook-Freunde „entfernt“, weil mich ihre „Ich hab so ein tolles Leben“ Posts genervt haben. Mir ist klar geworden, welche Menschen mir wichtig sind und welche Personen einfach der Vergangenheit angehören. Ich verwende keine Energie mehr, um irgendwelche Kontakte aufrechtzuerhalten, die mir nichts mehr bedeuten und von denen ich auch keine Signale erhalte. Es ist sehr befreiend, wenn man nur noch eine Handvoll Menschen hat, mit denen man sich dann umso intensiver austauscht.
  • In 2015 habe ich auch Montessori und Pikler für mich und meinen Sohn entdeckt. Ich habe meinen „Kurswahn“ gestoppt und gehe nur noch in Spielräume nach Emmi Pikler und Maria Montessori. Ich finde die Zeit dort angenehmer, weil ich (sorry) kein Bock auf Mama-Klatsch-Runden habe. Das liegt aber nicht an den anderen Muttis, sondern an mir.
  • Ich habe mich selbst besser kennengelernt und über das Wissen zu „Hochsensibilität“ Antworten auf Fragen gefunden, die mich fast ein ganzes Leben begleitet haben.
  • Und zum Schluss: Ich verlasse 2015 mit 11 Kilo weniger, als ich es begonnen habe. Ja, und ich hoffe es geht noch weiter, auch wenn ich jetzt eigentlich schon ganz glücklich bin. Aber ein wenig geht ja immer. 🙂

Das war jetzt fast wie ein Rückblick, für den ich um den Jahreswechsel herum keine Zeit hatte. Nun hoffe ich auf ein entspanntes und aufregendes Jahr 2016 mit vielen neuen Impressionen.

In diesem Sinne: Happy New Year – zur Not: Happy New Chinese Year 🙂

Mareike

29Nov/15

Konsumauszeit: Der minimalisierte Adventskranz

Minimalisierter AdventskranzHeute haben wir den 1. Advent und auch wenn wir das Jahr über den Minimalismus für uns entdeckt haben, so möchte ich doch etwas Weihnachtsstimmung in der Wohnung haben.

Darum habe ich gestern einen Adventskranz gemacht und unser Wohnzimmer dekoriert. Da wir letztes Jahr relativ viel Deko eingekauft haben, war mir wichtig, dass ich mit der vorhandenen auskommen muss – auch beim Adventskranz.

Also entschied ich mich für die Weihnachtskugeln-Kerzen-Variante. Die ist sehr schlicht und passt damit super zu unserem sonstigen Wohnkonzept. Zum Glück hatte ich noch genau vier Kerzen da, sodass ich hier nicht auf Teelichter umsteigen musste. 🙂

Die Lichterkette für den Weihnachtsbaum haben wir jetzt einfach schon mal an unserem Fenster in Betrieb genommen und neben einem Nussknacker hier und einem Räuchermännchen da, war es das auch schon in Sachen „Weihnachtsdekoration“.

Heute saß ich im Wohnzimmer, habe gelesen, die Lichterkette brannte und ich fühlte mich einfach glücklich. Alles ist sauber und aufgeräumt und in mir kehrt langsam die vorweihnachtliche Ruhe ein.

Viel hat sich dieses Jahr getan, sehr haben wir uns als Familie verändert. Gerade unsere Art zu konsumieren oder zu essen ist so verschieden zum letzten Jahr. Ich weiß, dass wir unseren Weg weitergehen werden, aber auf das, was wir jetzt schon erreicht haben – und dazu gehört auch die Stärke NEIN zu einem Adventskalender zu sagen, keinen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu trinken und keine spontanen Hamsterkäufe in den Weihnachtsdeko- und -süßigkeitenregalen der hiesigen Supermärkte.

In diesem Sinne: Auf eine nachhaltige, wohl bedachte Vorweihnachtszeit 🙂

28Nov/15

Konsumauszeit: Kein Adventskalender in 2015

Gestern habe ich beschlossen: Bei uns gibt es dieses Jahr keinen Adventskalender. Weder einen selbstgebastelten, noch einen gekauften. Ich glaube, dass ich die Energie und die Zeit die ich das Basteln eines solchen investieren würde, besser anderweitig nutzen kann. Zudem glaube ich, dass es meinem 15 Monate alten Sohn gelinde gesagt Scheiß egal ist, ob er nun jeden Morgen ein Kästen oder ein Tütchen öffnen kann oder nicht.

Noch im Oktober war ich der festen Überzeugung einen tollen Kalender zu basteln. Dann erfuhr ich von der Konsumauszeit Challenge, die den ganzen November dauert und beschloss einen ganz einfachen Kalender zu basteln. Mit Tüten aus Butterbrotpapier und das ich nur vorhandenes Material für die Gestaltung des Kalenders verwenden würde. Als Inhalt hätte ich nur Süßes genommen. Aber je weiter die Challenge voran schritt, desto dämlicher fand ich die Idee mit dem Adventskalender.

Gestern, am Black Friday, entschied ich mich, dass ein Adventskalender für mich nur sinnlose Geldverschwendung ist. Nächstes Jahr werde ich das wahrscheinlich anders sehen, denn dann ist Nepo ja schon über 2 Jahre alt, aber aktuell?

Ich habe in den letzten Tagen auch viele stolze Instagram und Pinterest Beiträge von Müttern gesehen und wie viel Arbeit sie sich machen und was sie alles kaufen und muss ehrlich sagen: Neee, nicht für mich. Ich kann Mütter verstehen, die da viel Arbeit und Geld reinstecken und sorry, es ist viel Geld. Wenn nur jedes Teil einen Euro kostet, dann macht das bei 24 Teilen 24 Euro. Hinzu kommt noch das Gestaltungsmaterial. Bei mir kosteten letztes Jahr allein die Tüten (immerhin die Nummern waren dabei) 16 Euro, dann noch die Inhalte, da waren wir locker über 50 Euro. Über 50 Euro für einen Adventskalender! Da kann ich ja in meinem geliebten Café Glanz über 20 Mal Mittagessen und habe danach nicht 24 neue Teile in der Wohnung rumfliegen.

Ich liebe meinen Sohn und ich freue mich wahnsinnig auf Weihnachten mit ihm, aber er ist eben erst 15 Monate und hat im Moment wohl dringendere Bedürfnisse, als das tägliche Türchen öffnen.

Ein weiterer Faktor ist, dass mein Freund und ich ab 1. Dezember die Paleo Challenge machen wollen. Okay, bin jetzt wirklich kein Veganer mehr, aber im Moment finde ich Getreide schlimmer als unbearbeitetes Biofleisch. Und neben der Challenge möchte ich mich mehr um meinen Blog kümmern und diese Zeit- und Launefresser Facebook, Instagram oder Twitter einfach mal ausblenden. Für 30 Tage möchte ich nur auf meinem Blog schreiben und andere Minimalismus Blogs anschauen.

Ja, ich muss jetzt wieder einiges geregelt kriegen im Leben, auch wenn die Vorweihnachtszeit so überhaupt nicht die passende Zeit ist. Aber irgendwas ist eben immer. 🙂