Minimalismus leben: Wie wir spontan unser Bettgestell entsorgten

Als ich heute morgen aufgewacht bin, dachte ich eigentlich nur daran meine Muji Boxen für den Kleiderschrank aufzubauen und meine restlichen Handtaschen und einen Rucksack zu verstauen. Doch der Mann hat einfach noch eine Schippe draufgelegt und kurzerhand unser Schlafzimmer „minimalisiert“.

Ich und meine Muji Boxen

Hoch motiviert und nur auf den Kleiderschrank fixiert, habe ich begeistert meine Muji Boxen eingeweiht. Zugegeben, sie sind mit 26,00 EUR pro Stück nicht gerade billig, aber die Tatsache, dass sie aus robustem Stoff und mit Reißverschluss den Inhalt vor Dreck schützen, haben mich dann doch überzeugt. Zudem war es kein Spontankauf, sondern ein über Wochen überlegter. Gestern habe ich sie dann endlich gekauft und mich schon aufs einräumen gefreut.

Ich räume also die Boxen ein und den Kleiderschrank um und höre noch, wie mein Freund und Nepomuk mit einem Bekannten skypen. Dann kommt mein Freund ins Schlafzimmer und wir reden kurz übers aufräumen. Plötzlich meinte er: „Wenn du ein Futonbett möchtest, können wir ja heute gleich das Bettgestell abbauen. Das Wetter wäre perfekt dafür.“

Das Bettgestell muss weg

Das olle BettgestellIch war zugegeben etwas überrascht, aber sofort begeistert. Also probierten wir erstmal aus, wie es sich auf den Matratzen ohne Bettgestell schläft. Da ich sehr pragmatisch bin und in Kathmandu 4 Wochen auf einem mit einer Decke bedeckten Holzbrett geschlafen habe, hatte ich mit dem Liegen auf Matratze und Lattenrost kein Problem.

Also räumten wir die Lattenroste und Matratzen zur Seite und mein Freund schraubte das Bett auseinander. Dann schleppte er die Bretter des überflüssigen Bettgestells vom 4. Stock in den Keller. Wohl gemerkt am Vatertag, wenn andere irgendwo Hacke in der Hecke liegen. Ich habe derweil alles gesaugt und gewischt – unter den wachsamen Augen von Nepomuk.

Danach baute mein Freund das auf Matratze und Lattenrost reduzierte Bett auf, während ich Nepomuk fütterte und er in meinen Armen einschlief. Als ich mit Nepomuk auf dem Arm ins Schlafzimmer kam, war ich begeistert. Der Raum sah plötzlich so viel schöner und klarer aus. Auch das Beistellbett war nun auf der niedrigsten Höhe unserer Matratzen. Wir waren von der Aktion so k. o., dass wir alle drei ein entspanntes Mittagsschläfchen hielten. Ich muss sagen: Es schläft sich geerdet so gut.

Das sichere Schlafzimmer

Der Test ohne BettgestellDas neue alte Bett ohne Bettgestell ist natürlich auch in Sachen Sicherheit besser. Nepomuk ist ja schon einmal aus dem Beistellbett gekrabbelt und über meine Bettseite aus dem Bett gefallen. Aus diesem Grund haben wir ihn zum schlafen jetzt immer in den Laufstall gelegt. Was mal mehr, öfters aber weniger Erfolg hatte.

Jetzt, da die Matratzen nur noch auf den Lattenrosten liegen, ist das Bett nicht mehr so. Es ist aktuell genau so hoch, dass Nepomuk runter krabbeln kann. Von nun an kann er wieder in unserem Bett seinen Mittagsschlaf halten ohne das wir ständig daneben sitzen müssen. Auch nachts habe ich keine Angst mehr, dass er aus seinem Beistellbett krabbelt, sich an mir vorbeischiebt und dann aus dem Bett fällt. Ob er jetzt wirklich wieder in sein Bettchen geht, bleibt abzuwarten, denn in den letzten Wochen hat er immer in unserer Bettmitte geschlafen und fand das ganz super.

Mehr Platz für Nepomuk und uns

Mehr Platz für Nepomuk und unsDas Schlafzimmer ist mittlerweile so leergeräumt, dass wir die Tür auflassen können und Nepomuk nun auch im Schlafzimmer spielen kann ohne das wir ihn ständig wieder zurück ins Wohnzimmer holen müssen. Da die Matratzen nun auf dem Boden liegen und wir keinen Zwischenraum mehr haben in den sich Nepomuk schieben kann oder wo er sich Staubfetzen rausholen kann, bin ich schon etwas entspannter, wenn er sich im Schlafzimmer aufhält.

Aber auch wir profitieren von dem neuen Bett. Unser Bettgestell hat immer so gequietscht und war relativ wackelig, dass man wirklich nur zum Schlafen ins Bett gegangen ist. Jetzt nutzen wir es auch als Rückzugsort. Ich habe zum Beispiel dort heute was für meinen Blog gemacht, ohne das Nepomuk immer gequengelt hat, da er unbedingt das Macbook haben wollte. Wenn er sich anstrengt, kommt er natürlich aufs Bett, aber oft schafft er das im Moment noch nicht. Tja, Nepomuk: Keine Arme, keine Kekse. 😀

Ich habe das Gefühl, dass das Schlafzimmer durch das niedrige Bett jetzt einfach wohnlicher geworden ist. Zudem haben wir noch ein paar Möbel umgeräumt, so dass es jetzt nicht mehr so voll aussieht. Ich bin jetzt gerne in diesem Raum. Und wenn man nur zwei Zimmer und eine Küche zur Verfügung hat, dann ist man froh, wenn auch das Schlafzimmer für mehr als Schlafen genutzt werden kann.

Günstig zu einem neuen Bett

Wir haben schon lange überlegt uns ein Futonbett zu kaufen, dass direkt auf dem Boden aufliegt. Das haben wir jetzt umgesetzt – mit unserem alten Bett. Ich finde günstiger geht es nicht. Jetzt planen wir nur unsere zwei Kommoden zu ersetzen. Wer also einen guten Schreiner kennt oder einen super Tipp für schöne, schlichte Möbel hat: Immer her damit. 🙂

Weniger ist eben mehr!

Ich kann euch gar nicht sagen, wie begeistert ich von unserem Schlafzimmer bin. Hätte nicht gedacht, dass das Entfernen von einem Bettgestell so viel bringt. Ich fühle mich so wohl in dem Raum und bin nun noch mehr der Überzeugung, dass der Weg der Reduktion und Minimalisierung der richtige für uns als kleine Familie ist.

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