Minimalismus: #Konsumauszeit im November

Es gibt Dinge die erreichen mich nie und es gibt die Dinge, die faszinieren mich sofort. Mit dem Tweet von Svenja war ich sofort Feuer & Flamme:

Obwohl der Tweet ja noch nicht viel aussagte, nahm ich mir vor im November die besagte #Konsumauszeit zu nehmen. Am Abend folgte dann von Svenja auch gleich ein sehr interessanter Blogpost mit dem Hintergrund zur Challenge, ein paar Regeln bzw. Anhaltspunkten und die Aufforderung mitzumachen.

Als dann auch noch in den Kommentaren der Hinweis auf den „Buy Nothing Day“ kam, der bewusst auf den „Black Friday“ fällt, war für mich klar, dass der November der perfekte Monat ist, um mein Konsumverhalten mal ernsthaft zu überdenken.

Konsumwahn im September und Oktober

Obwohl wir nun in einem schön hallenden Wohnzimmer zuhause sind, ist der Minimalismus den wir leben nicht der Minimalismus den wir eigentlich erreichen wollen.

Wir haben in den letzten Monaten zwar sehr viel „Ballast“ abgeworfen, aber durch die Auflösung meiner Wohnung oder plötzlichen Shopping Attacken kam doch wieder eine ordentliche Flut an Klamotten, Büchern, Interior Gedöns und sonstiges in unsere Wohnung geschwemmt.

Gerade der September und der Oktober waren voll von „Kaufexzessen“ mit Bestellungen bei Amazon, Zalando, UNIQLO und Best Secret, ergänzt durch Spontankäufe im neu eröffnetem MUJI Store, der neuen Kinderausstattung bei H&M oder dem erfolgreichen Besuch bei hiesigen Kinderflohmärkten. Wir sind voll und übersättig, oder um es mit den Worten von Trapattoni zu sagen: Ich bzw. wir haben fertig!

Die Konsumfalle

Als ein durchschnittlich gesättigter Mensch in der ersten Welt muss ich leider sagen, dass Konsum mich absolut nicht glücklich macht. Im Gegenteil: Kaufen macht mich unzufrieden und wenn ich unglücklich bin, dann habe ich keine Kraft mehr für die wesentlichen und einzig wichtigen Dinge im Leben: Das Genießen des Lebens, Zeit nehmen für andere, die Liebe zu meinem Sohn. Wenn ich konsumiere bin ich abgelenkt, weil ich mich frage, warum ich eben gerade was gekauft habe oder warum ich nicht das andere Teil gekauft habe.

Es ist ein Hamsterrad und ich stecke ganz schön drin, trotz leerem Wohnzimmer, unzähliger Blogbeiträge über den Minimalismus oder das Lesen verschiedener Minimalismus Bücher, sogar die Minimalismus Diät habe ich mir durchgelesen. Aber all das prallte scheinbar an mir ab und ich schaffte es nicht mein Konsumverhalten von Grund auf zu ändern. Sicher gab es Wochen, da habe ich nichts gekauft, aber dann kamen wieder Tage, da war ich von den Online Shops von UNIQLO oder Best Secret einfach nicht wegzubekommen. Ich fand es faszinierend meine Pakete zu verfolgen und betete das der Paketbote von DPD genauso schnell ist, wie der von DHL. Jetzt muss ich sagen: Ganz schön krankes Verhalten, wenn man schon mal vier Wochen im Entwicklungsland Nepal verbracht hat und dort gemerkt hat, was glücklich macht und was zählt. Tja, und glückliche Menschen kann man sich einfach nicht kaufen. Weder durch Werbung, noch durch Steuerermäßigungen noch durch irgendwelchen transnationalen Abkommen. Glück ist nicht käuflich, der unzufriedene Mensch meiner Meinung nach schon.

#Konsumauszeit als Chance

Für mich ist dieser November eine Chance über mein Konsumverhalten nachzudenken, zu erleben, wie sich ein Monat ohne Konsum von Produkten anfühlt, die nicht in den Bereich „Nahrungsmittel“ oder „Drogerie“ fallen. Ich hoffe in diesen 30 Tagen einen gewissen Abstand zu verschiedenen Online Shops oder kleinen, lokalen Läden zu bekommen.

Auch hoffe ich, dass ich die positiven Erfahrungen mit in die Vorweihnachtszeit nehmen kann. Gestern dachte ich noch: Mist, im November wollte ich einen Adventskalender basteln. Jetzt freue ich mich darauf, denn ich werde nur Dinge nutzen, die wir eh schon da haben: Karton, Butterbrotpapier, Papierrollen. Nichts zu konsumieren bedeutet auch, andere Lösungen zu finden – also kreativere Weg zu gehen.

Die Regeln der Challenge
  • Nur Konsum von Lebensmitteln & zu ersetzenden Drogerieartikel
  • Anschaffungen darüber hinaus, auch Ersatzbeschaffungen, werden im November nicht getätigt
  • Meine Ausnahme: Besuche in meinen Kindercafés werde ich weiterhin tätigen, damit mir nicht die Decke auf den Kopf fällt. Allerdings ist der Konsum dann dort auf Getränke eingeschränkt.

Das sind jetzt nur drei Regeln, aber ich glaube, dass reicht erstmal. Welche Herausforderungen dann in der Umsetzung auf mich zukommen, werde ich berichten.

In Vorfreude auf einen „konsumfreien“ November wünsche ich euch einen wunderschönen Abend.

Alles Liebe

Mareike

 

9 thoughts on “Minimalismus: #Konsumauszeit im November

  1. Sehr gute Gedanken! Wir sind gerade im Urlaub in Frankreich und trotz meiner Ausmistaktionen: hier gibt es eben doch andere Läden und da habe ich schon ganz schön zugeschlagen. Frei nach dem Motto: das kriegste ja zu Hause nicht, also muss das jetzt und hier gekauft werden. Vor allem bei zwei Modeketten ist es in den letzten Jahren schon zum Urlaubsritual geworden, mich für die nächsten Monate einzukleiden. Da wir am 1. November wieder zu Hause sein werden, überlege ich ernsthaft, mich zumindest zeitweise deiner Challenge anzuschließen. Für mich würde das vor allem bedeuten: keine Kinderklamotten mehr bei ebay ersteigern (und sei es der ausnahmsweise mal günstige Softshelloverall eines Kinderausstatters, hinter dem ich schon so lange her bin…) und H+M und Tchibo-Wochenaktionen (auch wieder so ein blöder Kaufzwang: „gibt’s ja schließlich nur diese Woche…“) meiden. Adventskalendertechnisch habe ich von den letzten Flohmarktbesuchen noch eine Reihe Pixi-Büchlein liegen, sogar für Weihnachten haben wir auf den Kleidermärkten im Herbst für beide Kinder schon schöne Geschenke erstanden. Eigentlich sollte also der Herausforderung Konsumverzicht nicht wirklich etwas entgegenstehen.
    Nehme ich mir doch mal Folgendes vor: keine neue Kleidung für mich und meine Kinder, keine neuen Stoffe für Nähaktionen (ich habe noch genug, was auf Verwertung wartet 🙂 ) und keine Spielsachen für jetzt, Nikolaus oder Weihnachten zusätzlich zu dem, was wir schon erstanden haben. Mal schauen, wie lange ich das durchhalte 🙂

    1. Ich kann dich gut verstehen mit dem „Shoppen im Urlaub“. Witzigerweise war für 2015 eigentlich geplant, dass wir Ende Nov nach New York fliegen, um eben auch in Läden einzukaufen, die es hier nicht gibt und natürlich den Black Friday mitzunehmen. Aber im August/September haben wir beschlossen, dass es eigentlich keinen großen Sinn macht mit dem Kleinen rüberzufliegen. So sehr ich mich auf Nov freue, so anstrengend stelle ich es mir vor. Ich musste gestern & heute Geburtstagsgeschenke kaufen und hoffe, dass ich das im Nov nicht machen muss. Auch Kinderklamotten werden mir schwer fallen. Was ist, wenn ich doch Handschuhe für den Kleinen brauche? Ich werde es trotzdem versuchen und hoffen den ganzen Verlockungen und „Schnäppchen“ irgendwie zu entgehen. Bin dann auch auf deine Erfahrungen gespannt. Alles Liebe und noch einen wunderschönene Resturlaub, Mareike

      1. Erster Lagebericht:
        – erfolgreich dem verkaufsoffenen Sonntag in Lübeck widerstanden und stattdessen Hausputz erledigt und die Herbstsonne mit der ganzen Familie beim örtllichen Martinsmarkt genossen. Auch dort nichts als zwei Stück Kuchen und Kaffee erstanden 🙂
        – bei ebay meine komplette Beobachtungsliste gelöscht, damit die Verlockung des Kauf-Klicks nicht so groß ist.
        – die Klamotten meines Kleinen durchgesehen und festgestellt, dass für Größe 80 zwar noch das ein oder andere fehlt, da der große Bruder um ein halbes Jahr versetzt im Sommer geboren wurde, aber beschlossen, dass bei momentan Größe 74 auch kein akuter Kaufbedarf besteht (obwohl ich sonst immer gerne schon für die nächste Größe einkaufe und schon wieder viele Ideen in Shops oder bei ebay gesehen habe).
        Fazit: schon der erste Tag war gespickt mit mehreren Momenten, in denen ich mich aktiv und bewusst GEGEN Konsumverhalten, ob nun vor Ort oder online, zu entscheiden hatte. Die Bewusstmachung der Challenge war dabei eine ziemliche Hilfe, das Gefühl aber irgendwie auch ungewohnt und merkwürdig. Recht zufrieden hoffe ich, dass die Konsequenz von Dauer sein wird und bei längerem Durchhalten vielleicht insgesamt etwas an meinem Konsumverhalten ändern wird.

        1. Zweiter Lagebericht:

          – bin ganz Stolz: habe bei Kleinanzeigen-ebay genau den Softshelloverall zu einem akzeptablen Preis gesehen, den ich schon so lange für meinen Kleinen haben wollte. Aber da der in 80-86 vielleicht im Frühjahr dann doch nicht mehr passt und selbst bei uns im Norden der Winter ja mal recht frisch werden kann (und natürlich wegen der Challenge 🙂 ) und das Teil eher für die Übergangszeit ist, war ich super vernünftig und habe widerstanden :-).

          – gestern Abend habe ich es mir im Wohnzimmer vor dem Fernseher bequem gemacht und beim Krimi-Serie-Gucken sämtliche Kinderstoffreste gesichtet, sortiert und meine Schnittmuster auf ihnen probegelegt. Dabei kam heraus, dass ich noch mindestens fünf Teile durch Kombinieren verschiedener Stücke daraus werde nähen können. Das Material reicht also locker für den gesamten November, denn so oft lassen die zwei Jungs es auch nicht zu, dass ich in Ruhe an der Nähmaschine sitzen kann :-).

          Es ist ein gutes Gefühl, mal die Dinge, die man ohnehin schon besitzt, zu nutzen und zu verwerten und eben nicht immer nur zu kaufen. Ohne den Aufruf auf deiner Seite wäre ich aber ehrlich gesagt nicht drauf gekommen, es mal auszuprobieren. Dabke dafür.

          1. Liebe Jana, vielen lieben Dank für deine tollen Kommentare. Es freut mich sehr, wenn du so tolle Erfahrungen gemacht hast. Gestern war ich im Tchibo und musste an dich denken. Dort hing ein toller Lounge Overall in der richtigen Größe, der war so niedlich. Früher hätte ich ihn gekauft. Gestern habe ich ihn nur angefasst und mir dann gedacht, dass wir sowas ehrlich gesagt nicht brauchen. Ja, und so hangle ich mich von Situation zu Situation. Auch Newsletter von Zalando, Uniqlo oder Best Secret öffne ich nicht mehr. Ich habe sie noch nicht abbestellt, aber ein Bedürfnis nach ihnen habe ich aktuell auch nicht. Bis jetzt geht es mir wirklich gut und ich bin gespannt, wie der weitere November wird. Bin auch weiterhin auf deine Erfahrungen gespannt. Alles Liebe, Mareike

      2. Lagebericht Nummer drei:

        – habe heute Lebensmittel eingekauft und war dann noch mal nebenan bei Rossmann drin. Eigentlich habe ich parfümfreies Shampoo und Waschmittel gesucht (bin aber nicht recht fündig geworden) und hatte dann schon wieder Zahnbürsten für die Kids und Seife in der Hand, obwohl wir noch was zu Hause stehen haben: also zurück ins Regal und mit leeren Händen ab durch die Kasse 🙂

        – habe heute doch noch mal bei Kleinanzeigen nach dem Overall geschaut. Glücklicherweise war der schon weg, sodass ich nicht schwach werden konnte. Wer weiß, ob ich sonst nicht doch….

        – ich habe festgestellt, dass wir noch viele Vorräte haben (Cremes, Shampoo, Duschgel, aber auch haltbare Lebensmittel, z.B. Massen an Tees, die schon ewig in der Schublade rumliegen), die man nun eigentlich mal aufbrauchen könnte. Mal schauen, wie es damit klappt. Ein Anlass wäre durch die Challenge gegeben, aber ich bin noch nicht so überzeugt davon, dass ich das auch umsetze.

        – durch das bewusste Nichtkaufen und darüber Nachdenken, was man benötigt, habe ich mich an das Aussortieren meiner Bücher gemacht. Diesen Aspekt konnte ich bei deinem Minimalismus bisher nicht verstehen, da Bücher für mich schon immer einen besonderen Wert hatten. Aber gestern habe ich erstmals gedacht, ich könnte mich doch eigentlich von all dem trennen, an dem nicht mein Herz hängt, was ich wohl nicht noch mal lesen werde und was ich auch nicht so gut finde, dass ich es meinen Kindern irgendwann unbedingt weitergeben möchte. Ein Billy Regal ist durchsortiert und bereits zwei Einkaufskisten voll (wir haben MASSEN an Büchern, und werden auch danach noch Massen besitzen, aber vielleicht nur solche von Bedeutung für uns), drei Regale liegen noch vor mir. Und dann eigentlich noch mal etwa die gleiche Menge an Büchern, die ich für meinen Job habe. Davor drücke ich mich noch, denn die Elternzeit dauert noch bis Ende Dezember. Mal schauen, wie weit ich komme. Aber schon jetzt gucke ich total gerne in das eine Regal, in dem ich alle Bücher wirklich haben will. Das ist ein gutes Gefühl.

  2. Bin so gespannt wie das durchzuhalten ist, eigentlich bin ich ja nicht der Konsumrauschkäufer aber im Oktober
    landete auch bei mir drei Teile die Nice to have waren allerdings zu meiner Entschuldigung sie waren schon ein Jahr auf
    meiner Wunschliste *schmunzel* lustig wie man sich immer rechtfertigt vor sich selber 😀
    Eben bin ich über drei Bücher gestolpert die ich unbedingt lesen möchte, also sind sie auf die Wunschliste bei A…….. gelandet das mache
    ich schon lange so um erst mal zu überlegen ob ich die wirklich haben möchte,
    aber eben nach dem lesen hier bei dir hab ich überlegt, die könnte ich doch auch aus der Bücherei holen 🙂
    Das passt dann schön in den November und die Bücherei werd ich definitiv wieder stärker in den Focus rücken, weiß gar nicht warum das
    bei mir so eingeschlafen ist als Erwachsene hmmm….. als Kind Jugendliche war ich Dauergast dort und auch mit meinen Mädels war ich viel dort also
    wirklich verstehen warum ich lieber Buch kaufe als erst mal leihen kann ich nicht /o\

    Wünsche dir erst mal einen schönen Donnerstag liebe Mareike

  3. Liebe Mareike,
    Ansich finde ich die Idee toll. Allerdings ist der November für mich ein seeeeehr Konsumstarker Monat, wenn nicht sogar DER konsumstärkste Monat.
    Angefangen mit meinem Shopping-Trip nach London, den ich meiner Tochter zum Geburtstag geschenkt habe, endet er mit dem Einkauf der Weihnachtsgeschenke. Die habe ich nämlich immer gerne schon im November beisammen, damit ich den Dezember mit all seinen Glühweinfesten genießen kann.
    Aber die Idee ist super! Man kauft zu viel und zu viel Mist, den man nach ein paar Monaten / Jahren wieder entsorgt. Schlimm ist es gerade erst gewesen, als ich das Bücherregal durchsucht habe um für den Kirchenbasar zu spenden. Meine Freundinnen und ich hatten alle dieselben Bücher, die wir zum Basar gebracht haben. Wir haben beschlossen, von jetzt an zu teilen und uns öfters mal ein Buch auszuleihen.
    Von meinem Kleiderschrank oder den Kinderzimmern möchte ich an dieser Stelle erst gar nicht anfangen 🙂
    Ich wünsche Dir gutes Durchhaltevermögen! Und falls Du doch was kaufst, dann bitte bei lokalen Geschäften und nicht im Internet…..

    LG
    Martina

  4. Hallo Mareike,

    schön, dass du dabei bist 🙂 Bei der Planung (*hust* war eigentlich alles sehr spontan) haben wir übrigens gar nicht an den Black Friday und den Buy-Nothing-Day gedacht und freuen uns über diesen Zufall.

    Viel Erfolg für den November,
    Svenja (Apfelmädchen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.