Mein Frust mit den Babyzeichen

Mein Nervthema der Woche: Babyzeichen!

Das wir uns schon in der vor der Geburt mit der Verwendung von Babyzeichen befasst haben, war für uns eine Sache des Respektes gegenüber unserem Sohn und der einfacheren Kommunikation mit ihm. Uns war zwar bewusst, dass wir die Babysprache erst ab dem sechsten Monat einführen können, aber trotzdem haben wir uns schon früh damit beschäftigt.

Aber es kam, wie es kommen musste: Nepomuk wurde geboren und plötzlich war alles wichtiger, nur die Babyzeichen nicht. Es verging Monat um Monat ohne das wir ihm Zeichen für alltägliche Situationen zeigten.

Zu Weihnachten haben wir uns endlich das Buch „Zauberhafte Babyhände“ gekauft, in dem relativ einfach und unkompliziert die wichtigsten Infos und die eigentlichen Babyzeichen zu finden sind. Seit Weihnachten versuchen wir nun mit Nepomuk über dieses Zeichen zu kommunizieren. Auch jetzt im März sprechen wir noch von „versuchen“, denn obwohl wir einige Zeichen sehr oft gebrauchen, habe ich nicht wirklich das Gefühl, dass Nepomuk mich versteht.

Die Vorauswahl

Bevor wir überengagiert Nepomuk jeden Tag mit neuen Babyzeichen zu überfordern, haben wir uns zu Weihnachten auf eine Liste geeinigt. Dort haben wir uns die gängigsten Zeichen aufgeschrieben und geübt, bis wir sie intus hatten.

  1. Spielen
  2. Ball
  3. Essen
  4. Rausgehen
  5. Schmusepuppe
  6. Kuscheln
  7. Schlafen
  8. Mama
  9. Papa
  10. Baum
  11. Auto

Wann immer es also etwas zu essen gab, habe ich Nepomuk das Zeichen für „essen“ vorgeführt, ebenso das Zeichen für „spielen“, wenn wir zusammen auf der Spielwiese waren oder „rausgehen“, wenn ich mit ihm an die frische Luft wollte.

Bis heute habe ich das Gefühl, dass ich sich nur die Wörter „Ball“ und „Essen“ so einigermaßen etabliert haben, aber von einer „Kommunikation“ sind wir noch Lichtjahre entfernt.

Die Herausforderung von Babyzeichen

So toll die Idee der frühen Kommunikation mit Babyzeichen auch klingt, so langwierig  und intensiv ist das Training. Manchmal vergesse ich einfach ein Zeichen oder ersetze es durch ein eigenes, individuelles.

Selbst wenn man absolut engagiert bei der praktischen Anwendung ist, so glaube ich nicht, dass jedes Kind für diese Art der Kommunikation zugänglich ist. Natürlich weiß man das nicht vorher und liest sich super motiviert in dieses Thema ein, aber irgendwann wird man sich fragen, ob sich dieser Aufwand wirklich gelohnt hat.

Die Vorteile der Babyzeichen

Unabhängig davon, ob sich bei uns die Babyzeichen durchsetzen oder nicht, bin ich der Meinung, dass sie eine gute Sache sind und einige Vorteile haben.

Bei einer erfolgreichen Kommunikation zwischen Eltern und Baby mit Hilfe der Babyzeichen kann sicher einer gewissen Frustration entgegengewirkt werden. In unserem Fall könnte Nepomuk uns durch seine Zeichen deutlich machen, was er gerade vermisst oder was er haben möchte. Wir müssten nicht verschiedene Dinge ausprobieren, um zu sehen, was ihn gerade stört.

Auch glaube ich, dass die Kommunikation zwischen Eltern und Baby intensiver wird, je einfacher sie für alle ist. Und so wie wir Erwachsene uns über ein tolles Gespräch freuen, so sehr geniesst sicher dann auch Nepomuk die Kommunikation mit uns anhand der Zeichen.

Die knallharte Realität

Aber die Realität sieht nun mal anders aus. Egal ob Zeitmanagement, Diätratgeber oder eben Zeichensprache: In Büchern klingt das alles immer so leicht und nachvollziehbar, doch die Praxis ist doch immer um einige Facetten reicher.

Für uns ist es jedenfalls noch ein weiter Weg bis wir sagen können, dass die Babyzeichen bei uns funktionieren und wir sie in den Alltag integrieren können.

Ich werde hier auf jeden Fall weiter berichten, welche Fortschritte und welche Rückschläge wir erlebt haben. 🙂

Das wichtigste für uns ist aber der Spaß und die Freude. Wenn beides nicht mehr gegeben ist, dann ist das Experiment „Babyzeichen“ für uns auf jeden Fall gestorben.

 

 

 

 

4 thoughts on “Mein Frust mit den Babyzeichen

  1. Ich finde das Thema sehr interessant, aber ich bin auch noch ein wenig skeptisch, wie das in der Realität dann tatsächlich aussieht. Einerseits hat es in der familiären Kommunikation bestimmt eine Menge Vorteile – falls es denn klappt. Aber ich frage mich, wie das Kleinkind dann reagiert, wenn es in eine Umgebung kommt, wo es keiner versteht, in der Kita zum Beispiel. Oder ob die Babyzeichen nicht vielleicht das Sprechen lernen erschweren, weil das Baby ja schon ein Kommunikationsmittel hat. Ich bin sehr gespannt auf deine weiteren Erfahrungsberichte!

    1. Das mit der verzögerten Sprachentwicklung habe ich mich auch schon gefragt. Laut diverser Bücher und Artikel ist dem aber nicht so. Ich glaube auch, dass es vielleicht Verständigungsprobleme mit Menschen geben könnte, die die Babyzeichen nicht beherrschen. Ich denke hier nur mal an den Patenonkel oder die Großeltern. Ich werde auf jeden Fall weiter berichten. 🙂

  2. Spannend, dass ihr euch mit dem Thema beschäftigt! Ich finde mich in Deinen Worten sehr wieder 😀 Wir hatten auch viele Pläne, zwei Bücher…Bei uns war auch Zeit und Konsequenz das größte Problem. Am Ende haben wir wenige Zeichen stabil gelebt: Essen, Trinken, Mehr, Kuscheln, Vogel. Warum ausgerechnet der Vogel es ins Repertoire geschafft hat – keine Ahnung mehr 😀
    Die Maus hat tatsächlich ab einem bestimmten Moment Zeichen imitiert. Am allerwichtigsten war „mehr“. Gleich danach „trinken“. Wir haben in vielen Situationen kein motzendes, brüllendes Kind gehabt, weil sie mit den wenigen Zeichen deutlich machen konnte, was sie braucht. Meine Lieblingssituationen waren beim Autofahren, wenn ein Blick in den Rückspiegel reicht, mein Kind das Zeichen für „Trinken“ macht, ich ihr die Flasche gebe und fertig 🙂 Und die lustigste Situation: die kleine Maus, 14 Monate alt, mit uns im Gran Canaria Urlaub, wir sagen „schau mal, das Meer!“, sie macht das Zeichen für „Mehr“ :-)))

    Ich glaube, dass die Dauer, in denen sie Zeichen konnte und noch nicht sprechen nur sehr kurz war, wenige Monate. Aber in denen hat es uns das Leben sehr erleichtert. Eben weil sie sich ausdrücken konnte, ohne auf weinen, schreien, schimpfen angewiesen zu sein und verstanden wurde.

  3. Hallo, ich bin eben in deinen Beitrag gestolpert und möchte dir Mut machen 🙂 Ich habe leider nicht so schnell gefunden, wie alt dein Sohn jetzt ist…..
    Mein Tipp für Kindergebärden: LICHT ! Licht an- und ausschalten begeistert die Kinder und deshalb ahmen sie diese Gebärden oft schnell nach. Und MUSIK ist auch eine großartige Gebärde, denn du hast die Möglichkeit diese häufig zu nutzen- Musik aus dem Radio, Musik im Supermarkt, beim Vorsingen.

    Auf meiner Webseite findest du viele, viele Spiel-Ideen…. Schau doch mal rein und lasse dich inspirieren.
    http://sprechende-haende.de/cms/front_content.php?idart=1398

    Liebe Grüße
    Birgit
    (habe die Kindergebärden-Bücher geschrieben)

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