Tag Archives: Laufen

24Okt/15

Mutti rennt und rennt und rennt

Heute morgen war es endlich wieder soweit und ich habe die frühen Morgenstunden genutzt um wieder laufen zu gehen. Vor genau einem Jahr war an entspanntes und unkompliziertes Laufen nicht zu denken. Ich hatte eine Geburt hinter mir und den New York Marathon vor mir. In diesem Zeitraum von drei Monaten war ich glaub ich einmal laufen und sonst nur walken. Den Marathon habe ich zwar geschafft, aber mit dem Laufen konnte ich mich lange Zeit nicht anfreunden. Für mich war das schlimm, denn ich bin früher immer gelaufen. Seit 2000, als meine Schwester mir „joggen“ beibrachte. Continue reading “Mutti rennt und rennt und rennt” »

26Mai/15

Mit Sport und veganer Ernährung 10 Kilo abgenommen

Ich liebe das Laufen

Nach dem Samstagslauf

Als ich am Wochenende auf die Waage ging, habe ich fast einen Luftsprung gemacht. Ich habe seit dem 01. Januar 2015 nun 10 kg abgenommen. Ich bin so glücklich und zufrieden über diese Entwicklung, dass ich das jetzt einfach mal posten muss.

Mit dem Ergebnis habe ich nun mein Gewicht vor der Schwangerschaft wieder. Für mich aber kein Grund mich auszuruhen. Bis zum meinem Zielgewicht sind es noch 5 kg, die ich aber hoffentlich noch in 2015 schaffen werde. Da wir Ende November nach New York fliegen werden, wäre es mein Wunsch, ach was, meine Herausforderung bis dahin mein Zielgewicht zu erreichen.

Aktuell geht es mir sehr gut und ich fühle mich, trotz Baby und Schlafmangel, so fit wie nie zuvor. Und während der Kleine genüsslich an einer Brezel lutscht und der Lounge Music lauscht, möchte ich hier kurz nochmal darstellen, wie meine Ernährung und mein Sportprogramm aussah bzw. noch aussieht und wohl auch dauerhaft bleiben wird.

Vegan und zuckerfrei

Zum 01. Januar 2015 habe ich meine Ernährung auf vegan umgestellt. Ich habe mich für den ganzen Januar an das Konzept der Vegan For Fit Challenge gehalten, über das ich aber schon genau geschrieben habe.

Ein Grundgedanke bei dieser Challenge ist der Verzicht auf Zucker, Kaffee, Alkohol und natürlich das sehr fiese Weißmehl. Der Anfang war hart, aber Tag 8 gab es so einen Energieschub, dass ich nicht glauben konnte, zu was mein durch Schwangerschaft, Wochenbett und Schlafmangel gebeutelter Körper alles fähig ist.

Die 30 Tage haben meine Einstellung zum Essen nachhaltig geändert. Ich meide noch heute Zucker und Alkohol. Weißmehl mag ich nicht mehr, aber ab und an gönne ich mir mal eine Brezel. Diese Ausrutscher bestraft mein Bauch sofort mit Blähungen und Krämpfen (sehr ätzend). Allerdings habe ich noch keinen Ersatz für Weißmehl gefunden, denn ich bin viel mit Nepomuk unterwegs und ab und an verlassen auch mich mal die Kräfte. Aber ich gebe nicht auf und suche weiter. 🙂

Einzig zum Kaffee bin ich wieder zurück gekehrt, leider genauso leidenschaftlich wie vor der Challenge. Mittlerweile kann ich morgens locker eine Kanne Espresso trinken  oder mit einem Becher Kaffee ins Fitnessstudio laufen. Das ist nicht gut und darum werde ich jetzt wohl wieder auf Getreidekaffee umsteigen.

Mein Sportprogramm

Glücklich im Fitnessstudio

Glücklich im Fitnessstudio

Ich glaube, dass man auch ohne Sport abnehmen kann. Aber mit Sport ist es aus meiner Sicht nachhaltiger. Und mit Sport meine ich nicht nur Fitnessstudio oder Joggen, sondern auch spazieren gehen. Diese drei Arten von Bewegung waren bei mir sehr wichtig.

Mit Fitnessstudio hat es angefangen und das Fitnessstudio ist auch heute ein sehr wichtiger Bestandteil. Da Anfang Januar das Wetter für das Laufen definitiv zu kalt war, bin ich stattdessen mehrmals die Woche ins Fitnessstudio gegangen.

Bei jedem Besuch mache ich drei Durchgänge beim Zirkeltraining und danach noch zwei Geräte für die Beine und meine Bauchübungen. Wenn ich alles straff durchmache, dann ist das ganze Training in 40 Minuten durch. So schaffe ich immer zwischen 06:00 und 07:00 Uhr mein Fitnesspensum.

Vor ein paar Wochen habe ich wieder mit dem Laufen angefangen. Das Wetter ist aktuell perfekt dafür, denn ich bin eher ein Schlecht-Wetter-, als ein Schön-Wetter-Läufer. Ich liebe es im Regen zu laufen und so versuche ich jetzt jeden zweiten Tag meinen Speck in den Teer zu treten. Den Wecker stelle ich mir auf 05:30 Uhr und dann laufe ich kurz vor 06:00 Uhr los. Unter der Woche laufe ich 5 km, am Wochenende auch mal 9 km. Ich möchte es langsam angehen lassen, denn meine Knie sind ehrlich gesagt nicht mehr die jüngsten. 😉

Neben Fitnessstudio und Laufen gibt es noch das spazieren gehen. Ich lebe in München unweit der Isar, das ist das natürlich easy mit dem entspannten Kinderwagen durch die Gegend schieben. Es gab Zeiten, da bin ich mit Nepomuk in Summe bis zu 16 km am Tag gelaufen. Morgens und nachmittags. Das hatte den einfachen Grund: Nepomuk wollte irgendwann zuhause nicht mehr schlafen, dafür hat er stundenlang im Kinderwagen geschlafen. Also habe ich geschoben: Bei Wind und Wetter. Selbst starker Schneefall hat uns nicht stoppen können. Erstaunlicherweise wurden weder Nepomuk noch ich krank. Ein Hoch auf unsere Abwehrkräfte.

Wie geht es weiter?

Es geht weiter wie bisher 🙂 Ich fühle mich super und mir geht es körperlich und seelisch gut. Ich bin der festen Überzeugung, dass Essen unser Wohlbefinden mehr beeinflusst, als wir wahrhaben wollen. Jetzt, wo ich die ganzen Konservierungsstoffe und das Junk Food weglasse, geht es mir einfach blendend und ich bin voller Energie. Yeah, ich werde die letzten 5 Kilos noch knacken, komme was wolle.

18Jan/15

Tag 13 der Vegan For Fit Challenge: China Study und Getreidekaffee

Der Dienstag war ein super Tag in München, strahlend blauer Himmel, angenehme Temperaturen. Ein Tag, wie man ihn eher im März als im Januar vermutet. Für Nepomuk und mich hieß das nach dem Frühstück natürlich raus an die frische Luft. Aber der Reihe nach.

Die Leiden der Läuferin Mareike W.

Morgens bin ich erstmal wieder laufen gegangen. Es lief sich aufgrund der milderen Temperaturen viel besser als am vergangenen Freitag. Trotzdem bin ich mit meiner Leistung nicht zufrieden. Ich habe schon nach den ersten 100 Metern Schmerzen in der Wade und im Schienbein, schnaufe wie eine Dampflok und bin froh, wenn ich 3 Kilometer am Stück laufen kann. Zum Vergleich: Im November bin ich den New York Marathon gelaufen und dort habe ich wenigstens 16 Kilometer geschafft. Und jetzt hechle ich nur so über den Asphalt. Aber ich gebe nicht auf. Ich werde wieder regelmäßig laufen gehen und irgendwann wird sich die Kondition schon wieder aufbauen. Vielleicht verlagere ich das Laufen für die kalten Wintermonate ins Fitnessstudio, vielleicht probiere ich es aber einfach nochmal aus.

Der schnelle Start in den Morgen

Vom Laufen zurück bin ich direkt unter die Dusche gesprungen, dann noch schnell die Küche aufräumen und der Tag konnte starten. Bei uns haben sich zwischen 8 und 9 die Heizungsableser angekündigt, darum war morgens nicht wirklich viel Zeit. Als der Papa und ich fertig waren, klingelte es auch schon an der Tür. Nepomuk und ich haben in der Zwischenzeit gegessen und unser tägliches „Private PEKiP“ veranstaltet. Die Heizungsableserin meinte, dass wir ein sehr fruchtbares Haus wären – mit Verweis auf die fünf Kinderwagen, die im Hausflur stehen. 🙂

Nachdem alle weg waren, wurde Nepomuk wieder müde. Also packte ich ihn in sein Bärenfell und ab ging es nach draußen. Der Tag war herrlich. Der Himmel so blau, die Temperaturen so mild, dass ich meine Jacke auflassen konnte. Ich fuhr einen anderen Weg Richtung Isar, weil ich vorher noch zum Gasteig wollte. Im Gasteig befindet sich die Stadtbibliothek und die Philharmonie, was aber noch viel wichtiger für mich ist: Dort gibt es auf jedem Stockwerk Behindertentoiletten, die ich nun immer einmal auf dem Weg zur Isar und einmal auf dem Heimweg besuche. Leider ist meine Blase seit einer Blasenentzündung in 2012 nicht mehr wirklich so belastbar, hinzukommt, dass der Beckenboden wohl doch noch nicht so stabil ist, dass ich locker 2 bis 3 Stunden ohne Toilette auskommen kann. Sorry, dass ist natürlich jetzt nicht sehr lecker, aber gehört eben auch zu mir. 🙂

Zeit für einen Spaziergang

Getreidekaffee

Auf dem Weg zum Gasteig bin ich dann eben auch an dem veganen Stand vorbeigekommen, den ich im November immer regelmäßig aufgesucht habe. Der ist nur einmal in der Woche da und für mich bot sich die Gelegenheit einen Getreidekaffee to go zu nehmen.

Für mich ist es immer noch unverständlich, warum ein Alnatura oder ein Vollcorner keinen Kaffee bzw. Getreidekaffee anbietet. Basic und Veganz tun das doch auch, sind aber zu weit weg, um „mal schnell“ nen Kaffee zu holen. Als ich also von dem Stand meinen Getreidekaffee, war ich so glücklich und konnte entspannt zur Isar laufen.

Erst später ist mir eingefallen, dass sich Getreidekaffee vielleicht nicht mit Vegan For Fit vereinbaren lässt, aber mit meinem gepflegten „Ach, Scheiß drauf“ habe ich mir den Kaffee schmecken lassen.

Algen DrinkIch kann gar nicht sagen, wie glücklich ich an diesem Tag war. Nepomuk ist irgendwann im Wagen eingeschlafen, alle Leute waren entspannt, an der Isar war kaum was los und der Himmel soooo blau. Ich habe dann beschlossen, bis zum Veganz zu laufen.

Der Laden ist ca. 5,5 Kilometer von unserer Wohnung entfernt. Ich war schon lange nicht mehr da, weil ich natürlich immer bei uns im Viertel einkaufen gehe und mich dort mit Vollcorner und Alnatura begnügen muss. Natürlich sind beide Läden gut, aber mit einer veganen Ernährung ist man eben nur in einem veganen Laden so richtig heimisch. Bei Veganz habe ich dann auch gleich das leckere Lebkuchen-Konfekt von Keimling entdeckt, tolle Raw Chocolate mit Goji Beeren und einen Alge Instant Drink. Bei allen drei waren die Zutaten für mich in Ordnung, da weder Zucker, noch Mehl, noch irgendwas anderes schlimmes drin war.

China StudyAuf dem Weg zur Kasse bin ich quasi über das Buch „China Study“ gestolpert. Ich hatte darüber schon viel gelesen. Die einen singen Loblieder darauf, die anderen sagen, dass es kein wissenschaftliches Buch ist, da die Studien und die Ergebnisse nicht richtig dargestellt sind und einige Wissenschaftler schon gegenteilige Ergebnisse dargelegt haben.

Aktuell lese ich die Ernährungslüge, ein Buch, dass sehr gut aufzeigt, was man von „wissenschaftlichen Studien“ halten kann, die dem Mainstream entsprechen: Nichts, denn sie sind von der Nahrungsmittelindustrie teilweise verdeckt finanziert. Ich werde die China Study unvoreingenommen lesen und mir dann ein Bild machen.

Zurück vom Spaziergang habe ich mir erstmal das restliche Thai-Curry vom Vorabend schmecken lassen. Das schmeckte noch besser, als das Frische. Zum „Kaffee“ gab es dann den Algen Drink und ein paar Kugeln vom Lebkuchenkonfekt, die nur aus Mandeln, Datteln, Zimt und etwas Gewürzaroma bestehen. Entweder war es der Algen Drink oder die Kugeln, aber die Verdauung hatte es plötzlich sehr, sehr eilig. Generell läuft meine Verdauung seit dem Beginn der Challenge auf Hochtouren, was vielleicht an den vielen Ballaststoffen liegen mag.

Danach sind wir noch einmal spazieren gegangen. Als der Papa abends heimkam, war ich noch so pappsatt, dass ich nur einen Matcha Shake zu mir nehmen konnte.

 

27Dez/14

Vom Wochenbett zum New York Marathon

Als ich mich im Juni 2013 entschied, den TCS New York City Marathon am 02. November 2014 zu laufen, konnte ich nicht ahnen, welche Steine sich mir in den Weg legen sollten. Der New York Marathon war wie für viele andere Läufer auch ein Lebenstraum, den ich mir noch vor meinem 35. Lebensjahr erfüllen wollte. Noch bei der Reisebuchung im Oktober 2013 war ich guter Dinge, dass mir ein Jahr Vorbereitung reicht, um ausreichend zu trainieren. Ende November verbrachten wir unseren Urlaub in San Francisco und New York, es war eine tolle Zeit und ich fühlte mich glücklich und topfit.

Und plötzlich schwanger!
Abholung der Startnummer

Abholung der Startnummer

Schon als wir wieder in München waren, merkte ich jedoch, dass von meiner Fitness nicht viel übrig geblieben war. Ich schnaufte wie eine Lok, Treppen steigen viel mir schwer. Das alles schob ich noch auf die Burger und Sandwich Exzesse in den USA. Als mir dann aber immer schlecht war, ich keinen Kaffee mehr riechen konnte und die Weihnachtsfeiern nicht mehr so gut wegsteckte, entschied ich mich für einen Schwangerschaftstest. Man muss sagen, dass ich eigentlich die Pille genommen habe und somit nicht im Traum daran dachte, schwanger zu werden.

Am 21. Dezember 2013 hatte ich dann die Gewissheit: Ich war schwanger. Von Freude war bei mir keine Spur. Plötzlich brach mein Leben wie ein Kartenhaus vor mir zusammen: Keine Freiheiten mehr, keine Parties, kein Marathon. Über Weihnachten fuhr ich allein zu meinen Eltern und hatte Zeit nachzudenken. Und je mehr ich nachdachte, desto mehr freute ich mich auf das Baby.

Impossible is never a good answer!

Trotz aller Freude stand immer noch die Entscheidung im Raum, ob ich den Marathon laufen sollte oder nicht. Der erwartete Geburtstermin war der 19. August, der Marathon sollte am 02. November stattfinden. Mir blieben also weniger als drei Monate, um mich von der Geburt zu erholen und die 42 km zu laufen.

Ich weiß nicht, wie viele Leute mir vom Marathon abrieten. Alle hielten es für unmöglich. Doch je mehr Leute in meinem Umfeld meinten, dass man nicht 3 Monate nach einer Geburt einen Marathon laufen kann, desto überzeugter wurde ich, dass man es vielleicht nicht kann. Ich jedoch schon!

Die Schwangerschaft verlief gut, die Geburt ebenfalls. Schon am Tag der Geburt konnte ich super laufen. Ein möglicher Leistenbruch, der während der Schwangerschaft auftauchte, verschwand nach der Entbindung gänzlich und musste zum Glück nicht operiert werden. Ich fühlte mich fit und fing an mit regelmäßigen Spaziergängen wieder etwas Kondition aufzubauen.

Für die Rückbildung habe ich mich gleich nach 6 Wochen angemeldet, um pünktlich zum Marathon fit zu sein. Gegenüber anderen Müttern, der Hebamme oder der Frauenärztin habe ich den Marathon nie erwähnt. Ich wusste, wie sie reagieren würden und hatte auf eine Rechtfertigung keinen Bock. Es war mein Traum und er würde in Erfüllung gehen.

Vorbereitungen für den Marathon
Daumen hoch für 42 km

Daumen hoch für 42 km

Die Vorbereitungen für den Marathon lassen sich ganz kurz erklären: Es gab keine. Ich musste abwägen, ob ich in München regelmäßig laufen gehe und mich dem Risiko aussetze, dass mein Beckenboden mir ein Strich durch die Rechnung macht oder die Knie wieder wochenlang schmerzten oder ob ich in New York ohne Vorbereitung an den Start gehe. Ich entschied mich gegen eine intensive Vorbereitung und für einen „Kaltstart“. Ich ging regelmäßig walken und war zwei mal joggen – das musste reichen, es sind schließlich „nur“ 42 Kilometer und die schaffe ich irgendwie.

Nicht nur, dass ich keine Vorbereitung machte, nein ich kaufte mir auch keine neuen Laufschuhe. Ich hätte sie eh nicht einlaufen können und dachte mir, dass meine alten das auch noch schaffen würden. Dafür investierte ich gutes Geld in Kompressionsstrümpfe und -unterwäsche, die speziell für Läufer waren. Wie sich später rausstellte, eine Investition die sich gelohnt hat.

Da ich keine wirkliche Vorbereitung für den Marathon hat, blieb mir nichts anderes übrig, als mich mental schon auf das überqueren der Ziellinie vorzubereiten. Ich war immer und jederzeit fest davon überzeugt, dass ich den Marathon schaffen werde. Ich stellte mir nie die Frage ob, sondern nur in welcher Zeit ich das schaffen würde. Mir war klar, dass ich nicht durchlaufen könnte, dass würde mein Körper nicht schaffen. Aber ich könnte soweit wie möglich laufen und würde dann ins walken übergehen. Für alles blieben mir 8 Stunden Zeit.

Der Tag des Marathon

Nachdem wir schon mit unserem knapp drei Monate alten Sohn ohne Probleme nach New York gereist sind und uns dort ein paar Tage klimatisiert haben, war es endlich soweit. Am Sonntag, den 2. November fuhr der Shuttle Bus um 06:00 Uhr vor dem Hotel am Times Square ab und brachte mich nach Staten Island. Mich und viele andere Läufer, die alle bis zu den Zähnen ausgerüstet waren.

Im Bus kamen mir Zweifel, ob ich das schaffen würde. Ich hatte mich weder körperlich vorbereitet noch wusste ich, welche Atemtechnik oder welche Strechtingübungen notwendig waren, wenn der Körper auf den 42 Kilometer kapitulierte. Dafür, dass ich sonst immer alles genau plane, bin ich an meinen Lebenstraum sehr blauäugig rangegangen.

Bei über 50.000 Läufern mussten die Starts in verschiedenen Wellen erfolgen. Ich war in der vierten und damit letzten Welle. Am Start sah ich die Verrazano-Narrows Bridge über die wir gleich am Anfang laufen sollten. Von dort ging es dann weiter nach Brooklyn, Queens, die Bronx und schließlich Manhattan.

Nach 42 km am Ziel meiner Träume

Nach 42 km am Ziel

Der Lauf war super. Motiviert durch die anderen Läufer war ich schneller, als ich gedacht habe. Ich konnte fast 16 km durchlaufen, dann tat mir die linke Seite weh. Ab da bin ich immer abwechselnd gewalkt, gerannt und wieder gewalkt. Der Marathon war besser als ich es mir vorgestellt habe. So viele Menschen sind mit mir gelaufen, an der Laufstrecke haben uns viele New Yorker zugejubelt. An jeder Ecke spielte eine Band. Nach 6:21 h habe ich im Central Park die Ziellinie überquert. Mittlerweile war es schon dunkel, aber die Helfer dort waren immer noch gut drauf.

Als ich die Ziellinie überquerte, war ich der glücklichste und stolzeste Mensch auf der Welt. Sicher ist die Zeit nicht gut, aber darum ging es mir nie. Ich wollte einmal den New York Marathon mitlaufen und das habe ich am 02. November 2014 getan.

Ich bin trotz oder gerade wegen meinem Sohn diesen Marathon gelaufen. Er und mein Freund haben mir die Kraft für die Strecke gegeben und ich habe ein für alle mal klar gemacht, dass ich meine Ziele erreiche, egal wie hoch die Hindernisse sind.

So ein Marathon beflügelt natürlich ungemein und ich habe mittlerweile null Verständnis für Mütter, die ihre Kinder vorschieben, wenn es um das Thema „abnehmen“ oder „Sport“ geht. Auch ich gehe morgens um 6 Uhr ins Fitnessstudio, um pünktlich um 7:30 Uhr wieder zurück zu sein, wenn mein Mann ins Büro muss.

Seit New York weiß ich, dass es nie eine Frage der Zeit ist, sondern immer der Priorität.