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25Apr/16

Woche 3 der Konsumauszeit

Schon wieder ist eine Woche vergangen. Die Zeit rennt und ich habe das Gefühl, dass ich diesen Monat besonders intensiv erlebt habe. Ob das jetzt an der Konsumauszeit hängt, an dem Hoch nach der schwierigen Zeit mit Nepo oder an den vereinzelt schönen Tagen, die es bis jetzt im April ja doch gab, weiß ich nicht. Kurzum: Mir geht es sehr gut, obwohl sich so langsam die Frühjahrsmüdigkeit bemerkbar macht.

Wie verlief meine Woche?

Diese Woche haben Nepo und ich unheimlich viel erlebt und gemacht. Wir waren wieder viel, viel draußen an der frischen Luft. Besuchten den Zoo, das erste Mal einen Naturtreff, der vom Naturkindergarten Bogenhausen organisiert wird, radelten mit meinem Freund am Freitagabend durch den Englischen Garten und testeten Spielplätze aus. Am Samstag waren wir auf dem Hinterhofflohmarkt hier in Haidhausen und gestern bei Freunden zu Besuch auf dem Land. Also wirklich Land, nicht Speckgürtel und Vorstadt, nein Land.

Ich merke wie sehr mich diese Konsumauszeit beschäftigt und wie ungern ich aktuell in Läden gehe, um einzukaufen. Wobei die einzigen Läden die ich aktuell besuche ja nur der Biosupermarkt und dm sind. Denn mein Konsum beschränkt sich auf Lebensmittel und Drogerieartikel. Trotzdem meide ich auch diese Märkte und kehre nur ein, wenn wir wirklich was brauchen. Bin ich aber bei Alnatura oder Basic, dann auch mit vollem Bewusstsein. Seit dieser Woche parke ich meinen Kinderwagen immer vor dem Laden, damit ich Nepo entspannt den kleinen Einkaufswagen schieben lassen kann, ohne immer hinter ihm herzurennen und meinen Kinderwagen irgendwo im Gang parken zu müssen. Das macht das Einkaufen für uns beide angenehmer. Wir kaufen mittlerweile auch nur noch dass, was wir wirklich zeitnah aufbrauchen. Für die Datenkraken ist unser Einkauf aktuell wirklich sehr eintönig und der Kassenzettel könnte auch nur copy&paste sein. Es gibt immer nur Bananen, Frischmilch, Zucchini, Eier, manchmal Fleisch und hin und wieder Nudeln in Tierform für den Kleinen. Das sind so die Sachen, auf die wir gerade Lust haben.

Leider muss ich sagen, dass wir diese Woche viel auswärts gegessen haben. Das ist ja sonst bei uns überhaupt nicht der Fall, aber durch das schöne Wetter sind wir abends einfach noch zu dritt draußen rumgeradelt und waren mal im Biergarten oder bei der Hamburgerei. Abgesehen davon, dass es dem Geldbeutel nicht gut tut, fühle ich mich heute so aufgedunsten, dass das spätere Joggen sicher eine Qual wird. Uns ist diese Woche damit auch wieder klar geworden, dass wir das abendliche Kochen vermissen. Es war früher ein Ritual und jetzt ist jeder Abend irgendwie gleich zäh – ohne festes Essen nur mit Abhängen. Allerdings glaube ich, dass es auch einfach nur an diesem Wetter hängt. Wenn es langsam wärmer wird, dann werden wir sicher viel Zeit an der frischen Luft verbringen und irgendwo hin radeln und unser Essen mitnehmen.

Der Hinterhofflohmarkt

Am Samstag fand endlich der lang ersehnte Hinterhofflohmarkt statt. Ob es am Wetter lag oder daran, dass wir den Abend zuvor bei einem geselligen Miteinander mit anderen im Haus gefeiert haben und erst um 02:30 Uhr im Bett lagen, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall fand ich den Flohmarkt nicht prickelnd. Er war total überfüllt, die Sachen die angeboten wurden, waren bis auf einen riesigen Bagger, ein Baustellenset bestehend aus einem Gabelstapler und einem Kran, sowie ein paar Kleinigkeiten für Nepos Küche, alle nicht unser Ding. Vielleicht hatte ich einfach zu hohe Erwartungen und muss lernen, dass es bestimmte Sachen gibt, die sind als Familie oder mit einem Kind in Nepos Alter halt nicht mehr so dolle. Für ihn war es sicher ätzend langweilig von Hauseingang zu Hauseingang geschoben zu werden, für meinen Freund sicher doof, weil er nicht in die Innenhöfe konnte, da der Kinderwagen bei den Massen nicht reingepasst hätte und für mich war es blöd, weil ich immer nur krampfhaft gesucht habe. Früher haben wir uns die Innenhöfe angeschaut und die Leute und uns einfach gefreut, dass es sowas gibt. Am Samstag habe ich fast einen Anfall bekommen, weil irgendeine Olle (sorry) vor meinen Augen gutes Holzobst und Holzwürste weggeschnappt hat und den Verkäufer auch noch runtergehandelt hat. Für mich blieb nicht viel übrig und ich habe sicher zu viel bezahlt für so wenig Küchenzeug. Warum ich das gekauft habe, kann ich nicht sagen. Es war eine sinnlose Geldausgabe und ich habe sicher 20 Minuten gebraucht, um wieder runterzukommen. So hat mich die Alte aufgeregt. Und das kann sicher nicht Sinn und Zweck eines Samstagvormittags sein.

Mir ging es erst besser, als wir für Nepo endlich den langersehnten Bagger gefunden haben. Es war für ihn Liebe auf den ersten Blick. Das der nur 2 EURO kostet, konnte ich erst nicht glauben. Abends habe ich dann mal bei Amazon nachgeschaut. Neuwertig liegt der bei 37 EURO. Aber es ging nicht um den Preis, sondern darum, dass wir etwas gefunden hatten, was Nepo sich schon lange gewünscht hat. Und er hat wirklich eine innige Liebe zu Baggern. Es gibt keinen Bagger in München den er nicht sofort sehen würde und bei dem wir mindestens 5 Minuten stehen bleiben müssen, damit er ihn begutachten kann.

Aber auch den Gabelstapler und den Kran, die wir im Set für 3 EURO gekauft haben, liebt er heiß und innig. Nur meinen Fehlkauf – die Küchenutensilien schaut er nicht an, was mich den Kauf noch mehr bereuen lässt. Ach, wäre ich doch nur einfach weitergegangen. Scheiße! 🙁

Eine ganz tolle Sache hatte der Hinterhofflohmarkt dann aber doch noch: Wir haben das HEI (Haus der Eigenarbeit) entdeckt. Das ist genau das, wonach wir gesucht haben. Dort kann man in einer Werkstatt selbständig Dinge reparieren, Handwerkskurse wie Töpfern oder Buchbinden besuchen oder am Repair Cafe teilnehmen. Ich bin schlichtweg begeistert von der Einrichtung. Vielleicht werde ich irgendwann mal einen Kurs im Buchbinden machen. 🙂

Mein Fazit zur Woche

Alles in allem war es eine gute Woche. Am glücklichsten haben mich allerdings wieder die Momente gemacht, die eigentlich nichts kosten. Die Radtouren mit Nepo, der Naturtreff in Bogenhausen, die Spielplatztour in den Englischen Garten und die Begeisterung von Nepo für die Affen und die Streichel-Ziegen im Tierpark Hellabrunn. Daran muss ich denken, wenn mich die negative Flohmarkterinnerung vom Samstag wieder einholt.

In diesem Sinne: Habt eine schöne Woche

 

 

18Apr/16

Woche 2 der Konsumauszeit

Der April schreitet voran und die zweite Woche im „konsumfreien“ Monat liegt schon weit hinter mir. Auf der einen Seite kann ich natürlich sagen, dass es mir nicht schwer fällt auf Dinge wie Kosmetikartikel, Klamotten oder Spielzeug für Nepo zu verzichten. Auf der anderen Seite haben wir uns letzten Samstag ein Lastenfahrrad gekauft, dass kostenmäßig fast an einen Gebrauchtwagen rankommt. Jetzt könnte ich natürlich sagen: Mein Freund hat das Fahrrad gekauft und er macht keine Konsumauszeit. Aber das zählt nicht, denn ich habe diesen Samstag das Rad abgeholt und werde wohl auch der Nutznießer dieser Anschaffung sein.

Hintergründe zum Kauf des Nihola Lastenrad

Das Lastenfahrrad war sicher keine spontane Idee, sondern wir hatten den Kauf schon lang geplant. Da wir kein gutes gebrauchtes gefunden haben und uns die Beratung und das Probefahren im Fahrradladen überzeugt hat, war der Kauf absehbar. Das er aufgrund der Rahmenbedingungen jetzt doch so schnell stattgefunden hat, war dann doch überraschend.

Ich habe das Fahrrad jetzt am Samstag abgeholt und der Weg zum Riesenflohmarkt, zum Frühlingsfest, danach über den Hauptbahnhof, zum Viktualienmarkt, Odeonsplatz und über das Maximilianeum war ein Traum. Ich habe das Radfahren vermisst und mit diesem Lastenrad bin ich einfach nur glücklich. Es ermöglicht mir Nepo ab September immer in die Krippe zu fahren und von dort wieder abzuholen, aber wir können damit jetzt schon zum Zoo fahren, den Naturtreff besuchen und am Wochenende mit meinem Freund das Auto stehen lassen und uns entlang der Isar die frische Luft um die Ohren wehen lassen. Dieses Fahrrad ermöglicht mir eine Mobilität wie sie mir selbst ein Auto nicht geben kann, wenn man bedenkt, dass wir in München leben, wo Parkplätze einfach immer Mangelware sind und wenn man einen ergattert hat, ordentlich Parkgebühren zahlen muss.

Ich sehe hier oft Lastenräder auf denen steht: Ich ersetze ein Auto. Mit Hinblick auf eine autofreie Zeit auch für meinen Freund ist das sicher eine Option für uns. Gerade jetzt im Frühling/Sommer könnten wir es mal einen Monat ohne Auto probieren. Mein Freund müsste dann immer mit dem Rad ins Büro fahren und wir könnten ihn dort mit unserem Lastenrad abholen und gemeinsam zum Paulaner Biergarten oder sonst wo hinfahren. Ob mein Freund sich wirklich darauf einlässt, bleibt abzuwarten. 😉

Morgen werden wir das erste Mal mit dem Fahrrad zu unserem Montessori-Kurs fahren. Ich kann mir so in Ruhe die besten Wege für später in die Krippe aussuchen, denn die ist ja im gleichen Haus untergebracht. Da mein Freund mich Dienstags immer zum Kurs gefahren hat, damit wir nicht die U-Bahn im Berufsverkehr nehmen müssen, fällt die Hin- und Rückfahrt jetzt schon mal weg.

Am Mittwoch werde ich mit Nepo in den Zoo fahren. Entlang der Isar sind die 6 bis 7 Kilometer sicher kein Hexenwerk. Zudem gibt es im Zoo dann Bollerwagen, die wir uns ausleihen können. Ich habe noch eine Jahreskarte, sodass uns bis auf das Essen wohl keine Kosten entstehen werden. Am Donnerstag werden wir dann das erste Mal den Naturtreff eines ca. 5 Kilometer entfernten Naturkindergarten besuchen. Auch hier gibt es wohl keine Kosten, maximal auf Spendenbasis. Da unser Foodsharing-Punkt hier in Haidhausen nur an zwei Tagen für je eine Stunde geöffnet hat, möchte ich mit Nepo zum Eine-Welt-Haus am Hauptbahnhof fahren, denn dort sind sie von morgens bis abends besetzt und ich habe noch einiges an Essen abzugeben. Auch der Laden „Brauchbar“, bei dem man Dinge abgeben kann und dafür Dinge mitnehmen kann, ohne dafür zu bezahlen, wollen mein Freund und ich mit dem Rad besuchen. Auch den Freiluftsupermarkt, der hier im Sommer eröffnen wird, wollen wir mit dem Rad besuchen. Dazu natürlich noch das Konsumkritische Tollwood, dass im Sommer immer im Olympiapark stattfindet. Sicher ist es mit der U-Bahn auch ökonomisch, aber ich finde ein Rad gibt einem doch mehr Mobilität. Und ich möchte Nepo und mir die stickige U-Bahn-Luft, defekte Aufzüge und motzende Leute, wenn wir die Rolltreppe blockieren, vermeiden.

Was war in der vergangenen Woche sonst noch los

Abgesehen von dem Kauf des Lastenrads war konsumtechnisch die letzte Woche für den Handel sehr mau. Wenn ich gekauft habe, dann nur Lebensmittel und dann nur Bio. Hatte ich Lust auf Fleisch, habe ich das reduzierte genommen, weil ich dann das Fleisch auf jeden Fall noch am gleichen Tag bzw. am nächsten Tag zubereiten musste. Ich kaufe nur noch in kleinen Stückzahlen, weswegen unser Kühlschrank immer halbleer aussieht. Mein Freund war letzte Woche zweimal abends essen und das Wochenende über beruflich in Berlin. Wir waren also gut ausgestattet für die Woche und das Wochenende.

An Drogerieartikeln habe ich nur das gekauft, was wirklich notwendig war und das war bis auf Laminatreiniger und Spülmittel nichts weiter.

Kosmetik- und Hygieneartikel: Den Bestand nutzen

Von Kosmetikartikeln halte ich mich aktuell fern. Ich habe letzte Woche mein Shampoo und meine Spülung von Sante aufgebraucht. Als Shampoo nutze ich jetzt die Aleppo Seife meines Freundes. Spülung habe ich noch ein paar Pröbchen da und sonst zwei Haarkuren. Mittlerweile versuche ich mir die Haare nur jeden zweiten Tag zu waschen, was bisher undenkbar war. Als Körperöl nutze ich gerade ein Bäuchleinöl von Weleda. Das hatten wir 2014 für Nepo gekauft, aber nie wirklich viel genutzt. Nun ist es im März abgelaufen und ich mache es alle. Funktioniert ganz gut und ich fühle mich immer super, wenn der Schrank langsam aber sicher leerer wird.

Duschgel verwenden wir beide schon seit Monaten nicht mehr und von vergangenen Reisen und früheren Käufen haben wir noch eine gute Menge von Seife verfügbar, weshalb wir hier auch nichts brauchen.

Lebensmittelvorräte aufbrauchen

Wie viele Haushalte haben auch wir Unmengen an Lebensmitteln, die wir jetzt langsam aufbrauchen. Ich hatte letzte Woche zum Beispiel vergessen für Nepo Haferflocken zu kaufen. Als mir das am Sonntagmorgen auffiel, entschied ich mich, ein Chufli Müsli von Govinda zu nutzen. Ich hatte es vor Monaten gekauft, aber mit der ketogenen Ernährung war das nicht mehr das richtige für mich. Die Substanz nach dem Aufkochen ist gleich der des Haferbrei, in den ich zuletzt auch Erdmandeln reingemischt habe. Jetzt sind da halt auch noch Datteln und Teffmehl drin, aber was die Tibeter essen, kann Nepo ja nicht schaden. Verfeinert mit Bananen findet er es sogar super und ich kann das Müsli jetzt jeden Morgen mit gutem Gewissen zubereiten und später wieder auf Haferflocken oder andere Flocken umsteigen.

Auch ich nutze jetzt vermehrt Bestände und brauche die gefühlten Tonnen von Kokoschips und Kokosflocken auf, die noch übrig gebliebenen Superfoods wie Acai Pulver mische ich jetzt mit meinem morgendlichen Mascarpone-Kokosmilch-Flohsamen-Brei. Dazu noch die letzten Bestände Leinöl und alles wird etwas leerer.

Jetzt muss ich nur noch ein Zeitfenster finden, um meine übrig gebliebenen Rawfood Sachen aus dem letzten Jahr bei Foodsharing abzugeben.

Die Kunst des stilvollen Verarmens

Gerade habe ich ein Buch fertig gelesen, dass mir mein Freund empfohlen hat. Es ist das Buch „Die Kunst des stilvollen Verarmens„. Kein aktuelles Buch, wie man auch beim Lesen bemerkt, aber es ist doch witzig zu lesen. Sicher ist es etwas anderes, wenn ich von mir aus entscheide auf Dinge zu verzichten und den Weg des Minimalismus einzuschlagen, als wenn ich aus irgendwelchen Gründen in die Armut rutsche. Das wird in dem Buch leider überhaupt nicht wirklich deutlich. Es ist also eher ein Minimalismusbuch und zeigt die Herausforderungen, die wirklich arme Menschen jeden Tag aufs neue meistern müssen, nicht wirklich. Ich finde, solange jemand noch im Biomarkt einkaufen gehen kann, solange ist er nicht arm. Er lebt bewusst und reduziert, aber er ist nicht arm. Arm ist jemand der nicht aus Geiz zum Discounter geht, sondern weil es schlicht sonst nicht reicht, oder jemand, der die Dienste der Tafel in Anspruch nehmen muss. Jemand der dort ist, würde mir das Buch „Die Kunst des stilvollen Verarmens“ sicher und zu Recht um die Ohren hauen.

Wenn man also die harte Realität des Verarmens ausblendet, dann liest sich das Buch ganz gut, auch wenn es einfach nur das „Weniger ist das mehr“ in neuen Kleidern ist. Jetzt wartet „Leviathan“ von Thomas Hobbes auf mich.

Flohmarkt und Frühlingsfest auf der Theresienwiese

Ich hatte mich dieses Jahr zwar besonders auf den Flohmarkt auf der Theresienwiese gefreut, als ich aber das Fahrrad am Samstag abgeholt habe und mit Nepo zum Flohmarkt geradelt bin, war es mir irgendwie zu blöd, da rüber zu laufen. Ich hatte im Fahrrad noch alle Ersatzteile und wollte es nicht alles einfach nur irgendwo anschliessen. Also entschied ich mich, den Flohmarkt sausen zu lassen. Es war eh schon viel zu spät für tolle Käufe und irgendwie nervten mich die Menschenmassen. Also lief ich mit Nepo über das Frühlingsfest. Aber auch darauf hatten wir keine richtige Lust. Ich kaufte uns zum Mittag eine große Portion Pommes und wir setzten uns an den Rand, Nepo bestaunte die Achterbahn und die ganzen Menschen. Danach ging unsere Fahrt weiter Richtung München Innenstadt. Auch ohne den Besuch auf dem Flohmarkt war es ein wirklich tolles Wochenende, dass Nepo und ich allein gut gemeistert haben.

Entdeckung der Kinderbibliothek

Ich selbst bin ja schon seit gut einem Jahr ein begeisterter Fan unserer Stadtbibliothek im Gasteig. Am Freitag war ich nun das erste mal in der daneben liegenden Kinder- und Jugendbibliothek. Das Wochenende, dass wohl viel Regen bringen sollte und die Tatsache, dass ich mit Nepo allein war, führten mich in diese Räumlichkeiten. Nepo ist jetzt 20 Monate und seit einigen Monaten sind für ihn die Müllabfuhr und Bagger das größte. Also gingen wir am Freitagnachmittag in die Bib, um uns Baustellenbücher fürs Wochenende rauszusuchen. Wir wurden nach kurzer Suche fündig und liehen uns gleich mal sieben Stück aus. Die Bücher sind seitdem Nepos Lieblingsbeschäftigung, zusammen mit den zwei kleinen Baggern, die wir ihm wieder gegeben haben. Wir hatten vor einigen Wochen alle Autos weg getan, weil sich alles nur noch um diese Autos gedreht hat.

Jetzt ist er ganz Feuer und Flamme für seine zwei Bagger und die Bücher, die er abwechselnd alleine oder mit mir anschaut.

Auf dem Weg zur Ausleihe bin ich noch an einem Regal mit Spielen vorbei gelaufen. Es gibt wirklich tolle Spiele und Puzzle für die Kleinen und ich denke, dass ich mir wirklich mal eins ausleihen werde.

Mein Fazit

Mir geht es gut und ich habe nicht das Gefühl, dass mir irgendwas fehlt, wenn ich nicht hier oder da mal was kaufe. Ich freue mich so über das Fahrrad und bin unendlich dankbar, dass wir das nun schon abholen konnten. Gleichzeitig merke ich schon, wie Besitz auch gleich unentspannt macht. Das es gestern und heute so regnerisich war, macht mich ganz nervös. Das liegt auch an dem neuen Fahrrad, denn wenn wir es jetzt haben, dann müssen wir es auch nutzen. Nun sind die Prognosen jetzt auch nicht so doll, aber Dienstag bis Donnerstag wollen wir das Rad schon nutzen. Ich merke wirklich, dass mich das unter Druck setzt, auch wenn das jetzt vielleicht bescheuert klingt.

Ansonsten denke ich viel über Konsum nach und beobachte das Verhalten und den Besitz von anderen Familien auf dem Spielplatz und in unserem Innenhof. Dazu muss ich mich aber wohl mal separat äußern.

Die nächste Woche wird auf jeden Fall spannend, denn am 23. April findet der langersehnte Hinterhofflohmarkt hier in Haidhausen statt. Wie es wird, weiß ich noch nicht, denn die Wetteraussichten sind trüb, kalt und regnerisch. Vielleicht kommt mir das in meiner Konsumauszeit zu gute.

Jetzt werde ich erstmal wieder zu den beiden Männern gehen und mir von Nepo mal wieder ein Baggerbuch zeigen lassen.

Habt einen wunderschönen Abend!

Liebe Grüße

Mareike

12Apr/16

Konsumauszeit: Der Kauf eines Lastenfahrrads

Als am 8. April die Zusage für die Krippe bei Montessori 21 kam, war klar, dass wir uns nun wirklich nach einem Lastenfahrrad umschauen müssen. Mein Freund hatte eins bei ebay Kleinanzeigen gefunden, dass wir uns am Freitag anschauen wollten. Das hat dann aber irgendwie nicht geklappt und so entschieden wir, dass wir erst einmal eine Beratung für diese Art von Fahrrädern brauchen.

Wir wohnen in München und diese Stadt ist einfach ein Paradies für Radfahrer. Als ich noch nicht schwanger war, bin ich oft mit dem Fahrrad von A nach B gefahren. Es gibt viele Radwege, wenig Berge und alles ist so viel schöner auf dem Fahrrad als im Auto. Nach der Geburt von Nepo haben wir uns überlegt, wie wir zurück aufs Fahrrad kommen, um einfach mal am Wochenende die Isar entlang zu radeln oder andere Stadtteile von München zu erkunden. Schon früh war klar, dass wir keinen Anhänger wollten, weil ich Nepo immer sehen wollte. Radfahren mit dem Blick nach hinten ist dann sicher keine gute und schon gar keine sichere Art der Fortbewegung. Ja, und irgendwann habe ich dann das erste Lastenfahrrad gesehen und war begeistert. Seitdem, es war vor gut einem Jahr, überlegen wir, so ein Fahrrad zu kaufen.

Als ich Nepo für unsere Wunschkrippe anmeldete, war klar, dass wir diese nur besuchen konnten, wenn wir mit dem Fahrrad fahren. Wir haben nur ein Auto und die U-Bahn-Anbindung ist zwar von unserer Wohnung zur Krippe super, aber von der Krippe in mein Büro gibt es nichts. Mit dem Fahrrad würde der Hinweg 16 Minuten dauern, der Weg zum Büro nur 10 Minuten. Zudem würde ich Nepo die Berufspendler und überfüllten U-Bahnen ersparen. Abgesehen davon, würde ich mit dem Kinderwagen wohl gar nicht reinkommen und nur genervte Blicke ernten.

Jetzt haben wir den Krippenplatz und jetzt brauchen wir auch das Fahrrad. Da die Fahrräder sehr teuer sind, ist gute Beratung Pflicht. In dem Kurs bei Montessori 21 den wir immer dienstags besuchen, gibt es zwei Mamas, die Lastenräder fahren. Die eine ein Urban Arrow, was lange mein Favorit war, die andere ein Christiania. Die Mama mit dem Christiania ist aktuell mit dem vierten Kind schwanger, was sie aber nicht davon abhält auch bei Schnee ihre drei Kinder zu Montessori 21 zu fahren. Und die Mama mit dem Urban Arrow meinte, dass sie sich den Elektroantrieb beim Fahrrad gegönnt hat, weil sie in der Familie kein Auto mehr besitzen und stattdessen Car Sharing nutzen. Und auch diese Mama hat zwei Kinder. Von der schwangeren Mama erfuhr ich, dass es in München-Schwabing einen Fahrradladen gibt, der sich auf den Verkauf dieser Lastenräder spezialisiert hat und eigentlich jeder dort kauft.

Samstags in der Velocompany

Wir beschlossen also am Freitagabend am Samstag zur Velo Company zu fahren. So heißt der besagte Laden in Schwabing. Am nächsten Tag, kurz nach zehn Uhr, liefen wir in den Laden ein und wurden sofort begrüßt. Als ich vorsichtig fragte, ob wir denn neben der Beratung auch mal Probe fahren dürften, meinte der Verkäufer, dass eine Probefahrt ein Muss sei und ohne diese kein Verkauf erfolgte. Er zeigte uns einige Modelle und dann ging es schon nach draußen. Es nieselte als ich mich das erste Mal in meinem Leben auf ein Lastenfahrrad, in diesem Fall das Nihola setzte. Mittlerweile war ich von den Urban Arrows nicht mehr überzeugt, denn ich habe eine Frau mit diesem Fahrrad lenken sehen und das sah für mich schon sehr umständlich aus. Zudem waren für mich mittlerweile zwei Räder vorn ein Muss.

Ich setzte mich also auf das Nihola, mit zwei Rädern, die aber separat bewegt wurden, sodass ich nicht jedes Mal die Transportbox mitbewegen musste und fuhr los. Zugegeben, es war etwas neu für mich, aber ich fühlte mich sicher. Noch fuhr ich ohne Nepo, denn das war mir dann doch zu riskant. Ich fand das Nihola nach einer kurzen Fahrt super und es blieb mein Favorit. Nach mir fuhr mein Freund, auch noch ohne Nepo, denn der wollte partout nicht in die Box steigen. Nachdem wir uns beide einen Eindruck vom Nihola gemacht hatten, fuhr ich aus Neugierde nochmal ein Bakfiets. Es gibt viele davon und auch der Verkäufer liebt es. Für mich war das Teil eine Katastrophe. Ich bin beim Rad wohl der Typ „Gegensteuerer“ und so eierte ich mit dem Bakfiets auf dem Bürgersteig rum und war sicher, dass ich Nepo damit nie, nie transportieren würde. Zu unsicher für mich. Wieder zurück bei der Velo Company stieg mein Freund auf und Nepo war plötzlich Feuer und Flamme. Das Fahrrad hatte kein Regenschutz, wie das Nihola, also wollte Nepo mitfahren. Das es nieselte war ihm, wie so oft, egal. Er saß in der Box wie King Käs und hielt lässig seine Maiswaffel in der Hand. Mein Freund fuhr mit ihm und als er wieder kam, hatte Nepo ein fettes Grinsen auf dem Gesicht.

Nachdem ich mich auf dem Nihola eingefahren hatte, wollte ich, dass Nepo im Nihola Platz nimmt. Der Verkäufer öffnete das Regenverdeck, aber Nepo wollte nicht. Also bat ich den Verkäufer das Verdeck komplett abzumachen, was er gern tat. Und ta ta ta, Nepo setzte sich auf die Bank, ließ sich anschnallen und ich fuhr mit ihm eine Runde. Als wir wieder zurück kamen, strahlte Nepo über beide Ohren und wäre am liebsten noch weitere Fahrräder Probe gefahren. Mein Freund fuhr dann noch das Christiania, aber ich war so vom Nihola begeistert, dass ich darauf verzichtete.

Wieder im Laden bekamen wir die Preisliste und noch einige Infos zum Kauf. Ein schwarzes wäre gerade auf Lager, bei Bestellung würde ca. 6 bis 8 Wochen dauern, bis das Nihola geliefert würde. Wir sollten uns das aber gut überlegen, denn so ein Fahrrad kostet ja auch einiges. Wir nahmen die Preisliste, bedankten uns und verließen den Laden. Vor der Ladentür fragte mich mein Freund, wie ich denn das Nihola fand und was jetzt meine Meinung wäre. Ich sagte ihm, dass ich voll und ganz überzeugt bin und wir auf jeden Fall überlegen sollten, so ein Fahrrad zu kaufen.

Plötzlich meinte er, dass wir es gleich kaufen sollten. Wenn sie noch eins vorrätig hätten, dann sollten wir das nehmen. Ich war etwas baff, aber begeistert und so gingen wir wieder in den Laden. Nepo wollte die ganze Zeit raus zu den Fahrrädern, aber wir mussten uns noch etwas in Geduld üben, denn mittlerweile waren andere Kunden in der Beratung dran. Nach ein paar Minuten war wieder jemand für uns da und mein Freund kaufte das letzte Fahrrad, das auf Lager war. Leider konnten wir es nicht gleich mitnehmen, da noch Anpassungen vorgenommen werden müssten und aufgrund der großen Nachfrage mit einer Wartezeit von zwei Wochen zu rechnen sein müsste.

Das wir so eine teure Anschaffung nun ausgerechnet in meiner Konsumauszeit machen, war nicht absehbar. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl und wir werden sicher den Kauf nicht bereuen. Da ich ein Zweitauto aus Überzeugung ablehne, denke ich, dass wir hier richtig entschieden haben.

08Apr/16

Woche 1 der Konsumauszeit

Nun habe ich die erste Woche meiner Konsumauszeit hinter mir und möchte kurz einfach über meine Erfahrungen, Herausforderungen und Wünsche für die nächste Woche schreiben. Schon vorab: Es war eine aufregende, erfreuliche aber auch anstrengende Woche. Von Paar-Tag, über Zahn-OP bis Krippenzusage war alles dabei.

Das Wochenende

Am Samstag hatten wir einen Paar-Tag, den wir in Augsburg verbracht haben. Mittags haben wir Nepo bei den Großeltern abgegeben und wir haben uns für ein paar Stunden einfach ausgeklingt. Wir waren essen, sind durch die Augsburger Innenstadt geschlendert, haben die Dult besucht und Kaffee am Rathausplatz getrunken. Es war ein durchgängig entspannter Tag.

Der Sonntag sollte auch so werden. Ich hatte mir vorgenommen mit Nepo den Vormittag bei herrlichem Sonnenschein auf dem Spielplatz zu verbringen, damit der Mann zuhause mal chillen konnte. Leider ist Nepo nach dem Spielplatz auf einem Weg ausgerutscht und mit seinem Kopf auf Stein geknallt. Mit blutendem Kopf sind wir mit ihm nach Harlaching in die Notaufnahme gefahren. Dort wurde er geklebt und wir wurden beruhigt. Da er keine Auffälligkeiten zeigte, konnten wir wieder mit ihm nach Hause gehen. Wieder zuhause haben wir auf dem Balkon gegrillt, den Nachmittag hat Nepo dann auf dem Balkon verbracht und wir in der Wohnung. Ich habe wirklich einfach mal nichts getan. Irgendwann lag ich auf der Bank auf dem Balkon und habe den Himmel angeschaut. Einfach so, ohne Gedanken. Es war herrlich und fast wie als Kind, wenn man sich auf die Wiese legt und den Wolken zuschaut, wie sie vorbeiziehen. Abends waren wir dann noch bei uns im Innenhof und Nepo hat mit anderen Kindern gespielt. Wir saßen einfach nur da und haben ihm zugeschaut. Es war so ein typischer Sonntag an dem man einfach kein schlechtes Gewissen hat, wenn man einfach mal nichts macht. Solche Sonntage fehlten mir in den letzten Wochen und Monaten. Was sicher aber auch am Wetter lag, den so ein entspanntes Gefühl habe ich in der Wohnung nicht. Zumal Nepo in der Wohnung nie lange allein beschäftigt ist.

Die Woche

Ich muss sagen, dass uns das Wetter bei der Konsumauszeit in die Karten gespielt hat. Wir waren bis gestern (Donnerstag) jeden Tag von morgens bis abends draußen. Wenn man von Spielplatz zu Spielplatz spaziert oder einfach nur durch Haidhausen streift, dann ist das Verlangen nach Konsum fast nicht vorhanden. Ich habe selbst Nepo zweimal Torte im Café Glanz gekauft und mir am Dienstag einen Kaffee zum Mitnehmen gegönnt.

Einkaufen waren wir nur einmal im Alnatura und einmal im Vollcorner. Läden wie dm, Rossmann oder den Kaufring habe ich gemieden, da es dort irgendwie immer Spontankäufe gibt. Als ich am Sonntag merkte das mein Waschmittel ausgeht, habe ich kurzum das Waschpulver und das Flüssigwaschmittel selbst hergestellt. Damit sind wir die vergangenen Wochen bzw. Monate gut gefahren und erspart mir den Gang in den Drogeriemarkt.

Nepos großes Interesse gilt aktuell Baustellenfahrzeugen jeglicher Art. Am liebsten sind ihm Bagger, besonders die Bagger für den Sandkasten sind ihm sehr ans Herz gewachsen. Zu unserem Glück hat immer ein Kind auf dem Spielplatz einen Bagger dabei und oft darf Nepo mit ihm spielen. Am Montag wollte Nepo allerdings vom Spielplatz mit einem Bagger und es war ein riesiges Drama, dass er den Bagger nicht mitnehmen konnte. Eine Erzieherin, zu deren Gruppe der Bagger gehörte, meinte zu mir: „Die gibt es bei Aldi gerade für 6,99 EUR“. Und ich dachte mir: Was will sie mir damit sagen? Das ich Rabenmutter ja wohl 6,99 EUR locker machen kann, um für meinen geliebten Sohn einen Bagger kaufen kann oder wollte sie mir nur von dem Angebot berichten, weil sie von sich schloss und davon ausging, dass ich sofort in den nächsten Aldi stiefle um Nepo den Bagger zu kaufen und mir damit auch meine Ruhe erkaufen kann. Beide Versionen kamen für mich aktuell nicht in Frage. Ich bin nicht gewillt Nepo einen Bagger zu kaufen, nur weil er ihn gut findet. Er hat so viel Spielzeug und ich keine Lust ständig einen Bagger mit rumzuschleppen. Ich sagte ihm, dass wir nun einen richtigen Bagger anschauen würden. Da ich wusste, dass am Johannisplatz eine Baustelle ist, mit vollem Programm: Bagger, Asphaltmaschine, Presslufthammer, Walz, LKW und vorbeifahrende Tram-Bahnen, ging ich mit ihm auf direktem Wege dorthin. Zwei Minuten nachdem wir den Spielplatz verlassen hatte, hatte Nepo den Bagger schon vergessen und war von vorbeifahrenden Müllautos so angetan, dass er fast schon Schnappatmung bekam.

Früher hätte ich sicher nach einem Bagger Ausschau gehalten, aber aktuell bin ich nicht willens Spielzeug zu kaufen. Wir hatten gerade Ostern und er hat tolle Sachen geschenkt bekommen. Wir haben ihm eine hochwertige Bade-Piesel-Puppe von Götz gekauft, mit der er wunderbar spielt und um die er sich richtig kümmert. Ein blöder Bagger wäre für mich ein echter Rückschritt, zumal wir gerade alle Autos weggeräumt haben, da wir einfach nicht mehr weiter wussten mit seinem Spielverhalten.

Es ist nicht so, dass wir uns nicht um Nepo kümmern oder keinen Bock auf ihn haben. Aber mein Freund meinte es richtig: Für Nepo sind Autos wie Smartphones für uns. Wir nutzen sie, aber so richtig glücklich machen sie uns nicht. Und schön spielen funktioniert im Alter von 20 Monaten noch nicht, jedenfalls nicht mit Autos. Heute habe ich mit ihm ein Indoor Picknick gemacht, mit selbstgebackenem Brot aus Salzteig, den wir demnächst als Knete verwenden. Früher hätte ich sicher einfach Knete im Laden gekauft, aber aktuell versuche ich aus vorhandenen Dingen etwas zu machen. Und gestern vormittag hatte ich Lust Knete herzustellen mit Dingen, die ich vorrätig hatte. Heute habe ich dann beschlossen ihm kleine Brötchen und Brote zu backen. Fürs Picknick mit seiner Puppe Anton und den vielen Stofftieren hat es gereicht. Dieses Picknick hat uns einen tollen Vormittag beschert. Ich habe es genossen von Nepo „Kaffee“ zu bekommen oder ein gekochtes Ei mit gefühlt 5 Tonnen Salz und 5 Liter Maggi abgerundet. Das er auch seinen Stofftieren Holzobst, Plastikwürste und Sauerteigbrötchen anbietet, macht mich glücklich. Er redet über seine Puppe Anton mit den Stofftieren. Freilich in seiner Babysprache, aber er ist so in seinem Element, dass ich nur daneben sitze und ihn glücklich beobachte.

Ich denke, wenn wir ihm drei Monate kein Spielzeug und keine Kleinigkeiten kaufen würden. Er würde es nicht merken. Gerade jetzt, wo wir viel draußen sind und er die Natur als seinen Spielbereich ansieht, könnten wir locker bis zu seinem 2. Geburtstag ohne Neuanschaffung auskommen. Vielleicht wäre das eine neue Challenge. 🙂 Nepo hat am 06. August Geburtstag. Ob wir es bis dahin ohne Spielzeug schaffen? Wir zehren noch von Ostern, die Großeltern kommen Ende April und wir haben noch so viele Dinge in Schränken und Kellern, dass wir jederzeit das Spielzeug auswechseln können.

Jetzt bin ich aber wieder abgedriftet, denn ich wollte ja eigentlich über die Woche schreiben. Die verlief gut, auch wenn ich am Mittwochabend eine Zahn-OP hatte und ich Donnerstag etwas in den Seilen hing. Den Donnerstagnachmittag, ein sehr kalter Tag, haben wir dann im Café Glanz verbracht und Nepo konnte beim offenen Kindertreff wieder ausgiebig mit Autos spielen. Danach sind wir wieder an der Baustelle am Johannisplatz vorbeigelaufen und Abends hatte ich mein Friseurtermin. Wo ich dann gleich bei meinen Ausreißern wäre.

Die Konsumsünden der Woche

Gestern war ich beim Friseur und habe somit gegen meine Konsumauszeit verstoßen. Allerdings hatte ich den Besuch schon angekündigt und ein Aufschieben in den Mai war ebenso nicht möglich, wie ein Termin vor dem April zu bekommen.

Da ich den April auch als EC-Karten-freien Monat ausgerufen habe, muss ich hier leider gestehen: Ich habe den Friseur mit EC-Karte gezahlt. Ganz einfach, weil ich es nicht geschafft habe, vorher noch zum Geldautomaten zu gehen. Seit der Zahn-OP bin ich etwas neben der Spur, hundemüde und mies drauf. Ich kann es schon als Erfolg verbuchen, dass ich beim Blondieren nicht eingeschlafen bin.

Die anderen Tage der Woche habe ich locker ohne EC-Karte „überstanden“. Letzte Woche habe ich Geld abgehoben und von diesem zerren Nepo und ich seit gut einer Woche. Da ich ja nur Lebensmittel kaufe, sind die Kosten auch überschaubar.

Eigentlich hätten wir uns heute auch noch ein Lastenfahrrad angeschaut, dass wir bei ebay Kleinanzeigen gefunden haben. Wir planen schon seit einem Jahr die Anschaffung eines Lastenfahrrads, weil ich nur mit dem sicherstellen kann, dass ich Nepo rechtzeitig in der Krippe abgeben und auch wieder abholen kann. Das Fahrrad wäre ein kompletter Querschläger in meinem konsumfreien Monat geworden. Aus diesem und weiteren Gründen haben wir die Entscheidung über den Kauf vertagt und fahren morgen zur Velo Company, die verschiedene Lastenräder anbietet. Dann kann ich wenigstens mal Probefahren, um zu sehen, ob uns das wirklich taugt. Da wir das gebrauchte Fahrrad bar bezahlt hätten, wäre der Verkauf wenigstens kein Verstoß gegen den EC-freien Monate geworden. 🙂

Wenn Ausgaben, dann regional und bio

Generell möchte ich im April nicht nur bewusst NICHT konsumieren, sondern auch, wenn ich etwas kaufe, bewusst auf die Qualität und vor allem darauf achten, dass es regional ist. Wir haben diese Woche nur im Bio-Supermarkt eingekauft und heute auch wieder mal unsere Ökokiste aktiviert. Als einziges nicht-saisonales, aber immerhin bio, sind wohl die Bananen zu verbuchen, die ich für Nepos Brei benötige, aber das ist nun mal ein Muss.

Aktuell schaue ich auch viel auf Angebote. Am Mittwoch habe ich Schweineschnitzel gekauft, die um 25% reduziert waren. Als wir zuhause waren, habe ich sie gleich gemacht und nicht wieder in den Kühlschrank getan, um sie dann wie immer zu vergessen. So war mein Mittagessen gesichert. Für Nepo koche ich jetzt auch wieder vor und friere ein. Das hatte ich lange nicht gemacht, mit dem Ergebnis, dass wir einiges wegschmeißen mussten.

Fazit nach einer Woche Konsumauszeit

Mir geht es gut und ich habe nicht das Gefühl, dass mir irgendwas fehlt. Ich merke nur, wie entspannt ich aktuell bin, allein durch die Tatsache, dass wir nicht unsere Zeit in Läden vertrödeln, sondern auf Spielplätzen und in der Natur abhängen. Uns jagt kein zu erledigender Einkauf oder der Gedanke, was ich Nepo noch alles kaufen könnte. Ich sitze oft einfach nur da und beobachte ihn, wie er den Sand durch seine Finger rieseln lässt.

Bin ich zuhause, dann überlege ich, was ich denn aus den vorhandenen Sachen machen kann. Solche Dinge wie Knete herstellen oder Spielbrot für Nepo backen, da wäre ich vor ein paar Wochen noch nicht drauf gekommen. Aber jetzt, wo wir sein Spielzeug reduziert haben, muss natürlich auch ich mit dem vorhandenen klar kommen.

Ich denke, dass ich im April leichter durch die Konsumauszeit komme, als im November. Und ich überlege ernsthaft, ob wir es durchziehen bis August kein Spielzeug für Nepo zu kaufen. Es sei denn natürlich am 23. April finden wir was super tolles auf dem Hinterhofflohmarkt.

Meine Wünsche an die zweite Woche Konsumauszeit

Mit dem heutigen Freitag beginnt die zweite Woche der Konsumauszeit. Eigentlich möchte ich alles so fortsetzen, wie in der vergangenen Woche. Nur meinen Internetkonsum würde ich gern einschränken. Der ist meiner Ansicht nach immer noch sehr hoch und bringt mich aktuell überhaupt nicht weiter. Sicher verwende ich kaum noch Twitter, aber dafür Facebook und Instagram.

Und hier ein paar Impressionen, was man so in der konsumfreien Zeit alles macht.

Auf dem Spielplatz:

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Zuhause beim „Indoor Picknick“, beim Grillen und beim Vorkochen:

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01Apr/16

Heute startet meine Konsumauszeit

Konsumauszeit April2016

Vor einigen Wochen hatte ich es angekündigt und heute ist es endlich so weit: Ich starte wieder einen Monat unter dem Motto „Konsumauszeit“.

Konsumauszeit und Auszeit von EC- und Kreditkarte

Die erste Konsumauszeit hatte ich im November und war ganz zufrieden damit. Doch schon im Dezember, im Vorfeld zu Weihnachten, schlich sich das alte Konsumverhalten wieder ein und das Geld ausgeben viel mir nicht schwer. Im März merkte ich wieder, wie es mich nervt Dinge zu kaufen, die ich vielleicht für Nepo witzig finde, aber die nicht wirklich sein müssen. Also beschloss ich für April wieder eine „Auszeit“ zu nehmen.

Als ich vor ein paar Tagen mal wieder bei Twitter vorbeigeschaut habe, sah ich den Tweet von Manuel über den Verzicht von EC- und Kreditkarte im April. Da habe ich dann mal ohne überlegen zugesagt und hoffe das auch zu halten.

Da ich im April sämtliche Onlineshops meiden werde und wohl auch keine Bücher bei der Bibliothek vormerke, wird mir der Verzicht auf die EC- und Kreditkarte sicher nicht schwer fallen. Schon jetzt zahle ich fast alles bar, um einen Blick für das Geld ausgeben zu haben.

Umdenken bei den kleinen Ausgaben

Viel schwieriger als der Verzicht auf Kartenzahlung oder der Kauf von nicht notwendigen Dingen für Nepo wird mir der Verzicht von kleinen Dingen fallen. Darunter zähle ich zum Beispiel den Kaffee, den ich mir auf dem Weg zum Spielplatz hole oder das ich mich von Nepo wieder zum Kauf einer Brezel animieren lasse, die dann doch wieder ich essen muss. Auch mal kurz ins Café Glanz auf einen Kuchen oder einen kurzer Abstecher in den Biomarkt werde ich mir im April zweimal überlegen müssen.

Da Nepo aktuell aber sowieso lieber draußen und fernab von anderen Kindern ist, muss ich einfach Alternativen finden. Den Kaffee kann ich ja wohl von zuhause mitnehmen, die Besuche im Café Glanz werden dann für April die Ausnahme und ein Besuch im Biomarkt ohne ersichtlichen Grund gibt es dann eben auch nicht.

Gestern vormittag waren Nepo und ich in unserem Innenhof. Dort gibt es einen Spielplatz, der nur aus Sand, einer Schaukel und einem Kletterdreieck besteht. Das wird jetzt die nächsten Wochen vormittags unsere Anlaufstelle. Dort finden wir beide es super. Der Innenhof ist sauber, es gibt eine Wiese, Bäume, Bänke, Sand und miteinander kämpfende Amseln. Vor allem gibt es dort aber kaum Kinder und schon gar keinen Coffee Shop für Mama. 🙂

Wenn Nepo dann keine Lust mehr hat auf Spielplatz, haben wir jetzt eine kleine Runde gefunden, die wir zusammen laufen können. Auch die liegt fernab von Geschäften und spontanen Einkäufen.

Die Konsumauszeit im April wird sicher einfacher für mich, da ich sehr gern draußen bin. Das aktuelle Wetter ist perfekt und auch heute werden wir sicher den Großteil des Tages draußen verbringen. Letztes Jahr habe ich ernährungsbedingt mein Essen immer mitgenommen, diesen Frühling mache ich das dann eben, weil ich zwar auch auf meine Ernährung achte, aber eben auch meine Geldausgaben in den Griff bekommen möchte.

Ausnahmen und Joker

Schon in meiner Ankündigung hatte ich geschrieben, dass es eine Herausforderung in Form des Hinterhofflohmarktes hier in Haidhausen gibt. Der Flohmarkt ist wunderbar und die Stimmung ist toll. Auf keinen Fall möchten wir diesen Event, der einmal im Jahr stattfindet, verpassen und somit ist das mein Joker für April. Der Flohmarkt findet am 23. April statt und vielleicht hat sich meine Einstellung gegenüber dem Geld ausgeben so verändert, dass ich gar kein Bedürfnis habe ein Schnäppchen zu machen. Aus der Erfahrung der vergangenen Flohmärkte weiß ich aber, dass es immer was tolles in unserem Viertel gibt, da es neben den Hipster Leuten, auch einige Ökos mit tollem Holzspielzeug gibt. 😀

Und dann, ja dann, gibt es noch meinen Friseurtermin. Eigentlich wollte ich ihn noch vor Ostern machen, aber es ging nicht, da meine Friseurin im Urlaub war bzw. noch ist. Jetzt habe ich den Termin am 07. April. Ein Aufschieben in den Mai ist unmöglich, da ich jetzt schon an der maximalen Spanne von acht Wochen kratze. Das wird dann meine einzige geplante Ausgabe, fernab von Lebensmitteln und Drogerieartikeln, sein.

Zeit für das Wesentliche

Die letzten Wochen waren für mich sehr hart. Es gab bis vor einer Woche fast stündlich Konflikte zwischen uns und ich war mehr als einmal gefühlt kurz vorm Nervenzusammenbruch.

Dann kam Ostern und eine Auszeit bei meinen Eltern. Wir waren viel in ihrem Garten oder auf dem Spielplatz. Vor allem war ich aber bei ihm. Und ich meine nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Ich war mit ihm in der Gegenwart – so ganz ohne Druck, ohne Gedanken an noch anstehende Aufgaben oder ohne Blick auf das f****** iPhone. Es war gut und hat in mir einen Prozess ausgelöst. Auf neudeutsch kann man wohl sagen, dass ich die Achtsamkeit für mich entdeckt habe.

Von der Montessori 21 Kursleiterin Silvia habe ich beim Elternabend das Buch „Mit Kindern wachsen – Die Praxis der Achtsamkeit in der Familie“ bekommen. Ich habe es gestern fertig gelesen und kann nun sagen, dass mich das Buch und die daraus entstandenen Gedanken wirklich vor den schlimmsten Wutanfällen und Ausrastern bewahrt haben. Mein Freund meinte auch, ich hätte mich verändert und diese Veränderung würde auch auf Nepo übergehen. Als ich gestern im Innenhof auf der Bank saß, bewusst weiter weg von ihm und noch weiter weg von meinem iPhone, war mir das erste Mal so richtig bewusst, wie schön die Momente mit ihm sind und wie kostbar jede Sekunde unserer Zeit ist. 

Kein Facebook und kein Instagram können wir warme Sonnenstrahlen auf die Haut zaubern, keine frische Luft zum Atmen geben oder mir ein Glücksgefühl in den Bauch zaubern. Die Magie des „Hier und jetzt“ kann mir niemand geben. Mir wurde klar, wie dumm und naiv ich war, als ich gedacht habe, dass „Multitasking“ ein Segen wäre und das dies etwas wäre, was erstrebenswert ist. Als ich Nepo gestern beim Mittagessen zugeschaut habe, wie er voller Hingabe und höchster Konzentration Oliven auf seine Gabel gespiesst hat und sich jedes Mal freute, wenn es geklappt hat, ist mir in den Sinn gekommen, dass solche Momente auf dem Sterbebett zählen und nicht die Momente, in denen ich schnell schnell noch etwas erledigt habe, während Nepo in seinem Stuhl saß. Diese Oliven hatten so etwas meditatives, dass ich ganz fasziniert war und wirklich die Zeit vergessen hatte.

Ich hoffe sehr, dass mich die Magie dieses Buches noch eine Weile begleitet und vor allem hoffe ich, dass ich aus den schwierigen letzten Wochen dauerhaft gelernt habe und es schaffe mich in den wirklich schwierigen Momenten auf meinen Atem zu konzentrieren und die Ruhe zu bewahren.

 

 

08Mrz/16

Es ist wieder Zeit für eine Konsumauszeit

Heute habe ich beschlossen, dass es im April wieder Zeit für eine Konsumauszeit ist. Ich hatte diese ja schon im November gemacht und fand es eigentlich ganz toll. Doch irgendwie hat sich in den letzten Wochen wieder das Anhäufen von Dingen in den Alltag geschlichen.

Konsumauszeit im April 2016Gerade jetzt, wo wir wieder verstärkt in den Bereich Montessori gehen, merke ich, wie stark das doch mit unserem angestrebten Minimalismus kollidiert. Meinem Sohn Montessori Materialien anzubieten, ohne viel Geld auszugeben wird sicher eine Herausforderung für mich. Doch mit etwas Kreativität, der Unterstützung durch den Frühling und die kommenden wärmeren Tage werden wir sicher viel in der Natur finden, was wir zuhause gut nutzen können.

Was mich optimistisch macht

  • An Ostern sind wir bei meinen Eltern und die sind überzeugte Jäger und Sammler. Ich bin mir sicher, dass wir da tolle Dinge für Nepo finden werden, die wir zuhause in unsere vorbereitete Umgebung integrieren können
  • Der Frühling wird kommen und wir werden viel Zeit an der frischen Luft verbringen. Steine in die Isar werfen oder in den Isarauen spazieren gehen habe ich schon fest auf meiner Wunschliste
  • Im April werden wir auch an einem wöchentlichen Naturtreff teilnehmen, der von einem örtlichen Naturkindergarten angeboten wird. Der kostet nichts und wird Nepo und mir sicher viel Spaß machen
  • Sobald das Wetter mitspielt, wird es uns wieder in die Berge ziehen. Schon jetzt freue ich mich darauf, wenn wir zu dritt in der Natur picknicken und unser Vesper im Gras essen werden
  • Gerade habe ich unsere Bibliothek „leergekauft“. Aktuell haben wir ein paar Bücher in der Stadtbibliothek München angefragt und ein Teil wird wohl erst Ende März für uns zur Verfügung stehen. Für mich gibt es im April abends also genügend Stoff zum Lesen, sodass ich nicht auf die Idee komme Online Shops durchzuschauen.

Was für mich eine Herausforderung wird

  • Flohmärkte: Im April findet sowohl der riesige Flohmarkt auf der Theresienwiese statt, als auch mein geliebter Hinterhofflohmarkt in Haidhausen. Da wir gerade bei letzterem immer tolle Dinge zu sehr günstigen Preisen finden, werde ich hier wohl einen Jokertag einplanen.
  • Generell starten im April viele Feste und Ende April kommen meine Eltern zu Besuch. Aber ich denke, da werden wir sicher eine Lösung finden.
  • Ich hoffe nicht, dass ich im Frühjahr merke, dass ich letztes Jahr zu viele Sachen weggegeben habe und nun die Notwendigkeit sehe, mir neue Klamotten für wärmere Tage zu holen.

Heute bin ich noch sehr optimistisch, dass ich den April gut ohne „sinnlose“ Ausgaben überbrücke. Der November hat ganz gut funktioniert, auch wenn sich mein Konsumverhalten leider nicht nachhaltig verändert hat.

Nach dem der Kleine jetzt schon ganz schön an meinem Bein zerrt, werde ich mich hier mal kurz bzw. für die Nacht verabschieden.

Schlaft gut, Ihr Lieben!

 

29Nov/15

Konsumauszeit: Der minimalisierte Adventskranz

Minimalisierter AdventskranzHeute haben wir den 1. Advent und auch wenn wir das Jahr über den Minimalismus für uns entdeckt haben, so möchte ich doch etwas Weihnachtsstimmung in der Wohnung haben.

Darum habe ich gestern einen Adventskranz gemacht und unser Wohnzimmer dekoriert. Da wir letztes Jahr relativ viel Deko eingekauft haben, war mir wichtig, dass ich mit der vorhandenen auskommen muss – auch beim Adventskranz.

Also entschied ich mich für die Weihnachtskugeln-Kerzen-Variante. Die ist sehr schlicht und passt damit super zu unserem sonstigen Wohnkonzept. Zum Glück hatte ich noch genau vier Kerzen da, sodass ich hier nicht auf Teelichter umsteigen musste. 🙂

Die Lichterkette für den Weihnachtsbaum haben wir jetzt einfach schon mal an unserem Fenster in Betrieb genommen und neben einem Nussknacker hier und einem Räuchermännchen da, war es das auch schon in Sachen „Weihnachtsdekoration“.

Heute saß ich im Wohnzimmer, habe gelesen, die Lichterkette brannte und ich fühlte mich einfach glücklich. Alles ist sauber und aufgeräumt und in mir kehrt langsam die vorweihnachtliche Ruhe ein.

Viel hat sich dieses Jahr getan, sehr haben wir uns als Familie verändert. Gerade unsere Art zu konsumieren oder zu essen ist so verschieden zum letzten Jahr. Ich weiß, dass wir unseren Weg weitergehen werden, aber auf das, was wir jetzt schon erreicht haben – und dazu gehört auch die Stärke NEIN zu einem Adventskalender zu sagen, keinen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu trinken und keine spontanen Hamsterkäufe in den Weihnachtsdeko- und -süßigkeitenregalen der hiesigen Supermärkte.

In diesem Sinne: Auf eine nachhaltige, wohl bedachte Vorweihnachtszeit 🙂

28Nov/15

Konsumauszeit: Kein Adventskalender in 2015

Gestern habe ich beschlossen: Bei uns gibt es dieses Jahr keinen Adventskalender. Weder einen selbstgebastelten, noch einen gekauften. Ich glaube, dass ich die Energie und die Zeit die ich das Basteln eines solchen investieren würde, besser anderweitig nutzen kann. Zudem glaube ich, dass es meinem 15 Monate alten Sohn gelinde gesagt Scheiß egal ist, ob er nun jeden Morgen ein Kästen oder ein Tütchen öffnen kann oder nicht.

Noch im Oktober war ich der festen Überzeugung einen tollen Kalender zu basteln. Dann erfuhr ich von der Konsumauszeit Challenge, die den ganzen November dauert und beschloss einen ganz einfachen Kalender zu basteln. Mit Tüten aus Butterbrotpapier und das ich nur vorhandenes Material für die Gestaltung des Kalenders verwenden würde. Als Inhalt hätte ich nur Süßes genommen. Aber je weiter die Challenge voran schritt, desto dämlicher fand ich die Idee mit dem Adventskalender.

Gestern, am Black Friday, entschied ich mich, dass ein Adventskalender für mich nur sinnlose Geldverschwendung ist. Nächstes Jahr werde ich das wahrscheinlich anders sehen, denn dann ist Nepo ja schon über 2 Jahre alt, aber aktuell?

Ich habe in den letzten Tagen auch viele stolze Instagram und Pinterest Beiträge von Müttern gesehen und wie viel Arbeit sie sich machen und was sie alles kaufen und muss ehrlich sagen: Neee, nicht für mich. Ich kann Mütter verstehen, die da viel Arbeit und Geld reinstecken und sorry, es ist viel Geld. Wenn nur jedes Teil einen Euro kostet, dann macht das bei 24 Teilen 24 Euro. Hinzu kommt noch das Gestaltungsmaterial. Bei mir kosteten letztes Jahr allein die Tüten (immerhin die Nummern waren dabei) 16 Euro, dann noch die Inhalte, da waren wir locker über 50 Euro. Über 50 Euro für einen Adventskalender! Da kann ich ja in meinem geliebten Café Glanz über 20 Mal Mittagessen und habe danach nicht 24 neue Teile in der Wohnung rumfliegen.

Ich liebe meinen Sohn und ich freue mich wahnsinnig auf Weihnachten mit ihm, aber er ist eben erst 15 Monate und hat im Moment wohl dringendere Bedürfnisse, als das tägliche Türchen öffnen.

Ein weiterer Faktor ist, dass mein Freund und ich ab 1. Dezember die Paleo Challenge machen wollen. Okay, bin jetzt wirklich kein Veganer mehr, aber im Moment finde ich Getreide schlimmer als unbearbeitetes Biofleisch. Und neben der Challenge möchte ich mich mehr um meinen Blog kümmern und diese Zeit- und Launefresser Facebook, Instagram oder Twitter einfach mal ausblenden. Für 30 Tage möchte ich nur auf meinem Blog schreiben und andere Minimalismus Blogs anschauen.

Ja, ich muss jetzt wieder einiges geregelt kriegen im Leben, auch wenn die Vorweihnachtszeit so überhaupt nicht die passende Zeit ist. Aber irgendwas ist eben immer. 🙂

 

16Nov/15

Tierpark, Thalia und TÜV: Unsere Konsumwoche im Rückblick

Schon wieder liegt eine Woche Konsumauszeit hinter uns. Es war für mich eine anstrengende Woche, was nicht am Konsumverzicht liegt, sondern der damit entstehenden Zeit für Gedanken und der Überlegung, was wir nun mit unserer Zeit anfangen. Zudem muss ich leider sagen, dass mir das Wetter dank meiner Hochsensibilität zu schaffen macht. Es ist einfach zu warm, denn ich bin gedanklich im November. Mein Körper ist auf mieses Wetter, Dauerregen und kalte Temperaturen eingestellt. Ich wünsche mir seit Tagen, dass es endlich November wird, damit ich mal mit dem Kleinen zuhause bleiben kann, Plätzchen backe oder mit ihm seine Stifte ausprobiere, die er geschenkt bekommen hat. Und was ist: Jeden Tag Sonne, jeden Tag die Pflicht nach draußen zu gehen, jeden Tag Kopfschmerzen, jeden Tag Unwohlsein, Hitzewallung und eine Niedergeschlagenheit, die ich sonst nur im Hochsommer kenne.

Ja, ich bin ein Herbst- und Wintermensch. Ich brauche nicht viel Sonne um glücklich zu sein. Ich arbeite am effizientesten, wenn es draußen regnet und ich drinnen Klassikradio hören kann. Wenn ich mir tagsüber Kerzen anzünden kann und lecker Chai trinke, dann bin ich glücklich. Das aktuelle Wetter ist wirklich anstrengend für mich, obwohl ich auch gern mit Nepo an der frischen Luft bin.

Doch kommen wir jetzt zu unserer Woche im Rückblick:

Montag – der Tag im Tierpark

Den Montag haben Nepo und ich fast nur an der frischen Luft verbracht. Ich habe mir im Mai eine Jahreskarte für den Tierpark Hellabrunn geholt und da das Wetter so schön war, sind wir zum Zoo gelaufen, haben dort ein paar wunderschöne Stunden verbracht und sind dann wieder zurückgelaufen. Der Weg führt von uns direkt an der Isar entlang bis nach Thalkirchen zum Zoo. Da der Kleine oft laufen wollte, hat allein der Hinweg ca. 2 Stunden gedauert, aber das ist auch egal, wenn man in Elternzeit ist. Im Zoo fand er dann allerdings nur die Wölfe, Bisons und Wildpferde spannend. Während er den Strauß bestaunt hat, konnte ich ihn füttern. Affen, Erdmännchen und Giraffen fand er hingegen eher langweilig und lief lieber einem Vater und seiner Tochter hinterher oder erfreute sich am umher fliegendem Laub.

Nachdem er dann in seinen Mittagsschlaf gefallen war, ich den kompletten Zoo durchquert hatte, ging es zurück Richtung Haidhausen. Nachdem er wieder wach war, blieben wir noch auf zwei Spielplätzen und genossen die Ruhe und Einsamkeit. Ein Spielplatz nur für sich allein zu haben, ist ein Segen für mich, die keine Lust auf Konversation mit anderen Müttern hat.

Es war ein toller Tag und es war der erste Tag seit vielen Wochen und Monaten an dem ich gar kein Geld ausgegeben habe. Morgens hatte ich das ganze Essen und Trinken für den Tag vorbereitet und so mussten wir unterwegs nichts kaufen. Auch ein Coffee to go reizte mich an dem Tag nicht. Ich wollte irgendwie mit keinem Menschen was zu tun haben, auch nicht, wenn es nur der Kontakt im Rahmen des Bezahlvorgangs gewesen wäre.

Dienstag

Am Dienstag fing der Tag wieder mit einem Ausflug über den Markt am Weißenburger Platz an, hin zur offenen Kinderbetreuung im Café Glanz. Dort fühle ich mich wohl, kann der Betreuerin meine Sorgen und Bedenken bei Nepos Verhalten und habe das Gefühl, dass ich hier auch Hilfe bekomme bzw. kann mit den Tipps auch etwas anfangen. Aktuell ist es bei uns so, dass Nepo keinen Bock auf Baden oder sonstigen Kontakt mit Wasser hat. Er schreit, wenn ich nur die Wanne hole oder mit dem Waschlappen auf ihn zukomme. Seit zwei Wochen gibt es bei uns nur noch Katzenwäsche oder gar kein Wasser. Aber was ist schon die Waschverweigerung, gegen den seit kurzem wieder täglichem Kampf des „Zu Bett Gehens“. Naja, gehört jetzt hier nicht hin, darum geht es weiter mit unserem Dienstag.

Da ich jetzt wieder gern gesund essen möchte, waren wir fleißig Obst und Gemüse im Biomarkt kaufen. Dabei musste ich leider feststellen, dass meine EC-Karte, die ich erst Ende 2014 erhalten habe, nicht mehr richtig funktioniert. Geld abheben ging nicht, mit Karte zahlen funktionierte auch erst beim 4. Anlauf mit PIN. Mir sind solche Situationen immer sehr unangenehm, weil ich immer denke, dass die Leute der Meinung sind, ich hätte kein Geld, wäre zu doof oder sonst was. Also beschloss ich am nächsten Tag zur Bank zu gehen und mir eine neue Karte zu beantragen.

Mittwoch

Mittwoch ist immer Spiel- und Bewegraum angesagt. Das ist der entspannteste Kurs, den ich bisher mit Nepo besucht habe. Das die Mütter am Rand sitzen und die Kinder einfach machen lassen, ist für mich wie Erholung. Keiner spricht, alle beobachten und mir geht es gut.

Diesen Mittwoch war Nepo nicht so gut drauf, eigentlich ist er seit Tagen nicht gut drauf, motzt rum, jammert rum, erwartet von mir, dass ich ihm alles bringe, aufschraube und den Entertainer für ihn spiele. Ich habe gelinde gesagt dazu keine Lust, zumal ich bemerke, dass er Dinge nicht mehr macht, die er vorher gemacht hat. Wenn ich ihn ignoriere, fühle ich mich nicht gut, wenn ich nach seiner Pfeife tanze fühle ich mich allerdings auch nicht gut.

Aktuell ist alles anstrengend für mich und ich merke, dass meine Energiereserveren am Ende sind. Wenn er mal wieder ohne Ende jammert, frage ich mich, warum ich ihn nicht einfach in die Kinderkrippe „abschiebe“. Dann denke ich immer an die Erzieher, die ich da durch Haidhausen schleichen sehe und mir wird schlecht, bei dem Gedanken, dass sie mein Kind anraunzen. Also versuche ich den Tag für uns beide so angenehm wie möglich zu gestalten und hoffe, dass meine Energie irgendwann wieder zurück kommt.

Am Abend waren Nepo und ich noch beim Martinsumzug. Obwohl wir einen LED Laternenstab von einer Freundin geschenkt bekommen haben, sind wir ohne Laterne hingegangen. Nepo sitzt noch im Kinderwagen und ich habe nicht eingesehen extra eine Laterne zu kaufen. Nicht in der Zeit, in der ich so kritisch über Konsum nachdenke. Ich selbst muss sagen, dass ich dieses Schaulaufen von selbstgebastelten Lampen mit teilweise mehrfarbig blinkenden LEDs gelinde gesagt zum Kotzen fand. Auch den Vorsänger mit seinem Megafon fand ich total übertrieben. Ehrlich gesagt, haben die meisten, wie bei Weihnachten, nicht kapiert, worum es an diesem Tag eigentlich geht und worin sein Ursprung lag, denn der lag sicher nicht daran, dass irgendein Heiliger mit einer Einhorn-Laterne mit blinkendem LED durch die Gegend geeiert ist und das nachsang, was der Oberjogi mit dem Megaphon voran angibt.

Ich finde den Martinsumzug immer noch eine schöne Idee für Kinder und so sollte er auch gehalten werden. Ich würde nächstes Jahr mit Nepo gern eine minimal verzierte Lampe mit einer echten Kerze geben. Aber ich muss mich beugen, wenn ich nicht von den anderen Müttern als „verantwortungslos“ gesehen werden möchte. Selbst ich als hochsensible Mutter denke nicht, dass Nepo nachhaltig geschädigt wird, wenn ihm die Laterne abfackelt, weil er zu sehr gewackelt hat oder sie auf den Boden geschmissen hat. Nein, dass wäre nur ein klarer Fall von Aktion und Reaktion.

Donnerstag

Am Donnerstag hatte mein Freund frei und wir nutzten den Tag, um nach Augsburg zu fahren, damit sein Auto TÜV bekommt und die Wartung durchgeführt werden konnte. Der Weg aus München heraus war sehr zäh und wir brauchten eine Stunde um auf die Autobahn zu gelangen. Ich hatte Zeit genug, um in andere Autos reinzuschauen und es ist absurd, dass in jedem Auto nur eine Person sitzt. Viele verbinden mit dem Autos Flexibilität und stehen dann doch jeden Tag ewig lang im Stau und verschwenden ihre Zeit, denn was anderes ausser bremsen, Gas geben und eventuell telefonieren können sie ja nicht machen.

Nach ca. 1,45 h und einem Schreikampf von Nepo waren wir dann in Augsburg. Haben das Auto abgegeben und uns zum Frühstück mit den Großeltern getroffen. Danach sind wir noch durch die Altstadt geschlendert und zum Thalia, weil die Oma eine tolle Holzrutsche in der Kinderabteilung gesehen hat. Wir waren mindestens 30 Minuten in dem Laden und haben Nepo rutschen und sich in die Holzlok setzen lassen. Mein Freund hat mit seinem Vater gerettet, die Oma auf den Kleinen aufgepasst und ich bin an den Regalen entlang gegangen.

Und als ich da so vor den Regalen stand, fiel mir auf, dass ich mit meinem aktuellen Gedankenstand zum Thema Konsum nie, nie DAS richtige kaufen könnte. Schon an der Kasse würde ich bei einem Gesellschaftsspiel zweifeln, ob es wirklich das richtige ist, oder ob ich doch lieber ein anderes genommen hätte. Es gab so viele Spiele, Kinderbücher und Holzspielzeuge, dass ich komplett überstimuliert war. Ich wusste nicht, welches der fünf Bücher von „Meine ersten Tiere“ jetzt das richtige gewesen, welches der 20 „Gute Nachtgeschichten für Kleine“ am passendsten für Nepo wäre. Ich war schlichtweg überfordert, genervt und wirklich handlungsunfähig. Das schlimmste was jemand in diesem Moment gesagt hätte: Such dir was schönes aus, ich bezahle. Das wäre seit langem die hilfloseste Situation gewesen, in der ich mich befunden hätte. Das hat natürlich nichts mit dem Angebot bei Thalia oder mit dem Laden an sich zu tun, dass wäre mir in jedem anderen Laden auch so gegangen. Nein es liegt daran, dass mein Kopf seit der Konsumauszeit ständig arbeitet und ich ihn nicht einfach mit irgendeinem Kauf ruhig stellen kann. Das ist vielleicht auch der Grund warum ich ständig so müde und erschöpft bin. Ständig denke ich nach überlege und und und.

Mich haben die Erlebnisse in dem Laden und die ganzen Eindrücke so angestrengt, dass ich froh war, als wir in Richtung der Wohnung von den Großeltern aufbrachen. Wir entschieden uns wieder für die Straßenbahn. Leider fuhr gerade ein altes Modell ein und es war uns zu dritt nicht möglich den Kinderwagen in diese scheiß Bahn zu hieven. Ich war so genervt in dem Moment, wie es im Jahr 2015 in der Bundesrepublik Deutschland sein kann, dass Mütter mit ihren Kinderwägen und übrigens dann auch Rollstuhlfahrer nicht mit der Bahn fahren können, weil sie leider einen Kinderwagen haben, der ca. 1 cm zu breit ist und sie die 3 Stufen nicht hochheben konnten. So viel zum Thema: Früher war alles besser. Naja, die nächste Bahn konnten wir dann nutzen, liefen noch beim Bäcker vorbei und gingen dann zur Wohnung. In der Wohnung baute die Oma dann schnell alles für Nepo auf und er befasste sich wieder mit voller Leidenschaft mit Omas Wäschklammern, einer Schaufel und zwei Behältern in die er die Klammern schütten konnte. Der Kleine braucht nicht viel, um sich zu beschäftigen. Sodass wir in Ruhe Kaffee trinken konnten. Gegen 18 Uhr verabschiedeten wir uns und fuhren wieder nach München.

Freitag

Den Freitag hatte mein Freund auch noch frei und so gingen wir gemeinsam zum Kinderarzt, wo Nepo seine letzte, letzte Impfung erhielt. Vorher machten wir einen Stopp beim neu eröffneten Erbils, der den besten veganen Döner verkauft, den ich bisher gegessen habe. Nach dem Arzt liefen wir Richtung Isar durch den Englischen Garten am Chinesischen Turm vorbei in Richtung Leopoldstraße. Dort suchten wir den Laden „Kunst & Spiel“ auf. Eigentlich hätte ich Nepo gern etwas für die überstandene Impfserie gekauft, aber selbst bei dem unzähligen Holzspielzeug fand ich nichts, dass einen Kauf wert gewesen wäre. Sicher die Holzbanane für 7,90 Euro oder die Lauchzwiebeln aus Holz für 17,90 Euro wären toll gewesen, aber ich sehnte mich plötzlich nach einem Flohmarkt auf dem man das gebraucht kaufen kann. Das Gefühl hat, ein anderes Kind hatte damit schon Freude und gibt es nun an uns weiter.

Ihr seht, ich bin aktuell wirklich nicht in der Lage irgendwas zu kaufen, was nicht mit Lebensmitteln zu tun hat.

Danach gingen wir noch etwas durch Schwabing spazieren und gönnten uns einen wirklich leckeren Blaubeerkuchen in der Kuchenwerkstatt. Gleichzeitig merkten wir, dass wir überhaupt nicht kompatibel mit dem Stadtteil Schwabing waren und uns nur in Haidhausen, dass ja leicht öko ist, wohl fühlten.

Bevor wir in die Stadt liefen, machten wir übrigens noch einen Abstecher in die Bibliothek, wo ich mein bestelltes Buch über „Hochsensible Mütter“ abholte. Der Luxus hat mich 1,25 Euro gekostet, aber die Tatsache, dass ich mir Bücher aus anderen Bibliotheken der Stadt aussuchen kann und sie nicht mal einen Tag später bei mir ums Eck abholen kann, finde ich noch praktischer als Amazon. Ausserdem gebe ich die Bücher ja wieder ab und sie belasten mich nicht durch ihre bloße Anwesenheit.

Zurück zu unserem Freitag: Nach dem Kuchen liefen wir über die Ludwigstraße, den Odeonsplatz und die Maximilianstraße zurück nach Hause. Ohne irgendwas gekauft zu haben, denn die Ausgaben hatten wir nur beim Essen und der Bibliothek.

Samstag

Den Samstagvormittag verbrachten wir mit einkaufen. Wir überlegten uns zuhause, was wir kochen wollten, schrieben einen Einkaufszettel und den arbeiteten wir ab – ohne irgendwas anderes zu kaufen. Uns beiden fiel das nicht schwer, weil wir so mit unseren Rezepten beschäftigt waren, dass wir wohl einen Tunnelblick hatten.

Am Nachmittag trafen wir dann noch eine Freundin auf einen Kaffee und ein Tiramisu. Anschließend spazierten wir mit ihr noch an der Isar entlang und liefen dann wieder nach Hause. Ich habe mir zuhause dann abends noch Paleo Pancakes gemacht und bin um 19:00 Uhr ins Bett gegangen.

In dieser Woche sind wir oft früh ins Bett gegangen, weil Nepo immer nicht schlafen wollte und wir ihn quasi in den Schlaf flankiert haben. Eine sehr, sehr unbefriedigende Situation für mich bzw. für uns beide.

Sonntag

Den Sonntag beschlossen wir nichts zu machen. Ich habe gewischt und Wäsche gewaschen, wir beiden haben gekocht und Zeit mit Nepo verbracht. Ich habe viel in dem ausgeliehenem Buch gelesen und noch mehr über mich und mein Leben nachgedacht.

Und so verging der Sonntag ohne besondere Ereignisse. Und nun sitze ich hier am Montag am Rechner statt im Fitnessstudio. Die Sonne geht auf und ich geniesse einfach die Ruhe, die ich jetzt noch habe, wenn beide schlafen.

In diesem Sinne: Einen wunderschönen Start in die Woche 🙂

Alles Liebe

Mareike

09Nov/15

Konsumauszeit: Meine Woche im Rückblick

Nach einem wundervollen, sonnigen und ungewohnt warmen Sonntag an der frischen Luft, ist es nun Zeit die Woche nochmal Revue passieren zu lassen.

Wie erging es mir in dieser Woche?

Vielleicht liegt es an der vielen frischen Luft, aber ich muss sagen, mir erging es diese Woche sehr, sehr gut. Okay, es gab den schlimmen Start mit dem defekten iPhone 6 und dann zur Mitte der Woche einen kaputten Wintermantel und eine gebrochene Schublade, aber das waren die schlimmsten Sachen an die ich mich erinnern kann. Dafür habe ich einen wunderbaren Indoor Spielplatz kennengelernt, war am Freitag mit Mann und Kind auf der Kochbuch Vernissage im Café Glanz, gestern zu Besuch bei einer lieben Freundin, die vor wenigen Wochen ihr zweites Kind auf die Welt gebracht hat und heute haben wir endlich die Hermannsdorfer Landwerkstätten besucht und einen wundervollen Rundgang um das naheliegende Glonn gemacht.

Alles in allem hatte ich eine wundervolle Woche. Sicher gab es einige Situationen, wo ich ohne die Challenge unnötig Geld ausgegeben hätte, aber einen Verzicht habe ich rein gar nicht gemerkt. Im Gegenteil: Ich denke über viele Sachen jetzt viel intensiver nach und lache über mich, dass ich noch vor wenigen Monaten geweint hätte, wenn mir der Mitarbeiter der Phoneklinik gesagt hätte, dass mein iPhone irreparabel ist. Jetzt ist es mir fast schon egal und ich lebe mit meinem, um viele Apps abgespeckten iPhone 5.

Ich bin zufriedener geworden und merke, dass ich in Summe entspannter bin, wenn ich wirklich nur das kaufe, was wir auch benötigen und nicht noch hier und da was mit in den Wagen packe. Ich schaue auch gerade in keine Schaufenster, dafür umso mehr in die Gesichter der Leute die um mich herum sind und das sind in München doch so einige. Während ich früher mit tausenden Themen beschäftigt war und selbst mit Nepo einen Tunnelblick habe, bin ich jetzt gelassener und nehme mein Umfeld viel intensiver war.

Was nehme ich aus dieser Woche mit?

Gerade die Glücksmomente im Indoor Spielplatz, dem abendlichen Spaziergang oder vom Besuch der Hermannsdorfer Landwerkstätten haben mir deutlich gemacht, dass es keiner großen Dinge bedarf, um glücklich zu sein.

Das Konsum nicht glücklich macht, weiß ich nun schon eine Weile. Das ich aber so viel entspannter bin, wenn ich einfach nur geniesse ohne den Zwang jetzt in einen Laden zu gehen, um irgendwas zu kaufen, hätte ich nicht gedacht.

Die vergangene Woche hat mir gezeigt, dass auch Konsum nur eine Routine ist. Wir gehen am Samstag in die Stadt oder zu IKEA shoppen, weil wir es schon seit Ewigkeiten so machen. Wir gehen jedes Mal irgendwas kaufen, weil wir gerade in der Stadt sind oder kaufen in Läden mehr, als wir brauchen, weil wir es eben immer schon so gemacht haben und es uns mit Verlaub auch leisten können. Dank der Billiganbieter und 1-Euro-Shops tut der Kauf auch nicht mehr weh, weil es ja nur ein paar Euro sind, die wir ausgeben. Auch ich war die Woche bei Tchibo, bei dm, bei Butlers oder bei Tengelmann und natürlich ist die Verlockung groß, aber wenn man sich etwas Zeit nimmt, an die Challenge denkt und sich ehrlich fragt: Brauche ich dieses Produkt wirklich? Dann glaube ich, dass viele sagen würden: Ähm, nein. Manche kaufen es trotzdem und manche kaufen es nicht. Ich bin bis auf den dm bei allen Läden wieder rausgegangen, ohne was zu kaufen, weil ich entweder nur schauen wollte oder nicht das gefunden habe, was ich gesucht habe. Bei dm nahm ich auch nur die Produkte mit, die wir wirklich brauchten, weil sie alle waren.

Oja, wir stecken in so vielen Gewohnheitsschleifen drinnen, dass man sich echt als Freak vorkommt, wenn man da aussteigen möchte. Das fängt beim Essen und dem Konsum an, geht über das Verharren in nicht erfüllenden Beziehungen, über das übernehmen gängiger Erziehungsmethoden bis hin zum endlosen Fernseh- und Internetkonsum.

Und so wie ich schief angeschaut wurde, als ich Anfang des Jahres die Vegan For Fit Challenge gemacht habe, so komisch denken wahrscheinlich die Leute jetzt über mich, wenn ich sage, dass ich eine Konsumauszeit nehme. Wobei ich sagen muss, dass es den Leuten leichter fällt, wenn ich ihnen erzähle, dass ich mich vegan ernähre, als wenn ich ihnen erzähle, dass ich nun einen Monat kein nutzlosen Konsum unterstützen möchte. Bei vielen Menschen ist das sicher ein „First World Problem“. Hier kann ich aber nur aufgrund meines Voluntär-Aufenthalts in Kathmandu sagen: Nein, das was die Masse macht, ist ein „First World Problem“. Das Streben nach billigstem Essen, billigster Kleider, billigstem Spielzeug. Das Wegschmeißen von guten Lebensmitteln und die gesamte „Wegschmeiß-Mentalität“.

Die Menschen die denken dass diese Lebensweise „State of the Art“ ist, vergessen, dass sie unseren Kindern die Zukunft rauben. Doch es geht nicht nur um die Zukunft, sondern auch um die Gegenwart. Wir sind nicht umweltbewusster oder nachhaltiger. Nein, wir exportieren die Umweltverschmutzung, die miesen Arbeitsbedingungen und den Raub natürlicher Ressourcen nur in die zweite und dritte Welt. Mit jedem Kauf bei H&M, Primark oder der Billigstwurst von Wiesenhof sagen wir: Okay, i don’t fucking care! Ist mir egal, was irgendwo auf der Welt passiert. Hauptsache mir geht es gut.

Ich glaube, dass es vielen überhaupt nicht gut geht und dass sie nicht verstanden haben, dass sie nicht als Individuum zählen, auch wenn das Regierungen, internationale Konzerne und vor allem die Werbeindustrie uns immer wieder glauben lässt. Nein, sie sind verdammt dazu zu konsumieren, zu arbeiten, zu konsumieren und wieder zu arbeiten. Sicher haben sie am Wochenende Zeit sich um ihr Hobby, ihren Mercedes oder um ihr Reihenhaus zu kümmern, aber ab Montag müssen sie wieder in ihre Rolle finden. Und manchmal sieht man sie, wenn sie wie wir, in die Berge gehen. Wenn sie aus ihrem SUV aussteigen, den Bugaboo zum Landgasthof schieben und mit der Louis Vuitton Tasche, der Pelzwester, der verspiegelten RayBan Sonnenbrille die frische Landluft geniessen und rauchend und ständig am Smartphone hängend den ganzen Freundeskreis darüber informieren, wie schön es doch auf dem Land ist.

Und wenn du dann zu denen gehörst, die dieses Treiben einfach nur beobachten, weil die iPhone 5 im Auto liegt, du selbst nicht rauchst und dein größtes Highlight das Urkornrisotto ist, dann weißt du, dass du zwar immer noch in der gleichen Schleife hängst, aber dich schon Richtung Ausgang bewegst.

Ja, bis ich bei mir oder bei uns von einem durchweg nachhaltigem Leben sprechen kann, werden noch viele Konsumauszeit Challenges vergehen, aber wir sind auf einem guten Weg und vor allem sind wir glücklich dabei.

In diesem Sinne: AMEN 🙂