Ich bin eine Mutter und ich bin eine Wettkampfsau!

Heute war wieder ein Babytreff und ich ärgere mich so über mich selbst und mein wirklich nerviges Verhalten.

Ich als Mutter nehme mir immer wieder vor, nicht über das Verhalten von anderen Müttern zu urteilen. Trotzdem beobachte ich doch gern andere Mütter, um zu sehen, wie sie mit ihren Kindern, die im gleichen Alter sind wie Nepomuk, agieren.

Immer wieder ertappe ich mich, dass ich die anderen Mütter gleich bewerte. Ich frage mich, warum die Mutter dies und das tut, obwohl es mir eigentlich egal sein sollte. Ich tue das ehrlich gesagt nicht, weil ich an das andere Kind denke, sondern weil ich mich leider immer wieder dazu verleitet sehe, Vergleiche zu ziehen. So sehr ich mich bemühe und ausblende, ich vergleiche mich immer mit anderen Müttern. Ich habe einmal eine Persönlichkeitsanalyse gemacht. Vor Jahren und eigentlich aus beruflichen Aspekten. Da kam heraus, dass ich gelinde gesagt eine Wettkampfsau bin. Ich konzentriere mich nicht nur auf meine Ziele und meinen Aufgaben, sondern schiele immer zu den anderen: Sind sie besser als ich? Haben sie Schwächen? Kann ich sie übertrumpfen?

Das ist ehrlich gesagt keine schöne Eigenschaft und macht mir in meiner Rolle als Mutter manchmal ganz schön zu schaffen. Ich versuche mich in Babytreffs auf mich zu konzentrieren und zu entspannen. Stattdessen screene ich andere Kinder, andere Mütter, das andere Verhalten. Ich hasse das und trotzdem kann ich es nicht abstellen.

Als Nepomuk noch der einzige war, der in seiner Gruppe gekrabbelt ist, war ich sehr entspannt und habe mich auch für die anderen Kinder interessiert. Aber jetzt, wo alle krabbeln, sich hochziehen und teilweise versuchen zu laufen, bin ich genervt. Genervt von der Kursleiterin, weil sie sich nur noch um bestimmte Kinder kümmert. Genervt von den Müttern, die immer betonen müssen, was ihre Kinder schon alles können und am meisten bin ich genervt von mir selber. Es ist absolut dämlich so zu denken, denn damit bin ich absolut keine gute Mutter. Was soll mein Sohn irgendwann von mir denken?

Vielleicht sind die Babytreffs, wo Mütter versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen, nichts für mich, weil ich dann so unter Druck gerade. Ich freue mich schon auf morgen. Da haben wir endlich wieder den Pikler Kurs und der läuft eben so ab, dass alle Mütter am Rand sitzen und einfach die Kresse halten. Nepomuk ist dort mit Abstand der Jüngste und es macht mir merkwürdigerweise gar nichts aus, dass andere Babys im Alter von 16 Monaten durch die Gegend flitzen. Auch finde ich, dass die Kursleiterin allen sechs Babys gleiche Aufmerksamkeit schenkt, weil eben keine laute Mutter ständig irgendwas kommentieren muss oder sich zwischen die Babys quetscht.

Ach, bis zu einer, gegenüber anderen Müttern, entspannte Mutter, ist es für mich noch so ein langer Weg. Ich wünschte ich wäre da schon befreiter.

Wie habt ihr das Muttersein am Anfang erlebt? Habt ihr euch und eure Kinder auch verglichen und hört das irgendwann auf?

One thought on “Ich bin eine Mutter und ich bin eine Wettkampfsau!

  1. Hi Mareike,
    das ist wirklich eine Gute Frage.
    Ich erwische mich heute noch dabei das ich meine erwachsenen Mädels mit anderen Mädels die mit ihnen aufgewachsen sind vergleiche 🙁
    absolut blödsinnig und das weiß ich auch aber ich denke das liegt einfach in der Natur einer Mama, das sie möchte das ihre Kinder die besten sind unter allen Kindern.
    Macht dir nicht zu viele Gedanken darüber das ist ein ganz normales Verhalten 🙂
    Es wird auch entspannter im Laufe der Zeit weil du selber entspannter wirst je mehr du siehst wie gut dein Kleiner Mann sich entwickelt 🙂
    Noch ist für dich ja alles Neu und da schielt man ziemlich nervös auf alles und jeden.

    Liebe Grüße
    Aurelia

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