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30Jan/16

Minimalismus: Die hobbylose Mutti

Nach dem wir heute auf einem tollen Kindergeburtstag waren, sitze ich hier auf dem Sofa und führe mit meinem Freund eine Unterhaltung, wie wir sie schon so oft geführt haben. Wieder einmal dreht sich alles um Hobbys bzw. in unserem Fall um die Unfähigkeit ein Hobby zu besitzen. Wobei ich hier schon mal sagen muss, dass für mich joggen oder „ins Fitnessstudio gehen“ keine Hobbys sind.

Der Minimalismus legt das Fehlen von Hobbys offen

Das mir ein Hobby fehlt, wurde mir eigentlich erst im Herbst 2015 bewusst. Nämlich genau an dem Abend, an dem wir das erste Mal in unserem leeren Wohnzimmer saßen. Die Bücherregale waren im Keller und mit dem Gefühl der Ruhe kam die Frage nach einer abendlichen Beschäftigung aus. Ich weiß nicht, warum mir das früher nicht aufgefallen ist, vielleicht hatte ich immer das Wissen, wenn mir langweilig ist, könnte ich ja ein Buch lesen. Aber als dann alle Bücher im Keller waren, wusste ich ehrlich gesagt nichts mit mir anzufangen.

Wenn man eine volle Wohnung hat, dann lenkt das schon mal von vielem ab, besonders von der Notwendigkeit sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wir haben das letzte Jahr viel hin und her geräumt und viel über Minimalismus gesprochen. Doch jetzt, wo wir uns an unsere aufgeräumte (nicht saubere) Wohnung gewöhnt haben, wird mir doch immer bewusster, wie sehr mir ein Hobby fehlt.

Was bedeutet Hobby eigentlich?

Auf Wikipedia findet sich für Hobby folgende Definition:

„Ein Hobby …, auch Freizeitbeschäftigung … genannt,ist eine Tätigkeit, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig betreibt, die dem eigenen Lustgewinn oder der Entspannung dient und zum eigenen Selbstbild beiträgt. Ein Hobby ist kein Beruf und repräsentiert für den Ausübenden einen Teil seiner Identität. Der Begriff Hobby hat eine leichte Nähe zum Begriff Spiel. Als Hobby wird eine Tätigkeit indes nur bezeichnet, wenn man für diese Tätigkeit eine im Vergleich zu anderen Freizeitgestaltungen besondere Vorliebe hat und sie regelmäßig ausübt.“

Das spiegelt schon mal sehr gut das, was ich mir von einem Hobby erwarte. Aktuell kommen vielleicht meine regelmäßigen Besuche im Fitnessstudio oder mein abendliches Laufen in die Nähe eines Hobbys, aber so richtig glücklich bin ich damit nicht.

Ich selbst habe für mich folgende Kriterien bei der Hobbyfindung definiert:

  • Ich muss dieses Hobby offline ausführen können
  • Es muss eine Tätigkeit sein, die ich abends im Wohnzimmer ausführen kann und die mich ganz fesselt
  • Die Tätigkeit sollte weder mit meinem Beruf noch mit meiner Rolle als Mutter zu tun haben
  • Dieses Hobby sollte nicht aufwendig sein und wenig Ausgaben erfordern
  • Es sollte mir helfen abzuschalten und doch meine volle Konzentration erfordern
  • Es darf nicht im Widerspruch zu unserem gelebten Minimalismus stehen

Beachte ich nun diese Kriterien so fallen schon einige Hobbys wie Briefmarken sammeln, nähen oder töpfern weg. In den letzten Monaten, Wochen und Tagen habe ich mich auf drei Hobbys konzentriert von dem ich nun eines ausprobieren möchte:

Malen

Schon in der Schule habe ich sehr gern gemalt. Es half mir meine Kreativität zu verarbeiten, auf andere Gedanken zu kommen und in andere Welten abzutauchen. Auch später habe ich hin und wieder den Pinsel auf die Leinwand gebracht. Und auch wenn ich noch unzählige leere Leinwände im Keller habe, so würde ich das Malen erstmal hinten anstellen.

Wir leben aktuell in einer Zwei-Zimmer-Wohnung wo jeder Raum wertvoll ist. Zudem bewegt sich unser Sohn frei in allen Zimmern umher. Für mich ergibt sich also das Problem, dass ich keinen Ort für mich schaffen kann, an dem ich meine Lust am Malen ausleben kann. Wenn ich also abends meinem Hobby fröhnen möchte, dann habe ich keine Lust erst alles herzuräumen und noch weniger Lust später alles wieder wegzuräumen. Das schnelle und sichere Verstauen von Acrylfarben, Pinseln oder Leinwänden ist aber bei einem 1,5-jährigem Kind aus meiner Sicht dringend erforderlich.

Für das Hobby Malen fehlt mir also schlichtweg ein Raum oder zumindest Stauraum, wo ich alles aufbewahren kann und trotzdem schnell griffbereit habe.

Puzzlen

Mein Freund und ich haben das Puzzle wieder entdeckt. Es mag sich vielleicht spießig oder langweilig anhören, aber ich finde gerade beim puzzlen kann man wirklich gut abschalten.

Da jeder von uns gerne puzzelt bräuchten wir aber schon mal mindestens zwei Puzzle. Zudem wissen wir nicht, was wir danach damit machen sollen, denn aufhängen wollen wir es auf keinen Fall und im Keller aufbewahren wäre aus Minimalismussicht auch nicht korrekt.

Zudem müssten wir auch das Puzzle immer abends herräumen und später wieder wegräumen, um zu verhindern, dass Nepo sich das Puzzle schnappt.

Malbuch für Erwachsene

Das klingt jetzt vielleicht noch altmodischer als ein Puzzle, aber ich habe jetzt nach langem überlegen und intensiver Recherche beschlossen, dass ich es mal mit einem Malbuch für Erwachsene ausprobiere. Die Bilder erinnern mich an Mantras, weshalb ich den,e, dass ich mich sehr gut entspannen kann.

Zudem ist so ein Buch mit den dazugehörigen Buntstiften schnell aus dem Schrank geholt und genauso schnell wieder verstaut.

Ich habe mir gestern ein Buch und eine Packung Buntstifte bei Amazon bestellt und bin schon gespannt wie ein Schnitzel, was da im Laufe der nächsten Woche so geliefert wird.

Ich hoffe sehr, dass mir so ein Mantra Malbuch genug Abstand zum Tag beschert und ich mich beim Ausmalen der Felder entspannen kann. Natürlich denke ich auch daran, dass ich endlich abends von meinem Rechner und noch mehr von meinem iPhone wegkomme.

Ich denke nächstes Wochenende kann ich dann schon sagen, welche Erfahrung ich mit dem Buch gemacht habe und ob ich das Gefühl habe, hier ein neues leidenschaftliches Hobby zu entdecken.

Jetzt würde mich aber noch interessieren, wie ihr das mit euren Hobbys handhabt. Habt ihr welche und wenn ja, wie schafft ihr es zeitlich diese in regelmäßigen Abschnitten zu geniessen?

So, jetzt werde ich langsam mal mein Bett aufsuchen und wünsche euch eine wundervolle Nacht

Alles Liebe

Mareike

 

16Feb/15

Blogparade: Zeigt her eure Hobbys!

In ihrem wunderbaren Blog hat Frau Chamailion die H-Frage gestellt. Und mit H-Frage meine ich auch was aussergewöhnliches für Mütter: Die Frage nach unseren Hobbys. Für mich als Mutter eines sechs Monate alten, sehr pflegeleichten Jungen hat sich im Vergleich zu früher doch einiges geändert und erstaunlicherweise sind es mehr Hobbys als früher. Das liegt nicht daran, dass mir jetzt langweilig ist oder der Tag plötzlich 48 Stunden hat, sondern daran, dass ich jetzt mein Leben besser plane.  Zudem vertrete ich die Einstellung ES IST NIE EINE FRAGE DER ZEIT, SONDERN IMMER EINE FRAGE DER PRIORITÄT.

Wenn ich kaum Zeit für meinen Blog finde, dann liegt das daran, dass mir andere Sachen einfach wichtiger sind und ich meine Prioritäten eben dorthin verlagere. Denn auch wenn wir Mütter es manchmal kaum glauben, auch unser Tag hat nur 24 Stunden und die will man ja möglichst mit Sachen füllen, die einem Spaß machen.

Hobby #1: Sport im Allgemeinen. Laufen, Zirkeltraining, Yoga & Pilates im Speziellen

Obwohl Laufen schon seit 2000 meine Passion ist, habe ich es mal mehr oder weniger intensiv verfolgt. Besonders die letzten zwei Jahre ist das Laufen quasi eingeschlafen. In der Schwangerschaft habe ich dann mit Walking (ohne Stöcke!) angefangen, damit ich nicht komplett auseinandergehe wie ein Hefekloß. Seit Anfang des Jahres gehe ich nun regelmäßig auf den Crosstrainer, denn so richtig Laufen funktioniert noch nicht. Ich denke das liegt nicht nur an der Geburt, sondern auch an den Spätfolgen des New York Marathons (ich, Hirsch). Auf dem Crosstrainer gefällt es mir sehr gut. Es ist warm, ich kann auf meinem Kindle lesen und habe das Gefühl etwas für meinen Körper zu tun.

Pilates SessionNeben dem Crosstrainer habe ich nun seit Anfang des Jahres auch das Zirkeltraining wieder für mich entdeckt. Es dauert keine 30 Minuten und macht wirklich Spaß. Für diese zwei Sportarten stelle ich mir fast jeden Morgen den Wecker auf 5:30 Uhr und gehe gegen 6:00 Uhr ins Fitness. Mir ist das sehr wichtig und darum finde ich auch die Zeit dafür.

Ganz neu seit diesem Jahr sind Pilates und Yoga. Beides wollte ich schon immer mal probieren, aber hatte nie die Gelegenheit. Da mein Fitnessstudio die Kurse zu Mama-freundlichen Zeiten, nämlich Mittwochabend und Samstag anbietet, kann ich mich da jetzt jederzeit körperlich betätigen.

Sport ist wohl das Hobby, dass ich sehr, sehr regelmäßig betreibe und im Gegensatz zu früher viel konsequenter in der Ausführung.

Hobby #2: Vegan kochen und Experimente in der Rohkost

Vegan For Fit - Zucchini LasagneSeit 01. Januar habe ich meine Ernährung umgestellt: Vom Allesesser auf vegan, von Lieferdienst auf selber kochen und muss sagen: Das ist sehr geil! Ich liebe es in der Küche zu stehen und tolle Rezepte auszuprobieren.Neben Büchern wie „Vegan For Fit“ oder „Raw Soul Food“ habe ich Instagram und Pinterest als tolle Rezeptplattform entdeckt. Seit ich mich vegan ernähre, habe ich das Gefühl noch nie so viele Optionen zu haben oder den Drang die ganzen Rezepte auszuprobieren.

Zudem habe ich mir vorgenommen Nepomuk ohne Gläschen satt zu bekommen. Das heißt auch regelmäßig und auf Vorrat kochen. Aktuell geht es noch, denn er verweigert den Löffel, aber bald wird Mutti nur noch für Nepomuk kochen – und dann auch Fleisch und Fisch. Vorkostet darf in diesen Fällen dann der Papa sein. 🙂

Hobby #3: Lesen

In der Schwangerschaft habe ich das Lesen wieder für mich entdeckt. Waren es früher Fachbücher oder Fachzeitschriften, sind es jetzt Bücher rund um die vegane Ernährung, Bücher die sich mit dem Zeitgeschehen befassen und natürlich auch Montessori Bücher und Literatur rund um die Entwicklung des Babys. Und wenn ich auf all das keine Lust habe, lese ich die Romane von Haruki Murakami und noch lieber von Ulli Olvedi. Würde hier gern auch auf ihre Bücher verlinken, aber Amazon ist mal wieder down.

Hobby #4: Reisen (leider am abklingen)

IMG_9209Früher bin ich wahnsinnig gern und spontan gereist: Nepal, China, Hongkong, USA, Griechenland, Italien … oh, ich war immer so gern unterwegs. Das ist natürlich mit einem Kind jetzt nicht mehr so einfach und schon gar nicht spontan möglich. Wir waren im November in New York und das war super easy mit dem Kleinen. Aber jeden zweiten Monat zu verreisen, wie früher, ist einfach nicht mehr drin. Wir überlegen nun den Sommerurlaub entweder im Wohnmobil in Schweden zu verbringen oder im Bayrischen Wald. Ich kann mich aktuell für beides begeistern und freu mich auch mal wieder auf Urlaub in Deutschland.

Ich freue mich jetzt aber schon auf den Frühling, denn in München haben wir die Berge vor der Tür und wandern ist fast noch schöner als reisen.

Hobby #5: Sinnloses surfen

Bei diesem Hobby hoffe ich immer noch, dass es sich irgendwann verzieht. Leider bin ich ein Mensch der sich so leicht ablenken lässt: Facebook hier, Instagram da, Pinterest und Twitter auch noch. Oft verschenke ich wertvolle Stunden indem ich einfach nur planlos durch verschieden Kanäle springe oder mich mit Nichtigkeiten wie Bild Online oder Promiflash beschäftige. Es interessiert mich nicht, aber irgendwie muss ich da doch immer hinschauen. Die Zeit sollte ich wirklich besser für meinen Blog nutzen, denn der hat hier eindeutig Priorität.

So, ich hoffe euch hat mein kleiner Einblick in meine Freizeit gefallen und werde mich jetzt mal durch die anderen Beiträge lesen.