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Welche Auswirkungen Fast Food auf Körper und Seele hat, musste ich selbst erfahren.

31Dez/14

Nach Vegan For Fit: Rückkehr zum Fast Food

Nachdem wir Anfang November aus New York zurückgekommen sind und ich die Folgen des Marathons überstanden hatte, habe ich die 30 Tage „Vegan For Fit“ Challenge für 20 Tage durchgezogen.

Nur 20 Tage, weil ich ehrlich gesagt beim Schlendern über den Weihnachtsmarkt schwach wurde: Bratwurst, Glühwein, Baumstriezel. Ich habe mir gesagt: „He, es ist die Vorweihnachtszeit, da kannst du es nochmal krachen lassen“. Außerdem wollte ich wissen, wie sich die Rückkehr zum ungesunden, fettigen und minderwertigen Fast Food auf meinen Körper auswirkt. Es war also ein Experiment, dass bis Ende Dezember gehen sollte.

Mein Wohlbefinden bei der Vegan For Fit Challenge

Bevor ich zu den Erkenntnissen dieses „Fress-Experiments“ komme, hier ein kurzer Rückblick zu meinen 20 Tagen ohne tierische Nahrungsmittel, ohne Weißmehl und ohne Zucker: Es ging mir super und ich konnte folgende Verbesserungen feststellen:

  • Ich fühlte mich fit und ausgeschlafen
  • Ich war gut gelaunt und ausgeglichen
  • Ich hatte keinen Schleim mehr in der Nase und im Hals
  • Ich war hochmotiviert und bin morgens um 6 Uhr ins Fitness gegangen
  • Meine Blähungen und Bauchschmerzen waren verschwunden
  • Ich habe einen langsamen Gewichtsverlust bemerkt
  • Ich hatte eine reinere und weichere Haut
  • Ich konnte locker meinen Sohn in seiner Babywanne in den 4. Stock tragen

Alles in allem fühlte ich mich gut und glücklich. Die vegane Ernährung fühlte sich so richtig und ausgewogen an. Ich hatte keinen Heißhunger auf Schokolade oder das Bedürfnis ständig irgendwas Süßes zu essen. Das änderte sich Anfang Dezember, als ich wieder in alte Ernährungsmuster zurückfiel.

Mein Befinden nach fast einem Monat Fast Food und Alkohol

Als ich Anfang Dezember, beflügelt von den Besuchen auf dem Weihnachtsmarkt, wieder zu einer „normalen“ und „bequemen“ Ernährung zurückkehrte, konnte ich einige Entwicklungen an und in meinem Körper feststellen, die mich zum Nachdenken brachten:

  • Ich fühle mich schlapp und träge
  • Ich bin dauermüde und trinke zu viel Kaffee
  • Ich bin schlecht drauf und leicht gereizt
  • Ich habe schnell zugenommen
  • Mein Immunsystem schwächelte und ich habe eine fette Erkältung bekommen
  • Meine Kopfschmerzen haben wieder stark zugenommen
  • Meinen Sohn in der Babywanne in den 4. Stock zu tragen war nun mühsam und ich schnaufe bei jeder Etage
  • Ich habe über Tage verteilt ein paar Glühwein getrunken und fühlte mich betrunken und schlecht

Es war natürlich eine große Menge von Burger, Pizza, Pommes, Bratwürsten, Stollen und Baumstriezl, aber trotzdem hat mich das Ergebnis doch schockiert. Eigentlich wollte ich diese Ernährung bis zum 31. Dezember durchziehen und mich damit würdig von der schlechten Ernährung verabschieden. Aber mein Körper hat dieses Essen nicht mehr verkraftet. Mir war nur noch schlecht, ich hatte Bauchschmerzen und Durchfall, gepaart mit Kopfschmerzen. Seit Weihnachten fahre ich die ungesunde Ernährung zurück und vermeide seit dem 26. Dezember Fleisch, Wurst und Milchprodukte. Seit Gestern versuche ich nun auch den Zucker und den Kaffee zu meiden, was mir aufgrund des Besuchs meiner Eltern mehr schlecht als recht gelungen ist.

Ab 1. Januar, also morgen, geht es dann los mit der veganen Ernährung. Damit ich von meinen Kilos runterkomme, werde ich zusätzlich noch auf Weißmehl und Zucker verzichten. Da ich aktuell wohl auch ein Kaffeeproblem habe, verzichte ich auch auf diesen und nehme stattdessen Matcha.

Ich habe seit Jahren einen inneren Kampf mit meiner Ernährung und hoffe doch sehr, dass ich es nun endlich gebacken bekomme, mich so zu ernähren, dass sich auch mein Körper wohlfühlt. Wünscht mir viel Glück und gutes Durchhaltevermögen. 🙂

26Dez/14

Fast Food als Lebenseinstellung

Ich bin Mama und möchte vegan leben, darum widme ich meinen ersten Blogbeitrag dem Fast Food. Das macht Sinn, wenn ich bedenke, dass ein nicht unerheblicher Teil meines Lebens mit folgenden drei Begriffen zusammengefasst werden kann: schnell, billig und dreckig. Damit meine ich jetzt keine sexuellen Vorlieben, sondern mein Leben und besonders meine Ernährung.

Burger in New YorkGerade die Jahre, die ich als Single verlebt habe, waren geprägt von starkem Fast Food Konsum. Nächte habe ich durchgefeiert, den Tag habe ich auf der Couch oder in einschlägigen Fast Food Restaurants verbracht. Zudem war ich Stammgast in der Pizzeria nebenan und habe dort immer einen Giant Burger mit 2 x Potato Wedges bestellt. Allein die Tatsache, dass ich in einer Pizzeria immer Burger bestellt habe, hätte mich nachdenklich stimmen sollen.

Besonders 2012 war ein herausragendes Jahr in Sachen „ungesunde Lebensweise“. Es war ein sehr arbeitsreiches Jahr mit einem hohen Kaffeekonsum. Um vom Job abzuschalten, war ich viel auf Parties unterwegs und dort wurde viel Alkohol getrunken. Um den Körper möglichst schnell wieder auf 0 Promille zu bekommen, war mir fettes und deftiges Essen sehr recht. Das gesündeste was mein Körper in dem Jahr gesehen hat, war Grüner Tee und Sushi. Es ist schon erstaunlich: Ich hatte Geld, um nach Hong Kong, Peking oder Macao zu fliegen oder Wochenenden in Berlin zu verbringen, aber Geld für Bio-Gemüse wollte ich nicht ausgeben.

Ich mochte mein Leben und 2012 war sicher kein Jahr indem ich weinend in der Ecke saß, doch als ich mir im März 2013 den Arm brach, merkte ich, dass ich so ein Leben nicht weiterführen möchte. So schnelllebig und toll alles ist, wenn es darauf ankommt, steht man doch alleine da. Das ich sehr taff bin, merkt man wohl auch an der Sache mit dem Arm. An einem Samstagmorgen habe ich mir bei Blitzeis den Arm gebrochen. Ich bin mit einem Taxi in die Notaufnahme gefahren und habe dort drei Stunden ohne Schmerzmittel gewartet. Am Sonntag habe ich in Gips online eine zweistündige Multiple-Choice-Prüfung absolviert um mein Zertifikat als Social Media Manager zu erhalten. Am Donnerstag darauf wurde ich operiert und wäre fast noch mit zum BarCamp Ruhr nach Essen geflogen.

Ich bin taff und mein Körper ist es auch. Die Schmerz- und Belastungsgrenze liegt wohl etwas höher, als bei anderen. Aber durch den Armbruch wurde mir bewusst, dass mein Körper nicht unendlich schädliche Sachen wie Alkohol, Zucker oder fettiges Essen kompensieren kann. Mir war klar, dass ich irgendwas ändern musste.

Party über den Dächern von München

Im März 2013 begann ich gerade meinen Job als Community Manager für eine Freizeit Community. Der Job war Off- und Online und wie für mich geschaffen, denn ein Großteil meiner Tätigkeit war: Events organisieren! Man könnte sagen: Saufen für den Job! Aber dem war nicht so. Sogar mir war bewusst, dass es auf Parties besser war, wenn der Community Manager nicht der ist, der immer wieder vom Barhocker fällt. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass man auch weggehen kann, wenn man nichts trinkt oder den Alkoholkonsum auf ein Minimum reduziert. Ich hatte immer noch genügend Gelegenheit Party zu machen, aber das nahm im Laufe des Jahres 2013 immer mehr ab.

Ein einschneidender Moment war sicher auch das Kennenlernen vom meinem Freund mit dem ich dann lieber wandern war oder auf der Couch, als immer nur Party zu machen. Er hat die Ruhe in mein Leben gebracht, auch weil er selbst keinen Alkohol getrunken hat. Auch der Umgang mit gesunden Nahrungsmitteln funktioniert jetzt ganz gut. Ich koche wahnsinnig gern und freue mich immer, wenn ich in der Küche für ihn kochen kann. Wenn mir das jemand vor zwei Jahren erzählt hätte, den hätte ich keines Blickes mehr gewürdigt.

Das wir uns zum Großteil gesünder ernähren, kam mit meiner Schwangerschaft im Januar 2014. Seit August sind wir stolze Eltern eines gesunden Jungen und versuchen unsere Ernährung, die immer noch nicht so toll ist, weiter zu optimieren.

Dunkin DonutsDoch gerade in der Schwangerschaft war der Verzicht auf Fast Food nicht wirklich möglich. Ich hatte immerzu Hunger auf Pommes, Käsespätzle oder Donuts. Ich wusste das es nicht gesund war, denn ich las überall, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung war. Aber wer gerade schwanger ist oder schon ein Kind hat, kann vielleicht nachvollziehen, wie stark der Körper sein Verlangen steuert. Erst gegen Ende der Schwangerschaft habe ich es geschafft gesund und zum Großteil vegan zu essen.

Auch nach der Geburt ist es mir nicht gelungen mich ausgewogen zu ernähren. Der Stress im Wochenbett, die Schlafdefizite und die Veränderung des Tagesablaufs haben mich komplett aus der Bahn geworfen. In dieser Zeit hielten mich Tiefkühlpizzen oder Fertigsuppen über Wasser.

Meine Ernährung ist aktuell so abwechslungsreich wie die Menüauswahl bei McDonald’s und es ist mir aufgrund der Vorbildfunktion gegenüber meinem Sohn absolut bewusst, dass ich so nicht weiterleben kann. Von gesundheitlichen und seelischen Einschränkungen mal ganz abgesehen.

Im Jahr 2014 habe ich meinen ersten Sohn zur Welt gebracht und bin drei Monate später den New York Marathon gelaufen. Ich denke, dass 2015 ein gutes Jahr wird um sich dauerhaft vom Fast Food zu verabschieden.