Ein schwieriges Wochenende liegt hinter uns

Ein graues Wochenende liegt hinter mir.

Ein graues Wochenende liegt hinter mir.

 

Es ist jetzt Montag, kurz nach 5 Uhr. Die Nacht war sehr durchwachsen und ich bin seit 3 Uhr wach. Mir geht es nicht gut, denn das Wochenende war wirklich schwierig und eines, dass man am liebsten aus dem Gedächtnis streichen möchte.

Nepos Backenzähne kommen

Als ich mit ihm am Freitag auf dem Spielplatz war, merkte ich, dass er komplett durchgefroren war. Alles an ihm war eiskalt. Also sind wir nach Hause, doch so richtig warm wurde er nicht. Generell war er den Tag eher verhalten, sehr auf mich fixiert, wollte nichts essen und hatte zu gar nichts Lust. Gegen Abend hin wurde es immer schlimmer. Sein Kopf glühte, er hatte 39,1 Grad Fieber und weinte.

Vor ein paar Tagen habe ich zufällig gesehen, dass er auf der einen Seite sowohl oben, als auch unten seine Backenzähne bekommt. Tja, und ich denke, dass hat uns jetzt am Wochenende erreicht. Da immer nur eine Wange rot war und er auch sonst keine Anzeichen einer Erkältung hatte, wusste ich, dass das Weinen, das Verweigern von fester Nahrung und das ständige Rumgenörgle nur an den Zähnen liegen kann.

Ich musste mir ehrlich gesagt jedes Mal, wenn er weinte vor Augen führen, dass er solche Schmerzen haben muss. Obwohl wir Zahnungsgel und Streukügelchen da haben, gab ich ihm nix davon. Allein als er mich mit der Paste ankommen sah, schrie er noch mehr und rannte fast gegen die Fensterbank.

Irgendwann meinte mein Freund, er bräuchte einfach seine Ruhe und ich solle ihn nicht immer fragen, ob er was essen möchte, ob er eine Milch haben möchte oder so. Für mich war das schwierig, denn ich wollte ihm zeigen, dass ich für ihn da bin. Gut, hat teilweise funktioniert und wir haben dann wie immer rumgealbert, er hat sich halb tot gelacht, doch dann war alles wieder vorbei.

Decke auf dem Kopf und blanke Nerven

Das er gestern Abend mit einem Bulldozer über mein Nervensystem gefahren ist, kann allerdings nicht nur an den Zähnen gelegen haben.

Im Grunde genommen haben wir die Wohnung übers Wochenende nicht verlassen. Ich war zwar joggen und auf dem Flohmarkt, aber Nepo war gar nicht draußen. Am Samstag wollte ich nicht, weil ich mir nicht sicher war, ob Nepo nicht doch eine Erkältung ausbrütet und gestern wollte der Mann nicht.

Ich muss zugeben, dass ich mich gestern Abend maßlos über mich selbst geärgert habe. Ich hätte Nepo tagsüber einfach in den Kinderwagen packen müssen und wir wären an die frische Luft gegangen. Ob es besser für seine Zähne gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber es hätte ihn auf jeden Fall abgelenkt.

Am Wochenende ist er so anstrengend wie die ganze Woche nicht. Da wir das zweite Wochenende in Folge zuhause hockten, kann es nur an der fehlenden frischen Luft liegen. Ich habe ihm gestern versprochen, dass wir, egal ob wir zu zweit oder zu dritt sind, ab sofort jedes Wochenende nach draußen gehen. Es ist egal, ob es nur eine Stunde ist oder im Rahmen einer Wanderung. Es ist egal, ob wir bei Regen ein Museum aufsuchen oder ein Indoor Spielplatz. Es ist wirklich egal, denn was zählt ist die Abwechslung.

Alles neu macht der Montag

Auch wenn das Wetter heute wieder trüb sein sollte, Nepo und ich gehen raus. Defacto ist es so, dass ich heute genau da stehe, wo ich letzten Montag stand. Nämlich bei der Erkenntnis, dass es draußen so viel schöner ist, als drinnen. Und was habe ich am Wochenende auf die Reihe bekommen? Nichts. Rein gar nichts.

Heute werden wir mit dem Papa das Haus verlassen, dann zur Post gehen und dann in die Stadt. Ja, so richtig Stadt – München Marienplatz und so. Da wo die Touristen sind. Ich brauche für Nepo Bodys und Socken und da lohnt immer ein Besuch bei Muji und H&M.

Heute nachmittag soll wieder ein strahlend blauer Himmel kommen. Vielleicht verbringen wir ihn wieder an der Isar. Ich werde auf jeden Fall einiges an Brezeln, Apfel-Bananen-Brei und gekochten Eiern mitnehmen. Es wäre doch gelacht, wenn wir zwei es nicht schaffen würden, einen schönen Tag zu verbringen.

Mama braucht Schonzeit

Das „nach draußen gehen“ ist auch sehr für mich gedacht. Ich muss zugeben, dass ich nach dem gestrigen Abend einfach fertig bin. Ich flippe innerlich beim kleinsten Schrei von Nepo aus. Als es besonders schlimm war, habe ich ihn einfach ins Wohnzimmer gebracht, aufs Sofa gesetzt und ihm gesagt, dass ich nicht mehr kann. Das ich nervlich am Ende bin und wirklich, wirklich keine Lust mehr auf das Genörgle habe.

Das mag für manche asozial klingen, aber ich habe keine Geduld. Das ist meine Baustelle als hochsensible Mutter. Ich schaffe es nicht frühzeitig meine Grenzen aufzuzeigen, sondern lasse mich immer mehr zurückdrängen und immer mehr an mich rankommen. Bis zu einem „point of no return“ und dann ist er da, der emotionale Vulkan und ich kann nur noch eins: Ausflippen, wimmern, die Hände über den Kopf pressen und vor mich hin flüstern, dass alles wieder gut wird. Oft funktioniert es, gestern nicht. Ich konnte einfach nicht mehr.

Die Nacht war hart, doch so langsam geht es mir besser. Ich werde gleich laufen gehen und Kraft für den Tag sammeln.

Euch wünsche ich ebenfalls einen guten Start in die Woche.

Alles Liebe

Mareike

4 thoughts on “Ein schwieriges Wochenende liegt hinter uns

  1. Liebe Mareike, was du beschreibst kommt mir sehr bekannt vor. Dieser Moment, in dem man beim kleinsten Meckern an die Decke geht und viel zu schnell und oft ungerechtfertigt genervt ist, weil die eigenen Nerven blank liegen. Da reagiere ich dann genauso wie du und habe gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, was die Sache echt nicht besser macht … Mutterschaft ist manchmal echt eine Herausforderung, aber wir packen das 😉

    Liebe Grüße,
    Jessi

    1. Liebe Jessi,

      es tut gut, zu wissen, dass ich nicht mit meinen Gefühlen, Ängsten und blanken Nerven allein bin. Du hast recht: Mutterschaft ist wirklich eine Herausforderung und ich denke auch, dass wir es schaffen. Heute ist Montag und ich versuche das Wochenende zu vergessen bzw. mich nicht mehr mit negativen Gedanken darüber zu befassen. War gerade laufen und mir geht es wirklich besser jetzt. Ich wünsche dir einen wunderschönen und entspannten Tag. Alles Liebe, Mareike

      1. Ich bin auch so, dass mir meine Jungs manchmal einfach zu viel werden. Ich liebe sie über alles, aber oft bin ich froh, wenn ich bei der Arbeit mal nicht Mama sein muss, sondern einfach eine selbständige, erwachsene Person. Auch sind beide sehr fordernd und teilweise auch einfach laut, weil sie es lieben herumzutoben. Ich war im Herbst für zwei Nächte ganz allein in einem Hotel hier in der Nähe, direkt an der Ostsee, inklusive Sauna und Schwimmbad. Das tat mir gut: ich habe ganz bewusst mal wieder ohne Unterbrechung mein Essen gegessen und fühlte mich dabei überhaupt nicht einsam, sondern genoss die Stille. Geschlafen habe ich dennoch schlecht, weil ich von den beiden träumte und dass sie irgendwo runterfielen o.ä. ( diese Träume hatte ich aber zu der Zeit auch zu Hause, zumal ich bei jedem Huster von einem der beiden im Nebenraum wach werde). Letztlich hat mir die Auszeit aber gut getan und ich habe mir eigentlich vorgenommen, dies halbjährlich zu wiederholen. Bisher habe ich es noch nicht geschafft und vor dem Herbst wird es wohl auch nichts mehr. Das Auftanken und das Wissen darum, dass dies mir selbst guttut und ich es wiederholen kann, helfen mir aber auch so schon. Vielleicht magst du ja auch einfach mal eine Nacht Auszeit ausprobieren.

  2. Oje, das kommt mir so bekannt vor 🙁 obwohl es schon 24 Jahre her ist.
    Man hat echt das Gefühl man ist zu blöd dazu eine liebevolle Mama zu sein.
    Dabei ist es nur normal das man irgendwann einfach nicht mehr kann und beim kleinsten
    Laut an die Decke geht. Da hilft wirklich nur Auszeit und Kind dem Partner überholzen um für
    ne Stunde mal um den Block zu laufen und Kraft zu tanken.
    Wünsche euch das die Zähne schnell da sind und es dem Kleinen wieder gut geht.
    Viel Kraft für dich schicke ich auch noch rüber liebe Mareike 🙂
    LG
    Aurelia

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