Die Taufe von Nepomuk

Die Taufe von Nepomuk war der Höhepunkt einer dreitägigen Familienzusammenkunft und war uns erstes großes Ereignis als kleine Familie.

Nepomuks TaufeSchon am Freitag kamen meine Eltern, mein Bruder mit seiner Freundin und meine Schwester mit ihrem Mann. Da meine Eltern aus Leipzig, mein Bruder aus Rothenburg ob der Tauber und meine Schwester aus Berlin anreisten, war es natürlich für mich eine große Ehre alle abends zu bekochen und mit ihnen einen schönen Abend zu verbringen. Es war das erste Mal, dass mein Bruder meinen mittlerweile sieben Monate alten Sohn gesehen hat. Meine Schwester und meine Eltern sind dagegen quasi Stammgäste bei uns zuhause.

Als Neu-Veganerin gab es bei uns natürlich vegane Zucchini Lasagne, dazu Gemüsespieße mit selbstgemachte Barbecue Soße und einen rustikalen Bauernsalat mit Senfdressing (auch selbst gemacht). Für Nepomuk war das natürlich eine spannende Sache so viele Gesichter zu sehen. Besonders meinen Schwager, der ihn ja bisher nur einmal gesehen hat, hatte Nepomuk sofort in sein Herz geschlossen und ließ sich von ihm ständig rumtragen. Für mich war das sehr überraschend, denn Nepomuk ist Fremden gegenüber skeptisch. Gegen 22 Uhr war unser erstes gemeinsames Familientreffen dann vorbei.

Der Tag der Taufe

Nepomuks TaufeAm Samstag war es dann soweit: Um 6 Uhr klingelte der Wecker. Die Nacht war ohnehin sehr kurz, denn Nepomuk war noch total aufgedreht. Wir bereiteten noch einige Dinge vor, dann kamen gegen 8 Uhr meine Eltern. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es dann Richtung Kirche. Dort trafen wir auf die restliche Verwandtschaft. In Summe waren wir 24 Personen.

Um 11 Uhr ging der Gottesdienst los, da wir die einzige Taufgruppe waren, konnte sich der Pfarrer voll auf uns und den von uns gewählten Taufspruch konzentrieren. Wir hatten für Nepomuk den folgenden Taufspruch gewählt:

„Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest“

Damit auch wir als Taufgemeinde mit in den Gottesdienst einbezogen werden konnten, durften wir als Eltern eine Lesung halten. Nach der Taufe konnten dann die Großeltern ihre Fürbitten äußern. Nepomuk selbst hat sowohl den Gottesdienst, als auch die eigentliche Taufe souverän gemeistert.

Nach 45 Minuten war der Gottesdienst vorbei und für uns ging es zum Essen in den „Zamendorfer Hof“. Wir hatten das Restaurant gewählt, weil es mit dem Auto gut erreichbar ist, tolles Essen hat und einen superschönen Wintergarten. Dort wurden wir schon erwartet und zuvorkommend bedient. Für mich gab es Reisbratlinge mit Rote-Bete-Apfel-Salat, denn das Restaurant verfügt über ein spezielles veganes Angebot, dass wöchentlich wechselt.

Nepomuk wanderte während des Essen von einem Verwandten zum nächsten. Am längsten blieb er bei meinem Schwager, der ihn von einer Rhabarbersaftschorle kosten ließ und ihm dazu auch noch eine Laugenbrezel zum lutschen gab. Naja, Nepomuk hat es gut vertragen und ich war für eine Mutter auch sehr entspannt. 🙂

Nach ca. 1,5 Stunden waren wir mit dem Essen fertig und fuhren zu uns in die Wohnung.

25 Personen auf 66 qm

IMG_2818Unsere Wohnung liegt mitten in Haidhausen in der Kirchenstraße und mit dem Auto nur 10 Minuten vom Restaurant entfernt. Wir dachten, dass wir den anderen gegenüber einen Vorsprung hätten, weil wir aufgrund unserer Tiefgarage keinen Parkplatz suchen mussten, doch genau an diesem Tag muss ein Vollidiot direkt vor der Einfahrt parken. Somit kamen wir nicht in die Tiefgarage. Nach langem Hupen und hin und her bin ich dann mit meinen Eltern einmal um den ganzen Gebäudekomplex gelaufen, um dann die Ausfahrt von innen zu öffnen, damit mein Freund über die Ausfahrt reinfahren konnte.

Natürlich war der Großteil der Leute schon da. Für mich nicht schlimm, da meine Eltern die Funktion des Türöffners übernommen hatten und schon fleißig die Leute versorgten.

Unsere Verwandtschaft :-)Unsere Wohnung liegt im 4. OG ist eine schnucklige Dachgeschosswohnung und konnte an diesem Tag ihre Kapazität unter Beweis stellen. Wir hatten 25 Personen zu Besuch, um mit ihnen noch auf die Taufe anzustoßen und bei leckerem Kuchen zusammenzusitzen. Meine Eltern hatten glücklicherweise schon zwei Kuchen vorbereitet, darunter eine Tauftorte für ihren Enkel. Mit meinen veganen Kuchen waren es somit vier. Da unser Haushalt über eine begrenzte Anzahl von Geschirr verfügt, gab es den Kuchen auf Papptellern und den Sekt aus Einwegsektgläsern. Meine Bedenken, ob das nicht vielleicht etwas billig ist, haben sich erledigt, da sowieso alle standen und es etwas von Flying Buffet hatte. 🙂

Nepomuk war mitten im Getümmel und ließ sich anstandslos von Onkel zu Tante oder von Oma zu Opa reichen. Er war sichtlich angetan und quietschte vor Freude, auch wenn er von Mama und Papa an diesem Nachmittag nicht viel sah. Ich bewundere ihn dafür, denn eigentlich hätte ich mehr Protest von ihm erwartet.

Gegen 16:30 Uhr sind dann die letzten Gäste gegangen und bei uns blieben noch meine Schwester mit ihrem Mann, meine Eltern und die Eltern von meinem Freund. Wir beschlossen zum Abschluss noch indisch essen zu gehen, um den Tag schön ausklingen zu lassen.

Nach einem sehr leckeren Abendessen hieß es dann für uns: Zeit fürs Bett. Nepomuk schlief schon in der Gaststätte ein und die Wege von uns Erwachsenen trennten sich auch bald.

Mein Freund und ich fielen todmüde, aber superglücklich ins Bett. Die Verwandtschaft hatte einen tollen Tag und wir freuten uns, dass alles so super geklappt hat. Das wichtigste war aber, dass Nepomuk seinen großen Tag sichtlich genossen hat und viel Freude mit den ganzen Erwachsenen hatte.

Der Tag danach

Geschenke der VerwandtschaftAm Sonntag hieß es dann für uns: 7 Uhr statt 6 Uhr aufstehen. Meine Eltern hatten sich zum Frühstück angekündigt, sodass wir die Zeit bis zu ihrem Eintreffen für das Auspacken der Geschenke nutzen konnte. Wir hatten uns im Vorfeld für eine Amazon Wunschliste entschieden. Das half den Verwandten, denn sie mussten sich nicht lange Gedanken machen und es half uns, denn nach der Erstausstattung kam jetzt ja nochmal eine ordentliche Ladung mit Kinderstuhl, Laufwagen oder Babygeschirr auf uns zu.

Fast alle Dinge der Wunschliste wurden gekauft und besonders die Stühle haben uns jetzt schon sehr geholfen, denn Nepomuk isst vorbildlich auf seinem neuen kleinen Stuhl. Letzte Woche hatte er noch die Eigenschaft das Essen überall zu verteilen, nur nicht in den Mund. Auf dem kleinen roten Stuhl mit integriertem Tisch lässt er sich füttern und ist seinen ganzen Brei auf – ohne zu murren. Das kann natürlich auch daran liegen, dass die ganze Familie am Sonntagmorgen fast applaudierend beim Füttern zugeschaut hat und er sich zurecht wie ein König gefühlt hat.

Nach dem Frühstück genossen wir alle die entspannende Wirkung eines Sonntag. Gegen Nachmittag kam meine Schwester nochmals vorbei um Nepomuk ein letztes Mal zu sehen. Als sie dann Richtung Berlin aufbrachen, nutzten meine Eltern und ich das schöne Wetter um mit Nepomuk noch spazieren zu gehen. Aus einer kleinen Runde wurden dann 2 Stunden, die der kleine größtenteils verschlafen hat. Abends gab es dann für ihn noch Kartoffel-Zucchini-Brei, den er ohne Murren und Kleckern gegessen hat. Ich bin so stolz auf ihn, wie er sich in den letzten Wochen entwickelt hat. Glücklich macht mich auch die Tatsache, dass er ständig lacht und vor Freude quietscht, wenn er durch unsere Wohnung krabbelt. Er ist für mich ein wahrer Engel auf Erden.

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