Die Taufe nimmt Form an

Schon vor der Geburt haben wir beschlossen, dass Nepomuk getauft werden soll. Es gab keinen bestimmten Grund, sondern war eher ein Bauchgefühl. Es klingt vielleicht doof, aber ich fühle mich besser und vollkommener, wenn der Kleine Gottes Segen hat. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht sehr gläubig bin und mein Leben auch nicht an der Bibel ausrichte, doch glaube ich, dass etwas existiert, dass weder wir noch irgendwelche Wissenschaftler erklären können. Schon oft im Leben hatte ich das Gefühl, dass Ehrgeiz und Fleiß allein einen nicht weiter bringen, sondern auch das richtige Timing und die richtigen Leute dazugehören.

Wir lassen Nepomuk in einer evangelischen Kirche taufen und entscheiden uns damit dafür, dass er die evangelisch-christlichen Werte vermittelt bekommt. Auch wenn der Papa katholisch ist, so finde ich die katholische Kirche weltfremd und selbstgefällig.

Am Montag hatten wir das Taufgespräch. Da es meine erste Taufe ist, wusste ich nicht so recht was auf mich zukommt. Natürlich habe ich im Internet recherchiert, aber das gibt einem ja noch nicht die Sicherheit der Erfahrung. Wir haben zwar noch über einen Monat Zeit, aber ich bin jemand, der zeitnah gern alles in trockenen Tüchern haben möchte.

Der Pfarrer der Nepomuk am 07. März taufen wird, ist nicht der Pfarrer, bei dem ich wieder in die Kirche eingetreten bin, sondern ein Kollege von ihm, den ich bisher noch nicht kannte. Alles in allem ist er ein netter Mann.

Vom Taufspruch und dem Ablauf der Taufe

Sonntag haben wir uns bereits auf einen Taufspruch geeinigt und uns für einen Top-Taufsprüche entschieden. Es ist quasi der Ben unter den Taufsprüchen, aber ich finde er passt wunderbar auf ein Baby und klingt nicht übermäßig christlich:

„Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“

(Psalm 91,11)

Generell wird die Taufe sehr familiär und nicht übermäßig zelebriert. Bisher ist Nepomuk der einzige, der am 07. März getauft wird, sodass der Pfarrer sich entschieden hat, dass wir in einem Stuhlkreis um das Taufbecken sitzen werden. Er will damit vermeiden, dass wir zu verloren im Kirchenschiff sitzen. Für mich ist das absolut in Ordnung, denn ich fände nichts schlimmer, als unnötiger Abstand und das Gefühl des „Verlorensein“.

Nepomuk wird nur einen Paten haben und das ist mein Bruder und damit sein Onkel. Meine Schwester wurde vom Pfarrer als Patin abgelehnt, da sie nicht in der Kirche ist. Ich kann nicht sagen, ob mein Bruder ein guter Pate wird, denn bisher hat er weder Nepomuk gesehen, noch sich großartig für ihn interessiert. Ich werde auf jeden Fall einfordern, dass er ihm zu seinem Geburtstag eine Karte schreibt. Das ist das mindeste, was ich von einem Paten verlangen kann.

Ich finde die Handhabe, dass nur Kirchenmitglieder Paten werden dürfen dumm, denn es gibt sicher einige Menschen, die als Paten besser gepasst hätten, aber leider nicht in der Kirche oder Mitglied in der katholischen Kirche sind.

Mein Bruder ist schon ganz aufgeregt, aber ich konnte ihn beruhigen. Während des Taufaktes werde ich Nepomuk auf dem Arm halten, da er sich dann etwas sicherer fühlt. Wobei ich glaube, dass es den Kleinen wohl nicht die Bohne juckt, ob da jetzt Wasser über den Kopf läuft oder nicht. Der Pfarrer hatte es ganz wichtig zu sagen, dass das Wasser im Taufbecken warm ist. Ich bin gespannt.

Wie jeder Täufling wird auch Nepomuk ein Taufkleid tragen. Dieses Taufkleid hat in unserer Familie Tradition, denn sowohl meine Schwester, als auch ich und mein Bruder wurden in diesem Kleid schon getauft. Meine Eltern sind mächtig stolz, dass ihr erster und bisher einziger Enkel diese Tradition fortsetzt.

Auch sonst laufen alle Vorbereitungen auf Hochtouren: Das Restaurant für das gemeinsame Mittagessen ist reserviert, die Taufkerze über Dawanda bestellt. Aus Spaß, ein teurer Spaß, habe ich individualisierte M&Ms drucken lassen. Auf der einen Linse ist das Foto von Nepomuk, auf der anderen das Taufdatum.

Im Nachgang zum Restaurantbesuch werden wir zuhause noch gemütlich Kaffee trinken. Meinen Vater, der leidenschaftlich gern Torten macht, habe ich schon für eine Torte beauftragt. Meine Mutter wird einen Kuchen backen und ich werde den Kokskuchen und das Tiramisu aus dem Buch „Rawsoulfood“ vorbereiten.

Ich freue mich schon auf die Taufe, denn es wird ein wirklich feierlicher Akt. Und ich denke es stört auch nicht, wenn Nepomuk dann schon sieben Monate alt sein wird.

Zur Verabschiedung hat uns der Pfarrer noch ein kleines Lämmlein mitgegeben, dass natürlich schon seinen Platz auf der Spielwiese gefunden hat.

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