Den Minimalismus in den Alltag holen

Über Minimalismus und den Willen dazu zu schreiben ist ja das eine. Den Minimalismus in den Alltag zu integrieren und schrittweise Ballast im Leben abzuwerfen, ist das andere. Mein Freund und ich sind begeistert vom Minimalismus, aber auch realistisch genug, um zu wissen, das man sowas nicht auf einmal umsetzen kann. Bekanntlich sind die Schnellschüsse ja häufig auch die Fehlschüsse.

Der Weg zu weniger Konsum und zu einem minimalistischen Leben und Wohnen ist ein langer, aber gangbarer Weg. Damit wir keine Durststrecken haben, erfreue ich mich an unseren kleinen Meilensteinen. Dinge die ich schnell in unseren Alltag integrieren konnte und sie mit Überzeugung umsetze:

Abbau der Restbestände

  • Wir haben eine ganze Batterie von Reinigungsmitteln. Die nehmen unheimlich viel Platz weg. Darum kaufe ich jetzt keine neuen, denn früher wurde auch alles mit einem Mittelchen geputzt.
  • Ich habe Essigessenz, Natron und Soda wieder entdeckt und putze nun damit die Wohnung, entkalke und entferne Schimmelrückstände. Essig stinkt zwar, aber der Geruch verzieht relativ schnell im Vergleich zu meinen Chemiekeulen.
  • Früher war der Kühlschrank so voll, dass wir keinen Überblick hatten und schon gar keinen Plan fürs kochen. Jetzt koche und verbrauche ich alles, bis der Kühlschrank gut leer ist. Zudem brauche ich alle Zutaten auf, die mir zu schade sind, um sie wegzuschmeissen. Das sind unendlich viele Tees, Nüsse oder 3 Packungen Rohkakao (wer keinen Überblick hat, kauft natürlich alles doppelt und dreifach)
  • Was für Essen richtig ist, kann für Kosmetik und Drogerieartikel natürlich nicht falsch sein. Auch dort brauche ich alles auf. Gerade ist mein Shampoo alle geworden und ich nutze jetzt Duschgel für die Haare. Wenn die Spülung auch alle ist, mache ich mich auf die Suche nach einem 2-in-1-Produkt, vielleicht auch 3-in-1-Produkt, sodass ich statt Duschgel, Shampoo und Spülung nur noch eine Flasche im Bad rumstehen habe.

Ablagen, Fächer und Räume sauberhalten

  • Für Deko- und Nutzgegenstände gilt: Alles was weniger als einmal in der Woche genutzt wird, wird verstaut
  • Dekozeug, dass nur verstaubt, wird entweder weggeräumt oder entsorgt. (Die gefühlten 50 Schutzengel schlummern jetzt in einer schönen Schublade)
  • Alle Ablagen müssen leer sein, damit ich den Staub einfach wegwischen kann. Bis auf wenige Ablagen habe ich schon gut freigeräumt.
  • Es wird kein Geschirr mehr gestapelt und keine Kleidung mehr auf irgendwelchen Schränken zwischengelagert.
  • Papierablage muss ich einmal die Woche machen (Memo an mich)
  • Nepomuks Spielzeug räume ich immer auf, wenn er schläft. Er freut sich dann, wenn er wieder alles ausräumen kann
  • Das Spielzeug von Nepomuk reduziere ich jetzt immer. Nicht, weil ich zu faul bin, dass wegzuräumen, sondern damit er keine Reizüberflutung bekommt. Sein Spielzeug tausche ich zudem alle vier Tage aus – bis auf die geliebten Enten und dm Becher.

Essen und Trinken

  • Da mein Freund und ich schon seit langem getrennt kochen, habe ich mir vorgenommen für mich nur noch mittags zu kochen. Und nur Gerichte bei denen ich quasi nur noch schneiden, würzen und kochen muss.
  • Nach dem Kochvorgang räume ich alles gleich weg bzw. spüle alles ab und schiebe das Aufräumen nicht wie bisher immer vor mir her
  • Abends teste ich gerade Dinner Cancelling. Mittlerweile fällt es mir nicht schwer und oben drein muss ich mir keine Gedanken mehr um die Wahl des Abendessens machen.

Was mir das alles bringt?

Das klingt alles nach so viel Aufwand, ist es mittlerweile gar nicht mehr. Zudem gibt es mir ein gutes Gefühl. Ich fühle mich wohl in meiner Haut und unserer Wohnung. Seit ich nichts mehr aufschiebe (außer Bügeln. Ich hasse Bügeln und schiebe es bis zum St. Nimmerleinstag!) verspüre ich keinen Druck und keinen Frust mehr. Nichts was ich noch lesen, essen oder sonst wie konsumieren muss. Seit ich beispielsweise das Aufräumen nach dem Kochen ebenso bewusst tue, wie das Kochen und Essen an sich, geht es viel leichter.

Vielleicht sind das alles Dinge die andere Menschen schon tun, aber für mich als kleiner Chaot ist das alles Neuland. 🙂

3 thoughts on “Den Minimalismus in den Alltag holen

  1. Shampoo funktioniert wunderbar als Duschgel…
    Fällt mir sofort zu deinem Post ein.
    Auch ich beschäftige mich mit Haushaltsorganisation und Minimalismus und muss sagen: mir tut es gut weniger zu haben. Muss ich auch weniger aufräumen.
    Allerdings sammelt sich bei 5 Personen doch stets viel Kram an.

    Liebe Grüße

    Nina

    1. Liebe Nina, super vielen Dank für diesen Tipp. Da mein Freund nicht auf Shampoo verzichten möchte, werde ich es wohl so machen und Shampoo nehmen. Habe im Drogeriemarkt mal geschaut und 3-in-1-Produkte gibt es wohl nur für Männer. Aber das mit dem Shampoo hilft mir sicher. Ich kann dich gut verstehen mit einem 5 Personen Haushalt. Ich finde es ja schon schwierig mit 3 Personen, davon ein Baby. Bin auch gespannt, wie das wird, wenn der Kleine größer wird. Gerade an seinen Sachen hänge ich irgendwie, mehr als an meinen eigenen. 🙂 Ich werde auf jeden Fall berichten und gleich mal bei dir vorbeischauen. LG, Mareike

  2. Hi Mareike,
    zu deinem Bügelproblem, ich Bügel vielleicht einmal im Jahr 😀 ich hasse das nämlich auch wie die Pest 😀
    Wie das geht?
    Ganz einfach, alles was viele immer Bügeln wird bei mir gar nicht gebügelt sondern gleich nach dem Waschen vernünftig ausgeschlagen und glatt aufgehängt zum Trocknen, nach dem trocknen direkt von der Leine nehmen und gleich zusammen legen und ab in den Schrank.
    Klappt super schon seit 29 Jahren und ich habe noch von keinem gehört das ich knautschig rumlaufe 😀
    Das einzige was ich wirklich bügel sind Oberhemden von meinem Mann (zieht er nur zu Hochzeit oder Beerdigung an und das ist ja nicht so oft zum Glück) und ein zwei Oberteile von mir die auch in die Kategorie Ausgehdress fallen, also wenig angezogen werden 🙂 und diese Sachen werden dann eben schnell gebügelt wenn sie gebraucht werden.

    Finde es jedenfalls super wie konsequent du weiter den Minimalismus umsetzt. Er macht Spaß und verschafft einem jede Menge freie Zeit die man mit schönen Dingen
    verbringen kann, nicht wahr?

    Liebe Grüße
    Aurelia

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