Das Konzept der Montessori Kinderkrippe „Kleiner Budenzauber“

Vor einigen Wochen habe ich Nepo über den Kitafinder der Stadt München für die Kinderkrippe „Kleiner Budenzauber“ angemeldet. Am 16.02.2016 findet dort ein Informationsabend statt, zu dem alle interessierten Eltern eingeladen sind. Da es sich um eine Montessorikrippe handelt, werden wir uns die Einrichtung zu dritt ansehen: Mein Freund, Nepo und ich. Uns beiden ist das Thema „Montessori“ so wichtig, dass sich auch mein Freund ein Bild von der Krippe machen kann. Nepo ist dabei, weil wir hier weder Großeltern noch einen Babysitter haben, die auf ihn aufpassen können.

Heute nutze ich den Mittagsschlaf von Nepo, um mich intensiv mit dem Konzept des Kleinen Budenzauber auseinanderzusetzen und mir die wichtigsten Sachen hier zu notieren. Der Post ist für mich also auch eine Hilfestellung, um mir auch noch mal klar zu werden, warum wir genau in diese Krippe möchten. Um nicht in Prosa zu verfallen, mache ich vieles einfach stichpunktartig mit ein paar Anmerkungen von mir.

Gründung

Februar 2007

Lage

Freistehendes, zweistöckiges Einfamilienhaus mit kleinem Vorgarten und großzügig angelegtem Garten hinter dem Haus, in einer ruhigen Wohnsiedlung in Ramersdorf. Die Anfahrt ist sowohl mit den öffentlichen, als auch mit dem Auto gut möglich. (Notiz: Wir planen den Kauf eines Lastenfahrrads und laut Google Maps ist per Fahrrad mit einer Fahrzeit von ca. 16 Minuten zu rechnen. Ich kenne die Strecke schon einigermaßen, muss am Dienstag aber selber erst mal schauen, wo wir genau hin müßen. Der Garten ist für mich sehr wichtig, da ich Wert darauf lege, das Nepo viel an der frischen Luft ist, aber ich denke, dass macht eh jede Mutter.)

Die Kinderkrippe stützt ihre pädagogische Arbeit nicht nur auf die Erkenntnisse von Emmi Pikler und Maria Montessori, sondern auch auf Elfriede Hengstenberg. (Notiz: Was ich sehr begrüße, da mir unsere Spielraum-Kursleiterin doch immer wieder von Elfriede Hengstenberg und ihrem Bewegungskonzept vorschwärmt.)

Konzeption

Eine enge Mitarbeit zwischen Fachpersonal und Eltern ist in der Satzung fest verankert. Ziel dieser Verankerung ist es den Eltern das hineinwachsen in die konzeptionelle Arbeit der Einrichtung zu ermöglichen. Hierfür ist es auch notwendig, die Eltern in ihrem Wirken stärker einzubinden, als es zum Beispiel in städtischen Krippen der Fall wäre. Laut der Konzeption ist der Krippenalltag durch Betreuung, Erziehung und Bildung geformt und soll bewirken, dass Krippe und Elternhaus annähernde Auffassungen vertreten, was das Aufwachsen der Kinder anbelangt.(Notiz: So eine Einstellung ist für mich wichtig und ich befürworte das, denn ich als „Laie“ bin für Anregungen von „Profis“ dankbar. Da wir jetzt schon zuhause nach Pikler und Montessori handeln, stellt diese Verknüpfung zwischen Krippe und Elternhaus kein Hindernis dar, sondern ist für mich logisch.)

Bild vom Kind

Neben der Frage wie „Wie betrachten wir das Kind, eher als unfertiges Objekt oder als aktiv agierender Partner?“ beeinflussen sowohl die Pikler Pädagogik als auch die Grundlagen von Maria Montessori das Bild vom Kind. Im Kleinen Budenzauber wird der Gedanke des gegenseitigen Respekts und der Achtsamkeit gelebt. Er ist der Maßstab für die Arbeit der Erzieherinnen. Jedes Kind wird als eigenständiges Individuum angesehen dem respektvoll auf individuelle Bedürfnisse, Neigungen und Ideen begegnet wird. (Notiz: Genau diese praktische Umsetzung der Gedanken von Pikler und Montessori ist für mich sehr wichtig)

Gruppen

Es gibt zwei Gruppen mit je 12 Kinder. Die Aufteilung erfolgt nach dem Alter, also eine Gruppe mit ein- bis zweijährigen und eine Gruppe mit zwei- bis dreijährigen.

 


 

Der Bereich „Philosophie und pädagogische Arbeit“ umfasst vor allem die Wiedergabe der Konzepte von Emmi Pikler, Elfriede Hengstenberg und Maria Montessori. Für mich immer wieder spannend zu lesen, trotzdem werde ich dieses Kapitel nicht speziell hier aufführen.

Relevant für den Informationsabend wird es dann wieder ab dem Bereich „Tagesablauf“.

Rolle der Erzieherin und Eingewöhnungszeit

Bevor die eigentliche Eingewöhnungszeit beginnt, bietet der Kleine Budenzauber sogenannte „Vorgruppentreffen“ an, die im Juni stattfinden und damit noch vor Beginn des Krippenjahres liegen. In einem Turnus von zwei Wochen können sich je sechs Kinder mit ihren Eltern und den Erzieherinnen in der Kinderkrippe treffen, in diesen Treffen werden auch die jeweiligen Bezugserzieherinnen festgelegt. Dieses frühe Zusammentreffen begünstigt die spätere Eingewöhnung, die nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell erfolgt. (Notiz: Wichtig ist für mich, dass sich die Erzieherinnen viel Zeit für Kind und Eltern nehmen, da sie wissen wie schwer eine Trennung sein kann. Ich denke ich würde das brauchen, denn aktuell verbringen wir wirklich jeden Tag und jede Stunde miteinander.)

Gemeinsames Spiel

Neben dem Freispiel gibt es die offenen Angebote einer vorbereiteten Umgebung. Letztere entspricht dem motorischen Entwicklungsstand der Kinder und regt sie an selbst aktiv zu werden, ohne die Hilfe des Erwachsenen in Anspruch zu nehmen. Für die vorbereitete Umgebung stehen den Kindern Montessori Materialien zur Verfügung. Das Freispiel bietet für die Kinder Hengstenberg Materialien mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Möglichkeiten zur freien Entfaltung an. Ähnlich wie im Spielraum haben die Kinder hier die Möglichkeit miteinander in Kontakt zu treten und selbst und frei zu entscheiden mit was sie spielen.

Ruhe und Schlafen

Neben der Bewegung bildet vor allem das „Innehalten“ eine relevante Säule im Budenzauber. (Notiz: Wichtig für mich sind Ruhe- oder Leseecken, weil sich Nepo doch ab und an reizüberflutet fühlt.

Essensituation

Das Essen wird täglich frisch und ohne Farb- und Konservierungsstoffe gekocht und auf Bio Wert gelegt. Jedes Kind kann für sich individuell entscheiden, wann es die Brotzeit oder das Mittagessen einnimmt. Für die Kinder in Nepos Alter stehen kleine Tische und Stühle zur Verfügung. Getränke stehen für die Kinder jederzeit zur Verfügung. (Notiz: Ich hoffe das sich die Gruppendynamik positiv auf Nepos Essverhalten auswirkt und kann es nur begrüssen, dass jedes Kind inidividuell entscheiden kann, wann es isst.)

Pflegesituation

Die achtsame Pflege orientiert sich an der Pikler-Pädagogik. (Notiz: Für mich sehr wichtig, da wir zuhause doch oft in der Hektik des Alltags dieses Vertraute, dass aus der Pflege entsteht, vollkommen aus den Augen verlieren.)

Ankommen und Verabschieden

Das Ankommen und Verabschieden wird in der Krippe als kleines Zeremoniell gestaltet. Zu den Bringzeiten steht immer die gleiche Erzieherin in der Garderobe bereit und empfängt die Kinder und die Eltern. Die Zeit des Ankommens nutzt die Erzieherin, um mit dem Kind in Kontakt zu kommen und eventuell an Erlebnisse des vergangenen Tages anzuknüpfen, die die Eltern erzählen. Natürlich kommen auch die Kinder zu Wort. Während der Zeit des Ankommens werden keine schwierigen Themen oder Konflikte angesprochen, um dem Kind einen guten Start in den Krippentag zu ermöglichen. Bei der musikalischen Verabschiedung durch die Erzieherin wird dem Kind genügend Zeit gegeben, sich selbständig anzuziehen. Mit diesem Ablauf ist der Krippentag für das Kind beendet.

Qualitätssichernde Maßnahmen

In diesem Bereich geht es vorwiegend um die Weiterbildung des Fachpersonals. Zudem wird die Notwendigkeit von Elternabenden aufgezeigt. Auch auf die Mitarbeit der Eltern wird hier eingegangen. Das die höher ist, als in städtischen Krippen wurde ja schon bereits am Anfang gesagt.

 


 

Auf die Bereiche „Public Relations und Spenden“, sowie „Hygiene und Sicherheit“ gehe ich in diesem Beitrag noch nicht ein.

Nachdem ich nun die Mittagspause von Nepo genutzt habe, um mich intensiv mit dem Konzept der Kinderkrippe auseinandersetzen, werde ich heute Abend damit verbringen, um nochmal aufzuschreiben, warum genau diese Krippe für uns so wünschenswert wäre.

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