Category Archives: Pikler & Montessori

06Feb/17

DIY: Legespiel mit drei Grundformen (nach einer Idee der Wunderwerkstatt)

Vergangenes Wochenende hatte ich endlich Zeit und Muse und konnte das tolle Legespiel für Nepomuk basteln. Die Idee, wie so viele andere tolle Ideen, habe ich auf dem wunderschönen Blog Wunderwerkstatt von Manuela gefunden. In diesem Blogbeitrag möchte ich Euch kurz berichten, wie sich die Idee umsetzen lässt, warum ich kreatives Chaos mag und warum ich solche Dinge am liebsten am Abend mache.

Die Vorbereitung

Als ich das erste Mal auf der Website von Manuela war, bin ich aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen. Denn was sie dort alles entwirft, anleitet und zu eigenen Ideen animiert, finde ich einmalig. Die Utensilien (Quadrate, Rauten oder Dreiecke) hatte ich mir schon vor einigen Wochen bestellt, da ich zu Weihnachten für Nepomuk ein Würfelmosaik gebastelt habe, dass ich ebenfalls in der Wunderwerkstatt gefunden habe.

Lediglich die Tusche Farben waren fast aufgebraucht und so musste ich mir noch welche über Amazon bestellen.

Hier eine kleine Auflistung über die Materialien, die ich verwendet habe:

Da wir in einer kleinen Wohnung leben, habe ich mir alles auf einem Tablett vorbereitet, sodass ich dann einfach nur drauf losmalen musste. Pro Farbe entschied ich mich für fünf Quadrate und fünf Dreiecke. Bei den Rauten waren es sechs Stück pro Farbe. Um mich einigermaßen an den Regenbogenfarben zu orientieren, habe ich für die Rauten folgende Farben gewählt:

  • gelb, orange, rot, blau und grün

Bei den Quadraten und Dreiecken hatte ich eine höhere Anzahl zur Verfügung und mich für folgende Farben entschieden:

  • gelb, orange, rot, dunkelrot, violet, blau, hellgrün und dunkelgrün

Jetzt brauchte ich nur noch ein Zeitfenster, indem ich mein Tablett schnappen konnte und mit der Umsetzung der Idee beginnen konnte.

Kreatives Chaos im Wohnzimmer

Spontan beschloss ich Samstagabend um 19 Uhr mit dem Malen anzufangen. Ich schlug Nepomuk vor, dass wir gemeinsam am Couchtisch malen könnten. Er bekam von mir alte Bauklötze und ich wollte mit den Quadraten, Dreiecken und Rauten beginnen. Natürlich waren für Nepomuk die Bauklötze total uninteressant und er wollte unbedingt mit die Formen anmalen. Irgendwann einigten wir uns und Nepomuk zog mehr oder weniger begeistert ab. Mein Freund und ich richteten die Arbeitsfläche hin, in dem wir die alten Papiertüten von Amazon Prime Now zerschnitten und auf den Couchtisch klebten. Ich fand, dass sah schon so cool schäbig aus, dass man gleich ein Bild machen müsste.

Mittlerweile war Nepomuk ins Wohnzimmer zurückgekehrt und spielte mal mit seinem Duplo, mal mit seinem Gabelstapler. Ab und an kam er bei mir vorbei, schnappte sich einen Pinsel und wischte damit erst im Wasserfarbkasten rum, un dann auf einem Blatt Papier. Irgendwann fand er Beschäftigung und ich malte meine Formen in der Reihenfolge: gelb, orange, rot, blau und grün. Das waren die Farben, für die ich von allen Formen genug Exemplare hatte. Dunkelrot, violet, dunkelblau und dunkelgrün kamen erst später hinzu.

Der Couchtisch wurde immer voller und die Unterlage immer bunter. Zwischendurch musste ich immer Pause machen, da Nepomuk meine Anwesenheit einforderte und ich mit ihm im Schlafzimmer puzzelte oder ein Schaumbad im Waschbecken unseres Badezimmers einließ. Irgendwann ging ich dann wieder zurück und malte weiter.

Nepomuk kam kurze Zeit darauf wieder und sah, dass ich bei seiner Lieblingsfarbe grün war.

Also schnappte er sich einen Pinsel und malte die ganze Unterlage voll. Ich fand das so toll, wie er so versunken seine Bewegungen über das Papier machte. Irgendwann bat er mich ein Haus zu malen und forderte dann noch einen Bagger, eine Straße, ein Müllauto und einen Hubschrauber. Ich sagte ihm, dass ich jetzt gern meine Formen fertig malen wollte und wir morgen gern sein Müllauto und den Hubschrauber malen können. Das war für ihn in Ordnung und er ließ mich meine Formen fertig malen.

Mittlerweile war es 0 Uhr und Nepomuk noch putzmunter. Ich packte alle bemalten Formen in unseren Dörrautomaten, der gestern Abend aber überhaupt nicht funktionierte. Also ließ ich die Klappe auf und räumte alles weg.

Es war dann schon 0:30 Uhr und ich genoß den Abend. Von Müdigkeit oder Erschöpfung war keine Spur und ich hatte mich beim Malen so erholt. Es war sehr schön, wie wir gestern alle in unserem Wohnzimmer zusammen waren und jeder doch sein Ding machen konnte. Ich dachte während des Malens über meinen Job nach, wo ich mich noch einbringen konnte, wie ich mich besser organisieren könnte und so weiter. Aktuell bin ich wieder sehr motiviert für meinen Job, das war letztes Wochenende total anders. Aber ich muss auch sagen, dass meine Position nicht so einfach ist, zumal mein Chef in Berlin sitzt und ich mir manchmal wie ein einsamer Ritter vorkomme, der seinen eigenen Kampf kämpft.

Warum ich das Malen liebe und es wichtig finde Nepomuk bei der Entstehung mit einzubeziehen

Ich liebe das Malen, weil es für mich eine Tätigkeit ist, bei der ich etwas tue und doch entspannen kann. Mich macht das Ergebnis einfach glücklich und ich fühle mich so produktiv, ohne erschöpft zu sein. Wenn ich das Malen dann noch mit etwas verbinden kann, von dem auch Nepomuk etwas hat, ist es noch viel besser.

Auch wenn es schwer ist, etwas zu gestalten, wenn Nepomuk um mich herumspringt, so finde ich es doch wichtig, dass er sieht, wie etwas entsteht. Wir waren mal in einem Elternabend bei unserer Krippe im Montessori21 Kinderhaus. Dort hat die Kinderhausleiterin Barbara vor uns einen Jahreskreis aufgebaut und ihn mit uns gestaltet, eben so, wie sie es mit den Kindern macht. Und da ist mir erst bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass das Kind seinen Anteil an der Entstehung von etwas Neuem hat. Das ist auch der Grund, warum ich aktuell so viele Sachen selber machen. Natürlich könnten wir alles einfach kaufen, aber dann fehlt meiner Meinung nach der Bezug und es ist halt einfach nur ein Würfelmosaik oder ein weiteres Legespiel. So aber weiß ich, dass wir gemeinsam an etwas gemalt und gebastelt haben und das wir dabei eine schöne, okay, manchmal anstrengende Zeit hatten.

Die Nachbereitung

Nachdem ich meine Malarbeiten beendet hatte, habe ich alles aufgeräumt und die Formen zum Trocknen im Dörrautomaten verstaut. Am Sonntagmorgen war ich dann wieder um 6:30 Uhr wach und habe die ruhige Stunde genutzt, um die Bienenwachspolitur, nach dem Rezept von Manuela von der Wunderwerkstatt herzustellen.

Zum Glück hatte ich noch kleine Bienenwachskügelchen vorrätig und so konnte ich die Politur mit Olivenöl relativ schnell herstellen. Aktuell trocknen nun die Plättchen, die ich mit der Politur bearbeitet habe, in der Küche.

Ich bin so froh und stolz, dass ich dieses Projekt diese Wochenende so umsetzen konnte und freue mich schon auf meine nächste Herausforderung. Ich möchte nämlich gern den Nikitin Geowürfel nachbauen. Die Würfel habe ich mir schon bestellt, jetzt muss ich nur noch Zeit und Muse haben, das auch umzusetzen.

Mein großer Dank gilt auf jedem Fall der Wunderwerkstatt. Ohne Manuela und ihr Team wäre ich nie auf die Idee gekommen, solche wirklich tollen Sachen selber zu machen. Mit ihren Anleitungen ist es auf jeden Fall sehr einfach und ich habe auch noch einige Dinge, die ich gern machen würde. Zum Beispiel diese Spiegelecke.

Demnächst werde ich auch über das Würfelmosaik und die Regenbogenfiguren schreiben, die ich zu Weihnachten für Nepomuk gebastelt habe und in diesem Zuge auch gleich darüber berichten, warum wir Nepomuk dieses Jahr kein Spielzeug zu Weihnachten geschenkt haben. Nur so viel: Er hat es überlebt und ist immer noch ein ausgeglichenes Kind. 😉

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Start in die Woche

Alles Liebe Mareike

29Jan/17

DIY: Das nimmersatte Monster

Das Wetter in München ist zwar sonnig, aber für uns immer noch zu kalt. Also waren wir dieses Wochenende zuhause und haben uns ordentlich erholt. Dabei ist mir das kleine Monster eingefallen, dass ich letzten Freitag in dem Montessori Kindergarten gesehen habe. Die Pädagogin meinte dort, dass die Kinder sehr viel Spaß mit dem Füttern dieses kleinen Burschen hätten – und zum Glück hat er immer Hunger. 🙂

Also fragten wir den Opi, ob er am Donnerstag zwei alte Tennisbälle mit nach München bringen könnte. Gesagt, getan und gestern haben wir endlich unser eigenes nimmersattes Monster gebastelt.

Das benötigst du:

  • Einen alten Tennisball
  • Ein Teppichmesser, um den Mund zu schneiden
  • Optional: Kulleraugen oder Farbe für das Gesicht

Unsere Aufgabenverteilung:

Der Mann hatte den schwierigsten Part und musste den Mund reinschneiden. Ich war für die Augen zuständig und der Job von Nepomuk war es, dafür zu sorgen, dass die kleinen gefrässigen Dinger immer was zu essen haben.

Zum Glück macht Hunger nicht wählerisch und somit haben wir uns fürs erste mit Bohnen begnügt. Am Anfang hat Nepomuk fleißig mit der Hand gefüttert, danach dann mit dem Löffel.

Was die kleinen Monster sonst noch fressen:

  • Kaffeebohnen
  • Kichererbsen
  • Maiskörner
  • Edelsteinchen
  • und vielleicht irgendwann mal unsere Sorgen 😉

Was können die noch, außer fressen?

Nun ja, gestern hatten Nepomuk und ich viel Spaß. Mal waren es Hund und Katze, dann wieder Katz und Maus. Mit den beiden konnten wir super Rollenspiele am Tisch machen und uns Geschichten und Dialoge ausdenken.

Nepomuk kann die Monster nicht allein bedienen, sodass wir beide das machen. Er füttert mit dem Löffel und ich sorge dafür, dass die Monster den Mund aufmachen. Ich selbst brauche sowas, um mich voll auf das Spiel mit Nepomuk konzentrieren zu können.

Ich bin gespannt, wie lange wir mit den Kameraden noch zu tun haben werden oder ob sie morgen schon wieder vergessen sind.

Alles Liebe,
Mareike

14Apr/16

Die Zusage von Montessori 21 ist da :-)

Es ist schon eine Woche her, aber glücklich bin ich immer noch und werde es wohl auch für die Dauer der Krippenbetreuung sein. Letzten Donnerstag haben wir über den Kitafinder+ hier in München die Zusage für unsere absolute Wunschkrippe bei Montessori 21 bekommen.

Der Kitafinder+ wurde im November von der Stadt München eingeführt und ersetzte die bisherige Vergabe nach Wartelisten. Am Anfang war ich schockiert, denn ich hatte mich im Frühsommer 2014 für einen Platz im September 2016 angemeldet und meine Vermutung war, dass ich nun nicht mehr den Vorteil der Warteliste hatte, auf der ich ja eigentlich weit nach oben gerutscht sein müsste. Nach der Anmeldung beim Kitafinder+ im November gingen die Besuche der Kinderkrippen los. Es gab entweder Tage der offenen Tür, Infoabende oder feste Tage, an denen die Krippe besichtigt werden konnte. Teilweise waren dort noch Kinder, die eventuell gerade aßen oder spielten.

Zu jeder Besichtigung nahm ich Nepo mit und wir schauten uns gemeinsam die Krippe an. Je mehr Krippen ich besuchte, desto größere Bauchschmerzen bekam ich. Krippen in alten Gebäuden über drei Stockwerke verteilt waren die Regel, wobei nicht die alten Gebäude das Problem waren, sondern die Stockwerke. Keine Krippe fühlte sich warm und geborgen an. Und als ich bei einer Krippe dann noch die Selfie-Wand der Erzieherinnen sah, wo zig Selfies aufgehängt waren, die offensichtlich während der Kinderbetreuung geschossen wurde, war klar, dass mein Sohn nie, nie, nie in eine „reguläre“ Krippe kommen wird.

Ende Februar bekamen wir dann einen Anruf von Montessori 21 für ein Kennenlerngespräch, an dem sie uns und wir sie kennenlernen sollten. Anfang März waren wir dann also bei dem sehr vertrauten Gespräch, dass nur zwischen uns als Eltern, der Geschäftsführerin Gabi und der Leiterin des Kinderhauses, Barbara, stattfand. Nepo war natürlich auch dabei, aber da es in den Räumlichkeiten der Krippe stattfand, war er natürlich mit den dort angebotenen Materialien beschäftigt und fühlte sich sichtlich wohl.

Für uns war es ein tolles Gespräch und wir wussten, dass sich Nepo dort wohlfühlen würde, weil auch wir uns wohlfühlten. Ich als hochsensible Mutter achte ja sehr viel aus zwischenmenschliches und Dinge, die anderen entgehen würde, wie zum Beispiel das Licht in den Räumen, den Geruch der Räume oder die Sprechweise meines Gegenübers. Die Stimme von Barbara war für mich so beruhigend, wie ich es selten verspüre. Es war so ein warmes Gefühl, dass ich mich einfach nur wohl und zuhause fühlte. Auch die Art wie sie mit Nepo sprach und er gleich mit ihr interagierte hat mich überzeugt. Es sollte diese Krippe sein und sonst keine. Es ging nicht nur darum eine Montessorikrippe zu wählen, sondern vor allem darum einen Ort zu finden, an dem sich Nepo und ich, da ich die Eingewöhnung mache, wohl fühlen. Das es so wichtig ist, das ich mich wohlfühle liegt daran, dass Nepo sofort merkt, wenn ich von etwas nicht überzeugt bin oder meine Zweifel bzw. Ängste habe. Er nimmt das auf und wird selbst unsicher. Etwas, was sicher die Eingewöhnung in die Krippe erschweren würde.

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten viel gebangt und gehofft, dass es mit unserer Wunschkrippe klappt. Und als letzten Donnerstag, gleich am ersten Tag der Rückmeldung, die Zusage von Montessori 21 kam, waren wir überglücklich. Ich habe gelesen, dass 10% der 337.000 Anmeldungen gleich am ersten Tag einen Platz bekommen haben. Und wir gehören nicht nur zu den ersten 10%, sondern kommen auch noch in unsere Wunschkrippe. Ich habe dann am Donnerstag gleich unseren Platz bestätigt, sodass meine Anmeldung bei den anderen 10 Krippen erlischt und andere Eltern dadurch nicht mehr blockiert werden. Am Samstag lag dann der Vertrag in unserem Briefkasten und am Dienstag saß ich freudestrahlend in unserem Spielraum-Kurs, der ja auch bei Montessori 21 stattfindet. Dort kamen dann zwei weitere Kinder, die ebenfalls im September in die Krippe starten. So kann Nepo jetzt schon Kontakt zu anderen Kindern aufbauen. Und als ein Mädchen und er einträchtig in der Kiste mit dem Reis saßen und so vor sich hin schütteten, habe ich schon mal einen Eindruck bekommen, wie es vielleicht in der Krippe ablaufen kann. Und der Eindruck gefiel mir sehr gut.

Für uns schließt sich jetzt ein Kapitel, dass uns seit der Schwangerschaft begleitet hat. Ich geniesse die kurze Pause, die dann mit der Anmeldung für einen Kindergartenplatz in die neue Runde geht. Sicher hoffe ich, dass wir einen Platz bei Montessori 21 bekommen, aber das ist leider nicht sicher. Für uns heißt das, dass wir uns weitere Montessori Kindergärten anschauen, aber auch die Waldkindergärten wieder in Angriff nehmen. Es gibt unweit von hier einen Waldkindergarten, der donnerstags immer einen Naturtreff anbietet. Den wollen wir jetzt unbedingt wahrnehmen. Ich denke auch ein Waldkindergarten ist für Nepo toll, denn seit zwei Wochen sind wir nur noch draußen. Gestern wollte er mittags nicht heim, weshalb wir im Biergarten gegessen haben und abends, als es stark regnete, wollte er auch nicht nach Hause und weinte noch lange, nachdem wir zuhause waren.

Ich habe ihm versprochen, dass wir heute wieder rausgehen. Das Wetter soll schlecht sein, aber ich werde ihn einfach gut anziehen, in die Matschhose packen und die Regenjacke vom Flohmarkt einweihen. Ich selbst nehme wohl auch lieber einen Regenschirm mit, was eigentlich nicht so mein Ding ist. 😉

Wir geniessen die Zeit bis es im Mai/Juni dann die ersten Termine bei Montessori 21 gibt, in denen die Kinder nachmittags in der Krippe miteinander spielen. Die Termine gehen eine Stunde und die Eltern sind mit dabei. So lernt Nepo dann die Einrichtung kennen und sieht sie im September nicht gefühlt zum ersten Mal. In dieser Stunde sind dann auch die Pädagogen mit dabei, die dann die Eingewöhnung machen werden. „Bindung vor Bildung“ ist schließlich ein Hauptmotto bei Montessori 21.

 

12Mrz/16

Ernüchterung bei gestriger Krippenbesichtigung

ZitatMariaMontessori

Gestern Abend haben wir uns zu dritt nochmals eine Kinderkrippe angeschaut und damit nochmals einen „Tag der offenen Tür“ genutzt. Obwohl wir uns schon zu 100% sicher sind, dass für uns nur eine Montessorikrippe in Betracht kommt, war der Besuch wichtig. Wichtig deswegen, weil mein Freund bisher ja nur Montessorikrippen gesehen hat und wichtig auch, weil wir gelesen haben, dass diese Krippe auch Elemente von Reggio Emilia mit im Konzept aufführt.

Wir waren nicht voreingenommen, sondern mehr neugierig wie die Krippe auf Nepo wirkt, ob die Pädagogen ihn ankommen lassen und ihn später auch erreichen. Wir waren interessiert, was den Krippenalltag anbelangt, wie die Räumlichkeiten gestaltet sind und wie stark das Thema „Bindung“ gelebt wird.

Die Räumlichkeiten

Es war schon spät, als wir die Krippe erreichten und viele Eltern waren schon weg. Am Eingang war niemand zu sehen und wir verharrten etwas, weil wir nicht wussten, ob wir die Schuhe ausziehen oder anlassen sollten. Irgendwann kam eine Mutter und meinte, wir könnten die Schuhe anlassen. Gleich hinter dem Eingang war rechts der „Kreativ- und Essraum“. Als wir im Flur um die Ecke bogen, sahen wir schon auf der linken Seite einen riesigen Spiegel, darüber die Bilder der 20 Kinder, die dort betreut werden. Rechts dann die Garderobe. Am Ende des Flurs ging es dann ins Spielzimmer, wo wir dann auch von einer Erzieherin angesprochen wurden. Nepo reagierte gar nicht auf sie und auch als wir das Spielzimmer betraten, war er so fixiert auf mich, dass die Erzieherin uns zwar den Tagesablauf, ich sie aber gar nicht wahrnahm. Machte aber nix, denn der Tagesablauf war ja auch im Konzept beschrieben.

Dann gingen wir vom „Spielzimmer“ ins „Turn- und Schlafzimmer“. Ich schaute mich um, aber so richtige Turngeräte, wie ein Pikler-Dreieck oder Hengstenberg-Geräte sah ich nicht. Als uns die Erzieherin dann sagte, dass in dem Raum mittags 20 Kinder auf ihren Matratzen schlafen, war mir schlecht. Sie versicherte uns, dass das funktionieren würde. Ich wollte ehrlich gesagt nicht wissen, um welchen Preis. Von Gruppendynamik halte ich sowieso nichts, weil immer jemand leiden muss. Ist genauso Mist wie Fraktionszwang.

Weiter ging es ins Bad, dass sehr modern war. Dort erzählte sie uns auch vom Klotraining bei den größeren. Ich nickte und lächelte. Dann schaute sich Nepo noch alles genau an und es ging weiter in den Garten.

Generell finde ich es gut, wenn ein Garten vorhanden ist. Hier ist er aber durch eine schwere Feuerschutztür und dann durch ein Treppenhaus getrennt. Der Garten selbst befindet sich im Innenhof eines Wohnkomplex und ist komplett mit einem grünen Metallzaun eingezäunt. Auf den Fotos in der Krippe habe ich schon die vielen Bobbycars gesehen. Für die gibt es einen separaten Stellplatz im Garten. Generell ist der Garten eine Wiese mit einer Metallrutsche, die im Sommer sicher nie aufheizt, einem Sandkasten, in dem die Rutsche hineinführt. Es gibt einen kleinen Pfad, der verschiedene Böden beinhaltet. Es gibt keine Beete, wo die kleinen buddeln können, es gibt keine Klettermöglichkeiten und durch die Wiese führt ein Wega aus Schaumstoff, der wahrscheinlich für die Bobbycars gedacht ist. Nepo ist sofort ans äußerste Ende des Gartens gelaufen und stand einfach nur da. Die Erzieherin meinte, dass die Kinder im Sommer, wenn es sehr heiß ist auch barfuss laufen können. Damit hatten wir die Besichtigung der Räumlichkeiten abgeschlossen.

Zur Eingewöhnung

Im Garten erzählte sie uns noch kurz, wie die Eingewöhnung erfolgt und dass jedes Kind in vier Wochen eingewöhnt wird. Eine weitere Mutter, vom Beruf Lehrerin, meinte das sie Mitte September wieder arbeiten muss und ob man sich die Eingewöhnung nicht teilen könnten: Die ersten 2 Wochen die Mutter, die letzten 2 Wochen der Vater oder die Oma. Die Erzieherin meinte, dass das kein Problem sei, sie hätten das schon so oft gehandhabt. Dann ergänzte sie, dass vor kurzem ein sieben Monate altes Kind zu ihnen gekommen wäre und die Eingewöhnung war nach einer Woche abgeschlossen.

Die Eingewöhnung selbst würde so ablaufen, dass in der ersten Woche das Kind 10 Minuten allein bleibt und das dann von Woche zu Woche die Abwesenheit der Eltern immer mehr verlängert wird. Die Abwesenheit würde die Mutter oder der Vater dann im Büro verbringen.

Nach dem wir uns alles angehört und irgendwie so gar keine Fragen hatten, bedankten wir uns für die Führung und gingen wieder.

Meine Eindrücke und mein Empfinden

Die folgenden Punkte entsprechen meiner Empfindung und spiegeln auch den Eindruck meines Freundes wieder. Da städtische Krippen, Eltern-Kind-Initiativen und kirchliche Einrichtungen für viele die einzige Möglichkeit sind, ihr Kind in die Betreuung zu geben, möchte ich niemanden, auch wirklich niemanden irgendwas vorwerfen. Ich denke, dass sich alle Eltern überlegen, wo sie ihr Kind hingeben und für die einen sind die städtischen Krippen besser und für andere, wie mich, die Montessorikrippen. Andere wiederum bevorzugen Tagesmütter oder Waldorfkinderkrippen. Was ich jetzt hier schreibe, schreibe ich mit meiner Überzeugung von Emmi Pikler, Maria Montessori, Elfriede Hengstenberg, Arno Stern, Jesper Juul und Remo Largo. Ich schreibe das mit der Erfahrung, die wir im Spielraum gemacht haben und mit dem Vergleich zu Montessorikrippen. Zusätzlich schreibe ich es als hochsensible Mutter, die sehr auf ihren Bauch hört und Diskrepanzen körperlich spürt.

Mein Eindruck über die Räumlichkeiten

  • Die Krippe machte einen absolut sauberen und gepflegten Eindruck – und genau das ist mein Problem. Es war so steril und von der Gestaltung kalt, dass wir drei zu keiner Zeit mit diesen Räumlichkeiten warm geworden wären.
  • Für meinen Freund war es gelebte Krankenhausatmosphäre.
  • Von Reggio Emilia hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft, wo sie doch so kreativ arbeiten, den Raum als 3. Erzieher sehen und Upcyling betreiben
  • Die Gestaltung des Gartens war für mich schlicht lieblos und ich habe mich gefragt, wie viel Runden Neop auf dem Bobbycar drehen soll, bis er durchdreht. Mir fehlte ein Beet in dem man mit den Kindern etwas anbauen kann. Ja, ich glaube, dass Zweijährige durchaus in der Lage sind eine kleine Gießkanne zu tragen und Löcher zu buddeln. Man muss sie halt einfach nur lassen.
  • Dieser Zaun und dieser Innenhof vermitteln so eine kalte Atmosphäre, dass selbst ich mich nicht wohlgefühlt habe. Und das hatte nichts mit dem kalten Wetter zu tun.
  • Der Garten ist vorhanden, aber die Kinder kommen nicht hin. Eine fette Feuerschutztür, ein Treppenhaus und dann noch das Gartentor stehen zwischen ihnen und dem Garten
  • Die Aussage „Die Kinder entscheiden, was draußen gespielt wird“, passte mir gar nicht. Wie sollen die das entscheiden? Wahrscheinlich „demokratisch“ und damit müssen alle das gleiche machen.
  • Das sie in so großer Runde essen und dann auch noch im gleichen Raum in dem die Farben stehen und der als Kreativraum herhalten muss, fand ich suboptimal
  • Das sie das Essen vom Caterer bekommen, stört mich ehrlich gesagt nicht.
  • Was ich gut finde und das war bei städtischen Kinderkrippen, die ich besucht habe, nicht der Fall: Innen ist alles ebenerdig und die 20 Kinder können sich überall bewegen. Ich habe Krippen besucht, die waren über drei Stockwerke aufgeteilt und die Treppenhäuser waren so steil, dass ich Probleme hatte, mit Nepo die Treppe hochzukommen.

Das Schlafen, Essen und Hygiene

  • Das 20 Kinder in einem kleinen Raum schlafen, hat meiner Meinung nach schon was von einem Internierungslager.
  • Wir haben zwar auch nur ein Floor Bed, aber immerhin haben wir eine Matratze und einen Lattenrost. Diese Krippe ist im Erdgeschoss und hatte keine Fußbodenheizung. Ich weiß nicht, ob das für die Kinder im Winter so prickelnd ist. Und wir haben ein Kind, dass ohne Schlafsack und ohne Decke schläft. Nepo mag das nicht und ich werde es ihm nicht angewöhnen.
  • Das alle Kinder vor und nach dem Schlafen „durchgewickelt“ werden, finde ich schon sehr Fliessbandmäßig. Das mag sein, dass die Erzieherinnen das als Routine ansehen, an das sich die Kinder gewöhnen, aber ich bezweifle, dass in dieser Abfertigung irgendeine Nähe aufgebaut wird.
  • Die großen Kinder dürfen zwar Windeln tragen, machen aber Klotraining.
  • Das Essen in größerer Runde finde ich nicht gut. Ich teile die Montessori- und Pikler-Einstellung, dass Kinder maximal in 4er-Gruppen essen sollten, um Unruhe zu vermeiden.
  • Gut hingegen finde ich, dass sie die Eigenständigkeit beim Essen fördern.

Die Eingewöhnung

  • Gestern war nichts von einer Beziehungspädagogin zu hören, es gab kein „Bindung vor Bildung“, wie ich es bei den Montessorikrippen gehört habe
  • Das eine Eingewöhnung pauschal nach vier Wochen abgeschlossen ist, finde ich sehr optimistisch
  • Das es wohl kein Problem darstellt, das während der Eingewöhnung die Bezugsperson wechselt und aus der Mutter die Oma wird, kann ich nicht verstehen
  • Ich denke auch hier bilden Montessorikrippen die Ausnahme und wir haben uns nun auch im Hinblick auf die besondere Eingewöhnung komplett auf Montessori eingeschossen, dass ein laxerer Umgang mit dem Thema von mir schon im Vorfeld abgelehnt wird.

Mein Fazit

Ich muss sagen, dass die gestrige Krippe im Vergleich zu städtischen und privaten Krippen schon zu den besseren gehörte. Trotzdem könnte ich es nicht verantworten Nepo dort in die „Betreuung“ zu geben. Der Besuch hat mich wieder bestärkt, dass das wichtigste ist, dass Nepo verständnisvolle Personen um sich hat, die die individuellen Bedürfnisse des Kindes berücksichtigen. Die verstehen, dass jedes Kind einen individuellen Bauplan hat und der auch geachtet werden sollte. Es gibt sicher Kinder die lieber drin bleiben und Kinder die lieber an der frischen Luft sind. Ich selbst kann das bei Nepo nicht sagen, denn wir leben leider nicht im EG und haben auch keinen Garten, sodass er selbst entscheiden kann, wann er raus geht und wann nicht. Gerade jetzt in dem Alter finde ich es sehr wichtig, die Kleinen zu beobachten und sie zu verstehen. Wenn die Erzieherin gestern schon nicht auf ihn eingehen konnte, wie soll sie es dann in der Eingewöhnung tun. Wenn Nepo gestern schon nicht mal annähernd so begeistert war, wie bei Montessor21, wie soll ich ihn dann besten Gewissens allein zurücklassen. Wie ist sicher gestellt, dass er konzentriert und für sich sein kann, wenn es nirgends Abgrenzungen gibt, die es Kindern auch mal ermöglichen sich zurückzuziehen.

Mein Freund hat es gestern auf den Punkt gebracht: Es ist ein Aufbewahrungsbetrieb und das sind viele Krippen. Viele Eltern haben keine andere Wahl als ihre Kinder in eben solche Kinderkrippen zu geben, die auf den ersten Blick gut sind. Der Putz bröckelt erst, wenn man sich tiefer mit den Themen beschäftigt.

Letztendlich setzt die Krippe das fort, was wir schon in unserem Konsumverhalten und unserer Ernährung erkannt haben: Nicht alles, was die Masse macht und wo die Masse hintreibt, ist gut. Und wenn du dich entscheidest auszusteigen, dann kannst du nicht mehr zurück ins „System“. Das gilt für das Konsumbewusstsein genauso wie für die Betreuung deines Kindes. Ich denke, dass wir oft auf Widerstand und Unverständnis stoßen, eben weil Montessori und Naturkindergarten nicht Mainstream sind. Wichtig ist, dass wir immer das Wohl von uns dreien im Blick haben und wir aufeinander aufpassen.

Mittlerweile ist Nepo wieder aus dem Mittagsschlaf aufgewacht und sitzt hier bei mir auf dem Schoss. Ich werde mich jetzt wieder vom Rechner zurückziehen und wünsche euch noch einen wunderschönen Nachmittag. Geht euren Weg, er ist der Richtige. AMEN 🙂

 

06Mrz/16

Minimalismus: Unser reduziertes Schlaf- und Spielzimmer

Wir leben hier in München ja in einer Zwei-Zimmer-Dachgeschoss-Wohnung auf 66 qm. Das bedeutet, dass jede Neuanschaffung eines Möbelstücks eine Kettenreaktion nach sich zieht und am Ende ein anderes Möbelstück die Wohnung leider wieder verlassen muss. Ich wünschte mir ich wäre bei manchen anderen Sachen auch so konsequent wie bei den Möbeln. 🙂

Als wir vor ein paar Wochen für Nepo ein Floor Bed kauften, war klar, dass auf Dauer im Schlafzimmer eine der beiden Kommoden verschwinden muss. Während meine Eltern zu Besuch waren, nutzte ich die Gelegenheit und räumte die Kommode komplett leer und das was ich noch behalten wollte, in die Kommode von meinem Freund. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich mal eine Kommode mit meinem Freund teile und auch nur eine Schrankseite belege, dann wäre das für mich unvorstellbar gewesen. Doch da wir letztes Jahr schon so viel Ballast weggeworfen haben, war das umräumen wirklich kein Ding mehr.

Freitag kam die Kommode weg

Und so stand die Kommode fast einen Monat in unserem Schlafzimmer rum – leer und unbenutzt. Da mein Freund am Freitag den Nachmittag frei hatte, entschieden wir uns die Kommode zum Wertstoffhof zu bringen. Wir wohnen im 4. OG ohne Aufzug und am Stück hätten wir sie nie runtertragen können, weil Nepo sonst hätte allein in der Wohnung sein müssen. Also baute mein Freund sie auseinander und ich brachte sie Stück für Stück in die Tiefgarage. Mein Freund und Nepo machten sich derweil fertig und los ging es zum Wertstoffhof. Für Nepo war das ne ganz coole Sache, denn die Leute in Orange sind seine Helden und der Wertstoffhof war voller Männer in Orange. Dazu noch die riesigen Container in denen unendlich viel Müll landete. Wir nutzten die Zeit und schauten in die großen und kleinen Container, schauten den Pressen zu, wie sie Holz zerdrückten und wo der ganze Bauschutt landet. Irgendwann hatte mein Freund das Auto leer geladen und wir waren wieder um ein Möbelstück leichter.

Wieder zuhause stellten wir Nepos Bett, das ja immer noch an meiner Bettseite hing, an die Wand und zwischen ihn und mir einen Kubus, der eine Art Trennung darstellt. Für viele mag die Tatsache etwas befremdlich sein, dass wir alle drei Betten haben, die nur aus einem Lattenrost und einer Matratze bestehen. Aber für uns ist es perfekt und ich würde immer wieder für ein Kind diese Art von Bett wählen, weil sie dann schon ab den ersten Tagen bis weit ins Schulalter darin schlafen können – ohne Gitter, ohne Angst vor schweren Stürzen und mit viel Bewegungsfreiheit.

Samstag waren die Spielboxen fällig

Natürlich schlief Nepo die Nacht nicht in seinem Bett, sondern in unserem. Aber für mich war das Umstellen schon mal ein Segen. Ich habe jetzt so etwas wie einen Nachtisch und kann im Bett entspannt ein Buch lesen, während Nepo sonst wo in der Wohnung rumturnt oder vor dem Bett mit seinen Autos spielt. Tagsüber sitzen wir übrigens gern auf seinem Bett, spielen mit seinen Stofftieren, die jetzt wieder den Weg ans Tageslicht gefunden haben oder kuscheln einfach nur.

Obwohl wir mit dem Schlafzimmer schon gut unterwegs waren, gab es immer wieder Baustellen, die einfach nicht fertig wurden. Dazu gehörten auch die Aufbewahrungsboxen in Nepos Spielregal. Dort landete in der Hektik des Abends immer alles, nichts war geordnet und keiner hat mehr durchgeblickt, was wo hin soll. Zudem zog Nepo immer die Boxen hervor und holte sonst was daraus, aber nie etwas, mit dem er allein spielen konnte.

Als wir am Dienstag das Gespräch bei Montessori 21 hatten, viel mir wieder auf, wie schön es wäre, wenn es überhaupt keine Boxen, sondern einfach nur wenige, ausgewählte Dinge gäbe, die in den Boxen stehen würden. Damit die Erzieher die Ordnung jederzeit wieder herstellen können, wurden die Materialien in den Regalen fotografiert und jedes Foto zeigt, wo etwas zu stehen hat. So konnte ich am Dienstagabend mithelfen, alles wieder zurück zu räumen. Auf dem Heimweg meinte mein Freund das er diese Art von Ordnung sehr gut findet, weil er bei unseren Boxen überhaupt nicht durchblickt. Also beschloss ich am Wochenende diese Boxen aufzulösen.

Schon am Mittwoch hatte ich begonnen alle Montessori Materialien in einen Schrank zu räumen, um alles auf einmal rausnehmen zu können. Sodass ich gestern nur noch eine kleine Auswahl treffen und mich entscheiden musste, was jetzt in das Regal kommt und was, ja so ist das Leben nun mal, in den Keller.

Nepos Regal mit Boxen

Nepos Regal mit Boxen

Damit Nepo davon nichts mitbekommt, habe ich mir schon im Vorfeld überlegt, was ich gern in das Regal packen würde und nach welchen Kriterien ich vorgehen möchte:

  • Holz vor Plastik (sorry Fisherprice)
  • Pro Fach maximal drei verschiedene Teile, die einen ähnlichen Spielzweck haben
  • Maximal zwei „Produktgruppen“, die eine größere Anzahl von Teilen erlauben und in Körben organisiert sind
  • Bücher und Stofftiere kommen extra
  • Utensilien für die Spielküche haben ebenfalls nichts in dem Regal zu suchen

Und so sortierte ich gestern Vormittag aus und um. Da ich Nepo ja nun oft eine Umgebung vorbereite, konnte ich testen, welche Dinge er oft probierte und welche ihn so gar nicht interessierten bzw. welche er einfach durchgespielt hatte. Das umräumen ging viel schneller als gedacht und hier sind nun die acht Fächer und die entsprechenden Spielsachen die es in den „Recall“ geschafft haben:

  • Linkes Fach (oben): Der Regenbogen von Grimm ist der ewige Klassiker in Nepos Spielzimmer. Bis jetzt spielt er moderat mit ihm, trotzdem bin ich der Meinung, dass er einfach ins Regal gehört.
  • Linkes Fach (unten): Hier ist die erste Produktgruppe in Form von Tieren. Nepo liebt die Bauernhoftiere, sodass wir jetzt einfach alle Tiere in eine Rattanbox getan haben. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass wir erst ein Tier von Schleich haben. Der Rest ist No Name bzw. sind es tollte Holzfiguren vom Flohmarkt.
  • 2. Fach von links (oben): Hier sind drei verschiedene Dinge, die das Stapeln und unterschiedliche Farben zu eigen haben. Da gibt es einmal den Stapelturm von Goki, zum anderen Becher von Gowi und ein Set, dass ich 2014 bei dm gekauft habe.
  • 2. Fach von links (unten): Hier habe ich zwei Spielzeuge ausgewählt, die zu Weihnachten entweder noch zu schwer waren oder die Nepo nie wirklich beachtet hat. Einmal ersetzt das Holzsteckspiel eine Plastikversion von Fisherprice, die Nepo nun durchgespielt hat. Der Holzzug fand bis gestern bei Nepo keine Beachtung, das änderte sich schlagartig als er im Regal stand und seitdem spielt Nepo mit ihm.
  • 3. Fach von links (oben): Hier sind die klassischen Steckübungen, bei denen ich aber langsam das Gefühl habe, das sie Nepo langweilen. Wir haben ihm ein Beutel mit Spielgeld gekauft. In eine alte Mokkadose habe ich dann einen Schlitz geschnitten und er kann das Geld durch den Schlitz in die Dose werfen. Das gleiche dann auch nochmal für Korken, aber beides findet er mittlerweile nicht mehr spannend.
  • 3. Fach von links (unten): Da liegt nun sein Xylophon, ein Rasselball aus dem Weltladen und ein Schellenkranz aus dem wundervollen Laden „Holzwurm“ in Augsburg.
  • Rechtes Fach (oben): Ja, da sind nur noch ein paar Autos in einer Rattanbox übrig geblieben. Daneben noch ein Holzlaster mit einem Holzbagger, den meine Eltern auf dem Flohmarkt gekauft haben.
  • Rechtes Fach (unten): Hier sind seine Werkzeugkoffer. Einmal der Werkzeugkoffer von IKEA aus Plastik und ein etwas älteres Modell aus Holz, dass wir letztes Jahr beim Flohmarkt gekauft haben.

IMG_1243

Wie Nepo dieses Regal nun annimmt, darüber kann ich noch nichts sagen. Aber ich bin sehr froh, dass wir jetzt für ihn in unserem Schlafzimmer einen klaren Bereich haben, der ihn vor Reizen nicht überflutet.

Seine Küche haben wir dann auch gleich umgeräumt und etwas anders gestaltet, worüber er glaub ich ganz froh ist. Sein „Backofen“ ist jetzt leer, da ich seine Töpfe in eine separate Kiste gepackt habe, die direkt unter der Küche zu finden ist. Ob er jetzt öfters mit der Küche spielt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Weitere Pläne fürs Schlafzimmer

Mit der Umgestaltung ist das Schlafzimmer jetzt erstmal für eine Weile versorgt. Sobald der Frühling den Weg nach Deutschland findet, werde ich noch ein paar Winterklamotten aussortieren und wieder etwas Platz schaffen.

Danach ist wahrscheinlich die größte Umstellung die, die wir vornehmen müssen, wenn Nepo sein Rückzugsgebiet benötigt und wir ins Wohnzimmer ausziehen müssen. Die Suche nach einer größeren Wohnung ist für uns aktuell keine Option, denn größere Wohnung bedeutet mehr Miete, bedeutet höher Fixkosten und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit in irgendwelchen Hamsterrädern festzusitzen.

Doch über diesen „Auszug“ mache ich mir aktuell keine Gedanken, denn das kommt früh genug. Ich selbst muss jetzt erstmal die Baustelle „Bad“ anpacken, denn da ist wirklich Handlungsbedarf erforderlich.

Wie seht ihr das? Ab wann braucht Nepo seine Privatsphäre in Form eines eigenen Zimmers? Ist es im Alter von drei Jahren zu spät oder vielleicht zu früh?

05Mrz/16

Meine Woche: Von Traumkrippe bis Wiedereinstieg ins Berufsleben

Diese Woche war eine gute Woche. Mittlerweile bin ich sehr viel entspannter was das Thema „Kinderkrippe“ für Nepo anbelangt. Noch immer ist eine Montessorikrippe für uns ein Muss, doch nun glaube ich, dass wir es wirklich schaffen könnten. Zudem war ich gestern das erste Mal seit über 1,5 Jahren bei meinem Arbeitgeber und wir haben über meinen Wiedereinstieg Mitte Oktober gesprochen.

Kennenlerngespräch bei Montessori 21

Am Dienstagnachmittag waren wir drei (mein Freund, Nepo und ich) beim Kennenlerngespräch in meiner absoluten Wunschkrippe, Montessori 21. Nepo und ich kennen die Krippe bzw. das Kinderhaus schon, denn wir sind dort jeden Dienstag im „Miteinander wachsen“ Kurs.

Im Gegensatz zum Budenzauber gab es dort keinen Infoabend, sondern wirklich ein Gespräch mit Barbara, die das Kinderhaus leitet und Gabi, der „Geschäftsleitung“ von Montessori 21 hat. Damit Nepo auch seinen Spass hatte, fand das Gespräch gleich mitten in der Krippe statt. Die Kinder und Erzieher waren schon weg und Nepo konnte sich alles anschauen. Er fühlte sich sofort wohl, spielte mit Autos, lief über die Hengstenberg-Rampe, holte sich verschiedene Montessori Material und war voll im Entdeckermodus.

So konnten wir in Ruhe mit den beiden sprechen. In Ruhe ist für mich als Hochsensible natürlich sehr optimistisch formuliert. Ich muss zugeben, dass solche Gespräche für mich immer sehr anstrengend sind, weil Körper und Geist komplett in Alarmbereitschaft sind. Mir schwirren tausende Gedanken im Kopf, ich überlege mir Formulierungen, versuche in der Mimik und Gestik meines Gegenübers zu lesen, was er von mir denkt und wie wir ankommen. Ich hoffe, dass Nepo mich nicht wieder irgendwo hinziehen will, verarbeite Gerüche, Eindrücke und merke, dass mir total heiß und kalt ist. In solchen Situationen bin ich so froh, dass mein Freund dabei ist, denn ich befürchte dann immer vor lauter Reizüberflutung irgendwas zu überhören, zu übersehen oder vergessen nachzufragen.

Doch bei dem Gespräch lief alles super. Barbara und Gabi waren so nett, so entspannt und einfühlsam, dass selbst ich als Hochsensible ein Gefühl der Entspannung gemerkt habe. Ich fühlte mich total wohl und es wurde ein tolles Gespräch. Ich kannte ihr Konzept ja schon und trotzdem konnte ich noch so viel von ihnen mitnehmen. Mein Freund war begeistert, wie sie mit Nepo gesprochen haben. Er meinte, er hat sowas noch nie erlebt. So entspannt, unaufgeregt und freundlich. Das hat ihn, glaube ich, komplett umgehauen und uns auch für zuhause nochmal mehr in Richtung Montessori gelenkt.

Zudem war es super, zu wissen, dass wir ähnlich ticken, wie die Pädagogen bei Montessori 21. Na klar, wenn man sich für Montessori interessiert, dann kennt man die Gedanken vom inneren Bauplan und weiss, wie wichtig Beobachtungen sind. Aber das dort auch, wie bei uns zuhause, die Kinder in einem Floor Bed schlafen und das sich eine Pädagogin mit dazu legt, wenn ein Kind nicht schlafen kann, war für mich bei einer Krippe neu. Auch dass sie kein Töpfchentraining machen oder gar von uns erwarten, dass Nepo trocken ist, finde ich gut.

Was ich besonders gut finde, ist die Tatsache, dass die Kinder eine Terrasse bzw. einen kleinen Garten für sich haben. Für uns ist wichtig zu wissen, ob Nepo von allein viel nach draußen geht oder doch lieber drin bleibt, denn wir hatten überlegt, ob er nicht mit drei Jahren in einen Naturkindergarten gehen soll. Stellt sich heraus, dass er nicht wirklich viel draußen ist, dann brauchen wir solche Überlegungen gar nicht erst anstellen. Ich selbst möchte jetzt auf jeden Fall immer donnerstags zu einem Naturtreff mit ihm gehen, der von Eltern eines Naturkindergarten organisiert wird. Der ist immer am Nachmittag, dauert zwei Stunden und ich denke, dass uns beiden die Zeit im Wald gut tut und mir Inspiration für eine Zeit nach dem Spielplatz bringt.

Ja, diese Krippe wäre unser absoluter Favorit von allen anderen Institutionen. Eine feste Platzzusage ist allerdings erst ab dem 7. April möglich, da dann die Stadt München die Kinderkrippen anweist ihre Zu- oder Absagen an alle interessierten Eltern zu verschicken.

Gespräch mit meinem Arbeitgeber

Neben dem tollen Gespräch mit der Krippe war ich gestern noch bei meinem Arbeitgeber. Es geht um die Rückkehr aus meiner Elternzeit, die ja nun im Oktober endet. Für mich war es wahnsinnig wichtig frühzeitig mit meinem Chef in Kontakt zu treten, da sie ja auch schauen und planen müssen, wo ich unterkommen kann. Zudem möchte ich gern nur Teilzeit, d. h. 20 Stunden die Woche arbeiten.

Obwohl wir nur kurz gesprochen haben, war es doch so neu für mich. Unsere Büros sind jetzt umgezogen in den 13. Stock, alles sieht irgendwie anders aus, die Struktur des ganzen Unternehmens hat sich in den letzten 1,5 Jahren auch geändert. Viele die ich kannte, sind nun nicht mehr da und neue sind dazugekommen. Manchmal denke ich schon, dass es einfacher wäre in einen Großkonzern zurückzukommen, als in ein Internetunternehmen. Wobei mein Arbeitgeber noch zu den größeren und gesetzteren gehört, als kleine Start-ups.

Ich glaube es war gut, dass ich meinen Chef schon jetzt über die Zeitplanung hinsichtlich der Krippe aufgeklärt und meinen Wiedereinstieg auf Mitte/Ende Oktober angegeben habe, da ich mir so gar keine Vorstellung vom Ablauf der Eingewöhnung machen kann.

Wir sind dann so verblieben, dass er sich bei mir melden wird zwecks Aufgabengebiet und ich mich bei ihm melde, was die Krippe und die Terminierung für die Eingewöhnung anbelangt. Als ich aus seinem Büro raus bin, habe ich noch kurz mit ein paar Kollegen gesprochen und dann ging es schon wieder zurück nach Hause. Mein Freund, der sich einen halben Tag Urlaub genommen hat, war schon sehr erstaunt, dass es so kurz war, aber was soll ich machen. Alles was geklärt werden musste, habe ich geklärt und nun heißt es warten.

Die nächsten Monate werden sicher nochmal spannend für uns drei und das ist zum Glück ja auch gut so. 🙂

17Feb/16

Montessori: Infoabend in der Krippe „Kleiner Budenzauber“ in München

Gestern fand endlich der von mir so lang ersehnte Infoabend der Montessori Krippe „Kleiner Budenzauber“ in München Ramersdorf statt. Offizieller Beginn war 19:00 Uhr, doch die netten Mitarbeiterinnen öffneten für uns Interessenten schon früher das Haus. Nachdem wir von einer Erzieherin an der Eingangstür begrüßt wurden und sie uns kurz erklärte, wie der Ablauf des Abends ist, zogen wir unsere Jacken und Schuhe, auch die von Nepo natürlich, aus, trugen uns auf die Anwesenheitsliste ein und betraten die Räumlichkeiten.

Beginn des Rundgang: Im Erdgeschoss regieren die „großen“ Kinder

Im Erdgeschoss befinden sich die Räume für die größeren Kinder. Gleich am Eingang stand, sehr zu Nepos Entzücken, eine Parkgarage mit Autos und einem Hubschrauber. Er war natürlich gleich hin und weg und quietschte ganz aufgeregt. Die Autos drückte er auch gleich einer Erzieherin in die Hand, während ich ihn beobachtete und an dem kleinen Esstisch Platz nahm. Der Esstisch umfasst, wenn ich mich richtig erinnere, nur drei Plätze, da in dieser Krippe die Erfahrung gemacht wurde, dass zu viele Kinder am Tisch für Unruhe sorgen. Das kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen, denn am Vormittag haben wir nach dem Spielraum im Montessori21 auch zusammen Brotzeit gemacht. Zwar animieren andere Kinder Nepo zum Essen, aber sobald ein Kind aufspringt, ist Nepo auch auf und davon. Ihn wieder an den Tisch zu bitten, ist sehr schwierig bis aussichtslos. Trotzdem finde ich die gemeinsame Brotzeit nach dem Spielraum super und Nepo geniesst sie auch.

Zurück zum gestrigen Abend und dem Kleinen Budenzauber: Nachdem Nepo die Autos nicht mehr interessant fand, gingen wir in den großen Bewegungs- und Spielraum. Die Hengstenberg Geräte kennen wir beide aus dem Spielraum und ich liebe sie. Nepo normalerweise auch, nur diesmal stand eben auch ein Korb mit Autos (juhu, noch mehr Autos) rum und er stürmte so fort ganz aufgeregt hin, wedelte wild mit den Armen und wusste gar nicht, welches Auto er zuerst aus dem Korb nehmen soll. Mein Freund blieb bei ihm, sodass ich mir in der Zeit die Schlaf- und Wickelräume anschauen konnte. Ich liebe diesen Wickelaufsatz, den ich schon so oft in Büchern und Videos über das Lóczy gesehen habe. Leider haben wir zuhause kein solch einen Wickelaufsatz. Zum einen, weil Nepo schon sechs Monate alt war, als ich Emmi Pikler für uns entdeckt habe, zum anderen haben wir nur 66 qm und eine Dachgeschosswohnung, sodass wir sehr wenig Platz gehabt hätten. Auch sonst war alles kindgerecht eingerichtet, sodass die Kinder sich selbständig waschen und auf Toilette gehen können. Zurück im großen Raum, schaute ich mir die Spielecke an und freue mich, dass dort der Grimm Regenbogen in einer anderen Ausführung stand. Ich würde zu gern wissen, wie oft der genutzt wird, denn unserer zuhause ist nicht sehr gefragt. 🙁

Exkurs: Laufgitter zur ungestörten Entfaltung und altershomogene Gruppen

Dieser große Raum ist, wie auch der große Raum im Obergeschoss durch Gitter getrennt, die an ein riesiges Laufgitter erinnern. Ich kenne diese Abgrenzung aus den Pikler Videos und aus dem Montessori21 Haus, trotzdem waren wohl einige irritiert, weil diese Gitter scheinbar nicht so recht zur freien Entfaltung passen. In der späteren Inforunde, an der alle Eltern teilnahmen, erklärte dann die Krippenleiterin, dass die Trenngitter zum Schutz der unterschiedlich entwickelten Kinder dienen. So ist gewährleistet, dass ein Kind, dass noch nicht so gut laufen kann, trotzdem seinen Bewegungsdrang in einem ausreichend großen Bereich ausleben kann, ohne eventuell von Kindern gestört zu werden, die schon sehr sicher laufen. Die Gitter sind auch keine Wände, sodass das die Kinder jederzeit mit den anderen Kindern interagieren können.

Wo ich gerade beim Schutz der Kinder bin. Im Budenzauber gibt es keine altersübergreifenden Gruppen, weil sie die Ansicht vertreten, dass sich jedes Kind so entwickeln sollte, wie es der innere Bauplan vorsieht. Sind Kinder mit größeren Kindern zusammen, orientieren sie sich vielleicht an den größeren, versuchen mitzugehen und gehen Entwicklungsschritte, für die sie vielleicht noch nicht bereit sind. Die Krippenleiterin hat dann aber gleich die Anmerkung gegeben, dass es bei Geschwisterkindern natürlich etwas anderes ist. 

Dies nur als kleiner Zwischenruf. Nachdem wir uns das Erdgeschoss angeschaut haben, ging es ins Obergeschoss, wo später dann auch die große Inforunde stattfand.

Obergeschoss: Das Reich der Kleinen

Als wir im Obergeschoss waren, gingen wir erst an den Garderoben der kleineren Krippenkinder vorbei. Durch einen Flur und am Bad vorbei kamen wir in den Essbereich, wo zwei Lózcy Bänkchen standen. Dort erklärte eine Erzieherin, werden die Kinder eins zu eins gefüttert. Das heißt vor jedem Kind sitzt die jeweilige Bezugsperson der Krippe und begleitet das Kind durch die Essenssituation. Diese intensive Betreuung entspricht dem Gedanken von Emmi Pikler, die ja der Pflege und Hygiene sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet hat und die Erzieher bzw. Betreuer sich nur immer auf ein Kind einlassen, dafür aber zu 100 Prozent.

Durchquert man den Essbereich steht man im großen Spiel- und Bewegungsraum. Hier finden sich auch wieder abgegrenzte Bereiche, in denen sich die Kinder frei entfalten können. Offene Betten laden zum ausruhen ein, die Rampen zum Klettern oder wie Nepo es immer liebt, zum Rutschen.

In diesem großen Raum fand dann auch der Infoabend statt. Für die Kinder war das super und speziell für Nepo war es fast wie Spielraum, nur mit ganz wenig Kindern und sehr vielen Zuschauern.

Ablauf der Infoveranstaltung

Nachdem sich alle Eltern in diesem großen Raum eingefunden hatten, begann die Krippenleiterin mit der Infoveranstaltung. Wir Eltern saßen auf dem Boden oder auf den kleinen Hockern. Hinter uns an der Wand war ein Geburtstagskreis und siehe da dort war auch ein Junge, den ich in PEKiP im Alter von drei Monaten kennengelernt habe. Scheinbar habe nicht nur ich gemerkt, dass Pikler viel besser als PEKiP ist. 😉

Durch die Infoveranstaltung führte die Krippenleiterin, die zuerst sich vorstellte, danach kamen die Mitarbeiter an die Reihe. Als nächstes folgte die Erläuterung des Konzepts von Emmi Pikler, abgerundet wurde die Theorie durch praktische Beispiele aus dem hiesigen Krippenalltag. Ein Video zeigte beispielsweise, wie die Essenssituation im Obergeschoss, also bei den Kleineren gestaltet wird. Dann wurden noch einige Bilder gezeigt und mit Informationen rund um den Tagesablauf abgerundet. Neben den Mitarbeiterinnen kamen auch zwei Frauen vom Vorstand bzw. von der Elternarbeit zu Wort. Besonders die Elternmitarbeit und der Bewerbungsprozess wurden angesprochen.

Irgendwann bekam Nepo Hunger und ich verließ mit ihm und einer Brezel den Raum, setzte mich mit ihm an das Loczy Essbänkchen und versuchte noch etwas aus der Runde mitzubekommen.

Obwohl Nepo dann munter durch das Obergeschoss spazierte, konnte ich einen großen Teil der Informationen mitbekommen. Den Rest hat mein Freund, der im Raum geblieben ist, mitgenommen. Ich bin da sehr froh drum, weil ich ja als hochsensibler Mensch nicht nur die Worte aufnehme, sondern Gerüche, Mimiken und Gestiken. Es kann also sein, dass ich vor lauter vergeblicher Filterversuche einfach mal was überhöre. Überraschenderweise habe ich aber, obwohl ich draußen war fast alles mitbekommen, inklusive der Fragerunde.

So weiß ich nun, dass auch der Budenzauber einen Spielraum plant, für den wir dann auch gleich mal unser Interesse bekundet haben. Ob er in der Altersklasse von Nepo stattfindet, weiß ich allerdings nicht, denn der Großteil der vorgemerkten Kinder ca. ein Jahr jünger sind und mittlerweile weiß ich schon, dass das ein riesiger Unterschied ist.

Mein Fazit zum Infoabend

Alles in allem war es für uns ein informativer Abend, auch wenn mir klar wurde, dass es sehr hart wird dort einen Platz zu bekommen.

Für mich beginnt jetzt die Arbeit. Am Wochenende werde ich die Bewerbungsmappe fertigmachen. Heute hatte ich im Spielraum schon unseren Narrative Clip dabei und ein paar Fotos von Nepo im Spielraum gemacht.

Ich bin wirklich gespannt, ob es reicht für einen Platz. Auf jeden Fall sind wir jetzt schlauer und es bleibt spannend. 😀

 

15Feb/16

Vorträge im Montessori21 Haus

Nachdem ich schon vor kurzem über Vorträge und Events im Café Glanz geschrieben habe, möchte ich das gleiche jetzt auch für das Montessori21 Haus tun. In diesem sind wir jeden Dienstag zum „Miteinander wachsen“ Kurs, den ich sehr empfehlen kann.

Hier sind die Vorträge, die sich alle sehr spannend anhören in chronologischer Reihenfolge. Ich habe jetzt einfach die Beschreibung von der Website übernommen.

Kinder verstehen und begleiten: Zum sprachlichen Umgang in Konfliktsituationen (Vortrag)

Anhand von mitgebrachten Beispielen aus dem Erziehungsalltag mit leiblichen Kindern, Stiefkindern, Pflege- und Adoptivkindern suchen wir nach einer „Sprache“, die unsere Kinder erreicht.

Montag, 29.02.2016

Anmeldung bei anke.laukemper@sichere-bindung-muenchen.de

Umgang mit starken Gefühlen und Aggressionen (Vortrag)

Konflikte erzeugen starke Gefühle, die sich oft wie ein Vulkanausbruch nach außen zeigen. Das erleben Eltern mit ihren Kindern, aber auch Erwachsene untereinander. Von den Beteiligten wird das in der Regel als destruktiv empfunden. Die Energie, die sich darin zeigt, bietet zugleich eine Chance, in „echten“ Kontakt miteinander zu kommen. Dazu möchte der Abend anhand von Impulsen aus „der Gewaltfreien Kommunikation“ einen Beitrag leisten.

Donnerstag, 17.03.2016

Anmeldung bei dorothee.blaess@wesensentfaltung.de, 08024-477546

Beziehungsvolle Pflege mit Säuglingen und Kleinkindern nach Emmi Pikler (Vortrag)

Die ungarische Kinderärztin Dr. Emmi Pikler zeigte in ihrer lebenslangen Arbeit mit Säuglingen und Kleinkindern, welche Bedeutung die feinfühlige, beziehungsvolle Pflege für die Entfaltung der Persönlichkeit des Kindes hat. Wir erarbeiten anhand von Beispielen, wie das Kind z.B. Wickelsituationen als bedeutungsvollen Moment der Beziehung, der ungeteilten Zuwendung vom Erwachsenen sowie der Selbstwirksamkeit und der eigenen Kompetenz erlebt.

Dienstag, 26.04.2016

Anmeldung bei silvia.neunert@montessori21.de

Einführung in die Sandspieltherapie: Ein Abend zum Kennenlernen der tiefenpsychologischen Sandspieltherapie nach Dora M. Kalff (Vortrag)

Im Spiel stellen sich Kinder dar, sie kommunizieren über das Spiel und drücken in symbolisierter Form wichtige Botschaften aus. Der freie und geschützte Raum des Spiels ist besonders dafür geeignet, um bestimmten Verhaltensweisen nachzuspüren und Heilungsprozesse in Bewegung zu bringen.
An diesem Abend will ich Ihnen einen Einblick in die Sandspieltherapie geben und an einigen Beispielen aufzeigen, wie Kinder damit umgehen.

Montag, 30.05.2016

Anmeldung bei anton.blusch@t-online.de, Tel. 08196/858

Krippe, Tagesbetreuung, Elternzeit? – Bindungsorientierte Entscheidungshilfe für Eltern (Vortrag)

Eltern haben die freie Wahl – Elternzeit, Krippe oder Tagesbetreuung.

Was dies für alle Beteiligten bedeutet, damit setzen wir uns an diesem Abend auseinander. Sie erfahren, welche Entwicklungsschritte ein Kind im ersten Lebensjahr beim Aufbau einer sicheren Bindung macht und welche Bedeutung dies für Sie als Eltern und alle weiteren Bezugs-Personen hat.

Donnerstag, 23.06.2016

Anmeldung bei brigitte.forstner@sichere-bindung-muenchen.de

Alle Veranstaltungen finden von 19:30 – 21 Uhr statt und kosten 15 EUR pro Abend.

Für mich sind auf jeden Fall spannende Themen dabei und ich werde die Gelegenheit sicher nutzen, um einen Einblick in die Sandspieltherapie zu bekommen. Auch eine Auffrischung bezüglich Emmi Pikler und den sprachlichen Umgang in Konfliktsituationen ist für mich wichtig.

14Feb/16

Das Konzept der Montessori Kinderkrippe „Kleiner Budenzauber“

Vor einigen Wochen habe ich Nepo über den Kitafinder der Stadt München für die Kinderkrippe „Kleiner Budenzauber“ angemeldet. Am 16.02.2016 findet dort ein Informationsabend statt, zu dem alle interessierten Eltern eingeladen sind. Da es sich um eine Montessorikrippe handelt, werden wir uns die Einrichtung zu dritt ansehen: Mein Freund, Nepo und ich. Uns beiden ist das Thema „Montessori“ so wichtig, dass sich auch mein Freund ein Bild von der Krippe machen kann. Nepo ist dabei, weil wir hier weder Großeltern noch einen Babysitter haben, die auf ihn aufpassen können.

Heute nutze ich den Mittagsschlaf von Nepo, um mich intensiv mit dem Konzept des Kleinen Budenzauber auseinanderzusetzen und mir die wichtigsten Sachen hier zu notieren. Der Post ist für mich also auch eine Hilfestellung, um mir auch noch mal klar zu werden, warum wir genau in diese Krippe möchten. Um nicht in Prosa zu verfallen, mache ich vieles einfach stichpunktartig mit ein paar Anmerkungen von mir.

Gründung

Februar 2007

Lage

Freistehendes, zweistöckiges Einfamilienhaus mit kleinem Vorgarten und großzügig angelegtem Garten hinter dem Haus, in einer ruhigen Wohnsiedlung in Ramersdorf. Die Anfahrt ist sowohl mit den öffentlichen, als auch mit dem Auto gut möglich. (Notiz: Wir planen den Kauf eines Lastenfahrrads und laut Google Maps ist per Fahrrad mit einer Fahrzeit von ca. 16 Minuten zu rechnen. Ich kenne die Strecke schon einigermaßen, muss am Dienstag aber selber erst mal schauen, wo wir genau hin müßen. Der Garten ist für mich sehr wichtig, da ich Wert darauf lege, das Nepo viel an der frischen Luft ist, aber ich denke, dass macht eh jede Mutter.)

Die Kinderkrippe stützt ihre pädagogische Arbeit nicht nur auf die Erkenntnisse von Emmi Pikler und Maria Montessori, sondern auch auf Elfriede Hengstenberg. (Notiz: Was ich sehr begrüße, da mir unsere Spielraum-Kursleiterin doch immer wieder von Elfriede Hengstenberg und ihrem Bewegungskonzept vorschwärmt.)

Konzeption

Eine enge Mitarbeit zwischen Fachpersonal und Eltern ist in der Satzung fest verankert. Ziel dieser Verankerung ist es den Eltern das hineinwachsen in die konzeptionelle Arbeit der Einrichtung zu ermöglichen. Hierfür ist es auch notwendig, die Eltern in ihrem Wirken stärker einzubinden, als es zum Beispiel in städtischen Krippen der Fall wäre. Laut der Konzeption ist der Krippenalltag durch Betreuung, Erziehung und Bildung geformt und soll bewirken, dass Krippe und Elternhaus annähernde Auffassungen vertreten, was das Aufwachsen der Kinder anbelangt.(Notiz: So eine Einstellung ist für mich wichtig und ich befürworte das, denn ich als „Laie“ bin für Anregungen von „Profis“ dankbar. Da wir jetzt schon zuhause nach Pikler und Montessori handeln, stellt diese Verknüpfung zwischen Krippe und Elternhaus kein Hindernis dar, sondern ist für mich logisch.)

Bild vom Kind

Neben der Frage wie „Wie betrachten wir das Kind, eher als unfertiges Objekt oder als aktiv agierender Partner?“ beeinflussen sowohl die Pikler Pädagogik als auch die Grundlagen von Maria Montessori das Bild vom Kind. Im Kleinen Budenzauber wird der Gedanke des gegenseitigen Respekts und der Achtsamkeit gelebt. Er ist der Maßstab für die Arbeit der Erzieherinnen. Jedes Kind wird als eigenständiges Individuum angesehen dem respektvoll auf individuelle Bedürfnisse, Neigungen und Ideen begegnet wird. (Notiz: Genau diese praktische Umsetzung der Gedanken von Pikler und Montessori ist für mich sehr wichtig)

Gruppen

Es gibt zwei Gruppen mit je 12 Kinder. Die Aufteilung erfolgt nach dem Alter, also eine Gruppe mit ein- bis zweijährigen und eine Gruppe mit zwei- bis dreijährigen.

 


 

Der Bereich „Philosophie und pädagogische Arbeit“ umfasst vor allem die Wiedergabe der Konzepte von Emmi Pikler, Elfriede Hengstenberg und Maria Montessori. Für mich immer wieder spannend zu lesen, trotzdem werde ich dieses Kapitel nicht speziell hier aufführen.

Relevant für den Informationsabend wird es dann wieder ab dem Bereich „Tagesablauf“.

Rolle der Erzieherin und Eingewöhnungszeit

Bevor die eigentliche Eingewöhnungszeit beginnt, bietet der Kleine Budenzauber sogenannte „Vorgruppentreffen“ an, die im Juni stattfinden und damit noch vor Beginn des Krippenjahres liegen. In einem Turnus von zwei Wochen können sich je sechs Kinder mit ihren Eltern und den Erzieherinnen in der Kinderkrippe treffen, in diesen Treffen werden auch die jeweiligen Bezugserzieherinnen festgelegt. Dieses frühe Zusammentreffen begünstigt die spätere Eingewöhnung, die nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell erfolgt. (Notiz: Wichtig ist für mich, dass sich die Erzieherinnen viel Zeit für Kind und Eltern nehmen, da sie wissen wie schwer eine Trennung sein kann. Ich denke ich würde das brauchen, denn aktuell verbringen wir wirklich jeden Tag und jede Stunde miteinander.)

Gemeinsames Spiel

Neben dem Freispiel gibt es die offenen Angebote einer vorbereiteten Umgebung. Letztere entspricht dem motorischen Entwicklungsstand der Kinder und regt sie an selbst aktiv zu werden, ohne die Hilfe des Erwachsenen in Anspruch zu nehmen. Für die vorbereitete Umgebung stehen den Kindern Montessori Materialien zur Verfügung. Das Freispiel bietet für die Kinder Hengstenberg Materialien mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Möglichkeiten zur freien Entfaltung an. Ähnlich wie im Spielraum haben die Kinder hier die Möglichkeit miteinander in Kontakt zu treten und selbst und frei zu entscheiden mit was sie spielen.

Ruhe und Schlafen

Neben der Bewegung bildet vor allem das „Innehalten“ eine relevante Säule im Budenzauber. (Notiz: Wichtig für mich sind Ruhe- oder Leseecken, weil sich Nepo doch ab und an reizüberflutet fühlt.

Essensituation

Das Essen wird täglich frisch und ohne Farb- und Konservierungsstoffe gekocht und auf Bio Wert gelegt. Jedes Kind kann für sich individuell entscheiden, wann es die Brotzeit oder das Mittagessen einnimmt. Für die Kinder in Nepos Alter stehen kleine Tische und Stühle zur Verfügung. Getränke stehen für die Kinder jederzeit zur Verfügung. (Notiz: Ich hoffe das sich die Gruppendynamik positiv auf Nepos Essverhalten auswirkt und kann es nur begrüssen, dass jedes Kind inidividuell entscheiden kann, wann es isst.)

Pflegesituation

Die achtsame Pflege orientiert sich an der Pikler-Pädagogik. (Notiz: Für mich sehr wichtig, da wir zuhause doch oft in der Hektik des Alltags dieses Vertraute, dass aus der Pflege entsteht, vollkommen aus den Augen verlieren.)

Ankommen und Verabschieden

Das Ankommen und Verabschieden wird in der Krippe als kleines Zeremoniell gestaltet. Zu den Bringzeiten steht immer die gleiche Erzieherin in der Garderobe bereit und empfängt die Kinder und die Eltern. Die Zeit des Ankommens nutzt die Erzieherin, um mit dem Kind in Kontakt zu kommen und eventuell an Erlebnisse des vergangenen Tages anzuknüpfen, die die Eltern erzählen. Natürlich kommen auch die Kinder zu Wort. Während der Zeit des Ankommens werden keine schwierigen Themen oder Konflikte angesprochen, um dem Kind einen guten Start in den Krippentag zu ermöglichen. Bei der musikalischen Verabschiedung durch die Erzieherin wird dem Kind genügend Zeit gegeben, sich selbständig anzuziehen. Mit diesem Ablauf ist der Krippentag für das Kind beendet.

Qualitätssichernde Maßnahmen

In diesem Bereich geht es vorwiegend um die Weiterbildung des Fachpersonals. Zudem wird die Notwendigkeit von Elternabenden aufgezeigt. Auch auf die Mitarbeit der Eltern wird hier eingegangen. Das die höher ist, als in städtischen Krippen wurde ja schon bereits am Anfang gesagt.

 


 

Auf die Bereiche „Public Relations und Spenden“, sowie „Hygiene und Sicherheit“ gehe ich in diesem Beitrag noch nicht ein.

Nachdem ich nun die Mittagspause von Nepo genutzt habe, um mich intensiv mit dem Konzept der Kinderkrippe auseinandersetzen, werde ich heute Abend damit verbringen, um nochmal aufzuschreiben, warum genau diese Krippe für uns so wünschenswert wäre.

02Feb/16

Montessori: Ordnung für Nepos Spielregal

Aktuell beschäftigt mich gerade wieder die Frage, wie wir unser Schlafzimmer bzw. das Spielzimmer von Nepo „Montessori Konform“ gestalten können. Dabei geht es in erster Linie darum eine Struktur und Übersichtlichkeit in das Zimmer zu bringen, was aktuell bei Nepos Spielregal am dringendsten ist.

Alltag frisst die Ordnung auf

Obwohl wir durch unseren Minimalismus schon sehr viel Ordnung und Struktur in unsere Wohnung gebracht haben, so gibt es doch Baustellen, die immer und immer wieder aufbrechen. Gerade der Alltag sorgt dafür, dass ich Dinge zwar immer versuche auf ihren „Ur-Zustand“ zurückzubringen, aber ihn konsequent Tag für Tag beizubehalten, ist fast nicht möglich.

Beispiel: Die Schubladen des weißen IKEA Regal

IMG_0824

Als ich meine Wohnung aufgelöst habe, entschied ich mich dazu ein Regal, das ich damals hochkant genutzt habe, in quer für Nepos Spielsachen zu nutzen. Mir schien das Regal entsprach den gängigen Montessoriregalen, die ich auf verschiedenen Websiten und Einrichtungen gesehen habe. Wir lieben dieses weiße und schlichte Regal und nutzen es gern, um einen überschaubaren Teil von Nepos Spielzeug darin aufzubewahren.

Nur schaffen wir es leider nicht im Alltagsstress die oft immer wieder hergestellte Ordnung einzuhalten. Allem voran der Stress am Abend, der entsteht, wenn wir kurz bevor Nepo ins Bett geht alles aufräumen müssen. Während die oberen Fächer einfach sind und sich das Spielzeug dort immer aufgeräumt ist, laden die unteren Boxen gerade dazu ein alles einfach hineinzuwerfen.

Sowohl mein Freund, als auch ich verlieren irgendwann den Überblick über mein ursprünglich eingeführtes System. Bei mir hat jede Box eine Funktion.

Die erste Box zum Beispiel beinhaltet Steckübungen. Hier sind die Materialien verstaut, mit denen Nepo Dinge zuordnen kann. Zum Beispiel eine Box mit Öffnungen in Dreiecks-, Quadrat- oder Sternenform. Die zweite Box beinhaltet Materialien zum Schrauben und Öffnen, sprich Teedosen, Becher mit Deckel oder sein Schraubbrett mit vier Schraubverschlüssen. In der dritten Box befindet sich alles rund um das Thema „Schütten“. In der vierten Box sind seine Bauernhoftiere aufbewahrt. Diese Logik vergessen wir oft im abendlichen Aufräumstress und so landen regelmäßig Schüttdinge in der Steckbox und Teedosen bei den Tieren. Etwas, was mich immer wieder ärgert, weil ich am nächsten Morgen, wenn ich die Umgebung für Nepo vorbereite immer suchen muss.

Die Lösung: Fotos mit den Inhalten der Box

Fotos vom Inhalt der Box

Als wir vorletzte Woche nach dem Elternabend im Montessorihaus nur kurz einen Abstecher in die Kinderkrippe gemacht haben und eine Führung erhielten, sah ich endlich mal in „echt“ die Organisation von Ablagefächern mit Bildern. Ich hatte das schon öfters gesehen, dachte aber, dass es bei Nepo jetzt vielleicht noch zu früh ist. Da dieses System aber schon in der Kinderkrippe angewendet wird, werde ich wohl auch welche erstellen.

Online Fotoservice statt Fotodrucker

Für mich heißt das dann einfach, dass ich Bilder von den Inhalten der Boxen mache und sie außen an die Box hänge. So wissen wir beide auch im abendlichen Aufräumchaos, wo was hingehört. Zudem weiß Nepo dann auch schon, wo was zu finden ist, auch wenn er eher auf die vorbereitete Umgebung anspringt, als sich selbst was aus den Boxen zu holen.

Jetzt kommen wir aber schon zur Herausforderung: Da wir keinen Drucker haben und uns ehrlich gesagt aus Minimalismusgründen keinen anschaffen werden und leider auch nicht über eine Polaroidkamera verfügen, stellt sich die Frage, wie ich denn an die Fotos komme. Am einfachsten und bequemsten mache ich das einfach wie immer über einen Fotoanbieter, bei dem ich dann einfach meine Bilder hochlade und sie mir zuschicken lasse. Super finde ich bei Anbietern, wie zum Beispiel ColorFotoService, dass ich nicht nur Fotos entwickeln kann, sondern mir auch verschiedene Formate und Größen raussuchen kann. Für unsere Box wäre das Polaroidformat das ideale, da ich dort auch gleich vermerken kann, was sich hinter dem Bild verbirgt.

Das Aufwändigste an den ganzen Bildern ist einzig das „Fotoshooting“ der vielen Inhalte, denn ich muss meine ganzen Boxen schon im Vorfeld aufbauen, da ich die Spiel- und Lernmaterialien in den Boxen mittlerweile regelmäßig, so alle 14 Tage rotiere und Dinge austausche. Die Bilder selbst hochladen und in das richtige Format einfügen, geht heutzutage ja super bequem und sehr einfach.

So, jetzt werde ich mich mal wieder an Nepos Regal begeben und wieder die Dinge richtig in die Boxen ordnen. Was man eben so tut an einem regnerischen Tag.

Alles Liebe,
Mareike