Category Archives: Minimalismus

03Nov/15

Neue Erfahrungen dank Konsumauszeit

Heute ist der Tag 3 meiner Konsumauszeit. Während ich mich die letzten beiden Tage so gar nicht mit dem Thema befassen konnte, hatte ich heute sehr viel Zeit. Der Grund hierfür liegt natürlich auch an meinem defekten iPhone, ohne das ich nun unterwegs bin.

Heute morgen ging es für Nepo und mich in die offene Kinderbetreuung des Café Glanz. Dort verbrachte ich tolle Stunden und gab das einzige Geld für heute für einen Latte Macchiato aus. Ich las die dort ausgelegte Zeitung, fütterte Nepo, unterhielt mich mit anderen Müttern und den Angestellten. Und all das ohne einmal mein Handy zu vermissen. Die Kosten für den Latte Macchiato waren auch die einzigen für heute und beliefen sich auf 2,50 Euro.

Nepos TurnlandschaftDann gingen wir zurück nach Hause, weil Nepo seinen wohlverdienten Mittagsschlaf brauchte. Das Wetter war herrlich und ich beschloss, dass ich heute sicher nicht in die Stadt zum Apple Store laufe, sondern lieber nachmittags Zeit mit Nepo auf dem Spielplatz verbringe. Da Nepo sehr lange schlief, konnte ich für ihn vorkochen, die Wohnung wischen, Wäsche ansetzen und alles sauber machen.

Dann baute ich für ihn eine kleine Turnlandschaft im Wohnzimmer auf, damit er mal durch etwas hindurch krabbeln konnte oder über verschiedene Kissen laufen kann.

Dabei habe ich mir überlegt, dass heute der perfekte Tag wäre, um das erste Mal mit Nepo joggen zu gehen. Ich habe es immer vor mir hergeschoben, weil ich nur mit Musik laufe, doch da jetzt mein iPhone kaputt war, beschloss ich nach dem Spielplatz eine Runde laufen zu gehen.

Das 1. Mal joggen mit KinderwagenIch war das erste Mal in Laufklamotten auf dem Spielplatz, was schon ein merkwürdiges Gefühl war. Nach einer Stunde im Sand buddeln, ging es dann los. Zugegeben war Nepo etwas irritiert, als der Kinderwagen plötzlich schneller wurde, aber er hatte voll Spaß dran. Er quietschte und klatschte, als wir Gefälle runterliefen und schaute links und rechts, als ich mühsam eben auch wieder Berge hochlaufen musste. Mehr als fünf Kilometer schaffte ich nicht. Es war so anstrengend, dass ich schon nach ein paar hundert Metern dachte, ich wäre bei Kilometer 30 des New York Marathon. Nie hätte ich geglaubt, dass ein Kinderwagen so einen Unterschied macht. Vielleicht war es aber auch die fehlende Musik, die sonst meinen Atem übertönt. Aber egal wie anstrengend es war, ich war einfach super glücklich und werde sicher bald wieder mit Nepo laufen gehen. 🙂

Noch letzte Woche hätte ich die Zeit nach dem Spielplatz sicher in einem Kindercafé verbracht, aber so bin ich eben gelaufen und wir beide hatten viel Spaß.

Morgen werden wir einen Indoor Spielplatz besuchen, der über Spenden finanziert wird, also keinen Eintritt kostet. Brotzeit dürfen wir mitbringen, Kaffee und Tee wird dort angeboten. Ich bin so gespannt, denn wir waren noch nie in einem Indoor Spielplatz. Ich werde morgen auf jeden Fall berichten, wie es war.

Ich wünsche euch noch einen entspannten Abend

Liebe Grüße

Mareike

02Nov/15

Wie Apple in meine Konsumauszeit reinpfuscht

Heute habe ich den zweiten Tag der Konsumauszeit „überstanden“. Es war ein Montag und ich hätte mir für das Versagen meines iPhones keinen schlechteren Moment in dieser Woche aussuchen können.

Schon vor langer Zeit hatte ich für heute einen Termin geplant. Da ich Nepo zu diesem Termin nicht mitnehmen konnte, kamen die Großeltern heute extra aus Augsburg vorbei, um für ein paar Stunden auf ihn aufzupassen. Nachdem ich also den Großeltern die wichtigsten Infos zum essen, wickeln und anziehen gegeben hatte, verließ ich die Wohnung mit dem Hinweis, dass sie mich jederzeit auf meinem Handy erreichen könnten.

Just, als ich in die U-Bahn Richtung Marienplatz stieg, hängte sich mein iPhone mal wieder auf. Also startete ich es komplett neu, woraufhin es sich gleich wieder aufhängte und ich es nicht mehr neu starten konnte. Egal was ich drücken wollte: Nichts ging mehr. Ich war so verzweifelt und sauer, am liebsten hätte ich das Scheissteil einfach in den U-Bahn-Schacht geschmissen.

Da ich bis zu meinem Termin noch Zeit hatte, ging ich kurz im Apple Store vorbei – in der Hoffnung kurzfristig Hilfe zu bekommen. Man bekommt natürlich keine Hilfe, schon gar nicht kurzfristig. Ich solle morgen wiederkommen, weil Termine für den nächsten Tag machen sie nicht. Apple geht mir schon seit einiger Zeit auf den Geist und solche grandiosen Fehlschüsse wie die Apple Watch befriedigen mich auch nicht wirklich.

Während des ganzen Termins dachte ich an mein kaputtes iPhone. Aber es war nicht die Tatsache, dass ich nicht an meine Mails, sozialen Netzwerke oder sonstigen Kram rankam. Nein, die Unerreichbarkeit für die Großeltern war für mich das unerträglichste. Ich machte mir die ganze Zeit Gedanken, weil sie mich nicht erreichen konnten und ich sie auch nicht.

Mir fiel ein, dass mein iPhone mir mein Leben so „vereinfacht“ hatte, dass ich ja noch nicht mal die Nummer meines Freundes wusste, geschweige denn die Nummer der Großeltern. Wenn mir was passieren würde, wer würde ihn kontaktieren? Es gäbe rein gar keine Möglichkeit irgendjemand zu informieren, weil ich alles digital verwaltet habe.

Ich war plötzlich so sauer auf mich, dass ich es zugelassen habe, dass mein ganzes Leben in diesem kleinen Smartphone steckte. Seit 2005 nutze ich Apple Produkte und merke erst jetzt, dass ich in diesem Universum gefangen bin. Es ist nicht Facebook oder Google, die mich im Griff haben. Nein, es ist Apple.

Wenn man die Kontrolle über sein Handy verliert und auf die Hilfe irgendwelcher Techies im Apple Store angewiesen ist, um so grundsätzliche Dinge wie Telefonnummern, Bilder oder Nachrichtenverläufe wieder herstellen zu lassen, dann sollte das einen schon mehr als nachdenklich machen. Schlimmer stelle ich mir nur den Diebstahl des iPhone vor. Wenn schmierige Finger sich an den Bildern und persönlichen Informationen von mir und meinen Liebsten zu schaffen macht, hoffe ich nur, dass Apple irgendwann den Selbstzerstörungsmodus einführt, der dann zu einer Explosion des iPhone führt und dafür sorgt, dass der Dieb nie wieder ein Handy klaut.

Ich schwankte zwischen Verärgerung über den nicht erbrachten Support des Apple Store und dem Trotz, dass iPhone einfach kaputt und nutzlos in der Schublade liegen zu lassen. Wenn ich morgen in den Store laufe, dann nur, weil ich monatlich 40 EUR an die Telekom zahle, damit ich weiter der gläserne, immerfort konsumierenden Mensch bleibe, der ich bis Anfang des Jahres war.

Vielleicht musste das heute passieren. Vielleicht musste heute am zweiten Tag meiner Konsumauszeit einer meiner wichtigsten Wegbegleiter im Alltag ausfallen, damit ich mal ordentlich über meine Abhängigkeit von digitaler Technologie nachdenke.

Als ich auf dem Heimweg war, lief ich über die Kaufingerstraße. In Bayern sind gerade Herbstferien, es ist Anfang des Monats und damit perfekte Shoppingstimmung für viele. Und so sah ich fast nur Menschen mit Tüten. Plastik oder Papier, groß oder klein, Gucci oder H&M – ich sah nur noch Konsum um herum. Doch egal in welches Schaufenster ich schaute, nichts konnte mich irgendwie erwärmen, begeistern oder zum staunen bringen. Der Verlust meines iPhone hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

Mein einziger Gedanke galt meinem Sohn und ob die Großeltern eine gute Zeit mit ihm hatten. Also stieg ich in die U-Bahn und flitzte an unser Haltestelle die Rolltreppen hoch. Als ich die letzte Rolltreppe zur Oberfläche hochlief, kamen die drei gerade die Straße entlang gelaufen. Ich habe den Kleinen sofort gesehen und er mich. Es war so wunderbar und so überraschend. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich ohne Absprache am U-Bahn Ausgang trifft, obwohl die Planung der Großeltern doch eine ganz andere war. Sie freuten sich mich zu sehen und erzählten mir, wie problemlos doch alles lief und wie sie zwei Stunden mit ihm gespielt hatten. Nepo grinste die ganze Zeit hinter seinem Schnuller und plötzlich war mein iPhone das unwichtigste auf dieser Welt.

Zu viert setzten wir ihren Weg fort und spazierten durch unser Viertel, genossen den strahlendblauen Himmel und hatten einfach einen wunderschönen Tag. Als sie am Abend dann wieder gingen, blieb ich mit Nepo allein und spielte mit ihm noch voller Freude mit seinen kleinen Matchbox Autos, der Pappgarage und dem bunten Regenbogen, den er zur Taufe geschenkt bekommen hat. Ich genoss die Zeit ohne Zwang auf mein iPhone zu schauen. Der Abend war der entspannteste seit langem und ich beschloss, dass ich für die Dauer der Reparatur kein Ersatz iPhone benötigte, sondern einfach mein altes verwendete. Mein altes, klappriges iPhone – ohne Apps, ohne Musik – einfach nur für die Erreichbarkeit und die Möglichkeit meinen Freund im Notfall zu erreichen.

Das war mein zweiter Tag der #Konsumauszeit. Ich bin sehr gespannt was die nächsten Tage bringen werden und was noch kaputt gehen wird. 🙂

In diesem Sinne: Einen nachhaltigen Abend für Euch.

28Okt/15

Minimalismus: #Konsumauszeit im November

Es gibt Dinge die erreichen mich nie und es gibt die Dinge, die faszinieren mich sofort. Mit dem Tweet von Svenja war ich sofort Feuer & Flamme:

Obwohl der Tweet ja noch nicht viel aussagte, nahm ich mir vor im November die besagte #Konsumauszeit zu nehmen. Am Abend folgte dann von Svenja auch gleich ein sehr interessanter Blogpost mit dem Hintergrund zur Challenge, ein paar Regeln bzw. Anhaltspunkten und die Aufforderung mitzumachen.

Als dann auch noch in den Kommentaren der Hinweis auf den „Buy Nothing Day“ kam, der bewusst auf den „Black Friday“ fällt, war für mich klar, dass der November der perfekte Monat ist, um mein Konsumverhalten mal ernsthaft zu überdenken.

Konsumwahn im September und Oktober

Obwohl wir nun in einem schön hallenden Wohnzimmer zuhause sind, ist der Minimalismus den wir leben nicht der Minimalismus den wir eigentlich erreichen wollen.

Wir haben in den letzten Monaten zwar sehr viel „Ballast“ abgeworfen, aber durch die Auflösung meiner Wohnung oder plötzlichen Shopping Attacken kam doch wieder eine ordentliche Flut an Klamotten, Büchern, Interior Gedöns und sonstiges in unsere Wohnung geschwemmt.

Gerade der September und der Oktober waren voll von „Kaufexzessen“ mit Bestellungen bei Amazon, Zalando, UNIQLO und Best Secret, ergänzt durch Spontankäufe im neu eröffnetem MUJI Store, der neuen Kinderausstattung bei H&M oder dem erfolgreichen Besuch bei hiesigen Kinderflohmärkten. Wir sind voll und übersättig, oder um es mit den Worten von Trapattoni zu sagen: Ich bzw. wir haben fertig!

Die Konsumfalle

Als ein durchschnittlich gesättigter Mensch in der ersten Welt muss ich leider sagen, dass Konsum mich absolut nicht glücklich macht. Im Gegenteil: Kaufen macht mich unzufrieden und wenn ich unglücklich bin, dann habe ich keine Kraft mehr für die wesentlichen und einzig wichtigen Dinge im Leben: Das Genießen des Lebens, Zeit nehmen für andere, die Liebe zu meinem Sohn. Wenn ich konsumiere bin ich abgelenkt, weil ich mich frage, warum ich eben gerade was gekauft habe oder warum ich nicht das andere Teil gekauft habe.

Es ist ein Hamsterrad und ich stecke ganz schön drin, trotz leerem Wohnzimmer, unzähliger Blogbeiträge über den Minimalismus oder das Lesen verschiedener Minimalismus Bücher, sogar die Minimalismus Diät habe ich mir durchgelesen. Aber all das prallte scheinbar an mir ab und ich schaffte es nicht mein Konsumverhalten von Grund auf zu ändern. Sicher gab es Wochen, da habe ich nichts gekauft, aber dann kamen wieder Tage, da war ich von den Online Shops von UNIQLO oder Best Secret einfach nicht wegzubekommen. Ich fand es faszinierend meine Pakete zu verfolgen und betete das der Paketbote von DPD genauso schnell ist, wie der von DHL. Jetzt muss ich sagen: Ganz schön krankes Verhalten, wenn man schon mal vier Wochen im Entwicklungsland Nepal verbracht hat und dort gemerkt hat, was glücklich macht und was zählt. Tja, und glückliche Menschen kann man sich einfach nicht kaufen. Weder durch Werbung, noch durch Steuerermäßigungen noch durch irgendwelchen transnationalen Abkommen. Glück ist nicht käuflich, der unzufriedene Mensch meiner Meinung nach schon.

#Konsumauszeit als Chance

Für mich ist dieser November eine Chance über mein Konsumverhalten nachzudenken, zu erleben, wie sich ein Monat ohne Konsum von Produkten anfühlt, die nicht in den Bereich „Nahrungsmittel“ oder „Drogerie“ fallen. Ich hoffe in diesen 30 Tagen einen gewissen Abstand zu verschiedenen Online Shops oder kleinen, lokalen Läden zu bekommen.

Auch hoffe ich, dass ich die positiven Erfahrungen mit in die Vorweihnachtszeit nehmen kann. Gestern dachte ich noch: Mist, im November wollte ich einen Adventskalender basteln. Jetzt freue ich mich darauf, denn ich werde nur Dinge nutzen, die wir eh schon da haben: Karton, Butterbrotpapier, Papierrollen. Nichts zu konsumieren bedeutet auch, andere Lösungen zu finden – also kreativere Weg zu gehen.

Die Regeln der Challenge
  • Nur Konsum von Lebensmitteln & zu ersetzenden Drogerieartikel
  • Anschaffungen darüber hinaus, auch Ersatzbeschaffungen, werden im November nicht getätigt
  • Meine Ausnahme: Besuche in meinen Kindercafés werde ich weiterhin tätigen, damit mir nicht die Decke auf den Kopf fällt. Allerdings ist der Konsum dann dort auf Getränke eingeschränkt.

Das sind jetzt nur drei Regeln, aber ich glaube, dass reicht erstmal. Welche Herausforderungen dann in der Umsetzung auf mich zukommen, werde ich berichten.

In Vorfreude auf einen „konsumfreien“ November wünsche ich euch einen wunderschönen Abend.

Alles Liebe

Mareike

 

25Okt/15

Minimalismus: Wir sind (fast) angekommen

Letzte Woche waren meine Eltern zu Besuch. Schon lange haben wir auf den Besuch gewartet, nicht, weil sie ewig nicht da waren, sondern weil wir mit ihrem Besuch den letzten wichtigen Schritt in Richtung Minimalismus gehen konnten.

Ich freue mich immer so sehr, wenn meine Eltern kommen. Das ist fast wie Urlaub für mich, denn sie gehen mit Nepo an die frische Luft, auf den Spielplatz oder ins nahe gelegene Kindercafé. Das sind wertvolle Stunden, die ich nutzen kann, um die Wohnung aufzuräumen oder Dinge zu erledigen, die ich sonst nicht tun kann.

Letzten Freitag hatte mein Freund Urlaub genommen, denn wir hatten uns viel vorgenommen. Meine Eltern gingen am Vormittag ins Kindercafé und wir schafften die Bücherregale aus unserem Wohnzimmer in den Keller. Ja, wir lagern unsere „Bibliothek“ nun im Keller. 🙂

Was vor einigen Monaten noch undenkbar war, kristallisierte sich in den letzten Wochen immer mehr raus: Die offenen Bücherregale erzeugten Unruhe in uns. Ständig waren wir mit den Büchern konfrontiert, die wir noch lesen „mussten“. So sehr ich Bücher liebe, sie saugten unsere Energie. Wir würden nie Ruhe haben, bevor diese nicht aus unserem Blickfeld verschwinden. Continue reading “Minimalismus: Wir sind (fast) angekommen” »

10Okt/15

Minimalismus: Samstag ist Zweitwohnungsräumtag

Als ich gemerkt habe, dass ich mit Nepo schwanger bin, waren wir gerade mal knapp sieben Monate ein Paar. Von langer Familienplanung mit Haus, Hof und Kind war bei uns also keine Rede. Im Gegenteil: Jeder von uns hatte noch seine Wohnung und Kinder oder Hochzeit waren bis dato kein Thema. Nun ist Nepo 14 Monate alt, zwar ist das Thema „Hochzeit“ immer noch keins, aber immerhin habe ich es geschafft endlich meine Wohnung zum 31.12.2015 zu kündigen.

Wer in München wohnt und den Wohnungsmarkt kennt, weiß, dass es ein Riesenschritt ist die eigene Wohnung zu kündigen, um mit dem Partner zusammenzuziehen. Das ist mittlerweile für mich fast wie heiraten :-).

Für mich war es nach diesem Jahr eigentlich der letzte konsequente Schritt in Richtung Minimalismus. Ich kann schließlich nicht über Minimalismus schreiben und sagen wie toll es ist, sich von Dingen zu lösen und im Hinterkopf taucht immer wieder meine Wohnung auf, die ja immer noch da ist. Und eine „überflüssige“ Wohnung ist nun mal viel mehr Belastung, als ein voller Kleiderschrank. Ich glaube es war gut, die Wohnung dieses Jahr noch zu behalten, weil wir einfach auch immer wieder Sachen dort zwischenparken konnten und meine Eltern auch dort für die Dauer ihres Besuche kostenfrei übernachten konnten. Aber auf Dauer sind 400 Euro pro Monat für eine nur als Stauraum genutzte Wohnung einfach zu viel.

Samstags ist Wohnungausräumtag

Tja, und so sind bei uns die Samstage „Ausräumtage“. Ich muss sagen, dass wir wirklich schon viel geschafft haben und die Wohnung langsam leerer. Aber es gibt eben immer noch was zu tun. Da Nepo es überhaupt nicht lustig findet, uns in meiner Miniwohnung beim Aus- und Umräumen zuzuschauen, habe ich beschlossen, dass es besser ist, wenn ich Samstagfrüh schnell mit dem Fahrrad hinfahre und wieder Sachen aussortiere, die ich dann auch gleich entsorgen kann.

So also auch heute. Kurz nach 7 Uhr bin ich mit dem Rad durch den nebeligen Samstagmorgen gefahren. Kurz vor der Wohnung ist dann auch erstmal die Kette vom Rad gesprungen – subba. Das war das erste Lowlight. Als ich dann in der Wohnung war, musste ich feststellen, dass ich meine großen Mülltüten vergessen hatte, dafür aber noch die Makaroni Packung von meinem Freund mitgenommen hatte, die wir gestern gekauft hatten. Was soll ich sagen, außer: Mal läufts, mal nicht. 🙂

Nachdem ich dann mit Ach und Krach einige Plastiktüten zusammengesucht habe, ging das große Aufräumen los. Ziel für heute waren die Schuhe. Es gab nur noch Schuhe, die ich nicht mehr anziehen wollte oder kann (High Heels) und auch nicht spenden wollte, weil die Gebrauchsspuren zu offensichtlich sind. Gut erhaltene Schuhe hatte ich ja bereits im Sozialkaufhaus abgegeben.

Nach den Schuhen waren die Kleiderbügel dran. Ich hatte es geschafft in weniger als 2,5 Jahren eine Maße an Plastikkleiderbügeln zu sammeln, dass ich heute morgen nur noch die Augen verdrehen konnte. Die Holzbügel bleiben, sodass sie entweder meine Eltern oder wir weiterverwenden können.

Sowohl bei meinen Schuhen, als auch bei den Kleiderbügeln fragte ich mich, warum ich mir das alles zugelegt habe. Aber damals war mein Kleidungsstil eben noch etwas abwechslungsreicher und ich legte nicht so viele Kilometer zu Fuß zurück wie jetzt und war auch sehr, sehr weit weg davon, jemals einen Spielplatz zu betreten. Oft frage ich mich dann in solchen Momenten: Warum konnte der Minimalismus nicht früher zu mir kommen?

Gut, nach dem ich dann meine Sinnesfragen beantwortet habe, baute ich mein selbstgebasteltes Schuhregal aus Vogue Magazinen und IKEA Lackregalböden ab und widmete mich der letzten großen Aufgabe: Die ausgelagerten Sachen von Nepomuk zu sortieren – was behalten wir und was geben wir an den Cousin von meinem Freund, der bald Papa eines Jungen wird.

Das waren so Wow-Momente, als ich einen Body in Größe 50 in der Hand hatte. Ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen, wie klein Nepo mal war. Jetzt trägt er 86 und kann schon laufen.

Es gab auch Wow-Momente, als ich plötzlich Dinge in der Hand hielt, von denen ich nicht mal wusste, dass wir sie mal besessen haben. Wir hatten wirklich viel zu viel von allem – außer Bodies. Für das zweite Kind sollten wir uns wohl eher Windeln schenken lassen, als Kleidung. Sollte das zweite Kind ein Mädchen werden, dann wird es sicher trotzdem fast alles tragen, denn wir haben viele Unisex Sachen und auf rosa oder pink habe ich ja mal gar keinen Bock. Prinzessin wird sie dann eh noch früh genug. 😀

Ich konnte mich wirklich nur von wenigem trennen, aber eine große Tüte für den Cousin ist dann doch zusammen gekommen. Nichts im Vergleich zu den vollgestopften riesigen IKEA Tüten, die dann den Weg zu meinen Eltern antreten werden, aber immerhin.

Zum Schluss musste ich nur noch drei Mal zum Papier Container laufen, um alle gesammelten Magazine von Elle, über Vogue bis zum Harvard Business Manager zu entsorgen. Als ich alles in den Container geschmissen hatte, ist mir eingefallen, dass ich früher (Anfang 2000) ganze Jahrgänge der Vogue auf ebay verkauft habe. Aber für sowas habe ich jetzt keine Zeit und schon gar keine Lust mehr.

Dann hieß es noch kurz Betten neu beziehen, für die Eltern, die nächste Woche zu Besuch kommen. Die letzten verbliebenen Bücher in Stofftüten packen und die letzten Rest der Kleidung, dich ich gern behalten möchte, in meinen Rucksack zu stopfen.

Als ich fertig war, klingelte es unten, mein Freund und Nepo kamen um die Ecke geflitzt. Wir packten alles zusammen und verliessen die Wohnung. Mittlerweile war es 09:30 Uhr und ich hatte meine größte Baustelle für heute schon einigermaßen beackert.

Während die beiden mit dem Auto zurückgefahren sind, bin ich nach Hause geradelt. Zum Glück hatte mein Freund kurz die Kette wieder aufgefädelt. Tja, was soll ich sagen: Kurz vor unserer Wohnung fing mein Rad an zu vibrieren. Und siehe da: Ein Platten am Rückrad. Wie gesagt: Mal läuft es und mal läuft es nicht.

Nächsten Freitag hat mein Freund frei und wir nutzen den Besuch der Eltern, um unsere Bücherregale in den Keller zu packen und aus meiner Wohnung die ersten Dinge zum Wertstoffhof zu fahren.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich froh bin, wenn die Wohnungsübergabe erfolgt ist, denn dann  ist wirklich ein großer Ballast weg und ich kann wirklich behaupten, dass ich auf dem richtigen Weg zum Minimalismus bin.

 

 

 

18Sep/15

Minimalismus: Mein erster Besuch im Fair-Teiler Haidhausen

Als wir letzten Sonntag das Streetlife Festival in München besuchten, sind wir auch am Stand von Foodsharing vorbei gelaufen. Die nette Dame sprach uns an, ob wir vielleicht Lust auf Fischdosen hätten, verneinte ich mit dem Hinweis, dass ich Veganer bin. Gleich zog sie eine Haselnus-Carob-Creme raus und gab mir diese. Wer sich vegan ernährt, der weiß, dass veganes Nutella nicht gerade günstig ist.

Erst war es mir peinlich das anzunehmen, weil es ja doch eher hochpreisig ist. Aber als sie mir sagte, dass es schon abgelaufen ist, war ich dann doch entspannter.

Mit dem kurzen Gespräch war ich wieder Feuer und Flamme für das Foodsharing. Ich hatte letztes Jahr schon sehr gute Erfahrungen gemacht, als ich wirklich viele Konserven auf der Plattform von www.foodsharing.de eingestellt habe. Es gab gleich einen Interessenten, der dann auch zum vereinbarten Termin bei mir geklingelt hat und alles abgeholt hat.

Ein Besuch im Fair-Teiler in Haidhausen

Diesmal wollte ich aber einen Fair-Teiler ausprobieren, so heißen die Räume in denen man das Essen, das man nicht mehr benötigt, abgeben kann. Ich wusste, dass es in unsere unmittelbaren Nähe einen gibt. Als ich am Dienstag schaute, waren die Öffnungszeiten mit Freitag von 17 bis 18 Uhr und Samstag von 10:00 bis 11:00 Uhr doch überschaubar. Aber he, die Leute die da sitzen machen das ehrenamtlich und für mich war es gut, dann konnte ich mich terminlich einrichten.

Heute um 17:05 Uhr brachte ich also 5 Packungen Milasan PRE und eine Packung Weleda Stilltee in den Fair-Teiler. Die PRE Nahrung war ein Fehlkauf, weil Nepomuk davon abends nicht mehr satt wird und den Stilltee brauch ich wirklich nicht mehr.

Tausche Milasan PRE Nahrung gegen Äpfel und Brokkoli

Als ich rum schaute, fand ich für uns praktischerweise noch drei Äpfel und einen Brokkoli. Besonders die Äpfel hätte ich heute sonst noch kaufen müssen und den Brokkoli mache ich morgen auch gleich für Nepomuk.

Ich denke, dass ich jetzt öfters im Verteiler vorbeischaue, denn einige Sachen haben wir ja noch, die wir nicht wirklich gebrauchen können. Getrocknete Kichererbsen zum Beispiel, aber auch Alkohol, den wir nie trinken werden.

Die Leute im Verteiler waren super nett und man kommt schnell ins Gespräch. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich mich wohler fühler, wenn ich etwas abgebe, als wenn ich nur nehme. Nur nehmen hat irgendwas von „hamstern“, auch wenn das nicht wirklich so ist. Geschenkt möchte ich eigentlich nichts haben.

Als ich heute vormittag im Café Glanz war, habe ich die Angestellten dort auch gefragt, ob sie Hörnchen im Angebot haben, weil dort zwei auf dem Teller lagen. Die eine Frau meinte, sie hätte sie von zuhause mitgebracht, weil sie sie sonst weggeworfen hätte. Also schenkte sie mir eins. Ich habe dann 1,00 EUR in die Trinkgeldkasse geworfen, weil ich mich mit Geschenken einfach nicht wohlfühle, zumal es sich beim Café Glanz um ein soziales Projekt handelt. Würde mir ein Wirt auf der Wiesn eine Maß Bier schenken, mei, dann hätte ich natürlich kein schlechtes Gewissen. 😉

Mein Fazit

Der Besuch im Fair-Teiler hat sich für mich gelohnt. Ich bin ein großer Freund der Sharing Economy und freue mich, dass wir bald auch unser Beistellbetten an eine Freundin verleihen dürfen. Vor Nepomuks Geburt waren wir auch fleißige Car2Go Nutzer, aber das geht jetzt nicht mehr.

Ich denke ein Besuch im Fair-Teiler kann nie schaden und man findet eigentlich immer was. Gemüse und Obst ist sicher immer da, manchmal vielleicht auch exotisches oder teures. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und versuchen den Fair-Teiler auch weiterhin fleißig zu bestücken.

Frei nach dem Motto: Sharing is Caring 🙂

Übrigens: Den Fair-Teiler in Haidhausen findet ihr in der Kuglerstr. 2, 81675 München.

Habt eine wundervolle Freitagnacht!

Mareike

 

15Sep/15

Minimalismus macht auch vor Finanzen nicht halt

Egal ob Aktien, Verträge oder Bonuskarten: Der Minimalismus sollte auch nicht vor solchen Dingen halt machen. Genauso wie der Kleiderschrank, die Küchenschränke oder das Spielzeug regelmäßig in Frage gestellt werden, so muss es meiner Meinung nach auch mit Verträgen, Kundenkarten oder gar Aktien erfolgen.

Aktien und Emotionen

Letzte Woche war es soweit: Mein Freund hat mich dazu gebracht, Aktien und Zertifikate abzustoßen, die nur mein Depot belastet haben. Und ich muss sagen, dass das Drücken des „Verkaufen“ Button sehr hart ist.

Ich habe mal das Buch „Animal Spirits“ gelesen, in dem es darum geht, dass wir Menschen nicht rational handeln, sondern auch im emotionslosen Finanzgeschäft von Trieben gesteuert werden. Und jeder, der schon mal im Aktiengeschäft tätig war, weiß wie schwer es fällt, sich von Aktien zu trennen.

Sind es schlechte Aktien, dann denkt man sich: Oh, wenn ich sie jetzt verkaufe mache ich Verlust. Vielleicht steigen sie ja nochmal. Sind es gute Aktien, will man sie nicht verkaufen, weil sie ja noch steigen könnten.

Es ist eine Endlosschleife, die sich leider bei mir über Jahre hingezogen hat. Doch nachdem wir überall so konsequent „entmüllt“ haben, war es nun auch an der Zeit das Depot anzufassen.

Ich bin so froh, dass wir das gemacht haben und uns von dem Ballast getrennt haben. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn wenige Tage später ist eine der Aktien komplett in den Keller gerauscht.

Zwar haben wir wieder das Geld investiert, aber in wenige, langfristigere Sachen als Aktien. 🙂

Kündigen von Verträgen und Kundenkarten

Schon sehr viel früher als das Verkaufen der Aktien habe ich etliche Verträge gekündigt. In den ganzen Jahren hat sich so viel angesammelt, dass ich so hohe Fixkosten hatte, die ich jetzt, im zweiten Jahr der Elternzeit so gar nicht gebrauchen konnte.

Da war zum einen der viel zu teure Telekomtarif, den ich schon letztes Jahr von 89 EUR im Monat auf 39 EUR im Monat gedrückt habe. Die Bahncard, die ADAC-Mitgliedschaft und meinen Solariumsvertrag (habe ich seit 2 Jahren nicht mehr betreten) habe ich gekündigt. Daneben gab es noch viele kleine Dinge, die ich einfach nicht mehr benötigt habe. Ich muss zugeben, dass es wirklich eine ätzende Arbeit ist. Aber wenn dann die Kündigungsbestätigungen eintrudeln, dann ist es ein tolles Gefühl, dass nur noch getoppt wird, wenn man keine Abbuchungen mehr auf dem Konto sieht.

Da ich früher mal Social Media Manager bei der Spar Community Sparacuda war, wusste ich noch, dass es für Kündigungsmüde die Plattform Aboalarm gibt. Gerade bei so nervigen Sachen wie Bahncard oder ADAC war die Plattform mit ihren vorgefertigten Formularen eine wirkliche Hilfe.

Abbestellen von Newslettern

Auf SWR 3 gab es mal eine Comedyserie, in der ein Mann immer gesagt hat: „Bin ich billisch rangekommen. Hör ma, wenn du nie was kaufst, dann kannst du auch nie was sparen.“. Diese Aussage ist so passend und Newsletter, besonders solche von der Zalando Lounge locken mich einfach immer wieder. Ich kaufe zwar nur ganz, ganz selten, aber es kommt vor. Wer will sich schon Nike Sneaker oder tolle Handtaschen für so einen günstigen Preis entgehen lassen. Ich bin noch nicht minimalistisch genug, um solchen Versuchungen zu widerstehen, darum halte ich mich wie der trockene Alkoholiker fern von solchen Newslettern. Es war eine Heidenarbeit die ganzen Dinger abzubestellen. Teilweise wurde die Kündigung einfach ignoriert und ich musste sie zweimal kündigen. Aber jetzt ist Ruhe in meiner Mailbox.

Ach ja, weil wir gerade bei Mailbox sind. Mein Freund hat mir Google Inbox empfohlen. Ziel ist es dort keine Mails mehr zu haben, als Belohnung scheint dann immer die Sonne. Und was soll ich sagen: Fast jeden Tag scheint bei mir die Sonne, denn ich hake jetzt Mails ab und die verschwinden dann einfach. Früher hatte ich auf meinem iPhone bei Mails manchmal die Anzeige „2.387“ oder bei Telefonaten „23“. Das gibt es nun nicht mehr. Alles hake ich sofort ab oder lösche es. Wenn es weg ist, bewegt es mich nicht mehr. Und auf shoppen habe ich aktuell nur wenig Lust und wenn, dann entscheide ich, was ich kaufe und nicht irgendein Newsletter.

Was mir durch den Minimalismus aber erst bewusst geworden ist: Es geht mir hier überhaupt nicht ums Geld. Natürlich könnte ich die Klamotten oder Möbel auch bei ebay einstellen, aber das will ich nicht. Ich fühle mich besser, wenn ich weiß, dass die Babysachen von Nepomuk von anderen – aktuell Flüchtlingskindern – getragen werden. Oder wenn Leute im Sozialkaufhaus meine teils qualitativ sehr hochwertige Kleidung kaufen können. Ich will einfach, dass Dinge, die einmal produziert wurden weitergenutzt werden und das sie einen Sinn erfüllen, nämlich den Leuten, die sie nutzen zu helfen. Und deswegen regt es mich so auf, dass wir unser Schlafzimmer entsorgen müssen, weil keine Hilfsorganisation die Sachen haben will. Aber das können wir nicht ändern und nun ist es einfach mal so.

15Sep/15

Und ewig schwinge ich den Putzlappen

Obwohl wir unsere Wohnung ständig optimieren und die Einrichtung sukzessive nach unten fahren, so ist das Putzen doch jede Woche ein nerviger Akt. Ich kann eigentlich nur putzen, wenn der Kleine schläft, denn sonst gibt es jedes Mal ein Drama. Beim wischen will er immer in das Zimmer, dass ich gerade gewischt habe. Reinige ich die Toilette und mache nicht gleich den Deckel zu, liegt zu 100 % die Klopapierrolle drin. Die Spülmaschine nutzt er als Kletterfläche und das Ausräumen der Küchenschränke ist sowieso das Highlight für ihn.

Ich möchte mich nicht beschweren, denn es gibt sicher Wohnungen oder gar Häuser die schwerer zu putzen sind, aber trotzdem ist es eben keine tolle Aufgabe. Doch aller inneren Widerstände zum Trotz habe ich nun so langsam ein System entwickelt.

Das ich mit meinem „Putzen mit Essig“ und „Desinfizieren was das Zeug hält“ gar nicht so falsch liege, weiß ich auch erst seit der Infografik „Die schmutzigsten Orte der Wohnung„.

Ich hätte allerdings nicht gewusst, dass der Kühlschrank die absolute Bakterienschleuder ist. Das Tastaturen eklig sind, weiß jeder, der sie sich schon mal genauer angeschaut hat oder gar umgedreht hat. Was da raus fiel: ekelhaft.

Bei Schneidebrettern bin ich sehr penibel, was die Reinigung anbelangt. Besonders wenn ich Fleisch oder Fisch für Nepomuk zubereite, spüle ich das Brett und stelle es danach in die Spülmaschine. Nie würde ich zuerst Fleisch und dann Salat schneiden. Auch wenn wir für Nepomuk nur das hochwertige Biofleisch verwenden, so hätte ich doch keine ruhige Minute.

Wenn ich mir die Infografik anschaue, wird mir fast schlecht, wenn ich bedenke wo überall Bakterien rumlungern. Gott, wie konnten wir so alt werden – bei den ganz fiesen Dingern, die da zwischen Tastaturen, in Kaffeemaschinen, Kühlschränken und Abflüssen leben.

Tipps gegen Keime

Tipps gegen Keime

Tipps gegen Keime & Co.

Zukünftig werde ich wohl mein iPhone etwas öfters putzen. Nepomuks Zahnbürste habe ich auch schon spontan in den Sterilisator gepackt und sie hat es überlebt.

Erfreut war ich über die Nutzung von Essig. Ich selbst bin ein sehr großer Essig Essenz Fan. Ich reinige damit fast alles, auch wenn ich gehört habe, das Citronensäure weniger die Armaturen angreift.

Ich schwöre auf Essig und habe mich komplett von solchen Chemiekeulen wie Chloreiniger oder die schlimmen Backofenreiniger verabschiedet.

Auch für das Entkalken des Wasserkocher und der Kaffeemaschine nutze ich Essig. Im Vergleich zu anderen Reinigern habe ich bei Essig keine Atemprobleme, auch wenn der Geruch doch sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Schwämme nutzen wir auch keine mehr, denn ich habe im plastikfreien Laden Wischtücher gekauft, die ich einmal pro Woche bei 90 Grad wasche. Ich bin sehr zufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wenn ich Töpfe saubermache nutze ich immer Baking Soda. Das gibt es im Asia Shop in einer großen Packung für kleines Geld. Gerade eben habe ich das Spülbecken in der Küche saubergemacht.

Da wir eine Kombination aus Backofen und Mikrowelle haben, kann ich beides gleich mit einem Wisch sauber machen. Dazu stelle ich einfach eine Schüssel mit einem Wasser-Essig-Gemisch in die Mikrowelle und lasse sie ca. 3 Minuten laufen. Danach wische ich den Schmutz, der sich gelöst hat, mit einem Lappen raus und sauber ist das Ding.

Ich glaube jeder findet für sich die richtige Art zu putzen. Durch den Minimalismus hat sich bei uns schon so viel erleichtert. Es geht mittlerweile wirklich schnell und das ohne Staubsauger. Wenn erst unsere zwei staubfangenden Bücherregale weg sind, dann wird es noch besser.

Jetzt geh ich erstmal in die Küche und schmeiß den Geschirrspüler an. Wenigstens läuft das quasi automatisch.

Ich wünsche euch einen schönen und staubfreien Abend.

Mareike

 

14Sep/15

Minimalismus: Hilfe, niemand will unser Schlafzimmer!

Ich weiß, dass hier ist eigentlich ein Mama Blog, aber das Thema „Minimalismus“ feselt meinen Freund und mich so sehr, dass wir irgendwie jeden Abend neues Optimierungspotenzial entdecken.

Exkurs: Der Sinn von Bücherregalen

Gestern hat zum Beispiel mein Freund gefragt, warum die Bücherregale mit den Bücher eigentlich nicht im Keller stehen. Eine Frage, die ich ehrlich gesagt so gar nicht beantworten konnte. Es gibt keinen Grund, dass die Regale hier im Wohnzimmer stehen. Ja, natürlich möchte man seinen Gästen zeigen, welche „schwere Kost“ in Sachen Literatur da alles stehen hat, aber jucken tut das eh keinen.

Wir haben jetzt wieder begonnen zu lesen, aber wir lesen nur ein Buch. Und die restlichen Bücher stehen nur rum und stauben ein. In den nächsten Wochen werden noch die Bücher aus meiner Wohnung kommen, aber dadurch macht es auch nicht mehr Sinn, dass das Regal in unserem Wohnzimmer bleibt.

Bis gestern hatten wir zwar noch die Spielsachen von unserem Sohn in den unteren Fächern, aber die sind ja nun im Schlafzimmer. Also haben wir beschlossen: Die Regale kommen in den Keller – samt Bücher. Zuvor werden wir die Bücher noch über eine App erfassen. Wie eine Mini Bibliothek quasi. Wer dann ein Buch lesen möchte, holt es sich aus dem Keller. So einfach ist das. 🙂

Aber: Unser Platz im Keller ist beschränkt. Dort lagert noch das „alte“ Schlafzimmer aus 6-türigem Schrank, 2 Nachttischen und einem Bettgestell. In unserem Schlafzimmer steht dann noch eine Kommode, die jetzt durch eine Kommode aus meiner Wohnung ersetzt wird. Es ist ein hochwertiges Schlafzimmer, darum hatten wir geplant es zu spenden.

Möbelspende an Hilfsorganisationen

Organisationen wie diakonia (bei denen wir letzten Samstag schon Kleidung für die Flüchtlinge gespendet hatten) oder die AWO bieten die Abholung der Möbelspenden an. Also rief ich heute hoch motiviert an. Aber die diakonia sagte mir gleich, dass sie Möbel erst im Januar abholen könnten und Möbel, die schon auseinander gebaut sind, werden nicht angenommen. Bei der AWO das gleiche. Erst habe ich innerlich geschnaubt, weil ich immer an das Gejammere der Organisationen denke: Bekommen nicht genug Spenden, mimimi. Leute kaufen Silvester lieber Böller, statt Brot für die Welt, mimimi. Gleich wusste ich auch, warum ich 2010 in Nepal war und dort mein soziales Engagement ausgelebt hatte. Stuttgart hatte damals nämlich schlicht keinen Bedarf. Und so regte ich mich innerlich auf.

Als mein Freund heute Abend nach Hause kam, erzählte ich ihm alles und er meinte, er könnte die Hilfsorganisationen verstehen und er kann sich schon denken, dass da so ein paar Neunmalkluge Dinge als „Spende“ angegeben haben und die Organisationen dann beim Aufbauen gemerkt haben, dass es nur Schrott war.

Mittlerweile habe ich mich wieder beruhigt und kann die Organisationen auch ein wenig verstehen. In meiner Wohnung gibt es ja zum Glück noch alle Möbel in „aufgebaut“. Da werde ich dann mein Glück bei der AWO versuchen. Aber dann heißt es wahrscheinlich „Ist IKEA. Nehmen wir nicht:“ 😉

Quo Vadis, Schlafzimmer?

Was aber machen wir nun mit unserem Schlafzimmer? So hart es ist, aber wir werden es auf den Wertstoffhof bringen. Es tut mir zwar leid, aber eine andere Möglichkeit haben wir nicht. Wir könnten es zwar bei ebay als „kostenlos“ einstellen, aber darauf habe ich ehrlich gesagt keine Lust.

Wenn jemand der diesen Artikel liest, vielleicht gerade ein Schlafzimmer benötigt, kann sich gern bei mir melden. 🙂

Ein schlechtes Gewissen habe ich nun allerdings nicht. Ich habe es bei den Organisationen probiert und zu dem werde ich wohl fast alles aus meiner alten Wohnung spenden. Ich denke, damit werde ich ganz gut fahren. 🙂

 

13Sep/15

Unser Wochenende: Montessori und Minimalismus

Hinter uns liegt wieder ein tolles und produktives Wochenende. Letzte Woche haben wir beschlossen meine alte Wohnung zu kündigen. Naja, Wohnung ist zuviel gesagt, denn es handelt sich um ein 19 qm großes Apartment. Aber dieses Apartment kostet monatlich 405 EUR und dient aktuell eigentlich nur als Stauraum und Übernachtungsmöglichkeit für meine Eltern.

Ich hatte schon seit einiger Zeit den Wunsch die Wohnung zu kündigen, doch erst als ich im Internet einen Montessori Kurs für Eltern entdeckte, der 460 EUR kostet, ist mir klar geworden, dass wir jeden Monat fast einen Montessori Kurs machen könnten. Tja, und so habe ich nun die Kündigung zum 31.12.2015 geschrieben. Es wäre der perfekte Abschluss für ein Jahr der absoluten Neuorientierung.

Die ersten Kisten

Während ich bei der Wohnungsauflösung an die großen Schränke denke, findet mein Freund eher die kleinen, aber zahllosen Dinge in meiner Wohnung als Herausforderung. Aus diesem Grund haben wir am Samstagmorgen gleich mit diesen Unannehmlichkeiten begonnen. Gegen 8 Uhr sind wir in meine Wohnung gefahren, haben dort ein Regal und unzählige Kartons und Aufbewahrungsboxen mitgenommen.

Wieder Zuhause angekommen, haben wir Nepomuks Schlafphase genutzt, um alles in den 4. Stock zu tragen. Besonders das große Regal hat meiner gebrochenen kleinen Zehe nicht so gut getan. Naja, aber es musste eben gemacht werden und wir haben es gemacht. Während der Kleine schlief haben wir das Regal, das bei Pinterest übrigens als „Montessori Furniture“ geführt wird, ins Schlafzimmer transportiert und sein Spielzeug darin verstaut.

Da wir nur zwei Zimmer haben und das Schlafzimmer das reinste und strukturierteste ist, haben wir beschlossen dieses Zimmer zum Spielzimmer umzufunktionieren. Wenn Nepomuk spielt, soll ihn einfach gar nichts ablenken und er soll zudem die Möglichkeit haben einen Rückzugsort zu haben. Bisher findet er das Schlafzimmer ganz gut. Leider findet er es zurzeit super morgens um 6 Uhr mit dem Xylophon zu spielen. Naja, irgendwas ist eben immer. 🙂

Nepomuks Spielregal Regal nach Montessori

 

 

 

 

 

 

 

Leider hat sich in den letzten Wochen wieder ordentlich Spielzeug in den braunen Kisten angesammelt und durch das Ausräumen und Auflösen meiner ganzen Sachen bin ich dieses Wochenende gar nicht dazu gekommen, das Spielzeug auszusortieren.

Ich war nämlich voll busy, eh!

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Zeit des Loslassens

Schon letzten Samstag, als wir die Babykleidung von Nepomuk gespendet haben, war das emotionale Loslassen extrem anstrengend für mich. Gestern, als meine letzten 18 Jahre da so in den Kartons lagen, war es für mich noch etwas schwieriger. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich den selbstgebastelten Brief eines nepalesischen Mädchens in der Hand hatte, den sie mir damals in Kathmandu geschrieben hatte. Damals, 2010, vor dem großen Erdbeben. Ob sie wohl überlebt hat? Wie es ihr geht? Ein Brief den ich aufheben werde, dafür opfere ich zwei Fotoalben aus meiner Jugend. Bilder aus meiner Jugend berühren mich nicht und haben für mich rein gar keine Bedeutung.

Meine Erinnerungen an meine Reisen, die ich den letzten Jahren alleine gemacht habe: Kathmandu, New York, Peking, Hong Kong, Macau. Ich habe die Postkarten an Nepomuk weitergegeben. Die Stadtkarten auch. Jetzt kann er sie zerreißen und dann kann ich sie besten Gewissens wegschmeißen.

In Summe habe ich 90 Prozent der Sachen entsorgt, die wir am Samstagmorgen aus meiner Wohnung mitgebracht haben. Bis jetzt vermisse ich noch nichts. Die nächsten Dinge wie Bücher und DVDs werden wir über Momox verkaufen, Klamotten und Möbel spenden.

Es wird eine spannende Zeit. 🙂