Category Archives: Minimalismus

16Feb/16

Mein minimalistischer Mamiblog

Es ist jetzt über ein Jahr dass ich meinen Blog gestartet habe. Damals war ich an einem Punkt angelangt, in dem ich mit meinem Leben nicht so zufrieden war. Ich betone mit meinem Leben, nicht mit meiner Rolle als Mutter, obwohl ich da auch etwas Orientierung brauchte, was das Thema „Erziehung“ betraf.

Jetzt im Februar 2016 geht es mir unglaublich gut. Ich habe ein sehr spannendes und vor allem befreiendes Jahr hinter mir. Mittlerweile habe ich 12 Kilo weniger auf den Hüften bzw. am Körper, wir leben in unseren kleinen Wohnung den Minimalismus und ich habe für mich als Mutter die Ansichten von Emmi Pikler und Maria Montessori entdeckt.

Mein Leben ist jetzt wirklich gut geordnet, Nepo und ich haben so was wie einen Rhythmus und geniessen jeden Tag. Aber genau diese neue Lebenseinstellung fand sich nicht in meinem Blog wieder. Irgendwie hing alles auf dem Niveau von Anfang 2015 und so beschloss ich, meinen Blog an mein Leben anzupassen.

Weniger ist mehr

Der erste Schritt war die Anpassung des Layouts. Ich wollte den Minimalismus auch in meinen Blog bringen. Mir fehlt das Schreiben leichter, als das fotografieren. Weswegen mir wichtig war, eine Artikelansicht ohne Bilder zu haben, da ich weder eine gute Kamera noch die Zeit für aufwendige Bildgestaltung habe.

Da ich gerade bei der Artikelansicht bin: Bisher war immer nur ein Blogartikel sichtbar. Das fand ich suboptimal und unübersichtlich. Jetzt habe ich die letzten Artikel immer angeteasert auf der Startseite, allerdings erschließt sich mir noch nicht, wie ich den Text in der Vorschau optimieren kann. Auf jeden Fall finde ich es schon mal übersichtlicher, ich hoffe ihr auch. 🙂

Was das Thema Bilder anbelangt. Ich weiß, dass Bilder immer sehr viel mehr aussagen, als Worte. Auch bewundere ich die tollen Bilder in anderen Blogs, aber wir sind Minimalisten. Weder verfüge ich über eine gute Digitalkamera, genauer genommen verfüge ich über keine Digitalkamera, noch taugt mein altes iPhone 5 für so tolle Bilder. Früher konnte ich noch mit meinem iPhone 6 gute Bilder machen, aber das hat mich ja Anfang November im Stich gelassen.

Das neue Layout macht mich glücklich

Auch wenn es für manche Betrachter vielleicht ein Ticken zu minimalistisch ist, so bin ich doch glücklich und habe wieder Spaß an meinem Blog gefunden. Es stehen noch einige Updates bevor, aber aktuell bin ich hochmotiviert und freue mich jeden Tag etwas auf meinem Blog veröffentlichen zu können.

In diesem Sinne werde ich mich mal meinen „Über mich“ Seiten und einigen anderen neuen Seiten widmen.

12Feb/16

DIY: Waschpulver für weiße Wäsche

Zutaten für das Waschpulver

Zutaten für das Waschpulver

Am Wochenende musste ich notgedrungen mein erstes eigenes Waschpulver herstellen. Ich hatte am Freitag sowohl Waschpulver, als auch Weichspüler vergessen zu kaufen und hatte Samstag schlicht keine Lust extra deswegen nochmal einkaufen zu gehen. Zudem waren meine Eltern für vier Tage zu Besuch und kümmerten sich wunderbar um Nepo, sodass ich endlich mal Zeit hatte, mich mit dem selbst hergestellten Waschpulver zu befassen.

Der Plan Waschmittel, Reinigungsmittel und Pflegeprodukte selbst herzustellen, gärte schon etwas länger in mir. Ich war so motiviert, dass ich Dinge wie Kernseife, Soda oder Natron zuhauf kaufte und wartete nur auf den richtigen Moment und die ausreichende Motivation. Voila, am Samstag war beides da und ich produzierte mein erstes eigenes Waschpulver.

Das brauchst du

Für das Waschpulver sind folgende Dinge notwendig:

  • 100 g Kernseife (bei Amazon, im Bioladen oder im Drogeriemarkt)
  • 100 g Spülmaschinensalz
  • 150 g Natron (bei Amazon oder eurem Drogeriemarkt des Vertrauens)
  • 150 g Soda (bei Amazon oder im Drogeriemarkt)
  • 150 g Zitronensäure (nur bei weißer Wäsche empfehlenswert)

So funktioniert es

Da die Herstellung des Waschpulvers sehr einfach ist, kommt hier der schwierigste bzw. langwierigste Teil zuerst: Du musst die 100 g Kernseife klein reiben. Ich habe mir für solche Zwecke eine zweite, einfach Reibe gekauft, die ich nur für die Herstellung von solchen Dingen nutze. Obwohl es nur 100 g sind hat es doch gefühlt eine Ewigkeit gedauert. 🙂

Wenn du die Kernseife kleingerieben hast, vermischst du sie einfach mit allen anderen Zutaten und fertig ist dein Waschpulver, dass du aufgrund der bleichenden Wirkung der Zitronensäure aber nur bei weißer Wäsche verwenden solltest.

Das fertige Pulver kannst du dann in ein Behältnis deiner Wahl füllen und dann ordentlich die Wäsche durchwaschen. 🙂

Wenn du Bedenken wegen des Weichspülers hast, dann kannst du 1 bis 2 Teelöffel Zitronensäure in das Fach für den Weichspüler geben. Dies empfiehlt sich aber nur bei weißer Wäsche. Damit die Wäsche keinen Grauschleier bekommt, gebe ich jetzt immer 1 bis 2 Teelöffel Natron direkt in die Wäschetrommel.

Bisher nutze ich das Waschpulver nur für weiße Wäsche, da ich mich an die dunkle noch nicht ran getraut habe. Hier habe ich noch Waschnüsse, aber sobald die alle sind, muss ich mich wohl auf die Suche nach einem Flüssigwaschmittel machen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren wäsche- und bügelfreien Abend. 🙂

Liebe Grüße
Mareike

30Jan/16

Minimalismus: Die hobbylose Mutti

Nach dem wir heute auf einem tollen Kindergeburtstag waren, sitze ich hier auf dem Sofa und führe mit meinem Freund eine Unterhaltung, wie wir sie schon so oft geführt haben. Wieder einmal dreht sich alles um Hobbys bzw. in unserem Fall um die Unfähigkeit ein Hobby zu besitzen. Wobei ich hier schon mal sagen muss, dass für mich joggen oder „ins Fitnessstudio gehen“ keine Hobbys sind.

Der Minimalismus legt das Fehlen von Hobbys offen

Das mir ein Hobby fehlt, wurde mir eigentlich erst im Herbst 2015 bewusst. Nämlich genau an dem Abend, an dem wir das erste Mal in unserem leeren Wohnzimmer saßen. Die Bücherregale waren im Keller und mit dem Gefühl der Ruhe kam die Frage nach einer abendlichen Beschäftigung aus. Ich weiß nicht, warum mir das früher nicht aufgefallen ist, vielleicht hatte ich immer das Wissen, wenn mir langweilig ist, könnte ich ja ein Buch lesen. Aber als dann alle Bücher im Keller waren, wusste ich ehrlich gesagt nichts mit mir anzufangen.

Wenn man eine volle Wohnung hat, dann lenkt das schon mal von vielem ab, besonders von der Notwendigkeit sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wir haben das letzte Jahr viel hin und her geräumt und viel über Minimalismus gesprochen. Doch jetzt, wo wir uns an unsere aufgeräumte (nicht saubere) Wohnung gewöhnt haben, wird mir doch immer bewusster, wie sehr mir ein Hobby fehlt.

Was bedeutet Hobby eigentlich?

Auf Wikipedia findet sich für Hobby folgende Definition:

„Ein Hobby …, auch Freizeitbeschäftigung … genannt,ist eine Tätigkeit, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig betreibt, die dem eigenen Lustgewinn oder der Entspannung dient und zum eigenen Selbstbild beiträgt. Ein Hobby ist kein Beruf und repräsentiert für den Ausübenden einen Teil seiner Identität. Der Begriff Hobby hat eine leichte Nähe zum Begriff Spiel. Als Hobby wird eine Tätigkeit indes nur bezeichnet, wenn man für diese Tätigkeit eine im Vergleich zu anderen Freizeitgestaltungen besondere Vorliebe hat und sie regelmäßig ausübt.“

Das spiegelt schon mal sehr gut das, was ich mir von einem Hobby erwarte. Aktuell kommen vielleicht meine regelmäßigen Besuche im Fitnessstudio oder mein abendliches Laufen in die Nähe eines Hobbys, aber so richtig glücklich bin ich damit nicht.

Ich selbst habe für mich folgende Kriterien bei der Hobbyfindung definiert:

  • Ich muss dieses Hobby offline ausführen können
  • Es muss eine Tätigkeit sein, die ich abends im Wohnzimmer ausführen kann und die mich ganz fesselt
  • Die Tätigkeit sollte weder mit meinem Beruf noch mit meiner Rolle als Mutter zu tun haben
  • Dieses Hobby sollte nicht aufwendig sein und wenig Ausgaben erfordern
  • Es sollte mir helfen abzuschalten und doch meine volle Konzentration erfordern
  • Es darf nicht im Widerspruch zu unserem gelebten Minimalismus stehen

Beachte ich nun diese Kriterien so fallen schon einige Hobbys wie Briefmarken sammeln, nähen oder töpfern weg. In den letzten Monaten, Wochen und Tagen habe ich mich auf drei Hobbys konzentriert von dem ich nun eines ausprobieren möchte:

Malen

Schon in der Schule habe ich sehr gern gemalt. Es half mir meine Kreativität zu verarbeiten, auf andere Gedanken zu kommen und in andere Welten abzutauchen. Auch später habe ich hin und wieder den Pinsel auf die Leinwand gebracht. Und auch wenn ich noch unzählige leere Leinwände im Keller habe, so würde ich das Malen erstmal hinten anstellen.

Wir leben aktuell in einer Zwei-Zimmer-Wohnung wo jeder Raum wertvoll ist. Zudem bewegt sich unser Sohn frei in allen Zimmern umher. Für mich ergibt sich also das Problem, dass ich keinen Ort für mich schaffen kann, an dem ich meine Lust am Malen ausleben kann. Wenn ich also abends meinem Hobby fröhnen möchte, dann habe ich keine Lust erst alles herzuräumen und noch weniger Lust später alles wieder wegzuräumen. Das schnelle und sichere Verstauen von Acrylfarben, Pinseln oder Leinwänden ist aber bei einem 1,5-jährigem Kind aus meiner Sicht dringend erforderlich.

Für das Hobby Malen fehlt mir also schlichtweg ein Raum oder zumindest Stauraum, wo ich alles aufbewahren kann und trotzdem schnell griffbereit habe.

Puzzlen

Mein Freund und ich haben das Puzzle wieder entdeckt. Es mag sich vielleicht spießig oder langweilig anhören, aber ich finde gerade beim puzzlen kann man wirklich gut abschalten.

Da jeder von uns gerne puzzelt bräuchten wir aber schon mal mindestens zwei Puzzle. Zudem wissen wir nicht, was wir danach damit machen sollen, denn aufhängen wollen wir es auf keinen Fall und im Keller aufbewahren wäre aus Minimalismussicht auch nicht korrekt.

Zudem müssten wir auch das Puzzle immer abends herräumen und später wieder wegräumen, um zu verhindern, dass Nepo sich das Puzzle schnappt.

Malbuch für Erwachsene

Das klingt jetzt vielleicht noch altmodischer als ein Puzzle, aber ich habe jetzt nach langem überlegen und intensiver Recherche beschlossen, dass ich es mal mit einem Malbuch für Erwachsene ausprobiere. Die Bilder erinnern mich an Mantras, weshalb ich den,e, dass ich mich sehr gut entspannen kann.

Zudem ist so ein Buch mit den dazugehörigen Buntstiften schnell aus dem Schrank geholt und genauso schnell wieder verstaut.

Ich habe mir gestern ein Buch und eine Packung Buntstifte bei Amazon bestellt und bin schon gespannt wie ein Schnitzel, was da im Laufe der nächsten Woche so geliefert wird.

Ich hoffe sehr, dass mir so ein Mantra Malbuch genug Abstand zum Tag beschert und ich mich beim Ausmalen der Felder entspannen kann. Natürlich denke ich auch daran, dass ich endlich abends von meinem Rechner und noch mehr von meinem iPhone wegkomme.

Ich denke nächstes Wochenende kann ich dann schon sagen, welche Erfahrung ich mit dem Buch gemacht habe und ob ich das Gefühl habe, hier ein neues leidenschaftliches Hobby zu entdecken.

Jetzt würde mich aber noch interessieren, wie ihr das mit euren Hobbys handhabt. Habt ihr welche und wenn ja, wie schafft ihr es zeitlich diese in regelmäßigen Abschnitten zu geniessen?

So, jetzt werde ich langsam mal mein Bett aufsuchen und wünsche euch eine wundervolle Nacht

Alles Liebe

Mareike

 

10Jan/16

Minimalismus: Das beste zum Schluss

Mein letzter Blogpost ist jetzt schon wieder so lange her. Eigentlich wollte ich die Feiertage nutzen, um mal wieder meinen Blog aufzufrischen, neue Beiträge zu schreiben und überhaupt alles neu zu machen. Tja, die Feiertage sind vorbei und was habe ich für den Blog gemacht: Nix.

Der Grund dafür liegt aber nicht im Desinteresse, sondern einfach daran, dass ich Ende Dezember mit meiner Wohnungsauflösung vollauf beschäftigt war.

Und am 30.12.2015 war es dann endlich soweit: Ich habe meine Wohnungsschlüssel abgegeben und diese große Baustelle, die mich seit Monaten begleitet hat, war abgeschlossen.

Es war so ein befreiendes Gefühl, dass wir nun keine Wohnung mehr im Hinterkopf haben, zu der man ab und an fahren muss, weil der Briefkasten voll ist. Mir viel ein Stein vom Herzen, auch wenn ich etwas traurig war. Ehrlich gesagt finde ich es schade, dass ich den Minimalismus erst in 2015 entdeckt habe. Meine Ein-Zimmer-Wohnung mit ca. 19 qm wäre die ideale Wirkungsstätte für den minimalistischen Lebensstil gewesen. Naja, aber so toben wir uns eben in unserer gemeinsamen Wohnung aus.

Auch wenn jetzt meine Eltern in einem Hotel übernachten müssen, so finde ich es doch absolut plausibel und schlüssig, dass ich mich von der Wohnung getrennt habe. Wie kann ich immer vom tollen Minimalismus schreiben, wenn ich es selbst nicht schaffe meine, nur als Lager, genutzte Wohnung zu kündigen. Es war mir wichtig diese Kündigung auch noch in 2015 zu vollziehen, weil das der krönende Abschluss eines wirklich tollen Jahres war.

Ich habe in 2015:

  • Meine Ernährung auf die Reihe gekriegt. Im Januar mit der Vegan For Fit Challenge, im Dezember mit der Umstellung auf Paleo.
  • Immer im Zentrum stand das Ziel möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu kaufen und viel selbst zu kochen.
  • Mein Leben zu entrümpeln. Ich habe so viele Sachen gespendet, weggeworfen neu genutzt. Ich habe das Sozialkaufhaus und Foodsharing entdeckt. Ich habe meinen Freund dazu motiviert seine Klamotten an Flüchtlinge zu spenden, weil er die vielgesuchte Größe S hat. Ich habe überflüssige Verträge gekündigt, meine unendlichen Papierberge gescannt und geschreddert. Wir haben Möbel, Lampen, Geschirr und Bilder entsorgt, die man auch nicht mehr hätte spenden können. Wir haben mehrere hundert Bücher bei Momox verkauft und den Rest der Bücher in den Keller verlegt. Im Rückblick muss ich sagen, dass wir ungemein viel geschafft haben, auch wenn wir beide der Meinung sind, dass aktuell wieder mehr in den Haushalt reinkommt, als rausgeht. Was uns beiden widerstrebt.
  • Meine sozialen Kontakte priorisiert. Ich habe über die Hälfte meiner Facebook-Freunde „entfernt“, weil mich ihre „Ich hab so ein tolles Leben“ Posts genervt haben. Mir ist klar geworden, welche Menschen mir wichtig sind und welche Personen einfach der Vergangenheit angehören. Ich verwende keine Energie mehr, um irgendwelche Kontakte aufrechtzuerhalten, die mir nichts mehr bedeuten und von denen ich auch keine Signale erhalte. Es ist sehr befreiend, wenn man nur noch eine Handvoll Menschen hat, mit denen man sich dann umso intensiver austauscht.
  • In 2015 habe ich auch Montessori und Pikler für mich und meinen Sohn entdeckt. Ich habe meinen „Kurswahn“ gestoppt und gehe nur noch in Spielräume nach Emmi Pikler und Maria Montessori. Ich finde die Zeit dort angenehmer, weil ich (sorry) kein Bock auf Mama-Klatsch-Runden habe. Das liegt aber nicht an den anderen Muttis, sondern an mir.
  • Ich habe mich selbst besser kennengelernt und über das Wissen zu „Hochsensibilität“ Antworten auf Fragen gefunden, die mich fast ein ganzes Leben begleitet haben.
  • Und zum Schluss: Ich verlasse 2015 mit 11 Kilo weniger, als ich es begonnen habe. Ja, und ich hoffe es geht noch weiter, auch wenn ich jetzt eigentlich schon ganz glücklich bin. Aber ein wenig geht ja immer. 🙂

Das war jetzt fast wie ein Rückblick, für den ich um den Jahreswechsel herum keine Zeit hatte. Nun hoffe ich auf ein entspanntes und aufregendes Jahr 2016 mit vielen neuen Impressionen.

In diesem Sinne: Happy New Year – zur Not: Happy New Chinese Year 🙂

Mareike

29Nov/15

Konsumauszeit: Der minimalisierte Adventskranz

Minimalisierter AdventskranzHeute haben wir den 1. Advent und auch wenn wir das Jahr über den Minimalismus für uns entdeckt haben, so möchte ich doch etwas Weihnachtsstimmung in der Wohnung haben.

Darum habe ich gestern einen Adventskranz gemacht und unser Wohnzimmer dekoriert. Da wir letztes Jahr relativ viel Deko eingekauft haben, war mir wichtig, dass ich mit der vorhandenen auskommen muss – auch beim Adventskranz.

Also entschied ich mich für die Weihnachtskugeln-Kerzen-Variante. Die ist sehr schlicht und passt damit super zu unserem sonstigen Wohnkonzept. Zum Glück hatte ich noch genau vier Kerzen da, sodass ich hier nicht auf Teelichter umsteigen musste. 🙂

Die Lichterkette für den Weihnachtsbaum haben wir jetzt einfach schon mal an unserem Fenster in Betrieb genommen und neben einem Nussknacker hier und einem Räuchermännchen da, war es das auch schon in Sachen „Weihnachtsdekoration“.

Heute saß ich im Wohnzimmer, habe gelesen, die Lichterkette brannte und ich fühlte mich einfach glücklich. Alles ist sauber und aufgeräumt und in mir kehrt langsam die vorweihnachtliche Ruhe ein.

Viel hat sich dieses Jahr getan, sehr haben wir uns als Familie verändert. Gerade unsere Art zu konsumieren oder zu essen ist so verschieden zum letzten Jahr. Ich weiß, dass wir unseren Weg weitergehen werden, aber auf das, was wir jetzt schon erreicht haben – und dazu gehört auch die Stärke NEIN zu einem Adventskalender zu sagen, keinen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu trinken und keine spontanen Hamsterkäufe in den Weihnachtsdeko- und -süßigkeitenregalen der hiesigen Supermärkte.

In diesem Sinne: Auf eine nachhaltige, wohl bedachte Vorweihnachtszeit 🙂

28Nov/15

Konsumauszeit: Kein Adventskalender in 2015

Gestern habe ich beschlossen: Bei uns gibt es dieses Jahr keinen Adventskalender. Weder einen selbstgebastelten, noch einen gekauften. Ich glaube, dass ich die Energie und die Zeit die ich das Basteln eines solchen investieren würde, besser anderweitig nutzen kann. Zudem glaube ich, dass es meinem 15 Monate alten Sohn gelinde gesagt Scheiß egal ist, ob er nun jeden Morgen ein Kästen oder ein Tütchen öffnen kann oder nicht.

Noch im Oktober war ich der festen Überzeugung einen tollen Kalender zu basteln. Dann erfuhr ich von der Konsumauszeit Challenge, die den ganzen November dauert und beschloss einen ganz einfachen Kalender zu basteln. Mit Tüten aus Butterbrotpapier und das ich nur vorhandenes Material für die Gestaltung des Kalenders verwenden würde. Als Inhalt hätte ich nur Süßes genommen. Aber je weiter die Challenge voran schritt, desto dämlicher fand ich die Idee mit dem Adventskalender.

Gestern, am Black Friday, entschied ich mich, dass ein Adventskalender für mich nur sinnlose Geldverschwendung ist. Nächstes Jahr werde ich das wahrscheinlich anders sehen, denn dann ist Nepo ja schon über 2 Jahre alt, aber aktuell?

Ich habe in den letzten Tagen auch viele stolze Instagram und Pinterest Beiträge von Müttern gesehen und wie viel Arbeit sie sich machen und was sie alles kaufen und muss ehrlich sagen: Neee, nicht für mich. Ich kann Mütter verstehen, die da viel Arbeit und Geld reinstecken und sorry, es ist viel Geld. Wenn nur jedes Teil einen Euro kostet, dann macht das bei 24 Teilen 24 Euro. Hinzu kommt noch das Gestaltungsmaterial. Bei mir kosteten letztes Jahr allein die Tüten (immerhin die Nummern waren dabei) 16 Euro, dann noch die Inhalte, da waren wir locker über 50 Euro. Über 50 Euro für einen Adventskalender! Da kann ich ja in meinem geliebten Café Glanz über 20 Mal Mittagessen und habe danach nicht 24 neue Teile in der Wohnung rumfliegen.

Ich liebe meinen Sohn und ich freue mich wahnsinnig auf Weihnachten mit ihm, aber er ist eben erst 15 Monate und hat im Moment wohl dringendere Bedürfnisse, als das tägliche Türchen öffnen.

Ein weiterer Faktor ist, dass mein Freund und ich ab 1. Dezember die Paleo Challenge machen wollen. Okay, bin jetzt wirklich kein Veganer mehr, aber im Moment finde ich Getreide schlimmer als unbearbeitetes Biofleisch. Und neben der Challenge möchte ich mich mehr um meinen Blog kümmern und diese Zeit- und Launefresser Facebook, Instagram oder Twitter einfach mal ausblenden. Für 30 Tage möchte ich nur auf meinem Blog schreiben und andere Minimalismus Blogs anschauen.

Ja, ich muss jetzt wieder einiges geregelt kriegen im Leben, auch wenn die Vorweihnachtszeit so überhaupt nicht die passende Zeit ist. Aber irgendwas ist eben immer. 🙂

 

16Nov/15

Tierpark, Thalia und TÜV: Unsere Konsumwoche im Rückblick

Schon wieder liegt eine Woche Konsumauszeit hinter uns. Es war für mich eine anstrengende Woche, was nicht am Konsumverzicht liegt, sondern der damit entstehenden Zeit für Gedanken und der Überlegung, was wir nun mit unserer Zeit anfangen. Zudem muss ich leider sagen, dass mir das Wetter dank meiner Hochsensibilität zu schaffen macht. Es ist einfach zu warm, denn ich bin gedanklich im November. Mein Körper ist auf mieses Wetter, Dauerregen und kalte Temperaturen eingestellt. Ich wünsche mir seit Tagen, dass es endlich November wird, damit ich mal mit dem Kleinen zuhause bleiben kann, Plätzchen backe oder mit ihm seine Stifte ausprobiere, die er geschenkt bekommen hat. Und was ist: Jeden Tag Sonne, jeden Tag die Pflicht nach draußen zu gehen, jeden Tag Kopfschmerzen, jeden Tag Unwohlsein, Hitzewallung und eine Niedergeschlagenheit, die ich sonst nur im Hochsommer kenne.

Ja, ich bin ein Herbst- und Wintermensch. Ich brauche nicht viel Sonne um glücklich zu sein. Ich arbeite am effizientesten, wenn es draußen regnet und ich drinnen Klassikradio hören kann. Wenn ich mir tagsüber Kerzen anzünden kann und lecker Chai trinke, dann bin ich glücklich. Das aktuelle Wetter ist wirklich anstrengend für mich, obwohl ich auch gern mit Nepo an der frischen Luft bin.

Doch kommen wir jetzt zu unserer Woche im Rückblick:

Montag – der Tag im Tierpark

Den Montag haben Nepo und ich fast nur an der frischen Luft verbracht. Ich habe mir im Mai eine Jahreskarte für den Tierpark Hellabrunn geholt und da das Wetter so schön war, sind wir zum Zoo gelaufen, haben dort ein paar wunderschöne Stunden verbracht und sind dann wieder zurückgelaufen. Der Weg führt von uns direkt an der Isar entlang bis nach Thalkirchen zum Zoo. Da der Kleine oft laufen wollte, hat allein der Hinweg ca. 2 Stunden gedauert, aber das ist auch egal, wenn man in Elternzeit ist. Im Zoo fand er dann allerdings nur die Wölfe, Bisons und Wildpferde spannend. Während er den Strauß bestaunt hat, konnte ich ihn füttern. Affen, Erdmännchen und Giraffen fand er hingegen eher langweilig und lief lieber einem Vater und seiner Tochter hinterher oder erfreute sich am umher fliegendem Laub.

Nachdem er dann in seinen Mittagsschlaf gefallen war, ich den kompletten Zoo durchquert hatte, ging es zurück Richtung Haidhausen. Nachdem er wieder wach war, blieben wir noch auf zwei Spielplätzen und genossen die Ruhe und Einsamkeit. Ein Spielplatz nur für sich allein zu haben, ist ein Segen für mich, die keine Lust auf Konversation mit anderen Müttern hat.

Es war ein toller Tag und es war der erste Tag seit vielen Wochen und Monaten an dem ich gar kein Geld ausgegeben habe. Morgens hatte ich das ganze Essen und Trinken für den Tag vorbereitet und so mussten wir unterwegs nichts kaufen. Auch ein Coffee to go reizte mich an dem Tag nicht. Ich wollte irgendwie mit keinem Menschen was zu tun haben, auch nicht, wenn es nur der Kontakt im Rahmen des Bezahlvorgangs gewesen wäre.

Dienstag

Am Dienstag fing der Tag wieder mit einem Ausflug über den Markt am Weißenburger Platz an, hin zur offenen Kinderbetreuung im Café Glanz. Dort fühle ich mich wohl, kann der Betreuerin meine Sorgen und Bedenken bei Nepos Verhalten und habe das Gefühl, dass ich hier auch Hilfe bekomme bzw. kann mit den Tipps auch etwas anfangen. Aktuell ist es bei uns so, dass Nepo keinen Bock auf Baden oder sonstigen Kontakt mit Wasser hat. Er schreit, wenn ich nur die Wanne hole oder mit dem Waschlappen auf ihn zukomme. Seit zwei Wochen gibt es bei uns nur noch Katzenwäsche oder gar kein Wasser. Aber was ist schon die Waschverweigerung, gegen den seit kurzem wieder täglichem Kampf des „Zu Bett Gehens“. Naja, gehört jetzt hier nicht hin, darum geht es weiter mit unserem Dienstag.

Da ich jetzt wieder gern gesund essen möchte, waren wir fleißig Obst und Gemüse im Biomarkt kaufen. Dabei musste ich leider feststellen, dass meine EC-Karte, die ich erst Ende 2014 erhalten habe, nicht mehr richtig funktioniert. Geld abheben ging nicht, mit Karte zahlen funktionierte auch erst beim 4. Anlauf mit PIN. Mir sind solche Situationen immer sehr unangenehm, weil ich immer denke, dass die Leute der Meinung sind, ich hätte kein Geld, wäre zu doof oder sonst was. Also beschloss ich am nächsten Tag zur Bank zu gehen und mir eine neue Karte zu beantragen.

Mittwoch

Mittwoch ist immer Spiel- und Bewegraum angesagt. Das ist der entspannteste Kurs, den ich bisher mit Nepo besucht habe. Das die Mütter am Rand sitzen und die Kinder einfach machen lassen, ist für mich wie Erholung. Keiner spricht, alle beobachten und mir geht es gut.

Diesen Mittwoch war Nepo nicht so gut drauf, eigentlich ist er seit Tagen nicht gut drauf, motzt rum, jammert rum, erwartet von mir, dass ich ihm alles bringe, aufschraube und den Entertainer für ihn spiele. Ich habe gelinde gesagt dazu keine Lust, zumal ich bemerke, dass er Dinge nicht mehr macht, die er vorher gemacht hat. Wenn ich ihn ignoriere, fühle ich mich nicht gut, wenn ich nach seiner Pfeife tanze fühle ich mich allerdings auch nicht gut.

Aktuell ist alles anstrengend für mich und ich merke, dass meine Energiereserveren am Ende sind. Wenn er mal wieder ohne Ende jammert, frage ich mich, warum ich ihn nicht einfach in die Kinderkrippe „abschiebe“. Dann denke ich immer an die Erzieher, die ich da durch Haidhausen schleichen sehe und mir wird schlecht, bei dem Gedanken, dass sie mein Kind anraunzen. Also versuche ich den Tag für uns beide so angenehm wie möglich zu gestalten und hoffe, dass meine Energie irgendwann wieder zurück kommt.

Am Abend waren Nepo und ich noch beim Martinsumzug. Obwohl wir einen LED Laternenstab von einer Freundin geschenkt bekommen haben, sind wir ohne Laterne hingegangen. Nepo sitzt noch im Kinderwagen und ich habe nicht eingesehen extra eine Laterne zu kaufen. Nicht in der Zeit, in der ich so kritisch über Konsum nachdenke. Ich selbst muss sagen, dass ich dieses Schaulaufen von selbstgebastelten Lampen mit teilweise mehrfarbig blinkenden LEDs gelinde gesagt zum Kotzen fand. Auch den Vorsänger mit seinem Megafon fand ich total übertrieben. Ehrlich gesagt, haben die meisten, wie bei Weihnachten, nicht kapiert, worum es an diesem Tag eigentlich geht und worin sein Ursprung lag, denn der lag sicher nicht daran, dass irgendein Heiliger mit einer Einhorn-Laterne mit blinkendem LED durch die Gegend geeiert ist und das nachsang, was der Oberjogi mit dem Megaphon voran angibt.

Ich finde den Martinsumzug immer noch eine schöne Idee für Kinder und so sollte er auch gehalten werden. Ich würde nächstes Jahr mit Nepo gern eine minimal verzierte Lampe mit einer echten Kerze geben. Aber ich muss mich beugen, wenn ich nicht von den anderen Müttern als „verantwortungslos“ gesehen werden möchte. Selbst ich als hochsensible Mutter denke nicht, dass Nepo nachhaltig geschädigt wird, wenn ihm die Laterne abfackelt, weil er zu sehr gewackelt hat oder sie auf den Boden geschmissen hat. Nein, dass wäre nur ein klarer Fall von Aktion und Reaktion.

Donnerstag

Am Donnerstag hatte mein Freund frei und wir nutzten den Tag, um nach Augsburg zu fahren, damit sein Auto TÜV bekommt und die Wartung durchgeführt werden konnte. Der Weg aus München heraus war sehr zäh und wir brauchten eine Stunde um auf die Autobahn zu gelangen. Ich hatte Zeit genug, um in andere Autos reinzuschauen und es ist absurd, dass in jedem Auto nur eine Person sitzt. Viele verbinden mit dem Autos Flexibilität und stehen dann doch jeden Tag ewig lang im Stau und verschwenden ihre Zeit, denn was anderes ausser bremsen, Gas geben und eventuell telefonieren können sie ja nicht machen.

Nach ca. 1,45 h und einem Schreikampf von Nepo waren wir dann in Augsburg. Haben das Auto abgegeben und uns zum Frühstück mit den Großeltern getroffen. Danach sind wir noch durch die Altstadt geschlendert und zum Thalia, weil die Oma eine tolle Holzrutsche in der Kinderabteilung gesehen hat. Wir waren mindestens 30 Minuten in dem Laden und haben Nepo rutschen und sich in die Holzlok setzen lassen. Mein Freund hat mit seinem Vater gerettet, die Oma auf den Kleinen aufgepasst und ich bin an den Regalen entlang gegangen.

Und als ich da so vor den Regalen stand, fiel mir auf, dass ich mit meinem aktuellen Gedankenstand zum Thema Konsum nie, nie DAS richtige kaufen könnte. Schon an der Kasse würde ich bei einem Gesellschaftsspiel zweifeln, ob es wirklich das richtige ist, oder ob ich doch lieber ein anderes genommen hätte. Es gab so viele Spiele, Kinderbücher und Holzspielzeuge, dass ich komplett überstimuliert war. Ich wusste nicht, welches der fünf Bücher von „Meine ersten Tiere“ jetzt das richtige gewesen, welches der 20 „Gute Nachtgeschichten für Kleine“ am passendsten für Nepo wäre. Ich war schlichtweg überfordert, genervt und wirklich handlungsunfähig. Das schlimmste was jemand in diesem Moment gesagt hätte: Such dir was schönes aus, ich bezahle. Das wäre seit langem die hilfloseste Situation gewesen, in der ich mich befunden hätte. Das hat natürlich nichts mit dem Angebot bei Thalia oder mit dem Laden an sich zu tun, dass wäre mir in jedem anderen Laden auch so gegangen. Nein es liegt daran, dass mein Kopf seit der Konsumauszeit ständig arbeitet und ich ihn nicht einfach mit irgendeinem Kauf ruhig stellen kann. Das ist vielleicht auch der Grund warum ich ständig so müde und erschöpft bin. Ständig denke ich nach überlege und und und.

Mich haben die Erlebnisse in dem Laden und die ganzen Eindrücke so angestrengt, dass ich froh war, als wir in Richtung der Wohnung von den Großeltern aufbrachen. Wir entschieden uns wieder für die Straßenbahn. Leider fuhr gerade ein altes Modell ein und es war uns zu dritt nicht möglich den Kinderwagen in diese scheiß Bahn zu hieven. Ich war so genervt in dem Moment, wie es im Jahr 2015 in der Bundesrepublik Deutschland sein kann, dass Mütter mit ihren Kinderwägen und übrigens dann auch Rollstuhlfahrer nicht mit der Bahn fahren können, weil sie leider einen Kinderwagen haben, der ca. 1 cm zu breit ist und sie die 3 Stufen nicht hochheben konnten. So viel zum Thema: Früher war alles besser. Naja, die nächste Bahn konnten wir dann nutzen, liefen noch beim Bäcker vorbei und gingen dann zur Wohnung. In der Wohnung baute die Oma dann schnell alles für Nepo auf und er befasste sich wieder mit voller Leidenschaft mit Omas Wäschklammern, einer Schaufel und zwei Behältern in die er die Klammern schütten konnte. Der Kleine braucht nicht viel, um sich zu beschäftigen. Sodass wir in Ruhe Kaffee trinken konnten. Gegen 18 Uhr verabschiedeten wir uns und fuhren wieder nach München.

Freitag

Den Freitag hatte mein Freund auch noch frei und so gingen wir gemeinsam zum Kinderarzt, wo Nepo seine letzte, letzte Impfung erhielt. Vorher machten wir einen Stopp beim neu eröffneten Erbils, der den besten veganen Döner verkauft, den ich bisher gegessen habe. Nach dem Arzt liefen wir Richtung Isar durch den Englischen Garten am Chinesischen Turm vorbei in Richtung Leopoldstraße. Dort suchten wir den Laden „Kunst & Spiel“ auf. Eigentlich hätte ich Nepo gern etwas für die überstandene Impfserie gekauft, aber selbst bei dem unzähligen Holzspielzeug fand ich nichts, dass einen Kauf wert gewesen wäre. Sicher die Holzbanane für 7,90 Euro oder die Lauchzwiebeln aus Holz für 17,90 Euro wären toll gewesen, aber ich sehnte mich plötzlich nach einem Flohmarkt auf dem man das gebraucht kaufen kann. Das Gefühl hat, ein anderes Kind hatte damit schon Freude und gibt es nun an uns weiter.

Ihr seht, ich bin aktuell wirklich nicht in der Lage irgendwas zu kaufen, was nicht mit Lebensmitteln zu tun hat.

Danach gingen wir noch etwas durch Schwabing spazieren und gönnten uns einen wirklich leckeren Blaubeerkuchen in der Kuchenwerkstatt. Gleichzeitig merkten wir, dass wir überhaupt nicht kompatibel mit dem Stadtteil Schwabing waren und uns nur in Haidhausen, dass ja leicht öko ist, wohl fühlten.

Bevor wir in die Stadt liefen, machten wir übrigens noch einen Abstecher in die Bibliothek, wo ich mein bestelltes Buch über „Hochsensible Mütter“ abholte. Der Luxus hat mich 1,25 Euro gekostet, aber die Tatsache, dass ich mir Bücher aus anderen Bibliotheken der Stadt aussuchen kann und sie nicht mal einen Tag später bei mir ums Eck abholen kann, finde ich noch praktischer als Amazon. Ausserdem gebe ich die Bücher ja wieder ab und sie belasten mich nicht durch ihre bloße Anwesenheit.

Zurück zu unserem Freitag: Nach dem Kuchen liefen wir über die Ludwigstraße, den Odeonsplatz und die Maximilianstraße zurück nach Hause. Ohne irgendwas gekauft zu haben, denn die Ausgaben hatten wir nur beim Essen und der Bibliothek.

Samstag

Den Samstagvormittag verbrachten wir mit einkaufen. Wir überlegten uns zuhause, was wir kochen wollten, schrieben einen Einkaufszettel und den arbeiteten wir ab – ohne irgendwas anderes zu kaufen. Uns beiden fiel das nicht schwer, weil wir so mit unseren Rezepten beschäftigt waren, dass wir wohl einen Tunnelblick hatten.

Am Nachmittag trafen wir dann noch eine Freundin auf einen Kaffee und ein Tiramisu. Anschließend spazierten wir mit ihr noch an der Isar entlang und liefen dann wieder nach Hause. Ich habe mir zuhause dann abends noch Paleo Pancakes gemacht und bin um 19:00 Uhr ins Bett gegangen.

In dieser Woche sind wir oft früh ins Bett gegangen, weil Nepo immer nicht schlafen wollte und wir ihn quasi in den Schlaf flankiert haben. Eine sehr, sehr unbefriedigende Situation für mich bzw. für uns beide.

Sonntag

Den Sonntag beschlossen wir nichts zu machen. Ich habe gewischt und Wäsche gewaschen, wir beiden haben gekocht und Zeit mit Nepo verbracht. Ich habe viel in dem ausgeliehenem Buch gelesen und noch mehr über mich und mein Leben nachgedacht.

Und so verging der Sonntag ohne besondere Ereignisse. Und nun sitze ich hier am Montag am Rechner statt im Fitnessstudio. Die Sonne geht auf und ich geniesse einfach die Ruhe, die ich jetzt noch habe, wenn beide schlafen.

In diesem Sinne: Einen wunderschönen Start in die Woche 🙂

Alles Liebe

Mareike

09Nov/15

Konsumauszeit: Meine Woche im Rückblick

Nach einem wundervollen, sonnigen und ungewohnt warmen Sonntag an der frischen Luft, ist es nun Zeit die Woche nochmal Revue passieren zu lassen.

Wie erging es mir in dieser Woche?

Vielleicht liegt es an der vielen frischen Luft, aber ich muss sagen, mir erging es diese Woche sehr, sehr gut. Okay, es gab den schlimmen Start mit dem defekten iPhone 6 und dann zur Mitte der Woche einen kaputten Wintermantel und eine gebrochene Schublade, aber das waren die schlimmsten Sachen an die ich mich erinnern kann. Dafür habe ich einen wunderbaren Indoor Spielplatz kennengelernt, war am Freitag mit Mann und Kind auf der Kochbuch Vernissage im Café Glanz, gestern zu Besuch bei einer lieben Freundin, die vor wenigen Wochen ihr zweites Kind auf die Welt gebracht hat und heute haben wir endlich die Hermannsdorfer Landwerkstätten besucht und einen wundervollen Rundgang um das naheliegende Glonn gemacht.

Alles in allem hatte ich eine wundervolle Woche. Sicher gab es einige Situationen, wo ich ohne die Challenge unnötig Geld ausgegeben hätte, aber einen Verzicht habe ich rein gar nicht gemerkt. Im Gegenteil: Ich denke über viele Sachen jetzt viel intensiver nach und lache über mich, dass ich noch vor wenigen Monaten geweint hätte, wenn mir der Mitarbeiter der Phoneklinik gesagt hätte, dass mein iPhone irreparabel ist. Jetzt ist es mir fast schon egal und ich lebe mit meinem, um viele Apps abgespeckten iPhone 5.

Ich bin zufriedener geworden und merke, dass ich in Summe entspannter bin, wenn ich wirklich nur das kaufe, was wir auch benötigen und nicht noch hier und da was mit in den Wagen packe. Ich schaue auch gerade in keine Schaufenster, dafür umso mehr in die Gesichter der Leute die um mich herum sind und das sind in München doch so einige. Während ich früher mit tausenden Themen beschäftigt war und selbst mit Nepo einen Tunnelblick habe, bin ich jetzt gelassener und nehme mein Umfeld viel intensiver war.

Was nehme ich aus dieser Woche mit?

Gerade die Glücksmomente im Indoor Spielplatz, dem abendlichen Spaziergang oder vom Besuch der Hermannsdorfer Landwerkstätten haben mir deutlich gemacht, dass es keiner großen Dinge bedarf, um glücklich zu sein.

Das Konsum nicht glücklich macht, weiß ich nun schon eine Weile. Das ich aber so viel entspannter bin, wenn ich einfach nur geniesse ohne den Zwang jetzt in einen Laden zu gehen, um irgendwas zu kaufen, hätte ich nicht gedacht.

Die vergangene Woche hat mir gezeigt, dass auch Konsum nur eine Routine ist. Wir gehen am Samstag in die Stadt oder zu IKEA shoppen, weil wir es schon seit Ewigkeiten so machen. Wir gehen jedes Mal irgendwas kaufen, weil wir gerade in der Stadt sind oder kaufen in Läden mehr, als wir brauchen, weil wir es eben immer schon so gemacht haben und es uns mit Verlaub auch leisten können. Dank der Billiganbieter und 1-Euro-Shops tut der Kauf auch nicht mehr weh, weil es ja nur ein paar Euro sind, die wir ausgeben. Auch ich war die Woche bei Tchibo, bei dm, bei Butlers oder bei Tengelmann und natürlich ist die Verlockung groß, aber wenn man sich etwas Zeit nimmt, an die Challenge denkt und sich ehrlich fragt: Brauche ich dieses Produkt wirklich? Dann glaube ich, dass viele sagen würden: Ähm, nein. Manche kaufen es trotzdem und manche kaufen es nicht. Ich bin bis auf den dm bei allen Läden wieder rausgegangen, ohne was zu kaufen, weil ich entweder nur schauen wollte oder nicht das gefunden habe, was ich gesucht habe. Bei dm nahm ich auch nur die Produkte mit, die wir wirklich brauchten, weil sie alle waren.

Oja, wir stecken in so vielen Gewohnheitsschleifen drinnen, dass man sich echt als Freak vorkommt, wenn man da aussteigen möchte. Das fängt beim Essen und dem Konsum an, geht über das Verharren in nicht erfüllenden Beziehungen, über das übernehmen gängiger Erziehungsmethoden bis hin zum endlosen Fernseh- und Internetkonsum.

Und so wie ich schief angeschaut wurde, als ich Anfang des Jahres die Vegan For Fit Challenge gemacht habe, so komisch denken wahrscheinlich die Leute jetzt über mich, wenn ich sage, dass ich eine Konsumauszeit nehme. Wobei ich sagen muss, dass es den Leuten leichter fällt, wenn ich ihnen erzähle, dass ich mich vegan ernähre, als wenn ich ihnen erzähle, dass ich nun einen Monat kein nutzlosen Konsum unterstützen möchte. Bei vielen Menschen ist das sicher ein „First World Problem“. Hier kann ich aber nur aufgrund meines Voluntär-Aufenthalts in Kathmandu sagen: Nein, das was die Masse macht, ist ein „First World Problem“. Das Streben nach billigstem Essen, billigster Kleider, billigstem Spielzeug. Das Wegschmeißen von guten Lebensmitteln und die gesamte „Wegschmeiß-Mentalität“.

Die Menschen die denken dass diese Lebensweise „State of the Art“ ist, vergessen, dass sie unseren Kindern die Zukunft rauben. Doch es geht nicht nur um die Zukunft, sondern auch um die Gegenwart. Wir sind nicht umweltbewusster oder nachhaltiger. Nein, wir exportieren die Umweltverschmutzung, die miesen Arbeitsbedingungen und den Raub natürlicher Ressourcen nur in die zweite und dritte Welt. Mit jedem Kauf bei H&M, Primark oder der Billigstwurst von Wiesenhof sagen wir: Okay, i don’t fucking care! Ist mir egal, was irgendwo auf der Welt passiert. Hauptsache mir geht es gut.

Ich glaube, dass es vielen überhaupt nicht gut geht und dass sie nicht verstanden haben, dass sie nicht als Individuum zählen, auch wenn das Regierungen, internationale Konzerne und vor allem die Werbeindustrie uns immer wieder glauben lässt. Nein, sie sind verdammt dazu zu konsumieren, zu arbeiten, zu konsumieren und wieder zu arbeiten. Sicher haben sie am Wochenende Zeit sich um ihr Hobby, ihren Mercedes oder um ihr Reihenhaus zu kümmern, aber ab Montag müssen sie wieder in ihre Rolle finden. Und manchmal sieht man sie, wenn sie wie wir, in die Berge gehen. Wenn sie aus ihrem SUV aussteigen, den Bugaboo zum Landgasthof schieben und mit der Louis Vuitton Tasche, der Pelzwester, der verspiegelten RayBan Sonnenbrille die frische Landluft geniessen und rauchend und ständig am Smartphone hängend den ganzen Freundeskreis darüber informieren, wie schön es doch auf dem Land ist.

Und wenn du dann zu denen gehörst, die dieses Treiben einfach nur beobachten, weil die iPhone 5 im Auto liegt, du selbst nicht rauchst und dein größtes Highlight das Urkornrisotto ist, dann weißt du, dass du zwar immer noch in der gleichen Schleife hängst, aber dich schon Richtung Ausgang bewegst.

Ja, bis ich bei mir oder bei uns von einem durchweg nachhaltigem Leben sprechen kann, werden noch viele Konsumauszeit Challenges vergehen, aber wir sind auf einem guten Weg und vor allem sind wir glücklich dabei.

In diesem Sinne: AMEN 🙂

05Nov/15

Konsumkarma: Von der Kaputtheit der Dinge

#KonsumAuszeit-4Ich weiß nicht, ob die begeisterte Teilnahme an der #Konsumauszeit unter die Kategorie „Die Geister die ich rief, werd ich nun nicht mehr los“ fällt, aber seit ich mit der Challenge begonnen habe, häufen sich die Defekte in unserem Haushalt und Alltag.

Das defekte iPhone

Den Anfang hat am Montag mein iPhone gemacht. Nach langem hin und her, habe ich es nun in die „Phoneklinik“ gebracht. Nach eingehenden Untersuchungen war die Diagnose „irreparabel“.

Wir reden hier von einem iPhone 6, dass mich im Oktober 2014 nicht wenig Geld gekostet hat und nun sitze ich hier mit diesem schwarzem Haufen Metallschrott, mehr ist es leider nicht. Ich kämpfte in dem Reparaturladen kurz mit den Tränen, weil ich so sauer war auf Apple. Wie kann es sein, dass nach gut einem Jahr eine Spule am Mainboard durchbrennt. Als mir der Servicemitarbeiter das gesagt hat, wäre bei mir auch fast eine Sicherung durchgebrannt.

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