Category Archives: Mamadingens

23Mai/15

Was der Eurovision Song Contest für mich bedeutet

Für unsere kleine Familie findet mit dem Eurovision Song Contest heute wieder eines der vielen Highlights in 2015 statt. Seit mein Freund und ich den Eurovision Song Contest 2013 zusammen in der Prosecco Bar in München geschaut haben, ist der Contest für uns eigentlich jedes Jahr eine Pflichtveranstaltung.

Song Contest 2013 und der 1. Kuss

Als damaliger Community Manager für Spontacts verschwamm oft die Grenze zwischen privat und beruflich. Die Organisation eines Events zum Eurovision Song Contest war eher privater Natur. Trotzdem erstellte ich eine Aktivität und fand eine Handvoll Leute, die mit mir den Song Contest schauen wollten. Darunter auch Stefan, den ich schon damals super fand. Ich kannte ihn von verschiedenen anderen Aktivitäten und fand ihn sehr sympathisch.

Eigentlich wollte ich einen Tisch in meiner Lieblingsschlagerbar, dem Roy, reservieren. Aber die wollten den ESC nicht übertragen. Also suchte ich nach Alternativen und wurde in der Prosecco Bar fündig. Ich ergatterte den letzten Tisch und freute mich wie Bolle auf den Event.

Der Abend war super witzig und wir waren dann in Summe 6 Leute, die den Wettbewerb mehr so nebenbei verfolgten. Hauptsächlich haben wir getrunken und uns über den Kuchen des Tischnachbarn gefreut. Die Bar hatte ein kleines Gewinnspiel organisiert: Wer den Sieger richtig tippt, bekommt eine CD vom ESC und eine 3 Liter Proseccoflasche.

Der Song Contest ging vorbei, die Stimmzettel wurden ausgewertet und wer hat gewonnen: Stefan. Ich fand das fies, dass war der einzige, der keinen Alkohol getrunken hat und er macht den ersten Platz. Nach dem Contest wurde in der Bar weiter gefeiert. Unsere Gruppe wurde immer kleiner und irgendwann waren nur Stefan und ich übrig. Als wir da so saßen, gegen 2 Uhr gab er mir einfach einen Kuss. Ich war total überrascht. Es fühlte sich so gut an.

Die Tage danach wurde es nochmal etwas kompliziert, aber letztendlich wurden wir ein Paar und sind bis jetzt überglücklich.

Der erste Song Contest zu dritt

Nun, genau zwei Jahre später, schauen wir wieder den Eurovision Song Contest. Diesmal als kleine Familie und bequem zuhause. Ich hoffe der Kleine freut sich genauso auf den Abend wie wir. Heute vormittag habe ich schon die ersten Vorbereitungen für das Essen getroffen, während der Papa und der Sohn friedlich im Schlafzimmer geschlummert haben.

Bei uns gibt es heute:

  • Selbstgeschnittene und gebackene Pommes
  • Für mich vegane Burger aus Kidneybohnen
  • Für den Papa Rindfleisch Burger mit Ananas, Pilzen und diversem anderen Zeug
  • Selbstgemachtes Mango-Senf-Balsamico-Dressing für mich
  • Fertiges Ketchup für uns beide
  • Chips und Coconut Bacon zur Überbrückung bis zur Siegerehrung
  • Statt Alkohol pfeife ich mir heute den Ginger-Minger mit Grünem Tee rein

Oh, ich freue mich schon so. 🙂

Gerade der Eurovision Song Contest macht mir immer wieder bewusst, wie schnell die Zeit vergeht. Letztes Jahr war ich noch schwanger und habe die Tage bis zum Mutterschutz gezählt. Jetzt sind wir zu dritt und Nepomuk wird übernächste Woche 10 Monate alt.

Jetzt warte ich sehnsüchtig darauf, dass der Kleine aufwacht und durch die Wohnung krabbelt. Er schläft jetzt schon fünf Stunden. Wenn er das mal unter der Woche machen würde, wenn die Mutti allein ist. 🙂

19Mai/15

Ich bin eine Mutter und ich bin eine Wettkampfsau!

Heute war wieder ein Babytreff und ich ärgere mich so über mich selbst und mein wirklich nerviges Verhalten.

Ich als Mutter nehme mir immer wieder vor, nicht über das Verhalten von anderen Müttern zu urteilen. Trotzdem beobachte ich doch gern andere Mütter, um zu sehen, wie sie mit ihren Kindern, die im gleichen Alter sind wie Nepomuk, agieren.

Immer wieder ertappe ich mich, dass ich die anderen Mütter gleich bewerte. Ich frage mich, warum die Mutter dies und das tut, obwohl es mir eigentlich egal sein sollte. Ich tue das ehrlich gesagt nicht, weil ich an das andere Kind denke, sondern weil ich mich leider immer wieder dazu verleitet sehe, Vergleiche zu ziehen. So sehr ich mich bemühe und ausblende, ich vergleiche mich immer mit anderen Müttern. Ich habe einmal eine Persönlichkeitsanalyse gemacht. Vor Jahren und eigentlich aus beruflichen Aspekten. Da kam heraus, dass ich gelinde gesagt eine Wettkampfsau bin. Ich konzentriere mich nicht nur auf meine Ziele und meinen Aufgaben, sondern schiele immer zu den anderen: Sind sie besser als ich? Haben sie Schwächen? Kann ich sie übertrumpfen?

Das ist ehrlich gesagt keine schöne Eigenschaft und macht mir in meiner Rolle als Mutter manchmal ganz schön zu schaffen. Ich versuche mich in Babytreffs auf mich zu konzentrieren und zu entspannen. Stattdessen screene ich andere Kinder, andere Mütter, das andere Verhalten. Ich hasse das und trotzdem kann ich es nicht abstellen.

Als Nepomuk noch der einzige war, der in seiner Gruppe gekrabbelt ist, war ich sehr entspannt und habe mich auch für die anderen Kinder interessiert. Aber jetzt, wo alle krabbeln, sich hochziehen und teilweise versuchen zu laufen, bin ich genervt. Genervt von der Kursleiterin, weil sie sich nur noch um bestimmte Kinder kümmert. Genervt von den Müttern, die immer betonen müssen, was ihre Kinder schon alles können und am meisten bin ich genervt von mir selber. Es ist absolut dämlich so zu denken, denn damit bin ich absolut keine gute Mutter. Was soll mein Sohn irgendwann von mir denken?

Vielleicht sind die Babytreffs, wo Mütter versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen, nichts für mich, weil ich dann so unter Druck gerade. Ich freue mich schon auf morgen. Da haben wir endlich wieder den Pikler Kurs und der läuft eben so ab, dass alle Mütter am Rand sitzen und einfach die Kresse halten. Nepomuk ist dort mit Abstand der Jüngste und es macht mir merkwürdigerweise gar nichts aus, dass andere Babys im Alter von 16 Monaten durch die Gegend flitzen. Auch finde ich, dass die Kursleiterin allen sechs Babys gleiche Aufmerksamkeit schenkt, weil eben keine laute Mutter ständig irgendwas kommentieren muss oder sich zwischen die Babys quetscht.

Ach, bis zu einer, gegenüber anderen Müttern, entspannte Mutter, ist es für mich noch so ein langer Weg. Ich wünschte ich wäre da schon befreiter.

Wie habt ihr das Muttersein am Anfang erlebt? Habt ihr euch und eure Kinder auch verglichen und hört das irgendwann auf?

12Mai/15

Danke, für solch tolle Großeltern!

Danke, liebe Großeltern!

Knapp eine Woche seid ihr jetzt bei uns zu Besuch gewesen und habt vor ein paar Stunden die Heimreise nach Leipzig angetreten. Ihr fehlt mir und Nepomuk schon jetzt, denn jeder eurer Besuche ist nicht nur schön, sondern auch für uns eine Bereicherung. Jetzt, wo ihr wohl gerade über die Autobahn brettert, möchte ich euch DANKE sagen:

DANKE, dass euch knapp 400 km nicht zu weit sind und ihr so oft es finanziell und gesundheitlich geht, zu uns nach München kommt.

DANKE, dass ihr ohne Murren und Sonderwünsche in meiner Miniwohnung mit maximal 21 qm ohne Fernseher und Radio übernachtet.

DANKE, dass ihr immer zum Frühstück frisches Obst und Gemüse mitbringt und uns den Kühlschrank vollstopft, obwohl ihr ja die Gäste seid.

DANKE, dass ihr euch immer ausgiebig mit Nepomuk beschäftigt und ihn als Fans in all seinem Handeln bestärkt.

DANKE, dass ihr mit ihm bei jedem Wetter stundenlang mit ihm spazieren geht, nur damit ich mal etwas Ruhe habe oder die Wohnung putzen kann.

DANKE, dass ihr am Sonntag mit mir stundenlang in der Küche standet und tütenweise Brei für Nepomuk vorgekocht habt. (Ja, Claus Hipp mich bekommst du in diesem und im nächsten Leben mit deiner Convenience Food Scheiße garantiert nicht!)

DANKE, dass ihr so tolle Sachen mit Nepomuk unternehmt und Straßenfeste findet, die ich schon lange vergessen habe.

DANKE, dass ihr am Samstag den Pavillon des Luftballonverkäufers windsicher gehalten habt und dafür dann für Nepomuk drei Ballons herausgeholt habt. (Er hat so gestrahlt, dass Gesicht werde ich nie vergessen)

DANKE, dass ihr Nepomuk immer gut zuredet und euch mit ihm in Dada-Sprache so ausführlich unterhaltet. So einen Redefluss wie am Samstag hat er selten.

DANKE, dass ihr mich bei so vielen Dingen unterstützt und mir nicht in die Erziehung reinredet. Auch wenn Pikler nicht so euer Ding ist. 🙂

DANKE, dass ihr vor dem ersten Geburtstag noch keine Schokolade angeschleppt habt und mich in dem Vorhaben alles für Nepomuk selbst zu kochen und zu mixen bestärkt.

DANKE, dass ihr bei Nepomuk immer so ruhig und gelassen seid, selbst wenn ich es manchmal nicht bin.

DANKE, dass ihr so tolle Großeltern seid!

Eure Hilfe, euer Zuspruch und eure Liebenswürdigkeit sind für mich unbezahlbar!

05Mai/15

Das Recht auf Kindheit

Durch Zufall bin ich heute bei der Zeit auf einen Artikel gestoßen, der mich wirklich bewegt hat. In dem Artikel geht es um eine Fotostrecke von Loretta Lux, die Kinder in   bürotauglichen Kostümen oder Anzügen zeigen. Die Kinder werden von den Eltern in vorgedachte Rollen gepresst: Abitur. Studium (natürlich in Harvard). Trainee Programm bei einem Global Player … Dinge, die die Eltern vielleicht nie erreicht haben und das nun von ihren Kindern erwarten. Eltern, besonders die mit einem schwachen Selbstwertgefühl kommen auf die abstruse Idee, sich über ihre Kinder zu definieren. Die Kinder bekommen die Last der Eltern aufgebürdet.

Damit das Kind die Bürde tragen kann, müssen die Eltern natürlich dafür sorgen, dass das Kind systematisch auf das bessere, größere Leben vorbereitet wird. Nichts wird dem Zufall überlassen. Schon im Bauch wird das Baby mit Mozart beschallt, kaum auf der Welt beginnt die Frühförderung und wehe, dass Kind dreht sich mit sieben Monaten immer noch nicht auf den Bauch, dann wird von der PEKiP Leiterin mit ernster Miene erklärt, dass dies Auswirkungen auf die Hirnentwicklung hat. Und so zieht sich das durch: Tag für Tag, Jahr für Jahr. Das Kind Kind sein lassen? Unmöglich.

Der Autor des Zeit-Artikels legt den Finger in die offene Wunde vieler Eltern: Wir lassen unsere Kinder nicht im hier und jetzt sein, sondern schieben es in Richtung Zukunft. Und das, obwohl Buddha ja schon gesagt hat: „Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.“ Ich denke nicht, dass Buddha sich nur an Menschen gewandt hat, die über 18 waren. Der Autor schreibt absolut richtig:

„Tausend Berufe sind denkbar, die ganze Welt ist eine Option. Trotzdem – oder gerade deshalb – neigen Eltern dazu, ihre Kinder in Formen zu pressen, ihr Schicksal vorauszuplanen, ihnen Wege zu ebnen: Keine Synapse verkümmern lassen! Frühzeitig Talente fördern! Und auf jeden Fall das Abi schaffen! Was Kinder heute tun, muss sich morgen auszahlen. Ist es nicht so? Groß ist der Drang, aus jeder Handlung eines Kindes gleich eine Prognose zu erstellen, alltägliches Tun und Lassen eines Kindes Kategorien wie „Gelingen“ und „Scheitern“ zu unterwerfen oder Zeit in „genutzt“ und „vertan“ einzuteilen.“

Obwohl mein Sohn morgen erst 9 Monate alt wird, kämpfen wir schon mit der Erwartungshaltung der Großeltern: „Kann er schon laufen?“, „Er muss bald laufen lernen, damit du ihn nicht immer ins 4. OG tragen musst.“, „Das Abitur meines Enkels möchte ich auf jeden Fall noch erleben.“, „Wenn er nur gut in der Schule ist und weiß wie wichtig lernen ist.“, „Du wirst sehen, in ein paar Jahren sieht das alles anders aus. Besser.“ – so geht das immer wieder. Mich nerven diese Aussagen, denn sie lassen eins nicht zu: Das mein Sohn eine unbeschwerte, freie Kindheit hat.

Ich wünsche mir, dass er seine Kindheit geniesst. Das er auf Spielplätzen rumspringt,  im Regen tanzt, Dreck in die Luft wirft und drunter durchrennt. Er soll auf Bäume klettern, sich Schrammen und blaue Flecke holen. Ich tröste ihn gern und verarzte ihn, denn ich bin seine Mutter. Ich möchte über hartnäckige Grasflecken und Löcher in der Hose vor mich hinschimpfen, denn dann weiß ich, dass mein Sohn seine Kindheit auslebt.

Er soll sich nicht um die Sorgen und Ängste der Zukunft scheren. Er soll einfach ein Kind sein, kein Produkt meiner Erwartungen und Ansprüche. Wenn er kein Abitur machen kann oder will, dann muss er es nicht. Ich habe auch keines und habe doch meinen Universitätsabschluss gemacht. Wenn er Schreiner, Bäcker oder Polizist werden möchte, dann soll er das tun. Den einzigen Wunsch, den ich an ihn habe: Er soll immer mehr dem Bauch, als dem Verstand folgen.

Ich halte es wie der polnische Arzt und Pädagoge Janusz Korczak und den für Kinder geforderten Grundrechten:

  • vom Recht des Kindes auf den heutigen Tag,
  • vom Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist

Mein Sohn wird sich vielleicht oft wünschen, dass ich ihn vor Dingen beschützen kann oder für ihn Sachen wie Streitigkeiten erledige, aber das kann ich nicht als Mutter, eben weil ich seine Mutter und nicht sein Schutzschild oder Bodyguard bin. Nur wenn wir mal von einem Baum oder Rad gefallen sind, wissen wir, dass wir aufpassen müssen.

Ich, als Mutter, muss lernen mich zurückzunehmen. Das Leben ist Leben mit all dem Glück und den Schmerzen. Ich kann meinen Sohn aufmuntern und ihm gut zureden. Vor dem ersten Liebeskummer kann ich nicht bewahren, ebenso wenig wie vor Prüfungsängsten oder dem dicken Klaus aus dem Nachbarhaus.

Er wird seinen Weg gehen, wie jeder von uns seinen Weg gegangen ist. Das wir uns jetzt schon zurücknehmen und ihm bei manchen Situationen wie sich hochziehen oder in einigen Monaten das Laufenlernen nicht helfen, mag die eine oder andere Mutter nicht verstehen. Für mich ist das aber der Weg ihm schon früh zu signalisieren, dass er das Tempo seiner Entwicklung und seiner Kindheit bestimmt.

 

 

19Feb/15

Meine ersten Schritte in Richtung Montessori und Pikler

Alle Eltern müssen sich irgendwann die Frage stellen, wie sie ihr Kind erziehen und aufs Leben vorbereiten wollen. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und konnte mir überhaupt nicht vorstellen, wie ich Nepomuk erziehen sollte. Von Anfang an waren für mich aber folgende Punkte klar:

  • Es sollte keinesfalls die Erziehung werden, die ich unter meiner Mutter erlebte
  • Nepomuk sollte früh das Gefühl vermittelt bekommen, dass er nicht nur „das Baby“ ist, sondern auch die Möglichkeit bekommt, seinen Lern- und Forschungs- und Bewegungsdrang zu befriedigen
  • Nepomuk sollte so früh wie möglich aktiv in unser Leben und Handeln einbezogen werden und die ersten Jahre nicht als „Begleitung“ oder „Accessoire“ erleben

Durch Zufall kam ich auf die Pädagogik von Maria Montessori und war schnell begeistert. Denn dort war mit einem Satz das beschrieben, was ich mir unter einem idealen Erziehungsmodell vorgestellt habe: Hilf mir, es selbst zu tun!

Das Kind steht im Mittelpunkt

Maria Montessori, die 1870 in Italien geboren wurde in als eine der ersten Frauen in Medizin promovierte, entwickelte ein Konzept, dass das Kind an erste Stelle setzt. Für Sie war jedes Kind einzigartig und eine zu respektierende Persönlichkeit. Mit ihrem Ansatz wollte sie die Kinder zu selbständigen Personen mit Selbstvertrauen erziehen und ihnen damit den Werdegang im späteren Leben erleichtern.

Wie sieht die Montessori Pädagogik im Detail aus

Für Maria Montessori war klar, dass Kinder von Natur aus einen angeborenen Lerndrang haben und gern am Leben der Erwachsenen teilhaben möchten. Gleichzeitig war ihr aber auch klar, dass jedes Kind anders ist und in seinem individuellen Rhythmus lernt.

Das natürliche Bedürfnis von Kindern Erwachsene nachzuahmen wurde von Montessori erkannt und ist ein wesentlicher Bestandteil der Montessoripädagogik. Wichtig ist hier, dass die Erwachsenen die Kinder zuerst anleiten und diese dann ihre eigenen Erfahrungen machen lassen. Damit das möglich ist, müssen sie die Erwachsenen zurücknehmen, aber wenn nötig beratend zur Seite stehen.

Die Herausforderung für Erwachsene ist hier nicht nur die Geduld, sondern auch die Vorbereitung. Jede Übung sollte in ihren einzelnen Schritten überlegt werden, denn wir als Erwachsene machen viele Sachen intuitiv, die Kinder aber nicht können, weil ihnen die Erfahrung fehlt. Sobald alle Schritte durchdacht und die Umgebung vorbereitet ist, kann es mit den Kindern losgehen.

Die Kinder lernen hier also nicht durch erzählen, sondern dadurch, dass sie ihre eigenen Erfahrungen machen. Dies wiederum kann viel besser verinnerlicht und beibehalten werden, als wenn man dem Kind immer nur alles zeigt ohne es selbst auszuprobieren.

Auch wir Erwachsenen lernen dazu. Wir müssen lernen uns in der Geschwindigkeit zurückzunehmen, Geduld zu haben und uns individuell auf jedes Kind einzulassen. Zudem müssen wir uns immer wieder daran denken unser Kind mit Achtung und Respekt zu behandeln.

Warum Montessori für uns richtig ist

Ich habe mich nun schon stärker in das Thema „Montessori“ eingelesen und bin auch verschiedenen Facebook Gruppen beigetreten. Und je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, desto mehr weiß ich, dass es für uns der richtige Weg ist. Ich weiß, dass es sicherlich einfachere Methoden gibt, als ein Kind zu erziehen, aber ich denke, dass Nepomuk ein Recht darauf hat, ihn mit Respekt und Achtung zu behandeln.

Mittlerweile habe ich schon viele tolle Sachen gefunden, die ich gern mit Nepomuk ausprobieren möchte. Doch im Moment ist das schwierig, weil sich das Konzept eher schwer auf ein sechs Monate altes Baby anwenden lässt.

Von Montessori zu Pikler

Bei meiner Recherche zu Montessori Übungen mit Babys bin ich auf Emmi Pikler gestoßen. Hier habe ich zwar weder ein Buch noch irgendwelche Gruppen gefunden, aber das, was ich bisher gelesen habe, trifft schon ganz gut dass, was ich mir für Nepomuk in diesem Alter vorgestellt habe.

Nach Emmi Pikler war es wichtig, dass sich ein Kind selbständig entwickeln sollte. Wir sollen ihm Geborgenheit und Nähe vermitteln und ihm in einer vorbereiteten Umgebung helfen, sich frei zu entwickeln.

Pikler setzt drei Voraussetzungen voraus, um einem Kind bei der Entwicklung zu helfen:

  • Zuwendung bei der Pflege: Statt die Pflege als bloßen Akt zu sehen, soll hier das Baby einbezogen werden. So ist es zum Beispiel wichtig, dem Kind jeden Schritt zu erzählen und Rituale einzuführen
  • Selbständige Bewegungsentwicklung durch das Kind. Die Erwachsenen sollen nicht beschleunigend eingreifen.
  • Das Kind soll ungestört und frei spielen in einer dafür altersgerechten und vorbereiteten Umgebung.

Das Pikler Konzept ist für mich sehr stimmig mit dem von Maria Montessori und ein sehr guter Einstieg in Richtung Montessori.

Ich bin selbst noch am Anfang von Pikler und Montessori und hoffe, dass ich nach dem Studium diverser Bücher und Facebook-Gruppen die beiden Konzepte so umsetzen kann, dass sie für mich und Nepomuk einen Nutzen bieten.

Ich werde hier auf jeden Fall weiter berichten. 🙂

16Feb/15

Blogparade: Zeigt her eure Hobbys!

In ihrem wunderbaren Blog hat Frau Chamailion die H-Frage gestellt. Und mit H-Frage meine ich auch was aussergewöhnliches für Mütter: Die Frage nach unseren Hobbys. Für mich als Mutter eines sechs Monate alten, sehr pflegeleichten Jungen hat sich im Vergleich zu früher doch einiges geändert und erstaunlicherweise sind es mehr Hobbys als früher. Das liegt nicht daran, dass mir jetzt langweilig ist oder der Tag plötzlich 48 Stunden hat, sondern daran, dass ich jetzt mein Leben besser plane.  Zudem vertrete ich die Einstellung ES IST NIE EINE FRAGE DER ZEIT, SONDERN IMMER EINE FRAGE DER PRIORITÄT.

Wenn ich kaum Zeit für meinen Blog finde, dann liegt das daran, dass mir andere Sachen einfach wichtiger sind und ich meine Prioritäten eben dorthin verlagere. Denn auch wenn wir Mütter es manchmal kaum glauben, auch unser Tag hat nur 24 Stunden und die will man ja möglichst mit Sachen füllen, die einem Spaß machen.

Hobby #1: Sport im Allgemeinen. Laufen, Zirkeltraining, Yoga & Pilates im Speziellen

Obwohl Laufen schon seit 2000 meine Passion ist, habe ich es mal mehr oder weniger intensiv verfolgt. Besonders die letzten zwei Jahre ist das Laufen quasi eingeschlafen. In der Schwangerschaft habe ich dann mit Walking (ohne Stöcke!) angefangen, damit ich nicht komplett auseinandergehe wie ein Hefekloß. Seit Anfang des Jahres gehe ich nun regelmäßig auf den Crosstrainer, denn so richtig Laufen funktioniert noch nicht. Ich denke das liegt nicht nur an der Geburt, sondern auch an den Spätfolgen des New York Marathons (ich, Hirsch). Auf dem Crosstrainer gefällt es mir sehr gut. Es ist warm, ich kann auf meinem Kindle lesen und habe das Gefühl etwas für meinen Körper zu tun.

Pilates SessionNeben dem Crosstrainer habe ich nun seit Anfang des Jahres auch das Zirkeltraining wieder für mich entdeckt. Es dauert keine 30 Minuten und macht wirklich Spaß. Für diese zwei Sportarten stelle ich mir fast jeden Morgen den Wecker auf 5:30 Uhr und gehe gegen 6:00 Uhr ins Fitness. Mir ist das sehr wichtig und darum finde ich auch die Zeit dafür.

Ganz neu seit diesem Jahr sind Pilates und Yoga. Beides wollte ich schon immer mal probieren, aber hatte nie die Gelegenheit. Da mein Fitnessstudio die Kurse zu Mama-freundlichen Zeiten, nämlich Mittwochabend und Samstag anbietet, kann ich mich da jetzt jederzeit körperlich betätigen.

Sport ist wohl das Hobby, dass ich sehr, sehr regelmäßig betreibe und im Gegensatz zu früher viel konsequenter in der Ausführung.

Hobby #2: Vegan kochen und Experimente in der Rohkost

Vegan For Fit - Zucchini LasagneSeit 01. Januar habe ich meine Ernährung umgestellt: Vom Allesesser auf vegan, von Lieferdienst auf selber kochen und muss sagen: Das ist sehr geil! Ich liebe es in der Küche zu stehen und tolle Rezepte auszuprobieren.Neben Büchern wie „Vegan For Fit“ oder „Raw Soul Food“ habe ich Instagram und Pinterest als tolle Rezeptplattform entdeckt. Seit ich mich vegan ernähre, habe ich das Gefühl noch nie so viele Optionen zu haben oder den Drang die ganzen Rezepte auszuprobieren.

Zudem habe ich mir vorgenommen Nepomuk ohne Gläschen satt zu bekommen. Das heißt auch regelmäßig und auf Vorrat kochen. Aktuell geht es noch, denn er verweigert den Löffel, aber bald wird Mutti nur noch für Nepomuk kochen – und dann auch Fleisch und Fisch. Vorkostet darf in diesen Fällen dann der Papa sein. 🙂

Hobby #3: Lesen

In der Schwangerschaft habe ich das Lesen wieder für mich entdeckt. Waren es früher Fachbücher oder Fachzeitschriften, sind es jetzt Bücher rund um die vegane Ernährung, Bücher die sich mit dem Zeitgeschehen befassen und natürlich auch Montessori Bücher und Literatur rund um die Entwicklung des Babys. Und wenn ich auf all das keine Lust habe, lese ich die Romane von Haruki Murakami und noch lieber von Ulli Olvedi. Würde hier gern auch auf ihre Bücher verlinken, aber Amazon ist mal wieder down.

Hobby #4: Reisen (leider am abklingen)

IMG_9209Früher bin ich wahnsinnig gern und spontan gereist: Nepal, China, Hongkong, USA, Griechenland, Italien … oh, ich war immer so gern unterwegs. Das ist natürlich mit einem Kind jetzt nicht mehr so einfach und schon gar nicht spontan möglich. Wir waren im November in New York und das war super easy mit dem Kleinen. Aber jeden zweiten Monat zu verreisen, wie früher, ist einfach nicht mehr drin. Wir überlegen nun den Sommerurlaub entweder im Wohnmobil in Schweden zu verbringen oder im Bayrischen Wald. Ich kann mich aktuell für beides begeistern und freu mich auch mal wieder auf Urlaub in Deutschland.

Ich freue mich jetzt aber schon auf den Frühling, denn in München haben wir die Berge vor der Tür und wandern ist fast noch schöner als reisen.

Hobby #5: Sinnloses surfen

Bei diesem Hobby hoffe ich immer noch, dass es sich irgendwann verzieht. Leider bin ich ein Mensch der sich so leicht ablenken lässt: Facebook hier, Instagram da, Pinterest und Twitter auch noch. Oft verschenke ich wertvolle Stunden indem ich einfach nur planlos durch verschieden Kanäle springe oder mich mit Nichtigkeiten wie Bild Online oder Promiflash beschäftige. Es interessiert mich nicht, aber irgendwie muss ich da doch immer hinschauen. Die Zeit sollte ich wirklich besser für meinen Blog nutzen, denn der hat hier eindeutig Priorität.

So, ich hoffe euch hat mein kleiner Einblick in meine Freizeit gefallen und werde mich jetzt mal durch die anderen Beiträge lesen.

14Feb/15

Valentinstag – Ein verliebter Tag wie jeder andere!

Der Valentinstag 2015 neigt sich dem Ende zu. Während sich die Liebesbekundungen, Verlobungen und gar Hochzeiten in meinem Newsfeed auf Facebook stapeln, sitzen wir zwei glücklich auf dem Sofa und erholen uns von dem Tag. Das der Valentinstag mit Kind nicht mehr so werden wird, wie bisher war mir irgendwie klar. Das er für mich aber so an Wichtigkeit verliert, dass er nun einfach nur noch der 14. Februar ist, dass hätte ich mir vorher nie träumen lassen. Für mich war es ein Tag wie jeder andere.

Während andere Frauen heute morgen mit einer gewissen Erwartungshaltung aufgewacht sind, war ich schon seit einigen Stunden wach. Als um 5:30 Uhr der Wecker klingelte und ich aus dem Bett tapste, war meine einzige Erwartung, dass über Nacht die Heinzelmännchen die Küche aufgeräumt hatten und mein TiRawmisu vorbereitet hatten. Nichts von dem war geschehen und so verbrachte ich von 5:30 bis 7:30 Uhr die Zeit mit aufräumen und dem Zubereiten meines TiRawmisu. Da wir den Tag bei meinen Schwiegereltern in Spe verbringen wollten und ich ihnen unnötige Mühe für einen veganen und weißmehlfreien Kuchen ersparen wollte, habe ich mich für den Nachmittag einfach selbst verpflegt.

Nepomuks Sieben-Meilen-StiefelGegen 9:00 Uhr ging es dann los Richtung Augsburg. Jeder der Kinder hat, weiß wie viel Zeug man auch nur für ein paar Stunden mitschleppen muss: Wickeltasche, Babyflaschen, Babynahrung, Sterilisator, Spielzeug, Kinderwagen, Ersatzkleidung und und und. Dazu noch die Torte und das Auto war gut voll. Bevor wir uns in einem asiatischen Restaurant mit den Großeltern getroffen haben, ging es noch kurz zur Babywelt. Der kleine Matz braucht nun seinen dritten Schlafsack. Wir bleiben der Marke Odenwälder treu und kauften die gleiche Version in der gleichen Farbe nun in Größe 90. Dazu gab es noch Schuhe von Geox für den Kleinen, damit er nicht immer nur in Strumpfhose im Babytreff liegen muss und ich mich als Rabenmutter fühle. Zuhause bleibt er weiterhin größtenteils nackt und lieber bemühe ich regelmäßig den Heizlüfter, als meinen Sohn ständig komplett angezogen durch die Gegend rollen zu lassen.

Danach wollte ich noch nach einem Taufbody für Nepomuks Taufe schauen, aber die Verkäuferin schaute mich an, als hätte ich ihr gerade gesagt, dass auf ihrem Kundenparkplatz ein Ufo falsch parkt. Also, war nix mit Taufbody. 🙁

Nachdem wir den Schlafsack und die Schuhe bezahlt hatten, gingen wir noch in die Spiel+Freizeit. Ein Laden wie die Babywelt nur für größere Babys. Wir wollten Nepomuk unbedingt eine Yoda Stoffpuppe kaufen, da er die an seinem Mobile so liebt, aber auch hier wurden wir nicht fündig. Bleibt also, wie beim Taufbody, nur der Online Handel.

Rosen zum ValentinstagNachdem dem Einkauf ging es dann Richtung China Restaurant. Da der Opa gestern Geburtstag hatte, gab es heute das Geburtstagsessen. Wir haben den Chinesen vorgeschlagen, weil hier die Wahrscheinlichkeit auf veganes Essen noch am höchsten ist. Zudem war es ein Buffett und wir konnten uns endlich mal wieder den Magen voll schlagen. Von Salat über Gemüse, Gemüse und nochmals Gemüse bis zu gebackener Banane und Ananasstückchen hat es die Mutti heute mal richtig krachen lassen.

Gekracht hat es dann auch in meinem Magen und meinem Darm, seit heute Mittag scheppert und knallt es, dass ich das Gefühl hatte mich von Augsburg nach München furzen zu können. Ich nehme an, dass war das Glutamat, denn anders kann ich mir das nicht erklären. Nach dem Essen bekam wir dann noch vom Kellner eine Rose geschenkt. Weil, ach ja, Valentinstag war.

Papas KindheitserinnerungenDanach ging es dann auf einen Tee und mein TiRawmisu zu den Großeltern nach Hause. Dort konnte Nepomuk endlich wieder rumzappeln. Gegen 16 Uhr schauten dann noch die Ur-Oma und eine Tante vorbei und Nepomuk war genervt und todmüde von so viel Aufmerksamkeit. Nachdem er früher alles und jeden angelächelt hat, so schaut er jetzt nur noch entgeistert und schreit dann los – vorzugsweise bei älteren Frauen, die ihm zu nahe kommen und auf ihn einreden. Die ehrlichste Reaktion, wenn die Leute auf den Sack gehen. Dafür beneide ich ihn manchmal.

Bevor wir dann unser ganzes Hab und Gut wieder zusammen geräumt hatten, war der Papa nochmal im Keller um alte Videokassetten, Schallplatten und einen Videorekorder rauszukramen und damit das Auto und später die Wohnung noch voller zu stopfen. Gegen 18:00 Uhr waren wir dann endlich wieder zuhause. Der kleine hat die ganze Fahrt über geschlafen und tut es jetzt noch, der Papa hatte sich auch kurz hingelegt und die Mama, die hat die Küche aufgeräumt, weil die Heinzelmännchen ja wahrscheinlich nie kommen werden.

Für die einen mag das wohl ein langweiliger Tag gewesen sein, aber für mich war er mal wieder eine Sammlung von schönen Momenten mit meinen beiden Liebsten. Jedes Mal wenn ich die beiden anschaue, geht es mir gut und ich bin einfach nur glücklich meine Zeit mit diesen tollen Männern verbringen zu dürfen. Und während bei anderen Paaren der Blumenstrauß vom Valentinstag längst verblüht ist, werden wir immer schönere Momente gemeinsam erleben.

Nein, ich brauche den Valentinstag nicht, um zu erkennen, wie wichtig mir die beiden geworden sind. Ich könnte mir ein Leben ohne die zwei nicht mehr vorstellen. Sie machen mein Leben und den alltäglichen Wahnsinn perfekt und ich genieße jede Sekunde mit ihnen.