Category Archives: Mamadingens

04Feb/17

So verbringen wir die Krankheitstage

Nepomuk und ich sind nun seit Mittwoch zuhause. Der kleine Matz hat sich eine Erkältung mit Husten und Schnupfen eingefangen. Ich hatte am Mittwoch eine Zahn OP und laufe jetzt mit einer stark geschwollenen Wange durch die Wohnung. Freitagmorgen um 7 Uhr musste ich zur Nachuntersuchung und die Ärztin meinte, dass die Wange wegen Blutstau so angeschwollen ist und das es in 3 bis 4 Tagen besser werden sollte. Oh, man, das hoffe ich sehr, denn aktuell sieht es schon sehr freaky aus.

Für mich ist es das erste Mal seit September, dass wir beide wieder komplett zuhause sind und auch nicht die Möglichkeit haben an die frische Luft zu gehen. Nepomuk nicht, weil er erkältet ist und ich nicht, weil mir die Wange schmerzt und ich ihn keine vier Stockwerke nach oben tragen kann. Also müssen wir uns zuhause arrangieren und ich muss sagen, dass fällt mir nicht leicht. Ich bin nicht topfit und hätte am liebsten meine Ruhe. Und Nepo ist natürlich aufgrund der Erkältung auch etwas nörgelig.

Spiele für die Ruhe

Doch wenn man so zuhause ist und von morgens bis spät abends auf Sparflamme läuft, sind ruhige Dinge das beste. Nepomuk kennt sich in unserer Wohnung schon aus und weiß, wo wir seine Spiele aufbewahrt haben. Also lief er morgens zielgerichtet zur Schublade und sagte mir, dass er das Hammerspiel machen wollte. Es ist ein Spiel, dass wir letzten Herbst auf dem Flohmarkt der Emile Montessori Schule gekauft haben. Und so hämmerte er erst seine Räder und ich ließ ihn gewähren. Nach einer Weile bat er mich, ein Müllauto zu bauen, dann musste der Müllmann und die Mülltonne auch noch auf die Korkplatte und zu guter Letzt noch die Straße. Nachdem wir unsere freitägliche Müllabfuhrrunde absolviert hatten, wollte Nepomuk noch einen Zug und die Schienen dazu haben. Also bauten wir einen Zug mit ganz vielen Rädern. Fasziniert war ich von der Tatsache, dass Nepomuk für die Nägel nicht den Hammer benutzte, sondern die Nägel mit den Händen durch die entsprechenden Löcher steckte. Für mich erfordert das schon ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Feinfertigkeit, doch das ist neben Klettern wohl Nepomuks Steckenpferd.

Die Wiederentdeckung der Puzzle

Letzten Sommer war Nepomuk richtig im Puzzle-Wahn und wir kauften auf dem Flohmarkt fast alle Puzzle, die gut erhalten waren und die ähnlich diesem Beispiel hier gestaltet waren. Es sind keine wirklichen Puzzle, wie für Erwachsene, sondern die Puzzleteile haben bestimmte Formen, die auf der Pappe vorgestanzt sind.

Nepomuk hatte diese jeden Tag gemacht und über die letzte Flohmarktsaison hat sich schon einiges angesammelt. Wir hatten Flughäfen, Bahn- und Bauernhöfe oder die Europa- und Weltkarte, die wir gepuzzelt haben. Auch zwei Holzpuzzle habe ich letztes Jahr auf dem Flohmarkt erstanden. Irgendwann hatte Nepomuk keine Lust mehr auf Puzzle und wollte nur noch mit der Eisenbahn spielen. Seit er diese Woche krank ist, hat er jedoch die Liebe zu den Puzzles wiederentdeckt und wir machen die Puzzle immer abwechselnd gemeinsam oder ich schaue einfach nur zu.

Die letzten drei Tage haben wir also jedes Puzzle durchgearbeitet und ich muss sagen, dass es einige, gerade ältere Puzzle gibt, da hab ich mich schwer getan, die Formen richtig zuzuordnen. Vor einigen Wochen hat mir seine Bezugspädagogin in der Krippe erzählt, dass er an einem Vormittag alle Puzzle durchgemacht hat – von den einfachen Holzpuzzles bis hin zu den schwierigeren Puzzles mit bis zu 42 Teilen. Vielleicht liegt seine Begeisterung darin, dass ich die auch so toll finde. Es fällt mir leichter mit ihm die Puzzle zu bearbeiten, als stundenlang an der BRIO Eisenbahn zu sitzen und Züge durch die Gegend zu schieben. Ich finde Puzzle sind eine tolle Möglichkeit Zeit miteinander zu verbringen, gemeinsam an etwas zu arbeiten und einfach abzuschalten.

Auf dem Bild puzzelt Nepomuk gerade ein mehrschichtiges Holzhaus einer Bärenfamilie, dass ich auch auf dem Flohmarkt gesehen und gekauft habe.

Manchmal muss es einfach Plastik sein

Nachdem wir genug von Hammerspiel und Puzzle hatten, ging Nepomuk wieder zu seiner Schublade und deutete auf ein Steckspiel, dass ich letztes Jahr im Oktober auf einem Kinderflohmarkt hier in Haidhausen gekauft habe. Ihr merkt, ich bin ein großer Flohmarkt Fan und freue mich dort Sachen zu finden, die es vielleicht nicht mehr gibt oder die ich sonst nie entdeckt hätte. Dieses Spiel ist für ältere Kinder gedacht und besteht aus vielen Plastikteilen, die man zu einer Safari Szene zusammenstecken kann. Es gibt zwei Palmen, einen Jeep mit Anhänger, sowie jeweils ein Nashorn, Elefant, Giraffe und Löwe.

Ich fand das Spiel so toll, dass ich es damals spontan kaufte, obwohl es aus Plastik war und doch erst für ältere Kinder gedacht war. Schon damals war Nepomuk angetan und so erinnerte er sich just in diesen Tagen an das Spiel und wir bauten es gemeinsam auf. Das tolle an dem Spiel: Wenn Nepomuk nicht mehr mit den Dingen spielt, nimmt er alles auseinander und wir verstauen es wieder im Karton und dann in der Schublade.

Auch Mama braucht eine vorbereitete Umgebung

Mittlerweile wurde es 13 Uhr und Nepomuk wurde langsam müde. Ich bekam einen völlig unerwarteten, aber langersehnten Anruf vom Naturkindergarten Haidhausen und nun sind wir zu dritt nächsten Freitag beim Bauwagen hier in Haidhausen und werden uns das endlich auch mal von innen anschauen. Das war mein persönliches Highlight gestern. 😉

Als Nepomuk dann gegen 14 Uhr in den Mittagsschlaf versank, machte ich noch ein paar geschäftliche Mails, räumte die Wohnung etwas auf – soweit das eben im Krankheitsfall möglich ist und beschloss ein Projekt für das Wochenende vorzubereiten.

Ich bin ein großer Fan von der Wunderwerkstatt und dort habe ich eine Anleitung für ein Legespiel gesehen, in dem man Farben und Formen ganz wunderbar miteinander kombinieren kann. Die Quadrate, Rauten und Dreiecke hatte ich mir schon vor Weihnachten bestellt und nun nochmal meine Tuschefarben aufgestockt, sodass ich mich dieses Wochenende neben meinem Blog auch diesem Projekt widmen kann.

Da wir nur einen begrenzten Raum haben, habe ich mir alle Materialien zusammengesucht und sie auf einem Tablett platziert, sodass ich sie flexibel durch die Wohnung tragen kann. Hätten wir einen Hobbykeller würde ich wohl dort alles bereitstehen haben, aber hier mitten in München ist Platz teuer und wir müssen alles so gut wie möglich nutzen.

Jetzt brauche ich nur noch Ruhe und Muse, um mit diesen tollen Sachen zu beginnen. 🙂

Der ruhige und kurze Abend

Als Nepomuk wach wurde, habe ich mich kurz zu ihm gelegt und aufgrund der kurzen Nacht bin ich dann wirklich eingeschlafen und erst nach 30 bis 40 Minuten aufgewacht. In der Zeit hat Nepomuk schon fleißig mit seiner Safari gespielt und wollte dann auf die Eisenbahn wechseln. Ich bin dann aufgestanden und habe mit ihm eine einfache Bahnstrecke aufgebaut. So langsam ging es mit meiner Fitness wieder nach unten und ich musste wieder auf Schmerzmittel zurückgreifen, was mich immer fertig macht.

Den Abend haben wir zwei dann ruhig verbracht. Ich gebe zu, dass ich Nepomuk mit Pommes und Fischstäbchen gefüttert habe und er das ganz toll fand. Danach hat er noch am Spülbecken geputzt und zum Ausklang des Abends haben wir die Knete, die meine Schwester dem Kleinen zu Weihnachten geschenkt hat, zu Kuchen verabeitet. Mittlerweile kombinieren wir unsere Spiel- und Einrichtungsgegenstände so, dass sie auch für Nepomuk Sinn machen. So haben wir gestern aus Post its ein Feuer dargestellt und teile des Grimm Regenbogen waren der Ofen. So konnten wir tollen Kuchen backen.

Gegen 20:30 Uhr sind wir beide dann ins Bett gegangen und irgendwann zeitnah eingeschlafen. Ich fand den gestrigen Tag sehr entspannend, weil wir es geschafft haben uns gegenseitig auf einem ruhigen Level zu halten. Das hat super funktioniert und mich hat es riesig gefreut, dass wir lang vergessene Sachen wie der Hammerspiel oder die Safari Tour rausgekramt haben und damit eine tolle Zeit hatten.

Ich denke, dass ich manchmal doch keine so schlechte Mama bin, auch wenn Nepomuk schon bemängelt hat, dass ich zu wenig Zeit mit ihm verbringe – und das im Alter von 2,5 Jahren und knapp drei Monate nach meinem Wiedereinstieg als Teilzeitangestellte. 🙁

Jetzt wünsche ich mir nur noch, dass Nepomuk wieder gesund wird und das meine Wange wieder etwas abschwillt und die Schmerzen nachlassen.

02Feb/17

Zahn OP und krankes Kind: Das invalide Mama-Sohn-Gespann

Gestern hatte ich meine lang geplante Zahn OP. Die war so lange geplant, dass ich völlige vergessen hatte, wie lang und intensiv sie wird. Zu meinem Freund habe ich noch gesagt, dass ich wahrscheinlich max. 1,5 Stunden weg sein werde und dann wieder auf den Kleinen aufpasse, der gestern krank zuhause geblieben ist. Tja und dann frage ich die Zahnarzthelferin und sie sagt mir, dass wir wahrscheinlich bei der OP gut 2 Stunden beschäftigt sein werden. Oh, man, ich hatte total vergessen, dass dies ein aufwändiger Eingriff ist.

Ich will Euch die Details ersparen, nur so viel: Bis gestern habe ich noch gedacht, wenn ich einmal ein Kind auf natürliche Weise auf die Welt bringe, kenne ich jeden Schmerz. Bullshit, als sie mir gestern am Knochen rumgesägt haben, war mir mehr als zu weinen zumute. Doch ich muss sagen: Selbst als die Betäubung nachließ, war ich fast ohne Schmerzen. Die Schwellung an der linken Wange ist allerdings sehr übel und aktuell ist da auch einiges blau.

Gestern hat mich die Ärztin noch gefragt, wie lange sie mich krankschreiben soll. Ich Idiot habe wirklich geglaubt, ich könnte heute wieder arbeiten. Die Ärztin meinte dann, sie schreibt mich bis einschließlich Freitag krank. Und ich glaube das ist auch gut so, denn etwas mitgenommen bin ich schon von den letzten Wochen, der Schlaflosigkeit und dann der gestrigen OP.

Nepomuk ist auch krank

Ich glaube Nepomuk hatte Angst, dass es mir hier zuhause allein vielleicht langweilig wird und wollte vermeiden, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Darum ist er gleich am Mittwochmorgen auch krank geworden. Also eigentlich habe ich es ihm schon am Dienstagnachmittag angesehen, als ich ihn in der Krippe abgeholt habe. Er stand da, fast weinerlich und wollte sofort nach Hause. Kein Interesse an der U-Bahn, keine Lust auf Berliner oder Brezel, kein Spaß auf der Rolltreppe oder beim Stempeln des Fahrscheins. Er wollte einfach nur nach Hause. Zuhause angekommmen, begann die Nase zu laufen und hört seitdem nicht mehr auf.

Ich muss ehrlich sagen, ich hatte mich schon auf den gestrigen Tag gefreut, dass ich nach der OP meine Ruhe habe, auf der Couch rumgammle und vielleicht sogar mal fernsehen schauen kann. Aber scheinbar ist es uns Müttern nicht vergönnt, dass wir mal Energie tanken.

Und so steht Nepomuks Krankheit aktuell im Vordergrund, wobei so eine verstopfte Nase wirklich schlimmer ist, als eine geschwollene Backe. Ich hasse Schnupfen und aktuell ist für mich neben der Sorge um Nepo, nur eins wichtig: Keine Erkältung, denn das wäre schlimm für die frische Wunde so nah an der Nasennebenhöhle.

So langsam geht es bei uns beiden bergauf

Obwohl es bei uns beiden so langsam bergauf geht, denke ich, dass Nepomuk morgen noch zuhause bleiben wird. Ich selbst werde morgen wohl Home Office machen, um den Anschluss nicht komplett zu verlieren. Montag geht es dann wieder auf ins Büro. Von mir sehen die Kollegen zurzeit sehr wenig: Letzte Woche drei Tage in Berlin, diese Woche drei Tage krank und nächste Woche werde ich am Freitag Urlaub nehmen, da wir eine Hospitanz in einem Montessori Kindergarten haben. Tja, und Ende Februar werde ich wieder für einen Tag nach Berlin fliegen. Just an Fasching. Doch zum Glück sind meine Eltern für ein paar Tage da und werden während der Schließzeit auf Nepomuk aufpassen.

Und dann dieses Gedöns mit dem Lieferservice

Ich muss ehrlich sagen, dass ich heute Gott froh war, das wir hier in München Amazon Prime Now nutzen können. Ich wollte für den Kleinen Suppe kochen und habe mir gestern Abend alles in den Warenkorb gelegt. Als ich es heute morgen bestellen wollte, waren natürlich alle Karotten und das Suppengrün aus. Und ohne das hätte es überhaupt keinen Sinn gemacht. Also habe ich nach Alternativen gesucht. Erst bei REWE – dort war ich angetan vom riesigen Sortiment und habe 20 Minuten lang den Warenkorb aufgefüllt, dann mein Benutzerkonto angelegt und als ich dann meine Lieferzeit auswählen wollte, war der nächste mögliche Termin – Freitag, ab 15 Uhr. Hallo? Ich war von Amazon gewohnt, dass man maximal 4 Stunden auf sein Essen wartet. Also habe ich weitergesucht und das gleiche nochmal bei Bringmeister versucht. Auch da war die Lieferung frühestens am Freitag. Ich war so genervt.

Dann bin ich wieder in meinen Amazon Prime Now Warenkorb gegangen und habe einfach mal nach „Karotten“ geschaut und siehe da: Sie waren wieder verfügbar und das Suppengrün auch. Juhu, manchmal muss man einfach nur 1,5 Stunden woanders suchen, zurückkehren und einfach Glück haben. 🙂

Ich muss trotzdem sagen, dass das Angebot von REWE wirklich gut war. Wenn ich bedenke, dass wir Freitagabend manchmal zwei Stunden im Supermarkt rumirren bzw. der Einkauf und die Hin- und Rückfahrt so viel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn es sich preislich nicht so viel unterscheidet, denke ich, dass es durchaus sinnvoll sein kann, den Einkauf nach Hause geliefert zu bekommen. Schlechter als die Ware bei Tengelmann kann es ja nicht sein. 🙂

So, jetzt werde ich mich mal wieder neben Nepomuk auf die Couch begeben und auf den Mann warten. 🙂

31Dez/16

Und tschüss, 2016.

Seit dem letzen Beitrag sind Monate vergangen. Und da wo ich jetzt stehe, davon hatte ich bei meinem letzten Beitrag noch nicht einmal eine Ahnung. Hier sind die Highlights der letzten Wochen und Monate im kurzer Auflistung:

  • Nepo geht seit September in die Krippe
  • Ich selbst arbeite seit Oktober wieder 25 Stunden die Woche
  • Wir haben viel, viel Zeit an der frischen Luft und auf unserem geliebten Lastenrad verbracht
  • Ich habe mich viel mit Montessori, Englisch, DIY im Haushalt und für Nepo beschäftigt
  • Leider hatte und habe ich immer noch langwierige Zahnprobleme und die letzten Wochen und Monate waren von Virusinfekten und Erkältungen geprägt
  • Ich habe Probetrainings im Crossfit mitgemacht und bin hochmotiviert das die nächsten Wochen und Monate zu intensivieren.
  • Wir waren im August das erste Mal zelten, so richtig am Gardasee, mit Gardasee Unwetter und heftigem Gewitter rund um unser Zelt 😉
  • Leider habe ich meine Ernährung vernachlässigt und Zucker, sowie Getreide haben sich wieder in meine tägliche Ernährung eingeschlichen.

Das sind so die Dinge, die mir spontan aus dem letzten Jahr einfallen. Ich selbst muss sagen, dass 2016 so schnell vergangen ist und ich gerade mit den letzten Monaten gehadert habe. Das mit der Work-Life-Balance funktioniert hinten und vorn nicht, die Angst keinen Platz in einem Montessorikindergarten zu bekommen, treibt mich um wie einen hungrigen Hund und auch sonst bin ich froh, dass 2016 rum ist. Auch meine Sucht nach Challenges habe ich aufgegeben und lebe jetzt lieber einfach mal entspannt, anstatt mich mit Zuckerentzug oder Konsumauszeit selbst zu kasteien. Ich finde in der heutigen Zeit ist das Leben anstrengend genug. 😉

Ich habe auch gelernt, dass Social Media per se nicht böse ist und das ich einfach nur an meiner Einstellung arbeiten muss. Das Lesen über Hochsensibilität und Introversion haben mir sehr geholfen, Dinge aus einer gewissen Distanz zu sehen und zu verstehen, warum ich bei manchen Dingen immer die Augen rollen muss und warum ich gewisse Situationen immer wieder auf die Palme bringen. Ich bin hochsensibel und introvertiert und das ist absolut okay. Allein das Lesen und recherchieren dieser Thematik hilft schon, Strategien für den Alltag – auch und vor allem mit Kind – zu entwickeln. Ich schaffe es zwar immer noch nicht, rechtzeitig meine Grenzen aufzuzeigen, aber ich werde als Mutter entspannter.

Der Start der Krippe

Das Verhältnis zu meinem Sohn ist super, aber trotzdem war es im September Zeit, dass er die nächste Stufe erklimmt. Ich habe im Sommer gemerkt, dass ich ihm nicht mehr gerecht werden konnte. Das er mit zwei Jahren eben andere Erwartungen an eine vorbereitete Umgebung hat, als ich sie ihm geben kann.

Die ersten Wochen in der Krippe waren und sind ein Segen. Nepo hat sich von Anfang an wohlgefühlt und schon Freunde gefunden. Auch seine Bezugspädagogin Regina hat einen hohen Stellenwert für ihn. Doch die Zeit von September bis Dezember war schon lang und ich glaube Nepo geniesst jetzt die zwei Wochen zuhause mit mir und seinem Papa.

Generell muss ich sagen, dass Nepo schon in der Montessori Krippe so viel Eindrücke hat, dass er nachmittags nach der Krippe nichts mehr machen möchte. Er sitzt manchmal zwei Stunden am Küchentisch und spielt mit seinen Autos. Für mich war das am Anfang eine Umstellung, da wir ja so viel Zeit draußen verbracht haben. Manchmal hatte ich auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich gehört habe, was andere neben der Krippe noch mit ihren Kindern so alles machen. Doch mittlerweile freue ich mich darauf, dass wir den Nachmittag und frühen Abend für uns haben. Manchmal einfach nur Bücher anschauen oder über 1,5 Stunde lang Brei essen und über die Aussicht aus dem Fenster sprechen.

Das Sprechen

Da ich gerade bei „sprechen“ bin. Noch bei der U7 im August war es so, dass ich von 50 möglichen Worten nur 2 Worte ankreuzen konnte, die Nepo sprach. Ich glaube eins davon war „nein“. Ich gebe zu, dass es manchmal schwierig war, zu akzeptieren, dass jüngere Kinder mehr sprachen, als er. Doch ich habe mich auf meine Intuition verlassen und Nepo die Zeit gelassen. Und mittlerweile redet er jedes Wort nach, spricht in Sätzen und hat sich durch die Konversation in der Krippe unglaublich schnell einen Sprachschatz angeeignet.

Auch hier kann ich Maria Montessori nur zustimmen, dass jedes Kind seinen eigenen Bauplan hat.

 

Ach, es gibt noch so viel aus 2016 zu berichten. Aber ich bin ehrlich: Der Muskelkater vom Crossfit Probetraining macht mich fertig und ich muss jetzt wieder auf die Couch und morgen dann auch wieder arbeiten.

 

Wie war denn Euer 2016? War es ein gutes Jahr oder eher ein schlechtes? Worauf hättet ihr verzichten können und worüber wart ihr in diesem Jahr froh?

Ich freu mich auf Eure Berichte und hoffe jetzt wieder mehr Zeit für den Blog zu haben.

Alles Liebe

Mareike

 

14Apr/16

Die Zusage von Montessori 21 ist da :-)

Es ist schon eine Woche her, aber glücklich bin ich immer noch und werde es wohl auch für die Dauer der Krippenbetreuung sein. Letzten Donnerstag haben wir über den Kitafinder+ hier in München die Zusage für unsere absolute Wunschkrippe bei Montessori 21 bekommen.

Der Kitafinder+ wurde im November von der Stadt München eingeführt und ersetzte die bisherige Vergabe nach Wartelisten. Am Anfang war ich schockiert, denn ich hatte mich im Frühsommer 2014 für einen Platz im September 2016 angemeldet und meine Vermutung war, dass ich nun nicht mehr den Vorteil der Warteliste hatte, auf der ich ja eigentlich weit nach oben gerutscht sein müsste. Nach der Anmeldung beim Kitafinder+ im November gingen die Besuche der Kinderkrippen los. Es gab entweder Tage der offenen Tür, Infoabende oder feste Tage, an denen die Krippe besichtigt werden konnte. Teilweise waren dort noch Kinder, die eventuell gerade aßen oder spielten.

Zu jeder Besichtigung nahm ich Nepo mit und wir schauten uns gemeinsam die Krippe an. Je mehr Krippen ich besuchte, desto größere Bauchschmerzen bekam ich. Krippen in alten Gebäuden über drei Stockwerke verteilt waren die Regel, wobei nicht die alten Gebäude das Problem waren, sondern die Stockwerke. Keine Krippe fühlte sich warm und geborgen an. Und als ich bei einer Krippe dann noch die Selfie-Wand der Erzieherinnen sah, wo zig Selfies aufgehängt waren, die offensichtlich während der Kinderbetreuung geschossen wurde, war klar, dass mein Sohn nie, nie, nie in eine „reguläre“ Krippe kommen wird.

Ende Februar bekamen wir dann einen Anruf von Montessori 21 für ein Kennenlerngespräch, an dem sie uns und wir sie kennenlernen sollten. Anfang März waren wir dann also bei dem sehr vertrauten Gespräch, dass nur zwischen uns als Eltern, der Geschäftsführerin Gabi und der Leiterin des Kinderhauses, Barbara, stattfand. Nepo war natürlich auch dabei, aber da es in den Räumlichkeiten der Krippe stattfand, war er natürlich mit den dort angebotenen Materialien beschäftigt und fühlte sich sichtlich wohl.

Für uns war es ein tolles Gespräch und wir wussten, dass sich Nepo dort wohlfühlen würde, weil auch wir uns wohlfühlten. Ich als hochsensible Mutter achte ja sehr viel aus zwischenmenschliches und Dinge, die anderen entgehen würde, wie zum Beispiel das Licht in den Räumen, den Geruch der Räume oder die Sprechweise meines Gegenübers. Die Stimme von Barbara war für mich so beruhigend, wie ich es selten verspüre. Es war so ein warmes Gefühl, dass ich mich einfach nur wohl und zuhause fühlte. Auch die Art wie sie mit Nepo sprach und er gleich mit ihr interagierte hat mich überzeugt. Es sollte diese Krippe sein und sonst keine. Es ging nicht nur darum eine Montessorikrippe zu wählen, sondern vor allem darum einen Ort zu finden, an dem sich Nepo und ich, da ich die Eingewöhnung mache, wohl fühlen. Das es so wichtig ist, das ich mich wohlfühle liegt daran, dass Nepo sofort merkt, wenn ich von etwas nicht überzeugt bin oder meine Zweifel bzw. Ängste habe. Er nimmt das auf und wird selbst unsicher. Etwas, was sicher die Eingewöhnung in die Krippe erschweren würde.

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten viel gebangt und gehofft, dass es mit unserer Wunschkrippe klappt. Und als letzten Donnerstag, gleich am ersten Tag der Rückmeldung, die Zusage von Montessori 21 kam, waren wir überglücklich. Ich habe gelesen, dass 10% der 337.000 Anmeldungen gleich am ersten Tag einen Platz bekommen haben. Und wir gehören nicht nur zu den ersten 10%, sondern kommen auch noch in unsere Wunschkrippe. Ich habe dann am Donnerstag gleich unseren Platz bestätigt, sodass meine Anmeldung bei den anderen 10 Krippen erlischt und andere Eltern dadurch nicht mehr blockiert werden. Am Samstag lag dann der Vertrag in unserem Briefkasten und am Dienstag saß ich freudestrahlend in unserem Spielraum-Kurs, der ja auch bei Montessori 21 stattfindet. Dort kamen dann zwei weitere Kinder, die ebenfalls im September in die Krippe starten. So kann Nepo jetzt schon Kontakt zu anderen Kindern aufbauen. Und als ein Mädchen und er einträchtig in der Kiste mit dem Reis saßen und so vor sich hin schütteten, habe ich schon mal einen Eindruck bekommen, wie es vielleicht in der Krippe ablaufen kann. Und der Eindruck gefiel mir sehr gut.

Für uns schließt sich jetzt ein Kapitel, dass uns seit der Schwangerschaft begleitet hat. Ich geniesse die kurze Pause, die dann mit der Anmeldung für einen Kindergartenplatz in die neue Runde geht. Sicher hoffe ich, dass wir einen Platz bei Montessori 21 bekommen, aber das ist leider nicht sicher. Für uns heißt das, dass wir uns weitere Montessori Kindergärten anschauen, aber auch die Waldkindergärten wieder in Angriff nehmen. Es gibt unweit von hier einen Waldkindergarten, der donnerstags immer einen Naturtreff anbietet. Den wollen wir jetzt unbedingt wahrnehmen. Ich denke auch ein Waldkindergarten ist für Nepo toll, denn seit zwei Wochen sind wir nur noch draußen. Gestern wollte er mittags nicht heim, weshalb wir im Biergarten gegessen haben und abends, als es stark regnete, wollte er auch nicht nach Hause und weinte noch lange, nachdem wir zuhause waren.

Ich habe ihm versprochen, dass wir heute wieder rausgehen. Das Wetter soll schlecht sein, aber ich werde ihn einfach gut anziehen, in die Matschhose packen und die Regenjacke vom Flohmarkt einweihen. Ich selbst nehme wohl auch lieber einen Regenschirm mit, was eigentlich nicht so mein Ding ist. 😉

Wir geniessen die Zeit bis es im Mai/Juni dann die ersten Termine bei Montessori 21 gibt, in denen die Kinder nachmittags in der Krippe miteinander spielen. Die Termine gehen eine Stunde und die Eltern sind mit dabei. So lernt Nepo dann die Einrichtung kennen und sieht sie im September nicht gefühlt zum ersten Mal. In dieser Stunde sind dann auch die Pädagogen mit dabei, die dann die Eingewöhnung machen werden. „Bindung vor Bildung“ ist schließlich ein Hauptmotto bei Montessori 21.

 

14Mrz/16

Ein schwieriges Wochenende liegt hinter uns

Ein graues Wochenende liegt hinter mir.

Ein graues Wochenende liegt hinter mir.

 

Es ist jetzt Montag, kurz nach 5 Uhr. Die Nacht war sehr durchwachsen und ich bin seit 3 Uhr wach. Mir geht es nicht gut, denn das Wochenende war wirklich schwierig und eines, dass man am liebsten aus dem Gedächtnis streichen möchte.

Nepos Backenzähne kommen

Als ich mit ihm am Freitag auf dem Spielplatz war, merkte ich, dass er komplett durchgefroren war. Alles an ihm war eiskalt. Also sind wir nach Hause, doch so richtig warm wurde er nicht. Generell war er den Tag eher verhalten, sehr auf mich fixiert, wollte nichts essen und hatte zu gar nichts Lust. Gegen Abend hin wurde es immer schlimmer. Sein Kopf glühte, er hatte 39,1 Grad Fieber und weinte.

Vor ein paar Tagen habe ich zufällig gesehen, dass er auf der einen Seite sowohl oben, als auch unten seine Backenzähne bekommt. Tja, und ich denke, dass hat uns jetzt am Wochenende erreicht. Da immer nur eine Wange rot war und er auch sonst keine Anzeichen einer Erkältung hatte, wusste ich, dass das Weinen, das Verweigern von fester Nahrung und das ständige Rumgenörgle nur an den Zähnen liegen kann.

Ich musste mir ehrlich gesagt jedes Mal, wenn er weinte vor Augen führen, dass er solche Schmerzen haben muss. Obwohl wir Zahnungsgel und Streukügelchen da haben, gab ich ihm nix davon. Allein als er mich mit der Paste ankommen sah, schrie er noch mehr und rannte fast gegen die Fensterbank.

Irgendwann meinte mein Freund, er bräuchte einfach seine Ruhe und ich solle ihn nicht immer fragen, ob er was essen möchte, ob er eine Milch haben möchte oder so. Für mich war das schwierig, denn ich wollte ihm zeigen, dass ich für ihn da bin. Gut, hat teilweise funktioniert und wir haben dann wie immer rumgealbert, er hat sich halb tot gelacht, doch dann war alles wieder vorbei.

Decke auf dem Kopf und blanke Nerven

Das er gestern Abend mit einem Bulldozer über mein Nervensystem gefahren ist, kann allerdings nicht nur an den Zähnen gelegen haben.

Im Grunde genommen haben wir die Wohnung übers Wochenende nicht verlassen. Ich war zwar joggen und auf dem Flohmarkt, aber Nepo war gar nicht draußen. Am Samstag wollte ich nicht, weil ich mir nicht sicher war, ob Nepo nicht doch eine Erkältung ausbrütet und gestern wollte der Mann nicht.

Ich muss zugeben, dass ich mich gestern Abend maßlos über mich selbst geärgert habe. Ich hätte Nepo tagsüber einfach in den Kinderwagen packen müssen und wir wären an die frische Luft gegangen. Ob es besser für seine Zähne gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber es hätte ihn auf jeden Fall abgelenkt.

Am Wochenende ist er so anstrengend wie die ganze Woche nicht. Da wir das zweite Wochenende in Folge zuhause hockten, kann es nur an der fehlenden frischen Luft liegen. Ich habe ihm gestern versprochen, dass wir, egal ob wir zu zweit oder zu dritt sind, ab sofort jedes Wochenende nach draußen gehen. Es ist egal, ob es nur eine Stunde ist oder im Rahmen einer Wanderung. Es ist egal, ob wir bei Regen ein Museum aufsuchen oder ein Indoor Spielplatz. Es ist wirklich egal, denn was zählt ist die Abwechslung.

Alles neu macht der Montag

Auch wenn das Wetter heute wieder trüb sein sollte, Nepo und ich gehen raus. Defacto ist es so, dass ich heute genau da stehe, wo ich letzten Montag stand. Nämlich bei der Erkenntnis, dass es draußen so viel schöner ist, als drinnen. Und was habe ich am Wochenende auf die Reihe bekommen? Nichts. Rein gar nichts.

Heute werden wir mit dem Papa das Haus verlassen, dann zur Post gehen und dann in die Stadt. Ja, so richtig Stadt – München Marienplatz und so. Da wo die Touristen sind. Ich brauche für Nepo Bodys und Socken und da lohnt immer ein Besuch bei Muji und H&M.

Heute nachmittag soll wieder ein strahlend blauer Himmel kommen. Vielleicht verbringen wir ihn wieder an der Isar. Ich werde auf jeden Fall einiges an Brezeln, Apfel-Bananen-Brei und gekochten Eiern mitnehmen. Es wäre doch gelacht, wenn wir zwei es nicht schaffen würden, einen schönen Tag zu verbringen.

Mama braucht Schonzeit

Das „nach draußen gehen“ ist auch sehr für mich gedacht. Ich muss zugeben, dass ich nach dem gestrigen Abend einfach fertig bin. Ich flippe innerlich beim kleinsten Schrei von Nepo aus. Als es besonders schlimm war, habe ich ihn einfach ins Wohnzimmer gebracht, aufs Sofa gesetzt und ihm gesagt, dass ich nicht mehr kann. Das ich nervlich am Ende bin und wirklich, wirklich keine Lust mehr auf das Genörgle habe.

Das mag für manche asozial klingen, aber ich habe keine Geduld. Das ist meine Baustelle als hochsensible Mutter. Ich schaffe es nicht frühzeitig meine Grenzen aufzuzeigen, sondern lasse mich immer mehr zurückdrängen und immer mehr an mich rankommen. Bis zu einem „point of no return“ und dann ist er da, der emotionale Vulkan und ich kann nur noch eins: Ausflippen, wimmern, die Hände über den Kopf pressen und vor mich hin flüstern, dass alles wieder gut wird. Oft funktioniert es, gestern nicht. Ich konnte einfach nicht mehr.

Die Nacht war hart, doch so langsam geht es mir besser. Ich werde gleich laufen gehen und Kraft für den Tag sammeln.

Euch wünsche ich ebenfalls einen guten Start in die Woche.

Alles Liebe

Mareike

12Mrz/16

Ernüchterung bei gestriger Krippenbesichtigung

ZitatMariaMontessori

Gestern Abend haben wir uns zu dritt nochmals eine Kinderkrippe angeschaut und damit nochmals einen „Tag der offenen Tür“ genutzt. Obwohl wir uns schon zu 100% sicher sind, dass für uns nur eine Montessorikrippe in Betracht kommt, war der Besuch wichtig. Wichtig deswegen, weil mein Freund bisher ja nur Montessorikrippen gesehen hat und wichtig auch, weil wir gelesen haben, dass diese Krippe auch Elemente von Reggio Emilia mit im Konzept aufführt.

Wir waren nicht voreingenommen, sondern mehr neugierig wie die Krippe auf Nepo wirkt, ob die Pädagogen ihn ankommen lassen und ihn später auch erreichen. Wir waren interessiert, was den Krippenalltag anbelangt, wie die Räumlichkeiten gestaltet sind und wie stark das Thema „Bindung“ gelebt wird.

Die Räumlichkeiten

Es war schon spät, als wir die Krippe erreichten und viele Eltern waren schon weg. Am Eingang war niemand zu sehen und wir verharrten etwas, weil wir nicht wussten, ob wir die Schuhe ausziehen oder anlassen sollten. Irgendwann kam eine Mutter und meinte, wir könnten die Schuhe anlassen. Gleich hinter dem Eingang war rechts der „Kreativ- und Essraum“. Als wir im Flur um die Ecke bogen, sahen wir schon auf der linken Seite einen riesigen Spiegel, darüber die Bilder der 20 Kinder, die dort betreut werden. Rechts dann die Garderobe. Am Ende des Flurs ging es dann ins Spielzimmer, wo wir dann auch von einer Erzieherin angesprochen wurden. Nepo reagierte gar nicht auf sie und auch als wir das Spielzimmer betraten, war er so fixiert auf mich, dass die Erzieherin uns zwar den Tagesablauf, ich sie aber gar nicht wahrnahm. Machte aber nix, denn der Tagesablauf war ja auch im Konzept beschrieben.

Dann gingen wir vom „Spielzimmer“ ins „Turn- und Schlafzimmer“. Ich schaute mich um, aber so richtige Turngeräte, wie ein Pikler-Dreieck oder Hengstenberg-Geräte sah ich nicht. Als uns die Erzieherin dann sagte, dass in dem Raum mittags 20 Kinder auf ihren Matratzen schlafen, war mir schlecht. Sie versicherte uns, dass das funktionieren würde. Ich wollte ehrlich gesagt nicht wissen, um welchen Preis. Von Gruppendynamik halte ich sowieso nichts, weil immer jemand leiden muss. Ist genauso Mist wie Fraktionszwang.

Weiter ging es ins Bad, dass sehr modern war. Dort erzählte sie uns auch vom Klotraining bei den größeren. Ich nickte und lächelte. Dann schaute sich Nepo noch alles genau an und es ging weiter in den Garten.

Generell finde ich es gut, wenn ein Garten vorhanden ist. Hier ist er aber durch eine schwere Feuerschutztür und dann durch ein Treppenhaus getrennt. Der Garten selbst befindet sich im Innenhof eines Wohnkomplex und ist komplett mit einem grünen Metallzaun eingezäunt. Auf den Fotos in der Krippe habe ich schon die vielen Bobbycars gesehen. Für die gibt es einen separaten Stellplatz im Garten. Generell ist der Garten eine Wiese mit einer Metallrutsche, die im Sommer sicher nie aufheizt, einem Sandkasten, in dem die Rutsche hineinführt. Es gibt einen kleinen Pfad, der verschiedene Böden beinhaltet. Es gibt keine Beete, wo die kleinen buddeln können, es gibt keine Klettermöglichkeiten und durch die Wiese führt ein Wega aus Schaumstoff, der wahrscheinlich für die Bobbycars gedacht ist. Nepo ist sofort ans äußerste Ende des Gartens gelaufen und stand einfach nur da. Die Erzieherin meinte, dass die Kinder im Sommer, wenn es sehr heiß ist auch barfuss laufen können. Damit hatten wir die Besichtigung der Räumlichkeiten abgeschlossen.

Zur Eingewöhnung

Im Garten erzählte sie uns noch kurz, wie die Eingewöhnung erfolgt und dass jedes Kind in vier Wochen eingewöhnt wird. Eine weitere Mutter, vom Beruf Lehrerin, meinte das sie Mitte September wieder arbeiten muss und ob man sich die Eingewöhnung nicht teilen könnten: Die ersten 2 Wochen die Mutter, die letzten 2 Wochen der Vater oder die Oma. Die Erzieherin meinte, dass das kein Problem sei, sie hätten das schon so oft gehandhabt. Dann ergänzte sie, dass vor kurzem ein sieben Monate altes Kind zu ihnen gekommen wäre und die Eingewöhnung war nach einer Woche abgeschlossen.

Die Eingewöhnung selbst würde so ablaufen, dass in der ersten Woche das Kind 10 Minuten allein bleibt und das dann von Woche zu Woche die Abwesenheit der Eltern immer mehr verlängert wird. Die Abwesenheit würde die Mutter oder der Vater dann im Büro verbringen.

Nach dem wir uns alles angehört und irgendwie so gar keine Fragen hatten, bedankten wir uns für die Führung und gingen wieder.

Meine Eindrücke und mein Empfinden

Die folgenden Punkte entsprechen meiner Empfindung und spiegeln auch den Eindruck meines Freundes wieder. Da städtische Krippen, Eltern-Kind-Initiativen und kirchliche Einrichtungen für viele die einzige Möglichkeit sind, ihr Kind in die Betreuung zu geben, möchte ich niemanden, auch wirklich niemanden irgendwas vorwerfen. Ich denke, dass sich alle Eltern überlegen, wo sie ihr Kind hingeben und für die einen sind die städtischen Krippen besser und für andere, wie mich, die Montessorikrippen. Andere wiederum bevorzugen Tagesmütter oder Waldorfkinderkrippen. Was ich jetzt hier schreibe, schreibe ich mit meiner Überzeugung von Emmi Pikler, Maria Montessori, Elfriede Hengstenberg, Arno Stern, Jesper Juul und Remo Largo. Ich schreibe das mit der Erfahrung, die wir im Spielraum gemacht haben und mit dem Vergleich zu Montessorikrippen. Zusätzlich schreibe ich es als hochsensible Mutter, die sehr auf ihren Bauch hört und Diskrepanzen körperlich spürt.

Mein Eindruck über die Räumlichkeiten

  • Die Krippe machte einen absolut sauberen und gepflegten Eindruck – und genau das ist mein Problem. Es war so steril und von der Gestaltung kalt, dass wir drei zu keiner Zeit mit diesen Räumlichkeiten warm geworden wären.
  • Für meinen Freund war es gelebte Krankenhausatmosphäre.
  • Von Reggio Emilia hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft, wo sie doch so kreativ arbeiten, den Raum als 3. Erzieher sehen und Upcyling betreiben
  • Die Gestaltung des Gartens war für mich schlicht lieblos und ich habe mich gefragt, wie viel Runden Neop auf dem Bobbycar drehen soll, bis er durchdreht. Mir fehlte ein Beet in dem man mit den Kindern etwas anbauen kann. Ja, ich glaube, dass Zweijährige durchaus in der Lage sind eine kleine Gießkanne zu tragen und Löcher zu buddeln. Man muss sie halt einfach nur lassen.
  • Dieser Zaun und dieser Innenhof vermitteln so eine kalte Atmosphäre, dass selbst ich mich nicht wohlgefühlt habe. Und das hatte nichts mit dem kalten Wetter zu tun.
  • Der Garten ist vorhanden, aber die Kinder kommen nicht hin. Eine fette Feuerschutztür, ein Treppenhaus und dann noch das Gartentor stehen zwischen ihnen und dem Garten
  • Die Aussage „Die Kinder entscheiden, was draußen gespielt wird“, passte mir gar nicht. Wie sollen die das entscheiden? Wahrscheinlich „demokratisch“ und damit müssen alle das gleiche machen.
  • Das sie in so großer Runde essen und dann auch noch im gleichen Raum in dem die Farben stehen und der als Kreativraum herhalten muss, fand ich suboptimal
  • Das sie das Essen vom Caterer bekommen, stört mich ehrlich gesagt nicht.
  • Was ich gut finde und das war bei städtischen Kinderkrippen, die ich besucht habe, nicht der Fall: Innen ist alles ebenerdig und die 20 Kinder können sich überall bewegen. Ich habe Krippen besucht, die waren über drei Stockwerke aufgeteilt und die Treppenhäuser waren so steil, dass ich Probleme hatte, mit Nepo die Treppe hochzukommen.

Das Schlafen, Essen und Hygiene

  • Das 20 Kinder in einem kleinen Raum schlafen, hat meiner Meinung nach schon was von einem Internierungslager.
  • Wir haben zwar auch nur ein Floor Bed, aber immerhin haben wir eine Matratze und einen Lattenrost. Diese Krippe ist im Erdgeschoss und hatte keine Fußbodenheizung. Ich weiß nicht, ob das für die Kinder im Winter so prickelnd ist. Und wir haben ein Kind, dass ohne Schlafsack und ohne Decke schläft. Nepo mag das nicht und ich werde es ihm nicht angewöhnen.
  • Das alle Kinder vor und nach dem Schlafen „durchgewickelt“ werden, finde ich schon sehr Fliessbandmäßig. Das mag sein, dass die Erzieherinnen das als Routine ansehen, an das sich die Kinder gewöhnen, aber ich bezweifle, dass in dieser Abfertigung irgendeine Nähe aufgebaut wird.
  • Die großen Kinder dürfen zwar Windeln tragen, machen aber Klotraining.
  • Das Essen in größerer Runde finde ich nicht gut. Ich teile die Montessori- und Pikler-Einstellung, dass Kinder maximal in 4er-Gruppen essen sollten, um Unruhe zu vermeiden.
  • Gut hingegen finde ich, dass sie die Eigenständigkeit beim Essen fördern.

Die Eingewöhnung

  • Gestern war nichts von einer Beziehungspädagogin zu hören, es gab kein „Bindung vor Bildung“, wie ich es bei den Montessorikrippen gehört habe
  • Das eine Eingewöhnung pauschal nach vier Wochen abgeschlossen ist, finde ich sehr optimistisch
  • Das es wohl kein Problem darstellt, das während der Eingewöhnung die Bezugsperson wechselt und aus der Mutter die Oma wird, kann ich nicht verstehen
  • Ich denke auch hier bilden Montessorikrippen die Ausnahme und wir haben uns nun auch im Hinblick auf die besondere Eingewöhnung komplett auf Montessori eingeschossen, dass ein laxerer Umgang mit dem Thema von mir schon im Vorfeld abgelehnt wird.

Mein Fazit

Ich muss sagen, dass die gestrige Krippe im Vergleich zu städtischen und privaten Krippen schon zu den besseren gehörte. Trotzdem könnte ich es nicht verantworten Nepo dort in die „Betreuung“ zu geben. Der Besuch hat mich wieder bestärkt, dass das wichtigste ist, dass Nepo verständnisvolle Personen um sich hat, die die individuellen Bedürfnisse des Kindes berücksichtigen. Die verstehen, dass jedes Kind einen individuellen Bauplan hat und der auch geachtet werden sollte. Es gibt sicher Kinder die lieber drin bleiben und Kinder die lieber an der frischen Luft sind. Ich selbst kann das bei Nepo nicht sagen, denn wir leben leider nicht im EG und haben auch keinen Garten, sodass er selbst entscheiden kann, wann er raus geht und wann nicht. Gerade jetzt in dem Alter finde ich es sehr wichtig, die Kleinen zu beobachten und sie zu verstehen. Wenn die Erzieherin gestern schon nicht auf ihn eingehen konnte, wie soll sie es dann in der Eingewöhnung tun. Wenn Nepo gestern schon nicht mal annähernd so begeistert war, wie bei Montessor21, wie soll ich ihn dann besten Gewissens allein zurücklassen. Wie ist sicher gestellt, dass er konzentriert und für sich sein kann, wenn es nirgends Abgrenzungen gibt, die es Kindern auch mal ermöglichen sich zurückzuziehen.

Mein Freund hat es gestern auf den Punkt gebracht: Es ist ein Aufbewahrungsbetrieb und das sind viele Krippen. Viele Eltern haben keine andere Wahl als ihre Kinder in eben solche Kinderkrippen zu geben, die auf den ersten Blick gut sind. Der Putz bröckelt erst, wenn man sich tiefer mit den Themen beschäftigt.

Letztendlich setzt die Krippe das fort, was wir schon in unserem Konsumverhalten und unserer Ernährung erkannt haben: Nicht alles, was die Masse macht und wo die Masse hintreibt, ist gut. Und wenn du dich entscheidest auszusteigen, dann kannst du nicht mehr zurück ins „System“. Das gilt für das Konsumbewusstsein genauso wie für die Betreuung deines Kindes. Ich denke, dass wir oft auf Widerstand und Unverständnis stoßen, eben weil Montessori und Naturkindergarten nicht Mainstream sind. Wichtig ist, dass wir immer das Wohl von uns dreien im Blick haben und wir aufeinander aufpassen.

Mittlerweile ist Nepo wieder aus dem Mittagsschlaf aufgewacht und sitzt hier bei mir auf dem Schoss. Ich werde mich jetzt wieder vom Rechner zurückziehen und wünsche euch noch einen wunderschönen Nachmittag. Geht euren Weg, er ist der Richtige. AMEN 🙂

 

11Mrz/16

Enten füttern mit Nepo und danach zu einem Event von LILLYDOO

Nachdem der Vormittag etwas grau war, verzogen sich am Nachmittag die Wolken und hier in München wurde es herrlich sonnig und angenehm warm. Perfekt für einen ausgiebigen Nachmittagsspaziergang an der Isar entlang bis hinein ins Glockenbachviertel, wo eine Produktpräsentation von LILLYDOO stattfand.

Zuerst ging es für uns beide zur Stadtbibliothek München, wo zwei bestellte Bücher auf mich warteten. Mittlerweile beziehe ich meine Bücher nur noch aus der Bibliothek, denn in München ist das Angebot sehr umfangreich und der Bücher-Bestell-Service sehr schnell. Für mich ist die Bibliothek quasi das Amazon für Minimalisten. 🙂

Als wir zum Ausgang wollten, wurde Nepo unruhig und zeigte immer wieder auf das kleine Bistro im Erdgeschoss. Es war mir relativ schnell klar, was er wollte. Vor gut einer Woche habe ich ihm dort eine Schokomakrone gekauft, das hat er natürlich nicht vergessen und so kam ich nicht an der Auslage des Bistro vorbei, ohne ihm diesmal eine riesige Makrone zu kaufen. Boah, dieses stolze Gesicht und der genussvolle Biss in dieses total süße Teil werde ich nicht vergessen.

Auf in Richtung Frühlingsanlagen

Gut gestärkt durch Kaffee und Makrone liefen wir weiter Richtung Isar, die wir dann auch ziemlich schnell erreichten. Vorbei am Deutschen Museum, das Nepo neugierig betrachte und ganz fasziniert von einem dort arbeitenden Bagger war, ging es dann zu den Frühlingsanlagen direkt an die Isar.

IMG_1394 IMG_1398Durch das schöne Wetter war natürlich viel los und wir kamen zu einer Gruppe junger Mädchen die Enten, Möwen und notgedrungen auch Tauben fütterten. Für Nepo war das so aufregend, dass er aus dem Zeigen nicht mehr rauskam. Also blieben wir dort und ich „opferte“ seine Brezel, die wir am Morgen gekauft hatten. Wir zwei fütterten die Enten, die immer näher kamen. Nachdem ich anfing die Brezel zu zerteilen und den Enten kleine Stücke zuwarf, wollte Nepo natürlich auch. Ich gab ihm kleine Stückchen und er warf sie in Richtung der Enten. Meist landeten sie zwar direkt vor seinen Füßen, aber das störte die Tiere gar nicht. Er versuchte beim Füttern immer Trick 17 und hielt in der einen Hand das Stück Brezel und in der anderen versuchte er die Ente zu streicheln oder zu berühren. Ich hielt seine ausgestreckte Hand nach unten, weil ich nicht wusste, wie die Enten reagieren und Angst hatte, dass sie ihn vielleicht beißen.

Nachdem die Brezel alle war, wollte Nepo Steine nach den Enten werfen. Ich sagte ihm, dass das keine gute Idee wäre, denn die Enten würden merken, dass das nichts essbares ist und wären verärgert über uns. Interessiert hat das Nepo nicht und ich weiß, dass er nicht aus Bösartigkeit die Steine geworfen hat, sondern weil er sie einfach weiter füttern wollte. Ich versprach ihm, dass wir morgen, also heute, wieder an die Isar gehen würden und diesmal zwei Brezeln mitnehmen, damit wir schön lange da bleiben können.

Nach dem nun auch keine Ente mehr zu uns kam, verlor Nepo die Lust an ihnen und wir gingen weiter. Für ihn waren jetzt die weißen Steine das Highlight. Immer wenn er auf dem Weg einen sah, nahm er ihn, stiefelte über die Wiese Richtung Isar und schmiss ihn ins Wasser. Ich lies ihn gewähren und mir wurde klar, dass ich so uninteressant war. Er schaute nicht nach links, nicht nach rechts sondern steuerte geradewegs auf das Wasser zu. Ich blieb im Hintergrund und sprintete nur zu ihm, wenn er zu nah am Wasser war.

Die Isar ist hier zwar flach, aber die Strömung ist stark. Im Sommer, wenn es warm ist, werden wir sicher hingehen und unsere Beine ins Wasser halten. Ich denke wir werden tagsüber viel Zeit im Park oder an der Isar verbringen. Es ist ja auch alles so spannend: Die Hunde, die Menschen, die anderen Kinder, die Enten, Möwen, Tauben. In der Nähe gibt es einen Kiosk und eine kleine Imbissbude. Die Wiesen sind zwar voller Löcher, aber das kann Nepo ja nicht abhalten, durchs Gras zu laufen. Hier und da liegt ein alter Baumstamm und die vielen Steine, die wir ins Wasser werfen können. Ach, ich freu mich schon so und hoffe, dass die Hundebesitzer ein Auge auf ihre vierbeinigen Freunde haben und Sorge tragen, dass die Wiesen vielleicht nicht komplett zugekackt sind. Hier in München gibt es zwar viele, die mit einer Tüte für Hundekot rumlaufen, aber viele sind eben nicht alle und die Wiesen sind im Frühjahr und Sommer nicht wirklich schön, mit der ganzen Kacke.

Weiter zu Veganz und LILLYDOO

Den Besuch bei LILLYDOO nutzte ich auch, um mal wieder in den Veganz einzukehren. Den veganen Supermarkt habe ich letztes Jahr fast wöchentlich angesteuert, aber da ich nun ja kein Veganer mehr bin und wir jetzt nicht mehr oft an der Isar war, ist es schon ein Weilchen her, dass wir dort einkaufen waren.

Im Veganz, der immer noch so eng ist, dass ich mit meinem Kinderwagen Probleme habe, fielen Nepo natürlich sofort die veganen Gummibärchen auf und er konnte es nicht abwarten, bis ich die Dinger an der Kasse gezahlt habe, sondern futterte vorher schon fleißig die Bärchen. Normalerweise machen wir das nicht, aber er war so heiß, dass ich die Tüte eben schon im Laden aufgemacht habe.

Der Reiz der veganen Ersatzprodukte hat mich irgendwie verlassen, also blieb es bei den Gummibärchen und einer Dose Xucker. Und weiter ging es dann Richtung LILLYDOO.

Auf eine Apfelschorle bei LILLYDOO

IMG_1417Der Event war von 12:00 bis 18:00 Uhr geplant, sodass wir um 17:00 Uhr die letzten waren, die zur Party gefunden haben. Ich war ehrlich gesagt leicht genervt, weil ich mit dem Kinderwagen erst rein ins Haus bin, dann keinen „Parkplatz“ gefunden habe. Also wieder raus, den Wagen irgendwo anschliessen. Bücher und Einkäufe und Sohn aus dem Wagen holen und dann erstmal im Hausflur rumirren, die Treppe hoch zum Fahrstuhl. Aus dem Fahrstuhl raus, der zwischen zwei Stockwerken hielt.

Die Anzeige zeigte „1“, das konnte aber nicht sein, weil wir mindestens im 3. Stock waren. Naja, scheinbar Glockenbach-Hipster-Logik. Im Hausflur stand ich dann total bepackt und wusste nicht: Treppe hoch, Treppe runter? Also erst nach ganz oben, weil ich einfach ein Schild gesucht habe, wo draufstand LILLYDOO. Weder ganz oben, noch eine Etage tiefer. Als ich hinter einer Tür viele Stimmen gehört habe, klingelte ich einfach.

Als eine wirklich nette und topgestylte Dame aufmachte, hatte ich eher das Gefühl, ich würde auf einer Designer Party landen und nicht bei einer Marke für Windeln und Feuchttücher. Als ich in die Wohnung eintrat, war mir mein Outfit komplett peinlich. Gegenüber den anderen Müttern war ich so underdressed, dass ich mich gefühlt habe wie der Elefant im Porzellanladen. Die hochsensible Seite in mir wurde so übermächtig, dass alle mich für eine Autistin halten mussten, die auf Anfragen einfach gar nicht reagiert. Trotzdem haben sie sich Mühe gegeben und ich mich irgendwann gefangen. Das Nepo neben mir genauso versteinert war und einfach überhaupt nichts mehr sagte, war sehr verwunderlich.

Nach einer kurzen Aufwärmphase stand ich dann auch schon bei den Produkten, fühlte Windeln an und bereute zutiefst kein besseres Outfit gewählt zu haben. Ich schob die Enten und die Isar vor und das schöne Wetter. Alle lächelten verständnisvoll und wahrscheinlich war es ihnen egal. Ja, was soll ich sagen: Ich finde es gut, dass es ökologische Bewegungen gibt, die sich gegen Pampers stellen. Ich werde die Windeln auf jeden Fall testen und die Feuchttücher ebenfalls.

Es tut mir leid, dass ich nicht mehr zu den Produkten sagen kann, außer, dass sie wunderschön gestaltet sind. Aber ich war so mit der Reizbewältigung beschäftigt, dass ich keinen klaren Gedanken fassen konnte. Ich war ehrlich gesagt froh, als mich eine Mitarbeiterin mit nach oben nahm, zur Kinderbetreuung. Das war genau das was ich jetzt brauchte, um anzukommen. Spielzeug für Nepo und Ruhe für mich. Für Nepo war dann auch alles super, nur das er keinen Bock auf Hirsekringel hatte und sich von meinem Vorschlag einen Turnbeutel zu gestalten gänzlich unbeeindruckt zeigte. Noch während ich ihn fragte, wurde mir bewusst, wie blöd es ist ein 19 Monate altes Kind, das total vertieft in die vorhandenen Spielzeugautos ist, zu animieren einen Turnbeutel zu gestalten. Da merkte ich, dass mein Körper und mein Geist Achterbahn fuhren und ich überall war, nur nicht auf dem Event. Die liebe Frau von der Kinderbetreuung übernahm dann die Turnbeutel Geschichte und gestaltete ihn für Nepomuk.

Nach einer Weile hatte Nepo genug gespielt und steuerte auf die steile Treppe zu. Für mich der perfekte Moment mich nach ca. 30 Minuten zu verabschieden, den Turnbeutel und eine Probepack zu schnappen und mich vollbepackt das Treppenhaus runterzuhieven. Für uns beide war es eine Erfahrung und für mich nochmal ein friendly Reminder etwas mehr auf mein Outfit zu achten. 🙂

Das Probepack besteht übrigens aus einer wunderschönen Holzkiste, einer Packung Windeln und zwei Packungen Feuchttücher. Ich werde diese jetzt testen und mich später mit einem kleinen Bericht melden. Für den Turnbeutel und die Holzkiste gibt es auf jeden Fall jetzt schon fünf von fünf Sternen. 🙂

Den Weg zurück liefen wir wieder die Isar entlang. Es wurde langsam dunkel und ich genoss es einfach nur an der frischen Luft zu sein. Plötzlich schien es mir unmöglich in ein anderes Viertel ausserhalb von Haidhausen zu ziehen. Hier ist es so schön öko, bohemian und a little bit hipster. Es ist einfach so toll hier, dass ich zu recht kaum über die Isar ins Zentrum komme. Ja, hier wollen wir bleiben und hier finden wir es toll.

 

08Mrz/16

Ein Gedicht für das gestresste „Zu Bett bringen“

Als ich in Kathmandu warVor einigen Tagen habe ich geschrieben, dass wir unseren Sohn nicht mehr ins Bett bringen, sondern er entscheiden kann, wann er ins Bett möchte. Auslöser für diese Entscheidung war ein Zeitungsartikel, den mir unsere „Miteinander wachsen“ Leiterin Silvia gegeben hat.

Letzte Woche gab sie mir noch zwei Gedichte, wovon eines mein früheres Dilemma mit dem „Zu Bett bringen“ sehr gut trifft.

Als ich die Zeilen las, dachte ich mir: Ja, genau das ist der Grund, warum du dein Kind ins Bett bringst und warum du erst ungeduldig und dann genervt bist, weil er nicht sofort schläft. Während ich bei ihm liege, bin ich mit den Gedanken schon woanders bzw. überlege mir, was ich tun möchte, wenn er schläft. Ich geniesse, wie so oft, nicht den Augenblick sondern springe gedanklich schon in die Zukunft und kann diese kaum erwarten.

Wenn ich jetzt im Bett liege, dann denke ich an gar nichts. Nepo spielt neben mir, erwartet aber nicht, dass ich mit ihm spiele. Mittlerweile lese ich abends ein Buch und geniesse einfach die Zeit der Ruhe und im hier und jetzt. Fast jeden Abend denke ich dabei an das Gedicht, dass ich hier nochmal abgetippt habe:

Alles zu seiner Zeit

Ein in Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt,

warum er trotz seiner vielenBeschäftigungen immer so gesammelt sein könne.

Er sagte:

Wenn ich stehe, dann stehe ich

wenn ich gehe, dann gehe ich

wenn ich sitze, dann sitze ich

wenn ich spreche, dann spreche ich …

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und

sagten: Das tun wir auch, aber was machst du darüber hinaus?

Er sagte wiederum:

Wenn ich stehe, dann stehe ich

wenn ich gehe, dann gehe ich

wenn ich sitze, dann sitze ich

wenn ich spreche, dann spreche ich …

Wieder sagten die Leute: Das tun wir doch auch.

Er aber sagte zu ihnen:

Nein,

wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon

wenn ihr steht, dann lauft ihr schon

wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel …

Aus dem Zen-Buddhismus

 

08Mrz/16

Mein temporärer Abgesang auf Brio und Matchbox

Am Wochenende haben wir uns temporär von einigen Spielsachen getrennt, die Nepo zwar lieb gewonnen, aber uns in den Wahnsinn getrieben haben. Das wir Spielzeug temporär wegräumen, obwohl Nepo mit diesem jeden Tag gespielt hat, mag für euch vielleicht herzlos klingen, für uns war es die letzte Rettung, um überhaupt nochmal Ruhe in unsere Wohnung zu bekommen.

Und das Alter spielt doch eine Rolle

Geht ihr bei den Spielzeugen streng nach der Altersvorgabe? Ich ehrlich gesagt nicht. Wenn ich es gut finde, dann hält bei uns auch Spielzeug der Kategorie 3+ schon mal Einzug. Den Vogel hat hier übrigens meine Mutter abgeschossen, die beim letzten Besuch 3M+ mit 3+ verwechselt hat und mit einem typischen Raschelbuch für Babies um die Ecke kam. Naja, das aber nur am Rande.

IMG_0716Im Dezember haben wir in dem Keller von den Eltern meines Freundes sein altes Spielzeug ausgeräumt. Darunter waren unendlich viele Playmobilspielsets, Matchbox Autos, eine knapp 40 Jahre alte Brio Bahn und und und. Während wir das Playmobil relativ schnell weggeräumt haben, entschieden wir, dass Nepo zu Weihnachten die alte Brio Bahn mit der Kombination einer neuen zu Weihnachten geschenkt bekommt. Mir ist aufgefallen, dass er im Café Glanz immer mit der Bahn spielte und da ganz versunken war, weshalb ich auch dachte, dass er die Brio Bahn lieben würde.

Das gleiche galt für die Matchbox. Aus einem „Komm wir schauen mal kurz, welche Autos ich früher hatte“, wurde ein „Jetzt packen wir die Autos in eine Kiste, damit sie immer schön für die zur Verfügung stehen“. Ergänzt wurde das dann auch noch durch meine grandiose Idee ein Parkhaus und nun ein Spielzeugteppich aus Karton zu basteln bzw. zu malen.

Sowohl die Brio Bahn, als auch Matchbox Autos werden immer mit einer Altersempfehlung von 3+ angeboten. Und das liegt nicht daran, dass sie so kompliziert sind oder so klein. Nein, das liegt daran, dass Nepo mit 18 Monaten schlichtweg zu klein ist, um sich Geschichten zu überlegen, die ausreichen, dass er allein mit der Bahn oder den Autos spielt. Natürlich kann er die Schienen schon selbst zusammen bauen, was sicher jedes Kind kann, wenn es ständig sieht, wie die Eltern oder Großeltern die Schienen zusammen basteln. Es ist schlichtweg Nachahmung, die er mittlerweile auch auf sein Puzzlebuch überträgt. Die Puzzle sind sehr groß und funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Schienen der Brio Bahn. Aber das nur so am Rande.

Verdammt auf die Rolle des Mitspielers ohne Rechte und ohne Ahnung

War am Anfang noch ein konzentriertes Spielen mit der Bahn und den Autos möglich, kippte das ganze nach einigen Tagen. Plötzlich musste ich immer dabei sein, aber richtig spielen durfte ich nicht. Wollte er, dass ich mit ihm die Brio Bahn aufbaue und spiele, durfte ich nur bestimmte Schienen verwenden. Weichen – nur er, Bahnübergänge – nur er, Tunnel und Brücken – nur er. Ich bekam nur die kurvigen Schienen und wehe ich wagte es mich an eine freie Weiche anzudocken. Boah, da wurde gleich alles zerstört und der Herr war beleidigt.

Bei der Kombination von alt und neu haben wir leider übersehen, dass ein neuer, motorisierter Zug nicht durch den alten, sehr schmalen Tunnel passt. Eine Flüchtigkeit die mich jeden Tag einholte und einen frustrierten Sohn mit sich brachte. Ich weiß nicht, wie oft er am Tag versucht hat mit dieser überbreiten Lok in den Tunnel zu fahren. Und warum ich nicht einfach diese scheiß E-Lok aus dem Karton genommen habe. Während ich also täglich neben der Bahn sitzen musste und irgendwie immer nur die gleichen Handgriffe machen durfte, sank die Bahn kontinuierlich in meiner Gunst.

Das gleiche galt für die alten Matchbox Autos. Am Anfang wollte er allein spielen und es war ihm ein großes Vergnügen sie aneinanderzureihen. Doch irgendwann war alleine spielen doof. Also bekam ich unzählige Male am Tag ein Auto in die eine Hand gedrückt und mit der anderen Hand wurde ich abwechselnd ins Wohnzimmer oder ins Schlaf- bzw. Spielzimmer gezogen, je nachdem wo die Parkgarage stand. Dann kam das gleiche Spiel wie bei der Bahn. Egal was ich machte, es war falsch bzw. blöd. Die Autos die Parkgarage runterfahren zu lassen – blöd, den Regenbogen von Grimm als Tunnel zu nutzen – blöd, die Autos einfach durch den Raum fahren zu lassen – ganz blöd. Ehrlich gesagt war ich einfach nur der Yogi, der neben ihm sitzen musste, ab und an ein Auto in die Hand gedrückt bekam und sonst eigentlich nichts machen durfte.

Auch das habe ich jetzt fast drei Monate mitgemacht und bin ehrlich gesagt so genervt, dass ich mich jetzt frage, warum wir die Sachen nicht schon früher weggeräumt haben.

Bahn und Matchbox – alles durchgespielt

IMG_1812Bei beiden Sachen merkt man jetzt deutlich, dass sie einfach durchgespielt sind. Wie mein Freund treffend gesagt hat: Es kommt nichts mehr, alles wurde von vorn bis hin bespielt und jetzt ist es nur noch Mist.

So kam es, dass ich am Samstag alles zusammengesucht und bis auf eine Handvoll Matchbox alles verstaut habe. Gerade bei der Brio Bahn bin ich mir sicher, dass wir sie ihm bald wieder anbieten werden. Aber mit nur ganz wenigen Schienen, ohne Tunnel und ohne die dämliche E-Lok.

Auch die selbstgebastelte Straßenkarte und das Parkhaus aus Karton, dass sich stolz seit Oktober behauptet hat, mussten gehen.

Was er am meisten vermisst.

Für mich war sehr interessant zu wissen, welches der weggeräumten Spielzeuge er denn am meisten sucht und uns signalisiert, dass da mal was da war. Tja, was soll ich sagen: Er vermisst nichts! Er hat jetzt die letzten Tage nicht einmal unters Sofa geschaut, wo früher die Bahn und die Straßenkarte waren. Sich kein einziges Mal suchend im Schlafzimmer das Parkhaus oder seine Kiste mit den ganzen Autos umgeschaut. Wir haben ihn beobachtet und nicht ansatzweise irgendwas gesehen, was darauf schließen lässt, dass er etwas lieb gewonnenes vermisst.

Gleichzeitig habe ich auch gemerkt, dass meine vorbereitete Umgebung für ihn zu viel ist bzw. aktuell einfach nicht passt. Er hat so lustlos und mechanisch sein Spielgeld in die Dose geworfen, dass ich mich überlegt habe, dass auch das Schütten einfach durch ist.

Wir haben jetzt beschlossen, dass er weniger angeboten bekommt und beobachten, wie er sich verhält. Durch die Neugestaltung seines Regals hat er sowieso immer Anregung und auch seine Spielküche findet jetzt mehr Beachtung. Da er noch etwas klein für die Küche ist, holt er sich jetzt immer seinen Anziehschemel aus dem Flur und nutzt das als Stufe, um besser auf die Kochfläche, an die Gewürze und vor allem an die Mikrowelle zu kommen.

Was allerdings für mich in den letzten Wochen am deutlichsten wurde, ist die Tatsache, dass wir wieder an die frische Luft müssen. Jahreszeitenbedingt und vielleicht auch aus Bequemlichkeit waren wir zwar jeden Tag draußen, aber meist nur kurz und Nepo war fast immer im Kinderwagen. Gestern verbrachten wir den Vormittag auf dem Spielplatz und wir genossen die Sonne und den strahlend blauen Himmel. Der Frühling kommt, das merken wir beide und wir freuen uns so drauf. 🙂

Heute vormittag ist allerdings erstmal wieder „Miteinander wachsen“ bei Montessori 21 angesagt. Habt einen wunderschönen Tag ihr Lieben, ich gönne mir jetzt erstmal einen Kaffee.

07Mrz/16

Heute vor einem Jahr wurde Nepo getauft

Oh mein Gott. Es ist der 07. März und heute vor einem Jahr wurde Nepo getauft. Ach, wie die Zeit rennt. Habe mir gestern mal die Bilder der Taufe angeschaut und bin immer wieder erstaunt wie viel Zeit seitdem vergangen ist.

So war es noch am 07. März 2015

Es war ein kalter, sonniger Samstag und unsere ganze Verwandtschaft war da. Es war eine tolle Feier mit vielen Geschenken. Obwohl wir uns all diese Geschenke gewünscht hatten, war dies doch ein Schlüsselerlebnis für unseren Weg Richtung Minimalismus.

Nepo Taufe Rückblick

 

Und so ist es heute, den 07. März 2016

Den ganzen Vormittag haben wir auf dem Spielplatz verbracht und Nepo ist das erste Mal alleine gewippt und allein gerutscht. Ich bin übrigens sehr stolz, dass sowohl die Matschhose, als auch der Overall aus Wolle vom Flohmarkt ist. Am Samstag finden wieder tolle Kinderflohmärkte bei uns in Haidhausen statt, dort decke ich uns dann wieder mit Klamotten für Frühjahr und Sommer ein.

Nepo auf Spielplatz

Wenn ich daran denke, dass wir vielleicht schon in sechs Monaten mit der Eingewöhnung der Krippe beginnen, dann wird mir ganz bang. 🙂