Category Archives: Fitness

18Jan/15

Tag 12 der Vegan For Fit Challenge: Fitness Kickstarter

So faul der Sonntag war, so motiviert bin ich am Montag früh um 06:00 Uhr ins Fitnessstudio gegangen. Mit Beginn der Challenge habe ich mir vorgenommen, nicht nur gesund zu essen, sondern auch wieder richtig Sport zu treiben. Also gehe ich jetzt immer regelmäßig ins Fitnessstudio, laufen und viel spazieren. So also auch am Montag: Ich also ins Fitnessstudio, mein Zirkeltraining absolviert, dann speziell nochmal meine Oberschenkel außen und innen trainiert, sowie Sit-ups für den Bauch. Danach ging es schnell wieder heim zu Mann und Sohn.

Wenn ich früh Sport gemacht habe, starte ich leichter in den Tag, auch wenn das aufstehen vor dem Sport schwerfällt. Nach der Rückkehr geh ich erstmal in die Küche und mache mir einen Matcha, weiche die Chia Samen in Wasser auf, damit ich sie später essen kann.

Spielzeit mit NepomukDanach bereite ich alles für den Kleinen vor: Wickeltisch, Spielwiese, Heizlüfter, frische Wäsche, seine Milch. Nachdem mein Freund, also der Papa, morgens noch mit ihm geschmust hat und dann ins Büro verschwindet, beginnt unser Tag: Ausziehen, waschen, essen, spielen, anziehen, spazieren gehen und dabei viel schlafen, einkaufen, heimkommen, essen, spielen, schlafen, spielen, nörgeln, anziehen, spazieren gehen, schlafen, nörgeln, essen, nörgeln, schlafengehen, gute Nacht. So in etwa läuft unser Tag ab.

Wenn ich mit dem Kleinen spiele, frühstücke ich nebenbei: Chia Pudding mit Äpfeln, Kiwi oder Beeren. Das ist lecker und macht satt. Danach gebe ich ihm zu essen, ziehe in an und dann gehen wir spazieren.

Stand-Up Paddeling in der IsarDiese Woche habe ich mir vorgenommen 100.000 Schritte zu laufen. Das klingt viel, ist es aber eigentlich nicht. Am Montag allein bin ich schon 23.482 Schritte gelaufen, kombiniert mit einem herrlichen Spaziergang an der Isar entlang. Die Spaziergänge sind in der Vorweihnachtszeit komplett eingeschlafen, aber jetzt gehe ich wieder täglich mit dem Kleinen raus.

In München kann man super spazieren. Da wir in Haidhausen wohnen, ist die Isar nur einen Steinwurf entfernt. Tagsüber ist es dort herrlich ruhig und doch gibt es immer wieder was zu sehen, z. B. Stand-up Paddlern auf der Isar.

Thai Curry a la MareikeIch gehe mittlerweile zweimal am Tag spazieren, einmal vormittags, einmal nachmittags. Am Montag haben wir abends nach dem Spaziergang den Papa aus dem Büro abgeholt. Waren zusammen einkaufen und sind gemeinsam nach Hause gefahren.

Als Abendessen habe ich mich dann für ein schnelles Essen entschieden: Thai Curry mit Kokosmilch, Paprika, Möhren und Zucchini. Verfeinert mit Red Curry Paste und Sojasauce war es ein leckeres und einfaches Abendessen. 🙂

Tag 12 der Challenge ist rum und ich bin immer noch happy und glücklich, dass ich mich entschieden habe 30 Tage nach dem Vegan For Fit Konzept zu leben. 🙂

27Dez/14

Vom Wochenbett zum New York Marathon

Als ich mich im Juni 2013 entschied, den TCS New York City Marathon am 02. November 2014 zu laufen, konnte ich nicht ahnen, welche Steine sich mir in den Weg legen sollten. Der New York Marathon war wie für viele andere Läufer auch ein Lebenstraum, den ich mir noch vor meinem 35. Lebensjahr erfüllen wollte. Noch bei der Reisebuchung im Oktober 2013 war ich guter Dinge, dass mir ein Jahr Vorbereitung reicht, um ausreichend zu trainieren. Ende November verbrachten wir unseren Urlaub in San Francisco und New York, es war eine tolle Zeit und ich fühlte mich glücklich und topfit.

Und plötzlich schwanger!
Abholung der Startnummer

Abholung der Startnummer

Schon als wir wieder in München waren, merkte ich jedoch, dass von meiner Fitness nicht viel übrig geblieben war. Ich schnaufte wie eine Lok, Treppen steigen viel mir schwer. Das alles schob ich noch auf die Burger und Sandwich Exzesse in den USA. Als mir dann aber immer schlecht war, ich keinen Kaffee mehr riechen konnte und die Weihnachtsfeiern nicht mehr so gut wegsteckte, entschied ich mich für einen Schwangerschaftstest. Man muss sagen, dass ich eigentlich die Pille genommen habe und somit nicht im Traum daran dachte, schwanger zu werden.

Am 21. Dezember 2013 hatte ich dann die Gewissheit: Ich war schwanger. Von Freude war bei mir keine Spur. Plötzlich brach mein Leben wie ein Kartenhaus vor mir zusammen: Keine Freiheiten mehr, keine Parties, kein Marathon. Über Weihnachten fuhr ich allein zu meinen Eltern und hatte Zeit nachzudenken. Und je mehr ich nachdachte, desto mehr freute ich mich auf das Baby.

Impossible is never a good answer!

Trotz aller Freude stand immer noch die Entscheidung im Raum, ob ich den Marathon laufen sollte oder nicht. Der erwartete Geburtstermin war der 19. August, der Marathon sollte am 02. November stattfinden. Mir blieben also weniger als drei Monate, um mich von der Geburt zu erholen und die 42 km zu laufen.

Ich weiß nicht, wie viele Leute mir vom Marathon abrieten. Alle hielten es für unmöglich. Doch je mehr Leute in meinem Umfeld meinten, dass man nicht 3 Monate nach einer Geburt einen Marathon laufen kann, desto überzeugter wurde ich, dass man es vielleicht nicht kann. Ich jedoch schon!

Die Schwangerschaft verlief gut, die Geburt ebenfalls. Schon am Tag der Geburt konnte ich super laufen. Ein möglicher Leistenbruch, der während der Schwangerschaft auftauchte, verschwand nach der Entbindung gänzlich und musste zum Glück nicht operiert werden. Ich fühlte mich fit und fing an mit regelmäßigen Spaziergängen wieder etwas Kondition aufzubauen.

Für die Rückbildung habe ich mich gleich nach 6 Wochen angemeldet, um pünktlich zum Marathon fit zu sein. Gegenüber anderen Müttern, der Hebamme oder der Frauenärztin habe ich den Marathon nie erwähnt. Ich wusste, wie sie reagieren würden und hatte auf eine Rechtfertigung keinen Bock. Es war mein Traum und er würde in Erfüllung gehen.

Vorbereitungen für den Marathon
Daumen hoch für 42 km

Daumen hoch für 42 km

Die Vorbereitungen für den Marathon lassen sich ganz kurz erklären: Es gab keine. Ich musste abwägen, ob ich in München regelmäßig laufen gehe und mich dem Risiko aussetze, dass mein Beckenboden mir ein Strich durch die Rechnung macht oder die Knie wieder wochenlang schmerzten oder ob ich in New York ohne Vorbereitung an den Start gehe. Ich entschied mich gegen eine intensive Vorbereitung und für einen „Kaltstart“. Ich ging regelmäßig walken und war zwei mal joggen – das musste reichen, es sind schließlich „nur“ 42 Kilometer und die schaffe ich irgendwie.

Nicht nur, dass ich keine Vorbereitung machte, nein ich kaufte mir auch keine neuen Laufschuhe. Ich hätte sie eh nicht einlaufen können und dachte mir, dass meine alten das auch noch schaffen würden. Dafür investierte ich gutes Geld in Kompressionsstrümpfe und -unterwäsche, die speziell für Läufer waren. Wie sich später rausstellte, eine Investition die sich gelohnt hat.

Da ich keine wirkliche Vorbereitung für den Marathon hat, blieb mir nichts anderes übrig, als mich mental schon auf das überqueren der Ziellinie vorzubereiten. Ich war immer und jederzeit fest davon überzeugt, dass ich den Marathon schaffen werde. Ich stellte mir nie die Frage ob, sondern nur in welcher Zeit ich das schaffen würde. Mir war klar, dass ich nicht durchlaufen könnte, dass würde mein Körper nicht schaffen. Aber ich könnte soweit wie möglich laufen und würde dann ins walken übergehen. Für alles blieben mir 8 Stunden Zeit.

Der Tag des Marathon

Nachdem wir schon mit unserem knapp drei Monate alten Sohn ohne Probleme nach New York gereist sind und uns dort ein paar Tage klimatisiert haben, war es endlich soweit. Am Sonntag, den 2. November fuhr der Shuttle Bus um 06:00 Uhr vor dem Hotel am Times Square ab und brachte mich nach Staten Island. Mich und viele andere Läufer, die alle bis zu den Zähnen ausgerüstet waren.

Im Bus kamen mir Zweifel, ob ich das schaffen würde. Ich hatte mich weder körperlich vorbereitet noch wusste ich, welche Atemtechnik oder welche Strechtingübungen notwendig waren, wenn der Körper auf den 42 Kilometer kapitulierte. Dafür, dass ich sonst immer alles genau plane, bin ich an meinen Lebenstraum sehr blauäugig rangegangen.

Bei über 50.000 Läufern mussten die Starts in verschiedenen Wellen erfolgen. Ich war in der vierten und damit letzten Welle. Am Start sah ich die Verrazano-Narrows Bridge über die wir gleich am Anfang laufen sollten. Von dort ging es dann weiter nach Brooklyn, Queens, die Bronx und schließlich Manhattan.

Nach 42 km am Ziel meiner Träume

Nach 42 km am Ziel

Der Lauf war super. Motiviert durch die anderen Läufer war ich schneller, als ich gedacht habe. Ich konnte fast 16 km durchlaufen, dann tat mir die linke Seite weh. Ab da bin ich immer abwechselnd gewalkt, gerannt und wieder gewalkt. Der Marathon war besser als ich es mir vorgestellt habe. So viele Menschen sind mit mir gelaufen, an der Laufstrecke haben uns viele New Yorker zugejubelt. An jeder Ecke spielte eine Band. Nach 6:21 h habe ich im Central Park die Ziellinie überquert. Mittlerweile war es schon dunkel, aber die Helfer dort waren immer noch gut drauf.

Als ich die Ziellinie überquerte, war ich der glücklichste und stolzeste Mensch auf der Welt. Sicher ist die Zeit nicht gut, aber darum ging es mir nie. Ich wollte einmal den New York Marathon mitlaufen und das habe ich am 02. November 2014 getan.

Ich bin trotz oder gerade wegen meinem Sohn diesen Marathon gelaufen. Er und mein Freund haben mir die Kraft für die Strecke gegeben und ich habe ein für alle mal klar gemacht, dass ich meine Ziele erreiche, egal wie hoch die Hindernisse sind.

So ein Marathon beflügelt natürlich ungemein und ich habe mittlerweile null Verständnis für Mütter, die ihre Kinder vorschieben, wenn es um das Thema „abnehmen“ oder „Sport“ geht. Auch ich gehe morgens um 6 Uhr ins Fitnessstudio, um pünktlich um 7:30 Uhr wieder zurück zu sein, wenn mein Mann ins Büro muss.

Seit New York weiß ich, dass es nie eine Frage der Zeit ist, sondern immer der Priorität.