Category Archives: Erfahrungsberichte

16Mai/15

Mein erster Restaurant Day

Was wir uns schon im Februar vorgenommen hatten, haben wir heute nun endlich geschafft: Wir waren bei unserem ersten Restaurant Day.

Was ist der Restaurant Day?

Der Restaurant Day ein Jahrmarkt rund ums Essen, geschaffen von Tausenden Menschen, die weltweit “Ein-Tages-Restaurants” organisieren oder diese besuchen. Die Idee dahinter: Ein freudiger Tag mit den Menschen aus der näheren Umgebung, an dem sie Speisen und Getränke das verbindende Glied sind. Die Veranstaltung wird ermöglicht durch ein Team von Freiwilligen, die auch diese Website unterhalten. Alle teilnehmenden “Ein-Tages-Gastronomen” sind für die Ereignisse rund um ihr Restaurant selbst verantwortlich. (Quelle: www.restaurantday.org)

Restaurant Day: DirtyMaxundMoritzBreak

Beim Restaurant Day in München ging es diesmal um die Neuinterpretation von Kindergerichten: Das dirtyXbreak-Team ist wieder am Start und freut sich auf junge und junggebliebene Gäste. Diese Ausgabe widmen wir all den wunderbaren Kindergerichten auf Deutschlands Speisekarten und interpretieren diese neu, anders und ein wenig dirty! Lasst euch überraschen und begeistern, kommt mit euren Kindern oder mit dem Kind in euch!

Nachdem wir den Event im Februar schon verpasst hatten, wollten wir bei der Huldigung von Kindergerichten natürlich nicht fehlen und beschlossen zusammen mit Nepomuk am Restaurant Day in München teilnehmen.

Um 16:00 Uhr ging es los und wir waren natürlich die ersten (Spiesser eben). Wir trafen Sabine, eine Bekannte von meinem Freund, die mit im Orgateam war und den Nachmittag für uns in der Küche das beste Essen zauberte.

IMG_0106

Wir waren die ersten Gäste und hatten die freie Platzwahl. Witzig fand ich die Idee mit der Popcornschale und die Möglichkeit, dass wir die Tischdecke bemalen konnten. Nepomuk wollte aber die Buntstifte lieber essen, darum wars mit Malen nix.

IMG_0109

Die Speisekarte für den heutigen Restaurant Day. Mit den Klassikern wie Milchreis, Spaghetti Bolognese oder Chicken Nuggets.

IMG_0124

Am Tischkicker habe ich später gegen meinen Freund gespielt und haushoch verloren, obwohl er ja noch Nepomuk auf dem Arm hatte. Naja, bin eben etwas aus der Übung.

IMG_0111

Als Vorspeise entschied ich mich für die „Dirty Surprise“, die aus Tofucubes mit Koriander-Minze und Roter Bete Salsa bestand.

IMG_0112

Danach gab es zum Hauptgang Spaghetti mit Belugalinsen und Kokosmilch. Mein Freund hatte den Klassiker mit Bolognese.

IMG_0125

Ich nutzte heute die Gelegenheit und habe neben den Spaghetti noch eine Seitan Wurst mit Rhabarber-Tomaten-Salsa und Koriander-Minze-Salsa getestet.

IMG_0126

Zum Abschluss gab es dann noch den nicht veganen Nutellazopf und eine Zimtschnecke. Aber heute ist ja Cheat Day, da zählen Kalorien weniger als an den anderen Tagen. 🙂

IMG_0114

Es war unser erster Restaurant Day und da haben wir uns auch mal einen Gin Tonic mit Erdbeere gegönnt. Sehr lecker war er, aber wenn man schon seit über einem Jahr keinen Alkohol mehr trinkt, dann knallt selbst so ein Glas rein – auch wenn man es sich zu zweit (mit meinem Freund, nicht Nepomuk) teil.

IMG_0122

Und zu guter Letzt durfte ich dann auch endlich mal einen 3D Drucker testen. Mir fiel leider nichts anderes ein als ein mickriges Gesicht. Ich befürchte, dass wir sowas auch in 10 Jahren für Nepomuks Kindergeburtstag benötigen werden.

Fazit zum Restaurant Day

Ich war begeistert vom Restaurant Day und finde es super, dass sich Menschen die Mühe machen, um anderen eine Freude zu machen. Natürlich ist es nicht gratis, sondern es gibt am Ausgang eine Spendenbox. Aber ich fand das diese Essen locker mit der Qualität im Restaurant mithalten kann. Dazu noch das wirklich tolle Orgateam und die liebevolle Deko. Es hat einfach alles gepasst. Am 16. August findet der nächste Restaurant Day statt und wir werden sicher wieder dabei sein. 🙂

03Mai/15

Mein Fazit zur Veggie Expo 2015 in München

IMG_4907Heute haben wir es endlich auf die Veggie Expo in München geschafft. Ich hatte mich schon so lange darauf gefreut und heute war es endlich soweit. Wir sind schon relativ früh hingefahren, da es mit Kinderwagen doch immer schwierig ist, sich seinen Weg zu bahnen.

Der Eintritt kostete 12,00 EUR pro Person. Ich finde das einen stolzen Preis für eine doch recht kleine Messe. Die Tickets im Vorverkauf wären natürlich billiger gewesen, aber bei einem acht Monate alten Baby weiß man nie, ob der Besuch auch wirklich klappt. Es gab aber ein paar interessante Anbieter und die wollte ich unbedingt sehen.

Die interessanten Stände

Ich bin seit Januar Veganer und verzichte bei meiner Ernährung fast immer auf Weißmehl, Zucker, Alkohol und Tabak. Von daher waren nicht wirklich viele Stände interessant für mich. Mich zog es zu Lovechoc, PureRaw, Veganz und Vitalia. Stände, deren Produkte ich schon kannte.

Fündig wurde ich allerdings nur bei Vitalia. Dort haben wir endlich die Linsen Nudeln gefunden, von denen wir schon oft gehört haben. Neben den Linsen Nudeln haben wir gleich noch die Nudeln aus Kichererbsenmehl gekauft. 3 Packungen für 9 EUR.

Die Linsen Nudeln haben wir gleich heute gemacht und ich finde sie super lecker.

Meine Entdeckungen: Glückskost, Ice Date und Raw For Life

Nepomuk testet veganes EisAls wir eher planlos auf der Suche nach veganem Essen ohne Zucker über die Messe liefen, kamen wir am Glückskost Stand vorbei. Ein Café, dass erst vor ein paar Wochen in der Amalienstraße eröffnet hat. Da sie Rohkost Kuchen anboten, kamen wir ins Gespräch. Ich selbst mache ja nur noch Rohkost Kuchen, darunter auch Tirawmisu. Auch sie hatten ein Tirawmisu, was aber so anders schmeckte. Sehr lecker, aber eine ganz andere Richtung als mein Tirawmisu. Ich werde mit Nepomuk auf jeden Fall dort mal vorbeigehen.

Nebenan war dann auch gleich der Eisstand „Ice Date“, der veganes Eis verkaufte – auch ohne Zucker. Ich kostete Schoko-Hanf und Bio Erdnuss und war von dem Eis begeistert. So leckeres Eis hatte ich noch nie gegessen. Ich habe Nepomuk davon kosten lassen und auch ihm hat es sichtlich geschmeckt. Ice Date ist wohl auch in München gleich neben Glückskost angesiedelt. Da werde ich natürlich auch mal vorbeischauen.

Schon für diese beiden Entdeckungen hat sich der Besuch gelohnt.

Dann habe ich auch noch das Buch „Raw For Life“ von Lisa Viger gefunden und gleich gekauft. Da sind so tolle Rezepte drin und so wie ich gesehen habe auch ohne so krasse Zutaten wie Irisch Moos oder Kelp Nudeln.

Wheaty und Co.

Ich bin ehrlich gesagt kein Freund von „ich esse kein Fleisch, aber auf Wurst und Schnitzel will ich trotzdem nicht verzichten“. Die Stände von Wheaty oder Muscolo Di Grano haben mich überhaupt nicht überzeugt. Ich denke, dass das Zeug mindestens genauso schlecht und fettig ist, wie normales Fleisch.

Vegane Ernährung ist nicht gleich gesunde Ernährung

Eins hat mir der Besuch der Veggie Expo gezeigt: Sich vegan zu ernähren, heißt noch lange nicht, sich gesund zu ernähren. Ich weiß nun, was Attila Hildmann immer mit dem „Pudding Veganer“ meint.

Ich wurde immer zum Probieren eingeladen und bei den Schokoladen, die ich gekostet habe, war immer Zucker drin. Als ich sagte, dass ich keinen Zucker mehr essen möchte, wurde ich teilweise erstaunt angeschaut, so als wäre Zucker in Schokolade das normalste der Welt.

Dörrautomat ersetzt einiges

Wir haben nun seit einigen Wochen unseren Dörrautomaten und ich muss sagen: Viele Sachen wie Power Riegel oder Fruchtschnitten, die wir heute gesehen haben, kann ich selbst herstellen. Ich möchte bald Fruchtschnitten für Nepomuk herstellen und ich glaube, dass ist mit Dörrautomat sehr einfach.

Ich bin so froh, dass wir den Dörrautomat von Sedona gekauft haben. Ich kann so viele Sachen selber machen und das spart auf Dauer doch einiges an Geld, denn so Fruchtschnitten kosten ja doch einiges, wenn man nicht die ganz billigen kaufen möchte.

Mein Fazit

Dank leckerem Eis, der Entdeckung vom Café Glückskost und dem Kauf der Linsen Nudeln und des Buches „Raw For Life“ hat sich der Besuch für uns schon gelohnt. Ich hoffe, dass nächstes Jahr einfach weniger Weizen und Sojaanbieter vertreten sind und mehr Rohkostvertreter. Besuchen werde ich die Veggie Expo 2016 auf jeden Fall.

 

 

 

 

23Mrz/15

Buchempfehlung: Ein guter Start ins Leben

Ein guter Start ins LebenHeute möchte ich über das Buch „Ein guter Start ins Leben“ von Magda Gerber schreiben, auf das ich durch Zufall gestoßen bin. Vor einigen Monaten habe ich mit der Recherche zum Konzept von Maria Montessori begonnen. Ihre Einstellung „Hilf mir es selbst zu tun“ erschien mir im Bezug auf die Erziehung meines Sohnes die richtige zu sein. Ich fing an Bücher zu lesen, trat speziellen Facebook Gruppen bei und durchforstete verschiedene Blogs und Internetseiten.

Bei der Recherche merkte ich schnell, dass dieses Konzept für uns erst richtig in Frage kommt, wenn Nepomuk mindestens 15 Monate alt wird. Vorher gibt es zwar Tipps und Überlegungen, aber etwas wirklich brauchbares war nicht dabei. Das Buch „Montessori von Anfang an“ hat mich im Bezug auf Tipps und Beispiele für Säuglinge überhaupt nicht überzeugt. Der Titel ist für mich eher irreführend, denn die richtigen Tipps gibt es eben erst für Kinder ab 12 bis 15 Monaten.

Durch Zufall habe ich in einer der Facebook Gruppen von Emmi Pikler erfahren, über die ich auch schon mal in einem früheren Blogbeitrag geschrieben habe. Nachdem ich Emmi Pikler gegoogelt hatte und auf einige interessante Seiten gestoßen bin, wusste ich, dass ihr Konzept besser zu unserer aktuellen Lebensphase passte, als Maria Montessori.

Zum Einstieg entschied ich mich für das Buch „Ein guter Start ins Leben“ von Magda Gerber und Allison Johnson. Natürlich hatte ich mir auch Bücher von Emmi Pikler bestellt, aber ich beschloss mit diesem Buch anzufangen.

Informationen zur Autorin

Laut dem Arbor Verlag lernte „Magda Gerber die Arbeit von Emmi Pikler als betroffene Mutter kennen und war von der Art und Weise, wie diese sich ihrer Tochter widmet, so angetan, dass sei sich auch nachdem ihre Kinder schon größer waren, intensiv mit dem Lóczy und seinem Ansatz zum Leben mit Säuglingen und Kleinkindern auseinandersetzte und als Assistentin von Dr. Emmi Pikler arbeitete. In den 50er Jahren wanderte sie nach Amerika aus und auch dort widmete sie sich weiter ihrem neuen Interessengebiet und half einem Kinderarzt bei der Etablierung eines Programms für entwicklungsverzögerte Kinder. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie schließlich gemeinsam mit demselben Kinderarzt die Organisation „Resources for Infant Educarers“ (RIE), eine Einrichtung mit Sitz in Los Angeles, die eine Form von Mutter-Kind-Gruppen entwickelt hat, in denen sie die grundlegenden Erkenntnisse von Dr. Emmi Pikler an interessierte Eltern weitergibt.“

Kurzbeschreibung des Buches

„Die Bedürfnisse von Babys und Eltern erfüllen – und dabei nicht ausgelaugt, sondern glücklich sein. Wer möchte das nicht? Magda Gerber beschreibt in ihrem neuen Buch anschaulich den Schlüssel, der Eltern dabei helfen kann, ihre Kinder angemessen zu begleiten und in der Beziehung mit ihnen sich selbst besser kennenzulernen: Es ist der respektvolle Umgang mit dem Baby von Anfang an.

In vielen Beispielen, von den alltäglichen Pflegesituationen bis zum freien Spiel, zeigt sie, wie Eltern liebevoll für ihre Kinder sorgen und ihnen gleichzeitig Raum für ihre eigenständige Entwicklung geben können. Sie schildert, wie Eltern die Zeichen ihrer Kinder verstehen lernen und in langsamer, respektvoller Zuwendung Kooperation und Austausch erleben.“

Aufbau des Buches

Das Buch selbst ist in drei Teile gegliedert, die wiederum wieder in Kapitel und Unterkapitel aufgeteilt sind.

Im ersten Teil „Wie RIE ihrem Baby nutzen kann“ stellt Magda Gerber die Entstehung des RIE und die Grundprinzipien dieses pädagogischen Ansatzes dar.

Der zweite Teil widmet sich den „ersten Monaten des Lebens – von der Geburt bis zu den ersten Schritten“ und bildet mit fünf Kapiteln den größten Abschnitt des Buches.

Im dritten und letzten Teil befasst sich die Autorin mit der „Zeit des Laufenlernen“, das jedoch nicht nur das laufen an sich thematisierst, sondern auch die langsame Trennung von Kind und Erwachsenen, die durch die wachsende Unabhängigkeit entsteht.

Zusammenfassung des Teil I

Neben dem eigenen Werdegang von Magda Gerber und der Entstehungsgeschichte des RIE wird im Teil I intensiv auf die Grundprinzipien der RIE Philosophie eingegangen, diese sind neben dem Respekt gegenüber dem Kind die Grundpfeiler für das ganze Buch und werden in den einzelnen Kapiteln immer wieder erwähnt.

Die Grundprinzipien sind:

  • Grundvertrauen in das Kind als Initiator, als Forscher und als jemanden, der von sich aus lernt
  • Eine Umgebung für das Kind, die physisch sicher, kognitiv anregend und emotional annähernd ist
  • Zeit für nicht unterbrochenes Spielen
  • Freiheit zu forschen und mit anderen Kindern zu interagieren
  • Beteiligung des Kindes an allen Aktivitäten der Pflege, sodass das Kind eher aktiver Teilnehmer als passiver Empfänger wird
  • Einfühlsames Beobachten des Kindes, damit man seine Bedürfnisse versteht
  • Konsistentes Handeln der Eltern und klar definierte Grenzen und Erwartungen, damit sich das Kind orientieren kann.

Auf jedes der Prinzipien geht die Autorin im Detail nochmals ein und zeigt anhand von Beispielen, wie ich als Mutter diese Theorie in die Praxis umsetzen kann.

Generell fand ich die vielen Beispiele und Erfahrungen aus ihrer Mutter-Kind-Gruppe als sehr hilfreich und anregend, sodass ich auch als Nicht-Pädagoge einen starken Nutzen aus dem Buch ziehen kann.

Zusammenfassung des Teil II

Im Teil II geht Magda Gerber in der Entwicklung vom Neugeborenen bis hin zum Baby, dass mobil wird, auf verschiedene Aspekte der Erziehung ein und widmet sich in den Unterkapiteln verschiedenen Schwerpunkten.

Für mich waren die Kapitel „Ihr neugeborenes Baby“, „Die neugeborenen Eltern“ und „Für gute Betreuung sorgen“ eher nicht so interessant, weil Nepomuk natürlich mit sechs Monaten kein Neugeborenes mehr ist und wir auch für die nächsten zwei Jahre keine Betreuung für ihn benötigen. Sollte ich jedoch wieder schwanger werden, dann sind besonders die zwei erstgenannten Kapitel ein Muss für mich.

Durch die vielen Beispiele und Anregungen aus der Praxis konnte ich für mich viel nützliches mitnehmen und mit Nepomuk ausprobieren. Vielleicht liegt es an seinem Alter, vielleicht aber auch daran, dass ich ihm sehr viele Freiheiten lasse und kaum noch in sein Spiel eingreife, aber in den letzten Wochen hat er so viele Fortschritte gemacht, die ich bei anderen Kindern in seinem Alter so noch nicht gesehen habe.

Ich gebe zu, dass es nicht leicht ist, sich als Mutter zurückzunehmen und einfach nur auf dem Teppich zu sitzen und Nepomuk beim spielen zuzuschauen, aber durch dieses Beobachten habe ich ihn mittlerweile viel besser kennengelernt und lasse ihn nun Dinge ausprobieren, wo ich früher oder ohne das Buch vielleicht eingegriffen und aus reinem „gut meinen“ geholfen hätte.

Es fällt manchmal schwer, nicht zu helfen. Zum Beispiel möchte er sich jetzt immer hochziehen und schafft es nicht. Dann ist er genervt und „schimpft“ vor sich hin. Ich könnte ihm natürlich jetzt helfen und unterstützen, aber dann würde ich ihm das Gefühl, dass er etwas ganz allein geschafft hat, nehmen und vielleicht frustrieren.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich Situationen, bei denen ich als Mutter zwischen dem im Buch empfohlenen und meinem intuitiven Handeln entscheiden muss. So steht im Buch, dass der Kleine beim Wickeln nicht aktiv mit einem Spielzeug abgelenkt werden soll, sondern diesen „Pflegeprozess“ zusammen mit mir erleben soll. Wir haben auf unserer Wickelablage, aber die Wattepads zum reinigen liegen, die sich Nepomuk immer nimmt, wenn er auf der Wickelablage liegt. Ich lasse das zu, denn er hat null Interesse beim Wickeln mit mir zu interagieren. Ich kann damit leben und Nepomuk kann damit leben. Warum sollte ich das ändern?

Ich hatte schon erwähnt, das mich das Buch sehr beeinflusst und ich sehr viel nützliches daraus gezogen habe. Hier sind noch ein paar Beispiele, wie ich versuche die Erkenntnisse im „realen Leben“ anzuwenden.

Nach dem ich das Kapitel „Ankündigen, was sie als Nächstes tun“ gelesen und mein bisheriges Handeln gegenüber meinem Sohn kritisch hinterfragt habe, erzähle ich Nepomuk nun immer, was wir als nächstes tun. Hat er in die Windeln gekackt, nehme ich ihn nicht einfach nur hoch und wickle ihn mechanisch, sondern frage ihn, ob ich ihn wickeln darf, weil er sich dann besser fühlt. Beim Wickeln selbst, ebenso beim Waschen und beim Anziehen erzähle ich ihm jeden Schritt. Das ist natürlich mehr Aufwand und ab und an vergesse ich es auch und muss mich immer selbst ermahnen, aber ich denke, es bringt wirklich was. Ein Baby ist keine Puppe oder ein unfertiges Ding, sondern ein Mensch, der genauso viel Respekt verdient, wie jeder andere mit dem ich zu tun habe.

Das Kapitel „Den Kindern ihr eigenes Leben lassen“ war für mich ein wichtiges Kapitel. Mir liegt sehr am Herzen, dass es Nepomuk gut geht und das wir viel von dem tun, was ihm Spaß macht. Sicher ist es gut, dass Kinder am liebsten zuhause spielen, aber bei uns habe ich schnell gemerkt, dass Nepomuk es liebt an die frische Luft zu gehen. Wenn das Wetter schön ist, setze ich ihn in seine Babyschale und er beobachtet alles: Bäume, Autos, Fahrräder, Menschen. Er ist so fasziniert, dass er mich kaum anschaut, sondern lieber Kirchentürme oder Maibäume bestaunt. Wenn er mal nicht weiß, was er möchte und vor sich hin quengelt, muss ich nur sein Fell oder jetzt die Jacke holen und er freut sich, weil er weiß, dass wir rausgehen.

Neben den Spaziergängen ist der Kontakt mit anderen Kindern sehr wichtig für Nepomuk. Er liebt es anderen Kindern beim Spielen zu zusehen, sie anzufassen oder neues Spielzeug auszuprobieren. Warum sollte ich dann zuhause sitzen, wenn es tolle Babytreffs in unserer Umgebung gibt. Für ihn und für mich ist das immer eine tolle Zeit, weil er dann mit anderen Babys und ich mit anderen Müttern in Kontakt kommen.

Der Teil II war für mich der Abschnitt mit dem größten Mehrwert. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich nun das Buch zu spät gelesen habe, auch wenn ich mich manchmal ärgere, dass ich mich in der Schwangerschaft noch nicht mit diesem Thema beschäftigt habe. Aber als Schwangere ist man von Erziehungskonzepten meilenweit entfernt.

Zusammenfassung Teil III

Den dritten Teil konnte ich fast nur theoretisch nutzen, denn Nepomuk kann weder laufen noch sprechen und auch von einer Trotzphase ist er noch weit entfernt. Trotzdem konnte ich mir schon jetzt mal ein Bild machen, was wohl bald auf mich zukommen wird und die Tipps, die Magda Gerber in ihrem Buch gibt, werde ich sicher noch öfter nachlesen, um dann intuitiv zu entscheiden, ob ich diesen folge oder Situationen anders meistere.

Mein Fazit

Ich kann das Buch nur empfehlen und schließe mich den positiven Bewertungen auf Amazon an. Es ist ein tolles, kurzweiliges Buch mit vielen Beispielen aus der Praxis.

Magda Gerber hat mit ihrer Einstellung und ihrer Philosophie bei mir voll ins Schwarze getroffen und mich in einigen Bereichen zum Umdenken gebracht.

Dass Nepomuk sich aktuell so toll und schnell entwickelt, liegt sicher nicht nur an meinem Umdenken oder an dem Buch, aber ich glaube, dass dieses Buch doch zu einer gewissen Entspannung bei mir geführt hat, die nun natürlich auch Nepomuk spürt.

Wie bei vielen anderen „Ratgebern“ passt natürlich nicht alles und wenn ich den Satz „Jedes Kind kann schlafen lernen“ lese, dann jagt es mir doch einen Schauer über den Rücken und ich runzle kurz die Stirn. Aber zu 90 % ist es ein tolles Buch und ich bereue den Kauf und die investierte Zeit zum Lesen nicht.

Das Buch ist auf jeden Fall ein toller Einstieg, wenn man sich für Emmi Pikler und später Maria Montessori interessiert. Schade, dass ich es erst jetzt entdeckt habe, aber vielleicht habe ich noch mal das Glück und kann dieses Konzept von Geburt an verwenden.

 

15Mrz/15

Buchempfehlung: Vegan For Fit

Nach dem ich in einem früheren Blogbeitrag schon einmal über meine Vegan For Fit Challenge geschrieben habe, möchte ich nun näher auf das Buch „Vegan For Fit“ eingehen.

Aufmachung des Buches

Rezepte aus Vegan For FitDas Buch habe ich mir schon im Sommer 2014 gekauft, weil ich während der Schwangerschaft so gar keine Lust auf Fleisch und Fisch hatte. Hochschwanger im Mutterschutz hatte ich dann Zeit einige Gerichte aus dem Buch auszuprobieren und war sehr begeistert.

Das Buch „Vegan For Fit“ macht auf den ersten Blick durch sein Hardcover einen hochwertigen Eindruck. Dieser Eindruck bestätigt sich, wenn man das Buch durchblättert. Die Bilder zu den Rezepten sind meiner Meinung nach spitzenmäßig und machen Lust aufs Kochen.

Das Buch umfasst zudem ein separates Heft in dem 40 Teilnehmer der Vegan For Fit Challenge über sich und ihre Erfolge berichten. Für mich waren diese Infos und die YouTube Videos, die ich im Internet gefunden habe, Ansporn genug, es auch mal selbst zu probieren.

Zum Anschauen ist das Buch super, zum Einkaufen eher nicht, es ist doch sehr schwer. Aber dafür hat Attila Hildmann ja eine App auf den Markt gebracht, mit der das Einkaufen super einfach ist. Bevor ich weiter auf den Inhalt und die Rezepte eingehen möchte, hier nochmal die Rahmendaten des Buches:

  • Preis: 29,95 EUR
  • Seiten: 263
  • Maße: 24,5 x 2,7 x 29 cm

Das Buch gibt es als Hardcover oder als Kindle Edition. Ich würde bei Kochbüchern aber immer das Hardcover vorziehen. Aber das ist meine Meinung. 🙂

Grund und Start für die Challenge

Richtig begonnen habe ich mit der Vegan For Fit Challenge am 01.01.2015. Ich hatte in der Vorweihnachtszeit zu viel Junk Food und Süßigkeiten gegessen und fühlte mich in meinem Körper einfach unwohl. Mein Körper war aufgedunsen und ich ständig müde. Da ich ab 01. Januar sowieso vegan leben wollte, entschied ich mich für den Einstieg für die Challenge. 30 Tage schienen mir kurz genug, um mal was neues auszuprobieren und lang genug, um fit zu werden.

Das ich die ersten 30 Tage nicht nur vegan, sondern auch gleichzeitig ohne Zucker, Weißmehl, Kaffee und Alkohol leben sollte, war für mich eine spannende Herausforderung. Gerade beim Verzicht auf Weißmehl war ich skeptisch und befürchtete schlimmste Heißhungerattacken, die mich schon seit Jahren verfolgen.

Vorbereitung ist alles

Das Buch holte auch mich als Nicht-Veganer super schnell ab. Der Autor Attila Hildmann gibt viel Wissen und Hintergrundinfos zum Start mit. Ich habe mich zum Beispiel immer gefragt, warum es im Alnatura ein extra Schild mit der Aufschrift „Superfonds“ gibt und von Matcha hatte ich sowieso keine Ahnung.

Der erste Einkauf war dann aber gar nicht so anstrengend und dank der Tatsache, dass ich in München wohne und mein Viertel über ausreichend Bioläden verfügt, konnte ich alles für die ersten Tage kaufen. Ehrlicherweise muss man sagen, dass die Basis mit Matcha, Mandelmus, Cashewmus oder Agavendicksaft doch teurer ist, als die Lebensmittel im Discounter. Dafür habe ich dann das Obst und Gemüse bei Lidl oder Edeka gekauft.

Die Rezepte

Da ich vorher kaum gekocht habe, kann ich nicht sagen, ob die Rezepte im Vergleich zu normalen „Fleischgerichten“ leichter oder komplizierter waren. Für mich selbst waren sie super einfach. Jedes Rezept ist super erklärt und seit neuestem gibt es eine App, wo man sein Buch freischalten kann und dort die Mengenangaben eines Rezeptes hoch- oder runter rechnen kann. Für mich war die App ein Segen, denn ich musste für meine Eltern, die zu Besuch waren mitkochen und das immer im Buch hochzurechnen war mir zu kompliziert.

Die Rezepte sind in zwei Kategorien eingeteilt:

  • Rezepte der Stufe 1 sind die Gerichte, die man bis 19:00 Uhr essen kann.
  • Rezepte der Stufe 2 sind alle Gerichte, die man nur bis 16:00 Uhr essen sollte, wenn man Gewicht verlieren möchte.

Ich selbst habe in den 30 Tagen nur Rezepte der Stufe 1 gekocht und muss sagen, dass die gut gesättigt haben. Die Rezepte sind so gestaltet, dass es unmöglich ist, Heißhunger zu bekommen.

Wie in jedem Kochbuch gibt es wohl einfachere und schwerere Gerichte. Ich habe mit den einfachen, wie Zucchini Lasagne oder Low Carb Pizza begonnen. Letztendlich hatte ich aber bei keinem der ausprobierten Rezepte das Gefühl nicht mit der Anleitung klar zu kommen.

Vegan For Fit - Zucchini Lasagne Low Carb Pizza Matcha Shake mit viel Obst Zucchini Spaghetti mit Avocaoda-Basilikum Pesto

Das Equipment

Da in dem Buch alles selbst zubereitet wird, ist es wichtig das passende Equipment zu haben. Folgende Dinge kann ich wirklich jedem empfehlen. Sie erleichtern die Zubereitung der Gerichte ungemein. Auf so teure Sachen wie einen High-End Mixer oder ein Dörrautomat habe ich während der Challenge verzichtet.

Spiralschneider

Wenn ihr die Zucchini Spaghetti, die wirklich sehr geil schmecken, ausprobieren wollt, dann kommt ihr um die Anschaffung eines Spiralschneiders nicht herum. Ich habe mich damals für den Spiralschneider von Lurch entschieden und bin sehr zufrieden damit. Wenn ihr keine Lust mehr auf Zucchini Spaghetti habt, dann könnt ihr mit diesem Gerät auch Rote Beete, Kohlrabi oder Möhren Spaghetti zubereiten.

Zerkleinerer statt Mixer

Zugegeben ich habe mir nie einen Mixer angeschafft, da ich einen Pürierstab hatte. Als ich aber das Low Carb Sushi gemacht habe und dachte beim raspeln der Pastinaken (für den Pastinakenreis) sterben zu müssen. Da ich von dem Sushi begeistert war, aber kein Bock auf das langwierige raspeln hatte, entschied ich mich für einen Zerkleinerer von Moulinex. Der kostet nicht die Welt und ist perfekt für mich. Ich konnte mit ihm schon alles häkseln, auch Datteln oder getrocknete, in Öl gelegte Tomaten schafft er locker. Mittlerweile nutze ich ihn auch für die Zubereitung meiner Mandelmilch und dem Zerkleinern des Babybrei für meinen sieben Monate alten Sohn. Sicher, wenn man einen richtigen Mixer hat, ist das vielleicht kein Vergleich, aber für mich als Einsteiger reicht er bis heute.

Stabmixer

Bei der Challenge bin ich mit einem handelsüblichen Stabmixer von Siemens (300 W) an den Start gegangen und der reicht in Kombination mit dem Zerkleinerer super aus. Für die Zubereitung der Matcha Shakes ist er perfekt.

Küchenwaage

Die Küchenwaage ist bei uns genauso im Dauerbetrieb wie der Moulinex Zerkleinerer. Hier arbeite ich mit einer Low Budget Küchenwaage von Beurer und das reicht vollkommen aus.

Gerade als Neueinsteiger würde ich erstmal langsam mit dem Equipment starten, denn die Gerichte sind so easy, dass die oben genannten Dinge wirklich ausreichen. Zum Start der Challenge hatte ich keinen Dörrautomaten, den brauch man auch gar nicht. Mittlerweile habe ich einen und den liebe ich. Das liegt aber daran, dass ich nun zu 50 % auf Rohkost umgestiegen bin und da ist ein Dörrautomat absolut notwendig, wenn man nicht nur Salat essen möchte. 🙂

Kapitel zu sportlichen Aktivitäten

Attila Hildmann hat im Buch mit dem Kapitel „Der Parcours“ auch Anreize für sportliche Aktivitäten gegeben. Den Parcours habe ich ehrlich gesagt überblättert und bin stattdessen jeden Morgen ins Fitnessstudio gegangen. Wenn du auf so einen Mist wie Zucker oder Weißmehl verzichtest, dann hast du spätestens am 8. Tag einen Energieschub, dass es dir leicht fällt, morgens um 6 Uhr im Studio zu trainieren.

Kapitel zu Superfoods

Dieses Kapitel habe ich verschlungen. Am Anfang war mir zwar nicht klar, was mit Superfoods gemeint ist, aber mittlerweile bin ich ein Fan von Superfoods.

Attila Hildmann geht in seinem Buch auf folgende Superfoods und deren Wirkung ein:

  • Amaranth (gepoppt super für Joghurt)
  • Beeren (gehen immer)
  • Grüner Tee (während der Challenge am Tag 1,5 l Tee trinken. Das dämpft das Hungergefühl)
  • Knoblauch (kommt in den Rezepten genügend vor)
  • Kohlgemüse (Besonders das Rezept „Blumenkohl Crunchy “ ist der Hammer)
  • Kurkuma (färbt zum Beispiel Tofu schön gelb, sodass es schmeckt und aussieht wie Rührei)
  • OMEGA-3-Fettsäuren (Meine Lieblinge mittlerweile: Mandeln und Avocados)
  • Quino (Super lecker und super sättigend)
  • Resveratrol (kommt in roten Trauben vor)
  • Schokolade (in dem Buch gibt es ein Rezept zum selber machen von Schokolade, die wirklich ein Traum ist)
  • Sojaprodukte (ich bin kein Fan von Soja, mittlerweile stelle ich mein Tofu aus Kichererbsenmehl her)
  • Tomaten (kommen oft und genügend in den Rezepten vor)
  • Zitrusfrüchte (klar die Vitamin C Bombe l

Ich habe in anderen Büchern noch weitere Superfoods gefunden, die ich nun regelmäßig in meinen Speiseplan einbaue:

  • Chia Samen (bindet Wasser und erhält die Konsistenz von Pudding. Passt perfekt zu Obst)
  • Maca Pulver (in der Rohkost Küche wird das häufig für das Verfeinern von Torten oder Schokocreme verwendet. Ich schmeiße es auch in den Matcha Shake von Attila)
  • Chlorella (Entzieht dem Körper Giftstoffe, besonders Schwermetalle. Nicht jeder verträgt das aber. Ich hatte am Anfang Kopfschmerzen, was aber auch auf ein Zeichen für Entgiftung sein kann)
  • Spirulina (Entgiftet ebenfalls den Körper)
  • Carob Pulver ( Wird in der Rohkostküche oft als Kakaoersatz verwendet. Ich liebe das Pulver und dessen Geschmack)

Ich denke das Thema Superfoods ist ein eigenes Kapitel für sich. Ich finde sie bereichern die Ernährung ungemein und haben zudem einen positiven Effekt auf den Körper, auch wenn ich mir das vielleicht nur einbilde.

Meine Tipps

Ich habe die Challenge die 30 Tagen durchgeführt und war in einer Facebook Gruppe in der auch viel über die Zutaten diskutiert wurde. Hier habe ich mal einige Tipps für dich zusammengetragen:

Mandelmus: Wenn du die Rezepte von Attila Hildmann machst, dann wird dir irgendwann das Mandelmus zu den Ohren herauskommen. Ich habe irgendwann angefangen auf das Mandelmus zu verzichten und entweder gar nichts oder Cashewmus verwendet.

Mandelmilch: Bisher hat mich im Handel keine Mandelmilch überzeugt. Mit meinem Moulinex Zerkleinerer stelle ich jetzt meine Mandelmilch selber her, da weiß ich auf jeden Fall was drin ist. Die Herstellung ist super einfach, als Basis verwende ich übrigens die Mandeln, die man in der Backabteilung kaufen kann. Bei Tengelmann kosten diese aktuell 1,69 EUR für 200 g, bei Lidl hingegen 2,19 EUR. Hier ist das Rezept für die selbstgemachte Mandelmilch.

Tofu: Ich finde Soja in Joghurt, Milch und als Tofu nicht toll. Am Anfang habe ich zwar immer das Tofu von Alnatura genommen, aber mittlerweile stelle ich es selber her. Auf dem Blog „Knusperkabinett“ habe ich das wirklich einfache Rezept zur Herstellung gefunden. Du musst nur Kichererbsenmehl und Wasser verrühren, kurz kaltstellen und fertig ist dein burmesisches Tofu, ganz ohne Soja-Gedöns.

Agavendicksaft: Nichts wurde in der Facebook Gruppe stärker diskutiert, als die Verwendung von Agavendicksaft. Es gab so viele Kontras, dass ich mich entschieden habe, einfach darauf zu verzichten. Ich verwende nun Reis- und Kokosblüten- und Ahornsirup. Aber am besten machst du dir selbst ein Bild.

Mein Fazit

Schön, dass du bis hier gelesen hast und ich hoffe ihr konnte dir ein paar Informationen vermitteln.

Ich bin Attila Hildmann sehr dankbar für das Buch „Vegan For Fit“, denn damit hat er den Einstieg in das vegane Leben so einfach gemacht. Das man nebenbei entschlackt, abnimmt und so viel mehr an Lebensgefühl gewinnt, macht das Buch fast unentbehrlich.

Nach den 30 Tagen Challenge bin ich bei der veganen Ernährung geblieben und habe sogar zu 50 % auf Rohkost umgestellt. Mittlerweile habe ich 9 kg abgenommen – für weniger als 90 Tage und ohne Hungern bin ich mehr als zufrieden.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mit der veganen Ernährung liebäugelt. Es ist eine Challenge für 30 Tage und danach könnt ihr immer noch entscheiden, ob ihr diese machen möchtet oder ob ihr euch lieber wieder normal ernährt. Attila ist kein Hardcore Veganer und zeigt, dass man mit veganer Ernährung nicht dürr, blass oder mangelernährt ist. Ich selbst war vor kurzem beim Arzt und habe ein Blutbild machen lassen. Das Ergebnis: Alles super, selbst der Vitamin B12 Haushalt war perfekt. 🙂

Ich habe die 30 Tage und die Wochen danach meine Essgewohnheiten auf Instagram festgehalten. Wer sehen möchte, wie vielseitig die vegane Ernährung ist, kann sich hier ein Bild davon machen: https://instagram.com/taffmother/

Hier ist noch eine kleine Vorschau für das Buch:

So sehen die Gerichte dann aus, wenn sie vom Buch auf den Teller kommen:

Zucchini-Spaghetti mit Bolognese Auberginenschiffchen Mexican Brokkoli mit Zitronen-Mandel-Creme

Zucchini-Spaghetti Bolognese

13Mrz/15

So läuft der Fabi Kurs „Gemeinsam wachsen“

Nepomuk geht auf TuchfühlungEher durch Zufall bin ich bei der Fabi in München auf den Kurs „Gemeinsam wachsen – die Welt begreifen“ gestoßen.

Ich war von November bis Ende Januar mit Nepomuk in einem PEKiP Kurs. Da ich mit dem Kurs und der Leiterin nicht zufrieden war, habe ich mich nicht gleich für den Folgekurs angemeldet, sondern wollte in einen anderen PEKiP Kurs, zu einer anderen Leiterin. Dieser war aber überbucht, sodass ich erstmal auf die Warteliste gerutscht bin.

In der Zwischenzeit habe ich mich bei der FABI nach anderen Kursmöglichkeiten für Nepomuk umgeschaut und bin auf den Kurs „Gemeinsam wachsen“ gekommen.

Der Kurs trug die Überschrift: Gemeinsam wachsen – die Welt begreifen und wurde so beschrieben:

„Sie untersuchen alles begeistert mit Hand, Fuß und Mund. Wiederholungen werden bewusst eingesetzt. Die Kinder wollen „Bewirker“ sein. Sie möchten sich mit ihrer spannenden Umwelt vertraut machen, wollen sie begreifen, auf sie einwirken, Zusammenhänge und Regeln erkennen – und das selbstbestimmt. Es zu wollen, aber noch nicht zu können, macht es Kleinen wie Großen nicht immer leicht. Liebevoller Zuspruch fördert das Lernen. Informationen über die Entwicklungsschritte bereichern den Austausch.“

Nach meinen eher negativen Erfahrungen mit PEKiP hatte ich ehrlich gesagt keine allzu großen Erwartungen und dachte mir, dass es eben wie in PEKiP ein bisschen Chi-Chi gibt, aber was neues lernt man eh nicht. Als dann auch noch die erste Kurseinheit wegen Krankheit abgesagt wurde, hatte ich schon keine Lust mehr. 🙁

So verging also eine Woche und am 03. März standen Nepomuk und ich frühmorgens um 09:00 Uhr in der FABI in Neuperlach auf der Matte. Als wir die Trainerin, Britta Ebert, kennenlernten, ist bei uns sofort der Funke übergesprungen. Ich habe mich sofort wohlgefühlt und wusste, dass der Kurs super wird. Warum ich jetzt Britta sympathischer finde, als die ganzen PEKiP Uschis kann ich nicht sagen. Es ist so ein Bauchgefühl und mein Bauch irrt sich nie. Aber zurück zum Kurs.

Nach und nach kamen die Mamas mit ihren Kindern und ein Wiedersehen mit einer PEKiP Teilnehmerin gab es auch, was mich sehr gefreut hat. Gleich zu Beginn hat uns Britta über das Konzept von „Gemeinsam wachsen“ aufgeklärt und uns erzählt, dass es auf die Gedanken von Emmi Pikler aufbaut. Genau die Emmi Pikler, deren Bücher ist gerade lese und die die „Baby Variante“ von Maria Montessori bildet.

Abgrenzung zu PEKiP

Diese Kursreihe wurde speziell von der FABI vor ca. 10 Jahren ins Leben gerufen und gibt es, wie PEKiP, für das komplette 1. Jahr eines Baby. Das ist dann aber (Gottseidank) schon die einzige Gemeinsamkeit mit PEKiP. Während bei PEKiP das Baby als eine Art Dauerbaustelle und dezifitäres Wesen angesehen wird, verfolgt der Kurs „Gemeinsam wachsen“ eine respektvollere Umgangsweise mit dem Baby. Die Mütter nehmen sich hier bewusst zurück und lassen die Kinder Dinge versuchen und ausprobieren.

Meiner Meinung nach ist das viel intensiver und anstrengender, als ständig vor dem Baby rumzuhopsen und es zum „auf den Bauch drehen“ oder zum krabbeln zu animieren, wie ich es aus PEKiP gewohnt war und bin.

Der Kurs an sich

Nepomuk ertastet die WeltDen Babys bleibt zwar viel Raum für Erkundungen und erste Begegnungen, aber unorganisiert ist der Kurs noch lange nicht. Gleich in der ersten Stunde haben wir von Britta einen Zettel mit Kinderliedern bekommen, die wir nun jede Stunde vorsingen.

Bei der zweiten Kurseinheit erhielt jede Mutter ein Infoblatt über das Thema „Schlafen und Wachen“. Dort wurde unter anderem die Notwendigkeit des REM-Schlafes aufgeführt oder wie man eine gute Schlafumgebung vorbereitet. Nebenbei wurde auch noch das Schlafprogramm nach Ferber kritisch bewertet. Ich selbst halte rein gar nichts von Schlafprogramm und fand es erbärmlich, als vor einer Woche die PEKiP Leiterin einer Mutter erzählte, dass die ersten drei Nächte bei der Methode schlimm wären, aber danach würde sich das Kind schon dran gewöhnen. Als ich das gehört habe, musste mich echt zusammenreißen, um nicht zu sagen, dass sie mit ihren 80er Jahre Müll aufhören soll. Aber da war PEKiP endgültig für mich gestorben, aber das Thema werde ich mir in einem separaten Blogbeitrag vornehmen.

Zurück zum Kurs „Gemeinsam wachsen“: Ich finde die Kursleiterin macht sich wirklich Gedanken zu jeder Kursstunde. Zudem vermittelt sie uns viel Wissen und macht auf mich einen sehr kompetenten Eindruck.

Wenn man sich an Emmi Pikler erinnert und das man Babys immer mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen sollte, dann vermittelt das Kursleiterin Britta in einmaliger Weise.

Baby Kontakte und viel Tastsinn

Nepomuk auf KörperkontaktGanz toll finde ich, dass die Kleinen so frei miteinander rumturnen können. Ich finde auch die Mütter super, die das so mitmachen und ihren Kindern freien Lauf lassen. Nepomuk ist während der ersten halben Stunde überhaupt nicht bei mir, sondern turnt bei anderen Kindern rum. In der letzten Kurseinheit ist er tatsächlich zu einer anderen Mutter gekrabbelt und hat sich von ihr hochnehmen lassen. Dann hat er mich angeschaut, sich gefreut wie ein Schnitzel und ist dann wieder weitergekrabbelt.

Neben der sozialen Interaktion bekommen die Kinder auf viele Möglichkeiten Dinge zu testen. So gibt es verschiedene Matten mit verschiedenen Oberflächen, um den Babys zu zeigen, welche Variationen an Oberflächen es gibt.

Natürlich müssen wir aufpassen, dass sich die Kinder nicht aus Versehen gegenseitig verletzten oder das die Babys immer in Sicherheit sind, aber sonst sitzen wir nur da und beobachten die Kleinen. Das klingt jetzt sehr apathisch, ist aber wirklich toll. Zuhause sitze ich meist mit einer Tanne Tee im Wohnzimmer und beobachte Nepomuk beim spielen und erforschen. Das sagt mir mehr über ihn, als ich es bei einem „Animationsprogramm“ rausfinden könnte.

Mein Zwischenfazit

Vielleicht ist es noch zu früh für eine eindeutige Empfehlung, aber ich bin schon nach der zweiten Kurseinheit so von dem Kurs überzeugt, dass ich mich jetzt schon für den Folgekurs „Gemeinsam wachsen – Die Welt entdecken“ angemeldet habe. Ich fühle mich mit Nepomuk so richtig in diesem Kurs und mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich sehe, wie sehr es der Kleine liebt, mit anderen Babys zu spielen oder einfach nur rumzukrabbeln und Spielzeug in den Mund zu nehmen.

Ich lerne durch Emmi Pikler jeden Tag dazu und ich versuche meinen Sohn mit dem größtmöglichen Respekt zu begegnen, der mir möglich ist. Er ist mein Sohn, er ist ein Baby. Er ist keine Baustelle an der ich rumschrauben muss. Er allein bestimmt, wann er sich auf den Bauch dreht, wann er krabbelt, wann er schlafen möchte und wann er mit der Mama kuscheln möchte. Mein Job ist es ihm die Geborgenheit und Sicherheit zu geben, die er benötigt und ihm zu helfen zu einem Kind mit gesundem Selbstbewusstsein und einem guten Selbstwertgefühl heranzureifen.

 

 

28Feb/15

Buchempfehlung: Raw Soul Food

Paradise Cake

Paradise Cake

Nachdem ich mich nun seit 01. Januar vegan ernähre und seit Mitte Februar vorwiegend der Raw Food Küche zu wende, möchte ich heute in meiner ersten Empfehlung das Buch „Raw Soul Food“ vorstellen.

Mittlerweile gehe ich regelmäßig im Veganz einkaufen und nach jedem Einkauf gönne ich mir im Bistro „Max Pettchen“ einen Getreidekaffee mit Mandelmilch zum mitnehmen. Auf der Glasvitrine des Restaurants liegen immer diverse Flyer und Broschüren rum. So auch der Flyer vom Buch Raw Soul Food. Da ich mich aufgrund der veganen Ernährung nun auch für die rohköstliche Küche interessiert habe, nahm ich den Flyer mit.

Ein paar Tage später habe ich dann zuhause mal im Internet nach dem Buch recherchiert und bin prompt auf eine Rezeptprobe des Paradise Cake gestoßen. Das Rezept klang so lecker und einfach, dass ich das Buch gleich bestellt habe. Dazu auch die Zutaten Erdmandelflocken und Kokosmus.

Tirawmisu

Tirawmisu

Ich war so begeistert von dem Rezept, dass ich gar nicht die zwei Tage der Lieferung abgewartet habe, sondern gleich am nächsten Tag in den Alnatura und Vollcorner stürmte und mir die besagten Zutaten kaufte. Den Rest hatte ich alles vorrätig und dank der Rezeptprobe konnte ich den Paradise Cake gleich „backen“. Vom Ergebnis war ich begeistert. So einen geilen Kuchen hatte ich schon lange nicht gegessen.

Als ich dann das Buch ein paar Tage später hatte, fing ich an die Rezepte auszuprobieren. Vom rustikalen Bauernsalat mit Senfdressing über Buchweizenknödel mit Schwammerlsoße und TiRawmisu habe ich so einiges probiert und finde das Essen total lecker.

Dafür, dass es sich um rohes Essen handelt, sind die Rezepte sehr einfach. Sicher brauch man einige Gewürze und Basics wie Nama Tamari, aber wenn man das mal hat, ist die Grundausstattung vorhanden und bis auf Obst und Gemüse muss man nicht mehr viel kaufen.

Rustikaler Bauernsalat

Rustikaler Bauernsalat

Ich selbst habe weder einen Hochleistungsmixer noch ein Dörrautomaten und trotzdem kann ich fast alle Gerichte ausprobieren. Beim Mixen hilft mir ein Zerkleinerer von Moulinex oder ein Pürierstab von Philipps. Das alles tut dem Geschmack keinen Abbruch und manchmal ist es dann eben nicht so fein püriert wie im Buch, aber schmecken tut es mir trotzdem.

Einige Rezepte habe ich schon ausprobiert und besonders die Kuchen haben es mir angetan. Hier also mein TOP Rezepte mit absolutem Suchtcharakter:

  1. Tirawmisu
  2. Paradise Cake
  3. Coconut-Kiss-Tarte mit Waldbeeren- und Himbeerfüllung
  4. Senfdressing (geht zu Salat oder purem Gemüse)
  5. Rustikaler Bauernsalat
Ratatouille

Ratatouille

Das Buch ist sehr abwechslungsreich und durch seine Rezepte und tollen Bilder sehr hochwertig gestaltet. Da es viele Rezepte gibt, bei denen kein Dörrautomat benötigt wird, ist das Buch auch super für Rohkosteinsteiger geeignet.

Die Gerichte sind relativ schnell zu „kochen“ und wenn man sich einmal die Grundausstattung verschiedener Gewürze geholt hat, hat man größtmögliche Flexibilität bei geringen Ausgaben.

Wer sich gern mal ein Rezept anschauen möchte, dem empfehle mit dem Paradise Cake anzufangen. Das kostenlose Rezept gibt es hier.

Das Buch mit 74 Rezepten von herzhaft bis süß und noch viele weitere Bewertungen von anderen Lesern gibt es natürlich auch auf Amazon: