Category Archives: Erfahrungsberichte

23Apr/17

In München: Markus Wasmeier Freilichtmuseum

Nachdem Nepo und ich die letzten Tage zuhause waren und er auch gestern nicht das Haus verlassen wollte, haben mein Freund und ich heute beschlossen, dass wir heute auf jeden Fall einen Ausflug machen wollen. Nepo wollte gestern Abend auf einen Bauernhof und so beschlossen wir zum Markus Wasmeier Freilichtmuseum an den Schliersee zu fahren. Continue reading “In München: Markus Wasmeier Freilichtmuseum” »

13Mrz/16

Der halbjährliche Kindersachenflohmarkt in Haidhausen

Gestern fand wieder der halbjährliche Kindersachenflohmarkt bei uns in Haidhausen statt. Ich bin seit Nepos Geburt ja ein leidenschaftlicher Flohmarktgänger geworden. Die Kleidung ist fast immer in einem sehr guten Zustand, es gibt viel Auswahl und ich fühle mich gut dabei, Kleidung nochmal ein zweites Leben zu geben. 🙂

Da Nepo gerade seine Backenzähne bekommt und vor sich hinfiebert, war die Nacht von Freitag auf Samstag sehr durchwachsen. Als ich um 7:20 Uhr aufwachte, ging ich ins Bad, machte mich fertig und um 8:30 Uhr ging ich zum ersten Flohmarkt, welcher von der Kindergruppe Haidhausen organisiert wird.

Der Flohmarkt in der Kindergruppe Haidhausen

Obwohl ich schon früh dran war, kamen mir schon Mütter mit vollbepackten Tüten entgegen. In den Räumlichkeiten ein Gedränge und ein Lärmpegel. Hola, die Waldfee. Das Tolle an der Kita: Es gibt keine einzelnen Stände, sondern alles wird zusammengelegt, mit Etiketten markiert und dann nach Größe sortiert. So konnte ich die Größen 50 – 74, die sich in einem separaten Raum befanden, getrost beiseite lassen. Ich konzentrierte mich auf das Regal mit 92 bis 98.

Es war der Frühjahrs- und Sommerflohmarkt und so langsam entwächst Nepo auch der 86. Ich glaube 92 bis 98 sind damit die perfekten Größen für Frühjahr, Sommer und Frühherbst. An Geld habe ich nur 40 EURO mitgenommen, weil ich die Preise kannte und der Überzeugung war, dass ich nicht ohne Ende einkaufen muss, sondern mich auf das konzentriere, was wichtig ist:

  • Ganz oben stand auf jeden Fall eine neue Matschhose, da die alte vom Oktober-Flohmarkt langsam zu klein wird.
  • Neben der Matschhose, wollte ich auch eine Regenjacke kaufen, damit wir wetterunabhängiger sind, aktuell hat er ja nur seine Winterjacke, einen Baumwoll-Overall und eine Skihose mit Jacke, die aber immer noch viel zu groß ist.
  • Auch wenn ich sonst kein Käufer von gebrauchten Schuhen bin, so habe ich doch Gummistiefel auf meine Wunschliste gepackt.
  • Jeans und eine Übergangsjacke wären auch noch toll.
  • Spielzeug wollte ich nur, wenn es was wirklich gutes zu einem vernünftigen Preis gibt.

Mein Fazit vom ersten Flohmarkt

Ich bin fündig geworden. Gleich im ersten Regal habe ich zwei tolle Jeans für Nepo gefunden. Schmalgeschnittene Hipster Jeans, wie sie mein Freund nennen würde. Dazu eine College Jacke für die Übergangszeit. Die Outdoor Kleidung war im Raum dahinter an Kleiderstangen aufgehängt. Nach Größe sortiert, wie im richtigen Laden. Dort konnte ich mich nicht entscheiden zwischen den vielen Matschhosen und noch mehr Regenjacken. Ich wählte dann eine dunkelblaue Matschhose und eine gelbe Regenjacke. Nach Gummistiefeln in passender Größe suchte ich allerdings vergeblich.

In dem Raum, in dem ich die Jeans und Jacke gefunden habe, wurde auch Spielzeug angeboten. Mein Blick fiel sofort auf die Nachziehente von BRIO. Das Ding wird im Spielraum von fast jedem Kind geliebt, aber so richtig überzeugen konnte sie mich nicht. Zumal Nepo schon so einen watschelnden Pinguin hat, den er vor sich her schieben kann. Ich war mir nicht sicher, ob und wie lange Nepo mit der Ente spielte und legte sie erstmal weg. Dann sah ich ein riesiges Holzpuzzle, aber konnte so gar nicht erkennen, ob das immer die gleichen Teile waren. Zumal es mit 11 EURO echt teuer im Verhältnis zu den Klamotten gekommen wäre. Dann sah ich ganz hinten ein einfaches Holzpuzzle mit Zirkusmotiven. Es kam 1 EURO und ich nahm es sofort mit.

Damit waren meine Einkäufe fürs erste abgeschlossen und ich verliess den Flohmarkt mit Sachen im Wert von 15,50 EUR.

Flohmarkt der Kindergruppe Haidhausen

Flohmarkt der Kindergruppe Haidhausen

Flohmarkt im Kolpinghaus

Glücklich und zufrieden ging ich über den Johannisplatz weiter zum Flohmarkt im Kolpinghaus. Mittlerweile war es 8:50 Uhr und ich wusste, dass sie erst um 08:45 Uhr die Türen öffneten. Trotzdem war schon eine Menge los. Es gab so viel Zeug. Viel für Mädchen und größere Kinder. Doch bei den Gummistiefeln wurde ich fündig. Ich zögerte noch, weil es die Größe 24/25 war und Nepo gerade 23 hat. Entschied mich dann doch für die Stiefel, denn reinwachsen wird er auf jeden Fall. Ein paar Stände weiter fand ich dann auch Stiefel in der Größe 23. Sie kosteten 1 EURO und ich nahm sie daraufhin mit.

Dann traf ich noch eine andere Mutter, die ich aus dem Café Glanz kannte. Sie erzählte mir, dass es einen Stand gibt, wo alles nur 2 EURO kostet und man nicht feilschen müsste. Ja, den Stand hatte ich gesehen und er war mir zu voll. Das Feilschen auf Flohmärkten ist eh nicht mein Ding. Das habe ich auf dem Großen Bazar in Istanbul gemacht, weil es dort ja irgendwie erwartet wird. Aber bei einem Kinderflohmarkt zu feilschen, ist wirklich nichts für mich.

Mein Fazit

Mit der Wahl der Gummistiefel war ich sehr zufrieden. Allerdings muss ich sagen, dass der Herbstflohmarkt für mich bisher immer besser war. Mit den gekauften Sachen haben wir bis jetzt noch unsere Freude und ich hoffe, dass wird mit den neuen Sachen auch so sein. In Summe hatte ich hier 6 EURO ausgegeben.

Kinderflohmarkt im Kolpinghaus

Kinderflohmarkt im Kolpinghaus

Wieder zuhause angekommen, zeigte ich Nepo ganz stolz das Holzpuzzle und er war sofort Feuer und Flamme. Bis abends spielte er immer wieder mit dem Puzzle. Die Gummistiefel habe ich dann gleich am Nachmittag sauber gemacht, damit wir sie bald anziehen können.

So gut ausgestattet, steht dem Naturtreff nichts mehr entgegen. 🙂

Der Termin für den nächsten Kindersachenflohmarkt ist übrigens der 22. Oktober 2016

Und hier nochmal meine Ausbeute:

Kleidung vom Flohmarkt

Kleiderausbeute für 20 EURO

 

 

Holzpuzzle vom Flohmarkt

Holzpuzzle für 1 EURO

 

In diesem Sinne: Einen guten Start in den Sonntag! 🙂

12Mrz/16

Ernüchterung bei gestriger Krippenbesichtigung

ZitatMariaMontessori

Gestern Abend haben wir uns zu dritt nochmals eine Kinderkrippe angeschaut und damit nochmals einen „Tag der offenen Tür“ genutzt. Obwohl wir uns schon zu 100% sicher sind, dass für uns nur eine Montessorikrippe in Betracht kommt, war der Besuch wichtig. Wichtig deswegen, weil mein Freund bisher ja nur Montessorikrippen gesehen hat und wichtig auch, weil wir gelesen haben, dass diese Krippe auch Elemente von Reggio Emilia mit im Konzept aufführt.

Wir waren nicht voreingenommen, sondern mehr neugierig wie die Krippe auf Nepo wirkt, ob die Pädagogen ihn ankommen lassen und ihn später auch erreichen. Wir waren interessiert, was den Krippenalltag anbelangt, wie die Räumlichkeiten gestaltet sind und wie stark das Thema „Bindung“ gelebt wird.

Die Räumlichkeiten

Es war schon spät, als wir die Krippe erreichten und viele Eltern waren schon weg. Am Eingang war niemand zu sehen und wir verharrten etwas, weil wir nicht wussten, ob wir die Schuhe ausziehen oder anlassen sollten. Irgendwann kam eine Mutter und meinte, wir könnten die Schuhe anlassen. Gleich hinter dem Eingang war rechts der „Kreativ- und Essraum“. Als wir im Flur um die Ecke bogen, sahen wir schon auf der linken Seite einen riesigen Spiegel, darüber die Bilder der 20 Kinder, die dort betreut werden. Rechts dann die Garderobe. Am Ende des Flurs ging es dann ins Spielzimmer, wo wir dann auch von einer Erzieherin angesprochen wurden. Nepo reagierte gar nicht auf sie und auch als wir das Spielzimmer betraten, war er so fixiert auf mich, dass die Erzieherin uns zwar den Tagesablauf, ich sie aber gar nicht wahrnahm. Machte aber nix, denn der Tagesablauf war ja auch im Konzept beschrieben.

Dann gingen wir vom „Spielzimmer“ ins „Turn- und Schlafzimmer“. Ich schaute mich um, aber so richtige Turngeräte, wie ein Pikler-Dreieck oder Hengstenberg-Geräte sah ich nicht. Als uns die Erzieherin dann sagte, dass in dem Raum mittags 20 Kinder auf ihren Matratzen schlafen, war mir schlecht. Sie versicherte uns, dass das funktionieren würde. Ich wollte ehrlich gesagt nicht wissen, um welchen Preis. Von Gruppendynamik halte ich sowieso nichts, weil immer jemand leiden muss. Ist genauso Mist wie Fraktionszwang.

Weiter ging es ins Bad, dass sehr modern war. Dort erzählte sie uns auch vom Klotraining bei den größeren. Ich nickte und lächelte. Dann schaute sich Nepo noch alles genau an und es ging weiter in den Garten.

Generell finde ich es gut, wenn ein Garten vorhanden ist. Hier ist er aber durch eine schwere Feuerschutztür und dann durch ein Treppenhaus getrennt. Der Garten selbst befindet sich im Innenhof eines Wohnkomplex und ist komplett mit einem grünen Metallzaun eingezäunt. Auf den Fotos in der Krippe habe ich schon die vielen Bobbycars gesehen. Für die gibt es einen separaten Stellplatz im Garten. Generell ist der Garten eine Wiese mit einer Metallrutsche, die im Sommer sicher nie aufheizt, einem Sandkasten, in dem die Rutsche hineinführt. Es gibt einen kleinen Pfad, der verschiedene Böden beinhaltet. Es gibt keine Beete, wo die kleinen buddeln können, es gibt keine Klettermöglichkeiten und durch die Wiese führt ein Wega aus Schaumstoff, der wahrscheinlich für die Bobbycars gedacht ist. Nepo ist sofort ans äußerste Ende des Gartens gelaufen und stand einfach nur da. Die Erzieherin meinte, dass die Kinder im Sommer, wenn es sehr heiß ist auch barfuss laufen können. Damit hatten wir die Besichtigung der Räumlichkeiten abgeschlossen.

Zur Eingewöhnung

Im Garten erzählte sie uns noch kurz, wie die Eingewöhnung erfolgt und dass jedes Kind in vier Wochen eingewöhnt wird. Eine weitere Mutter, vom Beruf Lehrerin, meinte das sie Mitte September wieder arbeiten muss und ob man sich die Eingewöhnung nicht teilen könnten: Die ersten 2 Wochen die Mutter, die letzten 2 Wochen der Vater oder die Oma. Die Erzieherin meinte, dass das kein Problem sei, sie hätten das schon so oft gehandhabt. Dann ergänzte sie, dass vor kurzem ein sieben Monate altes Kind zu ihnen gekommen wäre und die Eingewöhnung war nach einer Woche abgeschlossen.

Die Eingewöhnung selbst würde so ablaufen, dass in der ersten Woche das Kind 10 Minuten allein bleibt und das dann von Woche zu Woche die Abwesenheit der Eltern immer mehr verlängert wird. Die Abwesenheit würde die Mutter oder der Vater dann im Büro verbringen.

Nach dem wir uns alles angehört und irgendwie so gar keine Fragen hatten, bedankten wir uns für die Führung und gingen wieder.

Meine Eindrücke und mein Empfinden

Die folgenden Punkte entsprechen meiner Empfindung und spiegeln auch den Eindruck meines Freundes wieder. Da städtische Krippen, Eltern-Kind-Initiativen und kirchliche Einrichtungen für viele die einzige Möglichkeit sind, ihr Kind in die Betreuung zu geben, möchte ich niemanden, auch wirklich niemanden irgendwas vorwerfen. Ich denke, dass sich alle Eltern überlegen, wo sie ihr Kind hingeben und für die einen sind die städtischen Krippen besser und für andere, wie mich, die Montessorikrippen. Andere wiederum bevorzugen Tagesmütter oder Waldorfkinderkrippen. Was ich jetzt hier schreibe, schreibe ich mit meiner Überzeugung von Emmi Pikler, Maria Montessori, Elfriede Hengstenberg, Arno Stern, Jesper Juul und Remo Largo. Ich schreibe das mit der Erfahrung, die wir im Spielraum gemacht haben und mit dem Vergleich zu Montessorikrippen. Zusätzlich schreibe ich es als hochsensible Mutter, die sehr auf ihren Bauch hört und Diskrepanzen körperlich spürt.

Mein Eindruck über die Räumlichkeiten

  • Die Krippe machte einen absolut sauberen und gepflegten Eindruck – und genau das ist mein Problem. Es war so steril und von der Gestaltung kalt, dass wir drei zu keiner Zeit mit diesen Räumlichkeiten warm geworden wären.
  • Für meinen Freund war es gelebte Krankenhausatmosphäre.
  • Von Reggio Emilia hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft, wo sie doch so kreativ arbeiten, den Raum als 3. Erzieher sehen und Upcyling betreiben
  • Die Gestaltung des Gartens war für mich schlicht lieblos und ich habe mich gefragt, wie viel Runden Neop auf dem Bobbycar drehen soll, bis er durchdreht. Mir fehlte ein Beet in dem man mit den Kindern etwas anbauen kann. Ja, ich glaube, dass Zweijährige durchaus in der Lage sind eine kleine Gießkanne zu tragen und Löcher zu buddeln. Man muss sie halt einfach nur lassen.
  • Dieser Zaun und dieser Innenhof vermitteln so eine kalte Atmosphäre, dass selbst ich mich nicht wohlgefühlt habe. Und das hatte nichts mit dem kalten Wetter zu tun.
  • Der Garten ist vorhanden, aber die Kinder kommen nicht hin. Eine fette Feuerschutztür, ein Treppenhaus und dann noch das Gartentor stehen zwischen ihnen und dem Garten
  • Die Aussage „Die Kinder entscheiden, was draußen gespielt wird“, passte mir gar nicht. Wie sollen die das entscheiden? Wahrscheinlich „demokratisch“ und damit müssen alle das gleiche machen.
  • Das sie in so großer Runde essen und dann auch noch im gleichen Raum in dem die Farben stehen und der als Kreativraum herhalten muss, fand ich suboptimal
  • Das sie das Essen vom Caterer bekommen, stört mich ehrlich gesagt nicht.
  • Was ich gut finde und das war bei städtischen Kinderkrippen, die ich besucht habe, nicht der Fall: Innen ist alles ebenerdig und die 20 Kinder können sich überall bewegen. Ich habe Krippen besucht, die waren über drei Stockwerke aufgeteilt und die Treppenhäuser waren so steil, dass ich Probleme hatte, mit Nepo die Treppe hochzukommen.

Das Schlafen, Essen und Hygiene

  • Das 20 Kinder in einem kleinen Raum schlafen, hat meiner Meinung nach schon was von einem Internierungslager.
  • Wir haben zwar auch nur ein Floor Bed, aber immerhin haben wir eine Matratze und einen Lattenrost. Diese Krippe ist im Erdgeschoss und hatte keine Fußbodenheizung. Ich weiß nicht, ob das für die Kinder im Winter so prickelnd ist. Und wir haben ein Kind, dass ohne Schlafsack und ohne Decke schläft. Nepo mag das nicht und ich werde es ihm nicht angewöhnen.
  • Das alle Kinder vor und nach dem Schlafen „durchgewickelt“ werden, finde ich schon sehr Fliessbandmäßig. Das mag sein, dass die Erzieherinnen das als Routine ansehen, an das sich die Kinder gewöhnen, aber ich bezweifle, dass in dieser Abfertigung irgendeine Nähe aufgebaut wird.
  • Die großen Kinder dürfen zwar Windeln tragen, machen aber Klotraining.
  • Das Essen in größerer Runde finde ich nicht gut. Ich teile die Montessori- und Pikler-Einstellung, dass Kinder maximal in 4er-Gruppen essen sollten, um Unruhe zu vermeiden.
  • Gut hingegen finde ich, dass sie die Eigenständigkeit beim Essen fördern.

Die Eingewöhnung

  • Gestern war nichts von einer Beziehungspädagogin zu hören, es gab kein „Bindung vor Bildung“, wie ich es bei den Montessorikrippen gehört habe
  • Das eine Eingewöhnung pauschal nach vier Wochen abgeschlossen ist, finde ich sehr optimistisch
  • Das es wohl kein Problem darstellt, das während der Eingewöhnung die Bezugsperson wechselt und aus der Mutter die Oma wird, kann ich nicht verstehen
  • Ich denke auch hier bilden Montessorikrippen die Ausnahme und wir haben uns nun auch im Hinblick auf die besondere Eingewöhnung komplett auf Montessori eingeschossen, dass ein laxerer Umgang mit dem Thema von mir schon im Vorfeld abgelehnt wird.

Mein Fazit

Ich muss sagen, dass die gestrige Krippe im Vergleich zu städtischen und privaten Krippen schon zu den besseren gehörte. Trotzdem könnte ich es nicht verantworten Nepo dort in die „Betreuung“ zu geben. Der Besuch hat mich wieder bestärkt, dass das wichtigste ist, dass Nepo verständnisvolle Personen um sich hat, die die individuellen Bedürfnisse des Kindes berücksichtigen. Die verstehen, dass jedes Kind einen individuellen Bauplan hat und der auch geachtet werden sollte. Es gibt sicher Kinder die lieber drin bleiben und Kinder die lieber an der frischen Luft sind. Ich selbst kann das bei Nepo nicht sagen, denn wir leben leider nicht im EG und haben auch keinen Garten, sodass er selbst entscheiden kann, wann er raus geht und wann nicht. Gerade jetzt in dem Alter finde ich es sehr wichtig, die Kleinen zu beobachten und sie zu verstehen. Wenn die Erzieherin gestern schon nicht auf ihn eingehen konnte, wie soll sie es dann in der Eingewöhnung tun. Wenn Nepo gestern schon nicht mal annähernd so begeistert war, wie bei Montessor21, wie soll ich ihn dann besten Gewissens allein zurücklassen. Wie ist sicher gestellt, dass er konzentriert und für sich sein kann, wenn es nirgends Abgrenzungen gibt, die es Kindern auch mal ermöglichen sich zurückzuziehen.

Mein Freund hat es gestern auf den Punkt gebracht: Es ist ein Aufbewahrungsbetrieb und das sind viele Krippen. Viele Eltern haben keine andere Wahl als ihre Kinder in eben solche Kinderkrippen zu geben, die auf den ersten Blick gut sind. Der Putz bröckelt erst, wenn man sich tiefer mit den Themen beschäftigt.

Letztendlich setzt die Krippe das fort, was wir schon in unserem Konsumverhalten und unserer Ernährung erkannt haben: Nicht alles, was die Masse macht und wo die Masse hintreibt, ist gut. Und wenn du dich entscheidest auszusteigen, dann kannst du nicht mehr zurück ins „System“. Das gilt für das Konsumbewusstsein genauso wie für die Betreuung deines Kindes. Ich denke, dass wir oft auf Widerstand und Unverständnis stoßen, eben weil Montessori und Naturkindergarten nicht Mainstream sind. Wichtig ist, dass wir immer das Wohl von uns dreien im Blick haben und wir aufeinander aufpassen.

Mittlerweile ist Nepo wieder aus dem Mittagsschlaf aufgewacht und sitzt hier bei mir auf dem Schoss. Ich werde mich jetzt wieder vom Rechner zurückziehen und wünsche euch noch einen wunderschönen Nachmittag. Geht euren Weg, er ist der Richtige. AMEN 🙂

 

11Mrz/16

Enten füttern mit Nepo und danach zu einem Event von LILLYDOO

Nachdem der Vormittag etwas grau war, verzogen sich am Nachmittag die Wolken und hier in München wurde es herrlich sonnig und angenehm warm. Perfekt für einen ausgiebigen Nachmittagsspaziergang an der Isar entlang bis hinein ins Glockenbachviertel, wo eine Produktpräsentation von LILLYDOO stattfand.

Zuerst ging es für uns beide zur Stadtbibliothek München, wo zwei bestellte Bücher auf mich warteten. Mittlerweile beziehe ich meine Bücher nur noch aus der Bibliothek, denn in München ist das Angebot sehr umfangreich und der Bücher-Bestell-Service sehr schnell. Für mich ist die Bibliothek quasi das Amazon für Minimalisten. 🙂

Als wir zum Ausgang wollten, wurde Nepo unruhig und zeigte immer wieder auf das kleine Bistro im Erdgeschoss. Es war mir relativ schnell klar, was er wollte. Vor gut einer Woche habe ich ihm dort eine Schokomakrone gekauft, das hat er natürlich nicht vergessen und so kam ich nicht an der Auslage des Bistro vorbei, ohne ihm diesmal eine riesige Makrone zu kaufen. Boah, dieses stolze Gesicht und der genussvolle Biss in dieses total süße Teil werde ich nicht vergessen.

Auf in Richtung Frühlingsanlagen

Gut gestärkt durch Kaffee und Makrone liefen wir weiter Richtung Isar, die wir dann auch ziemlich schnell erreichten. Vorbei am Deutschen Museum, das Nepo neugierig betrachte und ganz fasziniert von einem dort arbeitenden Bagger war, ging es dann zu den Frühlingsanlagen direkt an die Isar.

IMG_1394 IMG_1398Durch das schöne Wetter war natürlich viel los und wir kamen zu einer Gruppe junger Mädchen die Enten, Möwen und notgedrungen auch Tauben fütterten. Für Nepo war das so aufregend, dass er aus dem Zeigen nicht mehr rauskam. Also blieben wir dort und ich „opferte“ seine Brezel, die wir am Morgen gekauft hatten. Wir zwei fütterten die Enten, die immer näher kamen. Nachdem ich anfing die Brezel zu zerteilen und den Enten kleine Stücke zuwarf, wollte Nepo natürlich auch. Ich gab ihm kleine Stückchen und er warf sie in Richtung der Enten. Meist landeten sie zwar direkt vor seinen Füßen, aber das störte die Tiere gar nicht. Er versuchte beim Füttern immer Trick 17 und hielt in der einen Hand das Stück Brezel und in der anderen versuchte er die Ente zu streicheln oder zu berühren. Ich hielt seine ausgestreckte Hand nach unten, weil ich nicht wusste, wie die Enten reagieren und Angst hatte, dass sie ihn vielleicht beißen.

Nachdem die Brezel alle war, wollte Nepo Steine nach den Enten werfen. Ich sagte ihm, dass das keine gute Idee wäre, denn die Enten würden merken, dass das nichts essbares ist und wären verärgert über uns. Interessiert hat das Nepo nicht und ich weiß, dass er nicht aus Bösartigkeit die Steine geworfen hat, sondern weil er sie einfach weiter füttern wollte. Ich versprach ihm, dass wir morgen, also heute, wieder an die Isar gehen würden und diesmal zwei Brezeln mitnehmen, damit wir schön lange da bleiben können.

Nach dem nun auch keine Ente mehr zu uns kam, verlor Nepo die Lust an ihnen und wir gingen weiter. Für ihn waren jetzt die weißen Steine das Highlight. Immer wenn er auf dem Weg einen sah, nahm er ihn, stiefelte über die Wiese Richtung Isar und schmiss ihn ins Wasser. Ich lies ihn gewähren und mir wurde klar, dass ich so uninteressant war. Er schaute nicht nach links, nicht nach rechts sondern steuerte geradewegs auf das Wasser zu. Ich blieb im Hintergrund und sprintete nur zu ihm, wenn er zu nah am Wasser war.

Die Isar ist hier zwar flach, aber die Strömung ist stark. Im Sommer, wenn es warm ist, werden wir sicher hingehen und unsere Beine ins Wasser halten. Ich denke wir werden tagsüber viel Zeit im Park oder an der Isar verbringen. Es ist ja auch alles so spannend: Die Hunde, die Menschen, die anderen Kinder, die Enten, Möwen, Tauben. In der Nähe gibt es einen Kiosk und eine kleine Imbissbude. Die Wiesen sind zwar voller Löcher, aber das kann Nepo ja nicht abhalten, durchs Gras zu laufen. Hier und da liegt ein alter Baumstamm und die vielen Steine, die wir ins Wasser werfen können. Ach, ich freu mich schon so und hoffe, dass die Hundebesitzer ein Auge auf ihre vierbeinigen Freunde haben und Sorge tragen, dass die Wiesen vielleicht nicht komplett zugekackt sind. Hier in München gibt es zwar viele, die mit einer Tüte für Hundekot rumlaufen, aber viele sind eben nicht alle und die Wiesen sind im Frühjahr und Sommer nicht wirklich schön, mit der ganzen Kacke.

Weiter zu Veganz und LILLYDOO

Den Besuch bei LILLYDOO nutzte ich auch, um mal wieder in den Veganz einzukehren. Den veganen Supermarkt habe ich letztes Jahr fast wöchentlich angesteuert, aber da ich nun ja kein Veganer mehr bin und wir jetzt nicht mehr oft an der Isar war, ist es schon ein Weilchen her, dass wir dort einkaufen waren.

Im Veganz, der immer noch so eng ist, dass ich mit meinem Kinderwagen Probleme habe, fielen Nepo natürlich sofort die veganen Gummibärchen auf und er konnte es nicht abwarten, bis ich die Dinger an der Kasse gezahlt habe, sondern futterte vorher schon fleißig die Bärchen. Normalerweise machen wir das nicht, aber er war so heiß, dass ich die Tüte eben schon im Laden aufgemacht habe.

Der Reiz der veganen Ersatzprodukte hat mich irgendwie verlassen, also blieb es bei den Gummibärchen und einer Dose Xucker. Und weiter ging es dann Richtung LILLYDOO.

Auf eine Apfelschorle bei LILLYDOO

IMG_1417Der Event war von 12:00 bis 18:00 Uhr geplant, sodass wir um 17:00 Uhr die letzten waren, die zur Party gefunden haben. Ich war ehrlich gesagt leicht genervt, weil ich mit dem Kinderwagen erst rein ins Haus bin, dann keinen „Parkplatz“ gefunden habe. Also wieder raus, den Wagen irgendwo anschliessen. Bücher und Einkäufe und Sohn aus dem Wagen holen und dann erstmal im Hausflur rumirren, die Treppe hoch zum Fahrstuhl. Aus dem Fahrstuhl raus, der zwischen zwei Stockwerken hielt.

Die Anzeige zeigte „1“, das konnte aber nicht sein, weil wir mindestens im 3. Stock waren. Naja, scheinbar Glockenbach-Hipster-Logik. Im Hausflur stand ich dann total bepackt und wusste nicht: Treppe hoch, Treppe runter? Also erst nach ganz oben, weil ich einfach ein Schild gesucht habe, wo draufstand LILLYDOO. Weder ganz oben, noch eine Etage tiefer. Als ich hinter einer Tür viele Stimmen gehört habe, klingelte ich einfach.

Als eine wirklich nette und topgestylte Dame aufmachte, hatte ich eher das Gefühl, ich würde auf einer Designer Party landen und nicht bei einer Marke für Windeln und Feuchttücher. Als ich in die Wohnung eintrat, war mir mein Outfit komplett peinlich. Gegenüber den anderen Müttern war ich so underdressed, dass ich mich gefühlt habe wie der Elefant im Porzellanladen. Die hochsensible Seite in mir wurde so übermächtig, dass alle mich für eine Autistin halten mussten, die auf Anfragen einfach gar nicht reagiert. Trotzdem haben sie sich Mühe gegeben und ich mich irgendwann gefangen. Das Nepo neben mir genauso versteinert war und einfach überhaupt nichts mehr sagte, war sehr verwunderlich.

Nach einer kurzen Aufwärmphase stand ich dann auch schon bei den Produkten, fühlte Windeln an und bereute zutiefst kein besseres Outfit gewählt zu haben. Ich schob die Enten und die Isar vor und das schöne Wetter. Alle lächelten verständnisvoll und wahrscheinlich war es ihnen egal. Ja, was soll ich sagen: Ich finde es gut, dass es ökologische Bewegungen gibt, die sich gegen Pampers stellen. Ich werde die Windeln auf jeden Fall testen und die Feuchttücher ebenfalls.

Es tut mir leid, dass ich nicht mehr zu den Produkten sagen kann, außer, dass sie wunderschön gestaltet sind. Aber ich war so mit der Reizbewältigung beschäftigt, dass ich keinen klaren Gedanken fassen konnte. Ich war ehrlich gesagt froh, als mich eine Mitarbeiterin mit nach oben nahm, zur Kinderbetreuung. Das war genau das was ich jetzt brauchte, um anzukommen. Spielzeug für Nepo und Ruhe für mich. Für Nepo war dann auch alles super, nur das er keinen Bock auf Hirsekringel hatte und sich von meinem Vorschlag einen Turnbeutel zu gestalten gänzlich unbeeindruckt zeigte. Noch während ich ihn fragte, wurde mir bewusst, wie blöd es ist ein 19 Monate altes Kind, das total vertieft in die vorhandenen Spielzeugautos ist, zu animieren einen Turnbeutel zu gestalten. Da merkte ich, dass mein Körper und mein Geist Achterbahn fuhren und ich überall war, nur nicht auf dem Event. Die liebe Frau von der Kinderbetreuung übernahm dann die Turnbeutel Geschichte und gestaltete ihn für Nepomuk.

Nach einer Weile hatte Nepo genug gespielt und steuerte auf die steile Treppe zu. Für mich der perfekte Moment mich nach ca. 30 Minuten zu verabschieden, den Turnbeutel und eine Probepack zu schnappen und mich vollbepackt das Treppenhaus runterzuhieven. Für uns beide war es eine Erfahrung und für mich nochmal ein friendly Reminder etwas mehr auf mein Outfit zu achten. 🙂

Das Probepack besteht übrigens aus einer wunderschönen Holzkiste, einer Packung Windeln und zwei Packungen Feuchttücher. Ich werde diese jetzt testen und mich später mit einem kleinen Bericht melden. Für den Turnbeutel und die Holzkiste gibt es auf jeden Fall jetzt schon fünf von fünf Sternen. 🙂

Den Weg zurück liefen wir wieder die Isar entlang. Es wurde langsam dunkel und ich genoss es einfach nur an der frischen Luft zu sein. Plötzlich schien es mir unmöglich in ein anderes Viertel ausserhalb von Haidhausen zu ziehen. Hier ist es so schön öko, bohemian und a little bit hipster. Es ist einfach so toll hier, dass ich zu recht kaum über die Isar ins Zentrum komme. Ja, hier wollen wir bleiben und hier finden wir es toll.

 

07Mrz/16

Buy Local: Neueröffnung von The Organic Beauty Store in München

IMG_1318 Heute war bzw. ist ein toller Tag! Nicht nur, dass Nepo und ich eine tolle Zeit auf unserem Stammspielplatz am Wiener Platz hatten, nein ich habe heute auch durch Zufall einen wunderschönen neuen Laden entdeckt. Im Hinterkopf hatte ich „The Organic Beauty Store“, kurz tobs, schon ein paar Tage, aber erst heute habe ich es in den Laden geschafft.

Ich hatte gerade ein Brezel für Nepo gekauft und wollte eigentlich nur etwas Zeit vertreiben, bis wir in „Die plastikfreie Zone“ gehen konnten, der erst um 11:00 Uhr aufmacht, da sah ich im Vorbeigehen den gerade erst neueröffneten Beauty Shop. Da die Tür auf war, sind wir zwei spontan samt Kinderwagen reingehopst.

Der erste Eindruck war eher was für die Nase. Ich bin sehr stark auf Gerüche fixiert und muss sagen, dass es bei tobs wirklich super riecht. Nicht so extrem wie zum Beispiel bei LUSH, sondern eher wie bei Rituals. Für mich also wirklich ein Traum. Die Verkäuferin, die gerade den Laden aufgemacht hatte, war gleich auf den ersten Blick super freundlich und lud mich ein mich einfach umzusehen.

 

Die Idee hinter dem Laden

IMG_1325Da wir die einzigen Kunden im Laden waren, kamen wir schnell ins Gespräch. Ich fragte, ob das eine Kette wäre. Die Verkäuferin meinte nein, den die Inhaber würden den Friseurladen auf der anderen Straßenseite betreiben und wollten hier etwas neues ausprobieren.

Es gibt ja nun schon einige Läden die Biopflegeprodukte anbieten, aber die Marken die es bei tobs gibt, waren mir bis heute noch total unbekannt. Sicher kenne ich einige Labels, aber das sind eben die, die man bei Basic oder Alnatura findet. Tobs geht hier aber noch einen Schritt weiter und setzt auf internationale Marken, die nicht nur Bio und zertifiziert sind, sondern auch noch Hightech. Ich als Geek finde Hightech ja immer super und freue mich, wenn ich mal was anderes als Lavera oder Dr. Hauschka sehe.

Was gibt es da denn für tolle Produkte?

IMG_1314Es spricht wohl schon einiges für mich, wenn das erste, was ich in die Hand nehme Schokolade ist. Ja, ich gebe es zu: Ich bin süchtig nach Schokolade und zwar nach neuer Schokolade. Die Marke Antidote habe ich noch nirgends gesehen. War klar das ich mir das gleich genauer anschaue. Meine Wahl fiel auf „Coffee + Cardamon“ und „Raw 100% Cacao with crunchy Nibs„. Während ich hier schreibe, ist die Kardamon Schokolade leider schon leer.

Nachdem ich also die Schokolade schon mal gesichert hatte, musste ich mich einfach noch weiter umschauen. Organic und Hightech war so faszinierend für mich. Neben der Schokolade wurde ich dann noch bei der Seife fündig. Ja, wir sind wieder umgestiegen auf die gute alte Seife. Mögen sich andere mit Mineralölen und Tensiden einschäumen, wir nicht mehr.

IMG_1323Ich roch an einigen Seifen von Lederhaas und verliebte mich spontan in die Seife mit dem wundervollen Namen „Heinrich“. Ich muss dazu sagen, dass ich ein Fan von Verbene, Bergamotte und Ingwer bin. Also eins von den drein war sicher drin, in diesem Fall war es Bergamotte.

Preislich bewegen wir uns natürlich in einem höherem Level als bei dm auf der anderen Straßenseite, aber ich finde das okay. Für die Schokolade bezahlte ich 5,50 EUR pro Tafel und für die Seife stolze 12,00 EUR. Naja, eigentlich habe ich noch einen „Neueröffnungsrabatt“ von 10% bekommen, den muss man dann jetzt einfach von den Beträgen abziehen.

Von der netten Verkäuferin habe ich dann auch noch zwei Proben mitbekommen. Einmal die „Honey & Jasmine Mask“ und die „Enzyme Peel Mask“ – beides von The Organic Pharmacy. Meine gestresste Mamihaut freut sich auf jeden Fall.

Im Hinterkopf werde ich sicher die Kosmetikprodukte von „und Gretel„, sowie die Algenprodukte von Voya behalten.

Für mich war der Besuch ein tolles und entspanntes Erlebnis. Nepo war auch sehr relaxt, weil glücklich seine Brezel mampfend. Mein Fazit also: Wir kommen wieder.

Nach dem Besuch bei tobs ging es für uns dann direkt weiter zur „Plastikfreien Zone“ – buy local, ihr versteht. 🙂

tobsMunich

Bevor ich es vergesse: Ich stand da nicht wild fotografierend im Laden. Die Bilder hat mein Narrative Clip gemacht. Ein herrliches Gerät.

 

 

10Feb/16

Buchempfehlung: … und ich war nie in der Schule (von André Stern)

Quelle: André Stern

Quelle: André Stern

Heute ist Aschermittwoch, Beginn meiner ketogenen Ernährung und ein Tag, an dem ich seit 04:00 Uhr wach bin. Die Gedanken um das gestern abgeschlossene Buch von Andrè Stern und der Wunsch heute mal die Schlaflosigkeit für einen Blogbeitrag über dieses Buch zu nutzen, trieb mich jetzt an den Rechner.

Das Buch habe ich gestern, nach wenigen Tagen glückseligem Lesen, abgeschlossen. Auch wenn es für mich immer noch keine Option ist, unseren Sohn nicht nur „nicht in eine Schule zu schicken“, sondern ihn gänzlich „nicht zu unterrichten“, so hat mir dieses Buch doch so viel Inspiration und Denkanstöße gegeben, dass ich einfach darüber schreiben muss.

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde

Vor vielen Wochen bin ich bei Amazon schon mal auf das Buch gestoßen. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, warum der Algorithmus mir das Buch bzw. André Stern vorgeschlagen hat. Trotz der guten Bewertungen habe ich mir das Buch nicht näher angeschaut, es aber doch immer im Hinterkopf gehabt. Dann schauten wir den Film „Alphabet“ an und plötzlich tauchten da Arno Stern und sein Sohn André Stern auf. Und erst da begriff ich, dass es sich hier wirklich um Vater und Sohn handelte, was mir vorher bei der Recherche nach dem „Malort“ von Arno Stern überhaupt nicht bewusst war.

Mir fiel das Buch „… und ich war nie in der Schule“ wieder ein und ich holte es mir zusammen, mit einem Buch von Arno Stern, aus der Münchner Stadtbibliothek. Continue reading “Buchempfehlung: … und ich war nie in der Schule (von André Stern)” »

16Jan/16

Erste Stunde „Miteinander wachsen“ bei Montessori21

Zitat_Emmi Pikler

Schon vor vielen Monaten hatte ich mich auf die Warteliste des Spielraum „Miteinander wachsen“ setzen lassen, der immer dienstags im Montessori21 stattfindet.

Ich kam auf die Warteliste, weil Nepo vom Alter her genau zwischen der Babygruppe und der Kleinkindergruppe lag. Es war so traurig, aber für die eine Gruppe war er zu alt, für die andere Gruppe zu jung. Doch kurz vor Weihnachten erhielt ich von der Kursleiterin Frau Neunert den Anruf, dass wir zu einer Schnupperstunde für die Kleinkindergruppe kommen könnten, weil wohl ein Platz im nächsten (also in 2016) frei wird.

Ich freute mich so und wir gingen am 15.12.15 zur Schnupperstunde. Nepo fühlte sich super wohl und für ihn war es kein Problem, dass er mit Abstand der Jüngste war. Sicher sind die anderen Kinder weiter, aber in dem wirklich schönen großen Dachgeschoss hat jeder die Möglichkeit sich dort zu bewegen, wo er gerade Lust hat. Nach dieser tollen Stunde entschied ich mich sofort, dass wir im Januar mit in den Kurs einsteigen.

Da Nepo auch sonst lieber mit „Älteren“ abhängt, sah ich den Altersunterschied als kein Problem an.

Tja, und diesen Dienstag war es soweit und wir starteten offiziell im „Miteinander wachsen Kurs“ von Silvia Neunert.

Obwohl ich nun in der Vergangenheit viele Kurse mitgemacht habe, geht mir besonders in den Spielräumen immer das Herz auf. Ich liebe es am Rand zu sitzen und Nepo einfach in seinem Tun und seiner Bewegung zu beobachten. Es ist für mich ehrlich gesagt ein Segen, dass die Mütter alle auch ebenfalls nur beobachten und maximal mit ihrem Kind und dann sehr leise reden.

Für so ein Hochsensibelchen wie mich und ja, ich glaube auch wie Nepo, ist ein niedriger Lärmpegel super angenehm. Vergleiche ich Nepomuks Verhalten in den Spielräumen mit anderen Kursen, dann merke ich ganz klar, wie er aufblüht, wie er Dinge ausprobiert, entdeckt. Kontakt zu anderen sucht oder einfach nur beobachtet.

Ich denke Nepo merkt auch, dass ich mich in den Kursen wohlfühle, weil ich nicht das Gefühl habe zu Konversation gezwungen zu werden, sondern mich einfach auch mal entspannen und alles auf mich wirken lassen kann. Das heißt nicht, dass ich dort mit offenen Augen schlafe, im Gegenteil, ich bin hellwach und beobachte Nepo in seiner Mimik, in seiner Gestik, einfach in allem. Nur werde ich dabei nicht ständig abgelenkt, weil mich irgendwer immer anspricht oder weil Mütter ständig und ohne Unterbrechung reden und ich dann einfach am Limit laufen würde und diese Unzufriedenheit wohl auch Nepo spürt. Bei uns beiden ist es so: Bin ich entspannt, ist Nepo auch entspannt. Er weiß ganz genau, wem gegenüber ich Sympathien empfinde und wer mich eher anstrengt. Und so verhält er sich auch diesen Personen gegenüber.

So ist der „Miteinander wachsen“ Kurs aufgebaut

Bevor ich allerdings zu sehr in den Bereich „Hochsensibilität“ und „Mareikes philosophische Abendstunde“ abdrifte, hier nochmal kurz die Abgrenzung eines „Spiel- und Bewegungsraumes“ nach Pikler/Montessori zu anderen (normalen) Baby- und Kleinkindkursen.

Die Räumlichkeiten sind meist weitläufig und nach meiner Erfahrung alle sehr „natürlich“ gehalten. Das heißt die Kinder haben viel Platz, finden einen Parkettboden vor und der Raum engt sie nicht ein, wie in manchen anderen Kursen.

Vor dem Kursbeginn baut die Leiterin eine Spiel- und Bewegungslandschaft auf, in der sich die Kinder dann austoben oder auch entspannen können. Alle „Turngeräte“, wie das Piklerdreieck oder der Tunnel sind qualitativ sehr hochwertig und aus Holz. Es gibt Stufen, Schrägen, Sprossen, all das in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, damit sich alle Kinder ihrem Entwicklungsstand entsprechend bewegen können.

Parallel zu den ganzen Bewegungsapparaten baut die Kursleiterin immer noch verschiedene Spiel- und Lerninseln ein. Das sind mal eine Sammlung von Schleichtieren, eine Auswahl an Geldbörsen. Verschiedene Steckbretter oder Dosen und Schachteln, die es zu öffnen gilt. Einige Dinge bleiben von Kurseinheit zu Kurseinheit gleich, andere werden ausgetauscht.

Im „Miteinander wachsen“ Kurs gibt es auch einen Tisch, auf dem immer wieder Dinge angeboten werden. So konnten die Kinder am Dienstag mit einem Löffel Steine in verschiedene Schälchen füllen. Nächste Woche wird auf dem Tisch dann eine andere Aufgabe stehen. Wichtig zu wissen für die Kinder ist dabei, dass alle Sachen die auf dem Tisch stehen, auch auf dem Tisch bleiben.

Den Kindern selbst steht es frei, mit was sie sich in dieser einen Stunde beschäftigen. Hier sind natürlich die weitläufige Bewegungslandschaft und die verschiedenen Spiel- und Lerninseln ein Segen für Kinder wie Nepo, die gern auch mal allein spielen möchten. In anderen Kursen war immer alles so eng aufeinander oder es gab gar nur eine Aktivität mit der sich alle Kinder beschäftigt haben. Am Anfang war das auch okay, aber von Minute zu Minute wurde es für Nepo unerträglicher und er ging oft zur Tür oder kam weinend zu mir. Hier ist das anders. Jedes Kind macht sein Ding und wenn ein Kind nur bei der Mutter sitzt und beobachtet, dann ist das auch absolut in Ordnung. Kein Kind wird gezwungen oder animiert und das ist etwas, was ich sehr schätze.

Da die Mütter sich gezielt zurücknehmen und eine beobachtende Rolle wechseln, ist der Geräuschpegel sehr niedrig und die Kinder haben keinen Overload durch ständiges Stimmenwirrwarr und Gelächter. Auch das gefällt mir sehr gut.

Nach der einen Stunde, genauer genommen ist es eine Stunde und 15 Minuten, geht es dann noch zu einer gemeinsamen Brotzeit. Wichtig ist hierbei, dass kein Kind gezwungen ist, die volle Zeit zu spielen oder eben nach der Zeit aufzuhören. Wenn ein Kind noch vertieft ist, dann kann es noch solange weiterspielen, bis es fertig ist. Wir sind zum Beispiel am Dienstag ein paar Minuten früher zur Brotzeit gegangen, weil Nepo hingefallen ist, müde war und dann auch noch Hunger bekam.

Aktuell habe ich ja meine Sorgen mit Nepos Apettit, aber bei der Brotzeit hat er sich seinen kompletten Apfel-Mandelmus-Brei reingezogen. Einfach nur, weil er wohl andere auch essen hat sehen. Das hat mich so gefreut, weil ich ehrlich gesagt schon an meiner Rolle als Mutter gezweifelt habe, weil irgendwie alle Kinder „normal“ essen, nur mein Sohn will am liebsten Speck, Oliven, Brezel und Käsekuchen. Und das jeden Tag. Alles andere, selbst die früher heißgeliebte Bratkartoffel-Zucchini-Pfanne verweigert er, zieht sich dafür nachts bis zu 4 Flaschen Milch rein.

Doch seit dieser Woche lasse ich ihn komplett allein essen, esse auch in seiner Gegenwart und allein das hilft schon mal, dass er so langsam wieder an Freude am Essen hat. Zudem hat mir die Kursleiterin Silvia gesagt, dass Nepo wohl gerade in der Phase ist, in der spielen viel, viel wichtiger ist, als essen. Und ich denke, da hat sie vollkommen recht. Da er mir jetzt schon sehr deutlich zeigen kann, wann er Hunger hat, lasse ich ihn einfach gewähren und richte mich nach seiner Uhr. Tja, und das klappt super. Bis jetzt 🙂

Nachdem wir dann noch eine Weile an dem Tisch saßen, brachen wir dann auch als letzte auf und schauten auf dem Weg noch mal in den Adventsbazar, der gerade im 1. Stock des Montessori21 Haus aufgebaut ist. Da Nepo aktuell gern schüttet und ich schon seit einer Weile auf der Suche nach kleinen Glaskännchen bin, habe ich mich dort gleich mit zwei kleinen und einer größeren Glaskanne eingedeckt. Nepo liebt diese Kännchen und übt jetzt fleißig schütten auf seinem wasserfesten IKEA Tablett.

Mein Fazit

Es ist natürlich immer etwas gewagt nach der ersten bzw. zweiten Stunde schon eine Einschätzung über den Kurs zu geben, aber ich bin einfach glücklich, dass wir in dem Kurs dabei sein können. Für mich ist das Konzept und die Philosophie, die hinter Emmi Pikler und Maria Montessori stehen eine Art Zielbahnhof und ich fühle immer mehr, wie sehr es mir Spaß macht Dinge von diesen beiden großartigen Frauen in unser Leben zu integrieren. Noch mehr Spaß habe ich natürlich dabei, wenn ich sehe, dass Nepo diese Dinge auch annimmt. Wobei der selbstgebastelte Waschtisch aktuell der 40 Jahre alten Brio Eisenbahn so gar nicht das Wasser reichen kann. Aber wenn ich sehe, wie schnell und sicher der Kleine jetzt schon die Holzschienen aneinander legen kann, dann denke ich, dass es in Sachen Motorik ja auch nicht ganz ohne ist. 🙂

22Okt/15

Mein geliebtes Café Glanz

Heute möchte ich gern mal über mein zweites Wohnzimmer schreiben: Das Café Glanz in der Sedanstraße in München. Entdeckt habe ich es erst im April, als ich mich für den Spiel- und Bewegtraum angemeldet habe. Seitdem sind wir dort immer zu Gast und gehören fast schon zum Inventar. 🙂

Hintergrund zum Café

Das besondere an dem Café ist seine Entstehung. Es ist kein gewöhnliches Café, sondern „Dreh- und Angelpunkt“ des Vereins siaf e.V.. Der Verein „setzt sich für Frauen, Frauenrechte, Gleichberechtigung und Gleichstellung ein. Ein besonderes Augenmerk unserer Arbeit liegt auf dem Zusammenleben von Frauen und Kindern.

Das Café Glanz für Frauen ist ein Ort zum Kennenlernen, bietet Raum für Kultur, Workshops, Vorträge und Selbsthilfegruppen für alle Frauen.

Wir entwickeln laufend Angebote für Frauen, Mutter-Kind-Gruppen und Eltern und Kinder. Nähere Informationen dazu finden Sie in unserem Programm.“

Neben diesen Angeboten dient das Café auch als Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt:

Ein wichtiger Faktor für ein unabhängiges selbstbestimmtes Leben ist die Möglichkeit, einer sinnvollen Arbeit nachzugehen. Frauen, die ihren Lebensunterhalt von Arbeitslosengeld II bestreiten, können bei siaf e.V. in einem – meistens befristeten – Beschäftigungsverhältnis den Wiedereinstieg realisieren.
Als Beschäftigungsprojekt ermöglicht siaf e.V. die Integration und den Einstieg ins Berufsleben in verschiedenen Bereichen:

  • Gastronomie: im Team des Café Glanz für Frauenweiter
    für Küche, Service und Hauswirtschaft
  • Mutter-Kind-Bereich: Hilfskraft Kinderbetreuung

Ich hätte das jetzt sicher auch alles mit meinen eigenen Worten wiedergeben können, aber ich fand die Beschreibungen so perfekt, dass ich sie einfach übernommen habe. Nachdem ich kurz etwas zum Hintergrund des Cafés geschrieben habe, kommen hier meine eigenen Erfahrungen mit meinen eigenen Worten. 🙂

Meine Erfahrungen im Café

Obwohl ich seit der Geburt unseres Sohnes unzählige Male am Café Glanz vorbeigelaufen bin, war ich erst im April diesen Jahres das erste Mal „drin“.

Beim Eintritt fällt der erste Blick auf die Trennwand am Eingang, die viele Informationen und Flyer über Angebote für Frauen, Mütter und Familien beinhaltet. Es lohnt sich wirklich dort ab und zu nach interessanten Angeboten zu schauen. 🙂 Wenn man diese Trennwand passiert hat, steht man mitten im Café. Auf der rechten Seite parke ich immer meinen Kinderwagen. Das ist mittlerweile auch der Zeitpunkt, an dem Nepo schon ganz ungeduldig wird, weil er genau weiß wo wir sind. Also ziehe ich ihn die Jacke aus, nehme ihn aus dem Kinderwagen und lass ihn laufen. Ab da beginnt für mich die Entspannung.

Das Café ist sehr aufgeräumt, der Korkboden vermittelt einen wohligen Eindruck. Die Wände sind mit Bildern immer wechselnder Künstler geschmückt. Auf den Holzstühlen finden sich selbstgehäkelte Sitzkissen in verschiedenen Farben. Links in der Ecke ist ein gemütliches Sofa – auch mit gehäkelten Kissen und einer Decke verziert. Daneben steht ein Holzregal, in dem sich unten die Spielkisten für die Kinder befinden. In der Mitte sind die kostenfreien Stadtmagazine und im oberen Teil die Kinderbücher aufbewahrt. Am Anfang saß ich gern auf dem Sofa, jetzt sitze ich lieber an einem der vielen Tische, die mit frischen Blumen gedeckt sind. Im Café stehen überall Kinderstühle, auch Klappbettchen für die ganz Kleinen gibt es hier.

Nach dem ich mir einen Tisch gesucht habe, Nepo schon fünfmal die Theke auf- und abgelaufen ist und ich endlich meine ganzen Sachen abgelegt habe, bestelle ich mir an der Theke einen Café, trinke vom bereitgestellten Wasser und suche mir für Nepo und mich einen der leckeren selbst gebackenen Kuchen aus. Unser Favorit ist der Käse-Mandarinen-Kuchen. Die Kuchen werden alle vor Ort von den Mitarbeitern selbst gebacken, denn die Theke ist gleichzeitig auch Küche und Backstube. Jeden Mittag ab 12:00 Uhr gibt es leckeres gesundes und vor allem günstiges Essen. Ich selbst habe aber erst einmal dort zu Mittag gegessen. Die Qualität der Gerichte ist sehr gut und viele Mütter kommen mit ihren Kindern zum Essen ins Café. Mein Favorit ist und bleibt der Kuchen. 🙂

Die Preise sind meiner Ansicht nach sehr günstig. Für einen Tee zahle ich 1,00 EUR, für einen großen Kaffee 1,50 EUR. Der teuerste Kuchen kostet 2,50 EUR, aber die meisten eher 1,50 EUR. Das Essen kostet glaub ich auch nur 4,50 EUR, genau weiß ich es aber leider nicht.

Die Mitarbeiterinnen sind sehr herzlich. Auch Nepo hat sie sofort ins Herz geschlossen. Er kann dort bedenkenlos durch die Gegend laufen und wenn Zeit ist, spaßen die Mitarbeiterinnen mit den Kleinen auch rum. Er ließ sich auch schon von ihnen auf den Arm nehmen, als er Fremden gegenüber eigentlich sehr skeptisch war. Ich glaube für ihn sind das sowas wie Tanten, die immer leckeren Kuchen machen. 🙂

Für mich sind es Engel, bei denen ich Kuchen essen kann, Kaffee trinke und einfach entspannen kann.

Das Café ist wirklich eine tolle Anlaufstelle und bietet eine gute Möglichkeit andere Mütter mit Kindern kennenzulernen oder mit dem Kind einfach einen entspannten Vor- oder Nachmittag zu erleben.

Das Café ist Dienstag bis Donnerstag von 09:30 bis 18:00 Uhr geöffnet, am Freitag von 09:30 bis 14:00 Uhr. Montags und am Wochenende ist es geschlossen, denn auch Engel brauchen mal eine Verschnaufpause. 🙂

Bildergalerie

Hier sind mal ein paar Impressionen aus dem Café, denn Bilder sagen ja immer mehr als Worte.

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07Okt/15

Familienausflug in die Flugzeugwerft Schleißheim

Besuch in der FlugzeugwerftAls uns am Sonntagvormittag das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, fuhren wir statt zum Erntedankfest von Hermannsdorfer in die Flugzeugwerft nach Schleißheim.

Ich glaube ohne die Gratis Eintrittskarten, die wir beim Besuch des Deutschen Museums erhalten haben, wären wir nie auf die Idee gekommen nach Schleißheim zu fahren. Ehrlich gesagt wusste ich ja selbst nicht mal, was unter eine Flugzeugwerft zu verstehen ist. Aber mein Freund wollte da gern hin und da der Himmel nach Regen aussah, fiel mir auch keine andere Alternative ein.

Die Fahrt mit Auto dauerte zwar nicht lange, aber Nepo schaffte es pünktlich mit Erreichen des Museumsparkplatzes einzuschlafen. Also verfrachteten wir ihn vom Kindersitz in den Kinderwagen und liefen Richtung Eingang. Obwohl der Sonntag ein typischer Museumstag ist, war an der Kasse und generell nicht viel los und wir konnten uns entspannt die ausgestellten Flugzeuge, Hubschrauber und Flugdrachen anschauen.

Zufälligerweise begann mit unserem Besuch auch gerade die Vorstellung des „Fliegenden Zirkus“. Zwei liebenswerte ältere Herren ließen selbstgebastelte Flugzeuge, die an einer Schnur befestigt waren im Kreis fliegen und die zuschauenden Kinder waren begeistert. Mein Freund und ich schauten uns das ganze Treiben an, nur Nepo verschlief leider die ganze Vorstellung.

Ich war ganz fasziniert von den verschiedenen selbstgebastelten Modellen. Es gab ein Biene Maja Flugzeug, ein Flugzeug mit einem Bären und einen Flieger aus Red Bull Dosen.

Kurz vor Ende der Flugvorstellung wachte Nepomuk dann doch auf und wir schauten mit ihm die Flugshow an. Er fand die Flugzeuge sehr faszinierend und wollte am liebsten gleich alle anfassen. Wir schauten noch den Kindern zu, die nach der Vorführung selbst die Möglichkeit hatten ein Flugzeug zu steuern. Wer weiß, vielleicht will Nepo in drei Jahren ja dort auch mal ein Flugzeug starten.

Nach der Vorstellung gingen wir weiter und schauten uns die Flugzeuge an. Da Nepo seit einigen Wochen laufen kann und wir ihm im Museum die leichtfüssigen Lederkrabbelschuhe anziehen konnten, lief er selbst putzmunter hin und her. Er war fasziniert von gelben Metallrahmen und drehte an Reifen rum.

Bei einigen Flugzeugen gab es auch die Möglichkeit ins Innere zu gehen. Was mein Freund und Nepo dann auch gemacht haben. Immer wieder irgendwo hoch gehen und runter gehen, Treppen hoch und Treppen runter steigen, fand er so spannend, dass es eine Freude war ihm zuzuschauen.

Wir waren wirklich eine gute Weile in dem Museum und haben die Zeit sehr genossen. Gerade jetzt wo das Wetter schlechter wird, werden wir wohl noch mehr Museen aufsuchen, in denen Nepo dann laufen und Dinge entdecken kann. Es ist ihm dabei sicher egal, ob er es Flugzeuge, Autos oder sonst was ist, was er dort anschaut. Für ihn ist es lustig, wenn er sich bewegen kann und andere Menschen sieht.

Ich selbst bin nun von der Meinung abgerückt, das Museen erst was für größere Kinder sind. Viele Museen lassen sich ja mittlerweile was für Kinder einfallen oder sind mehr als nur eine Ansammlung von Ausstellungsstücken.

Mal schauen wann wir das Deutsche Museum unsicher machen werden.

In diesem Sinne: Habt einen kulturell anspruchsvollen Abend 🙂

Mareike