Category Archives: Aus Baby wird Kleinkind

10Mrz/16

Vorbereitete Umgebung vs. Zeit an der frischen Luft

Die Natur ist die beste Apotheke.Gerade sind wir wieder von unserem Ausflug an der frischen Luft zurück gekommen. Nepo schläft jetzt und ich versuche einfach mal zu entspannen. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend für mich. Nepo war für mich schwer zu greifen und zu verstehen, dieses hin und her beim Wetter, dann meine Ernährung und ständig das wetterbedingte zuhause oder im Café hocken, haben mir ganz schön zugesetzt.

Als wir am vergangenen Wochenende tabula rasa in unserem Schlafzimmer gemacht haben und dort nun eine ziemlich klare Struktur herrscht, war mich klar, dass es mit der reduzierten und manchmal vorbereiteten Umgebung nicht getan ist. Gerade die letzten Tage hatten mir gezeigt, wie wohl sich Nepo an der frischen Luft fühlt. Allerdings nicht im Kinderwagen, sondern wirklich mit beiden Beinen auf dem Boden laufend.

Zeit im Kinderwagen sollte die Ausnahme sein

Ich nahm mir vor, dass ab Montag ein Ausflug an die frische Luft und ein damit verbundener Spaziergang wieder Pflicht für uns beide wird. Und zwar nicht nur, dass er im Kinderwagen sitzt, sondern das er auch läuft. Bisher war das zwar auch ab und zu der Fall, aber ich muss leider gestehen, dass ich ihn viel öfters einfach in den Kinderwagen gepackt habe. Ich glaube er saß einfach zu häufig im Wagen, sodass er auf meine Frage, ob wir denn nach draußen gehen wollen, er immer den Kopf schüttelte. Wahrscheinlich hatte er einfach keinen Bock wieder nur im Kinderwagen zu sitzen.

Seit Montag kann ich ihn immer fragen: Wollen wir wieder nach draußen gehen und möchtest du wieder alleine laufen? Und er lacht, nickt mit dem Kopf und setzt sich auf seinen Schemel, damit ich ihm die Schuhe anziehen kann.

Die Treppen runterzulaufen macht ihm noch keinen Spaß, sodass ich ihn runter und hoch trage. Sind wir aber erstmal unten im Hausflur, setze ich ihn ab, hole den Kinderwagen und dann geht es los. Habe ich ihn vor einigen Wochen noch an die Hand genommen, läuft er jetzt allein und immer mit dem Blick auf die grünen Beete neben mir her. Selbst an der Ampel nehme ich ihn nicht mehr an die Hand. Er bleibt stehen und geht dann mit mir über die Straße. Bei größeren Straßen habe ich ihn zwar immer noch an der Hand oder seine Kapuze in der Hand, aber ich will ihm zeigen, dass ich ihm vertraue und weiß, wenn ich STOP sage, dann heißt das auch Stop für uns beide.

Die Strecken zu Fuß werden immer länger

Waren es bis vor einigen Tagen nur wenige 100 Meter, die er gelaufen ist, so ist es jetzt schon ein gutes Stück, dass er in einem ordentlichen Tempo zurücklegen kann. Er läuft von unserer Wohnung bis zu unserem Stammspielplatz, dabei überqueren wir mehrere Straßen, eine Endhaltestelle für die Tram und einen gemütlichen Platz mit Maibaum. Es geht vorbei an mehreren kleinen Läden, Marktständen und Restaurants, bis wir die Grünfläche erreichen und dann unseren Spielplatz.

Sicher bin ich jetzt doppelt so lang unterwegs, aber dafür geniesse ich es, wie Nepo Kellerfenster entdeckt, an der Schule halt macht und die Kinder bei der Pause beobachtet. Wie er hektisch auf jeden Hund zeigt und die bunten Schaufensterdekorationen betrachtet. Bei der Haltestelle für die Tram bleiben wir immer am längsten. Es ist so aufregend für Nepo die Tram zu beobachten, den Leuten zuzuwinken, die drin sitzen und zu beobachten wie sie losfahren oder anhalten.

Gestern haben wir mal wieder ein Müllauto und die uns schon sehr bekannte Crew verfolgt. Von Hauseingang zu Hauseingang sind wir hinterher gelaufen und haben zugeschaut, wie die Tonnen geleert wurden. Die Männer der Abfallwirtschaft haben immer mit Nepo gescherzt, ihm gewunken und ihre Witze gemacht. Als sie dann fertig waren und der besonders liebe Mann sich in den Feierabend verabschiedet hat, sind wir zufällig hinter ihm her gelaufen. Plötzlich drehte er sich um, gab Nepo einen Euro und meinte: „Kauf die leckere Schokolade, weil du so ein lieber Engel bist.“ Ich muss zugeben, mir standen die Tränen in den Augen, weil ich so überwältigt war, von dieser Geste.

Natürlich habe ich Nepo dann einen Osterhasen aus Schokolade gekauft. Den Euro habe ich aufbewahrt. Als wir heute zum Spielplatz gelaufen sind, kamen wir wieder an einem Obdachlosen vorbei, der bei Wind und Wetter auf dem Bürgersteig sitzt. Nepo hat ihn beobachtet und ich konnte nicht anders, als ihm genau diesen Euro in den Becher zu werfen. Ich denke, dass war die beste Würdigung dieses Euros.

Es sind die kleinen Momente, die so voller Glück sind. Hätte ich Nepo gestern und heute im Kinderwagen durch die Gegend kutschiert, wären wir nie in den Genuss dieser Augenblicke gekommen.

Keine Lust mehr auf die vorbereitete Umgebung

Seit Montag habe ich für Nepo nun in der früh auch nichts mehr vorbereitet, da wir zwischen 09:00 und 10:00 Uhr das Haus verlassen, um auf den Spielplatz zu gehen oder in unsere Kurse. Auch ohne die vorbereitete Umgebung macht Nepo nicht den Eindruck, dass er gelangweilt ist. Da wir sein Regal ausgemistet haben und er nur wenige Dinge zur Verfügung hat, nutzt er eben diese viel intensiver. Auch mit seinen Stofftieren, die er bis dato überhaupt nicht beachtet hat, beschäftigt er sich jetzt sehr stark.

Zwar sind immer noch die paar Autos, die wir nicht weggeräumt haben, das Highlight für ihn, aber es ist nicht mehr so extrem wie vor dem Wochenende.

Heute morgen hat er seit langem mal wieder in Ruhe gefrühstückt und Banane und das weiße von zwei gekochten Eiern gegessen. Oh, Gott, ich weiß gar nicht, ob das gut für ihn ist, aber wenn es ihm doch schmeckt. Danach haben wir an seinem Waschtisch die Zähne geputzt und ich konnte ihn das erste Mal seit mehreren Monaten auch mal wieder mit einem Waschlappen abwaschen. Er wollte das irgendwann nicht mehr und ich habe es akzeptiert. Jetzt mit der Waschschüssel, der kleinen Seife, dem Spiegel und dem Mini Waschlappen ist das alles für ihn viel aufregender. Heute habe ich dann auch Zahnbürste und Zahnpasta auf den Waschtisch geräumt, da ich glaube, dass es dort einfach ansprechender für ihn ist.

Nach dem also die Pflege vorüber war, ist er wieder abgedüst, hat mit was weiß ich gespielt und irgendwann war er dann bereit für den Ausflug auf den Spielplatz.

Mir fällt auf, dass er draußen so viel entspannter und ruhiger ist, als drinnen. Ich selbst kann das gut nachvollziehen, denn ich bin auch ein „Frischluftjunkie“. Das Wochenende komplett in der Wohnung zu verbringen, macht mich fertig. Vielleicht habe ich die Sucht nach frischer Luft und freier Bewegung an Nepo weitergegeben – das wäre toll.

Wachsende Abneigung gegenüber Spielplätzen

Der Weg heute zum Spielplatz war wieder sehr entspannt und entschleunigend. Nepo ist gefühlt 5000 stehen geblieben, hat Blumen, Hunde, Kellerfenster, Autos und die Trambahn beäugt, seine Nase am Schaufenster plattgedrückt und fasziniert den pinkelnden Dackel angeschaut. Bevor wir den Spielplatz erreichten, habe ich mir in einem kleinen Café noch einen Kaffee und für Nepo eine Brezel gekauft. Danach ging es auf den Spielplatz, wo wir die einzigen waren.

Wie schon letztes Jahr ist die erste Aktion auf dem Spielplatz die Babyschaukel. Nachmittags und bei schönem Wetter muss man da schon mal anstehen, aber ansonsten ist sie eigentlich sehr bequem. Nach der Schaukel ging es dann zur Rutsche und dann nirgendwo hin. Nepo wurde müde und hatte auf nichts so richtig Lust.

Mir fiel heute zum ersten Mal so richtig auf, dass die Kinder ohne die Eltern fast nichts machen können. Nepo hatte heute kurz das Bedürfnis überall hochzuklettern. Aber nirgendswo ging es, weil die Geräte für ihn noch zu groß sind, dazu kommt die eingeschränkte Beweglichkeit durch die Schuhe, den Baumwolloverall und die Matschhose. Er war so genervt, denn er liebt es Dinge zu erklimmen. Das funktioniert super bei den Hengstenberg Geräten im Spielraum oder auf der Wiese in freier Natur. Aber diese Geräte auf dem Spielplatz waren so demotivierend für ihn, dass er anfing mit weinen.

Ich schaute mich um und war genervt von der Babyschaukel, in die kein Kind allein reinkommt, von dem Wippauto, in das man die Kinder reinsetzen muss, von der Rutsche auf die Kinder in Nepos Alter hochgehoben werden müssen. Die Wippe, die einem Kind allein überhaupt nichts bringt und diese Netzschaukel, die so hoch ist, dass selbst ältere Kinder Probleme haben, dort reinzukommen. Es gibt kein Gerät, wo Nepo nicht auf meine Hilfe angewiesen ist und das finde ich scheiße.

Letztes Jahr ist es mir noch nicht so aufgefallen, aber jetzt mit der Spielraum Erfahrung, mit dem Wissen, wie stolz er ist, wenn er Schrägen laufen kann oder das Piklerdreieck erklimmt, jetzt weiß ich, wie deprimierend es für ihn sein muss, dass er fast nirgends hoch kommt.

Ich musste an Remo Largo denken und wie er mal in einem Interview über die fantasielosen Spielplätze wetterte, die nicht ansatzweise an die Erlebnisse im Wald rankommen. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich mit Nepo einen Naturtreff besuchen möchte. Auch ich bin schon völlig abgestumpft, was die Erlebnisse im Wald anbelangen. Und das, obwohl ich auf einem Dorf aufgewachsen bin, ohne schöne Spielplätze, aber mit viel Wiesen, Wäldern und Bächen.

Heute nachmittag werde ich mit Nepo an die Isarauen gehen. Dort gibt es Steine, die man ins Wasser werfen kann, grüne Flächen und viele Bäume. Ich werde die Route so legen, dass wir nicht am Spielplatz vorbeikommen, wohl aber am Naturkindergarten. Ich will, dass wir mehr von der Natur erleben, auch wenn wir in München wohnen. Aber hier ist der englische Garten und der ist zwar ein Park, aber trotzdem ansprechender als ein Spielplatz, dessen Geräte so demotivierend und frustrierend für Nepo sind, dass er nur noch weint.

An Ostern sind wir bei meinen Eltern – aufm Land. Sie haben ein Haus und sie haben einen großen Garten. Dazu gibt es in Laufweite Felder, Wiesen und etwas weiter weg auch Wald.

  • Ich möchte, dass wir mit Nepo einfach nur draußen sind und den Luxus eines Garten oder der nahe gelegenen Wiesen nutzen.
  • Ich möchte mit ihm nicht auf den neu errichteten Mehr-Generationen-Spielplatz oder die ganze Zeit in der Wohnung sitzen.
  • Ich möchte, dass er sich mit der Natur misst und nicht mit von Menschen entworfenen Fantasiegeräten in Blumen- und Pilzform.
  • Ich möchte, dass mein Sohn irgendwann barfuss über Wiesen, Felder oder Waldboden läuft – ohne Ekel, ohne Schmerzen oder dem Gefühl, dass da was fehlt.
  • Ich möchte keine super gedämpften Schuhe für ihn, sondern Schuhe, die so eine dünne Sohle haben, dass er den Kontakt zum Boden nie verliert.
  • Ich möchte, dass er in eine Krippe und einen Kindergarten geht, die es nicht zum Ziel haben, die Kinder auf Spielplätze zu schleifen, sondern mit ihnen in den Park und den Wald gehen oder sie einfach nur im Garten das Gras beobachten lassen.
  • Ich möchte, dass mein Sohn die Nähe zur Natur kennenlernt, die ich kennenlernen durfte. Ich will das er die Natur schätzen lernt, dass er weiß, dass ein Baum mehr Schatten spendet, als jedes Sonnensegel auf der ganzen Welt. Ich will das er merkt, dass wir ohne die Natur, aber die Natur ohne uns alles ist. Ich möchte nicht, dass mein Sohn ein typisches Großstadtkind wird, dass nicht weiß, dass eine Kuh braun-weiß ist und das Berge nicht nur zum Ski fahren da sind.

Ja, das alles ist meine Aufgabe als Mutter und diese zu erfüllen, solange es mir möglich ist, ist meine oberste Pflicht und Verantwortung ihm gegenüber.

So, jetzt werden wir Essen und danach geht es wieder nach draußen – diesmal aber an die Isar.

Alles Liebe

Mareike

 

 

08Mrz/16

Mein temporärer Abgesang auf Brio und Matchbox

Am Wochenende haben wir uns temporär von einigen Spielsachen getrennt, die Nepo zwar lieb gewonnen, aber uns in den Wahnsinn getrieben haben. Das wir Spielzeug temporär wegräumen, obwohl Nepo mit diesem jeden Tag gespielt hat, mag für euch vielleicht herzlos klingen, für uns war es die letzte Rettung, um überhaupt nochmal Ruhe in unsere Wohnung zu bekommen.

Und das Alter spielt doch eine Rolle

Geht ihr bei den Spielzeugen streng nach der Altersvorgabe? Ich ehrlich gesagt nicht. Wenn ich es gut finde, dann hält bei uns auch Spielzeug der Kategorie 3+ schon mal Einzug. Den Vogel hat hier übrigens meine Mutter abgeschossen, die beim letzten Besuch 3M+ mit 3+ verwechselt hat und mit einem typischen Raschelbuch für Babies um die Ecke kam. Naja, das aber nur am Rande.

IMG_0716Im Dezember haben wir in dem Keller von den Eltern meines Freundes sein altes Spielzeug ausgeräumt. Darunter waren unendlich viele Playmobilspielsets, Matchbox Autos, eine knapp 40 Jahre alte Brio Bahn und und und. Während wir das Playmobil relativ schnell weggeräumt haben, entschieden wir, dass Nepo zu Weihnachten die alte Brio Bahn mit der Kombination einer neuen zu Weihnachten geschenkt bekommt. Mir ist aufgefallen, dass er im Café Glanz immer mit der Bahn spielte und da ganz versunken war, weshalb ich auch dachte, dass er die Brio Bahn lieben würde.

Das gleiche galt für die Matchbox. Aus einem „Komm wir schauen mal kurz, welche Autos ich früher hatte“, wurde ein „Jetzt packen wir die Autos in eine Kiste, damit sie immer schön für die zur Verfügung stehen“. Ergänzt wurde das dann auch noch durch meine grandiose Idee ein Parkhaus und nun ein Spielzeugteppich aus Karton zu basteln bzw. zu malen.

Sowohl die Brio Bahn, als auch Matchbox Autos werden immer mit einer Altersempfehlung von 3+ angeboten. Und das liegt nicht daran, dass sie so kompliziert sind oder so klein. Nein, das liegt daran, dass Nepo mit 18 Monaten schlichtweg zu klein ist, um sich Geschichten zu überlegen, die ausreichen, dass er allein mit der Bahn oder den Autos spielt. Natürlich kann er die Schienen schon selbst zusammen bauen, was sicher jedes Kind kann, wenn es ständig sieht, wie die Eltern oder Großeltern die Schienen zusammen basteln. Es ist schlichtweg Nachahmung, die er mittlerweile auch auf sein Puzzlebuch überträgt. Die Puzzle sind sehr groß und funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Schienen der Brio Bahn. Aber das nur so am Rande.

Verdammt auf die Rolle des Mitspielers ohne Rechte und ohne Ahnung

War am Anfang noch ein konzentriertes Spielen mit der Bahn und den Autos möglich, kippte das ganze nach einigen Tagen. Plötzlich musste ich immer dabei sein, aber richtig spielen durfte ich nicht. Wollte er, dass ich mit ihm die Brio Bahn aufbaue und spiele, durfte ich nur bestimmte Schienen verwenden. Weichen – nur er, Bahnübergänge – nur er, Tunnel und Brücken – nur er. Ich bekam nur die kurvigen Schienen und wehe ich wagte es mich an eine freie Weiche anzudocken. Boah, da wurde gleich alles zerstört und der Herr war beleidigt.

Bei der Kombination von alt und neu haben wir leider übersehen, dass ein neuer, motorisierter Zug nicht durch den alten, sehr schmalen Tunnel passt. Eine Flüchtigkeit die mich jeden Tag einholte und einen frustrierten Sohn mit sich brachte. Ich weiß nicht, wie oft er am Tag versucht hat mit dieser überbreiten Lok in den Tunnel zu fahren. Und warum ich nicht einfach diese scheiß E-Lok aus dem Karton genommen habe. Während ich also täglich neben der Bahn sitzen musste und irgendwie immer nur die gleichen Handgriffe machen durfte, sank die Bahn kontinuierlich in meiner Gunst.

Das gleiche galt für die alten Matchbox Autos. Am Anfang wollte er allein spielen und es war ihm ein großes Vergnügen sie aneinanderzureihen. Doch irgendwann war alleine spielen doof. Also bekam ich unzählige Male am Tag ein Auto in die eine Hand gedrückt und mit der anderen Hand wurde ich abwechselnd ins Wohnzimmer oder ins Schlaf- bzw. Spielzimmer gezogen, je nachdem wo die Parkgarage stand. Dann kam das gleiche Spiel wie bei der Bahn. Egal was ich machte, es war falsch bzw. blöd. Die Autos die Parkgarage runterfahren zu lassen – blöd, den Regenbogen von Grimm als Tunnel zu nutzen – blöd, die Autos einfach durch den Raum fahren zu lassen – ganz blöd. Ehrlich gesagt war ich einfach nur der Yogi, der neben ihm sitzen musste, ab und an ein Auto in die Hand gedrückt bekam und sonst eigentlich nichts machen durfte.

Auch das habe ich jetzt fast drei Monate mitgemacht und bin ehrlich gesagt so genervt, dass ich mich jetzt frage, warum wir die Sachen nicht schon früher weggeräumt haben.

Bahn und Matchbox – alles durchgespielt

IMG_1812Bei beiden Sachen merkt man jetzt deutlich, dass sie einfach durchgespielt sind. Wie mein Freund treffend gesagt hat: Es kommt nichts mehr, alles wurde von vorn bis hin bespielt und jetzt ist es nur noch Mist.

So kam es, dass ich am Samstag alles zusammengesucht und bis auf eine Handvoll Matchbox alles verstaut habe. Gerade bei der Brio Bahn bin ich mir sicher, dass wir sie ihm bald wieder anbieten werden. Aber mit nur ganz wenigen Schienen, ohne Tunnel und ohne die dämliche E-Lok.

Auch die selbstgebastelte Straßenkarte und das Parkhaus aus Karton, dass sich stolz seit Oktober behauptet hat, mussten gehen.

Was er am meisten vermisst.

Für mich war sehr interessant zu wissen, welches der weggeräumten Spielzeuge er denn am meisten sucht und uns signalisiert, dass da mal was da war. Tja, was soll ich sagen: Er vermisst nichts! Er hat jetzt die letzten Tage nicht einmal unters Sofa geschaut, wo früher die Bahn und die Straßenkarte waren. Sich kein einziges Mal suchend im Schlafzimmer das Parkhaus oder seine Kiste mit den ganzen Autos umgeschaut. Wir haben ihn beobachtet und nicht ansatzweise irgendwas gesehen, was darauf schließen lässt, dass er etwas lieb gewonnenes vermisst.

Gleichzeitig habe ich auch gemerkt, dass meine vorbereitete Umgebung für ihn zu viel ist bzw. aktuell einfach nicht passt. Er hat so lustlos und mechanisch sein Spielgeld in die Dose geworfen, dass ich mich überlegt habe, dass auch das Schütten einfach durch ist.

Wir haben jetzt beschlossen, dass er weniger angeboten bekommt und beobachten, wie er sich verhält. Durch die Neugestaltung seines Regals hat er sowieso immer Anregung und auch seine Spielküche findet jetzt mehr Beachtung. Da er noch etwas klein für die Küche ist, holt er sich jetzt immer seinen Anziehschemel aus dem Flur und nutzt das als Stufe, um besser auf die Kochfläche, an die Gewürze und vor allem an die Mikrowelle zu kommen.

Was allerdings für mich in den letzten Wochen am deutlichsten wurde, ist die Tatsache, dass wir wieder an die frische Luft müssen. Jahreszeitenbedingt und vielleicht auch aus Bequemlichkeit waren wir zwar jeden Tag draußen, aber meist nur kurz und Nepo war fast immer im Kinderwagen. Gestern verbrachten wir den Vormittag auf dem Spielplatz und wir genossen die Sonne und den strahlend blauen Himmel. Der Frühling kommt, das merken wir beide und wir freuen uns so drauf. 🙂

Heute vormittag ist allerdings erstmal wieder „Miteinander wachsen“ bei Montessori 21 angesagt. Habt einen wunderschönen Tag ihr Lieben, ich gönne mir jetzt erstmal einen Kaffee.

28Feb/16

Warum wir unseren Sohn nicht mehr ins Bett bringen

Bis vor wenigen Wochen war unsere Abendplanung gleich derer vieler Eltern: Der Mann kam nach Hause, wir haben über den Tag gesprochen, er hat etwas mit Nepo gespielt und ihn dann zwischen 19:00 und 20:00 Uhr mit einer Flasche ins Bett gebracht. Vor einigen Monaten hat das alles noch super funktioniert und Nepo ist gleich eingeschlafen. Doch irgendwann wurde es zum Kampf und mal kam mein Freund nach einer halben Stunde wieder raus und ich bin rein, was natürlich überhaupt nichts gebracht hat – außer einem weinenden Kind und leicht frustriert-verzweifelten Eltern.

Als das „Zu-Bett-Bringen“ überhaupt nicht mehr geklappt hat, habe ich mit unserer Spielraum-Leiterin Silvia gesprochen. Wie jedes Mal kam sie während der Stunde zu mir, wie zu jeder anderen Mutter, und erkundigte sich nach unserem Befinden. Ich erzählte ihr, dass es uns nicht mehr gelingt Nepo ins Bett zu bringen und uns das den ganzen Abend über verfolgt. Sie meinte das sei sicher eine Phase, aber sie hätte auch noch einen Artikel für mich, den sie mir nach der Brotzeit gern geben würde.

Als Nepo dann nach der Stunde mit seinen Spielkameraden Brotzeit machte, gab mir Silvia den Artikel mit der genialen Überschrift: „Zen in der Kunst des Zu Bett Gehens oder: Die Mär vom Zu-Bett-Gehen“. Nach kurzem Googeln habe ich ihn hier gefunden. Ich muss zugeben, dass ich schon sehr darauf acht gebe, wer mir welche Tipps und Artikel gibt und aufgrund meiner Einstellung gegenüber Montessori und Pikler prallen sicher 80% aller „Ratschläge“ von mir ab. Silva, ebenso wie Bettina, unsere Spielraumleiterin bei der siaf sind aber Montessori- und Pikler-Pädagogen und ihren empfohlenen Artikeln schenke ich eben mehr Beachtung, als Müttern, die mir begeistert von irgendwelchen Schlafprogrammen erzählen. Aber ich denke da unterscheide ich mich nicht von anderen Müttern, die natürlich auch schauen, welche Empfehlungen sich mit ihren Einstellungen überschneiden.

Nun aber zurück zum Artikel. Wir waren dann nachmittags im Café Glanz, wo Nepo mich schlichtweg vergisst. Er hat dort seine vertrauten Gesichter in Form der Mitarbeiterinnen, es gibt dort zwei große Kisten mit Duplo und einer Brio Bahn und vor allem gibt es Kinder. Für mich also der ideale Zeitpunkt diesen Artikel zu lesen und ich kann jetzt schon sagen: Er hat bei uns ein Umdenken bewirkt.

In ihrem Artikel räumt die Autorin Naomi Aldort mit den allseits bekannten Überzeugungen auf, die auch wir teilweise hatten.

  1. Kinder müssen zu Bett „gebracht“ werden
  2. Eltern pflegen ihre Beziehung am Abend
  3. Die März vom „Zur-Ruhe-Kommen“
  4. Wie lange darf das Zu-Bett-Gehen dauern?
  5. Das Kind weiß, wann es müde ist
  6. Die Mär vom quengeligen Kind
  7. Die Mär vom „Wieder-munter-Werden“
  8. Die Kontrolle der Eltern

Nachfolgend möchte ich gern auf unsere Sicht der acht Punkte eingehen, da ich nicht nochmal die Sicht der Autorin wiedergeben will, denn die könnt ihr direkt im Artikel nachlesen.

Kinder müssen zu Bett „gebracht“ werden

Ja, dieser Ansicht waren wir auch lange. Während man den Neugeborenen noch zutraut, dass sie ihren eigenen Instinkt haben, was das Schlafen anbelangt, so versucht man schon bei drei- bis sechs Monate alten Kindern zumindest abends einen „Schlafrhythmus“ einzuführen. Die einen machen es über Schlafprogramme, die anderen mit Ritualen, der Flasche, mit Danebenliegen und und und. Bei uns war es immer die Flasche und die Ruhe des Papa, was mal mehr, mal weniger funktioniert hat. Letztendlich waren es aber immer wir, die bestimmt haben, wann Nepo ins Bett geht. Nämlich dann, wenn wir Anzeichen von Müdigkeit gesehen haben. Oft hat das auch funktioniert, genauso oft aber auch nicht.

Seit gut zwei Wochen haben wir aufgehört Nepo ins Bett zu bringen. Die einen mögen das mutig nennen, die anderen eine Kapitulation vorm Kind. Beides kann ich verstehen, denn es bricht mit den gängigen Regeln. Doch wie so oft haben wir auch beim zu Bett „bringen“ gemerkt, dass die gängigen Varianten bei uns nicht so funktionieren. Das Schlafen gehen ist bei vielen, wie so oft, ein Machtkampf zwischen Eltern und Kind, den ich nicht mehr bereit bin zu kämpfen. Ich halte nichts von Macht und muss sie schon gar nicht gegenüber meinem Kind demonstrieren. Ich bin hochsensibel und ich fühle mich nicht gut, wenn sich mein Kind in den Schlaf weint. Für mich ist es untragbar nach einem Streit oder traurig ins Bett zu gehen. Warum sollte ich das von meinem Sohn verlangen?

Nepo geht nun mit mir ins Bett und da ich gerade meinen Biorhythmus umstelle bzw. so lebe, wie er für mich am besten ist, bin ich immer sehr früh müde. In den letzten Tagen bin ich immer zwischen 20:00 und 21:00 Uhr ins Bett gegangen. Ich kann mich dann hinlegen, vor mich hindösen, über den Tag nachdenken. Ich bin abends so kaputt, dass ich irgendwann einschlafe. Meist spielt Nepo dann noch in seinem Bett, dass neben meinem steht, mit seinen Autos oder schmiegt seinen Kopf an meinen. Es kommt vor, dass er vor mir einschläft, meist aber direkt nach mir.

Für mich ist das aktuell sehr entspannend. Die Sorgen und Gedanken vom zu Bett bringen sind bei mir nicht mehr da und ich geniesse abends die Zeit mit Nepo. Nichts lenkt uns ab und wir spaßen manchmal rum, manchmal spiele ich mit ihm oder lese aus seinen Büchern vor. Ich kann mich voll auf ihn konzentrieren und da ich nicht vorhabe nochmal aufzustehen, denke ich auch nicht daran, was ich noch alles zu tun hätte.

Für ihn ist die Zeit im Bett nun auch keine schlimme Zeit, sondern er liegt gern bei mir. Eben weil er weiß, dass er jederzeit aufstehen kann. Er weiß, dass er nichts verpasst und noch mehr spürt er, dass Schlafen gehen nicht schlimm ist oder gar eine Strafe darstellt.

Ich bin ein Frühaufsteher und mittlerweile bin ich es gewohnt, um 05:00 Uhr aufzustehen. Meist werde ich von allein wach, nur manchmal brauche ich einen Wecker. Da Nepo dann relativ spät ins Bett geht, schläft er meist bis 8:00 Uhr. Für mich ist die Zeit am Morgen sehr wertvoll. Ich bin fit und kann viele Dinge erledigen. Wenn er dann aufwacht bin ich entspannt und kann mit ihn in den Tag starten.

Elternzeit

Ich finde nicht, dass wir jetzt weniger Zeit füreinander haben, nur weil wir Nepo jetzt nicht mehr ins Bett bringen. Wenn mein Freund aus dem Büro kommt, reden wir miteinander über den Tag, über unsere Sorgen, Wünsche – eigentlich über alles mögliche. Wir zwei sind keine TV-Fans, weswegen wir schon mal gar keinen Fernseher haben. Obwohl wir auch über unseren großen Mac TV schauen könnten, machen wir es nicht. Das macht meiner Meinung nach viel aus.

Wir geniessen unsere Zeit zu dritt und wir als Eltern haben nicht das Gefühl, dass uns jetzt Zeit für uns fehlt. Nepo ist ein Teil von uns und er nimmt an unserem Alltag und Leben teil, so wie wir an seinem teilnehmen dürfen. Wichtig ist, dass jeder auch mal für sich Zeit hat. Ich habe das morgens und mein Freund abends.

Als wir Nepo noch ins Bett gebracht haben, war es ja auch nicht anders. Einer war immer bei ihm und der andere hat sein Ding gemacht. Wenn das zu Bett bringen besonders lang und aufreibend war, war der Abend dann sowieso gelaufen und wir waren beide zu fertig für alles.

Uns geht es sehr gut und wir haben nicht das Gefühl als Paar hinten anzustehen, nur weil wir nie zu zweit ausgehen oder unseren Sohn um 18:00 Uhr ins Bett bringen, um dann gemeinsam vor dem Fernseher zu sitzen, wo dann doch jeder nur für sich ist.

Die Mär vom Zur-Ruhe-Kommen

Nepo signalisiert uns mittlerweile schon sehr gut, wenn er mal seine Ruhe braucht oder gar müde ist. Ich selbst gehe da gar nicht aktiv auf ihn zu, und will das er zur Ruhe kommt oder mal tief durchatmet. Meist ist er es, der ein, zwei, drei Bücher anschleppt und diese dann mit mir anschaut. Er blättert sie durch, zeigt mir dies und das, ich erzähle ihm was zu den Bildern oder lese vor. Irgendwann ist es dann vorbei und er widmet sich dann sehr konzentriert seinen Autos.

Bevor ich ins Bett gehe, muss Nepo natürlich seinen Schlafanzug anziehen. Ich lege ihn dann raus und manchmal kommt er von allein, legt sich neben den Schlafanzug und lässt sich anziehen. Wenn er nicht möchte, dann zwinge ich ihn nicht, weil ich weiß, irgendwann kommt er schon. Manchmal sind es nur wenige Minuten die ein entspanntes Umziehen von einem Kampf unterscheiden. Hier gilt wie so oft: Gut Ding will Weile haben.

Wie lange darf das Zu-Bett-Gehen dauern?

Ich muss mir diese Frage nicht mehr stellen, denn ich bleibe ja, wie Nepo, im Bett. Ich denke nicht daran, was ich alles noch tun muss oder werde genervt, weil Nepo nach 20 Minuten immer noch nicht schläft. Nein, wir können kuscheln, Quatsch machen oder ich liege einfach nur da und geniesse meine Ruhe, auch wenn Nepo neben mir mit seinen Holztraktor agiert.

Wenn ich im Bett liege, habe ich kein Zeitgefühl und kann nicht sagen, wie lange Nepo noch rumspringt. Irgendwann schlafe ich ein und wenn ich nachts aufwache, dann schläft er auch. Mein Freund sagt mir dann, dass er kurz nach mir eingeschlafen ist oder noch Ewigkeiten draußen rumsprang.

Für mich ist das jetzige Zu-Bett-Gehen auf jeden Fall kurzweiliger, als früher. Zudem darf man nicht die Qualität der Zeit vergessen, die man mit dem Kind verbringt, wenn man gemeinsam ins Bett geht. Vielleicht wird Nepo irgendwann von allein ins Bett gehen, auch wenn ich nicht da bin. Vielleicht wird er eine Weile im Bett liegen und spielen, um dann einzuschlafen. Vielleicht wird das irgendwann sein, vielleicht aber auch nicht.

Das Kind weiß, wann es müde ist

Nepo schläft ein, wenn er und sein Körper es für richtig halten. Nicht mein Freund und nicht ich entscheiden, wann er müde ist. Manchmal findet er nicht in den Schlaf, manchmal lacht er und zwei Sekunden später schläft er. Manchmal schläft er ein, wenn er über mich drüber klettert und manchmal in mitten seiner Autos im Bett.

Wir sind für ihn da, unabhängig, ob er wach ist oder schläft und das ist das wichtigste.

Die Mär vom quengeligen Kind

Als wir gestern Abend von Augsburg nach München gefahren sind, quengelte Nepo auf der Rückbank. Ich bewundere Eltern die das einfach so aushalten. Mich macht das fertig, mein ganzer Körper kribbelt und ich würde alles in meiner Macht stehende tun, damit Nepo es besser geht. Aber das geht nicht. Mein Freund hat mich gestern auf der Fahrt einfach gebeten, ruhig zu sein und Nepo auch einfach mal quengeln zu lassen. Es viel mir schwer, aber irgendwann hat er aufgehört und wenig später ist er eingeschlafen. Die Nacht war zudem eine sehr ruhige.

Die Launen des Kindes genauso zu akzeptieren wie die Launen eines Erwachsenen ist immer noch eine Herausforderung für mich. Aber so wie ich mal schlechte Laune habe, so hat Nepo sie eben auch. Und ich muss das akzeptieren, auch wenn es mir als Hochsensibelchen immer noch schwer fällt.

Die Mär vom „Wieder-munter-Werden“

Im Gegensatz zur Autorin finde ich am „Wieder-munter-Werden“ nichts herrlich. Kann es herrlich sein nachts von 0:30 bis 2:30 Uhr wach zu sein? Nein, es ist nicht herrlich. Auch als Nepo nachts wach wurde und um 1:00 Uhr mit seinen Autos spielen wollte, konnte ich nicht staunen, wie die Autorin sagt, sondern wollte nur weinen. Zum Glück sind die Zeiten bei ihm vorbei und er wacht nachts nur kurz auf. Wir sind dagegen schon öfters wach. Montag war sehr krass für mich. Ich bin um 2:38 Uhr aufgewacht und nach einer Stunde im Bett wälzen aufgestanden. Ich hoffe das wird heute nicht so. 😮

Die Kontrolle der Eltern

Mein Freund hat gerade Jesper Juul neuestes Buch „Leitwölfe sein“ gelesen. Darin geht es auch um Machtkämpfe und die Tatsache, dass Eltern ihr Kind als Projekt sehen. Wenn man natürlich als Eltern so eine Einstellung hat, dann ist auch das „Zu-Bett-Gehen“ eine Machtfrage und die gewinnt auf den ersten Blick der Stärkere, auf den zweiten Blick verlieren aber beide.

Ich kann Nepo nicht befehlen, wann er schlafen soll. Er schläft, wenn er es für richtig hält. Ich habe im Leben genug Projekte gehabt, dass ich nun keines mehr brauche. Ich möchte meinem Kind auf Augenhöhe begegnen und so wie ich mir von niemandem vorschreiben lasse, wann ich ins Bett gehen soll oder was ich essen soll, so will ich meinem Sohn gegenüber auch nicht auftreten. Es würde auch nicht funktionieren, denn mein Herz würde zerspringen.

 

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Letztendlich muss jeder jeden Tag für sich entscheiden, was richtig und was falsch ist. Wir haben aufgehört unseren Sohn ins Bett zu bringen und fahren damit gut. Jetzt ist es 20:57 Uhr und ich bin todmüde. Nepo ist heute ohne mich eingeschlafen und jetzt gehe ich zu ihm. Mein Wecker wird morgen um 4:30 Uhr klingeln und dann will ich fit sein. Ich sags ja: Jeder Mensch hat so seine Stärken und Vorlieben. Und während Nepo eine Eule wird, bin ich eben die Lerche.

 

 

30Jan/16

Ein herrlich entspannter Kindergeburtstag

Nepo im BälleparadiesNachdem der Mann auf dem Sofa eingeschlafen ist und unser Kleiner schon auf der Autofahrt vom Kindergeburtstag wieder nach Hause, ist es an der Zeit mal kurz über diesen wirklich tollen Kindergeburtstag zu schreiben.

Ich fand diesen Geburtstag so toll, weil er einfach so entspannt war. Nepo war zwar mit dem drei Monate alten Bruder des Geburtstagskindes und einem anderen Kind der jüngste unter den Partygästen, aber das störte weder ihn noch die anderen Kinder.

In Summe waren es acht Kinder und Nepo und sechs Erwachsene. Der Großteil der Kids war um 3 Jahre alt und fast alles Jungs.

Das Highlight bei dem Geburtstag war sicher die Rutsche, die direkt in ein Bällebad führte. Nepo konnte gar nicht genug von bekommen und es war ihm egal, ob er auf andere Kinder rutschte oder ob andere Kinder auf ihn rutschten. Er genoß es einfach und war gar nicht mehr von der Rutsche wegzubekommen.

Auch kulinarisch kam er voll auf seine Kosten und zog sich vom Muffin, über kleine Dinkelbrezn bis hin zu Pizzaschnecken alles rein, was auf dem Tisch zu finden war. Heruntergespült mit Apfelsaft und Wasser war das für Nepo der Himmel auf Erden.

Für mich als Mutter ist es natürlich immer super zu sehen, wie Geburtstage in bestimmten Altersstufen ablaufen, denn irgendwann wird auch Nepo drei Jahre und dann ist es gut schon mal so eine grobe Richtung für die Feire zu haben.

Ich bin immer noch begeistert, wie locker das dort alles ablief und das Kindergeburtstage auch entspannt gefeiert werden können. Mich hat es ehrlich gesagt immer erschreckt, wenn Mütter sagten, dass sie in der Planung für den Geburtstag ihres Kindes Monate benötigen, weil wirklich alles, alles perfekt sein muss.

Ich denke, dass Kinder weder auf Schnittchen noch auf pädagogisch-wertvolle Deko achten. Gerade am Kindergeburtstag kann man es ruhig mal krachen lassen mit Muffins, Torte, Knabberzeug, Lollies, Pizza oder Ketchup.

Das Leben ist schließlich viel zu kurz für Schnittchen und Feng Shui beim Kindergeburtstag. 🙂

21Okt/15

Sind gemeinsame Kinderzimmer noch zeitgemäß?

Nachdem Nepo nun schon 14 Monate alt ist, haben wir uns doch schon Gedanken gemacht, ob und wann der richtige Zeitpunkt für ein zweites Kind wäre. Diese Gedankenspiele haben mich unlängst in eine Diskussion über gemeinsame Kinderzimmer hineinmanövriert.

Ich habe gemerkt, dass hier die Meinungen genauso auseinandergehen wie bei der Thematik „Familienbett“. Es gibt sicher kein richtig oder falsch und jeder muss für sich entscheiden, ob sich die Kinder ein Zimmer teilen oder nicht. Mich nervt nur, wenn Leute, die sich in ganz anderen Ausgangssituationen befinden plötzlich bemüht sehen, das gemeinsame Kinderzimmer mit der Beschneidung der individuellen Entwicklung zu verbinden.

Wenn ich in Hintertupfingen wohnen würde und die dortige Miete zahlen müsste, würde mein Kind 1 sicher auch im Ostflügel und Kind 2 im gegenüberliegenden Westflügel schlafen. Da wir aber (Gott sei Dank) in München leben und hier Wohnungssituation und Mietpreise auf einem sehr viel höherem Level liegen, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Option eines gemeinsamen Kinderzimmers zu vertreten.

Engen gemeinsame Kinderzimmer die individuelle Entwicklung ein?

Das ist für einige natürlich das absolute Killerargument gegen gemeinsame Kinderzimmer und wird meist von denen vorgetragen, die ihren Kindern das Laufen beibringen oder denken, dass nur Kinder die einen bilingualen Kindergarten besuchen, später Erfolg in Schule und Beruf haben werden.

Ich bin da ehrlich gesagt sehr optimistisch, dass sich ein gemeinsamer Spiel- und Schlafraum nicht wirklich negativ auf die Entwicklung eines Kindes auswirkt. Sicher gibt es immer Extremfälle, die ein gemeinsames Zimmer unmöglich machen, aber beim Großteil finde ich es im Gegenteil ganz praktisch, wenn Geschwister lernen auf engem Raum miteinander auszukommen.

Hierzu muss ich sagen, dass ich der Empfehlung der Psychologin aus dem Interview auf Immowelt.de folge und die Kinder altersmäßig nicht mehr als vier Jahre auseinander liegen sollten. Ich denke, wenn der Altersunterschied zu groß ist, wird es schwierig, denn welcher Neunjährige will sich gern seine Lego Konstruktion von einer Zweijährigen zertrümmern lassen.

Grenzen für ein gemeinsames Kinderzimmer

Neben dem Altersunterschied ist ein gemeinsames Kinderzimmer sicher auch nur eine Frage der Zeit. Sobald Nepo in die Schule kommt, müssten wir beobachten, ob er sich noch mit einem Geschwisterchen im Raum wohlfühlt, auch wenn es vielleicht nur zwei Jahre jünger ist. Spätestens mit zehn Jahren würde ich ihm ein eigenes Zimmer geben.

Gerade in der Pubertät finde ich ein gemeinsames Zimmer kontraproduktiv, wenn die Kinder in der Selbstfindungsphase keine Möglichkeit für einen Rückzug haben.

Aber wie so oft, ist alles eine individuelle Entscheidung, die nur von jedem einzeln getroffen werden kann.

Ideen für ein gemeinsames Kinderzimmer

Unabhängig der Tatsache, wo wir in drei Jahren leben werden und wie viel Kinder wir dann haben, musste ich mich doch schon mal schlau machen, welche Gestaltungsmöglichkeiten es für ein gemeinsames Kinderzimmer gibt. Ich finde Inspirationen gehen immer. 🙂 Und hier sind meine Top 3:

Gemeinsames Kinderzimmer - Idee 1

Quelle: Pinterest/Decorative Bedroom

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsames Kinderzimmer - Idee 2

Quelle: Pinterest/Decorative Bedroom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsames Kinderzimmer - Idee 3

Quelle: Pinterest/Decorative Bedroom