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12Apr/16

Konsumauszeit: Der Kauf eines Lastenfahrrads

Als am 8. April die Zusage für die Krippe bei Montessori 21 kam, war klar, dass wir uns nun wirklich nach einem Lastenfahrrad umschauen müssen. Mein Freund hatte eins bei ebay Kleinanzeigen gefunden, dass wir uns am Freitag anschauen wollten. Das hat dann aber irgendwie nicht geklappt und so entschieden wir, dass wir erst einmal eine Beratung für diese Art von Fahrrädern brauchen.

Wir wohnen in München und diese Stadt ist einfach ein Paradies für Radfahrer. Als ich noch nicht schwanger war, bin ich oft mit dem Fahrrad von A nach B gefahren. Es gibt viele Radwege, wenig Berge und alles ist so viel schöner auf dem Fahrrad als im Auto. Nach der Geburt von Nepo haben wir uns überlegt, wie wir zurück aufs Fahrrad kommen, um einfach mal am Wochenende die Isar entlang zu radeln oder andere Stadtteile von München zu erkunden. Schon früh war klar, dass wir keinen Anhänger wollten, weil ich Nepo immer sehen wollte. Radfahren mit dem Blick nach hinten ist dann sicher keine gute und schon gar keine sichere Art der Fortbewegung. Ja, und irgendwann habe ich dann das erste Lastenfahrrad gesehen und war begeistert. Seitdem, es war vor gut einem Jahr, überlegen wir, so ein Fahrrad zu kaufen.

Als ich Nepo für unsere Wunschkrippe anmeldete, war klar, dass wir diese nur besuchen konnten, wenn wir mit dem Fahrrad fahren. Wir haben nur ein Auto und die U-Bahn-Anbindung ist zwar von unserer Wohnung zur Krippe super, aber von der Krippe in mein Büro gibt es nichts. Mit dem Fahrrad würde der Hinweg 16 Minuten dauern, der Weg zum Büro nur 10 Minuten. Zudem würde ich Nepo die Berufspendler und überfüllten U-Bahnen ersparen. Abgesehen davon, würde ich mit dem Kinderwagen wohl gar nicht reinkommen und nur genervte Blicke ernten.

Jetzt haben wir den Krippenplatz und jetzt brauchen wir auch das Fahrrad. Da die Fahrräder sehr teuer sind, ist gute Beratung Pflicht. In dem Kurs bei Montessori 21 den wir immer dienstags besuchen, gibt es zwei Mamas, die Lastenräder fahren. Die eine ein Urban Arrow, was lange mein Favorit war, die andere ein Christiania. Die Mama mit dem Christiania ist aktuell mit dem vierten Kind schwanger, was sie aber nicht davon abhält auch bei Schnee ihre drei Kinder zu Montessori 21 zu fahren. Und die Mama mit dem Urban Arrow meinte, dass sie sich den Elektroantrieb beim Fahrrad gegönnt hat, weil sie in der Familie kein Auto mehr besitzen und stattdessen Car Sharing nutzen. Und auch diese Mama hat zwei Kinder. Von der schwangeren Mama erfuhr ich, dass es in München-Schwabing einen Fahrradladen gibt, der sich auf den Verkauf dieser Lastenräder spezialisiert hat und eigentlich jeder dort kauft.

Samstags in der Velocompany

Wir beschlossen also am Freitagabend am Samstag zur Velo Company zu fahren. So heißt der besagte Laden in Schwabing. Am nächsten Tag, kurz nach zehn Uhr, liefen wir in den Laden ein und wurden sofort begrüßt. Als ich vorsichtig fragte, ob wir denn neben der Beratung auch mal Probe fahren dürften, meinte der Verkäufer, dass eine Probefahrt ein Muss sei und ohne diese kein Verkauf erfolgte. Er zeigte uns einige Modelle und dann ging es schon nach draußen. Es nieselte als ich mich das erste Mal in meinem Leben auf ein Lastenfahrrad, in diesem Fall das Nihola setzte. Mittlerweile war ich von den Urban Arrows nicht mehr überzeugt, denn ich habe eine Frau mit diesem Fahrrad lenken sehen und das sah für mich schon sehr umständlich aus. Zudem waren für mich mittlerweile zwei Räder vorn ein Muss.

Ich setzte mich also auf das Nihola, mit zwei Rädern, die aber separat bewegt wurden, sodass ich nicht jedes Mal die Transportbox mitbewegen musste und fuhr los. Zugegeben, es war etwas neu für mich, aber ich fühlte mich sicher. Noch fuhr ich ohne Nepo, denn das war mir dann doch zu riskant. Ich fand das Nihola nach einer kurzen Fahrt super und es blieb mein Favorit. Nach mir fuhr mein Freund, auch noch ohne Nepo, denn der wollte partout nicht in die Box steigen. Nachdem wir uns beide einen Eindruck vom Nihola gemacht hatten, fuhr ich aus Neugierde nochmal ein Bakfiets. Es gibt viele davon und auch der Verkäufer liebt es. Für mich war das Teil eine Katastrophe. Ich bin beim Rad wohl der Typ „Gegensteuerer“ und so eierte ich mit dem Bakfiets auf dem Bürgersteig rum und war sicher, dass ich Nepo damit nie, nie transportieren würde. Zu unsicher für mich. Wieder zurück bei der Velo Company stieg mein Freund auf und Nepo war plötzlich Feuer und Flamme. Das Fahrrad hatte kein Regenschutz, wie das Nihola, also wollte Nepo mitfahren. Das es nieselte war ihm, wie so oft, egal. Er saß in der Box wie King Käs und hielt lässig seine Maiswaffel in der Hand. Mein Freund fuhr mit ihm und als er wieder kam, hatte Nepo ein fettes Grinsen auf dem Gesicht.

Nachdem ich mich auf dem Nihola eingefahren hatte, wollte ich, dass Nepo im Nihola Platz nimmt. Der Verkäufer öffnete das Regenverdeck, aber Nepo wollte nicht. Also bat ich den Verkäufer das Verdeck komplett abzumachen, was er gern tat. Und ta ta ta, Nepo setzte sich auf die Bank, ließ sich anschnallen und ich fuhr mit ihm eine Runde. Als wir wieder zurück kamen, strahlte Nepo über beide Ohren und wäre am liebsten noch weitere Fahrräder Probe gefahren. Mein Freund fuhr dann noch das Christiania, aber ich war so vom Nihola begeistert, dass ich darauf verzichtete.

Wieder im Laden bekamen wir die Preisliste und noch einige Infos zum Kauf. Ein schwarzes wäre gerade auf Lager, bei Bestellung würde ca. 6 bis 8 Wochen dauern, bis das Nihola geliefert würde. Wir sollten uns das aber gut überlegen, denn so ein Fahrrad kostet ja auch einiges. Wir nahmen die Preisliste, bedankten uns und verließen den Laden. Vor der Ladentür fragte mich mein Freund, wie ich denn das Nihola fand und was jetzt meine Meinung wäre. Ich sagte ihm, dass ich voll und ganz überzeugt bin und wir auf jeden Fall überlegen sollten, so ein Fahrrad zu kaufen.

Plötzlich meinte er, dass wir es gleich kaufen sollten. Wenn sie noch eins vorrätig hätten, dann sollten wir das nehmen. Ich war etwas baff, aber begeistert und so gingen wir wieder in den Laden. Nepo wollte die ganze Zeit raus zu den Fahrrädern, aber wir mussten uns noch etwas in Geduld üben, denn mittlerweile waren andere Kunden in der Beratung dran. Nach ein paar Minuten war wieder jemand für uns da und mein Freund kaufte das letzte Fahrrad, das auf Lager war. Leider konnten wir es nicht gleich mitnehmen, da noch Anpassungen vorgenommen werden müssten und aufgrund der großen Nachfrage mit einer Wartezeit von zwei Wochen zu rechnen sein müsste.

Das wir so eine teure Anschaffung nun ausgerechnet in meiner Konsumauszeit machen, war nicht absehbar. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl und wir werden sicher den Kauf nicht bereuen. Da ich ein Zweitauto aus Überzeugung ablehne, denke ich, dass wir hier richtig entschieden haben.

08Apr/16

Woche 1 der Konsumauszeit

Nun habe ich die erste Woche meiner Konsumauszeit hinter mir und möchte kurz einfach über meine Erfahrungen, Herausforderungen und Wünsche für die nächste Woche schreiben. Schon vorab: Es war eine aufregende, erfreuliche aber auch anstrengende Woche. Von Paar-Tag, über Zahn-OP bis Krippenzusage war alles dabei.

Das Wochenende

Am Samstag hatten wir einen Paar-Tag, den wir in Augsburg verbracht haben. Mittags haben wir Nepo bei den Großeltern abgegeben und wir haben uns für ein paar Stunden einfach ausgeklingt. Wir waren essen, sind durch die Augsburger Innenstadt geschlendert, haben die Dult besucht und Kaffee am Rathausplatz getrunken. Es war ein durchgängig entspannter Tag.

Der Sonntag sollte auch so werden. Ich hatte mir vorgenommen mit Nepo den Vormittag bei herrlichem Sonnenschein auf dem Spielplatz zu verbringen, damit der Mann zuhause mal chillen konnte. Leider ist Nepo nach dem Spielplatz auf einem Weg ausgerutscht und mit seinem Kopf auf Stein geknallt. Mit blutendem Kopf sind wir mit ihm nach Harlaching in die Notaufnahme gefahren. Dort wurde er geklebt und wir wurden beruhigt. Da er keine Auffälligkeiten zeigte, konnten wir wieder mit ihm nach Hause gehen. Wieder zuhause haben wir auf dem Balkon gegrillt, den Nachmittag hat Nepo dann auf dem Balkon verbracht und wir in der Wohnung. Ich habe wirklich einfach mal nichts getan. Irgendwann lag ich auf der Bank auf dem Balkon und habe den Himmel angeschaut. Einfach so, ohne Gedanken. Es war herrlich und fast wie als Kind, wenn man sich auf die Wiese legt und den Wolken zuschaut, wie sie vorbeiziehen. Abends waren wir dann noch bei uns im Innenhof und Nepo hat mit anderen Kindern gespielt. Wir saßen einfach nur da und haben ihm zugeschaut. Es war so ein typischer Sonntag an dem man einfach kein schlechtes Gewissen hat, wenn man einfach mal nichts macht. Solche Sonntage fehlten mir in den letzten Wochen und Monaten. Was sicher aber auch am Wetter lag, den so ein entspanntes Gefühl habe ich in der Wohnung nicht. Zumal Nepo in der Wohnung nie lange allein beschäftigt ist.

Die Woche

Ich muss sagen, dass uns das Wetter bei der Konsumauszeit in die Karten gespielt hat. Wir waren bis gestern (Donnerstag) jeden Tag von morgens bis abends draußen. Wenn man von Spielplatz zu Spielplatz spaziert oder einfach nur durch Haidhausen streift, dann ist das Verlangen nach Konsum fast nicht vorhanden. Ich habe selbst Nepo zweimal Torte im Café Glanz gekauft und mir am Dienstag einen Kaffee zum Mitnehmen gegönnt.

Einkaufen waren wir nur einmal im Alnatura und einmal im Vollcorner. Läden wie dm, Rossmann oder den Kaufring habe ich gemieden, da es dort irgendwie immer Spontankäufe gibt. Als ich am Sonntag merkte das mein Waschmittel ausgeht, habe ich kurzum das Waschpulver und das Flüssigwaschmittel selbst hergestellt. Damit sind wir die vergangenen Wochen bzw. Monate gut gefahren und erspart mir den Gang in den Drogeriemarkt.

Nepos großes Interesse gilt aktuell Baustellenfahrzeugen jeglicher Art. Am liebsten sind ihm Bagger, besonders die Bagger für den Sandkasten sind ihm sehr ans Herz gewachsen. Zu unserem Glück hat immer ein Kind auf dem Spielplatz einen Bagger dabei und oft darf Nepo mit ihm spielen. Am Montag wollte Nepo allerdings vom Spielplatz mit einem Bagger und es war ein riesiges Drama, dass er den Bagger nicht mitnehmen konnte. Eine Erzieherin, zu deren Gruppe der Bagger gehörte, meinte zu mir: „Die gibt es bei Aldi gerade für 6,99 EUR“. Und ich dachte mir: Was will sie mir damit sagen? Das ich Rabenmutter ja wohl 6,99 EUR locker machen kann, um für meinen geliebten Sohn einen Bagger kaufen kann oder wollte sie mir nur von dem Angebot berichten, weil sie von sich schloss und davon ausging, dass ich sofort in den nächsten Aldi stiefle um Nepo den Bagger zu kaufen und mir damit auch meine Ruhe erkaufen kann. Beide Versionen kamen für mich aktuell nicht in Frage. Ich bin nicht gewillt Nepo einen Bagger zu kaufen, nur weil er ihn gut findet. Er hat so viel Spielzeug und ich keine Lust ständig einen Bagger mit rumzuschleppen. Ich sagte ihm, dass wir nun einen richtigen Bagger anschauen würden. Da ich wusste, dass am Johannisplatz eine Baustelle ist, mit vollem Programm: Bagger, Asphaltmaschine, Presslufthammer, Walz, LKW und vorbeifahrende Tram-Bahnen, ging ich mit ihm auf direktem Wege dorthin. Zwei Minuten nachdem wir den Spielplatz verlassen hatte, hatte Nepo den Bagger schon vergessen und war von vorbeifahrenden Müllautos so angetan, dass er fast schon Schnappatmung bekam.

Früher hätte ich sicher nach einem Bagger Ausschau gehalten, aber aktuell bin ich nicht willens Spielzeug zu kaufen. Wir hatten gerade Ostern und er hat tolle Sachen geschenkt bekommen. Wir haben ihm eine hochwertige Bade-Piesel-Puppe von Götz gekauft, mit der er wunderbar spielt und um die er sich richtig kümmert. Ein blöder Bagger wäre für mich ein echter Rückschritt, zumal wir gerade alle Autos weggeräumt haben, da wir einfach nicht mehr weiter wussten mit seinem Spielverhalten.

Es ist nicht so, dass wir uns nicht um Nepo kümmern oder keinen Bock auf ihn haben. Aber mein Freund meinte es richtig: Für Nepo sind Autos wie Smartphones für uns. Wir nutzen sie, aber so richtig glücklich machen sie uns nicht. Und schön spielen funktioniert im Alter von 20 Monaten noch nicht, jedenfalls nicht mit Autos. Heute habe ich mit ihm ein Indoor Picknick gemacht, mit selbstgebackenem Brot aus Salzteig, den wir demnächst als Knete verwenden. Früher hätte ich sicher einfach Knete im Laden gekauft, aber aktuell versuche ich aus vorhandenen Dingen etwas zu machen. Und gestern vormittag hatte ich Lust Knete herzustellen mit Dingen, die ich vorrätig hatte. Heute habe ich dann beschlossen ihm kleine Brötchen und Brote zu backen. Fürs Picknick mit seiner Puppe Anton und den vielen Stofftieren hat es gereicht. Dieses Picknick hat uns einen tollen Vormittag beschert. Ich habe es genossen von Nepo „Kaffee“ zu bekommen oder ein gekochtes Ei mit gefühlt 5 Tonnen Salz und 5 Liter Maggi abgerundet. Das er auch seinen Stofftieren Holzobst, Plastikwürste und Sauerteigbrötchen anbietet, macht mich glücklich. Er redet über seine Puppe Anton mit den Stofftieren. Freilich in seiner Babysprache, aber er ist so in seinem Element, dass ich nur daneben sitze und ihn glücklich beobachte.

Ich denke, wenn wir ihm drei Monate kein Spielzeug und keine Kleinigkeiten kaufen würden. Er würde es nicht merken. Gerade jetzt, wo wir viel draußen sind und er die Natur als seinen Spielbereich ansieht, könnten wir locker bis zu seinem 2. Geburtstag ohne Neuanschaffung auskommen. Vielleicht wäre das eine neue Challenge. 🙂 Nepo hat am 06. August Geburtstag. Ob wir es bis dahin ohne Spielzeug schaffen? Wir zehren noch von Ostern, die Großeltern kommen Ende April und wir haben noch so viele Dinge in Schränken und Kellern, dass wir jederzeit das Spielzeug auswechseln können.

Jetzt bin ich aber wieder abgedriftet, denn ich wollte ja eigentlich über die Woche schreiben. Die verlief gut, auch wenn ich am Mittwochabend eine Zahn-OP hatte und ich Donnerstag etwas in den Seilen hing. Den Donnerstagnachmittag, ein sehr kalter Tag, haben wir dann im Café Glanz verbracht und Nepo konnte beim offenen Kindertreff wieder ausgiebig mit Autos spielen. Danach sind wir wieder an der Baustelle am Johannisplatz vorbeigelaufen und Abends hatte ich mein Friseurtermin. Wo ich dann gleich bei meinen Ausreißern wäre.

Die Konsumsünden der Woche

Gestern war ich beim Friseur und habe somit gegen meine Konsumauszeit verstoßen. Allerdings hatte ich den Besuch schon angekündigt und ein Aufschieben in den Mai war ebenso nicht möglich, wie ein Termin vor dem April zu bekommen.

Da ich den April auch als EC-Karten-freien Monat ausgerufen habe, muss ich hier leider gestehen: Ich habe den Friseur mit EC-Karte gezahlt. Ganz einfach, weil ich es nicht geschafft habe, vorher noch zum Geldautomaten zu gehen. Seit der Zahn-OP bin ich etwas neben der Spur, hundemüde und mies drauf. Ich kann es schon als Erfolg verbuchen, dass ich beim Blondieren nicht eingeschlafen bin.

Die anderen Tage der Woche habe ich locker ohne EC-Karte „überstanden“. Letzte Woche habe ich Geld abgehoben und von diesem zerren Nepo und ich seit gut einer Woche. Da ich ja nur Lebensmittel kaufe, sind die Kosten auch überschaubar.

Eigentlich hätten wir uns heute auch noch ein Lastenfahrrad angeschaut, dass wir bei ebay Kleinanzeigen gefunden haben. Wir planen schon seit einem Jahr die Anschaffung eines Lastenfahrrads, weil ich nur mit dem sicherstellen kann, dass ich Nepo rechtzeitig in der Krippe abgeben und auch wieder abholen kann. Das Fahrrad wäre ein kompletter Querschläger in meinem konsumfreien Monat geworden. Aus diesem und weiteren Gründen haben wir die Entscheidung über den Kauf vertagt und fahren morgen zur Velo Company, die verschiedene Lastenräder anbietet. Dann kann ich wenigstens mal Probefahren, um zu sehen, ob uns das wirklich taugt. Da wir das gebrauchte Fahrrad bar bezahlt hätten, wäre der Verkauf wenigstens kein Verstoß gegen den EC-freien Monate geworden. 🙂

Wenn Ausgaben, dann regional und bio

Generell möchte ich im April nicht nur bewusst NICHT konsumieren, sondern auch, wenn ich etwas kaufe, bewusst auf die Qualität und vor allem darauf achten, dass es regional ist. Wir haben diese Woche nur im Bio-Supermarkt eingekauft und heute auch wieder mal unsere Ökokiste aktiviert. Als einziges nicht-saisonales, aber immerhin bio, sind wohl die Bananen zu verbuchen, die ich für Nepos Brei benötige, aber das ist nun mal ein Muss.

Aktuell schaue ich auch viel auf Angebote. Am Mittwoch habe ich Schweineschnitzel gekauft, die um 25% reduziert waren. Als wir zuhause waren, habe ich sie gleich gemacht und nicht wieder in den Kühlschrank getan, um sie dann wie immer zu vergessen. So war mein Mittagessen gesichert. Für Nepo koche ich jetzt auch wieder vor und friere ein. Das hatte ich lange nicht gemacht, mit dem Ergebnis, dass wir einiges wegschmeißen mussten.

Fazit nach einer Woche Konsumauszeit

Mir geht es gut und ich habe nicht das Gefühl, dass mir irgendwas fehlt. Ich merke nur, wie entspannt ich aktuell bin, allein durch die Tatsache, dass wir nicht unsere Zeit in Läden vertrödeln, sondern auf Spielplätzen und in der Natur abhängen. Uns jagt kein zu erledigender Einkauf oder der Gedanke, was ich Nepo noch alles kaufen könnte. Ich sitze oft einfach nur da und beobachte ihn, wie er den Sand durch seine Finger rieseln lässt.

Bin ich zuhause, dann überlege ich, was ich denn aus den vorhandenen Sachen machen kann. Solche Dinge wie Knete herstellen oder Spielbrot für Nepo backen, da wäre ich vor ein paar Wochen noch nicht drauf gekommen. Aber jetzt, wo wir sein Spielzeug reduziert haben, muss natürlich auch ich mit dem vorhandenen klar kommen.

Ich denke, dass ich im April leichter durch die Konsumauszeit komme, als im November. Und ich überlege ernsthaft, ob wir es durchziehen bis August kein Spielzeug für Nepo zu kaufen. Es sei denn natürlich am 23. April finden wir was super tolles auf dem Hinterhofflohmarkt.

Meine Wünsche an die zweite Woche Konsumauszeit

Mit dem heutigen Freitag beginnt die zweite Woche der Konsumauszeit. Eigentlich möchte ich alles so fortsetzen, wie in der vergangenen Woche. Nur meinen Internetkonsum würde ich gern einschränken. Der ist meiner Ansicht nach immer noch sehr hoch und bringt mich aktuell überhaupt nicht weiter. Sicher verwende ich kaum noch Twitter, aber dafür Facebook und Instagram.

Und hier ein paar Impressionen, was man so in der konsumfreien Zeit alles macht.

Auf dem Spielplatz:

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Zuhause beim „Indoor Picknick“, beim Grillen und beim Vorkochen:

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01Apr/16

Heute startet meine Konsumauszeit

Konsumauszeit April2016

Vor einigen Wochen hatte ich es angekündigt und heute ist es endlich so weit: Ich starte wieder einen Monat unter dem Motto „Konsumauszeit“.

Konsumauszeit und Auszeit von EC- und Kreditkarte

Die erste Konsumauszeit hatte ich im November und war ganz zufrieden damit. Doch schon im Dezember, im Vorfeld zu Weihnachten, schlich sich das alte Konsumverhalten wieder ein und das Geld ausgeben viel mir nicht schwer. Im März merkte ich wieder, wie es mich nervt Dinge zu kaufen, die ich vielleicht für Nepo witzig finde, aber die nicht wirklich sein müssen. Also beschloss ich für April wieder eine „Auszeit“ zu nehmen.

Als ich vor ein paar Tagen mal wieder bei Twitter vorbeigeschaut habe, sah ich den Tweet von Manuel über den Verzicht von EC- und Kreditkarte im April. Da habe ich dann mal ohne überlegen zugesagt und hoffe das auch zu halten.

Da ich im April sämtliche Onlineshops meiden werde und wohl auch keine Bücher bei der Bibliothek vormerke, wird mir der Verzicht auf die EC- und Kreditkarte sicher nicht schwer fallen. Schon jetzt zahle ich fast alles bar, um einen Blick für das Geld ausgeben zu haben.

Umdenken bei den kleinen Ausgaben

Viel schwieriger als der Verzicht auf Kartenzahlung oder der Kauf von nicht notwendigen Dingen für Nepo wird mir der Verzicht von kleinen Dingen fallen. Darunter zähle ich zum Beispiel den Kaffee, den ich mir auf dem Weg zum Spielplatz hole oder das ich mich von Nepo wieder zum Kauf einer Brezel animieren lasse, die dann doch wieder ich essen muss. Auch mal kurz ins Café Glanz auf einen Kuchen oder einen kurzer Abstecher in den Biomarkt werde ich mir im April zweimal überlegen müssen.

Da Nepo aktuell aber sowieso lieber draußen und fernab von anderen Kindern ist, muss ich einfach Alternativen finden. Den Kaffee kann ich ja wohl von zuhause mitnehmen, die Besuche im Café Glanz werden dann für April die Ausnahme und ein Besuch im Biomarkt ohne ersichtlichen Grund gibt es dann eben auch nicht.

Gestern vormittag waren Nepo und ich in unserem Innenhof. Dort gibt es einen Spielplatz, der nur aus Sand, einer Schaukel und einem Kletterdreieck besteht. Das wird jetzt die nächsten Wochen vormittags unsere Anlaufstelle. Dort finden wir beide es super. Der Innenhof ist sauber, es gibt eine Wiese, Bäume, Bänke, Sand und miteinander kämpfende Amseln. Vor allem gibt es dort aber kaum Kinder und schon gar keinen Coffee Shop für Mama. 🙂

Wenn Nepo dann keine Lust mehr hat auf Spielplatz, haben wir jetzt eine kleine Runde gefunden, die wir zusammen laufen können. Auch die liegt fernab von Geschäften und spontanen Einkäufen.

Die Konsumauszeit im April wird sicher einfacher für mich, da ich sehr gern draußen bin. Das aktuelle Wetter ist perfekt und auch heute werden wir sicher den Großteil des Tages draußen verbringen. Letztes Jahr habe ich ernährungsbedingt mein Essen immer mitgenommen, diesen Frühling mache ich das dann eben, weil ich zwar auch auf meine Ernährung achte, aber eben auch meine Geldausgaben in den Griff bekommen möchte.

Ausnahmen und Joker

Schon in meiner Ankündigung hatte ich geschrieben, dass es eine Herausforderung in Form des Hinterhofflohmarktes hier in Haidhausen gibt. Der Flohmarkt ist wunderbar und die Stimmung ist toll. Auf keinen Fall möchten wir diesen Event, der einmal im Jahr stattfindet, verpassen und somit ist das mein Joker für April. Der Flohmarkt findet am 23. April statt und vielleicht hat sich meine Einstellung gegenüber dem Geld ausgeben so verändert, dass ich gar kein Bedürfnis habe ein Schnäppchen zu machen. Aus der Erfahrung der vergangenen Flohmärkte weiß ich aber, dass es immer was tolles in unserem Viertel gibt, da es neben den Hipster Leuten, auch einige Ökos mit tollem Holzspielzeug gibt. 😀

Und dann, ja dann, gibt es noch meinen Friseurtermin. Eigentlich wollte ich ihn noch vor Ostern machen, aber es ging nicht, da meine Friseurin im Urlaub war bzw. noch ist. Jetzt habe ich den Termin am 07. April. Ein Aufschieben in den Mai ist unmöglich, da ich jetzt schon an der maximalen Spanne von acht Wochen kratze. Das wird dann meine einzige geplante Ausgabe, fernab von Lebensmitteln und Drogerieartikeln, sein.

Zeit für das Wesentliche

Die letzten Wochen waren für mich sehr hart. Es gab bis vor einer Woche fast stündlich Konflikte zwischen uns und ich war mehr als einmal gefühlt kurz vorm Nervenzusammenbruch.

Dann kam Ostern und eine Auszeit bei meinen Eltern. Wir waren viel in ihrem Garten oder auf dem Spielplatz. Vor allem war ich aber bei ihm. Und ich meine nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Ich war mit ihm in der Gegenwart – so ganz ohne Druck, ohne Gedanken an noch anstehende Aufgaben oder ohne Blick auf das f****** iPhone. Es war gut und hat in mir einen Prozess ausgelöst. Auf neudeutsch kann man wohl sagen, dass ich die Achtsamkeit für mich entdeckt habe.

Von der Montessori 21 Kursleiterin Silvia habe ich beim Elternabend das Buch „Mit Kindern wachsen – Die Praxis der Achtsamkeit in der Familie“ bekommen. Ich habe es gestern fertig gelesen und kann nun sagen, dass mich das Buch und die daraus entstandenen Gedanken wirklich vor den schlimmsten Wutanfällen und Ausrastern bewahrt haben. Mein Freund meinte auch, ich hätte mich verändert und diese Veränderung würde auch auf Nepo übergehen. Als ich gestern im Innenhof auf der Bank saß, bewusst weiter weg von ihm und noch weiter weg von meinem iPhone, war mir das erste Mal so richtig bewusst, wie schön die Momente mit ihm sind und wie kostbar jede Sekunde unserer Zeit ist. 

Kein Facebook und kein Instagram können wir warme Sonnenstrahlen auf die Haut zaubern, keine frische Luft zum Atmen geben oder mir ein Glücksgefühl in den Bauch zaubern. Die Magie des „Hier und jetzt“ kann mir niemand geben. Mir wurde klar, wie dumm und naiv ich war, als ich gedacht habe, dass „Multitasking“ ein Segen wäre und das dies etwas wäre, was erstrebenswert ist. Als ich Nepo gestern beim Mittagessen zugeschaut habe, wie er voller Hingabe und höchster Konzentration Oliven auf seine Gabel gespiesst hat und sich jedes Mal freute, wenn es geklappt hat, ist mir in den Sinn gekommen, dass solche Momente auf dem Sterbebett zählen und nicht die Momente, in denen ich schnell schnell noch etwas erledigt habe, während Nepo in seinem Stuhl saß. Diese Oliven hatten so etwas meditatives, dass ich ganz fasziniert war und wirklich die Zeit vergessen hatte.

Ich hoffe sehr, dass mich die Magie dieses Buches noch eine Weile begleitet und vor allem hoffe ich, dass ich aus den schwierigen letzten Wochen dauerhaft gelernt habe und es schaffe mich in den wirklich schwierigen Momenten auf meinen Atem zu konzentrieren und die Ruhe zu bewahren.

 

 

14Mrz/16

Ein schwieriges Wochenende liegt hinter uns

Ein graues Wochenende liegt hinter mir.

Ein graues Wochenende liegt hinter mir.

 

Es ist jetzt Montag, kurz nach 5 Uhr. Die Nacht war sehr durchwachsen und ich bin seit 3 Uhr wach. Mir geht es nicht gut, denn das Wochenende war wirklich schwierig und eines, dass man am liebsten aus dem Gedächtnis streichen möchte.

Nepos Backenzähne kommen

Als ich mit ihm am Freitag auf dem Spielplatz war, merkte ich, dass er komplett durchgefroren war. Alles an ihm war eiskalt. Also sind wir nach Hause, doch so richtig warm wurde er nicht. Generell war er den Tag eher verhalten, sehr auf mich fixiert, wollte nichts essen und hatte zu gar nichts Lust. Gegen Abend hin wurde es immer schlimmer. Sein Kopf glühte, er hatte 39,1 Grad Fieber und weinte.

Vor ein paar Tagen habe ich zufällig gesehen, dass er auf der einen Seite sowohl oben, als auch unten seine Backenzähne bekommt. Tja, und ich denke, dass hat uns jetzt am Wochenende erreicht. Da immer nur eine Wange rot war und er auch sonst keine Anzeichen einer Erkältung hatte, wusste ich, dass das Weinen, das Verweigern von fester Nahrung und das ständige Rumgenörgle nur an den Zähnen liegen kann.

Ich musste mir ehrlich gesagt jedes Mal, wenn er weinte vor Augen führen, dass er solche Schmerzen haben muss. Obwohl wir Zahnungsgel und Streukügelchen da haben, gab ich ihm nix davon. Allein als er mich mit der Paste ankommen sah, schrie er noch mehr und rannte fast gegen die Fensterbank.

Irgendwann meinte mein Freund, er bräuchte einfach seine Ruhe und ich solle ihn nicht immer fragen, ob er was essen möchte, ob er eine Milch haben möchte oder so. Für mich war das schwierig, denn ich wollte ihm zeigen, dass ich für ihn da bin. Gut, hat teilweise funktioniert und wir haben dann wie immer rumgealbert, er hat sich halb tot gelacht, doch dann war alles wieder vorbei.

Decke auf dem Kopf und blanke Nerven

Das er gestern Abend mit einem Bulldozer über mein Nervensystem gefahren ist, kann allerdings nicht nur an den Zähnen gelegen haben.

Im Grunde genommen haben wir die Wohnung übers Wochenende nicht verlassen. Ich war zwar joggen und auf dem Flohmarkt, aber Nepo war gar nicht draußen. Am Samstag wollte ich nicht, weil ich mir nicht sicher war, ob Nepo nicht doch eine Erkältung ausbrütet und gestern wollte der Mann nicht.

Ich muss zugeben, dass ich mich gestern Abend maßlos über mich selbst geärgert habe. Ich hätte Nepo tagsüber einfach in den Kinderwagen packen müssen und wir wären an die frische Luft gegangen. Ob es besser für seine Zähne gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber es hätte ihn auf jeden Fall abgelenkt.

Am Wochenende ist er so anstrengend wie die ganze Woche nicht. Da wir das zweite Wochenende in Folge zuhause hockten, kann es nur an der fehlenden frischen Luft liegen. Ich habe ihm gestern versprochen, dass wir, egal ob wir zu zweit oder zu dritt sind, ab sofort jedes Wochenende nach draußen gehen. Es ist egal, ob es nur eine Stunde ist oder im Rahmen einer Wanderung. Es ist egal, ob wir bei Regen ein Museum aufsuchen oder ein Indoor Spielplatz. Es ist wirklich egal, denn was zählt ist die Abwechslung.

Alles neu macht der Montag

Auch wenn das Wetter heute wieder trüb sein sollte, Nepo und ich gehen raus. Defacto ist es so, dass ich heute genau da stehe, wo ich letzten Montag stand. Nämlich bei der Erkenntnis, dass es draußen so viel schöner ist, als drinnen. Und was habe ich am Wochenende auf die Reihe bekommen? Nichts. Rein gar nichts.

Heute werden wir mit dem Papa das Haus verlassen, dann zur Post gehen und dann in die Stadt. Ja, so richtig Stadt – München Marienplatz und so. Da wo die Touristen sind. Ich brauche für Nepo Bodys und Socken und da lohnt immer ein Besuch bei Muji und H&M.

Heute nachmittag soll wieder ein strahlend blauer Himmel kommen. Vielleicht verbringen wir ihn wieder an der Isar. Ich werde auf jeden Fall einiges an Brezeln, Apfel-Bananen-Brei und gekochten Eiern mitnehmen. Es wäre doch gelacht, wenn wir zwei es nicht schaffen würden, einen schönen Tag zu verbringen.

Mama braucht Schonzeit

Das „nach draußen gehen“ ist auch sehr für mich gedacht. Ich muss zugeben, dass ich nach dem gestrigen Abend einfach fertig bin. Ich flippe innerlich beim kleinsten Schrei von Nepo aus. Als es besonders schlimm war, habe ich ihn einfach ins Wohnzimmer gebracht, aufs Sofa gesetzt und ihm gesagt, dass ich nicht mehr kann. Das ich nervlich am Ende bin und wirklich, wirklich keine Lust mehr auf das Genörgle habe.

Das mag für manche asozial klingen, aber ich habe keine Geduld. Das ist meine Baustelle als hochsensible Mutter. Ich schaffe es nicht frühzeitig meine Grenzen aufzuzeigen, sondern lasse mich immer mehr zurückdrängen und immer mehr an mich rankommen. Bis zu einem „point of no return“ und dann ist er da, der emotionale Vulkan und ich kann nur noch eins: Ausflippen, wimmern, die Hände über den Kopf pressen und vor mich hin flüstern, dass alles wieder gut wird. Oft funktioniert es, gestern nicht. Ich konnte einfach nicht mehr.

Die Nacht war hart, doch so langsam geht es mir besser. Ich werde gleich laufen gehen und Kraft für den Tag sammeln.

Euch wünsche ich ebenfalls einen guten Start in die Woche.

Alles Liebe

Mareike

13Mrz/16

Erfahrungsbericht: Meine neuen Laufschuhe von New Balance

Happy nach dem 10 KM Lauf

Happy nach dem 10 KM Lauf

Heute morgen war es endlich soweit und ich konnte meine neuen Laufschuhe einweihen. Ich war so aufgeregt und motiviert wie schon lange nicht mehr.

Nachdem Nepo ja wieder in unserem Bett schläft und mich an die äußerste Bettkante geschoben hat, beschloss ich aufzustehen, einen Kaffee zu machen, meinen Blog zu befüllen und dann gegen 7:00 Uhr zum Laufen zu gehen.

Ich zog mein komplettes Laufoutfit an und diesmal auch schon die Schuhe, um sie ein wenig einzulaufen.

Gegen 7:00 Uhr startete ich dann meinen Lauf. Ziel waren die 10 Kilometer, auch wenn ich nicht wusste, ob ich es mit den neuen Schuhen schaffen würde.

Meine neuen Laufschuhe

Meine neuen Laufschuhe

Schon mit den ersten Schritte fühlte ich mich sehr wohl in den Schuhen. Ich spürte die gute Dämpfung, die bei mir notwendig ist, da ich nur noch auf Teer bzw. den Gehwegen laufe. Ich lief und lief und lief und es fühlte sich gut an. Ich kam zur ersten Kreuzung, dann zur zweiten, bog dann irgendwann rechts ab und war schon bei Kilometer 4.

Ich lief, ohne mein Wissen, bis zu dem Naturkindergarten, an dessen Naturtreff wir bald teilnehmen wollen. Lief noch ein paar hundert Meter weiter und kehrte dann um.

Der Rückweg war leichter, da es sehr leicht, aber stetig bergab ging. Meine Zeit wurde immer besser und irgendwann war ich bei Kilometer 9, rannte noch eine Ehrenrunde und beendete meinen Morgenlauf kaputt, aber sehr glücklich.

Die Premiere mit meinen neuen Schuhen war wunderbar und ich bin so begeistert, dass ich morgen früh gleich wieder laufen werde. Habe ich den Winter fast nur im Fitnessstudio verbracht, so braucht meine Lunge und mein Kopf jetzt frische Luft. Das Wetter ist trocken, die Gehwege frei und die Straßen leer, also werde ich morgen wieder laufen gehen.

Ich bin sehr glücklich, dass ich mir die Schuhe spontan und ohne Laufberatung bestellt habe. Ich bin ein Hobbyläufer und glaube mit New Balance liege ich super richtig. Spontan habe ich mir die Schuhe übrigens gekauft, weil ich sie am Donnerstag bei Zalando Lounge gesehen habe. Da ich sowieso neue Laufschuhe brauchte, griff ich gleich zu.

Meine „alten“ Laufschuhe habe ich gestern gewaschen und werde sie jetzt für längere Wege anziehen, denn dafür sind die Nike Shox auf jeden Fall noch geeignet.

Oh, und hier ist nochmal mein Laufpensum in dieser Woche. Bin gespannt, ob ich nächste Woche noch ne Schippe drauflegen kann:

Absolviertes Laufpensum

Absolviertes Laufpensum

13Mrz/16

Neue Sportschuhe für Mutti, neue Regale für Nepo

Gestern morgen war ich im Namen meines Sohnes einkaufen. Gestern nachmittag war DHL für mich unterwegs und lieferte mir meine neuen Lauf- und Fitnessschuhe.

Die Zeit für neue Sportschuhe

Neue Sportschuhe für Mutti

Neue Sportschuhe für Mutti

Schon Anfang der Woche kam mir der Gedanke auf, dass ich meine Laufschuhe erneuern müsste. Ich suchte im Internet nach einer Laufberatung hier in München, sowie nach Schuhempfehlungen. In Stuttgart hatte ich mal eine Laufberatung mit allem Chi Chi gemacht und mit der Marke Adidas voll ins Klo gegriffen. Nach zwei Mal Laufen taten mir meine Knie so weh, dass ich wieder auf meine alten Nike Shox zurückgriff. Diesmal sollten es keine Shox werden, aber Lust auf eine Beratung hatte ich auch keine. Wie so oft, kam mir der Zufall zu Hilfe und der Kauf lies sich nicht mehr aufschieben.

Als ich am Donnerstag von meinem Morgenlauf zurückkam, flatterte der Newsletter der Zalando Lounge in meine Mailbox. Und als Aktion wurden diesmal Sportsachen von New Balance angeteasert. New Balance war die Laufmarke von meiner Schwester und in Foren wurden Laufschuhe der Marke auch empfohlen.

Als Nepo mittags schlief, schaute ich mir die Angebote an, verglich die Produkte im Amazon Store und entschied mich für ein Paar Laufschuhe und ein Paar Fitnessschuhe. Nun kann man sagen: Nicht sehr minimalistisch, Frau Wüste! Das stimmt, aber ich möchte kurz mal auf die Historie meiner beiden aktuellen Schuhpaare verweisen:

  • Den Fitnessschuh, ein Nike Shox Produkt, habe ich November 2011 in New York gekauft. Dort habe ich ihn für meine Erkundungstouren getragen, wieder in München wurde es mein Laufschuh. Nachdem ich im August 2013 auf neue Shox Schuhe umgestiegen bin, wusch ich die ehemaligen Laufschuhe und nutzte sie für mein Training im Fitnessstudio
  • Den Laufschuh, auch ein Nike Shox Produkt, habe ich im August 2013 gekauft. Seit dem laufe ich mit ihm. Im Internet habe ich jetzt gelesen, dass man Laufschuhe nach 800 bis 1000 km austauschen sollte. Ich denke, wenn ich alles zusammenrechne, inklusive dem New York Marathon, wird es wirklich Zeit für neue Schuhe.

Ich habe das Laufen erst dieses Jahr wirklich wieder entdeckt und es macht mir sehr viel Spaß morgens nach einem ersten Kaffee meine Runde zu drehen. Ich würde das Laufen jetzt zum Frühjahr hin wieder intensivieren und auch gern eine längere Einheit von 15 Kilometer pro Woche einbauen.

Die neuen Schuhe habe ich gestern gleich mit einem alten Nässeblocker eingesprüht und kann es kaum erwarten sie gleich auszutesten.

Zugegeben die neuen Fitnessschuhe hätten nicht sein müssen, aber ich wollte die alten Schuh jetzt einfach mal aussortieren und die angebotenen, reduzierten Modelle gefielen mir. Im Schnitt nutze ich Schuhe fürs Fitnessstudio ca. 3 Jahre und liege damit wohl weit über dem Durchschnitt anderer regelmäßiger Fitnessbesucher.

Upcycling: Regale für den Sohn

Regale für Nepo

Regale für Nepo

Nachdem ich nun wieder Unmengen Karton erzeugt habe, überlegte ich mir, was ich damit machen könnte. Vor einigen Wochen hatte ich bei Pinterest einen Spielzeug Coffeeshop aus Karton gesehen. Dieses Teil begeisterte mich so, dass ich mir überlegte, für Nepos Küche auch Regale aus Karton zu basteln.

Nachdem ich gestern also die zwei identischen Kartons begutachtete, entschloss ich mich, aus denen zwei Regale zu basteln. Das war natürlich denkbar einfach, denn ich musste ja nur den Deckel abschneiden, die Dinger mit Power Strips an die Wand kleben und fertig.

Gleich am Abend machte ich mich ans Werk und während Nepo noch mit der Mikrowelle hantierte, brachte ich neben ihm die Regale an. Er bezog sie sofort mit in sein Spiel ein und stellte die leeren Teedosen rein. Dann sortierte er sie wieder aus, räumte um und sortierte alles anders ein. Er war so ins Sortieren versunken, dass ich mich aufs Bett setzte und ihn beobachtete.

Seit wir die Küche vor einer Woche umgeräumt haben und Nepo gemerkt hat, dass die Küche besser erreichbar für ihn ist, wenn er sich den Schemel aus dem Flur davor stellt, spielt er sehr oft mit ihr. In der letzten Woche wohl mehr, als die ganzen Monate zuvor.

Regale aus Schuhkartons

Ich muss zugeben, dass es mir unheimlich viel Spaß macht, aus vorhandenen Materialien Dinge für Nepo zu basteln. Ich mag diesen „Shabby Chic“ sehr und es ist vielleicht auch eine Erklärung, warum ich mit super sauberen und sterilen Kinderkrippen nichts anfangen kann. In der Krippe, die wir am Freitag angeschaut haben, hatte ich genau diese Art von Upcycling vermisst. Vielleicht hätten auch nur ein paar Äste an der Wand gefehlt und es wäre viel gemütlicher geworden. Gleichzeitig ist mir auch bewusst, dass viele Mütter wohl anders denken und Selbstgebasteltes nicht ästhetisch finden.

Meine Regale sind ja auch nicht wirklich schön oder eine Augenweide, aber sie sind jetzt genau das, was Nepo gebraucht hat und ob das Regal jetzt aus hochwertigem Holz ist oder stabiler Pappe, ist für ihn und die Teedosen erstmal egal.

Genug philosophiert für heute, jetzt geht es gleich laufen. Die Schuh habe ich schon an und hier in der Küche fühlt sich das schon mal gut an. 🙂

13Mrz/16

Der halbjährliche Kindersachenflohmarkt in Haidhausen

Gestern fand wieder der halbjährliche Kindersachenflohmarkt bei uns in Haidhausen statt. Ich bin seit Nepos Geburt ja ein leidenschaftlicher Flohmarktgänger geworden. Die Kleidung ist fast immer in einem sehr guten Zustand, es gibt viel Auswahl und ich fühle mich gut dabei, Kleidung nochmal ein zweites Leben zu geben. 🙂

Da Nepo gerade seine Backenzähne bekommt und vor sich hinfiebert, war die Nacht von Freitag auf Samstag sehr durchwachsen. Als ich um 7:20 Uhr aufwachte, ging ich ins Bad, machte mich fertig und um 8:30 Uhr ging ich zum ersten Flohmarkt, welcher von der Kindergruppe Haidhausen organisiert wird.

Der Flohmarkt in der Kindergruppe Haidhausen

Obwohl ich schon früh dran war, kamen mir schon Mütter mit vollbepackten Tüten entgegen. In den Räumlichkeiten ein Gedränge und ein Lärmpegel. Hola, die Waldfee. Das Tolle an der Kita: Es gibt keine einzelnen Stände, sondern alles wird zusammengelegt, mit Etiketten markiert und dann nach Größe sortiert. So konnte ich die Größen 50 – 74, die sich in einem separaten Raum befanden, getrost beiseite lassen. Ich konzentrierte mich auf das Regal mit 92 bis 98.

Es war der Frühjahrs- und Sommerflohmarkt und so langsam entwächst Nepo auch der 86. Ich glaube 92 bis 98 sind damit die perfekten Größen für Frühjahr, Sommer und Frühherbst. An Geld habe ich nur 40 EURO mitgenommen, weil ich die Preise kannte und der Überzeugung war, dass ich nicht ohne Ende einkaufen muss, sondern mich auf das konzentriere, was wichtig ist:

  • Ganz oben stand auf jeden Fall eine neue Matschhose, da die alte vom Oktober-Flohmarkt langsam zu klein wird.
  • Neben der Matschhose, wollte ich auch eine Regenjacke kaufen, damit wir wetterunabhängiger sind, aktuell hat er ja nur seine Winterjacke, einen Baumwoll-Overall und eine Skihose mit Jacke, die aber immer noch viel zu groß ist.
  • Auch wenn ich sonst kein Käufer von gebrauchten Schuhen bin, so habe ich doch Gummistiefel auf meine Wunschliste gepackt.
  • Jeans und eine Übergangsjacke wären auch noch toll.
  • Spielzeug wollte ich nur, wenn es was wirklich gutes zu einem vernünftigen Preis gibt.

Mein Fazit vom ersten Flohmarkt

Ich bin fündig geworden. Gleich im ersten Regal habe ich zwei tolle Jeans für Nepo gefunden. Schmalgeschnittene Hipster Jeans, wie sie mein Freund nennen würde. Dazu eine College Jacke für die Übergangszeit. Die Outdoor Kleidung war im Raum dahinter an Kleiderstangen aufgehängt. Nach Größe sortiert, wie im richtigen Laden. Dort konnte ich mich nicht entscheiden zwischen den vielen Matschhosen und noch mehr Regenjacken. Ich wählte dann eine dunkelblaue Matschhose und eine gelbe Regenjacke. Nach Gummistiefeln in passender Größe suchte ich allerdings vergeblich.

In dem Raum, in dem ich die Jeans und Jacke gefunden habe, wurde auch Spielzeug angeboten. Mein Blick fiel sofort auf die Nachziehente von BRIO. Das Ding wird im Spielraum von fast jedem Kind geliebt, aber so richtig überzeugen konnte sie mich nicht. Zumal Nepo schon so einen watschelnden Pinguin hat, den er vor sich her schieben kann. Ich war mir nicht sicher, ob und wie lange Nepo mit der Ente spielte und legte sie erstmal weg. Dann sah ich ein riesiges Holzpuzzle, aber konnte so gar nicht erkennen, ob das immer die gleichen Teile waren. Zumal es mit 11 EURO echt teuer im Verhältnis zu den Klamotten gekommen wäre. Dann sah ich ganz hinten ein einfaches Holzpuzzle mit Zirkusmotiven. Es kam 1 EURO und ich nahm es sofort mit.

Damit waren meine Einkäufe fürs erste abgeschlossen und ich verliess den Flohmarkt mit Sachen im Wert von 15,50 EUR.

Flohmarkt der Kindergruppe Haidhausen

Flohmarkt der Kindergruppe Haidhausen

Flohmarkt im Kolpinghaus

Glücklich und zufrieden ging ich über den Johannisplatz weiter zum Flohmarkt im Kolpinghaus. Mittlerweile war es 8:50 Uhr und ich wusste, dass sie erst um 08:45 Uhr die Türen öffneten. Trotzdem war schon eine Menge los. Es gab so viel Zeug. Viel für Mädchen und größere Kinder. Doch bei den Gummistiefeln wurde ich fündig. Ich zögerte noch, weil es die Größe 24/25 war und Nepo gerade 23 hat. Entschied mich dann doch für die Stiefel, denn reinwachsen wird er auf jeden Fall. Ein paar Stände weiter fand ich dann auch Stiefel in der Größe 23. Sie kosteten 1 EURO und ich nahm sie daraufhin mit.

Dann traf ich noch eine andere Mutter, die ich aus dem Café Glanz kannte. Sie erzählte mir, dass es einen Stand gibt, wo alles nur 2 EURO kostet und man nicht feilschen müsste. Ja, den Stand hatte ich gesehen und er war mir zu voll. Das Feilschen auf Flohmärkten ist eh nicht mein Ding. Das habe ich auf dem Großen Bazar in Istanbul gemacht, weil es dort ja irgendwie erwartet wird. Aber bei einem Kinderflohmarkt zu feilschen, ist wirklich nichts für mich.

Mein Fazit

Mit der Wahl der Gummistiefel war ich sehr zufrieden. Allerdings muss ich sagen, dass der Herbstflohmarkt für mich bisher immer besser war. Mit den gekauften Sachen haben wir bis jetzt noch unsere Freude und ich hoffe, dass wird mit den neuen Sachen auch so sein. In Summe hatte ich hier 6 EURO ausgegeben.

Kinderflohmarkt im Kolpinghaus

Kinderflohmarkt im Kolpinghaus

Wieder zuhause angekommen, zeigte ich Nepo ganz stolz das Holzpuzzle und er war sofort Feuer und Flamme. Bis abends spielte er immer wieder mit dem Puzzle. Die Gummistiefel habe ich dann gleich am Nachmittag sauber gemacht, damit wir sie bald anziehen können.

So gut ausgestattet, steht dem Naturtreff nichts mehr entgegen. 🙂

Der Termin für den nächsten Kindersachenflohmarkt ist übrigens der 22. Oktober 2016

Und hier nochmal meine Ausbeute:

Kleidung vom Flohmarkt

Kleiderausbeute für 20 EURO

 

 

Holzpuzzle vom Flohmarkt

Holzpuzzle für 1 EURO

 

In diesem Sinne: Einen guten Start in den Sonntag! 🙂

12Mrz/16

Ernüchterung bei gestriger Krippenbesichtigung

ZitatMariaMontessori

Gestern Abend haben wir uns zu dritt nochmals eine Kinderkrippe angeschaut und damit nochmals einen „Tag der offenen Tür“ genutzt. Obwohl wir uns schon zu 100% sicher sind, dass für uns nur eine Montessorikrippe in Betracht kommt, war der Besuch wichtig. Wichtig deswegen, weil mein Freund bisher ja nur Montessorikrippen gesehen hat und wichtig auch, weil wir gelesen haben, dass diese Krippe auch Elemente von Reggio Emilia mit im Konzept aufführt.

Wir waren nicht voreingenommen, sondern mehr neugierig wie die Krippe auf Nepo wirkt, ob die Pädagogen ihn ankommen lassen und ihn später auch erreichen. Wir waren interessiert, was den Krippenalltag anbelangt, wie die Räumlichkeiten gestaltet sind und wie stark das Thema „Bindung“ gelebt wird.

Die Räumlichkeiten

Es war schon spät, als wir die Krippe erreichten und viele Eltern waren schon weg. Am Eingang war niemand zu sehen und wir verharrten etwas, weil wir nicht wussten, ob wir die Schuhe ausziehen oder anlassen sollten. Irgendwann kam eine Mutter und meinte, wir könnten die Schuhe anlassen. Gleich hinter dem Eingang war rechts der „Kreativ- und Essraum“. Als wir im Flur um die Ecke bogen, sahen wir schon auf der linken Seite einen riesigen Spiegel, darüber die Bilder der 20 Kinder, die dort betreut werden. Rechts dann die Garderobe. Am Ende des Flurs ging es dann ins Spielzimmer, wo wir dann auch von einer Erzieherin angesprochen wurden. Nepo reagierte gar nicht auf sie und auch als wir das Spielzimmer betraten, war er so fixiert auf mich, dass die Erzieherin uns zwar den Tagesablauf, ich sie aber gar nicht wahrnahm. Machte aber nix, denn der Tagesablauf war ja auch im Konzept beschrieben.

Dann gingen wir vom „Spielzimmer“ ins „Turn- und Schlafzimmer“. Ich schaute mich um, aber so richtige Turngeräte, wie ein Pikler-Dreieck oder Hengstenberg-Geräte sah ich nicht. Als uns die Erzieherin dann sagte, dass in dem Raum mittags 20 Kinder auf ihren Matratzen schlafen, war mir schlecht. Sie versicherte uns, dass das funktionieren würde. Ich wollte ehrlich gesagt nicht wissen, um welchen Preis. Von Gruppendynamik halte ich sowieso nichts, weil immer jemand leiden muss. Ist genauso Mist wie Fraktionszwang.

Weiter ging es ins Bad, dass sehr modern war. Dort erzählte sie uns auch vom Klotraining bei den größeren. Ich nickte und lächelte. Dann schaute sich Nepo noch alles genau an und es ging weiter in den Garten.

Generell finde ich es gut, wenn ein Garten vorhanden ist. Hier ist er aber durch eine schwere Feuerschutztür und dann durch ein Treppenhaus getrennt. Der Garten selbst befindet sich im Innenhof eines Wohnkomplex und ist komplett mit einem grünen Metallzaun eingezäunt. Auf den Fotos in der Krippe habe ich schon die vielen Bobbycars gesehen. Für die gibt es einen separaten Stellplatz im Garten. Generell ist der Garten eine Wiese mit einer Metallrutsche, die im Sommer sicher nie aufheizt, einem Sandkasten, in dem die Rutsche hineinführt. Es gibt einen kleinen Pfad, der verschiedene Böden beinhaltet. Es gibt keine Beete, wo die kleinen buddeln können, es gibt keine Klettermöglichkeiten und durch die Wiese führt ein Wega aus Schaumstoff, der wahrscheinlich für die Bobbycars gedacht ist. Nepo ist sofort ans äußerste Ende des Gartens gelaufen und stand einfach nur da. Die Erzieherin meinte, dass die Kinder im Sommer, wenn es sehr heiß ist auch barfuss laufen können. Damit hatten wir die Besichtigung der Räumlichkeiten abgeschlossen.

Zur Eingewöhnung

Im Garten erzählte sie uns noch kurz, wie die Eingewöhnung erfolgt und dass jedes Kind in vier Wochen eingewöhnt wird. Eine weitere Mutter, vom Beruf Lehrerin, meinte das sie Mitte September wieder arbeiten muss und ob man sich die Eingewöhnung nicht teilen könnten: Die ersten 2 Wochen die Mutter, die letzten 2 Wochen der Vater oder die Oma. Die Erzieherin meinte, dass das kein Problem sei, sie hätten das schon so oft gehandhabt. Dann ergänzte sie, dass vor kurzem ein sieben Monate altes Kind zu ihnen gekommen wäre und die Eingewöhnung war nach einer Woche abgeschlossen.

Die Eingewöhnung selbst würde so ablaufen, dass in der ersten Woche das Kind 10 Minuten allein bleibt und das dann von Woche zu Woche die Abwesenheit der Eltern immer mehr verlängert wird. Die Abwesenheit würde die Mutter oder der Vater dann im Büro verbringen.

Nach dem wir uns alles angehört und irgendwie so gar keine Fragen hatten, bedankten wir uns für die Führung und gingen wieder.

Meine Eindrücke und mein Empfinden

Die folgenden Punkte entsprechen meiner Empfindung und spiegeln auch den Eindruck meines Freundes wieder. Da städtische Krippen, Eltern-Kind-Initiativen und kirchliche Einrichtungen für viele die einzige Möglichkeit sind, ihr Kind in die Betreuung zu geben, möchte ich niemanden, auch wirklich niemanden irgendwas vorwerfen. Ich denke, dass sich alle Eltern überlegen, wo sie ihr Kind hingeben und für die einen sind die städtischen Krippen besser und für andere, wie mich, die Montessorikrippen. Andere wiederum bevorzugen Tagesmütter oder Waldorfkinderkrippen. Was ich jetzt hier schreibe, schreibe ich mit meiner Überzeugung von Emmi Pikler, Maria Montessori, Elfriede Hengstenberg, Arno Stern, Jesper Juul und Remo Largo. Ich schreibe das mit der Erfahrung, die wir im Spielraum gemacht haben und mit dem Vergleich zu Montessorikrippen. Zusätzlich schreibe ich es als hochsensible Mutter, die sehr auf ihren Bauch hört und Diskrepanzen körperlich spürt.

Mein Eindruck über die Räumlichkeiten

  • Die Krippe machte einen absolut sauberen und gepflegten Eindruck – und genau das ist mein Problem. Es war so steril und von der Gestaltung kalt, dass wir drei zu keiner Zeit mit diesen Räumlichkeiten warm geworden wären.
  • Für meinen Freund war es gelebte Krankenhausatmosphäre.
  • Von Reggio Emilia hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft, wo sie doch so kreativ arbeiten, den Raum als 3. Erzieher sehen und Upcyling betreiben
  • Die Gestaltung des Gartens war für mich schlicht lieblos und ich habe mich gefragt, wie viel Runden Neop auf dem Bobbycar drehen soll, bis er durchdreht. Mir fehlte ein Beet in dem man mit den Kindern etwas anbauen kann. Ja, ich glaube, dass Zweijährige durchaus in der Lage sind eine kleine Gießkanne zu tragen und Löcher zu buddeln. Man muss sie halt einfach nur lassen.
  • Dieser Zaun und dieser Innenhof vermitteln so eine kalte Atmosphäre, dass selbst ich mich nicht wohlgefühlt habe. Und das hatte nichts mit dem kalten Wetter zu tun.
  • Der Garten ist vorhanden, aber die Kinder kommen nicht hin. Eine fette Feuerschutztür, ein Treppenhaus und dann noch das Gartentor stehen zwischen ihnen und dem Garten
  • Die Aussage „Die Kinder entscheiden, was draußen gespielt wird“, passte mir gar nicht. Wie sollen die das entscheiden? Wahrscheinlich „demokratisch“ und damit müssen alle das gleiche machen.
  • Das sie in so großer Runde essen und dann auch noch im gleichen Raum in dem die Farben stehen und der als Kreativraum herhalten muss, fand ich suboptimal
  • Das sie das Essen vom Caterer bekommen, stört mich ehrlich gesagt nicht.
  • Was ich gut finde und das war bei städtischen Kinderkrippen, die ich besucht habe, nicht der Fall: Innen ist alles ebenerdig und die 20 Kinder können sich überall bewegen. Ich habe Krippen besucht, die waren über drei Stockwerke aufgeteilt und die Treppenhäuser waren so steil, dass ich Probleme hatte, mit Nepo die Treppe hochzukommen.

Das Schlafen, Essen und Hygiene

  • Das 20 Kinder in einem kleinen Raum schlafen, hat meiner Meinung nach schon was von einem Internierungslager.
  • Wir haben zwar auch nur ein Floor Bed, aber immerhin haben wir eine Matratze und einen Lattenrost. Diese Krippe ist im Erdgeschoss und hatte keine Fußbodenheizung. Ich weiß nicht, ob das für die Kinder im Winter so prickelnd ist. Und wir haben ein Kind, dass ohne Schlafsack und ohne Decke schläft. Nepo mag das nicht und ich werde es ihm nicht angewöhnen.
  • Das alle Kinder vor und nach dem Schlafen „durchgewickelt“ werden, finde ich schon sehr Fliessbandmäßig. Das mag sein, dass die Erzieherinnen das als Routine ansehen, an das sich die Kinder gewöhnen, aber ich bezweifle, dass in dieser Abfertigung irgendeine Nähe aufgebaut wird.
  • Die großen Kinder dürfen zwar Windeln tragen, machen aber Klotraining.
  • Das Essen in größerer Runde finde ich nicht gut. Ich teile die Montessori- und Pikler-Einstellung, dass Kinder maximal in 4er-Gruppen essen sollten, um Unruhe zu vermeiden.
  • Gut hingegen finde ich, dass sie die Eigenständigkeit beim Essen fördern.

Die Eingewöhnung

  • Gestern war nichts von einer Beziehungspädagogin zu hören, es gab kein „Bindung vor Bildung“, wie ich es bei den Montessorikrippen gehört habe
  • Das eine Eingewöhnung pauschal nach vier Wochen abgeschlossen ist, finde ich sehr optimistisch
  • Das es wohl kein Problem darstellt, das während der Eingewöhnung die Bezugsperson wechselt und aus der Mutter die Oma wird, kann ich nicht verstehen
  • Ich denke auch hier bilden Montessorikrippen die Ausnahme und wir haben uns nun auch im Hinblick auf die besondere Eingewöhnung komplett auf Montessori eingeschossen, dass ein laxerer Umgang mit dem Thema von mir schon im Vorfeld abgelehnt wird.

Mein Fazit

Ich muss sagen, dass die gestrige Krippe im Vergleich zu städtischen und privaten Krippen schon zu den besseren gehörte. Trotzdem könnte ich es nicht verantworten Nepo dort in die „Betreuung“ zu geben. Der Besuch hat mich wieder bestärkt, dass das wichtigste ist, dass Nepo verständnisvolle Personen um sich hat, die die individuellen Bedürfnisse des Kindes berücksichtigen. Die verstehen, dass jedes Kind einen individuellen Bauplan hat und der auch geachtet werden sollte. Es gibt sicher Kinder die lieber drin bleiben und Kinder die lieber an der frischen Luft sind. Ich selbst kann das bei Nepo nicht sagen, denn wir leben leider nicht im EG und haben auch keinen Garten, sodass er selbst entscheiden kann, wann er raus geht und wann nicht. Gerade jetzt in dem Alter finde ich es sehr wichtig, die Kleinen zu beobachten und sie zu verstehen. Wenn die Erzieherin gestern schon nicht auf ihn eingehen konnte, wie soll sie es dann in der Eingewöhnung tun. Wenn Nepo gestern schon nicht mal annähernd so begeistert war, wie bei Montessor21, wie soll ich ihn dann besten Gewissens allein zurücklassen. Wie ist sicher gestellt, dass er konzentriert und für sich sein kann, wenn es nirgends Abgrenzungen gibt, die es Kindern auch mal ermöglichen sich zurückzuziehen.

Mein Freund hat es gestern auf den Punkt gebracht: Es ist ein Aufbewahrungsbetrieb und das sind viele Krippen. Viele Eltern haben keine andere Wahl als ihre Kinder in eben solche Kinderkrippen zu geben, die auf den ersten Blick gut sind. Der Putz bröckelt erst, wenn man sich tiefer mit den Themen beschäftigt.

Letztendlich setzt die Krippe das fort, was wir schon in unserem Konsumverhalten und unserer Ernährung erkannt haben: Nicht alles, was die Masse macht und wo die Masse hintreibt, ist gut. Und wenn du dich entscheidest auszusteigen, dann kannst du nicht mehr zurück ins „System“. Das gilt für das Konsumbewusstsein genauso wie für die Betreuung deines Kindes. Ich denke, dass wir oft auf Widerstand und Unverständnis stoßen, eben weil Montessori und Naturkindergarten nicht Mainstream sind. Wichtig ist, dass wir immer das Wohl von uns dreien im Blick haben und wir aufeinander aufpassen.

Mittlerweile ist Nepo wieder aus dem Mittagsschlaf aufgewacht und sitzt hier bei mir auf dem Schoss. Ich werde mich jetzt wieder vom Rechner zurückziehen und wünsche euch noch einen wunderschönen Nachmittag. Geht euren Weg, er ist der Richtige. AMEN 🙂

 

11Mrz/16

Enten füttern mit Nepo und danach zu einem Event von LILLYDOO

Nachdem der Vormittag etwas grau war, verzogen sich am Nachmittag die Wolken und hier in München wurde es herrlich sonnig und angenehm warm. Perfekt für einen ausgiebigen Nachmittagsspaziergang an der Isar entlang bis hinein ins Glockenbachviertel, wo eine Produktpräsentation von LILLYDOO stattfand.

Zuerst ging es für uns beide zur Stadtbibliothek München, wo zwei bestellte Bücher auf mich warteten. Mittlerweile beziehe ich meine Bücher nur noch aus der Bibliothek, denn in München ist das Angebot sehr umfangreich und der Bücher-Bestell-Service sehr schnell. Für mich ist die Bibliothek quasi das Amazon für Minimalisten. 🙂

Als wir zum Ausgang wollten, wurde Nepo unruhig und zeigte immer wieder auf das kleine Bistro im Erdgeschoss. Es war mir relativ schnell klar, was er wollte. Vor gut einer Woche habe ich ihm dort eine Schokomakrone gekauft, das hat er natürlich nicht vergessen und so kam ich nicht an der Auslage des Bistro vorbei, ohne ihm diesmal eine riesige Makrone zu kaufen. Boah, dieses stolze Gesicht und der genussvolle Biss in dieses total süße Teil werde ich nicht vergessen.

Auf in Richtung Frühlingsanlagen

Gut gestärkt durch Kaffee und Makrone liefen wir weiter Richtung Isar, die wir dann auch ziemlich schnell erreichten. Vorbei am Deutschen Museum, das Nepo neugierig betrachte und ganz fasziniert von einem dort arbeitenden Bagger war, ging es dann zu den Frühlingsanlagen direkt an die Isar.

IMG_1394 IMG_1398Durch das schöne Wetter war natürlich viel los und wir kamen zu einer Gruppe junger Mädchen die Enten, Möwen und notgedrungen auch Tauben fütterten. Für Nepo war das so aufregend, dass er aus dem Zeigen nicht mehr rauskam. Also blieben wir dort und ich „opferte“ seine Brezel, die wir am Morgen gekauft hatten. Wir zwei fütterten die Enten, die immer näher kamen. Nachdem ich anfing die Brezel zu zerteilen und den Enten kleine Stücke zuwarf, wollte Nepo natürlich auch. Ich gab ihm kleine Stückchen und er warf sie in Richtung der Enten. Meist landeten sie zwar direkt vor seinen Füßen, aber das störte die Tiere gar nicht. Er versuchte beim Füttern immer Trick 17 und hielt in der einen Hand das Stück Brezel und in der anderen versuchte er die Ente zu streicheln oder zu berühren. Ich hielt seine ausgestreckte Hand nach unten, weil ich nicht wusste, wie die Enten reagieren und Angst hatte, dass sie ihn vielleicht beißen.

Nachdem die Brezel alle war, wollte Nepo Steine nach den Enten werfen. Ich sagte ihm, dass das keine gute Idee wäre, denn die Enten würden merken, dass das nichts essbares ist und wären verärgert über uns. Interessiert hat das Nepo nicht und ich weiß, dass er nicht aus Bösartigkeit die Steine geworfen hat, sondern weil er sie einfach weiter füttern wollte. Ich versprach ihm, dass wir morgen, also heute, wieder an die Isar gehen würden und diesmal zwei Brezeln mitnehmen, damit wir schön lange da bleiben können.

Nach dem nun auch keine Ente mehr zu uns kam, verlor Nepo die Lust an ihnen und wir gingen weiter. Für ihn waren jetzt die weißen Steine das Highlight. Immer wenn er auf dem Weg einen sah, nahm er ihn, stiefelte über die Wiese Richtung Isar und schmiss ihn ins Wasser. Ich lies ihn gewähren und mir wurde klar, dass ich so uninteressant war. Er schaute nicht nach links, nicht nach rechts sondern steuerte geradewegs auf das Wasser zu. Ich blieb im Hintergrund und sprintete nur zu ihm, wenn er zu nah am Wasser war.

Die Isar ist hier zwar flach, aber die Strömung ist stark. Im Sommer, wenn es warm ist, werden wir sicher hingehen und unsere Beine ins Wasser halten. Ich denke wir werden tagsüber viel Zeit im Park oder an der Isar verbringen. Es ist ja auch alles so spannend: Die Hunde, die Menschen, die anderen Kinder, die Enten, Möwen, Tauben. In der Nähe gibt es einen Kiosk und eine kleine Imbissbude. Die Wiesen sind zwar voller Löcher, aber das kann Nepo ja nicht abhalten, durchs Gras zu laufen. Hier und da liegt ein alter Baumstamm und die vielen Steine, die wir ins Wasser werfen können. Ach, ich freu mich schon so und hoffe, dass die Hundebesitzer ein Auge auf ihre vierbeinigen Freunde haben und Sorge tragen, dass die Wiesen vielleicht nicht komplett zugekackt sind. Hier in München gibt es zwar viele, die mit einer Tüte für Hundekot rumlaufen, aber viele sind eben nicht alle und die Wiesen sind im Frühjahr und Sommer nicht wirklich schön, mit der ganzen Kacke.

Weiter zu Veganz und LILLYDOO

Den Besuch bei LILLYDOO nutzte ich auch, um mal wieder in den Veganz einzukehren. Den veganen Supermarkt habe ich letztes Jahr fast wöchentlich angesteuert, aber da ich nun ja kein Veganer mehr bin und wir jetzt nicht mehr oft an der Isar war, ist es schon ein Weilchen her, dass wir dort einkaufen waren.

Im Veganz, der immer noch so eng ist, dass ich mit meinem Kinderwagen Probleme habe, fielen Nepo natürlich sofort die veganen Gummibärchen auf und er konnte es nicht abwarten, bis ich die Dinger an der Kasse gezahlt habe, sondern futterte vorher schon fleißig die Bärchen. Normalerweise machen wir das nicht, aber er war so heiß, dass ich die Tüte eben schon im Laden aufgemacht habe.

Der Reiz der veganen Ersatzprodukte hat mich irgendwie verlassen, also blieb es bei den Gummibärchen und einer Dose Xucker. Und weiter ging es dann Richtung LILLYDOO.

Auf eine Apfelschorle bei LILLYDOO

IMG_1417Der Event war von 12:00 bis 18:00 Uhr geplant, sodass wir um 17:00 Uhr die letzten waren, die zur Party gefunden haben. Ich war ehrlich gesagt leicht genervt, weil ich mit dem Kinderwagen erst rein ins Haus bin, dann keinen „Parkplatz“ gefunden habe. Also wieder raus, den Wagen irgendwo anschliessen. Bücher und Einkäufe und Sohn aus dem Wagen holen und dann erstmal im Hausflur rumirren, die Treppe hoch zum Fahrstuhl. Aus dem Fahrstuhl raus, der zwischen zwei Stockwerken hielt.

Die Anzeige zeigte „1“, das konnte aber nicht sein, weil wir mindestens im 3. Stock waren. Naja, scheinbar Glockenbach-Hipster-Logik. Im Hausflur stand ich dann total bepackt und wusste nicht: Treppe hoch, Treppe runter? Also erst nach ganz oben, weil ich einfach ein Schild gesucht habe, wo draufstand LILLYDOO. Weder ganz oben, noch eine Etage tiefer. Als ich hinter einer Tür viele Stimmen gehört habe, klingelte ich einfach.

Als eine wirklich nette und topgestylte Dame aufmachte, hatte ich eher das Gefühl, ich würde auf einer Designer Party landen und nicht bei einer Marke für Windeln und Feuchttücher. Als ich in die Wohnung eintrat, war mir mein Outfit komplett peinlich. Gegenüber den anderen Müttern war ich so underdressed, dass ich mich gefühlt habe wie der Elefant im Porzellanladen. Die hochsensible Seite in mir wurde so übermächtig, dass alle mich für eine Autistin halten mussten, die auf Anfragen einfach gar nicht reagiert. Trotzdem haben sie sich Mühe gegeben und ich mich irgendwann gefangen. Das Nepo neben mir genauso versteinert war und einfach überhaupt nichts mehr sagte, war sehr verwunderlich.

Nach einer kurzen Aufwärmphase stand ich dann auch schon bei den Produkten, fühlte Windeln an und bereute zutiefst kein besseres Outfit gewählt zu haben. Ich schob die Enten und die Isar vor und das schöne Wetter. Alle lächelten verständnisvoll und wahrscheinlich war es ihnen egal. Ja, was soll ich sagen: Ich finde es gut, dass es ökologische Bewegungen gibt, die sich gegen Pampers stellen. Ich werde die Windeln auf jeden Fall testen und die Feuchttücher ebenfalls.

Es tut mir leid, dass ich nicht mehr zu den Produkten sagen kann, außer, dass sie wunderschön gestaltet sind. Aber ich war so mit der Reizbewältigung beschäftigt, dass ich keinen klaren Gedanken fassen konnte. Ich war ehrlich gesagt froh, als mich eine Mitarbeiterin mit nach oben nahm, zur Kinderbetreuung. Das war genau das was ich jetzt brauchte, um anzukommen. Spielzeug für Nepo und Ruhe für mich. Für Nepo war dann auch alles super, nur das er keinen Bock auf Hirsekringel hatte und sich von meinem Vorschlag einen Turnbeutel zu gestalten gänzlich unbeeindruckt zeigte. Noch während ich ihn fragte, wurde mir bewusst, wie blöd es ist ein 19 Monate altes Kind, das total vertieft in die vorhandenen Spielzeugautos ist, zu animieren einen Turnbeutel zu gestalten. Da merkte ich, dass mein Körper und mein Geist Achterbahn fuhren und ich überall war, nur nicht auf dem Event. Die liebe Frau von der Kinderbetreuung übernahm dann die Turnbeutel Geschichte und gestaltete ihn für Nepomuk.

Nach einer Weile hatte Nepo genug gespielt und steuerte auf die steile Treppe zu. Für mich der perfekte Moment mich nach ca. 30 Minuten zu verabschieden, den Turnbeutel und eine Probepack zu schnappen und mich vollbepackt das Treppenhaus runterzuhieven. Für uns beide war es eine Erfahrung und für mich nochmal ein friendly Reminder etwas mehr auf mein Outfit zu achten. 🙂

Das Probepack besteht übrigens aus einer wunderschönen Holzkiste, einer Packung Windeln und zwei Packungen Feuchttücher. Ich werde diese jetzt testen und mich später mit einem kleinen Bericht melden. Für den Turnbeutel und die Holzkiste gibt es auf jeden Fall jetzt schon fünf von fünf Sternen. 🙂

Den Weg zurück liefen wir wieder die Isar entlang. Es wurde langsam dunkel und ich genoss es einfach nur an der frischen Luft zu sein. Plötzlich schien es mir unmöglich in ein anderes Viertel ausserhalb von Haidhausen zu ziehen. Hier ist es so schön öko, bohemian und a little bit hipster. Es ist einfach so toll hier, dass ich zu recht kaum über die Isar ins Zentrum komme. Ja, hier wollen wir bleiben und hier finden wir es toll.

 

10Mrz/16

Vorbereitete Umgebung vs. Zeit an der frischen Luft

Die Natur ist die beste Apotheke.Gerade sind wir wieder von unserem Ausflug an der frischen Luft zurück gekommen. Nepo schläft jetzt und ich versuche einfach mal zu entspannen. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend für mich. Nepo war für mich schwer zu greifen und zu verstehen, dieses hin und her beim Wetter, dann meine Ernährung und ständig das wetterbedingte zuhause oder im Café hocken, haben mir ganz schön zugesetzt.

Als wir am vergangenen Wochenende tabula rasa in unserem Schlafzimmer gemacht haben und dort nun eine ziemlich klare Struktur herrscht, war mich klar, dass es mit der reduzierten und manchmal vorbereiteten Umgebung nicht getan ist. Gerade die letzten Tage hatten mir gezeigt, wie wohl sich Nepo an der frischen Luft fühlt. Allerdings nicht im Kinderwagen, sondern wirklich mit beiden Beinen auf dem Boden laufend.

Zeit im Kinderwagen sollte die Ausnahme sein

Ich nahm mir vor, dass ab Montag ein Ausflug an die frische Luft und ein damit verbundener Spaziergang wieder Pflicht für uns beide wird. Und zwar nicht nur, dass er im Kinderwagen sitzt, sondern das er auch läuft. Bisher war das zwar auch ab und zu der Fall, aber ich muss leider gestehen, dass ich ihn viel öfters einfach in den Kinderwagen gepackt habe. Ich glaube er saß einfach zu häufig im Wagen, sodass er auf meine Frage, ob wir denn nach draußen gehen wollen, er immer den Kopf schüttelte. Wahrscheinlich hatte er einfach keinen Bock wieder nur im Kinderwagen zu sitzen.

Seit Montag kann ich ihn immer fragen: Wollen wir wieder nach draußen gehen und möchtest du wieder alleine laufen? Und er lacht, nickt mit dem Kopf und setzt sich auf seinen Schemel, damit ich ihm die Schuhe anziehen kann.

Die Treppen runterzulaufen macht ihm noch keinen Spaß, sodass ich ihn runter und hoch trage. Sind wir aber erstmal unten im Hausflur, setze ich ihn ab, hole den Kinderwagen und dann geht es los. Habe ich ihn vor einigen Wochen noch an die Hand genommen, läuft er jetzt allein und immer mit dem Blick auf die grünen Beete neben mir her. Selbst an der Ampel nehme ich ihn nicht mehr an die Hand. Er bleibt stehen und geht dann mit mir über die Straße. Bei größeren Straßen habe ich ihn zwar immer noch an der Hand oder seine Kapuze in der Hand, aber ich will ihm zeigen, dass ich ihm vertraue und weiß, wenn ich STOP sage, dann heißt das auch Stop für uns beide.

Die Strecken zu Fuß werden immer länger

Waren es bis vor einigen Tagen nur wenige 100 Meter, die er gelaufen ist, so ist es jetzt schon ein gutes Stück, dass er in einem ordentlichen Tempo zurücklegen kann. Er läuft von unserer Wohnung bis zu unserem Stammspielplatz, dabei überqueren wir mehrere Straßen, eine Endhaltestelle für die Tram und einen gemütlichen Platz mit Maibaum. Es geht vorbei an mehreren kleinen Läden, Marktständen und Restaurants, bis wir die Grünfläche erreichen und dann unseren Spielplatz.

Sicher bin ich jetzt doppelt so lang unterwegs, aber dafür geniesse ich es, wie Nepo Kellerfenster entdeckt, an der Schule halt macht und die Kinder bei der Pause beobachtet. Wie er hektisch auf jeden Hund zeigt und die bunten Schaufensterdekorationen betrachtet. Bei der Haltestelle für die Tram bleiben wir immer am längsten. Es ist so aufregend für Nepo die Tram zu beobachten, den Leuten zuzuwinken, die drin sitzen und zu beobachten wie sie losfahren oder anhalten.

Gestern haben wir mal wieder ein Müllauto und die uns schon sehr bekannte Crew verfolgt. Von Hauseingang zu Hauseingang sind wir hinterher gelaufen und haben zugeschaut, wie die Tonnen geleert wurden. Die Männer der Abfallwirtschaft haben immer mit Nepo gescherzt, ihm gewunken und ihre Witze gemacht. Als sie dann fertig waren und der besonders liebe Mann sich in den Feierabend verabschiedet hat, sind wir zufällig hinter ihm her gelaufen. Plötzlich drehte er sich um, gab Nepo einen Euro und meinte: „Kauf die leckere Schokolade, weil du so ein lieber Engel bist.“ Ich muss zugeben, mir standen die Tränen in den Augen, weil ich so überwältigt war, von dieser Geste.

Natürlich habe ich Nepo dann einen Osterhasen aus Schokolade gekauft. Den Euro habe ich aufbewahrt. Als wir heute zum Spielplatz gelaufen sind, kamen wir wieder an einem Obdachlosen vorbei, der bei Wind und Wetter auf dem Bürgersteig sitzt. Nepo hat ihn beobachtet und ich konnte nicht anders, als ihm genau diesen Euro in den Becher zu werfen. Ich denke, dass war die beste Würdigung dieses Euros.

Es sind die kleinen Momente, die so voller Glück sind. Hätte ich Nepo gestern und heute im Kinderwagen durch die Gegend kutschiert, wären wir nie in den Genuss dieser Augenblicke gekommen.

Keine Lust mehr auf die vorbereitete Umgebung

Seit Montag habe ich für Nepo nun in der früh auch nichts mehr vorbereitet, da wir zwischen 09:00 und 10:00 Uhr das Haus verlassen, um auf den Spielplatz zu gehen oder in unsere Kurse. Auch ohne die vorbereitete Umgebung macht Nepo nicht den Eindruck, dass er gelangweilt ist. Da wir sein Regal ausgemistet haben und er nur wenige Dinge zur Verfügung hat, nutzt er eben diese viel intensiver. Auch mit seinen Stofftieren, die er bis dato überhaupt nicht beachtet hat, beschäftigt er sich jetzt sehr stark.

Zwar sind immer noch die paar Autos, die wir nicht weggeräumt haben, das Highlight für ihn, aber es ist nicht mehr so extrem wie vor dem Wochenende.

Heute morgen hat er seit langem mal wieder in Ruhe gefrühstückt und Banane und das weiße von zwei gekochten Eiern gegessen. Oh, Gott, ich weiß gar nicht, ob das gut für ihn ist, aber wenn es ihm doch schmeckt. Danach haben wir an seinem Waschtisch die Zähne geputzt und ich konnte ihn das erste Mal seit mehreren Monaten auch mal wieder mit einem Waschlappen abwaschen. Er wollte das irgendwann nicht mehr und ich habe es akzeptiert. Jetzt mit der Waschschüssel, der kleinen Seife, dem Spiegel und dem Mini Waschlappen ist das alles für ihn viel aufregender. Heute habe ich dann auch Zahnbürste und Zahnpasta auf den Waschtisch geräumt, da ich glaube, dass es dort einfach ansprechender für ihn ist.

Nach dem also die Pflege vorüber war, ist er wieder abgedüst, hat mit was weiß ich gespielt und irgendwann war er dann bereit für den Ausflug auf den Spielplatz.

Mir fällt auf, dass er draußen so viel entspannter und ruhiger ist, als drinnen. Ich selbst kann das gut nachvollziehen, denn ich bin auch ein „Frischluftjunkie“. Das Wochenende komplett in der Wohnung zu verbringen, macht mich fertig. Vielleicht habe ich die Sucht nach frischer Luft und freier Bewegung an Nepo weitergegeben – das wäre toll.

Wachsende Abneigung gegenüber Spielplätzen

Der Weg heute zum Spielplatz war wieder sehr entspannt und entschleunigend. Nepo ist gefühlt 5000 stehen geblieben, hat Blumen, Hunde, Kellerfenster, Autos und die Trambahn beäugt, seine Nase am Schaufenster plattgedrückt und fasziniert den pinkelnden Dackel angeschaut. Bevor wir den Spielplatz erreichten, habe ich mir in einem kleinen Café noch einen Kaffee und für Nepo eine Brezel gekauft. Danach ging es auf den Spielplatz, wo wir die einzigen waren.

Wie schon letztes Jahr ist die erste Aktion auf dem Spielplatz die Babyschaukel. Nachmittags und bei schönem Wetter muss man da schon mal anstehen, aber ansonsten ist sie eigentlich sehr bequem. Nach der Schaukel ging es dann zur Rutsche und dann nirgendwo hin. Nepo wurde müde und hatte auf nichts so richtig Lust.

Mir fiel heute zum ersten Mal so richtig auf, dass die Kinder ohne die Eltern fast nichts machen können. Nepo hatte heute kurz das Bedürfnis überall hochzuklettern. Aber nirgendswo ging es, weil die Geräte für ihn noch zu groß sind, dazu kommt die eingeschränkte Beweglichkeit durch die Schuhe, den Baumwolloverall und die Matschhose. Er war so genervt, denn er liebt es Dinge zu erklimmen. Das funktioniert super bei den Hengstenberg Geräten im Spielraum oder auf der Wiese in freier Natur. Aber diese Geräte auf dem Spielplatz waren so demotivierend für ihn, dass er anfing mit weinen.

Ich schaute mich um und war genervt von der Babyschaukel, in die kein Kind allein reinkommt, von dem Wippauto, in das man die Kinder reinsetzen muss, von der Rutsche auf die Kinder in Nepos Alter hochgehoben werden müssen. Die Wippe, die einem Kind allein überhaupt nichts bringt und diese Netzschaukel, die so hoch ist, dass selbst ältere Kinder Probleme haben, dort reinzukommen. Es gibt kein Gerät, wo Nepo nicht auf meine Hilfe angewiesen ist und das finde ich scheiße.

Letztes Jahr ist es mir noch nicht so aufgefallen, aber jetzt mit der Spielraum Erfahrung, mit dem Wissen, wie stolz er ist, wenn er Schrägen laufen kann oder das Piklerdreieck erklimmt, jetzt weiß ich, wie deprimierend es für ihn sein muss, dass er fast nirgends hoch kommt.

Ich musste an Remo Largo denken und wie er mal in einem Interview über die fantasielosen Spielplätze wetterte, die nicht ansatzweise an die Erlebnisse im Wald rankommen. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich mit Nepo einen Naturtreff besuchen möchte. Auch ich bin schon völlig abgestumpft, was die Erlebnisse im Wald anbelangen. Und das, obwohl ich auf einem Dorf aufgewachsen bin, ohne schöne Spielplätze, aber mit viel Wiesen, Wäldern und Bächen.

Heute nachmittag werde ich mit Nepo an die Isarauen gehen. Dort gibt es Steine, die man ins Wasser werfen kann, grüne Flächen und viele Bäume. Ich werde die Route so legen, dass wir nicht am Spielplatz vorbeikommen, wohl aber am Naturkindergarten. Ich will, dass wir mehr von der Natur erleben, auch wenn wir in München wohnen. Aber hier ist der englische Garten und der ist zwar ein Park, aber trotzdem ansprechender als ein Spielplatz, dessen Geräte so demotivierend und frustrierend für Nepo sind, dass er nur noch weint.

An Ostern sind wir bei meinen Eltern – aufm Land. Sie haben ein Haus und sie haben einen großen Garten. Dazu gibt es in Laufweite Felder, Wiesen und etwas weiter weg auch Wald.

  • Ich möchte, dass wir mit Nepo einfach nur draußen sind und den Luxus eines Garten oder der nahe gelegenen Wiesen nutzen.
  • Ich möchte mit ihm nicht auf den neu errichteten Mehr-Generationen-Spielplatz oder die ganze Zeit in der Wohnung sitzen.
  • Ich möchte, dass er sich mit der Natur misst und nicht mit von Menschen entworfenen Fantasiegeräten in Blumen- und Pilzform.
  • Ich möchte, dass mein Sohn irgendwann barfuss über Wiesen, Felder oder Waldboden läuft – ohne Ekel, ohne Schmerzen oder dem Gefühl, dass da was fehlt.
  • Ich möchte keine super gedämpften Schuhe für ihn, sondern Schuhe, die so eine dünne Sohle haben, dass er den Kontakt zum Boden nie verliert.
  • Ich möchte, dass er in eine Krippe und einen Kindergarten geht, die es nicht zum Ziel haben, die Kinder auf Spielplätze zu schleifen, sondern mit ihnen in den Park und den Wald gehen oder sie einfach nur im Garten das Gras beobachten lassen.
  • Ich möchte, dass mein Sohn die Nähe zur Natur kennenlernt, die ich kennenlernen durfte. Ich will das er die Natur schätzen lernt, dass er weiß, dass ein Baum mehr Schatten spendet, als jedes Sonnensegel auf der ganzen Welt. Ich will das er merkt, dass wir ohne die Natur, aber die Natur ohne uns alles ist. Ich möchte nicht, dass mein Sohn ein typisches Großstadtkind wird, dass nicht weiß, dass eine Kuh braun-weiß ist und das Berge nicht nur zum Ski fahren da sind.

Ja, das alles ist meine Aufgabe als Mutter und diese zu erfüllen, solange es mir möglich ist, ist meine oberste Pflicht und Verantwortung ihm gegenüber.

So, jetzt werden wir Essen und danach geht es wieder nach draußen – diesmal aber an die Isar.

Alles Liebe

Mareike