Monthly Archives: März 2016

14Mrz/16

Ein schwieriges Wochenende liegt hinter uns

Ein graues Wochenende liegt hinter mir.

Ein graues Wochenende liegt hinter mir.

 

Es ist jetzt Montag, kurz nach 5 Uhr. Die Nacht war sehr durchwachsen und ich bin seit 3 Uhr wach. Mir geht es nicht gut, denn das Wochenende war wirklich schwierig und eines, dass man am liebsten aus dem Gedächtnis streichen möchte.

Nepos Backenzähne kommen

Als ich mit ihm am Freitag auf dem Spielplatz war, merkte ich, dass er komplett durchgefroren war. Alles an ihm war eiskalt. Also sind wir nach Hause, doch so richtig warm wurde er nicht. Generell war er den Tag eher verhalten, sehr auf mich fixiert, wollte nichts essen und hatte zu gar nichts Lust. Gegen Abend hin wurde es immer schlimmer. Sein Kopf glühte, er hatte 39,1 Grad Fieber und weinte.

Vor ein paar Tagen habe ich zufällig gesehen, dass er auf der einen Seite sowohl oben, als auch unten seine Backenzähne bekommt. Tja, und ich denke, dass hat uns jetzt am Wochenende erreicht. Da immer nur eine Wange rot war und er auch sonst keine Anzeichen einer Erkältung hatte, wusste ich, dass das Weinen, das Verweigern von fester Nahrung und das ständige Rumgenörgle nur an den Zähnen liegen kann.

Ich musste mir ehrlich gesagt jedes Mal, wenn er weinte vor Augen führen, dass er solche Schmerzen haben muss. Obwohl wir Zahnungsgel und Streukügelchen da haben, gab ich ihm nix davon. Allein als er mich mit der Paste ankommen sah, schrie er noch mehr und rannte fast gegen die Fensterbank.

Irgendwann meinte mein Freund, er bräuchte einfach seine Ruhe und ich solle ihn nicht immer fragen, ob er was essen möchte, ob er eine Milch haben möchte oder so. Für mich war das schwierig, denn ich wollte ihm zeigen, dass ich für ihn da bin. Gut, hat teilweise funktioniert und wir haben dann wie immer rumgealbert, er hat sich halb tot gelacht, doch dann war alles wieder vorbei.

Decke auf dem Kopf und blanke Nerven

Das er gestern Abend mit einem Bulldozer über mein Nervensystem gefahren ist, kann allerdings nicht nur an den Zähnen gelegen haben.

Im Grunde genommen haben wir die Wohnung übers Wochenende nicht verlassen. Ich war zwar joggen und auf dem Flohmarkt, aber Nepo war gar nicht draußen. Am Samstag wollte ich nicht, weil ich mir nicht sicher war, ob Nepo nicht doch eine Erkältung ausbrütet und gestern wollte der Mann nicht.

Ich muss zugeben, dass ich mich gestern Abend maßlos über mich selbst geärgert habe. Ich hätte Nepo tagsüber einfach in den Kinderwagen packen müssen und wir wären an die frische Luft gegangen. Ob es besser für seine Zähne gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber es hätte ihn auf jeden Fall abgelenkt.

Am Wochenende ist er so anstrengend wie die ganze Woche nicht. Da wir das zweite Wochenende in Folge zuhause hockten, kann es nur an der fehlenden frischen Luft liegen. Ich habe ihm gestern versprochen, dass wir, egal ob wir zu zweit oder zu dritt sind, ab sofort jedes Wochenende nach draußen gehen. Es ist egal, ob es nur eine Stunde ist oder im Rahmen einer Wanderung. Es ist egal, ob wir bei Regen ein Museum aufsuchen oder ein Indoor Spielplatz. Es ist wirklich egal, denn was zählt ist die Abwechslung.

Alles neu macht der Montag

Auch wenn das Wetter heute wieder trüb sein sollte, Nepo und ich gehen raus. Defacto ist es so, dass ich heute genau da stehe, wo ich letzten Montag stand. Nämlich bei der Erkenntnis, dass es draußen so viel schöner ist, als drinnen. Und was habe ich am Wochenende auf die Reihe bekommen? Nichts. Rein gar nichts.

Heute werden wir mit dem Papa das Haus verlassen, dann zur Post gehen und dann in die Stadt. Ja, so richtig Stadt – München Marienplatz und so. Da wo die Touristen sind. Ich brauche für Nepo Bodys und Socken und da lohnt immer ein Besuch bei Muji und H&M.

Heute nachmittag soll wieder ein strahlend blauer Himmel kommen. Vielleicht verbringen wir ihn wieder an der Isar. Ich werde auf jeden Fall einiges an Brezeln, Apfel-Bananen-Brei und gekochten Eiern mitnehmen. Es wäre doch gelacht, wenn wir zwei es nicht schaffen würden, einen schönen Tag zu verbringen.

Mama braucht Schonzeit

Das „nach draußen gehen“ ist auch sehr für mich gedacht. Ich muss zugeben, dass ich nach dem gestrigen Abend einfach fertig bin. Ich flippe innerlich beim kleinsten Schrei von Nepo aus. Als es besonders schlimm war, habe ich ihn einfach ins Wohnzimmer gebracht, aufs Sofa gesetzt und ihm gesagt, dass ich nicht mehr kann. Das ich nervlich am Ende bin und wirklich, wirklich keine Lust mehr auf das Genörgle habe.

Das mag für manche asozial klingen, aber ich habe keine Geduld. Das ist meine Baustelle als hochsensible Mutter. Ich schaffe es nicht frühzeitig meine Grenzen aufzuzeigen, sondern lasse mich immer mehr zurückdrängen und immer mehr an mich rankommen. Bis zu einem „point of no return“ und dann ist er da, der emotionale Vulkan und ich kann nur noch eins: Ausflippen, wimmern, die Hände über den Kopf pressen und vor mich hin flüstern, dass alles wieder gut wird. Oft funktioniert es, gestern nicht. Ich konnte einfach nicht mehr.

Die Nacht war hart, doch so langsam geht es mir besser. Ich werde gleich laufen gehen und Kraft für den Tag sammeln.

Euch wünsche ich ebenfalls einen guten Start in die Woche.

Alles Liebe

Mareike

13Mrz/16

Erfahrungsbericht: Meine neuen Laufschuhe von New Balance

Happy nach dem 10 KM Lauf

Happy nach dem 10 KM Lauf

Heute morgen war es endlich soweit und ich konnte meine neuen Laufschuhe einweihen. Ich war so aufgeregt und motiviert wie schon lange nicht mehr.

Nachdem Nepo ja wieder in unserem Bett schläft und mich an die äußerste Bettkante geschoben hat, beschloss ich aufzustehen, einen Kaffee zu machen, meinen Blog zu befüllen und dann gegen 7:00 Uhr zum Laufen zu gehen.

Ich zog mein komplettes Laufoutfit an und diesmal auch schon die Schuhe, um sie ein wenig einzulaufen.

Gegen 7:00 Uhr startete ich dann meinen Lauf. Ziel waren die 10 Kilometer, auch wenn ich nicht wusste, ob ich es mit den neuen Schuhen schaffen würde.

Meine neuen Laufschuhe

Meine neuen Laufschuhe

Schon mit den ersten Schritte fühlte ich mich sehr wohl in den Schuhen. Ich spürte die gute Dämpfung, die bei mir notwendig ist, da ich nur noch auf Teer bzw. den Gehwegen laufe. Ich lief und lief und lief und es fühlte sich gut an. Ich kam zur ersten Kreuzung, dann zur zweiten, bog dann irgendwann rechts ab und war schon bei Kilometer 4.

Ich lief, ohne mein Wissen, bis zu dem Naturkindergarten, an dessen Naturtreff wir bald teilnehmen wollen. Lief noch ein paar hundert Meter weiter und kehrte dann um.

Der Rückweg war leichter, da es sehr leicht, aber stetig bergab ging. Meine Zeit wurde immer besser und irgendwann war ich bei Kilometer 9, rannte noch eine Ehrenrunde und beendete meinen Morgenlauf kaputt, aber sehr glücklich.

Die Premiere mit meinen neuen Schuhen war wunderbar und ich bin so begeistert, dass ich morgen früh gleich wieder laufen werde. Habe ich den Winter fast nur im Fitnessstudio verbracht, so braucht meine Lunge und mein Kopf jetzt frische Luft. Das Wetter ist trocken, die Gehwege frei und die Straßen leer, also werde ich morgen wieder laufen gehen.

Ich bin sehr glücklich, dass ich mir die Schuhe spontan und ohne Laufberatung bestellt habe. Ich bin ein Hobbyläufer und glaube mit New Balance liege ich super richtig. Spontan habe ich mir die Schuhe übrigens gekauft, weil ich sie am Donnerstag bei Zalando Lounge gesehen habe. Da ich sowieso neue Laufschuhe brauchte, griff ich gleich zu.

Meine „alten“ Laufschuhe habe ich gestern gewaschen und werde sie jetzt für längere Wege anziehen, denn dafür sind die Nike Shox auf jeden Fall noch geeignet.

Oh, und hier ist nochmal mein Laufpensum in dieser Woche. Bin gespannt, ob ich nächste Woche noch ne Schippe drauflegen kann:

Absolviertes Laufpensum

Absolviertes Laufpensum

13Mrz/16

Neue Sportschuhe für Mutti, neue Regale für Nepo

Gestern morgen war ich im Namen meines Sohnes einkaufen. Gestern nachmittag war DHL für mich unterwegs und lieferte mir meine neuen Lauf- und Fitnessschuhe.

Die Zeit für neue Sportschuhe

Neue Sportschuhe für Mutti

Neue Sportschuhe für Mutti

Schon Anfang der Woche kam mir der Gedanke auf, dass ich meine Laufschuhe erneuern müsste. Ich suchte im Internet nach einer Laufberatung hier in München, sowie nach Schuhempfehlungen. In Stuttgart hatte ich mal eine Laufberatung mit allem Chi Chi gemacht und mit der Marke Adidas voll ins Klo gegriffen. Nach zwei Mal Laufen taten mir meine Knie so weh, dass ich wieder auf meine alten Nike Shox zurückgriff. Diesmal sollten es keine Shox werden, aber Lust auf eine Beratung hatte ich auch keine. Wie so oft, kam mir der Zufall zu Hilfe und der Kauf lies sich nicht mehr aufschieben.

Als ich am Donnerstag von meinem Morgenlauf zurückkam, flatterte der Newsletter der Zalando Lounge in meine Mailbox. Und als Aktion wurden diesmal Sportsachen von New Balance angeteasert. New Balance war die Laufmarke von meiner Schwester und in Foren wurden Laufschuhe der Marke auch empfohlen.

Als Nepo mittags schlief, schaute ich mir die Angebote an, verglich die Produkte im Amazon Store und entschied mich für ein Paar Laufschuhe und ein Paar Fitnessschuhe. Nun kann man sagen: Nicht sehr minimalistisch, Frau Wüste! Das stimmt, aber ich möchte kurz mal auf die Historie meiner beiden aktuellen Schuhpaare verweisen:

  • Den Fitnessschuh, ein Nike Shox Produkt, habe ich November 2011 in New York gekauft. Dort habe ich ihn für meine Erkundungstouren getragen, wieder in München wurde es mein Laufschuh. Nachdem ich im August 2013 auf neue Shox Schuhe umgestiegen bin, wusch ich die ehemaligen Laufschuhe und nutzte sie für mein Training im Fitnessstudio
  • Den Laufschuh, auch ein Nike Shox Produkt, habe ich im August 2013 gekauft. Seit dem laufe ich mit ihm. Im Internet habe ich jetzt gelesen, dass man Laufschuhe nach 800 bis 1000 km austauschen sollte. Ich denke, wenn ich alles zusammenrechne, inklusive dem New York Marathon, wird es wirklich Zeit für neue Schuhe.

Ich habe das Laufen erst dieses Jahr wirklich wieder entdeckt und es macht mir sehr viel Spaß morgens nach einem ersten Kaffee meine Runde zu drehen. Ich würde das Laufen jetzt zum Frühjahr hin wieder intensivieren und auch gern eine längere Einheit von 15 Kilometer pro Woche einbauen.

Die neuen Schuhe habe ich gestern gleich mit einem alten Nässeblocker eingesprüht und kann es kaum erwarten sie gleich auszutesten.

Zugegeben die neuen Fitnessschuhe hätten nicht sein müssen, aber ich wollte die alten Schuh jetzt einfach mal aussortieren und die angebotenen, reduzierten Modelle gefielen mir. Im Schnitt nutze ich Schuhe fürs Fitnessstudio ca. 3 Jahre und liege damit wohl weit über dem Durchschnitt anderer regelmäßiger Fitnessbesucher.

Upcycling: Regale für den Sohn

Regale für Nepo

Regale für Nepo

Nachdem ich nun wieder Unmengen Karton erzeugt habe, überlegte ich mir, was ich damit machen könnte. Vor einigen Wochen hatte ich bei Pinterest einen Spielzeug Coffeeshop aus Karton gesehen. Dieses Teil begeisterte mich so, dass ich mir überlegte, für Nepos Küche auch Regale aus Karton zu basteln.

Nachdem ich gestern also die zwei identischen Kartons begutachtete, entschloss ich mich, aus denen zwei Regale zu basteln. Das war natürlich denkbar einfach, denn ich musste ja nur den Deckel abschneiden, die Dinger mit Power Strips an die Wand kleben und fertig.

Gleich am Abend machte ich mich ans Werk und während Nepo noch mit der Mikrowelle hantierte, brachte ich neben ihm die Regale an. Er bezog sie sofort mit in sein Spiel ein und stellte die leeren Teedosen rein. Dann sortierte er sie wieder aus, räumte um und sortierte alles anders ein. Er war so ins Sortieren versunken, dass ich mich aufs Bett setzte und ihn beobachtete.

Seit wir die Küche vor einer Woche umgeräumt haben und Nepo gemerkt hat, dass die Küche besser erreichbar für ihn ist, wenn er sich den Schemel aus dem Flur davor stellt, spielt er sehr oft mit ihr. In der letzten Woche wohl mehr, als die ganzen Monate zuvor.

Regale aus Schuhkartons

Ich muss zugeben, dass es mir unheimlich viel Spaß macht, aus vorhandenen Materialien Dinge für Nepo zu basteln. Ich mag diesen „Shabby Chic“ sehr und es ist vielleicht auch eine Erklärung, warum ich mit super sauberen und sterilen Kinderkrippen nichts anfangen kann. In der Krippe, die wir am Freitag angeschaut haben, hatte ich genau diese Art von Upcycling vermisst. Vielleicht hätten auch nur ein paar Äste an der Wand gefehlt und es wäre viel gemütlicher geworden. Gleichzeitig ist mir auch bewusst, dass viele Mütter wohl anders denken und Selbstgebasteltes nicht ästhetisch finden.

Meine Regale sind ja auch nicht wirklich schön oder eine Augenweide, aber sie sind jetzt genau das, was Nepo gebraucht hat und ob das Regal jetzt aus hochwertigem Holz ist oder stabiler Pappe, ist für ihn und die Teedosen erstmal egal.

Genug philosophiert für heute, jetzt geht es gleich laufen. Die Schuh habe ich schon an und hier in der Küche fühlt sich das schon mal gut an. 🙂

13Mrz/16

Der halbjährliche Kindersachenflohmarkt in Haidhausen

Gestern fand wieder der halbjährliche Kindersachenflohmarkt bei uns in Haidhausen statt. Ich bin seit Nepos Geburt ja ein leidenschaftlicher Flohmarktgänger geworden. Die Kleidung ist fast immer in einem sehr guten Zustand, es gibt viel Auswahl und ich fühle mich gut dabei, Kleidung nochmal ein zweites Leben zu geben. 🙂

Da Nepo gerade seine Backenzähne bekommt und vor sich hinfiebert, war die Nacht von Freitag auf Samstag sehr durchwachsen. Als ich um 7:20 Uhr aufwachte, ging ich ins Bad, machte mich fertig und um 8:30 Uhr ging ich zum ersten Flohmarkt, welcher von der Kindergruppe Haidhausen organisiert wird.

Der Flohmarkt in der Kindergruppe Haidhausen

Obwohl ich schon früh dran war, kamen mir schon Mütter mit vollbepackten Tüten entgegen. In den Räumlichkeiten ein Gedränge und ein Lärmpegel. Hola, die Waldfee. Das Tolle an der Kita: Es gibt keine einzelnen Stände, sondern alles wird zusammengelegt, mit Etiketten markiert und dann nach Größe sortiert. So konnte ich die Größen 50 – 74, die sich in einem separaten Raum befanden, getrost beiseite lassen. Ich konzentrierte mich auf das Regal mit 92 bis 98.

Es war der Frühjahrs- und Sommerflohmarkt und so langsam entwächst Nepo auch der 86. Ich glaube 92 bis 98 sind damit die perfekten Größen für Frühjahr, Sommer und Frühherbst. An Geld habe ich nur 40 EURO mitgenommen, weil ich die Preise kannte und der Überzeugung war, dass ich nicht ohne Ende einkaufen muss, sondern mich auf das konzentriere, was wichtig ist:

  • Ganz oben stand auf jeden Fall eine neue Matschhose, da die alte vom Oktober-Flohmarkt langsam zu klein wird.
  • Neben der Matschhose, wollte ich auch eine Regenjacke kaufen, damit wir wetterunabhängiger sind, aktuell hat er ja nur seine Winterjacke, einen Baumwoll-Overall und eine Skihose mit Jacke, die aber immer noch viel zu groß ist.
  • Auch wenn ich sonst kein Käufer von gebrauchten Schuhen bin, so habe ich doch Gummistiefel auf meine Wunschliste gepackt.
  • Jeans und eine Übergangsjacke wären auch noch toll.
  • Spielzeug wollte ich nur, wenn es was wirklich gutes zu einem vernünftigen Preis gibt.

Mein Fazit vom ersten Flohmarkt

Ich bin fündig geworden. Gleich im ersten Regal habe ich zwei tolle Jeans für Nepo gefunden. Schmalgeschnittene Hipster Jeans, wie sie mein Freund nennen würde. Dazu eine College Jacke für die Übergangszeit. Die Outdoor Kleidung war im Raum dahinter an Kleiderstangen aufgehängt. Nach Größe sortiert, wie im richtigen Laden. Dort konnte ich mich nicht entscheiden zwischen den vielen Matschhosen und noch mehr Regenjacken. Ich wählte dann eine dunkelblaue Matschhose und eine gelbe Regenjacke. Nach Gummistiefeln in passender Größe suchte ich allerdings vergeblich.

In dem Raum, in dem ich die Jeans und Jacke gefunden habe, wurde auch Spielzeug angeboten. Mein Blick fiel sofort auf die Nachziehente von BRIO. Das Ding wird im Spielraum von fast jedem Kind geliebt, aber so richtig überzeugen konnte sie mich nicht. Zumal Nepo schon so einen watschelnden Pinguin hat, den er vor sich her schieben kann. Ich war mir nicht sicher, ob und wie lange Nepo mit der Ente spielte und legte sie erstmal weg. Dann sah ich ein riesiges Holzpuzzle, aber konnte so gar nicht erkennen, ob das immer die gleichen Teile waren. Zumal es mit 11 EURO echt teuer im Verhältnis zu den Klamotten gekommen wäre. Dann sah ich ganz hinten ein einfaches Holzpuzzle mit Zirkusmotiven. Es kam 1 EURO und ich nahm es sofort mit.

Damit waren meine Einkäufe fürs erste abgeschlossen und ich verliess den Flohmarkt mit Sachen im Wert von 15,50 EUR.

Flohmarkt der Kindergruppe Haidhausen

Flohmarkt der Kindergruppe Haidhausen

Flohmarkt im Kolpinghaus

Glücklich und zufrieden ging ich über den Johannisplatz weiter zum Flohmarkt im Kolpinghaus. Mittlerweile war es 8:50 Uhr und ich wusste, dass sie erst um 08:45 Uhr die Türen öffneten. Trotzdem war schon eine Menge los. Es gab so viel Zeug. Viel für Mädchen und größere Kinder. Doch bei den Gummistiefeln wurde ich fündig. Ich zögerte noch, weil es die Größe 24/25 war und Nepo gerade 23 hat. Entschied mich dann doch für die Stiefel, denn reinwachsen wird er auf jeden Fall. Ein paar Stände weiter fand ich dann auch Stiefel in der Größe 23. Sie kosteten 1 EURO und ich nahm sie daraufhin mit.

Dann traf ich noch eine andere Mutter, die ich aus dem Café Glanz kannte. Sie erzählte mir, dass es einen Stand gibt, wo alles nur 2 EURO kostet und man nicht feilschen müsste. Ja, den Stand hatte ich gesehen und er war mir zu voll. Das Feilschen auf Flohmärkten ist eh nicht mein Ding. Das habe ich auf dem Großen Bazar in Istanbul gemacht, weil es dort ja irgendwie erwartet wird. Aber bei einem Kinderflohmarkt zu feilschen, ist wirklich nichts für mich.

Mein Fazit

Mit der Wahl der Gummistiefel war ich sehr zufrieden. Allerdings muss ich sagen, dass der Herbstflohmarkt für mich bisher immer besser war. Mit den gekauften Sachen haben wir bis jetzt noch unsere Freude und ich hoffe, dass wird mit den neuen Sachen auch so sein. In Summe hatte ich hier 6 EURO ausgegeben.

Kinderflohmarkt im Kolpinghaus

Kinderflohmarkt im Kolpinghaus

Wieder zuhause angekommen, zeigte ich Nepo ganz stolz das Holzpuzzle und er war sofort Feuer und Flamme. Bis abends spielte er immer wieder mit dem Puzzle. Die Gummistiefel habe ich dann gleich am Nachmittag sauber gemacht, damit wir sie bald anziehen können.

So gut ausgestattet, steht dem Naturtreff nichts mehr entgegen. 🙂

Der Termin für den nächsten Kindersachenflohmarkt ist übrigens der 22. Oktober 2016

Und hier nochmal meine Ausbeute:

Kleidung vom Flohmarkt

Kleiderausbeute für 20 EURO

 

 

Holzpuzzle vom Flohmarkt

Holzpuzzle für 1 EURO

 

In diesem Sinne: Einen guten Start in den Sonntag! 🙂

12Mrz/16

Ernüchterung bei gestriger Krippenbesichtigung

ZitatMariaMontessori

Gestern Abend haben wir uns zu dritt nochmals eine Kinderkrippe angeschaut und damit nochmals einen „Tag der offenen Tür“ genutzt. Obwohl wir uns schon zu 100% sicher sind, dass für uns nur eine Montessorikrippe in Betracht kommt, war der Besuch wichtig. Wichtig deswegen, weil mein Freund bisher ja nur Montessorikrippen gesehen hat und wichtig auch, weil wir gelesen haben, dass diese Krippe auch Elemente von Reggio Emilia mit im Konzept aufführt.

Wir waren nicht voreingenommen, sondern mehr neugierig wie die Krippe auf Nepo wirkt, ob die Pädagogen ihn ankommen lassen und ihn später auch erreichen. Wir waren interessiert, was den Krippenalltag anbelangt, wie die Räumlichkeiten gestaltet sind und wie stark das Thema „Bindung“ gelebt wird.

Die Räumlichkeiten

Es war schon spät, als wir die Krippe erreichten und viele Eltern waren schon weg. Am Eingang war niemand zu sehen und wir verharrten etwas, weil wir nicht wussten, ob wir die Schuhe ausziehen oder anlassen sollten. Irgendwann kam eine Mutter und meinte, wir könnten die Schuhe anlassen. Gleich hinter dem Eingang war rechts der „Kreativ- und Essraum“. Als wir im Flur um die Ecke bogen, sahen wir schon auf der linken Seite einen riesigen Spiegel, darüber die Bilder der 20 Kinder, die dort betreut werden. Rechts dann die Garderobe. Am Ende des Flurs ging es dann ins Spielzimmer, wo wir dann auch von einer Erzieherin angesprochen wurden. Nepo reagierte gar nicht auf sie und auch als wir das Spielzimmer betraten, war er so fixiert auf mich, dass die Erzieherin uns zwar den Tagesablauf, ich sie aber gar nicht wahrnahm. Machte aber nix, denn der Tagesablauf war ja auch im Konzept beschrieben.

Dann gingen wir vom „Spielzimmer“ ins „Turn- und Schlafzimmer“. Ich schaute mich um, aber so richtige Turngeräte, wie ein Pikler-Dreieck oder Hengstenberg-Geräte sah ich nicht. Als uns die Erzieherin dann sagte, dass in dem Raum mittags 20 Kinder auf ihren Matratzen schlafen, war mir schlecht. Sie versicherte uns, dass das funktionieren würde. Ich wollte ehrlich gesagt nicht wissen, um welchen Preis. Von Gruppendynamik halte ich sowieso nichts, weil immer jemand leiden muss. Ist genauso Mist wie Fraktionszwang.

Weiter ging es ins Bad, dass sehr modern war. Dort erzählte sie uns auch vom Klotraining bei den größeren. Ich nickte und lächelte. Dann schaute sich Nepo noch alles genau an und es ging weiter in den Garten.

Generell finde ich es gut, wenn ein Garten vorhanden ist. Hier ist er aber durch eine schwere Feuerschutztür und dann durch ein Treppenhaus getrennt. Der Garten selbst befindet sich im Innenhof eines Wohnkomplex und ist komplett mit einem grünen Metallzaun eingezäunt. Auf den Fotos in der Krippe habe ich schon die vielen Bobbycars gesehen. Für die gibt es einen separaten Stellplatz im Garten. Generell ist der Garten eine Wiese mit einer Metallrutsche, die im Sommer sicher nie aufheizt, einem Sandkasten, in dem die Rutsche hineinführt. Es gibt einen kleinen Pfad, der verschiedene Böden beinhaltet. Es gibt keine Beete, wo die kleinen buddeln können, es gibt keine Klettermöglichkeiten und durch die Wiese führt ein Wega aus Schaumstoff, der wahrscheinlich für die Bobbycars gedacht ist. Nepo ist sofort ans äußerste Ende des Gartens gelaufen und stand einfach nur da. Die Erzieherin meinte, dass die Kinder im Sommer, wenn es sehr heiß ist auch barfuss laufen können. Damit hatten wir die Besichtigung der Räumlichkeiten abgeschlossen.

Zur Eingewöhnung

Im Garten erzählte sie uns noch kurz, wie die Eingewöhnung erfolgt und dass jedes Kind in vier Wochen eingewöhnt wird. Eine weitere Mutter, vom Beruf Lehrerin, meinte das sie Mitte September wieder arbeiten muss und ob man sich die Eingewöhnung nicht teilen könnten: Die ersten 2 Wochen die Mutter, die letzten 2 Wochen der Vater oder die Oma. Die Erzieherin meinte, dass das kein Problem sei, sie hätten das schon so oft gehandhabt. Dann ergänzte sie, dass vor kurzem ein sieben Monate altes Kind zu ihnen gekommen wäre und die Eingewöhnung war nach einer Woche abgeschlossen.

Die Eingewöhnung selbst würde so ablaufen, dass in der ersten Woche das Kind 10 Minuten allein bleibt und das dann von Woche zu Woche die Abwesenheit der Eltern immer mehr verlängert wird. Die Abwesenheit würde die Mutter oder der Vater dann im Büro verbringen.

Nach dem wir uns alles angehört und irgendwie so gar keine Fragen hatten, bedankten wir uns für die Führung und gingen wieder.

Meine Eindrücke und mein Empfinden

Die folgenden Punkte entsprechen meiner Empfindung und spiegeln auch den Eindruck meines Freundes wieder. Da städtische Krippen, Eltern-Kind-Initiativen und kirchliche Einrichtungen für viele die einzige Möglichkeit sind, ihr Kind in die Betreuung zu geben, möchte ich niemanden, auch wirklich niemanden irgendwas vorwerfen. Ich denke, dass sich alle Eltern überlegen, wo sie ihr Kind hingeben und für die einen sind die städtischen Krippen besser und für andere, wie mich, die Montessorikrippen. Andere wiederum bevorzugen Tagesmütter oder Waldorfkinderkrippen. Was ich jetzt hier schreibe, schreibe ich mit meiner Überzeugung von Emmi Pikler, Maria Montessori, Elfriede Hengstenberg, Arno Stern, Jesper Juul und Remo Largo. Ich schreibe das mit der Erfahrung, die wir im Spielraum gemacht haben und mit dem Vergleich zu Montessorikrippen. Zusätzlich schreibe ich es als hochsensible Mutter, die sehr auf ihren Bauch hört und Diskrepanzen körperlich spürt.

Mein Eindruck über die Räumlichkeiten

  • Die Krippe machte einen absolut sauberen und gepflegten Eindruck – und genau das ist mein Problem. Es war so steril und von der Gestaltung kalt, dass wir drei zu keiner Zeit mit diesen Räumlichkeiten warm geworden wären.
  • Für meinen Freund war es gelebte Krankenhausatmosphäre.
  • Von Reggio Emilia hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft, wo sie doch so kreativ arbeiten, den Raum als 3. Erzieher sehen und Upcyling betreiben
  • Die Gestaltung des Gartens war für mich schlicht lieblos und ich habe mich gefragt, wie viel Runden Neop auf dem Bobbycar drehen soll, bis er durchdreht. Mir fehlte ein Beet in dem man mit den Kindern etwas anbauen kann. Ja, ich glaube, dass Zweijährige durchaus in der Lage sind eine kleine Gießkanne zu tragen und Löcher zu buddeln. Man muss sie halt einfach nur lassen.
  • Dieser Zaun und dieser Innenhof vermitteln so eine kalte Atmosphäre, dass selbst ich mich nicht wohlgefühlt habe. Und das hatte nichts mit dem kalten Wetter zu tun.
  • Der Garten ist vorhanden, aber die Kinder kommen nicht hin. Eine fette Feuerschutztür, ein Treppenhaus und dann noch das Gartentor stehen zwischen ihnen und dem Garten
  • Die Aussage „Die Kinder entscheiden, was draußen gespielt wird“, passte mir gar nicht. Wie sollen die das entscheiden? Wahrscheinlich „demokratisch“ und damit müssen alle das gleiche machen.
  • Das sie in so großer Runde essen und dann auch noch im gleichen Raum in dem die Farben stehen und der als Kreativraum herhalten muss, fand ich suboptimal
  • Das sie das Essen vom Caterer bekommen, stört mich ehrlich gesagt nicht.
  • Was ich gut finde und das war bei städtischen Kinderkrippen, die ich besucht habe, nicht der Fall: Innen ist alles ebenerdig und die 20 Kinder können sich überall bewegen. Ich habe Krippen besucht, die waren über drei Stockwerke aufgeteilt und die Treppenhäuser waren so steil, dass ich Probleme hatte, mit Nepo die Treppe hochzukommen.

Das Schlafen, Essen und Hygiene

  • Das 20 Kinder in einem kleinen Raum schlafen, hat meiner Meinung nach schon was von einem Internierungslager.
  • Wir haben zwar auch nur ein Floor Bed, aber immerhin haben wir eine Matratze und einen Lattenrost. Diese Krippe ist im Erdgeschoss und hatte keine Fußbodenheizung. Ich weiß nicht, ob das für die Kinder im Winter so prickelnd ist. Und wir haben ein Kind, dass ohne Schlafsack und ohne Decke schläft. Nepo mag das nicht und ich werde es ihm nicht angewöhnen.
  • Das alle Kinder vor und nach dem Schlafen „durchgewickelt“ werden, finde ich schon sehr Fliessbandmäßig. Das mag sein, dass die Erzieherinnen das als Routine ansehen, an das sich die Kinder gewöhnen, aber ich bezweifle, dass in dieser Abfertigung irgendeine Nähe aufgebaut wird.
  • Die großen Kinder dürfen zwar Windeln tragen, machen aber Klotraining.
  • Das Essen in größerer Runde finde ich nicht gut. Ich teile die Montessori- und Pikler-Einstellung, dass Kinder maximal in 4er-Gruppen essen sollten, um Unruhe zu vermeiden.
  • Gut hingegen finde ich, dass sie die Eigenständigkeit beim Essen fördern.

Die Eingewöhnung

  • Gestern war nichts von einer Beziehungspädagogin zu hören, es gab kein „Bindung vor Bildung“, wie ich es bei den Montessorikrippen gehört habe
  • Das eine Eingewöhnung pauschal nach vier Wochen abgeschlossen ist, finde ich sehr optimistisch
  • Das es wohl kein Problem darstellt, das während der Eingewöhnung die Bezugsperson wechselt und aus der Mutter die Oma wird, kann ich nicht verstehen
  • Ich denke auch hier bilden Montessorikrippen die Ausnahme und wir haben uns nun auch im Hinblick auf die besondere Eingewöhnung komplett auf Montessori eingeschossen, dass ein laxerer Umgang mit dem Thema von mir schon im Vorfeld abgelehnt wird.

Mein Fazit

Ich muss sagen, dass die gestrige Krippe im Vergleich zu städtischen und privaten Krippen schon zu den besseren gehörte. Trotzdem könnte ich es nicht verantworten Nepo dort in die „Betreuung“ zu geben. Der Besuch hat mich wieder bestärkt, dass das wichtigste ist, dass Nepo verständnisvolle Personen um sich hat, die die individuellen Bedürfnisse des Kindes berücksichtigen. Die verstehen, dass jedes Kind einen individuellen Bauplan hat und der auch geachtet werden sollte. Es gibt sicher Kinder die lieber drin bleiben und Kinder die lieber an der frischen Luft sind. Ich selbst kann das bei Nepo nicht sagen, denn wir leben leider nicht im EG und haben auch keinen Garten, sodass er selbst entscheiden kann, wann er raus geht und wann nicht. Gerade jetzt in dem Alter finde ich es sehr wichtig, die Kleinen zu beobachten und sie zu verstehen. Wenn die Erzieherin gestern schon nicht auf ihn eingehen konnte, wie soll sie es dann in der Eingewöhnung tun. Wenn Nepo gestern schon nicht mal annähernd so begeistert war, wie bei Montessor21, wie soll ich ihn dann besten Gewissens allein zurücklassen. Wie ist sicher gestellt, dass er konzentriert und für sich sein kann, wenn es nirgends Abgrenzungen gibt, die es Kindern auch mal ermöglichen sich zurückzuziehen.

Mein Freund hat es gestern auf den Punkt gebracht: Es ist ein Aufbewahrungsbetrieb und das sind viele Krippen. Viele Eltern haben keine andere Wahl als ihre Kinder in eben solche Kinderkrippen zu geben, die auf den ersten Blick gut sind. Der Putz bröckelt erst, wenn man sich tiefer mit den Themen beschäftigt.

Letztendlich setzt die Krippe das fort, was wir schon in unserem Konsumverhalten und unserer Ernährung erkannt haben: Nicht alles, was die Masse macht und wo die Masse hintreibt, ist gut. Und wenn du dich entscheidest auszusteigen, dann kannst du nicht mehr zurück ins „System“. Das gilt für das Konsumbewusstsein genauso wie für die Betreuung deines Kindes. Ich denke, dass wir oft auf Widerstand und Unverständnis stoßen, eben weil Montessori und Naturkindergarten nicht Mainstream sind. Wichtig ist, dass wir immer das Wohl von uns dreien im Blick haben und wir aufeinander aufpassen.

Mittlerweile ist Nepo wieder aus dem Mittagsschlaf aufgewacht und sitzt hier bei mir auf dem Schoss. Ich werde mich jetzt wieder vom Rechner zurückziehen und wünsche euch noch einen wunderschönen Nachmittag. Geht euren Weg, er ist der Richtige. AMEN 🙂

 

11Mrz/16

Enten füttern mit Nepo und danach zu einem Event von LILLYDOO

Nachdem der Vormittag etwas grau war, verzogen sich am Nachmittag die Wolken und hier in München wurde es herrlich sonnig und angenehm warm. Perfekt für einen ausgiebigen Nachmittagsspaziergang an der Isar entlang bis hinein ins Glockenbachviertel, wo eine Produktpräsentation von LILLYDOO stattfand.

Zuerst ging es für uns beide zur Stadtbibliothek München, wo zwei bestellte Bücher auf mich warteten. Mittlerweile beziehe ich meine Bücher nur noch aus der Bibliothek, denn in München ist das Angebot sehr umfangreich und der Bücher-Bestell-Service sehr schnell. Für mich ist die Bibliothek quasi das Amazon für Minimalisten. 🙂

Als wir zum Ausgang wollten, wurde Nepo unruhig und zeigte immer wieder auf das kleine Bistro im Erdgeschoss. Es war mir relativ schnell klar, was er wollte. Vor gut einer Woche habe ich ihm dort eine Schokomakrone gekauft, das hat er natürlich nicht vergessen und so kam ich nicht an der Auslage des Bistro vorbei, ohne ihm diesmal eine riesige Makrone zu kaufen. Boah, dieses stolze Gesicht und der genussvolle Biss in dieses total süße Teil werde ich nicht vergessen.

Auf in Richtung Frühlingsanlagen

Gut gestärkt durch Kaffee und Makrone liefen wir weiter Richtung Isar, die wir dann auch ziemlich schnell erreichten. Vorbei am Deutschen Museum, das Nepo neugierig betrachte und ganz fasziniert von einem dort arbeitenden Bagger war, ging es dann zu den Frühlingsanlagen direkt an die Isar.

IMG_1394 IMG_1398Durch das schöne Wetter war natürlich viel los und wir kamen zu einer Gruppe junger Mädchen die Enten, Möwen und notgedrungen auch Tauben fütterten. Für Nepo war das so aufregend, dass er aus dem Zeigen nicht mehr rauskam. Also blieben wir dort und ich „opferte“ seine Brezel, die wir am Morgen gekauft hatten. Wir zwei fütterten die Enten, die immer näher kamen. Nachdem ich anfing die Brezel zu zerteilen und den Enten kleine Stücke zuwarf, wollte Nepo natürlich auch. Ich gab ihm kleine Stückchen und er warf sie in Richtung der Enten. Meist landeten sie zwar direkt vor seinen Füßen, aber das störte die Tiere gar nicht. Er versuchte beim Füttern immer Trick 17 und hielt in der einen Hand das Stück Brezel und in der anderen versuchte er die Ente zu streicheln oder zu berühren. Ich hielt seine ausgestreckte Hand nach unten, weil ich nicht wusste, wie die Enten reagieren und Angst hatte, dass sie ihn vielleicht beißen.

Nachdem die Brezel alle war, wollte Nepo Steine nach den Enten werfen. Ich sagte ihm, dass das keine gute Idee wäre, denn die Enten würden merken, dass das nichts essbares ist und wären verärgert über uns. Interessiert hat das Nepo nicht und ich weiß, dass er nicht aus Bösartigkeit die Steine geworfen hat, sondern weil er sie einfach weiter füttern wollte. Ich versprach ihm, dass wir morgen, also heute, wieder an die Isar gehen würden und diesmal zwei Brezeln mitnehmen, damit wir schön lange da bleiben können.

Nach dem nun auch keine Ente mehr zu uns kam, verlor Nepo die Lust an ihnen und wir gingen weiter. Für ihn waren jetzt die weißen Steine das Highlight. Immer wenn er auf dem Weg einen sah, nahm er ihn, stiefelte über die Wiese Richtung Isar und schmiss ihn ins Wasser. Ich lies ihn gewähren und mir wurde klar, dass ich so uninteressant war. Er schaute nicht nach links, nicht nach rechts sondern steuerte geradewegs auf das Wasser zu. Ich blieb im Hintergrund und sprintete nur zu ihm, wenn er zu nah am Wasser war.

Die Isar ist hier zwar flach, aber die Strömung ist stark. Im Sommer, wenn es warm ist, werden wir sicher hingehen und unsere Beine ins Wasser halten. Ich denke wir werden tagsüber viel Zeit im Park oder an der Isar verbringen. Es ist ja auch alles so spannend: Die Hunde, die Menschen, die anderen Kinder, die Enten, Möwen, Tauben. In der Nähe gibt es einen Kiosk und eine kleine Imbissbude. Die Wiesen sind zwar voller Löcher, aber das kann Nepo ja nicht abhalten, durchs Gras zu laufen. Hier und da liegt ein alter Baumstamm und die vielen Steine, die wir ins Wasser werfen können. Ach, ich freu mich schon so und hoffe, dass die Hundebesitzer ein Auge auf ihre vierbeinigen Freunde haben und Sorge tragen, dass die Wiesen vielleicht nicht komplett zugekackt sind. Hier in München gibt es zwar viele, die mit einer Tüte für Hundekot rumlaufen, aber viele sind eben nicht alle und die Wiesen sind im Frühjahr und Sommer nicht wirklich schön, mit der ganzen Kacke.

Weiter zu Veganz und LILLYDOO

Den Besuch bei LILLYDOO nutzte ich auch, um mal wieder in den Veganz einzukehren. Den veganen Supermarkt habe ich letztes Jahr fast wöchentlich angesteuert, aber da ich nun ja kein Veganer mehr bin und wir jetzt nicht mehr oft an der Isar war, ist es schon ein Weilchen her, dass wir dort einkaufen waren.

Im Veganz, der immer noch so eng ist, dass ich mit meinem Kinderwagen Probleme habe, fielen Nepo natürlich sofort die veganen Gummibärchen auf und er konnte es nicht abwarten, bis ich die Dinger an der Kasse gezahlt habe, sondern futterte vorher schon fleißig die Bärchen. Normalerweise machen wir das nicht, aber er war so heiß, dass ich die Tüte eben schon im Laden aufgemacht habe.

Der Reiz der veganen Ersatzprodukte hat mich irgendwie verlassen, also blieb es bei den Gummibärchen und einer Dose Xucker. Und weiter ging es dann Richtung LILLYDOO.

Auf eine Apfelschorle bei LILLYDOO

IMG_1417Der Event war von 12:00 bis 18:00 Uhr geplant, sodass wir um 17:00 Uhr die letzten waren, die zur Party gefunden haben. Ich war ehrlich gesagt leicht genervt, weil ich mit dem Kinderwagen erst rein ins Haus bin, dann keinen „Parkplatz“ gefunden habe. Also wieder raus, den Wagen irgendwo anschliessen. Bücher und Einkäufe und Sohn aus dem Wagen holen und dann erstmal im Hausflur rumirren, die Treppe hoch zum Fahrstuhl. Aus dem Fahrstuhl raus, der zwischen zwei Stockwerken hielt.

Die Anzeige zeigte „1“, das konnte aber nicht sein, weil wir mindestens im 3. Stock waren. Naja, scheinbar Glockenbach-Hipster-Logik. Im Hausflur stand ich dann total bepackt und wusste nicht: Treppe hoch, Treppe runter? Also erst nach ganz oben, weil ich einfach ein Schild gesucht habe, wo draufstand LILLYDOO. Weder ganz oben, noch eine Etage tiefer. Als ich hinter einer Tür viele Stimmen gehört habe, klingelte ich einfach.

Als eine wirklich nette und topgestylte Dame aufmachte, hatte ich eher das Gefühl, ich würde auf einer Designer Party landen und nicht bei einer Marke für Windeln und Feuchttücher. Als ich in die Wohnung eintrat, war mir mein Outfit komplett peinlich. Gegenüber den anderen Müttern war ich so underdressed, dass ich mich gefühlt habe wie der Elefant im Porzellanladen. Die hochsensible Seite in mir wurde so übermächtig, dass alle mich für eine Autistin halten mussten, die auf Anfragen einfach gar nicht reagiert. Trotzdem haben sie sich Mühe gegeben und ich mich irgendwann gefangen. Das Nepo neben mir genauso versteinert war und einfach überhaupt nichts mehr sagte, war sehr verwunderlich.

Nach einer kurzen Aufwärmphase stand ich dann auch schon bei den Produkten, fühlte Windeln an und bereute zutiefst kein besseres Outfit gewählt zu haben. Ich schob die Enten und die Isar vor und das schöne Wetter. Alle lächelten verständnisvoll und wahrscheinlich war es ihnen egal. Ja, was soll ich sagen: Ich finde es gut, dass es ökologische Bewegungen gibt, die sich gegen Pampers stellen. Ich werde die Windeln auf jeden Fall testen und die Feuchttücher ebenfalls.

Es tut mir leid, dass ich nicht mehr zu den Produkten sagen kann, außer, dass sie wunderschön gestaltet sind. Aber ich war so mit der Reizbewältigung beschäftigt, dass ich keinen klaren Gedanken fassen konnte. Ich war ehrlich gesagt froh, als mich eine Mitarbeiterin mit nach oben nahm, zur Kinderbetreuung. Das war genau das was ich jetzt brauchte, um anzukommen. Spielzeug für Nepo und Ruhe für mich. Für Nepo war dann auch alles super, nur das er keinen Bock auf Hirsekringel hatte und sich von meinem Vorschlag einen Turnbeutel zu gestalten gänzlich unbeeindruckt zeigte. Noch während ich ihn fragte, wurde mir bewusst, wie blöd es ist ein 19 Monate altes Kind, das total vertieft in die vorhandenen Spielzeugautos ist, zu animieren einen Turnbeutel zu gestalten. Da merkte ich, dass mein Körper und mein Geist Achterbahn fuhren und ich überall war, nur nicht auf dem Event. Die liebe Frau von der Kinderbetreuung übernahm dann die Turnbeutel Geschichte und gestaltete ihn für Nepomuk.

Nach einer Weile hatte Nepo genug gespielt und steuerte auf die steile Treppe zu. Für mich der perfekte Moment mich nach ca. 30 Minuten zu verabschieden, den Turnbeutel und eine Probepack zu schnappen und mich vollbepackt das Treppenhaus runterzuhieven. Für uns beide war es eine Erfahrung und für mich nochmal ein friendly Reminder etwas mehr auf mein Outfit zu achten. 🙂

Das Probepack besteht übrigens aus einer wunderschönen Holzkiste, einer Packung Windeln und zwei Packungen Feuchttücher. Ich werde diese jetzt testen und mich später mit einem kleinen Bericht melden. Für den Turnbeutel und die Holzkiste gibt es auf jeden Fall jetzt schon fünf von fünf Sternen. 🙂

Den Weg zurück liefen wir wieder die Isar entlang. Es wurde langsam dunkel und ich genoss es einfach nur an der frischen Luft zu sein. Plötzlich schien es mir unmöglich in ein anderes Viertel ausserhalb von Haidhausen zu ziehen. Hier ist es so schön öko, bohemian und a little bit hipster. Es ist einfach so toll hier, dass ich zu recht kaum über die Isar ins Zentrum komme. Ja, hier wollen wir bleiben und hier finden wir es toll.

 

10Mrz/16

Vorbereitete Umgebung vs. Zeit an der frischen Luft

Die Natur ist die beste Apotheke.Gerade sind wir wieder von unserem Ausflug an der frischen Luft zurück gekommen. Nepo schläft jetzt und ich versuche einfach mal zu entspannen. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend für mich. Nepo war für mich schwer zu greifen und zu verstehen, dieses hin und her beim Wetter, dann meine Ernährung und ständig das wetterbedingte zuhause oder im Café hocken, haben mir ganz schön zugesetzt.

Als wir am vergangenen Wochenende tabula rasa in unserem Schlafzimmer gemacht haben und dort nun eine ziemlich klare Struktur herrscht, war mich klar, dass es mit der reduzierten und manchmal vorbereiteten Umgebung nicht getan ist. Gerade die letzten Tage hatten mir gezeigt, wie wohl sich Nepo an der frischen Luft fühlt. Allerdings nicht im Kinderwagen, sondern wirklich mit beiden Beinen auf dem Boden laufend.

Zeit im Kinderwagen sollte die Ausnahme sein

Ich nahm mir vor, dass ab Montag ein Ausflug an die frische Luft und ein damit verbundener Spaziergang wieder Pflicht für uns beide wird. Und zwar nicht nur, dass er im Kinderwagen sitzt, sondern das er auch läuft. Bisher war das zwar auch ab und zu der Fall, aber ich muss leider gestehen, dass ich ihn viel öfters einfach in den Kinderwagen gepackt habe. Ich glaube er saß einfach zu häufig im Wagen, sodass er auf meine Frage, ob wir denn nach draußen gehen wollen, er immer den Kopf schüttelte. Wahrscheinlich hatte er einfach keinen Bock wieder nur im Kinderwagen zu sitzen.

Seit Montag kann ich ihn immer fragen: Wollen wir wieder nach draußen gehen und möchtest du wieder alleine laufen? Und er lacht, nickt mit dem Kopf und setzt sich auf seinen Schemel, damit ich ihm die Schuhe anziehen kann.

Die Treppen runterzulaufen macht ihm noch keinen Spaß, sodass ich ihn runter und hoch trage. Sind wir aber erstmal unten im Hausflur, setze ich ihn ab, hole den Kinderwagen und dann geht es los. Habe ich ihn vor einigen Wochen noch an die Hand genommen, läuft er jetzt allein und immer mit dem Blick auf die grünen Beete neben mir her. Selbst an der Ampel nehme ich ihn nicht mehr an die Hand. Er bleibt stehen und geht dann mit mir über die Straße. Bei größeren Straßen habe ich ihn zwar immer noch an der Hand oder seine Kapuze in der Hand, aber ich will ihm zeigen, dass ich ihm vertraue und weiß, wenn ich STOP sage, dann heißt das auch Stop für uns beide.

Die Strecken zu Fuß werden immer länger

Waren es bis vor einigen Tagen nur wenige 100 Meter, die er gelaufen ist, so ist es jetzt schon ein gutes Stück, dass er in einem ordentlichen Tempo zurücklegen kann. Er läuft von unserer Wohnung bis zu unserem Stammspielplatz, dabei überqueren wir mehrere Straßen, eine Endhaltestelle für die Tram und einen gemütlichen Platz mit Maibaum. Es geht vorbei an mehreren kleinen Läden, Marktständen und Restaurants, bis wir die Grünfläche erreichen und dann unseren Spielplatz.

Sicher bin ich jetzt doppelt so lang unterwegs, aber dafür geniesse ich es, wie Nepo Kellerfenster entdeckt, an der Schule halt macht und die Kinder bei der Pause beobachtet. Wie er hektisch auf jeden Hund zeigt und die bunten Schaufensterdekorationen betrachtet. Bei der Haltestelle für die Tram bleiben wir immer am längsten. Es ist so aufregend für Nepo die Tram zu beobachten, den Leuten zuzuwinken, die drin sitzen und zu beobachten wie sie losfahren oder anhalten.

Gestern haben wir mal wieder ein Müllauto und die uns schon sehr bekannte Crew verfolgt. Von Hauseingang zu Hauseingang sind wir hinterher gelaufen und haben zugeschaut, wie die Tonnen geleert wurden. Die Männer der Abfallwirtschaft haben immer mit Nepo gescherzt, ihm gewunken und ihre Witze gemacht. Als sie dann fertig waren und der besonders liebe Mann sich in den Feierabend verabschiedet hat, sind wir zufällig hinter ihm her gelaufen. Plötzlich drehte er sich um, gab Nepo einen Euro und meinte: „Kauf die leckere Schokolade, weil du so ein lieber Engel bist.“ Ich muss zugeben, mir standen die Tränen in den Augen, weil ich so überwältigt war, von dieser Geste.

Natürlich habe ich Nepo dann einen Osterhasen aus Schokolade gekauft. Den Euro habe ich aufbewahrt. Als wir heute zum Spielplatz gelaufen sind, kamen wir wieder an einem Obdachlosen vorbei, der bei Wind und Wetter auf dem Bürgersteig sitzt. Nepo hat ihn beobachtet und ich konnte nicht anders, als ihm genau diesen Euro in den Becher zu werfen. Ich denke, dass war die beste Würdigung dieses Euros.

Es sind die kleinen Momente, die so voller Glück sind. Hätte ich Nepo gestern und heute im Kinderwagen durch die Gegend kutschiert, wären wir nie in den Genuss dieser Augenblicke gekommen.

Keine Lust mehr auf die vorbereitete Umgebung

Seit Montag habe ich für Nepo nun in der früh auch nichts mehr vorbereitet, da wir zwischen 09:00 und 10:00 Uhr das Haus verlassen, um auf den Spielplatz zu gehen oder in unsere Kurse. Auch ohne die vorbereitete Umgebung macht Nepo nicht den Eindruck, dass er gelangweilt ist. Da wir sein Regal ausgemistet haben und er nur wenige Dinge zur Verfügung hat, nutzt er eben diese viel intensiver. Auch mit seinen Stofftieren, die er bis dato überhaupt nicht beachtet hat, beschäftigt er sich jetzt sehr stark.

Zwar sind immer noch die paar Autos, die wir nicht weggeräumt haben, das Highlight für ihn, aber es ist nicht mehr so extrem wie vor dem Wochenende.

Heute morgen hat er seit langem mal wieder in Ruhe gefrühstückt und Banane und das weiße von zwei gekochten Eiern gegessen. Oh, Gott, ich weiß gar nicht, ob das gut für ihn ist, aber wenn es ihm doch schmeckt. Danach haben wir an seinem Waschtisch die Zähne geputzt und ich konnte ihn das erste Mal seit mehreren Monaten auch mal wieder mit einem Waschlappen abwaschen. Er wollte das irgendwann nicht mehr und ich habe es akzeptiert. Jetzt mit der Waschschüssel, der kleinen Seife, dem Spiegel und dem Mini Waschlappen ist das alles für ihn viel aufregender. Heute habe ich dann auch Zahnbürste und Zahnpasta auf den Waschtisch geräumt, da ich glaube, dass es dort einfach ansprechender für ihn ist.

Nach dem also die Pflege vorüber war, ist er wieder abgedüst, hat mit was weiß ich gespielt und irgendwann war er dann bereit für den Ausflug auf den Spielplatz.

Mir fällt auf, dass er draußen so viel entspannter und ruhiger ist, als drinnen. Ich selbst kann das gut nachvollziehen, denn ich bin auch ein „Frischluftjunkie“. Das Wochenende komplett in der Wohnung zu verbringen, macht mich fertig. Vielleicht habe ich die Sucht nach frischer Luft und freier Bewegung an Nepo weitergegeben – das wäre toll.

Wachsende Abneigung gegenüber Spielplätzen

Der Weg heute zum Spielplatz war wieder sehr entspannt und entschleunigend. Nepo ist gefühlt 5000 stehen geblieben, hat Blumen, Hunde, Kellerfenster, Autos und die Trambahn beäugt, seine Nase am Schaufenster plattgedrückt und fasziniert den pinkelnden Dackel angeschaut. Bevor wir den Spielplatz erreichten, habe ich mir in einem kleinen Café noch einen Kaffee und für Nepo eine Brezel gekauft. Danach ging es auf den Spielplatz, wo wir die einzigen waren.

Wie schon letztes Jahr ist die erste Aktion auf dem Spielplatz die Babyschaukel. Nachmittags und bei schönem Wetter muss man da schon mal anstehen, aber ansonsten ist sie eigentlich sehr bequem. Nach der Schaukel ging es dann zur Rutsche und dann nirgendwo hin. Nepo wurde müde und hatte auf nichts so richtig Lust.

Mir fiel heute zum ersten Mal so richtig auf, dass die Kinder ohne die Eltern fast nichts machen können. Nepo hatte heute kurz das Bedürfnis überall hochzuklettern. Aber nirgendswo ging es, weil die Geräte für ihn noch zu groß sind, dazu kommt die eingeschränkte Beweglichkeit durch die Schuhe, den Baumwolloverall und die Matschhose. Er war so genervt, denn er liebt es Dinge zu erklimmen. Das funktioniert super bei den Hengstenberg Geräten im Spielraum oder auf der Wiese in freier Natur. Aber diese Geräte auf dem Spielplatz waren so demotivierend für ihn, dass er anfing mit weinen.

Ich schaute mich um und war genervt von der Babyschaukel, in die kein Kind allein reinkommt, von dem Wippauto, in das man die Kinder reinsetzen muss, von der Rutsche auf die Kinder in Nepos Alter hochgehoben werden müssen. Die Wippe, die einem Kind allein überhaupt nichts bringt und diese Netzschaukel, die so hoch ist, dass selbst ältere Kinder Probleme haben, dort reinzukommen. Es gibt kein Gerät, wo Nepo nicht auf meine Hilfe angewiesen ist und das finde ich scheiße.

Letztes Jahr ist es mir noch nicht so aufgefallen, aber jetzt mit der Spielraum Erfahrung, mit dem Wissen, wie stolz er ist, wenn er Schrägen laufen kann oder das Piklerdreieck erklimmt, jetzt weiß ich, wie deprimierend es für ihn sein muss, dass er fast nirgends hoch kommt.

Ich musste an Remo Largo denken und wie er mal in einem Interview über die fantasielosen Spielplätze wetterte, die nicht ansatzweise an die Erlebnisse im Wald rankommen. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich mit Nepo einen Naturtreff besuchen möchte. Auch ich bin schon völlig abgestumpft, was die Erlebnisse im Wald anbelangen. Und das, obwohl ich auf einem Dorf aufgewachsen bin, ohne schöne Spielplätze, aber mit viel Wiesen, Wäldern und Bächen.

Heute nachmittag werde ich mit Nepo an die Isarauen gehen. Dort gibt es Steine, die man ins Wasser werfen kann, grüne Flächen und viele Bäume. Ich werde die Route so legen, dass wir nicht am Spielplatz vorbeikommen, wohl aber am Naturkindergarten. Ich will, dass wir mehr von der Natur erleben, auch wenn wir in München wohnen. Aber hier ist der englische Garten und der ist zwar ein Park, aber trotzdem ansprechender als ein Spielplatz, dessen Geräte so demotivierend und frustrierend für Nepo sind, dass er nur noch weint.

An Ostern sind wir bei meinen Eltern – aufm Land. Sie haben ein Haus und sie haben einen großen Garten. Dazu gibt es in Laufweite Felder, Wiesen und etwas weiter weg auch Wald.

  • Ich möchte, dass wir mit Nepo einfach nur draußen sind und den Luxus eines Garten oder der nahe gelegenen Wiesen nutzen.
  • Ich möchte mit ihm nicht auf den neu errichteten Mehr-Generationen-Spielplatz oder die ganze Zeit in der Wohnung sitzen.
  • Ich möchte, dass er sich mit der Natur misst und nicht mit von Menschen entworfenen Fantasiegeräten in Blumen- und Pilzform.
  • Ich möchte, dass mein Sohn irgendwann barfuss über Wiesen, Felder oder Waldboden läuft – ohne Ekel, ohne Schmerzen oder dem Gefühl, dass da was fehlt.
  • Ich möchte keine super gedämpften Schuhe für ihn, sondern Schuhe, die so eine dünne Sohle haben, dass er den Kontakt zum Boden nie verliert.
  • Ich möchte, dass er in eine Krippe und einen Kindergarten geht, die es nicht zum Ziel haben, die Kinder auf Spielplätze zu schleifen, sondern mit ihnen in den Park und den Wald gehen oder sie einfach nur im Garten das Gras beobachten lassen.
  • Ich möchte, dass mein Sohn die Nähe zur Natur kennenlernt, die ich kennenlernen durfte. Ich will das er die Natur schätzen lernt, dass er weiß, dass ein Baum mehr Schatten spendet, als jedes Sonnensegel auf der ganzen Welt. Ich will das er merkt, dass wir ohne die Natur, aber die Natur ohne uns alles ist. Ich möchte nicht, dass mein Sohn ein typisches Großstadtkind wird, dass nicht weiß, dass eine Kuh braun-weiß ist und das Berge nicht nur zum Ski fahren da sind.

Ja, das alles ist meine Aufgabe als Mutter und diese zu erfüllen, solange es mir möglich ist, ist meine oberste Pflicht und Verantwortung ihm gegenüber.

So, jetzt werden wir Essen und danach geht es wieder nach draußen – diesmal aber an die Isar.

Alles Liebe

Mareike

 

 

08Mrz/16

Es ist wieder Zeit für eine Konsumauszeit

Heute habe ich beschlossen, dass es im April wieder Zeit für eine Konsumauszeit ist. Ich hatte diese ja schon im November gemacht und fand es eigentlich ganz toll. Doch irgendwie hat sich in den letzten Wochen wieder das Anhäufen von Dingen in den Alltag geschlichen.

Konsumauszeit im April 2016Gerade jetzt, wo wir wieder verstärkt in den Bereich Montessori gehen, merke ich, wie stark das doch mit unserem angestrebten Minimalismus kollidiert. Meinem Sohn Montessori Materialien anzubieten, ohne viel Geld auszugeben wird sicher eine Herausforderung für mich. Doch mit etwas Kreativität, der Unterstützung durch den Frühling und die kommenden wärmeren Tage werden wir sicher viel in der Natur finden, was wir zuhause gut nutzen können.

Was mich optimistisch macht

  • An Ostern sind wir bei meinen Eltern und die sind überzeugte Jäger und Sammler. Ich bin mir sicher, dass wir da tolle Dinge für Nepo finden werden, die wir zuhause in unsere vorbereitete Umgebung integrieren können
  • Der Frühling wird kommen und wir werden viel Zeit an der frischen Luft verbringen. Steine in die Isar werfen oder in den Isarauen spazieren gehen habe ich schon fest auf meiner Wunschliste
  • Im April werden wir auch an einem wöchentlichen Naturtreff teilnehmen, der von einem örtlichen Naturkindergarten angeboten wird. Der kostet nichts und wird Nepo und mir sicher viel Spaß machen
  • Sobald das Wetter mitspielt, wird es uns wieder in die Berge ziehen. Schon jetzt freue ich mich darauf, wenn wir zu dritt in der Natur picknicken und unser Vesper im Gras essen werden
  • Gerade habe ich unsere Bibliothek „leergekauft“. Aktuell haben wir ein paar Bücher in der Stadtbibliothek München angefragt und ein Teil wird wohl erst Ende März für uns zur Verfügung stehen. Für mich gibt es im April abends also genügend Stoff zum Lesen, sodass ich nicht auf die Idee komme Online Shops durchzuschauen.

Was für mich eine Herausforderung wird

  • Flohmärkte: Im April findet sowohl der riesige Flohmarkt auf der Theresienwiese statt, als auch mein geliebter Hinterhofflohmarkt in Haidhausen. Da wir gerade bei letzterem immer tolle Dinge zu sehr günstigen Preisen finden, werde ich hier wohl einen Jokertag einplanen.
  • Generell starten im April viele Feste und Ende April kommen meine Eltern zu Besuch. Aber ich denke, da werden wir sicher eine Lösung finden.
  • Ich hoffe nicht, dass ich im Frühjahr merke, dass ich letztes Jahr zu viele Sachen weggegeben habe und nun die Notwendigkeit sehe, mir neue Klamotten für wärmere Tage zu holen.

Heute bin ich noch sehr optimistisch, dass ich den April gut ohne „sinnlose“ Ausgaben überbrücke. Der November hat ganz gut funktioniert, auch wenn sich mein Konsumverhalten leider nicht nachhaltig verändert hat.

Nach dem der Kleine jetzt schon ganz schön an meinem Bein zerrt, werde ich mich hier mal kurz bzw. für die Nacht verabschieden.

Schlaft gut, Ihr Lieben!

 

08Mrz/16

Ein Gedicht für das gestresste „Zu Bett bringen“

Als ich in Kathmandu warVor einigen Tagen habe ich geschrieben, dass wir unseren Sohn nicht mehr ins Bett bringen, sondern er entscheiden kann, wann er ins Bett möchte. Auslöser für diese Entscheidung war ein Zeitungsartikel, den mir unsere „Miteinander wachsen“ Leiterin Silvia gegeben hat.

Letzte Woche gab sie mir noch zwei Gedichte, wovon eines mein früheres Dilemma mit dem „Zu Bett bringen“ sehr gut trifft.

Als ich die Zeilen las, dachte ich mir: Ja, genau das ist der Grund, warum du dein Kind ins Bett bringst und warum du erst ungeduldig und dann genervt bist, weil er nicht sofort schläft. Während ich bei ihm liege, bin ich mit den Gedanken schon woanders bzw. überlege mir, was ich tun möchte, wenn er schläft. Ich geniesse, wie so oft, nicht den Augenblick sondern springe gedanklich schon in die Zukunft und kann diese kaum erwarten.

Wenn ich jetzt im Bett liege, dann denke ich an gar nichts. Nepo spielt neben mir, erwartet aber nicht, dass ich mit ihm spiele. Mittlerweile lese ich abends ein Buch und geniesse einfach die Zeit der Ruhe und im hier und jetzt. Fast jeden Abend denke ich dabei an das Gedicht, dass ich hier nochmal abgetippt habe:

Alles zu seiner Zeit

Ein in Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt,

warum er trotz seiner vielenBeschäftigungen immer so gesammelt sein könne.

Er sagte:

Wenn ich stehe, dann stehe ich

wenn ich gehe, dann gehe ich

wenn ich sitze, dann sitze ich

wenn ich spreche, dann spreche ich …

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und

sagten: Das tun wir auch, aber was machst du darüber hinaus?

Er sagte wiederum:

Wenn ich stehe, dann stehe ich

wenn ich gehe, dann gehe ich

wenn ich sitze, dann sitze ich

wenn ich spreche, dann spreche ich …

Wieder sagten die Leute: Das tun wir doch auch.

Er aber sagte zu ihnen:

Nein,

wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon

wenn ihr steht, dann lauft ihr schon

wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel …

Aus dem Zen-Buddhismus

 

08Mrz/16

Mein temporärer Abgesang auf Brio und Matchbox

Am Wochenende haben wir uns temporär von einigen Spielsachen getrennt, die Nepo zwar lieb gewonnen, aber uns in den Wahnsinn getrieben haben. Das wir Spielzeug temporär wegräumen, obwohl Nepo mit diesem jeden Tag gespielt hat, mag für euch vielleicht herzlos klingen, für uns war es die letzte Rettung, um überhaupt nochmal Ruhe in unsere Wohnung zu bekommen.

Und das Alter spielt doch eine Rolle

Geht ihr bei den Spielzeugen streng nach der Altersvorgabe? Ich ehrlich gesagt nicht. Wenn ich es gut finde, dann hält bei uns auch Spielzeug der Kategorie 3+ schon mal Einzug. Den Vogel hat hier übrigens meine Mutter abgeschossen, die beim letzten Besuch 3M+ mit 3+ verwechselt hat und mit einem typischen Raschelbuch für Babies um die Ecke kam. Naja, das aber nur am Rande.

IMG_0716Im Dezember haben wir in dem Keller von den Eltern meines Freundes sein altes Spielzeug ausgeräumt. Darunter waren unendlich viele Playmobilspielsets, Matchbox Autos, eine knapp 40 Jahre alte Brio Bahn und und und. Während wir das Playmobil relativ schnell weggeräumt haben, entschieden wir, dass Nepo zu Weihnachten die alte Brio Bahn mit der Kombination einer neuen zu Weihnachten geschenkt bekommt. Mir ist aufgefallen, dass er im Café Glanz immer mit der Bahn spielte und da ganz versunken war, weshalb ich auch dachte, dass er die Brio Bahn lieben würde.

Das gleiche galt für die Matchbox. Aus einem „Komm wir schauen mal kurz, welche Autos ich früher hatte“, wurde ein „Jetzt packen wir die Autos in eine Kiste, damit sie immer schön für die zur Verfügung stehen“. Ergänzt wurde das dann auch noch durch meine grandiose Idee ein Parkhaus und nun ein Spielzeugteppich aus Karton zu basteln bzw. zu malen.

Sowohl die Brio Bahn, als auch Matchbox Autos werden immer mit einer Altersempfehlung von 3+ angeboten. Und das liegt nicht daran, dass sie so kompliziert sind oder so klein. Nein, das liegt daran, dass Nepo mit 18 Monaten schlichtweg zu klein ist, um sich Geschichten zu überlegen, die ausreichen, dass er allein mit der Bahn oder den Autos spielt. Natürlich kann er die Schienen schon selbst zusammen bauen, was sicher jedes Kind kann, wenn es ständig sieht, wie die Eltern oder Großeltern die Schienen zusammen basteln. Es ist schlichtweg Nachahmung, die er mittlerweile auch auf sein Puzzlebuch überträgt. Die Puzzle sind sehr groß und funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Schienen der Brio Bahn. Aber das nur so am Rande.

Verdammt auf die Rolle des Mitspielers ohne Rechte und ohne Ahnung

War am Anfang noch ein konzentriertes Spielen mit der Bahn und den Autos möglich, kippte das ganze nach einigen Tagen. Plötzlich musste ich immer dabei sein, aber richtig spielen durfte ich nicht. Wollte er, dass ich mit ihm die Brio Bahn aufbaue und spiele, durfte ich nur bestimmte Schienen verwenden. Weichen – nur er, Bahnübergänge – nur er, Tunnel und Brücken – nur er. Ich bekam nur die kurvigen Schienen und wehe ich wagte es mich an eine freie Weiche anzudocken. Boah, da wurde gleich alles zerstört und der Herr war beleidigt.

Bei der Kombination von alt und neu haben wir leider übersehen, dass ein neuer, motorisierter Zug nicht durch den alten, sehr schmalen Tunnel passt. Eine Flüchtigkeit die mich jeden Tag einholte und einen frustrierten Sohn mit sich brachte. Ich weiß nicht, wie oft er am Tag versucht hat mit dieser überbreiten Lok in den Tunnel zu fahren. Und warum ich nicht einfach diese scheiß E-Lok aus dem Karton genommen habe. Während ich also täglich neben der Bahn sitzen musste und irgendwie immer nur die gleichen Handgriffe machen durfte, sank die Bahn kontinuierlich in meiner Gunst.

Das gleiche galt für die alten Matchbox Autos. Am Anfang wollte er allein spielen und es war ihm ein großes Vergnügen sie aneinanderzureihen. Doch irgendwann war alleine spielen doof. Also bekam ich unzählige Male am Tag ein Auto in die eine Hand gedrückt und mit der anderen Hand wurde ich abwechselnd ins Wohnzimmer oder ins Schlaf- bzw. Spielzimmer gezogen, je nachdem wo die Parkgarage stand. Dann kam das gleiche Spiel wie bei der Bahn. Egal was ich machte, es war falsch bzw. blöd. Die Autos die Parkgarage runterfahren zu lassen – blöd, den Regenbogen von Grimm als Tunnel zu nutzen – blöd, die Autos einfach durch den Raum fahren zu lassen – ganz blöd. Ehrlich gesagt war ich einfach nur der Yogi, der neben ihm sitzen musste, ab und an ein Auto in die Hand gedrückt bekam und sonst eigentlich nichts machen durfte.

Auch das habe ich jetzt fast drei Monate mitgemacht und bin ehrlich gesagt so genervt, dass ich mich jetzt frage, warum wir die Sachen nicht schon früher weggeräumt haben.

Bahn und Matchbox – alles durchgespielt

IMG_1812Bei beiden Sachen merkt man jetzt deutlich, dass sie einfach durchgespielt sind. Wie mein Freund treffend gesagt hat: Es kommt nichts mehr, alles wurde von vorn bis hin bespielt und jetzt ist es nur noch Mist.

So kam es, dass ich am Samstag alles zusammengesucht und bis auf eine Handvoll Matchbox alles verstaut habe. Gerade bei der Brio Bahn bin ich mir sicher, dass wir sie ihm bald wieder anbieten werden. Aber mit nur ganz wenigen Schienen, ohne Tunnel und ohne die dämliche E-Lok.

Auch die selbstgebastelte Straßenkarte und das Parkhaus aus Karton, dass sich stolz seit Oktober behauptet hat, mussten gehen.

Was er am meisten vermisst.

Für mich war sehr interessant zu wissen, welches der weggeräumten Spielzeuge er denn am meisten sucht und uns signalisiert, dass da mal was da war. Tja, was soll ich sagen: Er vermisst nichts! Er hat jetzt die letzten Tage nicht einmal unters Sofa geschaut, wo früher die Bahn und die Straßenkarte waren. Sich kein einziges Mal suchend im Schlafzimmer das Parkhaus oder seine Kiste mit den ganzen Autos umgeschaut. Wir haben ihn beobachtet und nicht ansatzweise irgendwas gesehen, was darauf schließen lässt, dass er etwas lieb gewonnenes vermisst.

Gleichzeitig habe ich auch gemerkt, dass meine vorbereitete Umgebung für ihn zu viel ist bzw. aktuell einfach nicht passt. Er hat so lustlos und mechanisch sein Spielgeld in die Dose geworfen, dass ich mich überlegt habe, dass auch das Schütten einfach durch ist.

Wir haben jetzt beschlossen, dass er weniger angeboten bekommt und beobachten, wie er sich verhält. Durch die Neugestaltung seines Regals hat er sowieso immer Anregung und auch seine Spielküche findet jetzt mehr Beachtung. Da er noch etwas klein für die Küche ist, holt er sich jetzt immer seinen Anziehschemel aus dem Flur und nutzt das als Stufe, um besser auf die Kochfläche, an die Gewürze und vor allem an die Mikrowelle zu kommen.

Was allerdings für mich in den letzten Wochen am deutlichsten wurde, ist die Tatsache, dass wir wieder an die frische Luft müssen. Jahreszeitenbedingt und vielleicht auch aus Bequemlichkeit waren wir zwar jeden Tag draußen, aber meist nur kurz und Nepo war fast immer im Kinderwagen. Gestern verbrachten wir den Vormittag auf dem Spielplatz und wir genossen die Sonne und den strahlend blauen Himmel. Der Frühling kommt, das merken wir beide und wir freuen uns so drauf. 🙂

Heute vormittag ist allerdings erstmal wieder „Miteinander wachsen“ bei Montessori 21 angesagt. Habt einen wunderschönen Tag ihr Lieben, ich gönne mir jetzt erstmal einen Kaffee.