Monthly Archives: Oktober 2015

21Okt/15

Sind gemeinsame Kinderzimmer noch zeitgemäß?

Nachdem Nepo nun schon 14 Monate alt ist, haben wir uns doch schon Gedanken gemacht, ob und wann der richtige Zeitpunkt für ein zweites Kind wäre. Diese Gedankenspiele haben mich unlängst in eine Diskussion über gemeinsame Kinderzimmer hineinmanövriert.

Ich habe gemerkt, dass hier die Meinungen genauso auseinandergehen wie bei der Thematik „Familienbett“. Es gibt sicher kein richtig oder falsch und jeder muss für sich entscheiden, ob sich die Kinder ein Zimmer teilen oder nicht. Mich nervt nur, wenn Leute, die sich in ganz anderen Ausgangssituationen befinden plötzlich bemüht sehen, das gemeinsame Kinderzimmer mit der Beschneidung der individuellen Entwicklung zu verbinden.

Wenn ich in Hintertupfingen wohnen würde und die dortige Miete zahlen müsste, würde mein Kind 1 sicher auch im Ostflügel und Kind 2 im gegenüberliegenden Westflügel schlafen. Da wir aber (Gott sei Dank) in München leben und hier Wohnungssituation und Mietpreise auf einem sehr viel höherem Level liegen, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Option eines gemeinsamen Kinderzimmers zu vertreten.

Engen gemeinsame Kinderzimmer die individuelle Entwicklung ein?

Das ist für einige natürlich das absolute Killerargument gegen gemeinsame Kinderzimmer und wird meist von denen vorgetragen, die ihren Kindern das Laufen beibringen oder denken, dass nur Kinder die einen bilingualen Kindergarten besuchen, später Erfolg in Schule und Beruf haben werden.

Ich bin da ehrlich gesagt sehr optimistisch, dass sich ein gemeinsamer Spiel- und Schlafraum nicht wirklich negativ auf die Entwicklung eines Kindes auswirkt. Sicher gibt es immer Extremfälle, die ein gemeinsames Zimmer unmöglich machen, aber beim Großteil finde ich es im Gegenteil ganz praktisch, wenn Geschwister lernen auf engem Raum miteinander auszukommen.

Hierzu muss ich sagen, dass ich der Empfehlung der Psychologin aus dem Interview auf Immowelt.de folge und die Kinder altersmäßig nicht mehr als vier Jahre auseinander liegen sollten. Ich denke, wenn der Altersunterschied zu groß ist, wird es schwierig, denn welcher Neunjährige will sich gern seine Lego Konstruktion von einer Zweijährigen zertrümmern lassen.

Grenzen für ein gemeinsames Kinderzimmer

Neben dem Altersunterschied ist ein gemeinsames Kinderzimmer sicher auch nur eine Frage der Zeit. Sobald Nepo in die Schule kommt, müssten wir beobachten, ob er sich noch mit einem Geschwisterchen im Raum wohlfühlt, auch wenn es vielleicht nur zwei Jahre jünger ist. Spätestens mit zehn Jahren würde ich ihm ein eigenes Zimmer geben.

Gerade in der Pubertät finde ich ein gemeinsames Zimmer kontraproduktiv, wenn die Kinder in der Selbstfindungsphase keine Möglichkeit für einen Rückzug haben.

Aber wie so oft, ist alles eine individuelle Entscheidung, die nur von jedem einzeln getroffen werden kann.

Ideen für ein gemeinsames Kinderzimmer

Unabhängig der Tatsache, wo wir in drei Jahren leben werden und wie viel Kinder wir dann haben, musste ich mich doch schon mal schlau machen, welche Gestaltungsmöglichkeiten es für ein gemeinsames Kinderzimmer gibt. Ich finde Inspirationen gehen immer. 🙂 Und hier sind meine Top 3:

Gemeinsames Kinderzimmer - Idee 1

Quelle: Pinterest/Decorative Bedroom

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsames Kinderzimmer - Idee 2

Quelle: Pinterest/Decorative Bedroom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsames Kinderzimmer - Idee 3

Quelle: Pinterest/Decorative Bedroom

 

12Okt/15

Nepo, der kleine Entdecker

Als Nepo im Alter von sechs Monaten war, habe ich erkannt, dass es auf Dauer absolut keinen Sinn macht, sein Kind immer zu entertainen. Bis dato war ich ständig mit ihm in Interaktion und hatte das Gefühl ihm immer was bieten zu müssen. Irgendwann konnte ich nicht mehr und bin auf Emmi Pikler und Maria Montessori gestoßen. Ab da war ich der Überzeugung, dass es für mich und für meinen Sohn besser ist, ihn allein spielen zu lassen und ihn dafür intensiv zu beobachten. Ich muss sagen, dass ich mit meiner Rolle der Beobachterin sehr glücklich bin und froh, dass sich mein Junge auch über einen längeren Zeitraum allein mit etwas beschäftigen kann. Natürlich spiele ich weiter mit ihm und er weiß, dass ich immer für ihn da bin, auch wenn ich mich gerade nicht mit ihm in einem Zimmer befinde, aber ich habe nicht mehr das Gefühl, dass ich ständig vor ihm rumspringen muss.

Der Experimentierfreudige
Nepo übt Schrauben

Nepo übt Schrauben

Ein großer Vorteil des Beobachtens ist es, mitzubekommen, was das eigene Kind bevorzugt. Ich biete ihm immer fünf Spielsachen an und er sucht sich selber aus, was er spielen möchte. Manchmal geht er auch einfach nur ins Bad, nimmt sich eine Rolle Klopapier und ist damit dann eine ganze Weile damit beschäftigt und ich würde es nie wagen, ihm diese wegzunehmen und ihn zum Spielzeug zu setzen.

Was ich in den letzten Monaten beobachtet habe, ist diese absolute Faszination Dinge ineinander zu stecken. Ich glaube, dass es in dem Alter normal ist, aber trotzdem finde ich es immer überraschend, wenn mein Sohn Eimer für einen Turm jedes Mal in verschiedener Weise miteinander verbindet.

Unser Sohn steckt alles ineinander, was dafür vorgesehen ist. Dazu probiert er immer wieder neue Kombinationen aus und erstaunt damit auch die Betreuerin in unserer Kindergruppe, die manche Kombinationen von Holzspielzeugen so noch nie gesehen hat.

Es macht Spaß zu beobachten, wie er sich total in seine Steckspiele vertieft, während um ihn herum alle Kinder toben. Womit ich jetzt nicht sagen möchte, dass er da nur still in der Ecke rum sitzt, nein, er läuft auch durch die Gegend, sucht mit anderen Kontakt, spielt mit der Kinderküche und liebt die Autos, die es dort gibt. Aber oft vertieft er sich eben in seine „Basteleien“

Papa + Sohn = Entdeckerteam
Bastelarbeit für Nepo

Bastelarbeit für Nepo

Mein Freund hat mir erzählt, dass auch er in seiner Kindheit viel gebaut, gebastelt oder experimentiert hat. Also glaube ich, dass Nepo das wohl von seinem Vater geerbt hat. Beide haben die Veranlagung sich tief in Sachen rein zu versetzen und dann alles andere einfach auszublenden.

Mir ist diese Veranlagung leider nicht gegeben. Zwar kann ich mich schnell für etwas begeistern, aber genauso schnell fällt das auch wieder ab. 🙂

Als wir letzte Woche in der Flugzeugwerft waren, hat man wieder ganz klar gesehen, dass sich Papa und Sohn zwischen der ganzen Technik super wohl gefühlt und alles angefasst haben, während Mama sich im Kinderwagen schieben geübt hat und brav hinter den Beiden hergedackelt ist.

Am schönsten sind für mich dann aber die Besuche im Museumsshop, wo sich für alle Tüftler und Entdecker was finden lässt. Wer allerdings schon mal im Shop des Deutschen Museum war, der weiß, wie teuer Produkte wie Mikroskop oder Experimentierkästen sein können. Ich denke gerade am Anfang, wenn wir einfach Dinge ausprobieren möchten, lohnt es sich, dann eher auf günstigere Modelle zurückzugreifen. Lidl hat eine extra Kategorie für „junge Entdecker“. Bisher habe ich mit den Kinderprodukten von Lidl eigentlich immer gute Erfahrungen gemacht und denke, dass es auch für „größere Kinder“ durchaus eine sinnvolle Alternative zu den hochpreisigen Produkten ist.

Wir als Eltern würden Nepo, sobald er das passende Alter erreicht hat oder sich schon früher dafür interessiert, gern die Möglichkeit geben, seinen Forscher- und Entdeckungsdrang mithilfe dieser Experimentierkästen auszuleben. Allerdings auch nur in gleichmäßiger Abwechslung zur Zeit an der frischen Luft. Besonders jetzt im Herbst, wo die Zeit draußen sehr unangenehm werden kann, macht es viel Spaß, dem Kleinen am Globus die Welt zu erklären oder den Hausstaub unter dem Mikroskop zu untersuchen.

Der Papa freut sich auch schon sehr auf die Zeit, die er mit ihm beim Basteln und programmieren verbringen kann. Ob sich das mit dem „ich programmiere mit Nepo, wenn er vier Jahre alt ist“ dann so ausgeht, darauf darf ich gespannt sein. Dann vielleicht doch lieber Kristalle züchten oder den fiesen Hausstaub wegblitzdingsen.

In diesem Sinne: Habt noch einen wunderschönen, entdeckungsreichen Abend. 🙂

Eure Mareike

10Okt/15

Minimalismus: Samstag ist Zweitwohnungsräumtag

Als ich gemerkt habe, dass ich mit Nepo schwanger bin, waren wir gerade mal knapp sieben Monate ein Paar. Von langer Familienplanung mit Haus, Hof und Kind war bei uns also keine Rede. Im Gegenteil: Jeder von uns hatte noch seine Wohnung und Kinder oder Hochzeit waren bis dato kein Thema. Nun ist Nepo 14 Monate alt, zwar ist das Thema „Hochzeit“ immer noch keins, aber immerhin habe ich es geschafft endlich meine Wohnung zum 31.12.2015 zu kündigen.

Wer in München wohnt und den Wohnungsmarkt kennt, weiß, dass es ein Riesenschritt ist die eigene Wohnung zu kündigen, um mit dem Partner zusammenzuziehen. Das ist mittlerweile für mich fast wie heiraten :-).

Für mich war es nach diesem Jahr eigentlich der letzte konsequente Schritt in Richtung Minimalismus. Ich kann schließlich nicht über Minimalismus schreiben und sagen wie toll es ist, sich von Dingen zu lösen und im Hinterkopf taucht immer wieder meine Wohnung auf, die ja immer noch da ist. Und eine „überflüssige“ Wohnung ist nun mal viel mehr Belastung, als ein voller Kleiderschrank. Ich glaube es war gut, die Wohnung dieses Jahr noch zu behalten, weil wir einfach auch immer wieder Sachen dort zwischenparken konnten und meine Eltern auch dort für die Dauer ihres Besuche kostenfrei übernachten konnten. Aber auf Dauer sind 400 Euro pro Monat für eine nur als Stauraum genutzte Wohnung einfach zu viel.

Samstags ist Wohnungausräumtag

Tja, und so sind bei uns die Samstage „Ausräumtage“. Ich muss sagen, dass wir wirklich schon viel geschafft haben und die Wohnung langsam leerer. Aber es gibt eben immer noch was zu tun. Da Nepo es überhaupt nicht lustig findet, uns in meiner Miniwohnung beim Aus- und Umräumen zuzuschauen, habe ich beschlossen, dass es besser ist, wenn ich Samstagfrüh schnell mit dem Fahrrad hinfahre und wieder Sachen aussortiere, die ich dann auch gleich entsorgen kann.

So also auch heute. Kurz nach 7 Uhr bin ich mit dem Rad durch den nebeligen Samstagmorgen gefahren. Kurz vor der Wohnung ist dann auch erstmal die Kette vom Rad gesprungen – subba. Das war das erste Lowlight. Als ich dann in der Wohnung war, musste ich feststellen, dass ich meine großen Mülltüten vergessen hatte, dafür aber noch die Makaroni Packung von meinem Freund mitgenommen hatte, die wir gestern gekauft hatten. Was soll ich sagen, außer: Mal läufts, mal nicht. 🙂

Nachdem ich dann mit Ach und Krach einige Plastiktüten zusammengesucht habe, ging das große Aufräumen los. Ziel für heute waren die Schuhe. Es gab nur noch Schuhe, die ich nicht mehr anziehen wollte oder kann (High Heels) und auch nicht spenden wollte, weil die Gebrauchsspuren zu offensichtlich sind. Gut erhaltene Schuhe hatte ich ja bereits im Sozialkaufhaus abgegeben.

Nach den Schuhen waren die Kleiderbügel dran. Ich hatte es geschafft in weniger als 2,5 Jahren eine Maße an Plastikkleiderbügeln zu sammeln, dass ich heute morgen nur noch die Augen verdrehen konnte. Die Holzbügel bleiben, sodass sie entweder meine Eltern oder wir weiterverwenden können.

Sowohl bei meinen Schuhen, als auch bei den Kleiderbügeln fragte ich mich, warum ich mir das alles zugelegt habe. Aber damals war mein Kleidungsstil eben noch etwas abwechslungsreicher und ich legte nicht so viele Kilometer zu Fuß zurück wie jetzt und war auch sehr, sehr weit weg davon, jemals einen Spielplatz zu betreten. Oft frage ich mich dann in solchen Momenten: Warum konnte der Minimalismus nicht früher zu mir kommen?

Gut, nach dem ich dann meine Sinnesfragen beantwortet habe, baute ich mein selbstgebasteltes Schuhregal aus Vogue Magazinen und IKEA Lackregalböden ab und widmete mich der letzten großen Aufgabe: Die ausgelagerten Sachen von Nepomuk zu sortieren – was behalten wir und was geben wir an den Cousin von meinem Freund, der bald Papa eines Jungen wird.

Das waren so Wow-Momente, als ich einen Body in Größe 50 in der Hand hatte. Ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen, wie klein Nepo mal war. Jetzt trägt er 86 und kann schon laufen.

Es gab auch Wow-Momente, als ich plötzlich Dinge in der Hand hielt, von denen ich nicht mal wusste, dass wir sie mal besessen haben. Wir hatten wirklich viel zu viel von allem – außer Bodies. Für das zweite Kind sollten wir uns wohl eher Windeln schenken lassen, als Kleidung. Sollte das zweite Kind ein Mädchen werden, dann wird es sicher trotzdem fast alles tragen, denn wir haben viele Unisex Sachen und auf rosa oder pink habe ich ja mal gar keinen Bock. Prinzessin wird sie dann eh noch früh genug. 😀

Ich konnte mich wirklich nur von wenigem trennen, aber eine große Tüte für den Cousin ist dann doch zusammen gekommen. Nichts im Vergleich zu den vollgestopften riesigen IKEA Tüten, die dann den Weg zu meinen Eltern antreten werden, aber immerhin.

Zum Schluss musste ich nur noch drei Mal zum Papier Container laufen, um alle gesammelten Magazine von Elle, über Vogue bis zum Harvard Business Manager zu entsorgen. Als ich alles in den Container geschmissen hatte, ist mir eingefallen, dass ich früher (Anfang 2000) ganze Jahrgänge der Vogue auf ebay verkauft habe. Aber für sowas habe ich jetzt keine Zeit und schon gar keine Lust mehr.

Dann hieß es noch kurz Betten neu beziehen, für die Eltern, die nächste Woche zu Besuch kommen. Die letzten verbliebenen Bücher in Stofftüten packen und die letzten Rest der Kleidung, dich ich gern behalten möchte, in meinen Rucksack zu stopfen.

Als ich fertig war, klingelte es unten, mein Freund und Nepo kamen um die Ecke geflitzt. Wir packten alles zusammen und verliessen die Wohnung. Mittlerweile war es 09:30 Uhr und ich hatte meine größte Baustelle für heute schon einigermaßen beackert.

Während die beiden mit dem Auto zurückgefahren sind, bin ich nach Hause geradelt. Zum Glück hatte mein Freund kurz die Kette wieder aufgefädelt. Tja, was soll ich sagen: Kurz vor unserer Wohnung fing mein Rad an zu vibrieren. Und siehe da: Ein Platten am Rückrad. Wie gesagt: Mal läuft es und mal läuft es nicht.

Nächsten Freitag hat mein Freund frei und wir nutzen den Besuch der Eltern, um unsere Bücherregale in den Keller zu packen und aus meiner Wohnung die ersten Dinge zum Wertstoffhof zu fahren.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich froh bin, wenn die Wohnungsübergabe erfolgt ist, denn dann  ist wirklich ein großer Ballast weg und ich kann wirklich behaupten, dass ich auf dem richtigen Weg zum Minimalismus bin.

 

 

 

08Okt/15

Und täglich grüßt uns die Routine

Wenn Mütter früher erzählt haben, dass ihre Babies immer um 11:00 den Mittagsschlaf halten oder zwischen 18:00 und 19:00 Uhr nach dem Abendessen ins Bett gingen, habe ich mich immer gefragt, wie die das schaffen. Wir waren das erste Jahr weit weg von irgendeiner Routine. Nepo schlief wann er wollte und aß wann er wollte. Das war für mich im ersten Jahr kein Problem, denn ich war der Meinung, dass ein Baby noch keine Routinen benötigt.

Leider glitt unser Alltag zunehmend aus den Fugen. Es gab ab dem 11. Lebensmonat wirklich gar keine feste Zeit mehr in unserem Leben. Wenn Nepo mal gegessen hat, dann war das auch mehr so zwischendurch und immer zu verschiedenen Uhrzeiten. Von einem „Mittagessen“, „Frühstück“ oder „Abendbrot“ konnte da aber nie wirklich die Rede sein.

Schlimmer als das Essen war dann aber das Schlafen am Abend. Ich glaubte lange, dass wir schon mitbekommen würden, wenn Nepomuk müde ist und ihn dann ins Bett bringen konnten. Aber ich hatte mich besonders in der Zeit seines 12. Lebensmonats total getäuscht. Er bliebt teilweise bis 23:00 oder gar 24:00 Uhr wach. Ihn ins Bett zu bekommen, war der reinste Horror.

Die Zeit dieser total unregelmäßigen Schlafenszeit zerrten an mir, an meinem Freund und auch an Nepo. Wir als Paar hatten keine Zeit mehr für uns, keine Möglichkeit mehr abzuschalten, denn was soll man denn bitte schön um 23:00 Uhr noch machen, wenn der Kleine endlich im Bett ist. Also beschlossen wir, dass eine Routine in unsere Leben reinkommen muss und die steht und fällt mit dem Schlafen.

Ich muss sagen, dass ich am Anfang sehr unsicher war, ob das so im Sinne von Pikler und Montessori war, aber unsere Kursleiterin sagte mir, dass es für Kinder ab einem Jahr wichtig ist, einen geregelten Ablauf zu haben, auch wenn Nepo noch nicht in die Krippe geht, so ist es wichtig, dass er Zeiten hat, an denen er sich orientieren kann.

Also begannen wir an seinem Schlafen tagsüber zu arbeiten. Statt mehrerer kleiner Schlafeinheiten, schaffte ich es mit Nepo zusammen, dass er nur noch einen Schlaf am Tag hatte. Das war die ersten Tage schwer, aber ich war viel mit ihm auf dem Spielplatz und so konnte ich die frühere Schlafenszeit um 09:00 Uhr überbrücken und langsam wurde aus dem Vormittagsschlaf um 10:00 Uhr der Mittagsschlaf um 11:00 Uhr. Mittlerweile haben wir den für uns besten Rhythmus gefunden und auch für Nepomuk ist es viel entspannter, wenn er jetzt immer um 10:00 Uhr frühstückt und dann ca. 1 Stunde später schläft.

Wichtig ist mir aber immer noch, dass wir eine Toleranzgrenze von 10:30 bis 12:00 Uhr haben. Ich würde Nepo nie um 11:00 Uhr ins Bett stecken, wenn ich merke, dass er schon vorher müde ist oder im Gegenteil überhaupt noch nicht müde.

In Abhängigkeit von seinem Mittagsschlaf liegt dann das zu Bett gehen am Abend zwischen 18:30 Uhr und 20:00 Uhr. Für viele mag das sicher eine weite Spanne sein, aber für mich ist es im Vergleich zu 23:00 Uhr vor ein paar Wochen eine Verbesserung um Welten.

Das zu Bett gehen ist mittlerweile sehr angenehm für uns drei. Es gibt keinen täglichen Kampf und kein Geschrei. Da Nepo noch in unserem Familienbett schläft, haben wir es aber noch nicht geschafft, ihn einfach ins Bett zu legen und ihn allein einschlafen zu lassen. Noch geben wir ihm abends eine Milchflasche und bleiben bei ihm, bis er eingeschlafen ist.

Das das Einschlafen so leicht ist, liegt sicher auch daran, dass er seit gut einem Monat fleißig läuft und dann wohl vor Erschöpfung relativ zeitnah einschläft.

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass wir nun einen festen Tagesablauf haben und fast immer zu den gleichen Uhrzeiten essen und schlafen. Diese Routine wirkt sich auch auf andere Bereiche wie die tägliche Hygiene und das Zähne putzen aus. Es klingt doof, aber früher war das Zähne putzen immer so ein Drama, weil ich nicht wusste, wo wir das am besten machen. Nachdem wir uns den Kidztower gekauft haben, klappt das mit dem Zähne putzen und Hände waschen nun wirklich super und ist ein fester Bestandteil in unserem Alltag.

Wie sich dieser Ablauf jetzt im Herbst und Winter umsetzen lässt, kann ich noch nicht sagen. Bisher sind wir immer spätestens um 09:15 Uhr aus dem Haus, sind dann 45 bis 60 Minuten auf dem Spielplatz. Danach füttere ich ihn im Café Glanz und dann ist es auch schon Zeit für den Mittagsschlaf. Nachmittags waren wir dann zuhause bis 16:00 Uhr. Dann geht es nochmal an die frische Luft zum Spaziergang und um 17:00 Uhr nochmal auf den Spielplatz. Gegen 18:00 Uhr sind wir meist wieder zuhause, ich koche, er schaut im Kidztower zu. Dann isst er, danach putzen wir die Zähne, ziehen das Schlafzeug an und warten auf den Papa. 🙂

Ja, so langweilig geplant sieht unser Leben aus und ich muss sagen: Es fühlt sich gut an.

Alles Liebe

Mareike

 

07Okt/15

Familienausflug in die Flugzeugwerft Schleißheim

Besuch in der FlugzeugwerftAls uns am Sonntagvormittag das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, fuhren wir statt zum Erntedankfest von Hermannsdorfer in die Flugzeugwerft nach Schleißheim.

Ich glaube ohne die Gratis Eintrittskarten, die wir beim Besuch des Deutschen Museums erhalten haben, wären wir nie auf die Idee gekommen nach Schleißheim zu fahren. Ehrlich gesagt wusste ich ja selbst nicht mal, was unter eine Flugzeugwerft zu verstehen ist. Aber mein Freund wollte da gern hin und da der Himmel nach Regen aussah, fiel mir auch keine andere Alternative ein.

Die Fahrt mit Auto dauerte zwar nicht lange, aber Nepo schaffte es pünktlich mit Erreichen des Museumsparkplatzes einzuschlafen. Also verfrachteten wir ihn vom Kindersitz in den Kinderwagen und liefen Richtung Eingang. Obwohl der Sonntag ein typischer Museumstag ist, war an der Kasse und generell nicht viel los und wir konnten uns entspannt die ausgestellten Flugzeuge, Hubschrauber und Flugdrachen anschauen.

Zufälligerweise begann mit unserem Besuch auch gerade die Vorstellung des „Fliegenden Zirkus“. Zwei liebenswerte ältere Herren ließen selbstgebastelte Flugzeuge, die an einer Schnur befestigt waren im Kreis fliegen und die zuschauenden Kinder waren begeistert. Mein Freund und ich schauten uns das ganze Treiben an, nur Nepo verschlief leider die ganze Vorstellung.

Ich war ganz fasziniert von den verschiedenen selbstgebastelten Modellen. Es gab ein Biene Maja Flugzeug, ein Flugzeug mit einem Bären und einen Flieger aus Red Bull Dosen.

Kurz vor Ende der Flugvorstellung wachte Nepomuk dann doch auf und wir schauten mit ihm die Flugshow an. Er fand die Flugzeuge sehr faszinierend und wollte am liebsten gleich alle anfassen. Wir schauten noch den Kindern zu, die nach der Vorführung selbst die Möglichkeit hatten ein Flugzeug zu steuern. Wer weiß, vielleicht will Nepo in drei Jahren ja dort auch mal ein Flugzeug starten.

Nach der Vorstellung gingen wir weiter und schauten uns die Flugzeuge an. Da Nepo seit einigen Wochen laufen kann und wir ihm im Museum die leichtfüssigen Lederkrabbelschuhe anziehen konnten, lief er selbst putzmunter hin und her. Er war fasziniert von gelben Metallrahmen und drehte an Reifen rum.

Bei einigen Flugzeugen gab es auch die Möglichkeit ins Innere zu gehen. Was mein Freund und Nepo dann auch gemacht haben. Immer wieder irgendwo hoch gehen und runter gehen, Treppen hoch und Treppen runter steigen, fand er so spannend, dass es eine Freude war ihm zuzuschauen.

Wir waren wirklich eine gute Weile in dem Museum und haben die Zeit sehr genossen. Gerade jetzt wo das Wetter schlechter wird, werden wir wohl noch mehr Museen aufsuchen, in denen Nepo dann laufen und Dinge entdecken kann. Es ist ihm dabei sicher egal, ob er es Flugzeuge, Autos oder sonst was ist, was er dort anschaut. Für ihn ist es lustig, wenn er sich bewegen kann und andere Menschen sieht.

Ich selbst bin nun von der Meinung abgerückt, das Museen erst was für größere Kinder sind. Viele Museen lassen sich ja mittlerweile was für Kinder einfallen oder sind mehr als nur eine Ansammlung von Ausstellungsstücken.

Mal schauen wann wir das Deutsche Museum unsicher machen werden.

In diesem Sinne: Habt einen kulturell anspruchsvollen Abend 🙂

Mareike