Monthly Archives: September 2015

24Sep/15

Erfahrungsbericht: Der Kidztower in unserem Alltag

Kurze Erläuterung zum Kidztower: Der Kidztower soll Eltern das Arbeiten in der Küche erleichtern, weil die Kinder mithilfe eben dieses Towers auf der Arbeitsfläche mithelfen oder zumindest zu schauen können.

Exkurs zum Lernturm von Maria Montessori und warum ich ihn haben wollte

Als die Frage aufkam, was wir Nepo zum 1. Geburtstag schenken sollen, war mein Gedanke: Der Lernturm nach Maria Montessori. Ich wusste, dass Nepo irgendwann in das Alter kommt, in dem er unbedingt sehen will, was ich in der Küche auf der Arbeitsfläche mache oder was im Kochtopf vor sich hinkocht.

Irgendwie fand aber jeder den Lernturm doof und ich verwarf die Idee. Zum Geburtstag bekam er eine selbstgebastelte Küche und wir waren begeistert.

Doch nicht wenige Wochen später fing das „Drama“ an. Nepo wollte immer sehen, was ich auf der Arbeitsfläche machte. Ich wusste mir nicht anders zu helfen, als ihn in den Hochstuhl zu setzen, damit er wenigstens zuschauen konnte. Er fand das total unbefriedigend und ich ehrlich gesagt auch.

Die Entscheidung für den Kidztower

Obwohl ich mir schon Gedanken gemacht habe wie ich dieses Dilemma mit der Arbeitsfläche beheben kann, war der Kauf eines Lernturms kein Thema für mich. Bis zum Streetlife Festival.

Beim Streetlife Festival wurden wir von den Machern des Kidztower angesprochen, ob wir den Kidztower mal ausprobieren wollen. Gesagt, getan. Wir haben Nepo reingestellt und er fand es super. Ich glaube er hat sich in dem Moment wie der King gefühlt – so hoch oben über allem. Er hat dann noch einen Apfel bekommen, der vor seinen Augen auf der Arbeitsfläche geschnitten wurde. Wir waren uns über einen Kauf noch nicht einig und sind dann erstmal unverrichteter Dinge weiter übers Streetlife Festival gegangen.

Am Anfang war ich von dem Teil nicht überzeugt, weil es ja nichts neues war. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr überzeugte mich der Kidztower. Ja, und dann kam mein Bombenargument: Ich wollte den Tower nicht nur für die Küche nutzen, sondern auch fürs Bad. Uns fehlte bis dato der Prozess des Hände waschen und Zähne putzen nach dem Essen. Ich erhoffte mir das der Kidztower die Lösung hierfür wäre.

Auf dem Rückweg schlenderten wir nochmal am Stand vorbei und bekundeten unser Interesse für den Kidztower. Der Verkäufer notierte sich unsere Daten. Am nächsten Tag (Montag) erhielten wir die Rechnung, bezahlten und schon am Donnerstag kam der Kidztower dann handlich verpackt zu uns. Wir zahlten den „Messe Sonderpreis“ von 100,00 EUR und entschieden uns für das Modell in weiß.

Der Aufbau

Als mein Freund das Paket abends mitbrachte, war ich so gespannt, dass er es gleich aufbaute. Der Aufbau dauerte 15 Minuten und war eigentlich problemlos.

Das praktische am Kidztower ist die Höhenverstellbarkeit. Hier liegt wohl auch der Unterschied zum Montessori Lernturm, den der wächst, soweit ich weiss, nicht mit.

Wir stellten den Kleinen rein und er setzte sich gleich hin. Nach einem Augenblick merkte er aber, dass dieses Teil nicht zum Sitzen gedacht war und stellte sich auf. Nun konnte er die ganze Arbeitsfläche sehen. 🙂

Der Kidztower handlich verpackt

Die Verwendung des Kidztower in der Küche

Nepomuk beim „verkosten“

Wir haben den Kidztower nun seit einer Woche und ich verwende ihn täglich in der Küche. Zwar muss er aus Platzgründen immer hinten am Fenster stehen, aber da er mit 7 Kilo angenehm leicht ist und aufgrund des Sicherheitsgurtes leicht zu transportieren ist, macht es mir kein Problem ihn immer an die Arbeitsfläche zu tragen.

Nepo freut sich immer, wenn ich ihn reinstelle, denn dann weiss er, dass wir jetzt wieder kochen oder zumindest etwas schneiden. Es fällt mir so leicht, ihn in die ganzen Koch- und Schneideprozesse einzubeziehen, dass wir schon ein kleines Dream Team sind. Als ich letzte Woche Bolognese gemacht habe, hat Nepomuk nebenbei fleißig die Kirschtomaten ausgelutscht, die er eigentlich in die Schüssel packen sollte.

Mit dem Papa hat er schon einen Salat gemacht und die Aufgabe, den Kopfsalat nach dem waschen zu zerreißen sehr gewissenhaft erledigt. Auch wenn er ab und zu die Schüssel mit dem Mülleimer verwechselt hat und den Salat mal da und mal da reingeworfen hat.

IMG_8136Neben dem Schneiden und zusammen schmeißen von Gemüse in eine Schüssel, brate ich hin und wieder Fischstäbchen oder Chicken Nuggets (alles bio) für Nepomuk.

Ich stelle ihn dann mit dem Kidztower auf die Seite des Herdes und mache die Platte an, die am weitesten von ihm entfernt ist. Er selbst steht natürlich nicht am Herd, sondern seitlich versetzt. Dann stelle ich ihm eine Pfanne zur Verfügung, in der er wahlweise Holzklötze oder japanische Salzpflaumen „braten“ und „wenden“ darf. Hin und wieder versucht er zwar an meine Pfanne ranzukommen, aber das ist immer erfolglos. Dafür weiß er jetzt, wie die Kaffeemaschine an und ausgeht, denn die steht in dieser Position in seiner Reichweite.

Ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden mit dem Kidztower bin, auch weil er sich leicht wieder reinigen lässt. Gerade die Kirchtomaten oder auch pürierter Brokkoli landeten schon auf dem weißen Holz.

Auch wenn der Kidztower durch seine Konstruktion nicht umkippen kann, ist es doch immer unerlässlich den Kleinen anzugurten. Das funktioniert über einen Sicherheitsgurt, der sich im Inneren des Towers befindet.

Die Verwendung des Kidztower im Bad

IMG_8062Den Kidztower verwenden wir nicht nur in der Küche, sondern jetzt auch im Bad.

Früher wusste ich nicht, wie man das Zähne putzen und Hände waschen nach dem Essen gut in den Tagesablauf integrieren kann, denn für das Waschbecken ist der Kleine ja noch zu klein, auch eine Schüssel zum Hochstuhl zu tragen, war suboptimal.

Mit dem Kidztower habe ich jetzt das Problem gelöst. Ich trage ihn nach dem Essen immer ins Bad, lasse Wasser ins Waschbecken ein und dann stelle ich Nepo in den Kidztower. Damit das mit dem Zähne putzen gut klappt, habe ich mir eine billige Zahnbürste für mich gekauft und nun putzen wir immer gemeinsam die Zähne.

IMG_8132Auch das Waschen von Händen und dem Gesicht klappt mittlerweile super. Dafür haben wir den Waschlappen mit Bärengesicht, der ihm dann immer ein sauberes Gesicht und saubere Hände zaubert. Zudem kann Nepo immer im Wasser des Waschbeckens planschen. Ihm macht das super viel Spaß und er freut sich jedes Mal, wenn wir beide am Waschbecken stehen.

Gestern habe ich es sogar geschafft ihm die Fingernägel zu schneiden. Vorgestern waren es dir Ohren. Alles Dinge, die er sonst nur widerwillig über sich ergehen lässt.

Gerade fürs Bad hat sich der Kauf schon gelohnt und ich bin wirklich, wirklich zufrieden mit dem Kidztower.

Abschließendes Fazit

Wir haben den Kidztower nun erst eine Woche bei uns und er ist jetzt schon ein so fester Bestandteil in unserer täglichen Routine, dass er mir schon wie ein altes Inventar vorkommt.

Den Kauf habe ich bisher nicht bereut und besonders im Bad macht er vieles einfacher bzw. hilft mir auch bestimmte Pflegeabläufe besser in Nepos Tagesablauf zu integrieren.

Das ich den Tower aufgrund unserer kleineren Wohnung immer durch die Gegend tragen muss, sehe ich nicht als schlimm an, denn ich bin das ja auch von anderen Dingen wie der Babywanne oder dem Hochstuhl gewohnt. Sicher wäre es ein Problem, wenn Bad und Küche in einem Haus auf verschiedenen Stockwerken wären, dann würde ich das Tragen wohl irgendwann aufgeben.

Wir haben uns beim Kidztower für die Farbe weiß entschieden, weil sowohl unser Bad, als auch unsere Küche weiß sind. Der Preis war mit 100,00 EUR vertretbar und die Bestellung und Lieferung hat problemlos geklappt.

Ich finde die Idee des Mitwachsens super und freue mich schon auf die Erweiterung, die es dem Kind ermöglicht, ab 2,5 Jahren selbst in den Tower reinzuklettern.

Ganz wichtig finde ich persönlich auch den Sicherheitsgurt, denn die Kleinen können sich wirklich lang machen. Und die beste Konstruktion nützt nichts, wenn sie das Gleichgewicht verlieren und aus dem Tower fallen.

Mehr Informationen zum Kidztower findet auf der folgenden Webseite: http://www.kidztower.de/

Alles Liebe

Mareike

21Sep/15

Unsere erste Wiesn mit Kleinkind

Nachdem Dieter Reiter am Samstag das weltgrößte Volksfest, das legendäre Oktoberfest, mit den Worten „O’zapft is“ eröffnet hat, ging es am heutigen Montagmittag für uns als kleine Familie auf die Wiesn. Mein Freund hatte einen Kundenevent im Hacker Pschorr Festzelt und so haben wir schon vor einigen Wochen ausgemacht, dass wir diesmal mit dabei sind.

Im Hacker Pschorr Festzelt

Die Vorbereitung

Im Vorfeld haben wir uns überlegt, ob wir Nepomuk nicht eine Lederhose besorgen sollten. Nach langen Recherchen und Überlegungen haben wir beschlossen, dass eine Lederhose erst Sinn macht, wenn er gut laufen kann. Bedeutet, dass Nepomuk ab der nächsten Wiesn eine eigene Lederhose bekommt. Für heute haben wir ihm daher eine knielange Jeanshose mit Hosenträgern, blaue Strumpfhosen, einen blauen Body und eine selbstgestrickte blaue Jacke angezogen.

Bei meinem Freund war es relativ einfach, denn er hat ja seine Standardausstattung von weißem Hemd, Lederschuhen, Strümpfen und Haferlschuhen.

Ich habe bereits zwei Dirndl und bin damit eigentlich auch gut ausgestattet. Nur die Frage, ob die nach zwei Jahren überhaupt noch passen stand lange Zeit im Raum. Vor drei Wochen habe ich das Dirndl anprobiert und es ist irgendwie nicht zugegangen. Letzte Woche habe ich es dann nochmal probiert und es passt. Mir ist so ein Stein vom Herzen gefallen. 🙂 Als ich Samstag dann auch noch mein anderes Dirndl anprobierte und es passte, fühlte ich mich großartig. Dem Wiesnbesuch in Dirndl stand nichts mehr im Weg. Auch meine Schuhe konnte ich wiederverwenden. Früher habe ich High Heels zum Dirndl getragen, heute waren es schlichte flache Schuhe in weiß. Ich wollte aus minimalistischen Gründen keine Dirndlschuhe kaufen. Ich denke für die ein bis zwei Besuche auf der Wiesn tun es normale Schuhe auch. Die Handtasche konnte ich auch wie immer verwenden. Ein Longchamp Tasche, die zu meinem Dirndl gut passt und die ich sonst eigentlich nicht trage, weil sie aufgrund ihrer Größe im Alltag für mich absolut unpraktisch ist.

Gestern habe ich dann alles nochmal aufgebügelt und an unsere Wohnungstür gehängt, damit ich heute nicht anfangen muss alles zusammen zu suchen.

Der Morgen vor der Wiesn

Heute früh sind wir wie immer relativ spät aufgestanden. Während ich am Wochenende aufgrund von Treffen mit Freunden immer den Wecker gestellt habe, verlassen wir uns unter der Woche immer auf Nepomuk. Der weckt uns meist zwischen 07:00 und 07:30 Uhr. Da ich alles gestern schon vorbereitet hatte und auch wusste, was er anzieht, konnte ich mich heute morgen in Ruhe um sein Frühstück kümmern, ihn in die Wanne stecken, dann anziehen und dann mit ihm zum Spielplatz. Wir waren dann von 09:00 bis 10:00 Uhr auf dem Spielplatz, haben geschaukelt, im Sand gespielt und die Rutsche ausprobiert. Danach ging es noch kurz zu dm und dann nach Hause.

Zuhause machten wir uns fertig, ich gab Nepomuk ausnahmsweise eine Milchflasche, weil er nichts anderes essen wollte. Kurz vor 11 Uhr kam dann mein Freund aus dem Büro, zog sich um und dann ging es los.

Der Weg zur Wiesn

Von unserer Wohnung sind wir mit der U-Bahn relativ schnell an der Theresienwiese und damit auf der Wiesn. Wir steigen in die U4 oder U5 am Max-Weber-Platz aus und dann ein paar Stopps weiter an der Haltestelle „Schwanthalerhöhe“ wieder aus. Wir haben uns für diese Haltestelle entschieden, weil sie nur eine Station weiter als die „Theresienwiese“ ist, aber schneller zu den Festzelten gelangen, weil wir uns nicht einmal quer übers Oktoberfest schieben müssen.

Nepomuk rockt das Festzelt

Der Nachmittag im Hacker Pschorr

Um kurz vor 12:00 Uhr haben wir das Hacker Pschorr Festzelt erreicht. An einem Montagmittag ist nicht so viel los, darum konnten wir auch mit Kinderwagen durch den Haupteingang laufen. Mein Freund hatte eine Reservierung an der Seite in den sogannten Boxen. Das ist auch der Grund, warum ich mit dem Kleinen mitgekommen bin. In der Mitte würde ich nie ein kleines Kind mitnehmen, denn dort sind meistens die Trinker. In der Box wurden wir schon von den Bedienungen freundlich bis familär begrüßt. Mein Freund meinte, es seien jedes Jahr die gleichen Bedienungen und man kennt sich einfach. Das nun auch mal ein Kleinkind dabei war, freute die Damen umso mehr.

Den Kinderwagen konnten wir in die Ecke stellen und uns dann die besten Plätze aussuchen. Am Anfang hatte ich Nepomuk noch die ganze Zeit auf dem Arm, aber als er sich dann langsam aklimatisiert hatte, ließen wir ihn auch immer wieder runter, damit er laufen konnte. In den Boxen ist das kein Problem, weil ja nur wenige Leute dort sind und kein „Laufpublikum“ wie in der Mitte des Festzeltes.

Hin und wieder sind wir mit Nepomuk auch mal durchs Zelt gelaufen und er kam aus dem Staunen nicht wieder raus. Die Decke, die Bilder, die Leute, die Kapelle, dass alles war so super aufregend für ihn.

Nur mit dem Essen war es heute nicht so dolle. Gestern fand er Pfanndkuchensuppe lecker, heute wollte er sie nicht essen. Auch kein Kartoffelpüree oder die Brezn. Ich denke, dass es die Aufregung war, die ihm wohl den Hunger genommen hat.

Sehr gechillt in der Box

Ein Rundgang über die Wiesn

Nach dem Mittagessen bin ich mit Nepomuk noch über die Wiesn gelaufen. Mittlerweile war es 14:30 Uhr, der Himmel strahlend blau und die Temperaturen spätsommerlich. Die ganzen Fahrgeschäfte, Luftballonstände, Karussells, das alles war schon sehr aufregend. Wir schauten uns einen Ponystand an, danach gingen wir langsam zur „Oide Wiesn“. Dort findet man noch sehr historische Fahrgeschäfte und es ist ruhiger als auf der normalen Wiesn. Der Eintritt fällt mit 3,00 EUR bei den anderen Ausgaben auch nicht mehr auf. Ich habe dort dann noch ein Lebkuchenherz für den Papa gekauft und danach sind wir wieder zurück auf die normale Wiesn.

Nepomuk war in der Zwischenzeit eingeschlafen und ich schob ihn weiter zwischen den ganzen Besuchern und Fahrgeschäften über die Wiesn, holte mir ein Magenbrot und schaute mir die anderen Mütter an, die ebenfalls ihre Kinder im Kinderwagen oder im Tragetuch über die Wiesn transportierten.

Wer in München wohnt, für den ist ein Besuch auf der Wiesn sicher selbstverständlich. Auch das die Mütter Dirndl tragen und nicht im Schlabberlook durch die Gegend laufen, ist hier normal. Ich finde so einen Spaziergang sehr schön, auch wenn er nicht ansatzweise so entspannend ist, wie an der Isar oder im Englischen Garten.

Zurück im Hacker Pschorr

Nach einer Weile ist Nepomuk wieder aufgewacht und wir liefen wieder Richtung Hacker Pschorr. Mittlerweile war es 16:00 Uhr und die Zelte gut gefüllt. Ich ging wieder durch den Haupteingang rein, die Security scherzte mit Nepomuk, aber schon im Zelt hatte ich Probleme mit dem Kinderwagen durchzukommen. Das lag nicht an der Menge der Leute, sondern an den betrunkenen, die einfach in den Gängen rumlungerten. Irgendwann machten sie Platz und wir konnten wieder in die Box.

Die Stimmung war jetzt schon lauter und gelöster. Es gab schon viele Betrunkene, die auch immer wieder versuchten in unsere Box zu kommen, weil sie dort freie Plätze gesehen haben. Auch bei den Toiletten musste ich nun warten und ich hoffte, dass es bald 17:45 Uhr wurde.

Die Zeit verging und Nepomuk wurde langsam genervt. Als mein Freund dann von der Kellnerin zum Zahlen abgeholt wurde, wollte Nepomuk nur noch in Richtung Mittelschiff laufen. Ich hatte Mühe ihn in der Box zu halten. Auch konnte er nicht mehr so ungehindert laufen, weil nun viele Leute das Zelt verliessen. Im Innenschiff wurden jetzt Tische geräumt und es wurde immer lauter. Ich war froh, als mein Freund vom Bezahlen wieder da war und wir Nepomuk in den Kinderwagen packen konnten und dann Richtung U-Bahn liefen.

Der Heimweg

Es war 18:00 Uhr und in München heißt das Wiesnbesucher meets Berufsverkehr. Da wir aber eine Haltestelle vor der Theresienwiese einstiegen, war es auf dem Bahnsteig ruhiger und wir bekamen einen Platz in der U-Bahn. Nach einigen Stopps waren wir wieder am Max-Weber-Platz und dann nach kurzem Fußweg wieder zuhause.

Während wir uns aus unserer Tracht pellten, spielte Nepomuk auf seiner Decke schon wieder vertieft mit seinen Holzbausteinen.

Gegen 20:00 Uhr legten wir ihn ins Bett und bis jetzt schläft er noch und verarbeitet sicher die vielen Eindrücke vom heutigen Tag.

Mir und meinem Freund geht es auch super. Ich habe über den Tag verteilt 3 Maß alkoholfreies Bier getrunken und vom Brotzeitbrettl genascht. Meine Sünde waren seit langem mal wieder Kässpätzle, die sehr lecker waren. Jetzt sitze ich hier bei meinem grünen Tee und freue mich auf unseren nächsten Besuch auf der Wiesn. Dann aber nur zum spazieren gehen und vielleicht fahren wir mit dem ein oder anderen Kinderkarussell. Ins Festzelt gehen wir dieses Jahr nicht wieder, auch wenn wir so gute Erfahrungen gemacht haben. Ich denke einmal im Jahr reicht es vollkommen aus.

Kann man mit einem Kleinkind wirklich unbesorgt auf die Wiesn gehen?

Auf diese Frage würde ich nicht mit einem eindeutigen „Ja“ antworten. Ich denke es geht, wenn man auf das Kind Rücksicht nimmt. Ich würde nie, nie, nie mit Nepomuk an einem Samstag auf die Wiesn oder in ein Festzelt gehen. Dort ist dann wirklich die Hölle los und es ist weder für die Erwachsenen noch für die Kinder ein Spaß. Auch würde ich im Festzelt nie in das Mittelschiff gehen. Das geht vielleicht an einem Sonntagmorgen, aber schon ab Mittag wird es voll.

Auch würde ich nicht nur im Festzelt bleiben, sondern auch über die Wiesn spazieren. Wenn der Kleine dann trotzdem nur noch schreit und ich merke, dass es ihm keinen Spaß mehr macht, dann würde ich mit ihm sofort nach Hause gehen, alles andere wäre verantwortungslos und egoistisch gegenüber dem Kind.

Uhrzeitmäßig ist wohl die Mittagszeit unter der Woche die beste Zeit für einen Wiesn Besuch. Dann sind die U-Bahnen nicht so voll, das Festgelände gut gefüllt, aber nicht zu voll. Der Nachhauseweg sollte dann nicht erst um 22:30 Uhr nach Betriebsschluss erfolgen, dann wird es in den U-Bahnen und um das Festgelände herum laut, voll und dreckig, dass es schon für Erwachsene ein Graus ist, für Kind wäre das sicher der Horror.

In diesem Sinne: Habt eine schöne Nacht

Alles Liebe

Mareike

19Sep/15

Die ersten Schritte

Letzte Woche Dienstag ist Nepomuk das erste Mal und ohne Bedenken gelaufen. Als ich am Vormittag mit ihm in der offenen Kinderbetreuung des Café Glanz war, spielte er ganz normal, zog sich am Tischbein hoch und lief dann seine ersten sicheren Schritte. Weder ich noch die Betreuerin waren in seiner Nähe und er schaute auch nicht zu uns. Er lief einfach los. Ich war schon ganz schön baff und freute mich so sehr.

Noch mehr freute sich aber Nepomuk und seit diesem ersten Versuch am Dienstagmorgen intensiviert er es jetzt immer mehr. Er hat so viel Spaß am Laufen, dass es eine riesige Freude ist ihm zuzuschauen.

Diese Woche hat er nun auch begonnen aufzustehen und in die Knie und wieder hoch zu gehen, ohne sich irgendwo festzuhalten.

Mitte letzter Woche haben wir es auch mal geschafft die ersten Schritte festzuhalten.

Es freut mich so ungemein, denn wir haben ihm in Sachen Laufen alle Zeit der Welt gegeben. Zur Taufe haben wir zwar einen Lauflernwagen geschenkt bekommen und den liebt er auch innig und nutzt ihn jeden Tag, leider auch schon nachts. Aber sonst haben wir ihn weder an der Hand geführt, noch irgendwo hingestellt und ihm beispielsweise den Stuhl weggezogen, damit er sich bewegt.

Nepomuk hat nun mit 13 Monaten seine ersten eigenständigen Schritte gemacht und ich denke, dass er genau jetzt dazu bereit war. Nach einem Gespräch mit der Betreuerin am Donnerstag, ist es jetzt erstmal wichtig, dass er seine Bewegungen auskostet und genießt. Ich hatte sie eigentlich um Rat gefragt, was Fingermalfarben anbelangt. Aber sie meinte, Nepomuk wäre jetzt so sehr in seiner Bewegungsphase, dass es eher aufgesetzt wäre, wenn wir ihn jetzt auf einen Stuhl setzen und ihn malen lassen würden. Ehrlich gesagt habe ich das noch gar nicht so gesehen.

Aber ich werde mich erstmal an ihre Empfehlung halten, denn ich will den Kleinen ja nicht überfrachten mit Angeboten und Spielen. Jetzt soll er erstmal seine neue Lust am Laufen entdecken. Denn wenn er glücklich ist, dann bin ich es auch. 🙂

18Sep/15

Minimalismus: Mein erster Besuch im Fair-Teiler Haidhausen

Als wir letzten Sonntag das Streetlife Festival in München besuchten, sind wir auch am Stand von Foodsharing vorbei gelaufen. Die nette Dame sprach uns an, ob wir vielleicht Lust auf Fischdosen hätten, verneinte ich mit dem Hinweis, dass ich Veganer bin. Gleich zog sie eine Haselnus-Carob-Creme raus und gab mir diese. Wer sich vegan ernährt, der weiß, dass veganes Nutella nicht gerade günstig ist.

Erst war es mir peinlich das anzunehmen, weil es ja doch eher hochpreisig ist. Aber als sie mir sagte, dass es schon abgelaufen ist, war ich dann doch entspannter.

Mit dem kurzen Gespräch war ich wieder Feuer und Flamme für das Foodsharing. Ich hatte letztes Jahr schon sehr gute Erfahrungen gemacht, als ich wirklich viele Konserven auf der Plattform von www.foodsharing.de eingestellt habe. Es gab gleich einen Interessenten, der dann auch zum vereinbarten Termin bei mir geklingelt hat und alles abgeholt hat.

Ein Besuch im Fair-Teiler in Haidhausen

Diesmal wollte ich aber einen Fair-Teiler ausprobieren, so heißen die Räume in denen man das Essen, das man nicht mehr benötigt, abgeben kann. Ich wusste, dass es in unsere unmittelbaren Nähe einen gibt. Als ich am Dienstag schaute, waren die Öffnungszeiten mit Freitag von 17 bis 18 Uhr und Samstag von 10:00 bis 11:00 Uhr doch überschaubar. Aber he, die Leute die da sitzen machen das ehrenamtlich und für mich war es gut, dann konnte ich mich terminlich einrichten.

Heute um 17:05 Uhr brachte ich also 5 Packungen Milasan PRE und eine Packung Weleda Stilltee in den Fair-Teiler. Die PRE Nahrung war ein Fehlkauf, weil Nepomuk davon abends nicht mehr satt wird und den Stilltee brauch ich wirklich nicht mehr.

Tausche Milasan PRE Nahrung gegen Äpfel und Brokkoli

Als ich rum schaute, fand ich für uns praktischerweise noch drei Äpfel und einen Brokkoli. Besonders die Äpfel hätte ich heute sonst noch kaufen müssen und den Brokkoli mache ich morgen auch gleich für Nepomuk.

Ich denke, dass ich jetzt öfters im Verteiler vorbeischaue, denn einige Sachen haben wir ja noch, die wir nicht wirklich gebrauchen können. Getrocknete Kichererbsen zum Beispiel, aber auch Alkohol, den wir nie trinken werden.

Die Leute im Verteiler waren super nett und man kommt schnell ins Gespräch. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich mich wohler fühler, wenn ich etwas abgebe, als wenn ich nur nehme. Nur nehmen hat irgendwas von „hamstern“, auch wenn das nicht wirklich so ist. Geschenkt möchte ich eigentlich nichts haben.

Als ich heute vormittag im Café Glanz war, habe ich die Angestellten dort auch gefragt, ob sie Hörnchen im Angebot haben, weil dort zwei auf dem Teller lagen. Die eine Frau meinte, sie hätte sie von zuhause mitgebracht, weil sie sie sonst weggeworfen hätte. Also schenkte sie mir eins. Ich habe dann 1,00 EUR in die Trinkgeldkasse geworfen, weil ich mich mit Geschenken einfach nicht wohlfühle, zumal es sich beim Café Glanz um ein soziales Projekt handelt. Würde mir ein Wirt auf der Wiesn eine Maß Bier schenken, mei, dann hätte ich natürlich kein schlechtes Gewissen. 😉

Mein Fazit

Der Besuch im Fair-Teiler hat sich für mich gelohnt. Ich bin ein großer Freund der Sharing Economy und freue mich, dass wir bald auch unser Beistellbetten an eine Freundin verleihen dürfen. Vor Nepomuks Geburt waren wir auch fleißige Car2Go Nutzer, aber das geht jetzt nicht mehr.

Ich denke ein Besuch im Fair-Teiler kann nie schaden und man findet eigentlich immer was. Gemüse und Obst ist sicher immer da, manchmal vielleicht auch exotisches oder teures. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und versuchen den Fair-Teiler auch weiterhin fleißig zu bestücken.

Frei nach dem Motto: Sharing is Caring 🙂

Übrigens: Den Fair-Teiler in Haidhausen findet ihr in der Kuglerstr. 2, 81675 München.

Habt eine wundervolle Freitagnacht!

Mareike

 

17Sep/15

Ein perfekter Tag im September

Bevor der Herbst jetzt wohl endgültig auch in München Einzug hält, hat sich der September am heutigen Tag nochmal sehr sommerlich gezeigt. Wir hatten Temperaturen um die 29 Grad, strahlend blauen Himmel und ein angenehmes Lüftchen.

Da Nepomuk die letzten zwei Tage etwas kränklich war, was wohl an der Meningokokken C Impfung am Montag liegen könnte, war für ihn nichts unerträglicher als zuhause zu sein. Aus diesem Grund waren wir gestern in Summe sechs Stunden an der frischen Luft und heute sollte es nicht anders werden.

Der Vormittag im Tierpark Hellabrunn

Am Morgen beschloss ich, dass wir heute in den Tierpark Hellabrunn fahren könnten. Mit der U-Bahn ist es nicht weit und wir könnten dort die Tiere anschauen, die Spielplätze ausprobieren und die letzten Sonnenstrahlen genießen.

Gesagt getan: Um 9 Uhr gingen wir aus dem Haus. Erst zur Post, wo ich meine Wohnungskündigung aufgab und dann zur U-Bahn Richtung Tierpark. Da jetzt auch in Bayern die Schule wieder begonnen hat, waren die U-Bahnen am Vormittag angenehm leer und auch die Eingangskassen am Tierpark gähnend leer. Ich habe mir im Mai eine Jahreskarte gekauft und wollte sie nun endlich mal wieder nutzen.

Nach dem Einlaß gingen wir dann den vorgeschlagenen Rundweg und kamen an Giraffen vorbei, sahen das Nashorn Baby und den sibirischen Tiger. Zum Glück haben wir auch die Fütterung der Pinguine mitbekommen, was besonders für Nepomuk sehr schön und ansehnlich war, da er durch die Glasscheibe alles genau auf seiner Sichthöhe beobachten konnte. Nachdem wir uns noch viele andere Tiere angeschaut haben, ging es zum ersten Spielplatz.

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Sibirischer Tiger auf 12:00 Uhr

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Ganz links: Das Nashornbaby

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider war dieser Spielplatz jetzt nicht so ideal für Kinder in Nepomuks Alter, aber mittlerweile können wir ganz gut zusammen schaukeln oder wie verrückt auf die blecherne Rutsche hämmern. Irgendwann habe ich ihn dann seinen Morgenbrei und ein Apfelstück gegeben. Aber das Essen gestaltete sich aufgrund der ganzen Ablenkung etwas schwierig und ich glaube Nepomuk hatte durch sein kränkeln auch nicht wirklich viel Hunger.

Also sind wir noch ein wenig auf dem Spielplatz rumgeirrt und dann wieder losgezogen. Ich habe mir im angrenzenden Bistro noch einen Kaffee mitgenommen und auf dem Weg zu den Tiergehegen ist Nepomuk dann relativ schnell eingeschlafen.

Da ich wusste, dass er wohl im Zoo schlafen würde, habe ich morgens meinen Kindle eingepackt. Vor dem Paviangehege habe ich mich dann in den Schatten gesetzt und das Buch „Minimalismus-Diät“ von Huong Tran gelesen. Gestern bin ich über einen Tweet auf das Buch aufmerksam geworden. Da es ein E-Book ist und nur 0,99 Cent kostete, habe ich es mir gleich runtergeladen.

Nachdem ich es fertig gelesen hatte, schlenderte ich mit dem schlafendem Nepomuk noch durch den Tierpark und stellte mal wieder fest, wie schön das Leben in München ist. Wir haben hier alles und trotzdem gibt es nicht diese Hektik wie in anderen Großstädten. Es ist alles so gediegen hier, eben wie in einem richtigen Dorf. Nur das München halt das größte und schönste Dorf der Welt ist. 🙂

Die Elefanten

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Trampeltiere freuen sich auf Besuch

Spaziergang an der Isar entlang und Zwischenhalt im Rosengarten

Irgendwann wachte dann Nepomuk auf und ich beschloss, dass wir nach Hause nicht die U-Bahn wählten, sondern zu Fuß an der Isar Richtung Haidhausen spazieren. Zu Fuß sind es ca. 6,5 km, aber da der Weg vorwiegend im Schatten und fernab von irgendwelchen Straßen verläuft, sind die 6,5 km pure Erholung.

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Spaziergang vom Zoo zum Rosengarten

Da ich den Kleinen nicht nur im Kinderwagen durch die Gegend fahren wollte, machten wir im Rosengarten halt. Das ist ein großer offener Garten unweit der Wittelsbacher Brücke. Unter ein paar Apfelbäumen packte ich die Decke aus und wir setzten uns hin. Nepomuk zog dann das Sandspielzeug raus und stopfte die herumliegenden Blätter in den Eimer. Es war so herrlich ruhig und angenehm, dass wir dort hätten Stunden sitzen können. Den Gärtnern bei der Arbeit zuzuschauen, wie sie sich um die Pflanzen und Bäume kümmern hat schon etwas sehr beruhigendes. Ich glaube in meinem nächsten Leben werde ich Gärtner oder Tierpfleger bei den Totenkopfäffchen. 🙂

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Nepomuk in Aktion

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Unterm Obstbaum ist es am Schönsten

Der Nachmittag im Café Glanz

Nach einer Stunde gingen wir dann weiter Richtung Haidhausen, denn das Wetter fing schon an zu drehen und der Wind wurde stärker. Da ich nicht wollte, dass sich Nepomuks leichte Erkältung verschlechtert, entschied ich mich zum Cafe Glanz in der Sedanstraße zu laufen. Dort ist Donnerstagnachmittag immer die offene Kinderbetreuung. Das tolle an dem Treff ist das so viele verschiedene Kinder da sind. Es gibt Kinder aus allen möglichen Nationen: Japan, Russland, Jamaika, Philippinen oder Spanien. Auch Kinder mit Down Syndrom oder blinde Kinder waren bzw. sind regelmäßig da. Es ist wundervoll zu sehen, dass Kinder null Vorbehalte gegenüber anderen Kindern haben – unabhängig welcher Nation sie angehören oder ob sie behindert sind oder nicht. Ich liebe das Café und die pikler- und montessori-orientierten Betreuer. Nepomuk fühlt sich super wohl dort, so wohl, dass er letzte Woche Dienstag in der Kinderbetreuung einfach mit dem Laufen begonnen hat. 🙂

Wer also in Haidhausen wohnt und Dienstagvormittag und Donnerstagnachmittag noch nichts vorhat, der kann gern vorbeischauen. Es kostet nichts, maximal eine Spende und ist für Kinder von 0 bis 5 Jahren.

Als ich heute in der Kinderbetreuung gefragt habe, ob sie einen Tipp bezüglich Fingerfarbe für Nepomuk haben, meinte die Betreuerin, dass jetzt vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt wäre, weil Nepomuk erstmal die ganzen Bewegungserfahrungen macht und diese auch ausgiebig genießen soll. Wenn überhaupt, soll ich mit einem Wachsmalstift für ihn anfangen und dann auch nur, wenn auch ich was schreibe. So habe ich das ehrlich gesagt noch nie gesehen, denn ich möchte Nepomuk zuhause immer etwas anbieten und fühlte mich schon schlecht, weil ich ihm in letzter Zeit weder was gebastelt habe, noch irgendwas vorgesungen habe. Aber besonders letzteres findet er blöd. Er mag nicht, wenn man ihm vorsingt. Klassik und Lounge Radio, sowie die 80er Jahre Playlist auf Spotify findet er hingegen super. 🙂

Naja, das war ja jetzt mal wieder mit der Kirche ums Dorf. Zurück zu unserem Tag. Nepomuk wurde dann nach dem ganzen toben und spielen mit den anderen Kindern müde und wir sind gegen 17:00 Uhr nach Hause gegangen. Auf dem Weg zur Wohnung war der kommende Herbst schon deutlich zu spüren. Die Temperaturen waren doch deutlich niedriger als am Vormittag und das kleine Lüftchen war nun zu einem leichten Sturm herangewachsen.

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Der Himmel über München

Ein entspannter Abend mit Fischstäbchen und dem Kidztower

Zuhause angekommen, habe ich Nepomuk seine Spielumgebung vorbereitet. Er hat sie ignoriert und schob lieber seinen Laufwagen durch die Gegend, wickelte wieder das Klopapier von der Rolle, redete mit sich im Spiegel und packte die Lebensmittel von einem Schrank in den anderen. Für mich war das perfekt. Ich liebe es, wenn er solche Dinge tut. Dann ist er so in Gedanken versunken, dass ich meist immer nur um die Ecke schaue und mich dann wieder davon stehle.

Seit wenigen Wochen hat sich sein Essverhalten ja wieder normalisiert und er haut bei den Mahlzeiten ordentlich rein. Ja, ich gehöre zu den Müttern, die zwar für ihr Kind selber kochen, sich aber riesig freuen, wenn der Kleine voller Leidenschaft einen Blueberry Muffin aus dem Coffee Shop isst. Heute gab es für ihn Fischstäbchen. Ich weiß die sind nicht absolut toll, auch wenn sie Bio sind. Aber er liebt sie und ich gebe sie ihm immer in Kombination mit Kartoffeln und Gemüse. So hat er auch was gesundes.

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Nepomuk inspiziert den Kidztower

Kurz darauf kam dann auch der Papa mit dem lang ersehnten Kidztower. Lang ersehnt ist gut. Das war ein Spontankauf auf dem Streetlife Festival am Sonntag. 🙂 Mit dem Tower kann Nepomuk jetzt immer neben mir auf die Arbeitsfläche schauen, ohne runterzufallen. Er kann auch mit auf der Fläche rumhantieren, was mir sehr recht ist. Aktuell hängt er immer an meinem Bein, weil er sehen will was ich mache. Morgen werde ich das erste Mal für ihn Bolognese machen und da soll er mir ruhig zuschauen. Habe ein tolles Rezept aus dem HIT-Prospekt vom Wochenende gefunden und jetzt teste ich es mal. Wie Nepomuk den Kidztower findet, werde ich mal aufschreiben. Vorhin war er ganz angetan, auch wenn er sich erstmal reingesetzt hat, was ja nicht so der Plan war. 🙂

Aber irgendwann ist jeder schöne Tag vorbei und nun schlummert Nepomuk friedlich in unserem Bett. Ein eigenes hat er ja nicht, das arme Kind. 🙂

Und die arme Mutti will gern die Bilder von heute im Blog haben, aber die Synchronisation zwischen MacBook und iPhone funzt nicht so recht. 🙂

Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend – geniesst das herbstliche Wetter und kuschelt euch ein. :*

Alles Liebe

Mareike

 

 

 

17Sep/15

Das erste Fotobuch von Nepomuk für Nepomuk

Als ich Anfang des Jahres für Nepomuk ein Fotobuch mit Bildern der engsten Familienangehörigen erstellt habe, musste ich leider feststellen, dass die einfachen Plastikbücher aus dem Drogeriemarkt gar nichts taugen. Erstens war er wohl für die Bilder noch viel zu klein und zweitens hat er das Plastikzeug gleich zerrissen.

Nie wieder ein Plastikfotobuch aus dem Drogeriemarkt

Nach nur zwei Tagen habe ich das Buch wieder entsorgt und mir geschworen nie wieder diesen Aufwand für so ein wenig nachhaltiges Fotobuch zu betreiben. Ich musste zuerst in den Drogeriemarkt mir das Buch kaufen und dann zuhause die Bilder auswählen, die ich gern in die Plastikhüllen packen wollte. Die Bilder habe ich dann als Fotoabzüge über einen Onlinedienst bestellt und konnte erst nach einigen Tagen alles zusammenfügen. Vom Ergebnis war ich nicht sehr begeistert. Die Bilder waren zu klein für die Hüllen und der Kleine konnte die Plastikfolie gar nicht richtig greifen.

Das erste echte Fotobuch für Nepomuk

Nun sind einige Monate vergangen. Aus dem kleinen Baby ist mittlerweile ein Kleinkind geworden, der gerade das Laufen für sich entdeckt. Zudem liebt er Bilder von sich oder Dingen, die er kennt bzw. die ihm vertraut vorkommen.

Da wir viel an der frischen Luft sind und München eine wunderschöne Stadt ist, werde ich ihm nun ein Buch über „unser München“ basteln. Wir leben in Haidhausen und damit im absoluten Familienviertel mit vielen Spielplätzen, unmittelbarer Nähe zur Isar, zum Maximilianeum, Friedensengel, Wiener Platz, Gasteig, Maximilianstraße, Viktualienmarkt und Odeonsplatz. Zudem sind in unserem Viertel eine hohe Anzahl von Tauben, sowie schwarzen und roten Eichhörnchen heimisch. Tiere die aktuell auf Nepomuk eine riesige Faszination ausüben.

Ich mache seit einigen Tagen fleißig Fotos und nutze den wirklich wundervollen Spätsommer, um so viele Fotos wie möglich zu machen. Die besten werde ich dann in ein Fotobuch wie dieses hier packen und versuchen Nepomuk über die bevorstehenden kalten Herbsttage zu trösten.

Die Gestaltung des Fotobuchs

Ich habe mich jetzt für ein CEWE-Fotobuch entschieden und zwar für das Fotobuch Mini. Ich denke, dass es mit 7,95 EUR preislich super für den Einstieg geeignet ist. Zudem hat es wohl mit Maßen von 15 x 11 cm die richtige Größe für Kleinkinderhände. Bei der Seitenzahl bin ich mir noch nicht sicher, wie umfangreich das Buch werden wird. Ich würde es gern an verregneten Nachmittagen mit Nepomuk anschauen und denke, dass vielleicht zu viele Bilder langweilig werden könnten. Auf der anderen Seite möchte ich nicht, dass wir immer die gleichen Bilder anschauen, denn wir erleben ja jeden Tag draußen auch immer eine Menge.

Die Bilder

Nepomuk und ich sind jeden Tag draußen, wenn das Wetter mitspielt und das tut es meistens. München ist eine wunderbare Stadt, wir haben einen tollen Sommer erlebt und diese Erinnerung möchte ich nun gern mit dem Fotobuch konservieren.

Die untenstehenden Motive dürfen im Fotobuch auf keinen Fall fehlen:

  • Unser Lieblingsspielplatz
  • Die heiß geliebte Babyschaukel
  • Der Sandkasten mit unserem Sandspielzeug
  • Der Maibaum auf dem Wiener Platz – für den Kleinen das untrügliche Zeichen, dass wir jetzt zum Spielplatz gehen
  • Der Wiener Platz
  • Die Tram
  • Tauben
  • Eichhörnchen
  • Isarauen
  • Johannisplatz
  • Weißenburger Platz

Hoffen wir, dass es in den nächsten Tagen mit dem Wetter so weiter geht und ich viele tolle Bilder machen kann und wir im Herbst und Winter noch lange von den schönen Momenten zehren können. 🙂

Habt einen wundervollen Donnerstag,

alles Liebe

Mareike

15Sep/15

Minimalismus macht auch vor Finanzen nicht halt

Egal ob Aktien, Verträge oder Bonuskarten: Der Minimalismus sollte auch nicht vor solchen Dingen halt machen. Genauso wie der Kleiderschrank, die Küchenschränke oder das Spielzeug regelmäßig in Frage gestellt werden, so muss es meiner Meinung nach auch mit Verträgen, Kundenkarten oder gar Aktien erfolgen.

Aktien und Emotionen

Letzte Woche war es soweit: Mein Freund hat mich dazu gebracht, Aktien und Zertifikate abzustoßen, die nur mein Depot belastet haben. Und ich muss sagen, dass das Drücken des „Verkaufen“ Button sehr hart ist.

Ich habe mal das Buch „Animal Spirits“ gelesen, in dem es darum geht, dass wir Menschen nicht rational handeln, sondern auch im emotionslosen Finanzgeschäft von Trieben gesteuert werden. Und jeder, der schon mal im Aktiengeschäft tätig war, weiß wie schwer es fällt, sich von Aktien zu trennen.

Sind es schlechte Aktien, dann denkt man sich: Oh, wenn ich sie jetzt verkaufe mache ich Verlust. Vielleicht steigen sie ja nochmal. Sind es gute Aktien, will man sie nicht verkaufen, weil sie ja noch steigen könnten.

Es ist eine Endlosschleife, die sich leider bei mir über Jahre hingezogen hat. Doch nachdem wir überall so konsequent „entmüllt“ haben, war es nun auch an der Zeit das Depot anzufassen.

Ich bin so froh, dass wir das gemacht haben und uns von dem Ballast getrennt haben. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn wenige Tage später ist eine der Aktien komplett in den Keller gerauscht.

Zwar haben wir wieder das Geld investiert, aber in wenige, langfristigere Sachen als Aktien. 🙂

Kündigen von Verträgen und Kundenkarten

Schon sehr viel früher als das Verkaufen der Aktien habe ich etliche Verträge gekündigt. In den ganzen Jahren hat sich so viel angesammelt, dass ich so hohe Fixkosten hatte, die ich jetzt, im zweiten Jahr der Elternzeit so gar nicht gebrauchen konnte.

Da war zum einen der viel zu teure Telekomtarif, den ich schon letztes Jahr von 89 EUR im Monat auf 39 EUR im Monat gedrückt habe. Die Bahncard, die ADAC-Mitgliedschaft und meinen Solariumsvertrag (habe ich seit 2 Jahren nicht mehr betreten) habe ich gekündigt. Daneben gab es noch viele kleine Dinge, die ich einfach nicht mehr benötigt habe. Ich muss zugeben, dass es wirklich eine ätzende Arbeit ist. Aber wenn dann die Kündigungsbestätigungen eintrudeln, dann ist es ein tolles Gefühl, dass nur noch getoppt wird, wenn man keine Abbuchungen mehr auf dem Konto sieht.

Da ich früher mal Social Media Manager bei der Spar Community Sparacuda war, wusste ich noch, dass es für Kündigungsmüde die Plattform Aboalarm gibt. Gerade bei so nervigen Sachen wie Bahncard oder ADAC war die Plattform mit ihren vorgefertigten Formularen eine wirkliche Hilfe.

Abbestellen von Newslettern

Auf SWR 3 gab es mal eine Comedyserie, in der ein Mann immer gesagt hat: „Bin ich billisch rangekommen. Hör ma, wenn du nie was kaufst, dann kannst du auch nie was sparen.“. Diese Aussage ist so passend und Newsletter, besonders solche von der Zalando Lounge locken mich einfach immer wieder. Ich kaufe zwar nur ganz, ganz selten, aber es kommt vor. Wer will sich schon Nike Sneaker oder tolle Handtaschen für so einen günstigen Preis entgehen lassen. Ich bin noch nicht minimalistisch genug, um solchen Versuchungen zu widerstehen, darum halte ich mich wie der trockene Alkoholiker fern von solchen Newslettern. Es war eine Heidenarbeit die ganzen Dinger abzubestellen. Teilweise wurde die Kündigung einfach ignoriert und ich musste sie zweimal kündigen. Aber jetzt ist Ruhe in meiner Mailbox.

Ach ja, weil wir gerade bei Mailbox sind. Mein Freund hat mir Google Inbox empfohlen. Ziel ist es dort keine Mails mehr zu haben, als Belohnung scheint dann immer die Sonne. Und was soll ich sagen: Fast jeden Tag scheint bei mir die Sonne, denn ich hake jetzt Mails ab und die verschwinden dann einfach. Früher hatte ich auf meinem iPhone bei Mails manchmal die Anzeige „2.387“ oder bei Telefonaten „23“. Das gibt es nun nicht mehr. Alles hake ich sofort ab oder lösche es. Wenn es weg ist, bewegt es mich nicht mehr. Und auf shoppen habe ich aktuell nur wenig Lust und wenn, dann entscheide ich, was ich kaufe und nicht irgendein Newsletter.

Was mir durch den Minimalismus aber erst bewusst geworden ist: Es geht mir hier überhaupt nicht ums Geld. Natürlich könnte ich die Klamotten oder Möbel auch bei ebay einstellen, aber das will ich nicht. Ich fühle mich besser, wenn ich weiß, dass die Babysachen von Nepomuk von anderen – aktuell Flüchtlingskindern – getragen werden. Oder wenn Leute im Sozialkaufhaus meine teils qualitativ sehr hochwertige Kleidung kaufen können. Ich will einfach, dass Dinge, die einmal produziert wurden weitergenutzt werden und das sie einen Sinn erfüllen, nämlich den Leuten, die sie nutzen zu helfen. Und deswegen regt es mich so auf, dass wir unser Schlafzimmer entsorgen müssen, weil keine Hilfsorganisation die Sachen haben will. Aber das können wir nicht ändern und nun ist es einfach mal so.

15Sep/15

Und ewig schwinge ich den Putzlappen

Obwohl wir unsere Wohnung ständig optimieren und die Einrichtung sukzessive nach unten fahren, so ist das Putzen doch jede Woche ein nerviger Akt. Ich kann eigentlich nur putzen, wenn der Kleine schläft, denn sonst gibt es jedes Mal ein Drama. Beim wischen will er immer in das Zimmer, dass ich gerade gewischt habe. Reinige ich die Toilette und mache nicht gleich den Deckel zu, liegt zu 100 % die Klopapierrolle drin. Die Spülmaschine nutzt er als Kletterfläche und das Ausräumen der Küchenschränke ist sowieso das Highlight für ihn.

Ich möchte mich nicht beschweren, denn es gibt sicher Wohnungen oder gar Häuser die schwerer zu putzen sind, aber trotzdem ist es eben keine tolle Aufgabe. Doch aller inneren Widerstände zum Trotz habe ich nun so langsam ein System entwickelt.

Das ich mit meinem „Putzen mit Essig“ und „Desinfizieren was das Zeug hält“ gar nicht so falsch liege, weiß ich auch erst seit der Infografik „Die schmutzigsten Orte der Wohnung„.

Ich hätte allerdings nicht gewusst, dass der Kühlschrank die absolute Bakterienschleuder ist. Das Tastaturen eklig sind, weiß jeder, der sie sich schon mal genauer angeschaut hat oder gar umgedreht hat. Was da raus fiel: ekelhaft.

Bei Schneidebrettern bin ich sehr penibel, was die Reinigung anbelangt. Besonders wenn ich Fleisch oder Fisch für Nepomuk zubereite, spüle ich das Brett und stelle es danach in die Spülmaschine. Nie würde ich zuerst Fleisch und dann Salat schneiden. Auch wenn wir für Nepomuk nur das hochwertige Biofleisch verwenden, so hätte ich doch keine ruhige Minute.

Wenn ich mir die Infografik anschaue, wird mir fast schlecht, wenn ich bedenke wo überall Bakterien rumlungern. Gott, wie konnten wir so alt werden – bei den ganz fiesen Dingern, die da zwischen Tastaturen, in Kaffeemaschinen, Kühlschränken und Abflüssen leben.

Tipps gegen Keime

Tipps gegen Keime

Tipps gegen Keime & Co.

Zukünftig werde ich wohl mein iPhone etwas öfters putzen. Nepomuks Zahnbürste habe ich auch schon spontan in den Sterilisator gepackt und sie hat es überlebt.

Erfreut war ich über die Nutzung von Essig. Ich selbst bin ein sehr großer Essig Essenz Fan. Ich reinige damit fast alles, auch wenn ich gehört habe, das Citronensäure weniger die Armaturen angreift.

Ich schwöre auf Essig und habe mich komplett von solchen Chemiekeulen wie Chloreiniger oder die schlimmen Backofenreiniger verabschiedet.

Auch für das Entkalken des Wasserkocher und der Kaffeemaschine nutze ich Essig. Im Vergleich zu anderen Reinigern habe ich bei Essig keine Atemprobleme, auch wenn der Geruch doch sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Schwämme nutzen wir auch keine mehr, denn ich habe im plastikfreien Laden Wischtücher gekauft, die ich einmal pro Woche bei 90 Grad wasche. Ich bin sehr zufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wenn ich Töpfe saubermache nutze ich immer Baking Soda. Das gibt es im Asia Shop in einer großen Packung für kleines Geld. Gerade eben habe ich das Spülbecken in der Küche saubergemacht.

Da wir eine Kombination aus Backofen und Mikrowelle haben, kann ich beides gleich mit einem Wisch sauber machen. Dazu stelle ich einfach eine Schüssel mit einem Wasser-Essig-Gemisch in die Mikrowelle und lasse sie ca. 3 Minuten laufen. Danach wische ich den Schmutz, der sich gelöst hat, mit einem Lappen raus und sauber ist das Ding.

Ich glaube jeder findet für sich die richtige Art zu putzen. Durch den Minimalismus hat sich bei uns schon so viel erleichtert. Es geht mittlerweile wirklich schnell und das ohne Staubsauger. Wenn erst unsere zwei staubfangenden Bücherregale weg sind, dann wird es noch besser.

Jetzt geh ich erstmal in die Küche und schmeiß den Geschirrspüler an. Wenigstens läuft das quasi automatisch.

Ich wünsche euch einen schönen und staubfreien Abend.

Mareike

 

14Sep/15

Minimalismus: Hilfe, niemand will unser Schlafzimmer!

Ich weiß, dass hier ist eigentlich ein Mama Blog, aber das Thema „Minimalismus“ feselt meinen Freund und mich so sehr, dass wir irgendwie jeden Abend neues Optimierungspotenzial entdecken.

Exkurs: Der Sinn von Bücherregalen

Gestern hat zum Beispiel mein Freund gefragt, warum die Bücherregale mit den Bücher eigentlich nicht im Keller stehen. Eine Frage, die ich ehrlich gesagt so gar nicht beantworten konnte. Es gibt keinen Grund, dass die Regale hier im Wohnzimmer stehen. Ja, natürlich möchte man seinen Gästen zeigen, welche „schwere Kost“ in Sachen Literatur da alles stehen hat, aber jucken tut das eh keinen.

Wir haben jetzt wieder begonnen zu lesen, aber wir lesen nur ein Buch. Und die restlichen Bücher stehen nur rum und stauben ein. In den nächsten Wochen werden noch die Bücher aus meiner Wohnung kommen, aber dadurch macht es auch nicht mehr Sinn, dass das Regal in unserem Wohnzimmer bleibt.

Bis gestern hatten wir zwar noch die Spielsachen von unserem Sohn in den unteren Fächern, aber die sind ja nun im Schlafzimmer. Also haben wir beschlossen: Die Regale kommen in den Keller – samt Bücher. Zuvor werden wir die Bücher noch über eine App erfassen. Wie eine Mini Bibliothek quasi. Wer dann ein Buch lesen möchte, holt es sich aus dem Keller. So einfach ist das. 🙂

Aber: Unser Platz im Keller ist beschränkt. Dort lagert noch das „alte“ Schlafzimmer aus 6-türigem Schrank, 2 Nachttischen und einem Bettgestell. In unserem Schlafzimmer steht dann noch eine Kommode, die jetzt durch eine Kommode aus meiner Wohnung ersetzt wird. Es ist ein hochwertiges Schlafzimmer, darum hatten wir geplant es zu spenden.

Möbelspende an Hilfsorganisationen

Organisationen wie diakonia (bei denen wir letzten Samstag schon Kleidung für die Flüchtlinge gespendet hatten) oder die AWO bieten die Abholung der Möbelspenden an. Also rief ich heute hoch motiviert an. Aber die diakonia sagte mir gleich, dass sie Möbel erst im Januar abholen könnten und Möbel, die schon auseinander gebaut sind, werden nicht angenommen. Bei der AWO das gleiche. Erst habe ich innerlich geschnaubt, weil ich immer an das Gejammere der Organisationen denke: Bekommen nicht genug Spenden, mimimi. Leute kaufen Silvester lieber Böller, statt Brot für die Welt, mimimi. Gleich wusste ich auch, warum ich 2010 in Nepal war und dort mein soziales Engagement ausgelebt hatte. Stuttgart hatte damals nämlich schlicht keinen Bedarf. Und so regte ich mich innerlich auf.

Als mein Freund heute Abend nach Hause kam, erzählte ich ihm alles und er meinte, er könnte die Hilfsorganisationen verstehen und er kann sich schon denken, dass da so ein paar Neunmalkluge Dinge als „Spende“ angegeben haben und die Organisationen dann beim Aufbauen gemerkt haben, dass es nur Schrott war.

Mittlerweile habe ich mich wieder beruhigt und kann die Organisationen auch ein wenig verstehen. In meiner Wohnung gibt es ja zum Glück noch alle Möbel in „aufgebaut“. Da werde ich dann mein Glück bei der AWO versuchen. Aber dann heißt es wahrscheinlich „Ist IKEA. Nehmen wir nicht:“ 😉

Quo Vadis, Schlafzimmer?

Was aber machen wir nun mit unserem Schlafzimmer? So hart es ist, aber wir werden es auf den Wertstoffhof bringen. Es tut mir zwar leid, aber eine andere Möglichkeit haben wir nicht. Wir könnten es zwar bei ebay als „kostenlos“ einstellen, aber darauf habe ich ehrlich gesagt keine Lust.

Wenn jemand der diesen Artikel liest, vielleicht gerade ein Schlafzimmer benötigt, kann sich gern bei mir melden. 🙂

Ein schlechtes Gewissen habe ich nun allerdings nicht. Ich habe es bei den Organisationen probiert und zu dem werde ich wohl fast alles aus meiner alten Wohnung spenden. Ich denke, damit werde ich ganz gut fahren. 🙂

 

13Sep/15

Unser Wochenende: Montessori und Minimalismus

Hinter uns liegt wieder ein tolles und produktives Wochenende. Letzte Woche haben wir beschlossen meine alte Wohnung zu kündigen. Naja, Wohnung ist zuviel gesagt, denn es handelt sich um ein 19 qm großes Apartment. Aber dieses Apartment kostet monatlich 405 EUR und dient aktuell eigentlich nur als Stauraum und Übernachtungsmöglichkeit für meine Eltern.

Ich hatte schon seit einiger Zeit den Wunsch die Wohnung zu kündigen, doch erst als ich im Internet einen Montessori Kurs für Eltern entdeckte, der 460 EUR kostet, ist mir klar geworden, dass wir jeden Monat fast einen Montessori Kurs machen könnten. Tja, und so habe ich nun die Kündigung zum 31.12.2015 geschrieben. Es wäre der perfekte Abschluss für ein Jahr der absoluten Neuorientierung.

Die ersten Kisten

Während ich bei der Wohnungsauflösung an die großen Schränke denke, findet mein Freund eher die kleinen, aber zahllosen Dinge in meiner Wohnung als Herausforderung. Aus diesem Grund haben wir am Samstagmorgen gleich mit diesen Unannehmlichkeiten begonnen. Gegen 8 Uhr sind wir in meine Wohnung gefahren, haben dort ein Regal und unzählige Kartons und Aufbewahrungsboxen mitgenommen.

Wieder Zuhause angekommen, haben wir Nepomuks Schlafphase genutzt, um alles in den 4. Stock zu tragen. Besonders das große Regal hat meiner gebrochenen kleinen Zehe nicht so gut getan. Naja, aber es musste eben gemacht werden und wir haben es gemacht. Während der Kleine schlief haben wir das Regal, das bei Pinterest übrigens als „Montessori Furniture“ geführt wird, ins Schlafzimmer transportiert und sein Spielzeug darin verstaut.

Da wir nur zwei Zimmer haben und das Schlafzimmer das reinste und strukturierteste ist, haben wir beschlossen dieses Zimmer zum Spielzimmer umzufunktionieren. Wenn Nepomuk spielt, soll ihn einfach gar nichts ablenken und er soll zudem die Möglichkeit haben einen Rückzugsort zu haben. Bisher findet er das Schlafzimmer ganz gut. Leider findet er es zurzeit super morgens um 6 Uhr mit dem Xylophon zu spielen. Naja, irgendwas ist eben immer. 🙂

Nepomuks Spielregal Regal nach Montessori

 

 

 

 

 

 

 

Leider hat sich in den letzten Wochen wieder ordentlich Spielzeug in den braunen Kisten angesammelt und durch das Ausräumen und Auflösen meiner ganzen Sachen bin ich dieses Wochenende gar nicht dazu gekommen, das Spielzeug auszusortieren.

Ich war nämlich voll busy, eh!

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Zeit des Loslassens

Schon letzten Samstag, als wir die Babykleidung von Nepomuk gespendet haben, war das emotionale Loslassen extrem anstrengend für mich. Gestern, als meine letzten 18 Jahre da so in den Kartons lagen, war es für mich noch etwas schwieriger. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich den selbstgebastelten Brief eines nepalesischen Mädchens in der Hand hatte, den sie mir damals in Kathmandu geschrieben hatte. Damals, 2010, vor dem großen Erdbeben. Ob sie wohl überlebt hat? Wie es ihr geht? Ein Brief den ich aufheben werde, dafür opfere ich zwei Fotoalben aus meiner Jugend. Bilder aus meiner Jugend berühren mich nicht und haben für mich rein gar keine Bedeutung.

Meine Erinnerungen an meine Reisen, die ich den letzten Jahren alleine gemacht habe: Kathmandu, New York, Peking, Hong Kong, Macau. Ich habe die Postkarten an Nepomuk weitergegeben. Die Stadtkarten auch. Jetzt kann er sie zerreißen und dann kann ich sie besten Gewissens wegschmeißen.

In Summe habe ich 90 Prozent der Sachen entsorgt, die wir am Samstagmorgen aus meiner Wohnung mitgebracht haben. Bis jetzt vermisse ich noch nichts. Die nächsten Dinge wie Bücher und DVDs werden wir über Momox verkaufen, Klamotten und Möbel spenden.

Es wird eine spannende Zeit. 🙂